srr. 116, Samstag den 22. Mai 1880. Kichener WWW Mise- uni) Amkdlatt fit de« Kreis Gießen. Äe^adiettÖbttrcAU r GxpedittooSboreau r | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Betrkffend: Aufsicht über das Faflelvieh. Gießen, am 20. Mat 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an -Le Großherzoglichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte^ Die Besichtigung der Gemeinde-ZuchtstLere und -Zuchteber durch die von dem landwirthschaftltchen Bezirksveretn gewählte Commission wird an folgenden Tagen stattfinden: 1) Montag den 24. Mai in Daubringen, Mainzlar, Treis , a. d. Lda., Allendorf a. d. Lda., Staufenberg, Ruttershausen und Lollar; 2) Dienstag den 23. ffltai in Wteseck, Alten-Bus-ck, Trohe, Rödgen, Großen-Buseck, Beuern, Bersrod, Winnerod und Reiskirchen; 3) Mittwoch den 26. Mai in Gießen, Heuchelheim, Allendorf a. d. Lahn, Klein-Linden, Großen-Linden, Lang-Göns und Leihgestern. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zett zu Hause zu bleiben, und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vorzuführen, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. Dr. Boek mann.______________________________________________ Betau n fm achun g. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat April 1880 veröffentlicht: Hafer «X. 16, Heu «X 5, Stroh 4,40 per 100 Kilogramm. Gießen, den 17. Mai 1880. Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boe km an n. Ruhe! Vor uns liegt die schöne Sommerzeit, eine Zett der Arbeit, aber auch der Ernte. Der Landmann bittet den Schöpfer um den heiligen Frieden der Natur, um Regen und Sonnenschein zu rechter Zeit. Das Bild der Ruhe zeigt eine glückliche Landschaft, während Sturm und Gewitter, Hazelschlag und Überschwemmungen gleich feindlichen Gewalten zerstörend und kriegerisch wirken. Aber längst sind die patriarchalischen Zustände gewichen, und jener Ruhe, deren Walten und Segen die Natur zeigt, bedürfen wir im modernen Staate noch in anderer Weise. Wenn ein altes Volkslied singt: „Europa braucht Ruhe", so feiert es nicht allein die Ruhe der feindlichen Naturgewalten, sondern auch die Ruhe der Völker und der Bürger. Die Ruhe ist nicht nur die erste Bürgerpflicht, wie ein weiser Berliner Gouverneur nach der verlorenen Schlacht von Jena verkündete, sondern auch die erste Pflicht der Völker. Leider bleibt der politische Horizont Europas düster und bewölkt. Das alte orientalische Gewitter steigt wieder im Südosten auf und scheint der alten Volksanschaunng Recht zu geben, daß die Ruhe Europas nicht eher dauernd gewonnen sein wird, als bis der Türke aus Europa hinaus, der Halbmond nach Asien zurückgedrängt sein wird. Der Orient ist die Pandorabüchse, der Quell der Unruhe und des Unheils für Europa, denn wie er einst die Westmächte im Krimkriege gegen Rußland geführt, wie er den mörderischen orientalischen Krieg Rußlands entzündet und en seinen Folgen die Keime ter Zwietracht zwischen Rußland und Oesterreich nebst Deutschland gez itigt hat, so ruft er n.uerdtngs die Spannung zwischen Oesterreich und England, und damit auch die Erregung des unruhigen Italiens gegen Oesterreich wach. Ewig neue Streitfragen gebiert der Hexen- keffcl auf der Balkanhalbinsel, und jede derselben birgt den Zündstoff für neue Verwicklungen und Kriege. Der Orient bleibt der alte Störenfried der europäischen Ruhe. Die Gefährdung der Völkerruhe, die noch von anderen gewaltthätigen Seiten her möglich ist, zwingt Europa zu der schweren Eisenrüstung, unter welcher es seufzt. Die Erhaltung der Ruhe ist auf die Zahl der Bajonette gestützt, die zwar, wie ein geistreicher Volkswirth sagte, zu allem Möglichen gut sind, auf welche sich aber kein Volk setzen kann, um auszuruhen. Und die rnormen Lasten für das eherne Schutzgewand der Völker sind in fast allen Staaten der Grund innerer Unruhe, einer drückenden Unbehaglichkeit, welche der Ruhe der Bürger störend gegenübersteht. Es gab selten Zeiten, in denen in sämmtlichen europäischen Ländern die innere Unruhe, die Unzufriedenheit itt den wirthschaftlichen und politischen Zuständen größer war als jetzt. Es scheint als ob der Mangel der europäischen Ruhe auch den Mangel der inneren Ruhe der Völker verschulde, und nichts ist bezeichnender, als daß dasselbe Jahrzehnt der Unruhe auch die Ruhe auf dem religiösen Gebiete durch Glau- benSfehden stört, die wir mit dem Mittelalter begraben wähnten. Wonach die Völker seufzen, das ist nicht jene Grabesruhe wie sie Rußland erstrebte, nicht jene Ruhe, welche die Worte kündeten: L’ordre regne ä Varsovie I — es ist auch nicht die Ruhe, wie wir sie in Deutschland empfinden, und die zuweilen verzweifelte Aehnlichkeit mit der Ruhe vor dem @e> Witter hat; es ist nicht die Ruhe Frankreichs, die nur benutzt wird zur Erstarkung des Krtegsheeres, um das verlorene Prestige wieder zu erringen, — und nicht die Ruhe, die überall, wohin man auch in der alten Weit bl ckt, mit künstlichen Mitteln mit Schlaftränken für die öffentliche Meinung und mit Gewaltmaßregeln aufrecht nbalteu wird. Die Völker sehnen sich nach jener Ruhe, deren Bild die friedliche Natur bietet, sie beten, daß für ihre lrbeit auch eine Zeit der Ernte folge, sie fluchen dem Kriege und hoffen auf ; ne Erleichterung der europäischen Militärlasten, auf eine Verminderung der Steuern, auf die Hebung des nationalen Wohlstandes. Sollte es denn unmöglich sein, für diese hohen Ziele, die alle europäischen Völker zu erreichen trachten, eine Instanz zu schaffen, welche die europäische Ruhe, und sei es nur auf 10 Jahre, garantirte? Eine Conferenz der Großmächte für Erhaltung der Völker ruhe wäre mehr werth, als einst der Berliner Congreß, mehr als die jetzt in Aussicht gestellte orientalische Botschafter-Conferenz in Ko nstantii.opel. Keutschland. Darmstadt, 20. Mat. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 15 enthält die Bekanntmachung des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher betreffend. Berlin, 19. Mai. Die Beruhigung, welche der deutsche Reichstag den geängstigten Tabaksfabrikanten, -Händlern und -Producenten durch seinen neulichen Beschluß zu bringen beabsichtigt hatte, scheint die Monopolschwärmer zu neuen Plänen anzureizen. Die Mitthetluvgen, welche die „Voff. Ztg." bezüglich der Versendung von Preiscouranten bei der kaiserl. Tabaks-Manufactur in Straßburg enthält, legen wenigstens den Gedanken nahe, daß von dieser Seite Propaganda für Monopoltabak zu machen versucht wird. Die „Voff. Ztg." schreibt nämlich darüber: „Nachdem die Majorität des Reichstages sich mit großer Entschiedenheit gegen die Einführung des Tabaks-Monopols ausgesprochen hat, scheint die Verwaltung der kaiserl. Tabaks-Manufactur in Straßburg sich die Aufgabe zu stellen, in weiteren Kreisen unseres Vaterlandes die Meinung zu verbreiten, daß der Staat seine Fabrikate dem Publikum billiger ur Verfügung stelle, als die Privat-Jndustrie, um so im Publikum eine günstige Stimmung für das Monopol zu machen. Wenigstens läßt die Miltheilung, daß Lehrern an höheren Schulen in Orten, ^welche von Straßburg so entfernt als möglich liegen, Preiscourante der Straßburger Fabrik mit der Aufforderung zugegangen sind, von dort ihren Bedarf an Cigarren, Rauch- und Schnupftabak zu entnehmen, auf ein solches Vorgehen zu schließen, da man doch unmöglich annehmen kann, die Versendung solcher Circulare habe einzig und allein den Zweck, den Geschäftsbetrieb der kaiserl. Manufaktur auf ein Gebiet auszudehnen, welches intelligente Fabrikanten mit Sorgfalt vermeiden, weil sich nach ihrer Ansicht der Klein-Verkauf nicht gut mit der Groß- Jndustrte verträgt. Was nun aber die Abgabe der Waare zu billigerem Preise als dem der Privat-Jndustrie anbelangt, so ist die eigenthümliche Ren- tabilitäts-Bcrechnung der Straßburger Fabrik genügend beleuchtet worden, um den von dort gestellten Preisen keine besondere Bedeutung für ein etwaiges Monopol beizulegen. Wenn dort billig verkauft wird, so kommt dies daher, daß man noch immer von dem WeUh der gratis übernommenen Vorräthe und Etablissements zehrt; eine Monopol-Verwaltung für ganz Deutschland könnte das nicht und es köl neu wohl nur gedankenlose Menschen glauben, unter dem Monopol billiger zu rauchen als heute, es scheint uns aber geboten, das Vorgehen der Straßburger Fabrik nicht unerwähnt zu lasten." — Palästina für die Inden — das ist unter unseren orthodoxen Israeliten und den stets an Zahl zunebmenden israelitenfreundlichen Christen schon seit länger ein beliebter Ruf, welcher in demselben Maße an Stärke gewinnt, als die Macht dis politischen Obe> Herrn des gelobten Landes schwindel. Der englische Prediger Nugöe, welcher sich sehr für die Sache lnteresstrt, erläu- täte kürzlich in einem öffentlichen Vortraw einen wohlauögedachten Plan, welcher in letzter Zeit greifbare Gestalt angenommen hat. Der Engländer Ol'phant hat dem Sultan einen Plan vorgelegt, wo zunächst das Land von Gilead und Moab — die Gebiete der israelitischen Stämm" Gab, Ruben und Man affe mnfaffend — zu einer jüdischen Colonie umgewandelt werden soll. Selbstverständlich soll der Sultan in klingender Münze abgefunden werden, und wie Nug6e erklärte, hatte der Sultan sich über den Vorschlag sehr Bei» i fällig geäußert. Auch der neuernannte außerordentliche Botschafter Englands in Konstantinopel, Herr Göschen, so dem Plane gewogen sein, soll daß sich von seiner Verwendung die Förderung desielben erwarten läßt. Das tn's Auge gefaßte Gebiet umfaßt etwa 1,500,000 englische Acres oder 600,000 ha und wird gegenwärtig von Nomaden-Stäm-uen bewohnt. Die Colonie soll unter türkischer Oberherrschaft blechen, tndesien einen eigenen Gouverneur, voraus- fichtUch einen Juden, zum unmittelbaren Herrscher erhalten. Auf diese Weise soll dem Judenthum im eigenm Lande wieder ein fester Fuß gesichert uut> es soll ein Sammelpunkt für das zerstreute Volk Israel geschaffen werden, um welchen sich nach und nach, wie man hofft, ein breiter Gürtel neuer Ansiedlungen schließen kann. Das Kaufgeld soll durch freiwillige Beiträge patriotischer Juden aufgebracht werden. Der Plan ist schon noch weiter ausgebildet worden. Es sollen zwei Eisenbahnen gebaut werden — eine von Jaffa nach i Jerusalem, die andere von Haifa bis jenseits des Jordans. Sir Moses Mon- | tefiore soll sich für diese Bahnbauten interessiren und bedeutende Gelbhülfe zugesagt haben. Zu dem Bau der Bahn nach Jaffa hat die türkische Regierung schon eine Concesston erthellt, mit dem Vorbehalt, daß die Arbeiten bis zum nächsten Januar begonnen sein müffrn. Ferner wird die Anlage eines schiffbaren Canals vom Mittelmeer nach dem Golf von Akube und dem Rothen Meere beabsichtigt. Ueberhaupt soll Palästina vollständig den Juden des 19. Jahrhunderts gemäß „gegründet" und aufgeschloffen werden, wenn sich nur genug beitragsbereite und anstedelungswtllige Juden dazu finden. «eltgraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Eorrespmrdeur • Brrre«. Petersburg, 20. Mat. Officielles Bulletin. Im Laufe dieser Woche i fühlte sich die Kaiserin schlechter, die krankhaften Symptome traten deutlicher j hervor, die Kräfte haben etwas abgenommen. London, 20. Mai. Die Weber in Blackburn haben beschlossen, die Arbeit zu den bisherigen Lohnsätzen wieder aufzunehmen. — „Daily News" meldet aus Kabul von gestern: Abdurrhaman har seine Armee mit dem Be> merken entlassen, er bedürfe ihrer Dienste nicht mehr, da er keine feindseligen Absichten gegen Engländer hege. — „Daily News" erfährt, die Königin werde das Parlament nicht in Person eröffnen. Die Thronrede werde erklären, daß die Beziehungen zu allen Mächten freundschaftliche seien und die Nothwendigkeit betonen, gemeinschaftlich mit den übrigen Großmächten auf der Ausführung der noch restirenden Punkte des Berliner Vertrages zu bestehen. Die Förderung des europäischen Con- certs sei die Hauptaufgabe der neuen Regierung und die Lösung der griechischen Frage jetzt der erste Zweck der englischen Politik. In Afghanistan wünsche die Regierung Ordnung und Frieden herzustellen, Afghanistan unabhängig zu lasten und zu einem befreundeten Nachbar Indiens zu machen. London, 20. Mat. In Betreff Afghanistans sagt die Thronrede: Die Regierung ist für die Pacification des Landes und für Einrichtungen bemüht, welche geeignet sind, die Unabhängigkeit des afghanischen Volkes zu sichern und freundschaftlicke Beziehungen destelbrn zu Indien herzustellen. Die Thronrede empfiehlt eine Conföderatton der südafrikanischen Colonien und die Aufrechterhaltung der Suprematie in Transvaalland. Die Ausnahmegesetze für Irland würden nicht wieder erneuert, obschon die Regierung entschlosten sei, Leben und E'genthum zu sichern und Ordnung zu erhalten. Unter den angekündtgten Vorlagen befinden sich ein Jagdgesetz, eine Vorlage über eine dem Wahlrechte der englischen Wahlflecken entsprechende ähnliche Gestaltung des Wahlrechtes der irischen Wahlflecken. Paris, 20. Mat. Das Gerücht, die französische Regierung mache zahlreiche Pferdeaukäufe in England, wird dementirt. — Die Bureaux der Kammer werden am Samstag die Anträge auf gerichtliche Verfolgung des Herzogs von Padua, ehemaligen Ministers unter dem Kaiserreich, der zweimal in Zwischenräumen von 11 Monaten in Parts und Versailles votirt hat, prüfen. — Alle Strtkenden tn Reims haben ihre Arbeit wieder ausgenommen; die Patrone versprachen ihnen, daß falls die Arbeit acht Tage lang fortgesetzt werde, sie die Reclamattonen der Arbeiter bezüglich der Löhne ernstlich in Erwägung ziehen würde". Berlin, 20. Mai. lAbgeordnetenhaus.) Tas Haus ist zahlreich beseht. Der Präsident gedenkt der während des Zeitraums der Vertagung verstorbenen Abgeordneten. Das Haus erhebt sich, dieselben zu ehren. Nach weiteren geschäftlichen Mittheilungen zeigt der Präsident an: vom Cultusminister ist ein Gesetzentwurf betreffend die Abänderung von kirchenpolitischen Gesetzen eingegangen; ich habe sofort den Druck der Vorlage ungeordnet und hoffe, daß dieselbe den Mitgliedern noch heute zugehen kann. Es folgt nunmehr die zweite Lesung des Gesetzeniwurss über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung. Das Haus beschließt, die Debatte über 8 1 vis 7 auszusetzen und mit 8 zu beginnen. $ 8 (Oberpräsident) wird angenommen mit einem Anträge v. Liebermann's wonach die Ooerpräsidenten ermächtigt sind, die Mitglieder der an ihrem Amtssitze befindlichen Regierung, sowie die den Regicrungspräsidenlen daselbst beigegebenen Beamten zur Bearbeitung der Geschäfte heranzuziehen. 8 9 (Stellvertretung des Oberpräsidenten) wird ohne Debatte genehmigt. 8 10 Zusammensetzung des Provinzialrathes) wird auf Vorschlag des Abgeordneten v. Wedell-Piesdorf und v. Benda und gegen den Antrag v. Wintzingerode, welcher die Regierungsvorlage wieder Herstellen will, in der Commissions-Fassung angenommen, wonach dem Pro- vinzialrathe fünf Mitglieder angehören, welche durch den Provinzialausschuß aus der Zahl aller tum Provinziallandtage wählbaren Proviuzialangehörigen gewählt werben. Dasselbe gilt von deren Stellvertretern. Zu 8 23 beantragt Zelle Streichung. Nach längerer Debatte, in welcher Minister Graf Eulenburg sich gegen den Antrag Zelle ausspricht, wird 8 23 in der Commissionsfassung angenommen und der Antrag Zelle abgelehnt. Nächste Sitzung Freitag. Berlin, 20. Mai. Der Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung von reichspolitischen Gesetzen lautet wie folgt: Artikel 1. Das Staatsministerium ist ermächtigt, mit Königlicher'Genehmigung 1) die Grundsätze festzustellen, wonach der Cultusminister von den Erfordernissen der 88 4 und 11 des Gesetzes vom 11. Mai 1873 dispensiren, auch ausländischen Geistlichen die Vornahme geistlicher Amtshandlungen oder die Ausübung eines der im 8 10 erwähnten Aemter gestatten kann; 2) den nach 88 4, 8 und 27 des Gesetzes vom 11 Mai 1873 erforderlichen Nachweis wissenschaftlicher Vorbildung, soweit derselbe gegenwärtig durch Ablegung einer wissenschaftlichen Staatsprüfung zu führen ist, anderweitig zu regeln; 3)„ zu bestimmen, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen Personen, welche ausländische ®ilbunp«anftaltcn besuchten, von den in 88 1 und 10 des Gesetzes vom 11. Mai 1873 erwähnten Aemtern fernzuhalten sind. Artikel 2- Die Berufungen der Staatsbehörde gegen Entscheidungen der kirchlichen Behörden tn Gemäßheit der 88 10 und 11 des Gesetzes vom 12. Mai 1873, sowie des 8 7 des Gesetzes vom 22. April 1875 steht nur dem Oberpräsidenten zu. Die Berufung, sowie der Antrag des Oberpräsidenten auf Einleitung des Verfahrens in Gemäßbeit des 8 26 des Gesetzes vom 12. Mai 1873 können bis zur Verkündigung des gerichtlichen Urtheils zurückgenommen werden. Artikel 3. In den Fällen des 8 24 des Gesetzes vom 12. Mai 1873, sowie des 8 12 des Gesetzes vom 22. April 1875 ist gegen Kirchendiener fortan auf Unfähigkeit zur Bekleidung des Amtes zu erkennen. Die Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung des Amtes hat den Verlust des Amts- einkominens zur Folge. Ist auf Unfähigkeit zur Bekleidung des Amtes erkannt, so finden die Vorschriften des Gesetzes vom 20. Mar 1874, des 8 31 des Gesetzes vom 12. Mai 1873, sowie der 8 13 bis 15 vom 22. April 1875 entsprechende Anwendung. Artikel 4. Einem Bischöfe, welcher auf Grund des 8 24 ff. oes Gesetzes vom 12. Mai 1873 durch gerichtliches Urtheil aus seinem Amte entlassen worden, kann vom König die staatliche Anerkennung als Bischof seiner früheren Diöcese wieder ertheilt werden Artikel 5. In einem katholischen Bisthurn, dessen Stuhl erledigt oder gegen dessen Bischof durch gerichtliches Urtheil auf Unfähigkeit zur Amtsbekleidung erkannt worden ist, kann die Ausübung der bischöflichen Rechte unb Verrichtungen in Gemäß» heil des 8 1 nn Gesetze vom 20. Mai 1874, demjenigen, welcher den ihm ertheilten kirchlichen Auftrag darthut, auch ohne die im 8 2 vorgeschriebene Eidesverpflichtung durch Beschluß des Staatsministeriums gestattet werden. Gleicherweise kann von dem Nachweise der nach 8 2 erforderlichen persönlichen Eigenschaften dispensirt werden. Artikel 6. Die Einleitung der commissarischen Vermögensverwaltung in den in Artikel 5 dieses Gesetzes erwähnten Fällen findet nur mit Ermächtigung des Staatsministeriums statt. Dasselbe tst auch ermächtigt, die eingeleitete commissarische Vermögensverwaltung wieder aufzuheben. Artikel 7. Die Ausübung der in den 88 13 und folgende des Gesetzes vom 20. Mai 1874 und in den Artikeln 4 und folgende des Gesetzes vom 21. Mai 1874 den Präsentationsberechtigten und der Gemeinde beigelegten Befugniß zur Wiederbesetzung eines erledigten geistlichen Amts und zur Einrichtung einer Stellvertretung in demselben findet nur mit Ermächtigung des Ober- Präsidenten statt. Artikel 8. Die Wiederaufnahme der eingestellten Staatsleistungen kann außer in den Fällen der 88 2 und 6 des Gesetzes vom 22. April 1875 für den Umfang des Sprengels durch Beschluß des Staatsministeriums, für einzelne Empfangsberechtigte durch Verfügung des Ministeriums der geistlichen Angelegenheiten widerruflich angeorbnet werben. Artikel 9. Die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen bie Strafbestimmungen bes Gesetzes vom 11., 12. unb 13. Mai 1873, 20. und 21. Mai 1874 unb 22. April 1875 finbet nur auf ben Antrag bes Ober-Präsibenten statt. Die Zurücknahme des Antrages ist zulässig. Artikel 10. Die Minister bes Innern unb ber geistlichen Angelegenheiten sinb ermächtigt, bie Errichtung neuer Nieberlassungen unb Genossenschaften, welche im Gebiete der preußischen Monarchie gegenwärtig bestehen unb sich ausschließlich ber Krankenpflege roibmen, zu genehmigen, auch wiberruflich zu gestatten, baß bie gegenwärtig besiehenben weiblichen Genossenschaften, welche ausschließlich ber Krankenpflege sich roibmen, bie Pflege unb Unterweisung von Kinbern, bie sich noch nicht im schulpflichtigen Alter befinben, als Neben- thätigkeit übernehmen. Neu errichtete Nieberlassungen unterliegen ber Aufsicht bes Staates in Gemäßheit bes 8 3 bes Gesetzes vom 31. Mai 1875 unb können burch königliche Verorbnung aufgehoben werben. Der Krankenpflege im Sinne bes Gesetzes vom 31. Mai 1875 ist bie Pflege unb Unterweisung von Blinben. Tauben, Stummen unb Jbioten, sowie gefallener Frauenspersonen gleichgestellt. Artikel 11. Der Vorsitz im Kirchenvorstanbe katholischer Kirchengemeinben kann burch königliche Verorbnung anberroeitig geregelt werden- London, 20. Mai. Im Unterhause erklärt sich anläßlich der Adreß« debatte Northcote mit der Thronrede bezüglich der auswärtigen Politik im Allgemeinen einverstanden, wünscht indeß Aufschluß über die Befugniffe Göschen's, welche Pression auf die Pforte beabsichtigt, insbesondere ob Gewalt beabsichtigt sei. Er wünscht auch Aufschluß, was mit der Schaffung von Institutionen in Afghanistan beabsichtigt sei und hofft, daß das Resultat ber Aufhebung des Ausnahmegesetzes tn Irland den damit übernommenen Verantwortlichkeiten entsprechen werde. Die Opposition werde die Politik der Regierung unterstützen, wo sie dieselbe gewiffenhaft unterstützen könne. — O'Connor Power beantragt folgendes Amendement: Die Lage der Bewohner und Ackerbauer Irlands erheische sofortige ernste Erwägung, um ihnen die legitimen Früchte ihrer Arbeit zu sichern. London, 21. Mai. „Daily News" meldet ein zweites Rundschreiben Granvtlle's, worin derselbe den Zusammentritt einer internationalen Commission in Berlin zur griechischen Grenzregulirung vorschlägt. Lokales. Gießen, 21. Mai. Unsere städtische Behörde sorgt mit anerkennenswerthrr Liberalität dafür, daß nach und nach in den Straßen der Stadt Trottoirs oder Bürgersteige angelegt werden. Niemand wird den Werth dieser Anlagen verkennen, sondern nur loben, namentlich bei eintretendem Negenwettcr. Um so mebr muß die Rücksichtslosigkeit getadelt werden, mit welcher bet Neubauten das kaum angelegte Trottoir verfahren und ruinirt wird. Die dicksten Lungsteine werden unter der Last der schweren Back und Bruchstemwagen total zerfahren. Hier wäre ein energisches Eingreifen gegenüber einem solchen Bersahren ganz gewiß am Matze. — Wir brachten in unserer gestrigen Nr. im Vermischten eine Notiz, was für Dinge all in dem Magen eines Emu gefunden wurden. Wir wollen beute berichten, was die Schutzmannschaft heute Morgen um 6 Uhr bei einer Hauptrevtsion der Stadtbach alles entdeckt und gefunden 'har. Es fanden sich eine große Menge Bütten, Züver, Eimer, Faßreife, Gedärme, ganze Eingeweide, Wagen voll Bauschutt, Steine, kurzum Alles, was dazu dient, das Wasier zu hindern oder doch mindestens zu verunreinigen, in dem Bache vor. Wenn man bedenkt, daß von Seiten der Stadt jährlich viele Tausend Mark für Abfubr des Straßen- und Hauskehrichts verausgabt wird, so kann man, gelinde gesagt, die Faulheit nicht begreifen, mit welcher man den Kehricht aus diversen Höfen oder Sägespäne, Küchenabfälle u. s. f. einfach tn die Gossen fegt, um sie von dem Spülwasser in den Bach fortschwemmen, anstatt sie in Kasten zu schütten und abholen zu lassen. Alljährlich wird ferner ein ganz respektables Sümmchen für das Reinigen des Bachs verausgabt. Daß dieses unter den seither obwaltenden Umständen ganz zwecklos ist, dürfte wohl selbstverständlich sein Möge doch jeder Anwohner des Stadtbachs bedenken, daß das durchfließende reine und klare Master sehr zur Gesundheit der Stadt beiträgt und weiter, daß durch öfteres Reinigen des Bachs unsere Communalsteuern ganz gewiß nicht schmäler werden. Im Uebrigen dürften nach der heutigen Revision eine Anzahl von Polizeianzeigen zu erwarten sein. — Der Fechtbruder, welcher vor Kurzem sich einem Schutzmanne auf dem Seltersweg widersetzte und denselben schlug, erhielt gestern vom Schöffengericht 2 Monate und 8 Tage Gefängniß. Verwischtes. ** Gießen, 21. Mai. Am Dienstag, den 25. und Mittwock, den 28. Mai d. Js. feiert der Nassau-Hom burg'sche Hauptveretn der Gustav-Adolf Stiftung sein diesmaliges " 34. Jahresfest in Diez a. d. Lahn. Hofprediger Rogge aus Potsdam, der von der Frankfurter Hauptversammlung des Gesammtvcreins im Jahre 1877 bet Vielen noch in gutem Andenken stehen wird, hat für den am 26. Mai, 10 Uhr, stattfindenden Gottesdienst die Festpredigt zugesagt. In unmittelbarem Anschluß an denselben finden die Verhandlungen der Generalversammlung statt. Wie am Dienstag, den 25. Mat, nach den Vorberathungen des Vorstandes, so ist auch nach jener Generalversammlung eine freie Vereinigung mit Ansprachen in Aussicht genommen. Ein Festmahl im Hotel Lorenz um 2 Uhr wird außerdem die Theil- nehmer noch näher vereinigen. Für Unterkommen der Gäste aus der Ferne in Privatlogis während der Festrage tst von dem Festcomite bestens Fürsorge getroffen. Dasselbe gibt sich der Hoffnung hin, daß recht viele evangelische Christen von nah und fern durch ihr Erscheinen ihr Jntereffe an der guten Sache des Gustav Adolfs Vereins bethätigen, heißt alle herzlich willkommen und versichert sie einer gastlichen Aufnahme. Wir verfehlen nicht, diejenigen Leser unseres Blattes, die etwa einen Besuch dieses Festes mit einer Reise in das schone Lahnthal verbinden möchten, von dieser uns zugegangenen Einladung des Festeomites in Kenntniß $ Gera. Daß rin Mensch gerichtlich unter Siegel gelegt wird, ist jedenfalls einmal . etwas Neues. Der Reisende eines hiesigen Getreidehandelsgeschäfts war tn das im Lagerhaus befindliche Comptoir nach Rückkunft von der Reise gegangen. Da er mehrere ziemlich strapaziöse Touren erledigt, so schlief er auf dem Privatcomptoir ein und ließ sich von dem Traumgott bunte Bilder vorgaukeln. Während dieses gesunden Schlafes nahte sich die heilige Hermanvad in Gestalt einiger Gerichtspersonen, welche die Aufgabe hatten, das Haus mit seinem Inhalte gerichtlich zu versiegeln, da die Firma fallit geworden war. Nach einigen Stunden Ruhe erwachte der Ermüdete und wunderte sich nicht wenig, sich eingeschloffen zu finden. Angerufene Vorübergehende, die er vom Fenster aus befragte, erklärten ihm den Zusammenhang und so mußte er den Weg durch'« Fenster nehmen, um au« seinem unfreiwilligen Gefängniß befreit zu sein. bT 01 KL'-- Sw«®*1 imKrankenbaust- Lubanfall. c «inen R^eact hin« sein« WPU* BiebriH,, butd) bie Wtersi. schiene W«’ tzranlfu' Mim - Die Ll Martin D», aufgefunven w»i>- Lurators der 8« Sarge lieg-' 'N vielleicht noch der flrmen Wiens M gewesen wäre v sollten. Der Fall, hat sich in Mn m gesundheitliches 8t - fSpät ( Hilberwaaren im ! iehörbe bat nun b der in Jütland jw -ergraben halte. Lieder aus unb wi Iag-m Die Feld- u Gemarkungen A Steinboi f unb 1 Montag de Vormifi auf b-m Dur« auf G^ibte -fsi Drauifil-, l ^kits «ittniod) j> In in ?or9i ’7<®' 3457) Holz, brr btm Stumm grh öei Holtbausen Mittwoch die naebjufoej in den Distric Reueheege mit Stelle zum Ver 55 Achen-B l-'ng, bis = 35,56 210 Fichten. S l'ng, bis = 116,2 51 Kiefern-T lang, bis 15 Stück Nc Fi 11. ®erU,| . . wtmi Wtb rt ®l«mmboh ’Wmel, „ 'M ill bi bt§ Am.« «mies fri.^tss ^5 ® >• ?°°rd-7L°°m LärZ fstft biäpenfirt werden, ^ung in den ln wh etQal™ -ommqfarifc^e Bn- 1?er w den tt 13 , «iote-nb?^“ ®'«* b-i«-- JjS mb,« 6m, **n8Cbt,: »B ,,pn‘ 187o mr den r Emzelne Empfangs: Gelegenheiten wider- Nantfungen gegen 9»at 1873, 20. und »s Ober Präsidenten 2>e Minister des Die Errichtung neuer reutzifchen Monarchie >men, zu gen.hmigen, weiblichm Genossen- c Mge und Unterbefinden, als Neben- jen der Wicht des ' und können durch i Sinne des Gesetzes rauben, Stummen lei 11. Der Vorsitz mlgsichr Verordnung nützlich der Adreß« Artigen Politik im ßtfugnifie Töschen's, Gemalt beabfichtigt con Institutionen in der Aufhebung des mwoitlichkeuen ent« tgieiung unterstützen, or Power beantragt erbauer Irlands ei- xrüchte ihrer Arbeit tita Mtö* tonalen ComwGoa . nensvnlhn LibnaM :t: WW fln8“$ , nut loben, namentlich lflI fldotelt wetten, mü ^.nb. ®«* «W» „ fl,ri aeffli? om W- wita- wa- d'-Echch etoDtbajbaW ' guter, öimet gart V* tn ne s°sfi" $ in aA„ in Bütten uni ’lfclS A-iniS" i4® .... lueefint " "Stall beirtaflt «’ : Lfc niete l'd)'nfllfl po/Ä,lfl,1iei3 «„1 «t-'L , h-"* Mä - L-ÄÄ Frankfurt 14. Mai. Gestern brannte es in dem Schornstein eines Schornsteinfegers und rückte die Berufsfeuerwehr aus. Ein Beweis, daß, wie die Schuhmacher nicht die besten Stiefel tragen, auch die Schornsteinfeger nicht v.e reinsten Schornsteine fuhren. (F.A) S ck a f st e d t 13 Mat In den ersten Tagen ds. Monats wurde der Maurermeister John aus dem nahen Dorfe Stedt, welcher sich gegenwärtig als Curgast in Carlsbalv aufhalt, -mit vielen Wunden am Kopfe verletzt aufgefunden, und über den Vorgang wurde die Nachricht verbreitet^ daß "in"Racheact vorliege, der Verletzte mdeß über den Angreifer sede Aus unft v.r« weigere. Diese letztere Mittheilung ist thatsächltch salsch. wre aus emem ar, emen Verwand en gerichteten Briefe des Betroffenen vom 9. hervorgeht, in welchem es wörtlich hcißb. „Ich liege Am Krankenhaus-, dock ist das Attentat nicht, wie durch den Carlsbader Bürgermeister te - graphisch gemeldet worden, ein Racheact, sondern ein mit der größten Verwegenheit ausgefuhrter Raubanfall, der auch vollständig gelungen wäre, wenn er nicht durch Vas Hinzukommen dritter Personen gestört wäre. In Carlßbald selbst ist man natürlich emsig bestrebt es als «inen Racheact hingustellen, um das Bad nicht tn den Rub zu bringen, als wäre das Leben seiner Curgäste durch Raubmörder bedroht." Biebrich 17. Mai. In unserer Gemarkung sind nach einer annähernden Schätzung durch die Winterfröste 1300 Stück Obstbäume zu urunbe gegangen und wird der daraus erwachsene Schaden auf ca. 45,000 berechnet. Frankfurt a. M, 18. Mai. In vergangener Woche wurde hier von einer nach- gelaffencn Maffc eine Erbschaftssteuer von 60,000 J4 bezahlt — Die Leiche eines vor zwei Jahren in Wien verstorbenen Juweliers und Millionärs Martin Ott, der ohne virecte Nachkommen gestorben ist und von dem bis jehl An Testament gukgefunden werden konnte, soll ausgeg-adcn werden. Das hierauf abzielcnde Gesuch des Curators der Verlaffenschaft ist damit begründet, daß der schwarz- Frack tn welchem Ott rm Sarge liegt, möglicherweise deffen so schwer vermißtes Testament enthalte. H^sur spreche vielleicht noch der Umstand, daß Ott bei Lebzeiten wiederholt von Vermächtnissen fut btc Armen Wiens gesprochen babe, ohne daß eine diesbezügliche letztwillige Bestimmung auffindbar aewesen wäre. Bisher sind Ausgrabungen von Leichen nur begehrt worden, wenn dies im Interesse der Justiz gelegen war oder wenn Leichen nach einem anderen Orte gebracht werden sollten. Der Fall, daß eine Leiche zur Aufsuchung eines Testaments ausg-graben werden soll, hat sich in Wien noch nickt ereignet. Der Magistrat hat, da ein hier ausschließlich maßgebendes gesundheitliches Bedenken nicht vorliegt, die Ausgrabung bewilligt. — sSpät entdeckt.) Vor drei Jahren wurden einem Uhrmacher in Lunden Gold und Silberwaaren im Werth- von mehreren Tausend Mark entwendet- Die Hamburger Polizeibehörde hat nun dem Bestohlenen die Mittheilung gemacht daß ein Arbeiter aus Brandenburg her in Jütland zwei Jahre Gefänaniß abgebüßt hatte, die Sachen gestohlen und bei Pmneberg vergraben hatte. Nach seiner Befreiung grub der Dieb die Sachen rm Pinneberger Gehölz wieder aus und wurde beim Verkauf der Werthgegenstände in Hamburg abgefaßt. Sehlflfeberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd, <♦ W. Dietz in Gießen. Bremen, 19. Mai. Der Postdampfer Oder Eapitän C. Leist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Mai von Newyork abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 11 Uhr Vormittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 211 Paffagiere und volle Ladung. Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 23. Mai. Ludwig Schneider, Neustadt. Ludwig Kämmerer, Scltersweg. Christian Fast, Neue Bäue. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen. Gottesdienst: Sonntag, den 23. Mai. Morgens >/210 Uhr: Pfarrer Schlosser. IConfirmation der Mädcken und Feier des heiligen Abendmahls. Die Gemeinde wird gebeten zu berücksichtigen, daß die zehn dem Altar am nächsten stehenden Banke im Schiff der Kirche für die Angehörigen der Consirmanven bestimmt sind. Die Collecte, die beim Ausgang aus der Küche erhoben wirb, ist für die Armen unserer Gemeinde bestimmt.^ Nachmittags */23 Uhr: Dr. Buchhold. Sonntag, den 30. Mai, unmittelbar nach dem Vormittagsgottesdienst beginnt die Kate- chismuslehre mit der männlichen Jugend. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 23. bis 29 Mai besorgt Pfarrer Schlosser. Iagdverpachtung. Die Felo- und Wald-Jagden der Gemarkungen Albshausen, Obernbiel, Steindorf und Tirfenback sollen am Montag den 24. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, auf d'M Büreau des Unterzeichneten auf 6 3 ihre öffentlich verpachtet werden. Braunfels, den 14. Mü 1880. Der Bürgermeister, 3457)__________Weber. Holzverkauf. In der dem Herrn Botfchafksrath Stumm gehöriaen Prtvatwaldung Lei Holtbaufen, sollen Mittwoch den 2. Juni l. I. -te nacvaufgefüh'ten Holzsorrtmenre, in den Districten Flachsrose, Abth. a, Neueheege und Hang an Ort und Stelle zum Verkauf ausgeboten werden: 55 E'chen-Baustämme bis zu 14 m l.-mg, bis zu 42 cm Durchmesser, = 35,56 fm, 210 Fichten'Stämme bis zu 22 m l ng, bis zu 28 cm Durchmesser, = 116,23 fm, 51 K efern-Stämme bis zu 20 m lang, bis zu 30 cm Durchm sser, 15 Stück Nadelholz-Dachsparren, 8 „ Fichten - Stangen I. und II. Cl ffe und 15 Ftdlen-S üpp lholz. Der Verkauf beginnt Vormittags 9 Uhr -in der Flachsrose, und wird mit dem Eichen°Li ammbolz der Anfang gemacht. Es wird noch bemerkt, daß sämmt- liches Holz, namentlich das Fichten- Stammbolz, von ganz vorzüglicher Beschaffenheit ist. Auch ist die Abfuhr auf einer gut gebauten Chaussee (außer 3—4 Minuten Waldweg) -'ne fe^r gute. Holzhausen, am 14. Mai 1880. Stumm'sche Forstverwaltung. 3454) Koblh ausen, Förster. Ärbeitsversteigerung. Mittwoch den 26. ds. Mts., Morgens 11 Nhr, soll in der Geißler'schen Wtrthschaft zu Kirchberg: l , Dackdeckerarbeit an der Kirche und Pfarrhäusern zu Kirchberg, veranschlagt zu. . - 452,10 v4L Lffentl ch unter den dabei bekannt gegeben werdenden Bedingungen wenigst- fordernd in Accord vergeben werden. Gießen, am 21. Mai 1880. 3512) Seultng. Allgemeiner Anzeiger. Holsversteigeru/ng in der Oberförstern Homberg. Es soll versteigert werden: Donnerstag den 27. ds. Mts., in den Distrikten großer E'chberg, Bauerberg, Meisenbach und Dickert: 410 rm Buchen- und Kiefern-Scheit und Knüppel, 215 „ „ ,, „ Reis, 109 „ „ Stöcke. Freitag den 28. ds. Mts., in in Kiesern-Stöcke. 6 Bingenheim | Dienstag den 25. Mai, Vormittags 11 Uhr, I116 104 1 h H Versteigerungs - Termin im Jahr 1880. den 11 15 426 284 59 t: B „ „ h .. Stöcke. Montag den 31. ds. Mts Bingenheim, am 23. Februar 1880. 1636) GroßherzogliAs Rentamt Nidda. Distrikten Hübierholz, Oberhofstätte und Fuchslöcher: rm Buchen-, Eichen-, Kiefern- und Aspen-Scheit und Knüppel, „ „ » „ .. „ R^s, den 662 676 215 euiiuu^.vwv. Anfang jedesmal Morgens 8 Uhr: am ersten Tage, im Distrikte Dickert, am Nieder-Gemündener Feld, am zweiten Tage, im Distrikte Rothekuh, aus dem Hauptwege, um 11 Uhr, im Distrikte Brühl, auf der s. g. alten Grun- berger Straße, am dritten Tage, im Distrikt Hübierholz, um 12 Uhr, im Distrikt Fuchslöcher, am Wegweiser am Wege von Deckenbach nach Röddrngs- Distrikten Roihekuh, Hintenrain und Brühl: Fichten-Stärnme von 14—22 m Durchmeffer und bis 9 m Länge, Fichten-Derbstangen zu Sparren, Gerüststangen, Letterbäumen, rm Buchen-, Birken-, Eichen- und K-efern-Scheit und Knüppel, Reis, Haufen. Homberg a. d. O. den 19. Mai 1880. Großherzogliche Oberförsterei Homberg. 3507) __Landmann._______ Frucht- u. Kornstroh - Bersteigermtg Nachverzeichnete 1879r Frucht-Vorräthe, theilweise zu Nidda, thellweise zu Bingenheim lagernd, sowie eine kleine Partie Kornstroh in Bingen- heim, werden in den hierunter näher angegebenen Terminen von Großherzog, lichem Rentamt Nidda öffentlich versteigert. Die Frucht - Vorräthe auf dem Speicher zu Bingenheim werden bei Gaftwirth Winter und diejenigen auf dem Speicher zu Nidda auf dem Rathhaus daselbst versteigert. 28 128 Englische Dampf-Dresch-Maschinen, deren wir echon an 100 Satz abgeaetzt haben; in Paris mit der goidenen MedaiHe pra- miirt sind, halten grosses Lager und liefern unter Garantie mit Zahlungserleiohterunge . _ Kleine Dampf-Dresch-Maschinen von Rmk. 2450. an. ' PH. MAYFARTH & Co., Maschinenfabrik in Frankfurt a. M. Arbeitsversteigerung. Donnerstag den 27. Mai l. I.> Morgens 9 Nhr, sollen im Rathhaussaal zu Grüningen nachstehende Arbeiten, als: JC. Chaussirarbeit, veranschlagt zu 384.00 Steinschlagen „ „ 264.00 Weisbinderarbeit „ „ 54.95 öffentlich wenigstfordernd in Accoid vergeben werben. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. I. A.: 3511) Seuling. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 24. Mai 1880, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde tn den Districten Steinertswald und Bannwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Sckeith. P-ügelh.Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. 5 180 40 2810 Nadel 8 16 30 14300 Aspen 5 24 3 — B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 82 Eichen-Stämme mit 12,— fm, 42 Fichten- „ „ 11,— „ 3 Birken- „ „ 0,67 „ 1141 Eichen-Stangen „ 60,42 „ 69 Birken- „ „ 2,79 „ 5769 Fichten. „ „ 82 32 „ und darunter 3000 Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist am s.g. Müllerweg. Gießen, den 15. Mat 1880. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 3464) A. Br amm. Samstag den 19. Juni, Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dahicsigem Ortsgericht hie Grundstücke des Heinrich Waldschmidt II. Ehefrau, als: Flur. Mtr. i3/871,2 862 Acker am Hollerbusch auf den Gießener Weg, 15/429 788 Wiese in den Gräben, io/M 681 Acker am Gleiberger Pfad, auf der Hardt, I3/499,i 141 Acker am Zollstock bei den Kropbachswiesen meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Mai 1880. Großh. Ortsgericht Gießen. 3191) Müller. Pütz, Ingenieur. miethen- Mäusburg 48. miethen. J. H. Fuhr, Sonnenftraße 104. 2878) Urtheile ärztlicher Sommitäten über die 3 Blitz. Näheres bei Vorzügl. Aepfelwein empfiehlr (1874 C Roth, Neue Baue. Die Gemüsehandlung von J. Schäfer - jgg Familie Otto Die trauernden Hinterbliebenen 3510) 3517) Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr- Pietsch) in Gießen. FRANZ JOSEF IBITTERQllEUt] ” & 3508) Ein Papageienkäsig zu kaufen gesucht. Näheres b-" Ferd. Schnitzler. Wetzlar. 3471) Ein kräftiger Mann, der das Schneiden an der Kreissäge gründlich versteht, findet Arbeit bei H. Keck. H. Straßburger'» Cirkus und Affentheater in Giessen in Oswalds Garten. Gießen, den 20. Mai 1880. 3504) Ausverkauf. 3514) Eine Parthie Sommer-Buckskin und Buckskin-Keste werden sehr billig abgegeben, ein großer Theil in 9/4 breit zu Mk. 2 — per Elle bei Merrtin Scheel, __Marktplatz. 3520) Pikirten Sellerie, stark, sowie Lauchpflanzen bei Gottlieb Helfenbein, Marburger Straße. Herberge zur Heimath. Die Herberge zur Heimath wird vorausflchtlich zu Ende dieses Monats eröffnet werden. Es fehlt indeffen noch gar mancherlei an der Ausstattung im Innern des Hauses und es wäre deshalb sehr erwünscht, wenn wohlthäfi-e Leute dem Comtts, das die erforderlichen Sachen Herbetzuschaffen hat, zu Hilfe kommen wollten. Wer Handtücher, Tischtücher, Servietten, Küchengeräts, Haushaltungsgegenstände und dergleichen übrig hat und zu verschenken geneig, ist, möge das dem in der Herberge wohnenden Hausvater Meister mitthetlen. Die geschenkten Sachen werden dann in der Wohnung der freundlichen Geber abgeholt werden. Ueber den Empfang derselben sowie über den Ertrag der vor einiger Zett stattgehabten Hauscollekte werden wir demnächst quittiren. 3519) Da* Comite. Das Reueste in Krausen, Damenkragen ck Manschetten, Barben, Lavallieres, Schleifen in allen Farben, Corsetten und Schürzen empfiehlt in schöner Auswahl zu billigst gestellten Preisen. Für die am Begräbnißtage unserer lieben Auguste in so hohem Maaße bewiesene innige Theilnahme sagen hiermit herzlichsten Dank. Ern Kellnerjurrge gesucht im Darmstädter Haus. (3453 Danksagung Allen Denjenigen, welche unserem unvergeßlichen Gatten, Vater, Schwiegervater und Großvater Conrad Ocke! die letzte Ehre erzeigten, sagen hiermit den innigsten Dank. Gießen, den 20. Mm 1880. Dienstag den 23. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß der Joh. Ister- linfl Ww gehörende Immobilien, als: Flur. Nr. Mtr- I. 359 u. 359,4 56 Hofraitheim Tiefenweg, 39 68 625 Acker unter dem Waldbrunnen nochmals versteigert werden. Gießen, den 14. Mai 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 3416) Lüdek ing. Kirehenplatz, im früher Sonntag'schen Hause, empfiehlt steis frische Gemüse zu soliden Preisen. (3359 Vermischte Anzeigen. 3505) Hund zugelaufen. Schwarz mit gelben Zeichen. Abzuholen bei Philipp Rinn, Klein-Linden. Q 3 F . Die soeben erschienene 9tr. 33 enthält: Pfingsten. Gedicht von G- Engelbach — Der Geist der Liebe. Ein Pfi.,g geschichte von Anten Ohorn. — Pfingsten in Neapel. Von Pfarrer Th. Trede in Neapel. Aus der Geschichte der Fischerei. Von Richard Andree. Röslein von der Heiden. Nach dem Gemälde von Meyer von Bremen. — Aus Heinrich Leo's Jugendzeit. — Die Eichboks. Roman von Moritz v. Reichenbach. (Fortsetzung.) — Frau Hulda. Gedicht von Julis Lohmeye'- M't Originalzeichnung von H. Knackfuß. — Seelenjäger und Gespensterfänger. Eine zeitgeschichtliche Studie von Julius Stinde. 1. Am Familientische: Der wahre Dichter des Spatzenliedes. — Jüdische Minister- — Ward's naturwissenschaftliche Sammlungen. — Gesundheitsrath.- Mit einer illustrirten Beilage: Rückkehr vom Urlaub. Mit Original}1 hnung: Lichterfelder Kadetten cn " der Ferienreise. — Umschau auf gewerblichem Gebiete. Kegelt Kegelkugeln in allen Größen stets vorräthig bei 3388) Moritz Gregori & Sohn. Strohhüte von 50 H an, elegante Herrnhüte von 1 Jt. 50 an bis zu den Feinsten, Kinderhüte m den modernsten Sorten. Große Auswahl, billige Preise bei (3409 A. Schultheis junior, Seltersweg 10. AkUgevote««». 3178) Eine kleine Parthie Korbfachen zum Einkaufspreis bei C. Fr. Conrad. 2418) Eine Ladeneinrichtung zu ver- f auf en. Näheres bei M. Weißbäcker. Heute, Sonnabend den 22. Mai: Gröhe Gala Darstellung, u. 21.: 'Der dressirte Esel Rtgolo. - Vorführung der besten Schul- und Frei- beitsvferde. Rum Schluß: Erne komische Episode aus dem russisch türkischen Kriege, dargestellt von mehreren Hunden, Affen und Pferden. Anfang 8 Uhr. Hartwig Strassburger, Director. Frische italienische Eier zu Tagespreisen, treffen regelmäßig ein. I I. A. Busch Söhne. Russensteine können von heute an jeden Tag wieder gefahren werden bei (3499 Kasper Sckomber, Heuchelheimerstraße. 3478) Pikirten Sellert, staik, und Lauchpsianzen bei Gärtner Schaum. 3398) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen, auf 1. Juli beziehbar Balth. Euler Ww., Hamm D. 107,5- 3500) Ein Logis zu vermiethen. ___K. Kraufch, Schloßgasse. '3309) Geräumige Werkstatte mit Hof- raum ist Asterweg Lit. A. 108 zu vermiethen.__________________________________ 2777) Ein Lagerraum, welcher ai'ch zur Werkstatte geeignet, ist zu vermiethen. K. k. Allgem- Krankenhaus, Wien. L. d. H. Prof. »r. »rasche. — „Bei Magen- und Darmkatarrh, hab. Stuhlverstopfung, Appetitlosigkeit, Blutanschoppung, Hämorrhoiden, Leberleiden und Frauenkrankheiten wurden vorzügliche Erfolge erzielt.“ 1878. Vorräthig in den meisten Apotheken und allen renommirten Mineralwasser- Depöts. 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San.-Rath, Mitglied des kgl. deutschen V allSIlvIapP; Gesundheitsamtes, Frankfurt a. M.: „Empfiehlt sich vor allen, wo es gilt, dem Magen geringe Wassermengen zuzuführen. Das Wasser wird (oft auch für längere Zeit) leicht vertragen und gerne genommen“. Frankfurt a. M., 27. April 1879. 3506) Einen tüchtigen Schreinergesellcn sucht Karl Kümmel, Wieseck. 3411) Ein Schreinerlebrling kann ein- treten bei Melchior Römer, Wieseck. 3503) Donnerstag den 20. Mai wurde in der Lahn bei der Badenburg ein Nachen auf- gefangen. Der Eigenthümer kann sich melden bei Heinrich Deibel IV., Wieseck. 3322) Der erste Stock meines Hauses,, o Zimmer, Wasserleitung, Bleichplatz u. s. w. ift per 1. August d. I. zu vermiethen. Ehr. Zimmer, Bahnhofsstraße. 2870) Mein seitheriges Ge- schäftsloeal im Einhorn habe ich zu vermiethen. _______8. Keutlinger. 2776) Ein Logis von 5 Zimmern ist zu vermiethen. Näheres bei ___________________________I. Blitz. 2732) Ein Familienlogis zu vermiethen und Anfangs Juli beziehbar, bei Ehr. Roll III., Canzleiberg B. 66. 1881) Eine Wohnung für eine kleine Familie zu vermiethen. __________Adolf Hoß, Schießgärten. 1396) Ein Familienlogis zu vermiethen- ___________Jakob Reiber, Garfield. 3177) Ein möblirtes Zimmer zu ver- Betre Das nächst' zugehen. Zu Nr. M B M Mit Bezug vollständige gußi 20 JL pro Stück zr Da eS für schaffen, so wollen G ». '4 Mr laffei W b. M. zur J?fn Sie wollen Lu M Da: Großherzr Gesetzes vom ! durch wilche zugleic Wstbeauf auch tn den Fällen 1 ^°Ichenmeffer, 1 ft dege Gießen, M Co ließen to.i. ÄIN bk 5'tt(l und bie J ^,-ner hie be? Je UchHe Ai. ff.i L b°i ftS1 sä;