Donnerstag den 22. Januar 1880 Nr. 18 r' M, | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags ^edaetionSdurean: Vxpevitions«>urean: Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. An die Grosth. Ortsgerichte des Amtsgerichtsbezirks Giesten. ' Viele Ortsgerichte verzögern nicht nur die Erledigung unserer Auflagen, sondern lesen dieselben auch so flüchtig, daß sie Einzelheiten ganz übersehen. Dadurch werden zu unserer Belästigung und zum großen Nachtheile des Publikums unendliche Schreibereien verursacht. Darum empfehlen wir Allen, welche sich durch unsere Rüge getroffen fühlen, raschere und pünktlichere Pflichterfüllung. Gießen, den 20. Januar 1880. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Lang s d o r f f. zwei Ammeln nebst ■ MWen mit 01 unter mit die angenommene Steigung von 4 Procent nicht oder nicht erheblich erhöht zu werden braucht, soll diese Steigung sich auf den ersten Bogen der Brücke ausdehnen. Die rechtsseitige Auffahrt wird durch eine sich theilende, beiderseits in die Staatsstraße verlaufende Rampe gebildet. Die Brücke wird eine lichte Breite innerhalb der Geländer von 13 Meter erhalten, die sich in zwei Trottoirs für Fußgänger und eine zwischen denselben liegende Fahrbahn gliedert. Die lichte Höhe der Brückenbogen über dem Nullpunkt des Pegels wird 13,85 Meter betragen.- die auf der Zeichnung angegebenen Gebäude auf den Landpfeilern kommen in Wegfall. Hiernach sind die nothwendig aufzuwendenden Kosten der Brücke unter Zugrundelegung der heutigen Einheitspreise berechnet auf 3,600,000 JL. n- Jm Falle der Zustimmung der Stände beabsichtigt die Regierung, eine Concur- renz für die Entwertung des der Bauführung zu Grunde zu legenden Planes nach Maßgabe eines vorher zu entwerfenden Bauprogramms, dessen Hauptpunkte vorstehend angedeutet sind, auszuschreiben. t , . Um diese 3,600,000 Jt. auf dem Wege eines 4procentigen Anlehens auszubringen, werden unter Voraussetzung eines Emissionskurses von 96% Obligationen im Nominalbetrag von 3,750,000 Jt. auszugeben sein und wird also ein jährlicher Zinsenbedarf von 150,000 „4t. erwachsen. Zu dessen Deckung wird in erster Linie aus den Ertrag des Brückengeldes zu rechnen sein. Dasselbe erttägt jetzt nach der Verpachtung, ali- frei von Erhebungskoften, 67,200 Jt. Würden die seitherigen Sätze und sonstigen Verhältnisse gleich bleiben, so könnte im Hinblick auf den Wegfall der täglichen und iahr- lichen Unterbrechungen sicher auf eine Steigerung der Rein-Einnahme von 67,200 auf 80,000 vM gerechnet werden. Wenn jedoch, wie dies durchaus gerechtfertigt erscheint, nicht wie bisher, auf der Kasteler Seite, sondern auch auf der Mainzer eene eine Eryroungsstätte etablirt wird, so daß alle die Brücke betretenden Passanten das Brückengeld ei legen, dieselbe aber frei verlassen, so wird eine Erhöhung der Rem- Einnahme um die Hälfte zu erwarten sein. Es ist daher eine Rem - Einnahme von 120,000 M jährlich'unter Zugrundelegung der seitherigen Sätze und Befremngen m Aussicht zu nehmen. _ , .. - Sodann kommt in Betracht, daß die Unterhaltungskosten der Schiffbrücke, welche in dem laufenden Staatsbudgets auf jährlich 76,500 Mk. veranschlagt sind, nach Vollendung der stehenden Brücke größtentheils in Wegfall kommen. Allerdings wird auch die stehende Brücke nach einiger Zeit Unterrhalttingskosten verursachen; beispielsweise wird die Erneuerung des auf 35,000 Mk. zu veranschlagenden Anstrichs der Onsentbeile alle 5 oder 6 Jahre nothwendig werden. Immerhin wird diese Unterhaltung mit 15,000 Mark durchschnittlich jährlich richt zu gering veranschlagt sein und für das zur Ueberwachung anzustellende Personal eKi-Betrag von 5000 Mk. jährlich reichlich genügen. Nach Abzug dieser 20,000 Mk. kommt demnach immer noch von den seitherigen Unterhaltungskosten der Schiffbrücke ein Betrag von jährlich 56,500 Mk. in Wegfall- Dieser Betrag zu dem erwarteten Reinertrag des Brückengeldes mit 120,000 Mk. jährlich addirt, ergibt jährlich 176,500 Mk., welche Summe den berechneten Zinsenbedarf von 150000 Mk. übersteigt um 26,500 Mk Da aber die seitherige Brückengeldemnahme der Staatskasse betrug jährlich 67,200 Mk., so würde die Staatskasse jährlich verlieren 40,700 Mk. Obgleich dieses Opfer sicherlich nicht zu groß erscheinen wird, um den Verkehr der Stadt Mainz und ihrer näheren und entfernteren Umgebung zu erhalten, zu sichern und zu erhöhen, um sie im Kampfe gegen die Concurrenz anderer begüustig- terer Handelsstädte zu stärken und die Steuerkrast der Stadt und ihrer Umgebung zu erhöhen, so wird doch auch dieses Opfer erheblich herabgemmdert, wenn nicht ganz beseitigt werden können sowohl durch eine mäßige Erhöhung des Bruckengeldtarifes, als durch Beseitigung ober Beschränkung der bezüglich des Brückengeldes zur Zeit bestehenden Befreiungen, die vollständig gerechtfertigt erscheinen wird, da die außer dem hessischen Staate beteiligten Interessenten zu einer finanziellen Unterstützung des Unternehmens sich nicht herbeilassen. Jedenfalls erhellt ans diesen Berechnungen, daß Regierung und Stände keinen Grund haben, die aus dem Unternehmen für die Finanzen des Staates erwachsende Belastung als eine unerschwingliche oder unverhältmßmaßige zu fürchten, und die Regierung glaubt daher mit Zuversicht die freudige Zustimmung der Stände zu dem für die Zukunft der Stadt Mainz und des ganzen Landes hochwichtigen Unternehmen erwarten zu dürfen." M Berlin, 18. Januar. Nach der von der Reichs.Admiralttat veröffem. lichten L.ste der Reichsschiffe zählt die deutsche Kriegsflotte an Schlachtschiffen: 8 Panzerfreqatten (einschließlich des „Großen Kurfürsten") und 4 Panzercor- vetten ; an Kreuzern : 11 gedeckte Corvetten und 5 Glattdeckscorvetten, 2 Kanonenboote der Albatrosklaffe und 7 desgleichen erster Klaffe; an Küstenoerthei- digungs-Fahrzeugen: 1 Panzerfahrzeug, 8 Panzerkanonen-, 6 Torpedo- und 4 Kanonenboote, letzte zweiter Klaffe; ferner: 7 Avisos, 2 Sran^OTtfa^cufte, 10 Schulschiffe; sür den Hafendienst: 9 Dampffahrzeuge, 3 Kafernenschiffe, 8 Lotsensohrzeuge und Feuerschiffe, zusammen 95 Schiffe und Fahrzeuge. Außer diesen sind im Bau: 1 Panzercorvette, 3 Panzeikanonenboote und 4 Glattdeckscorvetten. — Die bereits erwähnten neuen SteuercommandoS in der deutschen Kriegsflotte haben in den Kreisen der Handelsrheder und Han- delsschtffer um deshalb große Verstimmung hervorgerufen, weil fie einseitig und ohne Verständigung mit letzteren in's Leben gerufen worden find. Die Vertreter der Handelsflotte sind der Ansicht, daß auf diesem Gebiete nur im Wege internationaler Verabredungen Ersprießliches aeletstet werden könne, und in diesem Sinne wollten sie auch auf dem Ende k. Mts. stuttfindenden nautischen Vereinstag agittren. Berlin, 19. Januar. Aus den Verhandlungen der Budgetcommtsfiou über das oberschlefische Nothstandsgesetz kann die „Volk-ztg." einige intereffante Mitthetlungen machen. Nach den Mittheilungen der Regierung sind 5 ober». Keutschlaud. m. Darmstadt, 20. Januar. Dem an die Stände gelangten Gesetzesentwurfe, die Errichtun g einer stehenden Br ücke zwischen Mainz und Kastel be- ttcffend, sind von Großh. Staatsministerium folgende Motive beigegeben: „Die soeben durchlebte Kalamität, durch welche die größte Stadt und die erste Handelsstadt des Landes während geraumer Zeit von dem sicheren Verkehr mit den gegenüberliegenden Landestheilen, zeitweise sogar von dem Eisenbahnverkehr durch Zufrieren und durch den Eisgang des Rheines und des Maines abgeschmtten war, hat die dringende Nothwendigkeit wieder recht klar erwiesen, die Verkehrsmittel der Stadt Mainz und ihrer Umgebung diesseits und jenseits des Rheines durch eine stehende Rheinbrücke zu vervollständigen und zu sichern. Dieses Bedürfniß gründet sich aber nicht blos auf die durch die Witterungsverhältnisse zeitweise eintretende Nothwendigkeit der gänzlichen Abführung der Schiffbiücke, sondern auch auf die täglich oft wiederholt eintretende Nothwendigkeit der Oeffnung der Schiffbrücke zum Durchlässen der Schiffe, die ein Hemmniß des Brückenverkehrs darstellt, das in einer so verkehrsreichen Stadt und Gegend als eine fortdauernde schwere Beeinträchtigung berechtigter Interessen empfunden wird und noch lebhafter empfunden werden müßte, wenn nicht die lange Gewohnheit die Klagen darüber zurückhalten würde. Nachdem aber alle größeren am Rheine gelegenen Städte und neben ihnen auch manche kleinere bereits im Besitze von flehenden Brücken sich befinden, wird es, wenn man der Stadt Mainz und ihrer Umgegend ihren Verkehr erhalten und die Stadt befähigen will, die nun ermöglichste Ausdehnung ihres Grundplanes demnächst einmal wirklich einnehmen zu können, nicht länger verschoben werden können, diesem Verkehr, soweit er sich zu Wagen und zu Fuß nollzieht, die gcsichene und jederzeit benutzbare Bahn zwischen beiden Ufern zu errichten. . Der Frage, ob die Erbauung der stehenden Brücke zwischen Mainz und Kastel aus Kosten des Staates, oder etwa nur mit einem Beitrag des Staates, im klebrigen aber auf Kosten der Interessenten geschehen soll, ist bereits im Jahre 1873 näher getreten worden. Nachdem sich damals erwiesen hatte, daß die Verbindung der von der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn.Gesellschaft unterhalb Mainz für die Eisenbahn nach Wiesbaden zu errichtenden Eisenbahnbrücke mit einem Landverkehrsweg weder als ausführbar noch als zweckmäßig betrachtet werden konnte, wurden mit dem Herrn Reichskanzler und dem Königlich Preußischen Kriegsministerium und mit dem Königlich Preußischen Handelsministerium Verhandlungen eingeleitet, um zu constatiren, ob Aussicht vorhanden sei, daß eine pecuniäre Betheifigung an den Kosten des Brückenbaues im Interesse der Festung und im Interesse der Taunusbahn erwartet werden könne, und um über die baulichen Anforderungen aus fortistcatorischen Rücksichten einen Anhalt zu gewinnen. Gleichzeitig wurde das Kreisawt Mainz beauftragt, wegen einer pecuniären Bethciligung der Städte Mainz und Kastel, sowie der rheinhessischen und der benachbarten preußischen Kreise die einleitenden Schritte zu thun. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen konnten nicht zu der Hoffnung ermutigen, auf dem betretenen Wege das Ziel zu erreichen. Keiner der in Anspruch genommenen Interessenten hat eine finanzielle Unterstützung des Unternehmens in Aussicht stellen zu können geglaubt. Nur die Stadt Mainz, von welcher jedoch mit Rücksicht auf die schwere Last, welche dieselbe zur Zeit zum Zwecke der Stadterweiterung über sich genommen hat, ein bedeutender directer Geldbeitrag nicht in Aussicht genommen werden konnte und von welcher deßhalb nur erwartet werden konnte, daß sie das Terrain und die Aufschüttung zu den linksseitigen Auffahrtsrampen, welche damals als oberhalb und unterhalb der Brücke, parallel mit dem Strome anzulegen gedacht waren, sowie die m der Mitte der beiderseitigen Rampen anzulegende Treppe auf ihre Kosten stellen und ausführen werde, hat sich zu diesen Leistungen bereit erklärt. Schon die Stadt Kastel aber ist nach ihrer finanziellen Lage kaum im Stande, sich mit einem erklecklichen Beittage zu beteiligen. Unter diesen Umständen erscheint es, da erneute Verhandlungen auf derselben Grundlage einen günstigeren Erfolg nicht erwarten lassen, geboten, die Ausführung des Unternehmens auf anderer Grundlage, nämlich im Wesentlichen auf Staatskosten in's Auge zu fasten und eine Betheilignng der zunächst intereffirten Gemeinden nur insoweit vorauszusetzen, als es sich um die unentgeltliche Ueberlaffung des erforderlichen Bauterrains handelt. Diese Grundlage ist die principiell richtige, da der Staat auch die Staatsstraßen aus seine Kosten baut und die in Rede stehende Brücke nur die Fortsetzung und Verbindung bestehender Staatsstraßen bildet. Diese Grundlage ist aber auch die praktisch zweckmäßige, da bei einer Mehrheit von finanziell beteiligten Interessenten erst die Form für deren beschließende Mitwirkung bei der Feststellung und Ausführung des Projektes gesucht und durch deren Mitwirkung eine fortdauernde Schwerfälligkeit in der Ausführung des Unternehmens erzeugt werden muß, die diesem selbst nicht förderlich sein kann, und da endlich die Vertheilung des Aufwandes auf eine Mehrzahl von Interessenten auch die Vertheilung der aus dem Brückengeld und sonstigen Erträgnissen zu erwartenden Einnahmen zur nothwendigen Folge haben würde. Es konnte diese Grundlage der Erbauung auf Staatskosten aber um so leichter angenommen werden, als die Staatsfinanzen dadurch, wie nachstehend ausgeführt werden wird, keineswegs in unverhältnißmäßiger ober übermäßiger Weise belastet werden würden. Im Sommer 1874 hat der Stadtbaumeister Kreyßig zu Mainz ein Projekt für Erbauung einer stehenden Brücke zwischen Mainz und Kastel entworfen, gezeichnet und veranschlagt, das im Ganzen zweckentsprechend erschien und daher jetzt der approximativen Veranschlagung zu Grunde gelegt und zu diesem Zwecke, soweit als es das zu befriedigende Bedürfniß gestattet, vereinfacht und nach den heutigen Preisen berechnet worden ist. Dasselbe hat die Erbauung der Brücke etwas unterhalb der jetzigen Schiffbrücke in der Verlängerung der großen Bleiche gedacht. Der Strom sott dort auf der Kasteler Seite durch Parallelwerke, deren Errichtung zur Regulirung des Schifffahrtsweges ohnehin schon beschlossene Sache ist, beschränkt werden, so daß er eine Breite von 450 Meter erhalt. Diese Breite würde durch vier Strompseiler in fünf Otffnungen geteilt werden. Die linksseitige Auffahrtrampe soll sich möglichst wenig weit »der das ehemalige kurfürstliche Schloß hinaus in die Straße erstrecken und da- 6>i diener Wyeiger A«Mk- nb AMMM fit btii Kreis Gieße». crescat ia. JJ®- 21. Smtr, beinfoai m Petition an ijlr. aufzfordrn., n M. d. Red- 4 Bnathun- ML ttbiachM C. PelMareir- »S . theia jun.. 10, roher PklMaren, , Msen, Otter, ■.!’» u. Aanmchen- ____________(337 ung z n liebsten in der lon einer ruhigen u miethen gejucht. adie Hxyed.d.U- Zunge kann das n da Menttr, Friseur. ation aider idjtnplak ten Slas rankf. Jill (M avn-tM -li^Ämajchmen- tn k-.nm tüchtige" - Mmschlb m «i*« sei t' M'M“ ' -läinenls-er über. 4j,rtn den f Refiec- >rco.-0fietten . znllomen-Sxpt- lf|n*VeSler* MA SlttFktä» frertF nrenietr« schlesische Kceffe ganz vem Nothstand verfallen, 3 Kreise nur thetlweise^ nämlich Oppeln, Groß-StrehUtz uno Rosenberg mit 10,500 noihleideuden Seelen. Es sind dem Nothstand verfallen im Kreise LubUnttz 7000, Gleiwltz 4000, Rattbor 30,000, Kosel 5500, Rybnik 30,000, Pleß 20,000, Rosenberg 3500, Groß-Strehlttz 4000, Oppeln 2500 Seelen. Dteje letzteren vom Noihstande weniger betroffenen 3 Kreise sollen je 100,000, 180,000 und 100,000 JL erhalten, während der bet weitem größere Rest zur Vertheilung aus die übrigen Kreise kommt. Es sollen 100,000 Gentner Kartoffeln, ä 3 per Ctr., angekauft werden. Der Referent v. Minntgerode hob heroor, daß der Provinzial - Ausschuß von Schlesien die Ueberwetsung eines Betrages von zwei Millionen Mark für Wegebauten verlange, sowie daß 300,000 JL der Provinz definitiv zur Beschaffung von AibeitSgelegenhi-Ü überwiesen werden. Der Ftnanzminister verhielt sich diesem Anträge gegenüber ablehnend. Mit- enrscheldend für die Beschlüße der Commission, wonach die Darlehne für Saatgut und Viehfutter zurückerstattet werden müffen, waren wohl die osfi- ctellen Mittheilungen, welche über den Verlauf des ostpreußischen Nothstandes gemacht wurden. Bei dem ostpreußischen Nothstande waren nämlich veraus- gabt worden im Ganzen gegen 15 Millionen Mark, wovon 13,300,000 zurückgezahlt wurden, jedoch mehr für Zinsen gezahlt wurde, als dieser geringe Capttalverlust betrug. Noch ist eine Bemerkung Virchow'S zu erwähnen, wonach ein System für die in Aussicht genommene Anlegung der Victnalwege sowohl unter einander, als im Verhältniß zu den Eisenbahnen entworfen werde, ein Vorschlag, welchem die Regierung zustimmte. — Bet der zweiten Lesung der Nothstandsvorlage tm Plenum wird der Abg. v. Hüne seinen in der Commission abgelehnten Antrag wiederholen, wonach das Vrehsulter nicht zu- rückerftattet zu werden braucht. Aas Sachfen wird geschrieben: Die Frage der Entschädigungsoer- pfltchtung des Zwickauer Brücken-, Berg- und Steinkohlenbau-Vereins har mit der Einstellung des Untersuchungsversahrens noch keineswegs ihren definitiven Abschluß erfahren. Die Entschädtgungsfrage lst rein civtlrechtlicher Natur, und wird ihr durch den Ausgang des Strafverfahrens in keiner Weise präju- dicirt. Der Untersuchungsrichter hat jedenfalls nicht genügend belastende Momente gegen die Aussicht führenden Beamten ermitteln können, um daraus die Einleitung eines Strafverfahrens basiren zu können; möglicherweise ist auch nur ein Verschulden der mitverunglückten Steiger constatirt worden, gegen welche ein Strafverfahren natürlich nicht mehr stattfinden kann. Für den Civilrtchter genügt aber auf Grund des Hastpflichtgesetzes oder des § 107 der Gewerbeordnung schon das leiseste Verschulden irgend eines Aufsichtsbeamten — möge derselbe noch am Leben sein oder nicht — um die Bergwerksbefitzer für haftpflichtig zu erklären. Wie wir hören, wird der Versuch gemacht werden, tm Wege des Civilproceffes die materielle Entschädtgungsfrage zum Austrage zu bringen. Dies wird um so leichter geschehen können, als ja nicht sämmtliche Proteste auf einmal etngclettet zu werden brauchen, und außerdem wird die betreffende Proceßparrei unzweifelhaft das Armenrecht erlangen, so daß derselben keine Kosten erwachsen können. Wir hören auch ferner, daß sich bereits ein Anwalt gefunden hat, der bereit ist, die Jntereffen der beklagens- werthen Hinterbliebenen der Verunglückten zu vertreten, um die Entscheidung einer äußerst wichtigen Princ'pienfrage zum Austrag zu bringen. In den maßgebenden Kreisen hat die Erklärung der Direction des Brücken-, Berg- und Stelukohlenbau-Veretns, daß die Knappjchastskaste höchstens auf die Dckuer von 2—3 Jahren ihren Verpflichtungen gegenüber den Hinterbliebenen nachkommen könne, sehr peinlich berührt, weil diese Vorgänge es der Regierung absolut unmöglich machen, das Sturnmffche Kastenproject, das sich vorzugsweise auf die Knappschaftskasten stützt, zu fördern. Hesterreich. Pesth, 18. Januar. In den meisten Städten des Königreichs haben Kundgebungen gegen die Korruption stattgefunden; das moralische Gefühl des Volkes macht sich überall Luft. Die Ordnung dabei war mustechaft. Volksversammlungen sollen in allen Städten veranstaltet werden, um durch Petitionen aa's Parlament zur Ausrottung der Corruption zu wirken. Tisza mißbilligte die Uebergrtffe der Polizei und versprach Genugthuung. IranKreich. Pari-, 18. Januar. Eine Hauptstütze des Clertcalismus in der Armee ist gestern zur Hälfte gefallen: die Mtlitärgeistlichkett. Die Kammer sprach ihre Abschaffung mit nicht weniger als 357 Stimmen gegen HO aus; unv dem Senate wird es nunmehr obliegen, die halb abgesägte Stütze ganz umzuschlagen. Der neue Krieg-Minister gab sofort einen Beweis der Ent- schloffenheit und Bestimmtheit, welche dem neuen Cabtnet nachgerühmt wird: er entkleidete die Frcge ihres gehässigen Beigeschmacks, indem er sich auf das Gebiet der bloßen Disctplin in der Armee stellte, welche durch die Einwirkung der Mtlttärgetstlichen getheilt wurde. Jeder will Herr in seinem Hause sein; wenn aber Osficiere und Kapuciner Gehorsam verlangen, ziehen erstere den Kürzeren. Das Debüt Farre's war ein sehr glückliches und hebt sich vor- theilhaft von dem Gebahren seines Vorgängers Gresley ab, dem erst parlamentarische Daumschrauben angelegt werden mußten, ehe er das Wort ergriff. Farre hat damit schon einen Thetl seines Versprechens eingelöst: „Fort mit der Politik aus der Armee." Ein vtelbedeutendes Nachwort zu dieser Scene in der Kammer bildete heute die Meffe in der Notre-Dame-Kirche mit den durch die Verfaffung vorgeschriebenen Gebeten für die Segnung der Arbeiten deä Parlaments. Das Lied: Domine salvam fac Rempublicam, wurde nach der Meffe angestimmt, und zwar in Gegenwart des Erzbischofs von Paris und seines Coadjutors; äußerlich bestände somit die vollkommenste Eintracht zwischen den geistlichen und weltlichen Gewalten. England. London, 16. Januar. In Dublin fand gestern eine Kundgebung mit dem schreckenerregenden Abzeichen der schwarzen Fahne statt, während zum Anzeichen dafür, daß es sich um Hungerönoth handle, ein Laib Brod auf einer Stange umhergctragen wurde. Die Demonstranten äußerten sich darüber ungehalten , daß Geld zur Linderung des Nothstandes nach dem westlichen Irland gefandt wird, während nichts für die Hauptstadt gethan wird, woselbst auch Roth herrschen soll. Die Anwesenden verhielten sich durchaus ordentlich und es kam zu keinerlei Ruhestörung. Schottischen Blättern zufolge soll in dem westlichen Hochlande ebenso drückende Roth herrschen wie in Irland. Der Fischfang war im Sommer und Herbst sehr dürftig, so daß die Leute ohne Erwerb heimkehren, viele sogar sich durchbetteln mußten. Die Schotten klagen indessen nicht wie die Irländer. Deshalb bekommen sie auch keine Hülfe. Die Unzufriedenen in Dublin erklärten übrigens gestern ausdrücklich, daß sie nicht Almosen, sondern Arbeit begehrten. London, 18. Jan. Die Kaiserin Eugenie hat vorläufig beschloffen, ihre Reffe nach dem Zululande mit dem am 26. März abgehenden Dampfer „German" anzutceten. Der Zeitpunkt ist so gewählt, daß sie vor dem 1. Juni, dem Todestage ihres Sohnes, au Ort und Stelle eintreffen kann. Wie die „Dmes of Jndia" meldet, dauern die Hinrichtungen in der birmanischen Hauptstadt Mandalay noch Immer fort. Es werden Palast-Jntri- guen vorgeschützt, unter diesem Vorwand wird indeffen alles, was dem König oder der ersten Königin mißliebig ist, ohne P occß vom Leben zum Tode gebracht. Einer der erst kürzlich in den Prinzenstand Erhobenen ist hingerichtet worden, weil er sich in seinen Liebeswünschen zu hoch verstieg; fünf Schwestern haben sein Schicksal getheilt, angeblich weil sie in seine Jntrlguen verwickelt gewesen sein sollen — in Wahrheit, weil die erste Königin auf sie eifersüchtig wurde. Zwei Mantpuri-Brahmtnen find nebst drei Gehülfen ge- rödtet worden, weil sie den Versuch gemacht haben sollen, den König und die Königin zu vergiften, was bei solchem Regiment am Ende kaum zu verwundern ist, selbst wenn das Attentat nicht, wie aus Mandalay berichtet wird, von der älteren Schwester der Königin, Supaynhgyen, ausging. So folgt eine Blutpost der andern. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correfponderrr - Bureau. Berlin, 20. Januar. Gegenüber der Nachricht auswärtiger Blätter, daß der Herzog von Cumberland die letzten von Preußen bezüglich der Hannoverschen Frage gemachten Propositionen nicht anzunehmen beabsichtige, hat die „Nordd. Allg. Ztg." auf Grund amtlicher Informationen die Gewißheit, daß dem Herzoge von Cumberland gar keine Propositionen gemacht worden sind oder zu machen beabsichtigt werde. Wenn der König von Dänemark in wohlwollender Abficht vielleicht versucht haben sollte, seinen Schwiegersohn zu einer weniger schroffen Haltung zu bewegen, als der Herzog nach dem Tode seines Vaters angenommen, so wäre dies wesentlich der Ausdruck der friedliebenden vermittelnden Gesinnung dieses Monarchen. Die Regierung hat hierüber keine Kenntntß, würde auch, wenn um ihre Meinung gefragt, ihre Ueberzeu- gung dahin ausgesprochen haben, daß Friedensvorschläge beim Herzog von Cumberland kein Entgegenkommen zu erwarten haben; dazu hat der Herzog zu viel Rathgeber um sich, deren Jntereffen mit dem Prätendententhum untrennbar verbunden sind, deren Lebensstellung mit der Aufgabe deffelben ohne Aussicht aus Ersah hinfällig würde. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet ferner: Nach einer in Abgeordneten- kreisen umlaufenden Version ist die Reichstagserüffnung am 12. Februar in ziemlich bestimmte Aussicht genommen. Petersburg, 20 Januar. Anknüpfmd an die Erklärung des Gene- ralcommandos des 5. preuß. Armee-Corps, wonach die Mittheilungen über die Jnsulttrung und Bedrohung preuß. Offic ere in Kalisch völlig erfunden sei, kann der „Ruff. Invalide" htnzusügen, daff die falsche Nachricht deutscher Zeitungen unter den Osficieren der benachbarten Armee großen Unwillen erregte. Ein Stabsofficier des 5. preuß. Armee-Corps begab sich nach Kalisch und gab den dortigen russischen Osficieren über die durch deutsche Zeitungen verbreitete falsche Nachricht sein Bedauern zu erkennen. Diese Mtttheilung wurde von den russischen Osficieren mit denjenigen Gefühlen gegenseitiger Hochachtung und Freundschaft ausgenommen, welche schon seit so langer Zeit zwischen den beiden befreundeten Nachbarmächten und ihren Armeen bestehen. Paris, 20. Jan. Gambetta bat wegen eines Halsübels den Vorsitz in der Kammer heute nicht geführt. — Justizminister Cazot brachte in der Kammer den Gesetzentwurf, betr. die Reform deS Rtchterstandes, ein. Ferry legte Entwürfe vor, durch welche der Primärunterricht als obligatorischer und als Laien-Unterricht etablirt wird. Luxemburg, 20. Januar. Nach einer amtlichen Mtttheilung der dieffeitigen Regierung hat die holländische Regierung laut einer am 7. d. M. abgeschloflenen Convention über die Staatsschuld, den Luxemburgern die diplomatische Vertretung und consularen Schutz tm Auslande wtedergewährt. Berlin, 20. Januar. Der Kronprinz richtete, wie die Abendzeitungen melden, an den Pastor Gruber in Reichenbach (Schlesien), Verfaffer einer Brochüre „Christ und Israelit", folgendes eigenhändige Schreiben: Sie haben mich durch Ueberreichung Ihrer Schrift aufrichtig erfreut und zu besonderem Danke verpflichtet. Ich gebe mich gerne der Hoffnung hin, daß Ihr Wort des Friedens in wette Kreise dringen und die verdiente Anerkennung finden möge. PuriS, 21. Januar. Die Beerdigung Jule- Favre's erfolgt am Donnerstag um 1 Uhr nach protestantischem Ritus. Lokale-. ließen, 21 Januar. Wir lassen heute ein weiteres Referat betreffend das letzte Coneert des hiesigen Concertvereins folgen. Der geschätzte Einsender schreibt: Gießen, 19 Jan. Das gestrige Coucert unseres Concert-Bereius war in seinen Leistungen in jeder Beziehung ein durchaus reiches und wohlgelungenes zu nennen, das, als Ganzes betrachtet, zweifelsohne alle Erwartungen buchstäblich übertraf. Das Orchester brachte unter Leitung des Herrn F e l ch n e r die Mendelssohnff'che Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt" „sehr gut" zur Aufführung und die C-moll- Symphonie von Beethoven erntete, namentlich in Bezug auf die beiden letzten Sätze, mit vollem Rechte den ihr von Seiten des trotz der vorgerückten Zett andächtig zuhörenden Publikums reichlich gespendeten Beifall. Fräulein Knispcl, welche uns am Abende etwas befangen erschien, ließ in Bezug auf Stärke im Concerte selbst ihre Stimme weniger zur Geltung kommen, als in der Probe. Ihre Lieder— und zu Lieoervorträgen scheint sie uns besonders geeignet — sang sie vortrefflich. Sie zeigte dabei eine ausgezeichnete Schule, tiefe Empfindung und durchaus künst lcrische Auffasiung. Auch bet ihr fanden wir, wie bei allen Schülern Stockhausen's, die nicht g-nug zu rühmende Eigenschaft des deutlichen AussprechenS. Am besten gefiel uns „Die junge Nonne" und das auf stürmischen Hervorruf gegebene Lied von Brahm's „Wie bist Du, meine Königin" und lange noch mag vielen der Zuhörer das „Wonnevoll" in Ohr und Herz nach- geklungen haben. Der Held des Abends war Herr Karl Heymann. Wohl nur von Wenigen hier gekannt oder in seiner Größe geahnt, erschien der körperlich kleine Virtuose als ein Niese in seiner Kunst. Bescheiden, ja fast schüchtern auftretend, entlockte er dem Instrumente Töne von solcher erstaunlicher Weichheit und Zartheit, wie wir sie auf dem Piauoforte zuvor noch nicht gehört. Der Künstler war mit seinem Instrument wie verwachsen; die starren Saiten waren durchgeistigt, sie hatten eine Seele bekommen. — Was er am besten gespielt hat, wir wtffen es nicht; alle Vorträge, auch seine Begleitung der Lieder, wuren die genialen Leistungen eines seltenen Menschen, der von dem Vortrage deS Choptn'schen Coneertes an bis zu dem von ihm »*'***' ff,«.«"8" W<| Ä -i «f ifnN” Ht 8<* ,tf«, fit10 ‘ -ranke in W1 ntlt dürftig M driden Anstalten, Mr, die in d Epidemie biß jun 88 Männer unb September 1, O d. Z. sind bajelt Heise dahier bei sind olß genesen verblieben am 1 Aus den Anzeige gekomii Herbergen zu Et zu einer weiteren Hrkrankuvgsfal! i treten war. 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S- di» iw ,Ji' i“"! ,ti. «e** wt:' ''£**£* itf***" .04 «it ^0 wi*J Mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit zugegebenen Stücke, dem - wie wir hö-ren - von ihm selbst componirten „Elfeureigen", das Publikum im höchsten Grade entzückte und fesselte. a. Ä(efi#n, 21. Januar. sSterblichkctt in Gießens Die Zahl der Todesfälle in der Woche vom 11. bis 17. Ianua r beliefen sich im Ganzen auf 10. Don 8 Erwachsenen Personen 2 an Altersschwäche, an Lungenentzündung, Lungenblutschlag, Lungenschwindsucht, Schlag- Puß, Unterleibsiypbus, Kindbettfieder je eine. Von 2 Klndern, beibe etwa 2 Jahre alt, starb Las eine an Lungenschwindsucht, das andere an Br.ghtrscher Nierenkrankhett. G. 21. Januar, lieber den Rückfalltyphus im Großherzogthum Hessen wird der Darmst. ^ta."'weiter geschrieben: , ■' Nach Ausweis der von den Kreisgesundhettsämtern erstatteten Berichten kommen Er. Irankunaen an Nückfalltyphus (febris recurrens) zur Zeit, wie auch bisher, in größerer Zahl nur in der Stadt Gießen und deren näherer Umgebung vor; offenbar sind daselbst Jnfecttons- deerde in einzelnen Herbergen und Logirwirthschaften vorhanden, von welchen aus die Krankheit auf die dort verkehrenden Personen, also vorzugsweise auf arbeitslose Handwerksgesellen, aber auch auf ansässige Arbeiter, welche wegen Mangels anberweiter Unterkunft dort nächtigen, übertragen wird. In Folge der an Leichen von an Rückfalltyphus Verstorbenen vorgenommenen Sectionen wurde Dr. Perls, Professor der pathologischen Anatomie an der Landesumversitat, son der Krankheit ergriffen und erkrankte schwer. Von den in Gießen zur Unterbringung Re- rurrenskranker eingerichteten Anstalten ist die kleinere, das Jsolirhaus des akademischen Hos- DltalS, für 10 bi's 12 Kranke eingerichtet und kommt nunmehr ausschließlich für weibliche Kranke in Verwendung, während das vormalige Hofgerichtßgebäude, als Nothlazareth anfangs nur dürftig ausgestattet, jetzt die Einrichtungen für 60 männliche Kranke besitzt. In diesen beiden Anstalten, in welchen Recurrenskranke, welche in der Stadt Gießen, aber auch öfter solche, die in Orten des Kreises befallen wurden, Aufnahme fanden, waren vom Begmn der Epidemie bis zum 15. Januar l. I. ausgenommen worden 98 ErkrankungSfälle, von welchen 88 Männer und nur 10 Weiber betrafen. Von diesen entfallen auf die einzelnen Monate: September 1, Oetober 2, November 18 und Deeember 57; in der Zeit vom 1 btS 15. Jan- d. % sind daselbst zugegangen 14 Personen, worunter allerdings einige aus einem benachbarten Kreise dahier verbrachte Kranke. Von sämmtlichcn in den beiden Anstalten verpflegten Kranken {$nb als genesen entlassen worden 31 (28 M-, 3 SB), gestorben sind 9 (8 M., 1 W), und es verblieben am 16. Januar 58 (52 M-, 6 SB.). Aus dem Kreise Friedberg sind neuerdings Erkrankungen an Rückfalltyphus nicht zur Anzeige gekommen, und die im Kreise Schotten seither bestandenen Krankheitsheerde, in den Herbergen zu Stumpertenrod und Köddingen, haben in Folge der sofort eingeleiteten Maßnahmen zu einer wetteren Verbreitung der Krankheit Anlaß nicht gegeben; dagegen wird neuerlich ein Erkrankungsfall an Recurrens aus Geldern gemeldet, welcher in der dortigen Herberge aufgetreten war. Im Kreise Alsfeld wurde weiter ein vereinzelter Fall an Rückfalltyphus in der Herberge zu Ruppertenrod, und zwei Erkrankungen in der Stadt Alsfelo beobachtet; letztere waren nach Gießen verbracht worden. Auch diese neuerdings Erkrankten waren sammtlich arbeitslos umherzichende Handwerksgesellen. , L, , . ,,n Im stävtischen Hospitale zu Darmstadt waren durch die im Monat Deeember daselbst aufgenommenen Recurrenskranken zwei Diakonissinnen infietrt worden und schwer erkrankt; im Uebrigen ist bisher in der Prorinz Starkenburg, außer in der Stadt Offenbach, woselbst ein aus Oberhkffen zugewanderter Handwerksgeselle von der Krankheit befallen wurde, ein Vorkommen des Rückfalltyphus ebenso wenig wie in der Provinz Rbeinhefsen bekannt geworden — Die „Volksküche" vertheilte heute 984 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 138, 846 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Vermischtes. Mainz, 19. Januar. Der gestrenge Herr Winter hat in der verflossenen Nacht wieder seine ganze Macht entfaltet, so daß Main und Rhein gleichzeitig wieder dichte Eismassen an unserer Stadt vorüberführen. Heute Nacht gegen 12 Uhr mußten in Folge des Eisganges sämmtliche Brückenwärter alarmirt werden, um die Brückenschiffe noch rechtzeitig abzufahren und an daS diesseitige Ufer zu bringen. Es war dies eine sehr harte Arbeit, da man in Folge deS NebelS kaum 3 Schritte wett sehen konnte. Die Köln Düsseldorfer und die Niederländische Dampfschifffahrts-Gesellschaften haben ihre Fahrten eingestellt, eine Anzahl Schiffe, welche per Schleppkahn hierherkamen, haben direct im Sicherheitshafen Zuflucht suchen müssen; andere Schiffe, welche bereits geladen haben, müssen wieder entladen und flüchten in den Hafen. Der Verkehr zwischen den beiden Ufern wird nur noch mittelst der Dampfbote der nassauischen Bahn unterhalten. (8* 3 ) — Wie sind die Obstbäume mit Frostrissen zu behandle»? Pomolog Fritzgärtner aus Reutlingen rätb den Baumbesitzern, die Frostrtsse möglichst bald zu decken, damit nicht durch Schnee oder Wasser Feuchtigkeit in das Innere des Stammes komme. Man verstreiche deshalb kleinere Risse direkt mit kaltfiüsstgem Baumwachs, größere klaffendere Risse von Vr—1 em Oeffnunq Überklebe man dagegen mit einem Leinwand- oder Papierstreifen ebenfalls mit kalt- flüsfigem Baumwachse. Eine Heilung kann erst im Frühjahr, beim Wiederkehr der Vegetation, -erfolgen^ @d)On längerer Zeit machte es sich vemerkbar, daß in den Franken- stein'schen und Ritter'scken Waldungen Wilddiebe ihr Wesen trieben. Mit Hülfe der Friedberger Polizei gelang es endlich dieser Tage eine ganze Bande Wilddiebe zu entdecken. Theil. weise wurden die betreffenden Personen bereits gefänglich eingezogen und sollen dieselben auch schon geständig sein. (O. A.) — Der seit etwa 5/4 Jahren gegründete Loosveretn zu Volkach in Bayern, aus 30 Mitgliedern bestehend, hat vor einiger Zett fünf kleinere Loose, unter anveren ein solches der Stavl Venedig, käuflich erworben. Auf dieses letztere fiel bei der am 31. v. M. stattgehabten Ziehung der Haupttreffer von 150,000 Lire. Im übergroßen Jubel wurde in einer Generalversammlung des genannten Vereins beschlossen, daß zwei durch das Loos gewählte Vereinsmitglieder auf Kosten des Vereins den Gewinnst an Ort und Stelle persönlich in Empfang nehmen sollen. Zur Revanche soll die frühere Inhaberin des Looses zur Vergnügungsfahrt eingeladen werden. London, 16. Januar. Bei Platt's Bridge auf bet Laneashire- und Vorkshtre-Eisen- bahn rannte gestern Abend ein von Liverpool kommender Schnellzug gegen einen durch falsche Weichenstellung auf dem nämlichen Geleise befindlichen, in entgegengesetzter Richtung fahrenden Personenzug. Der Zusammenstoß war gewaltig. Mehrere SBagen wurden vollständig zertrümmert, Locomokivführer, Hetzer unb Schaffner bes Liverpooler Zuges (somit drei Personen) gctßbtct, 30 Passagiere mehr oder minder schwer verletzt. Vier von den Reisenden sind inzwischen bereits ihren Wunden erlegen. — Lord Beaconsfield hat seinen Pächtern mit Rücksicht auf die schlechte Lage der Landwirthschaft 20 pCt. ihres halbjährigen Pachtzinses erlassen, nachdem er ihnen bereits für die letzten beiden Halbjahre die gleiche Vergünstigung gewährt hatte. — Der Zoologische Garten in Moskau bietet gegenwärtig den dortigen Einwohnern ein interessantes Schauspiel. Mitten im Garten prangt em großes Wohnhaus mit zwei Thüren und sechs Fenstern, das ganz aus regelmäßigen Eisstückcn nach allen Regeln der Baukunst errichtet wuroe An der Aufführung dieses originellen Hauses arbeiteten zwei Moskauer Baumeister und gegen 300 Arbeiter. _________________ Volksküche zu Gießen. V. Verzeichnis von Beiträgen an Geld und Naturalien, welche bei dem Rechner der Volksküche, Herrn K. Grüne berg, abgeliefert wurden. Ucbertrag aus dem IV. Derzeichniß 3966 X 60 Für die „Volksküche" gesammelt 471 X 70 von: Heinrich Vogt 20 X, Emil Steinberger 10 X, Carl Demuth 5 X, A. Petri 10 X, Frau R- Rosenthal 5 X, Louis Petri SBitttoe 5 X, Georg Ebel Wittwe 6 X, A v. Jungenfeld 5 X, August Weibig 6 X, Frau K. Weidig 2 X, Enders, Stadtrenimeister 5 X, W. Wallenfels 5 X, D. Felstng 5 X, K. Hoffmann 5 X, A. Koch 2 X, A. Hofmann 2 X, M. Reiß SBitttoe 2 X, Loos & Reinecke 3 X, K. Zimmermann 2 X, M. Flett 3 X, W. Hosck 2 X, v- Grolman 1 X, M. Pilger 2 X, Ehr. Faß 2 X, I. Koch 2 X, P. Hollmann 1 X, L. Pirr 3 X, I. Blitz 10 X, L. Keil 3 X, Müller 10 X, Lichtenberger 3 X, H. Noll VI. 10 X, C. Jugbardt 5 X, Gebr. Stamm 15 X, Alex Mayer 10 X, Karl Keil 3 X, W. Knoch 5 X, Aug. Montanus 10 X, L- Herbert 3 X, F. E- Loos 3 X, Frohnhäuier 3 X, H. Seidel 5 JL, C. Fr. Conrad 3 Jl., Aug Haubach 5 X, Friedrich Decker 3 X, Rechtsanwalt Steinberger 20 X, Vr. Reatz 10 X, Wode 3 X, H- Euler 20 Pfund Dörrfleisch, R. Göbel 20 Pfund Reis, H. Wallach 10 Pfund Reis, 10 Pfd. Graupen, Diez am Markt 20 Pfund Victualien, C. Schopbach 1 X Friedrich Schenk 2 X, Postsecretär Ebert 2 X, H- Hollmann 1 X, N. N. 1 X 50 H, Frau Pfarrer Reutzel 1 X, Dr. Reutzel 2 X, V. Klein 50 N. N- 1 X 50 L Kattrein 3 X, Ehr. Maurer 1 X, LouiS Fuhr 2 X, A. Lynker 10 X, L Löber 2 X, F- W. Löber 2 X, I- Schulze 5 X, Carl Weidig 6 X, Carl Schulze 2 X, E. Loos 3 X, Ph- Malkomefius 2 X 50 H I. A. Busch Söhne 25 Pfund Erbsen, Wilbelm Orbig 5 X, Mettenheimer L Schultheis 20 X, Ehr. Fischer 50 vr. A. Mettenheimer 10 X, N- N 1 X, SB. Heuser 2 Ctr. Kartoffeln, Busch 3 X, Ph- Schlatter 10 X, Lieberich 5 X, Wilh. Rudolph 10 X, H- Rudolph Ww. 10 X, M. Steiner 3 X, Zimmer 3 X, G. Arnold 3 X, Geschw. Heerz 3 X, Baumann 2 X, Spies 1 X, Tbomas i X, E K. 1 X, E. Becker 1 X, N. Rosenthal 5 X, LouiS Rothenberger 1 X, Otto Lust 2 X, F- Kreudcr 6 X, Peter Herbert 3 X, Ehr. Noll 5 X, N. N. 1 X, Carl Lony 1 Kord Gemüse, Gg Sony 1 Korb Kartoffeln, Louis Vogt 1 X, N. N. 1 X, Röse 2 X, W. Löber 70 Karl Klemmrath 1 X, 1 Korb Kartoffeln, Rom. Hoffmann 1 X, Chr. Spieß 2 Körbe Gemüse, H. Keck 3 X, H- Klemmrath 1 X, I Mannberger 1 X 50 H, H. Kraft 1 X P- Ruckstuhl 5 X, Dr. Dornsciff 5 X. G. Gerhard 3 X, PH- Wacker 1 X, L. Hilgardt 2 X, D. Schmall 1 X, Th. Brück 3 X, I- Bärmann 1 X, Dingeldein 2 X, Stammler 4 X, C Heil I 2 X Gesammt Summe 4438 X 30 H. „Die Gicht und verwandte Krankheiten" hat nachweislich eine un- UUU) geheuer große Anzahl von gründlichen Heilungen der obigen Leiden zur Folge gehabt. Das Vertrauen des Publikums wendet sich der bewährten in diesem Werke erörterten Heilmethode in immer größerem Maße zu. Dieselbe kann von Jedermann leicht und ohne alle Umstände zur Anwendung gebracht werden. Obiges Buch, welches Th. Hohenleitner in Leipzig und Basel gegen 60 H in Briefmarken versendet, verdient das größte und unbedingteste Vertrauen jedes Kranken, denn die thatsäch- lieben Erfolge sind überzeugend. Ein Prospect wird von obiger Firma gratis abgegeben und franco versendet- Bekanntmachung. Konrad Heinrich Becker von TretS an der Lumda ist wegen Verschwendung entmündigt. Gießen, am 5. Deeember 1879. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. 506) Ludwig. Bekanntmachnug. Donnerstag den 29. und Freitag den 39. Januar 1880, von Vormittags 10 Uhr au, soll im Ettingshäuser Gemeindewald, Distrtet Gabrielszimmerpluh, nachver- Heichnetes Holz versteigert werden: 415 Stämme, meist schwere Fichten 1. Sorte, von 14—40 Centim. Durchmesser und 10—23 Mtr. Länge, Ml Stück Nadel-Derbstangen von 4—14 Centim. Durchmesser und 5-18 Mtr. Länge. Der Anfang ist an den Fichten.Bau- stämmen, jedesmal im Gabrielszimmer- platz. Ettingshausen, den 20. Jan. 1880. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. 504) Sommer. Zwei Faselochsen reiner Berner Race, der eine Rothscheck, l1/* Jahr alt, diensttauglich, der andere «elbscheck, 1 Jahr alt, hat zu verkaufen 505) F. W. Hahn in Bellersheim. Allgemeiner Anzeiger. Möbel- und Mobiliar-Berkaus. 512) Ganz besondere Verhältnisse setzen mich in den Stand, eme größere Partie Möbel weit unter Fabrikpreis zu verkaufen. Dieselben bestehen in einer grünen Salongarnttur in Plüsch, 1 Ovaltisch, 1 Damen-Schreibtisch, 1 Kommode, 1 Nähtisch, einige Spiegel, verschiedene Sorten Rohrstühle, eine hochfeine Schlafzimmeretnrichtung mit geschnitzten amerikanischen Betten sammt Hiarmairatzen, 1 Ripsgarnitur mit Tisch, 1 Spiegelschrank, 1 Waschrisch, 2 Nachttische, 2 französische Bettladen sammt Matratzen und Betten, 1 Kanapee, 1 Klapptisch, 1 viereckiger poltrter Tisch, 1 großer lack. Schrank, 1 Küchenschrank, 4 Fenster-Vorhänge, 1 Tr.ppenstuhl. NB. Der Verkauf dauert nur kurze Zeit und ist für Braut, leute die günstigste Gelegenheit geboten. Seltersweg C. HU, Hinterhaus 2. Stock. Stiidtratij. Der echte EmU Fischbach. VERHABLE UQUEUR BfeNEDICTINE Brevetee en France et ä lEtranger. haben, dieses (249 vorzüglichsten Liqueur's zu verkaufen. 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Heili, das neue päpj schreiben, das tuten der gan 8^ Entgegen! müde ist. $), <3 eine M P«ußen zu bi die Tejetzgebu es lautet: P m. Dari ?^en Berich in8teiöu§i' Ä11 da' erstattet h^. c M in k »wl Aften, qu b, & Dieser & Mmenie, wi düngen. GM-ttioNi Weinst geröst. Kaffee Nr. O (Privat-Mischung^ per Pfv. M. 2 — empfiehlt in anerkannt Emil Fischbach, 497) Inserate aller Art Vermischte Anzeigen Norddeutscher Lloyd. Directe Billets Frische Schellfische nach dem Westen Verein. Staaten. (51 1 empfehlen sind wieder eingetroffen bei C. W. Dietz in Gießen Pli. K (498 m seinem gestrigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, datz der ganze Neue Seine Freunde. Weg wackelt. Geld - Cours in Frankfurt a. M. 4 17-23 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brithl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. und dessen Agent 496) ,, 1 (Holländer „ 2 (Wiener besten Qualitäten -8"S- = la. 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Flinzer. — Zimmer- Aquarien und Terrarien. Von E. Goeze in Greifswald. — Zwei Veteranen des Bierstaates. Von Julius Stinde. — Die erste Kartoffel-Ernte im alten Lustgarten zu Berlin (1649). Zu dem gleichnamigen Biide von Albert Schwartz.— Im Banne der Vergangenheit. Roman von Theodor Hermann Pantenius. (Schluß.) — Am Familientische: Die Fortschritte des evangl. Missionswesens. — Gesundheitsrath. Mit einer illustrirten Beilage: „Stecken geblieben! Alle aussteigen 1" Ein Winterbild 1879/80. Umschau in fremden Landen. Die soeben erschienene Nr. 16 enthält: Dem Kaiser und dem Reich. Zum 18. Jan. 1880. Gedicht von Alex. Weimann. Hans Waldmann. Eine Zürcher Stadtgeschichte von L Haidheim. : Forts.) — Die Eisberge und die Schiffahrt. Mit einer Abbildung: Leck des Dampfers Arizona, verursacht durch einen Eisberg am 7. Nov. 1879. — Ein militärisches Lehrgedicht. — Der Dienst der Frauen an den Frauen. Von Hofprediger Wilhelm Baur. I. Der Dienst der Bewahrung. — Das größte Hotel der Welt. Von Th. Coßmann. — Ans dem tollen Jahre. — Am Familientische: Eine schlimme Lage. Mit Originalzeichnung von C. Kronberger: Der verlorene Hausschlüssel. — Zur Geschichte der Homöopathie. — Rechtsrath. Mit einer illustrnten Beilage: Rübezahl: Für Oberschlesicn. Mit einem Gedicht von Julius Lohmeyer. — Umschau auf gewerblichem Gebiete. 514) Ein Hausbursche-gesucht. Wö? sagt die Exped. d. Bl. 20-Francs-Stücke . . . do. in '/r • Englische Souvereigns . Russische Imperiales Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ...... Dollars in Gold . . . 503) Der Unterzeichnete erlaubt sich, seine Wahlmänner auf Samstag den 24. dfs., Nachmittags 2 Uhr, in das Cafe Ebel (Balzer) zu einer Besprechung über die in der anr 28. er. wieder zusammentreter.dkn Hess. Ständekammer vorkommenden Gegen-- stände, besonders über den Gesetzentwurf einer „Weg eb a uordnung* ergebenst etnzuladen. Gießen, den 21. Januar 1880. Achtungsvoll «I. Haustein. Iandtagsabgeordneter des V. Wahlkreises der Provinz Oberhefferr- 290) Wohnung (5 Zimmer rc., im April beziehbar) zu oermiethen bei Jng. Merz, Bahnhofstraße. Nächsten Donnerstag Abend soll nach Schluß der Unterrichtsstunde die Frage zur Berathung kommen: „In welcher Weise soll in diesem Jahre der Geburtstag Gab-lsbergers gefeiert werden? Zu recht zahlreicher Betheiligung ladet ergebenst ein (509 Albacb, I. Vorstand. 508) Ein Capital von 1800 Mark gegen mehr wie dreifache Sicherheit auf erste Hypothek zu leihen gesucht. Näheres bei Iran Boeck, Wallthorstratze 223. 313) Ern tüchtiges Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. Lit. E. 77. «— 1 —1 —£*&"====& &--— - $>&='—--=^^=^^=2^^: 42 Ein junger Mann aus guter Familie kann in ein hiesiges Cigarren-» fabrtk-Gescbäft als Lehrling emtreten- Näheres durch die Exped. d. Bltts. Frankfurt a. M. Aeltestes Annoncen-Bureau. Haasenstein Vogler " Täal. Expedition an alle --- Zeitungen --- 10 Liebfrauenstrasse 10. Z. A. 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Näheres im Hause des Herrn Lampus, Selterswe^. 501) Auf der Heuchelheimer Chaussee nach der Neustadt wurde am Montag Abend ein Rad von einem Kinderwagen verloren. Man bittet dasselbe bei A. M er z (HeuchelheimerChaussee) abgeben zu wollen.