zu außer- Zeit im A. flgtf der das will, wirb Ja ewalirunj. x btt Selbst- ib aeheimeu berühmte leidemacher. sucht Nechanikus. 1 auf Michaeli ■b. d. Bl- S65S -ich Selker, uftabtl^ >. Preis den Meck« >asters lewer, ungm retten »e fi»-? tiS u«.g ftirutig «J* Sna^me»61 greift”- jitunfl«'”“ Söss^ gpaM* M Mx. 220. Dienstae; den 21. September 1880. Aafkize- Md AMM str des Krris Gieße«. --------------------------------—-----------------------— ' _ " . ®rei$ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, r | Echnlstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. - bic ^zoaen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. r J ___ ■ Betreffend: Ausbruch der Lungenseuche unter dem Rindvieh in Trais-Horloff. Bekanntmachung. Wir brtnaen na öffentlichen K-nntniß, daß an einer am 15. l. Mts. geschlachteten Kuh des Konrad Bommersheim in TrarS-Horloff Lunaenseuche ^constatirt, und daß vorerst bezüglich der Rindvtehstallungen dieses und seiner Nachbarn Stallsperre angeordnet worden ist. Gießen, am 18. September 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann--------------------------------------- -------------------------------------------------------" “ ’ Gießen, am 18. September 1880. Betreffend: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. , Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. x H Die Schülerverzeichntffe in rubr. Betreff werden Ihnen in Kürz- I- h- zurückgesendet werden- Wir erwarten die Einsendung der noch rückständigen Verzeichnifle unfehlbar innerhalb 8 Tagen. 0 " Dr. Boekmann.--------- Bekannt m a ch u n g. ES „i,b ttamll gut iff.uMch,,, »mt.ij „«»ch,. 1.6 M-Ichio- Wadexchf»»! .«« «■ d. »«-, Ml«, «.ul. Me °-°>- cession als Dtenstmann mit der Dienstnummer 18 erhalten hat. raufi,« Gießen, den 20. September 1880. Großherzogliche Polizetverwaltung Gießen- p __Fresentus. Deutschlands auswärtige Politik. Die sog. Enthüllungen des Herrn von Varnbüler erregen mit Unrecht großartiges Aufsehen, denn nicht der Vertraute des deutschen Reichskanzlers, sondern nur der politische Parteimann, der deutsche Reichstagsabgeordnete seinen Wählern gegenüber, hat ohne Scheu ausgesprochen, was alle Welt weiß- Die Diplomaten mögen bezüglich der geplanten französisch-ruisischen Allianz einen Unterschied machen zwilchen einem „Fühlen" und einem osficiellen Angebot des gegen Deutschland gerichteten Bündniffes ; der Historiker lhut das nicht und wird es auch in Zukunft nicht thur. Wilhelm Müller jagt in seiner tot Kurzem erschienenen Geschichte der Gegenwart: „Fürst Gortschakcff sandte im Monat August einen Agenten nach Paris, um die französische Regierung zum Abschluß einis Bündniffes mit Rußland zu bewegen. Aber der Ministr,Präsident Waddington erklärte sich entschieden gegen eine solche abenteuerliche Politik und machte den Präsidentin dir Republik auf die Gefahren aufmerksam, welche sich für Frankreich aus einem Bündntß mit Rußland erge- bkn wüßten. Grevh und Waddington setzten ihren Willen bei den unierneh- menderen Mitgliedern des Eabinets durch, und der Agent erhielt einen cchschlägllchen Bescheid. Hiervon setzte de französische Regierung die deutsche Diplomatie in Kenntniß." Die Weltgeschichte macht rasche Schritte. Heute, wo men bereits den Geburtswehen einer französisch-englisch-russischen Allianz, zunächst allerdings nur für den Orient, gegenüberstrht, und Italien allem Anschein nach geneigt ist das deutsch - österreichische Bündniß zu einer mitteleuropäischen Allianz zu vervollständigen, ist es nicht überflüssig, die Eeschichte des Dorjchres kurz zu reccpitulrren. Ende August 1879 befand sich Fürst Bismarck zur Erholung in Gastein, aber Klio vergönnte ihm keine Ruhe. Kuriere kamen und gingen; Fürst Hohenlohe, Cardinal Jaeobint, Andraffy kamen und man sah den, deutschen Reichskanzler coufcrircn und arbeiten. Auf einmal erinnerte man ait das Wort Bismarck's an Gortschakvff: „Zwingen Sic mich nicht, zwischen Jhrnn und Oesterreich zu wählen 1" — Die Wahl erfolgte rasch und am 20. Sep- begrüßte die Wiener Bevölkerung enthusiastisch den deuischen Reichskanzler in der österreichischen Kaiserstadt. Am 26. September berief Fürst Bismarck in Berlin die Min ster, und am selben Abend reiste Graf Stolberg zum Kaiser Wilhelm nach Baden-Baden, wo auch der deutsche Kronprinz eintraf. Man sprach von einer Kanzleikrise. Währrnd der Gasteiner Verhandlungen reiste der Generalfeldmarschall von Manteuffel nach Warschau, und bald daraus beschwichtigte Kaiser Wilhelm den Czaren Alexander in Alexandrowo durch einen Besuch. Der Czar äußerte darauf zu einem russischen General: Gott sei Dank! Der Krieg ist eine Unmöglichkeit!" " Man braucht nicht an die Aufregung der Völker, an die Hetzereien der ruMcken Preffe zu denken; so viel stand fest: Die Gefahr des Krieges war vorhanden. — Es war auch die Absicht Rußlands vorhanden, sich mit Frankreich zu verbünden, und etwas anderes hat Herr von Varnbüler nicht behaupt. Das ist historisch! - was soll also das viele Geschrei und Geleugne?_______________________ Deutschland. ßiitfitn 20. Septbr. (V- d- N- u. L-). In der letzten Generalver. samnrlmm des Vereins der nationalen und liberalen Partei zu Gießen wurde hl. „örtert wie sich dieser Verein gegenüber der innerhalb der natio- nall^eralen Traktion best hcnden großen Meinungsverschiedenheit zu verhalten Ä.Mit daraus erinnerte der Vorsitzende, Herr Prof. Gareis, ^ das^ustkndUommen und den Zweck dieses Vereins. Jene 600 Männer, welche den Verein vor etwa 3 Jahren schufen, schloffen sich zu keinem anderen Zwecke aneinander, als um vereint einerseits die Reaction, andererseits die Socialdemokratie zu bekämpfen; die Reactron, die sich durch eine Anzahl von rückschrittlichen Gesetzesvorschlägen in der Preffe, mitunter sogar durch parttku l-ristische Bestrebungen, in Gießen aber durch die ver uchte Aufstellung eines d^ äußersten Rechten angehörenden Reichstags-CanUdaten geltend machen r ollte, sollte bekämpft und die freiheitlichen Errungenschaften sollten als heili- aes Gut außer Kamps gestellt und bewahrt werden, nicht minder aber auch fcer Versuch, unsere Arbeiterbevölkerung durch socialdemokratische Agttatwn von der Bahn des Rechts und der Freiheit abzubringen, mit allen gesetzlichen Mitteln beseitigt werden; zu Letzterem hatten wir in Gießen besondere Ver- anlaffnng dadurch, daß sich die soeialistische Propaganda versuchsweise aus Gießen erstreckte, ein Sccialdeniokrat hier öffentlich redend auftrat und em anderer Socialdemokrat als Reichstags-Cand.dat aufgestellt wurde. Nach diesen beiden Richlungen zu kämpfen und ihnen beiden gegenüber das Bestehende, den deutschen einheitlichen Rechtsstaat, wie es das Reich und die Bundesstaaten sind, soweit es in den Kräften des einzelnen Staatsbürgers steht, aufrecht zu erhalten und vor den Angriffen von rech^ und links zu schützen — dies und nur dies war der Zweck und die Veranlassung des Vereins. Deshalb fanden sich in diesem Verein Männer zusammen, welche verschiedenen Parteirichtungen von vorne herein angehörten, dem rechten m>d dem linken Flügel der Nalionalliberalen, der Fortschrittspartei und> irrm wir nicht, auch den damaligen Freiconservativen. Es ist zweifellos, daß d- Frei conseivativen seit 1878 ihre Stellung verändert haben: nach dem Ausscheiden höchst bedeutender Führer, wie z. B. des Grafen Bethusy-Huc, welche im nationalen und freiheitlichen Sinne wirkten, ist diese Partill stets mehr und mehr in das Schlepptau der äußersten Rechten, der Deutschconservanven aerathen und schließlich gar nicht mehr von ihr zu unterscheiden gewesen. Dies ist aber auch die einzige parlamentarische Veränderung, die Einfluß aus unser politisches Leben in Gießen haben muß; waS unverändert ist, das ist die wcög lichkeit des Zusammenhalts der den verschiedenen liberalen Richtungen huldigenden Mitglieder unseres Vereins, ja die Nothwendigkert. dieses Zusammenhalts. Noch setzt bestehen die beiden Gegner, die wir bekämpfen wollen und muffen, wir alle von der Fortschrittspartei an, diese eingeschloffen, bis zum rechten Flügel der Nationalliberalen; nochjetzt besteht wohl irn Gc- keimen die Agitation der Socialdemokraten und Niemand verkennt, daß die Ä» «»Ä I« HU dl. rusckaffen wie die Agitation gegen die Ctvilehe und dergl. sind ja bekannt, Lls7bestehen noch di?nämlichen Aufgaben, wie sie bei der Gründung des Vereins bestanden, mithin auch noch die Möglichkeit des Zusammmw . kens jener Männer, welche damals sich einig suhlten in dieser Tendenz, ir, hier in Gießen, in Oberheffen überhaupt, können uns den> «uyi! einer 21) ei lung der Liberalen nicht gestatten; ein Sieg der Reactionären wäre d>e unvermeidliche Folge einer solchen Spaltung; darum möge innerha b des Vereins Jeder seiner nach rechts oder links gehenden MAnung folgen und Ausdruck geben; zum Austritt kann, darf und wird ihn diese Mei,.u g ich führen, wenn er es wirklich gut meint mit der l^ralen Sach-die z erwähnten Aufgabe» einigen uns und werden uns dauernd,e 'tgen > bet den nächsten Reichstagswahlen, welche vielleicht schon im Mai stattflnden werden, wird dann die Richtung, welche bis dahin tatsächlich im Vereine herrschend fein wird, die entscheidende Berücksichtigung zu stnden haben. Die Auseinandersetzungen des Vorsitzenden fanden allseitigen Beifall und wir möchten dieser Mittheilung die Bitte beifüge», dieselben bei gegenwärtiger Lage der Partei recht zu beherzigen. »erlitt, 16. Septbr. An sämmtliche preußische Behörden soll streng«. Lokale-. Heber den Geschmack sei ja freilich nicht zu disputtren, ober," führte Paris, 19. Septbr., 5 Uhr 20 Min. Nrchm. Das E ttlaffungSgesuch Freycinets ist angenommen. Grevy läßt ConstanS, Crzo: und Farre in den Elyseepalast berufen. — Heute fand in St. Germain unter großem Menschenandrang die Einweihung der Statue Thiers' statt. Jules Simon hielt die Festrede, in welcher er Bezug nahm auf Thiers' Aeußerung. die Republik werde conseroattv ober überhaupt nicht sein. Die Menge rief während der Rede: Hoch die Dekrete! Nieder mit den Jesuiten! Am Schluffe der Rede protestirte der intransigente Journalist Olivier Patn gegen die Errichtung der Statue und wurde verhaftet, um ihn dem Unwillen der Menge zu entziehen. Paris, 20. Septbr. Ferry ist mit der Bildung eines neuen Cabinets beauftragt. Es güt als wahrscheinlich, daß gern?, Constans, Cazot, Ttrall, Farre, Mazain, Cochery ihre seitherigen Mtnisterposten behalten, für das Aus- wärtiae wird Noatlles, für öffentliche Arbeiten Sadtcarnot genannt. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Paris, 19. Septbr. Die Cabinetskrisis ist heute Vormittag wieder ausgebrochen in Folge der Meinungsverschiedenheit zwischen Freycinet und Constans über die Ausführung der Märzdekrete. Grevy ist daher abermals ge- nöthigt, seine Abreise hinauszuschteben. Derselbe wird in dem um 3 Uhr stattfindenden Ministerrathe den Vorsitz führen. „France" behauptet, Freycinet habe seine Entlassung gegeben und sei auch nicht gesonnen, eventuell wieder sein Amt zu übernehmen. — Freycinet hat heute Vormittag an Grevy folgendes Schreiben gerichtet: Nach reiflicher Ueberlegung bin ich der Ansicht, daß das Ministerium, wie es gestecn reconstttutrt worden ist, keine ernstlichen Aussichten auf Dauer hat. Zwischen mehreren meiner College» und mir bestehen Meinungsverschiedenheiten, welche nicht die Hoffnung zulaffen, daß selbst um den Preis gegenseitiger Zugeständnisse das Einvernehmen aufrechterhalten werden könnte. Ein solcher Zustand würde, wenn er sich verlängerte, den Interessen und dem Frieden des Landes nachtheilig sein. In dem Gedanken, daß mein Rücktritt Ihnen das rascheste Mittel biete, die Krisis zu lösen, bitte ich Sie, meine Demission anzunehmen. Gießen, 20. September. ['Die Kircheinweihung in Annerod am 12. Septbr. d J.l Die Anneröoer Festtage sind nun vorbei und doch auch nicht vorbei, denn unvergeßlich ist und bleibt der Gemeinde Annerod das schöne, seltene Fest, das sie in diesen Tagen gefeiert hat. Ein solches hat ja in unserer kirchlich so bewegten Zeit eine nicht blos locale Bedeutung, sondern darf ein allgemeines Interesse für sich in Anspruch nehmen und kann sogar als ein erfreuliches Zeichen der Zeit aufzefaßt werden. Deßhalb erlaubt sich der Einsender dieses, eine kleine Beschreibung desselben zu liefern, und hofft, daß er den Lesern dieses Blattes damit nicht unwillkommen sein werde. Ist doch Sielen derselben gewiß schon beim Blick auf die schonen Waldungen, die den Schiffenberg umkrönen, Die schlanke Nadel aufgefallen, die sich, wenn man seinen Standpunkt von den Höhen bei Gießen aus nimmt, links vom Schiffenberg gar lustig und kühn aus dem Waldesgrün erhebt und so scharf vom Horizont abgrenzt, daß sie dem Auge des aufmerkjamen Beschauers nicht wohl kann entgehen. Erst etwa seit einem Jahre siehst Du die Nadel und gehst Du näher und schaust Du genauer, so erkennst Du in ihr den Thurm der neuen Kirche, die sich die Gemeinde Annerod seit dem vorigen Jahre gebaut hat- Der Bau bat aber nicht nur viel Geld, sondern auch viele Schmerzen gekostet. Denn um Den Bauplatz für Die neue Kirche, Die nach dem Wunsche Der ©emetnoe an die Stelle Der alten kommen sollte, zu gewinnen, war es nöthig, einen Theil des früheren Kirchhofs, auf dcm Die Vorfahren Der jetzigen Generation ruhen, unD auf dem bis gegen das Ende der sechziger Jahre hin beerdigt worden ist, abzuränmen, womit im Monat März vorigen JahreS begonnen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurden über dreihundert Leichname oder Heberreste von solchen wieder zu Tage befördert Da gabs viele Thränen und erschütternde ©eenen. Denn wie manchmal sah ein Vater sein Kind, eine Gattin ihren Gatten und ein Kind seine Eltern ausgraben. Wurden doch selbst noch Ringe und andere Gegenstände, die die Todten vor vielen Jahren mit in's Grab bekommen hatten, von den Angehörigen wieder erkannt und von Neuem als Andenken an die Entschlafenen mitgenommen und aufgehoben. Und nicht nur dies, sondern selbst manche Leichname wurden trotz ihrer Verwesung an einzelnen Merkmalen wieder erkannt. Doch der Bau der neuen Kirche erheischte dies Opfer und so wurde Denn auch Dies schmerzlichste von allen, wenn auch mit schwerem Herzen gebracht. Anfangs September D. I. war die neue Kirche nach innen und außen so weit vollenDet, Daß an Die Einweihung Derselben ernstlich geDacht tocrDen konnte,. unD obwohl Die neue Orgel noch nicht fertig war, so wurde doch schon Der 12. ds. Mts. für diese wichtige Handlung in Aussicht genommen. Denn Die Gemeinde war der langen Zeit, in der sie mit dem Gotteshaus auch zugleich Den regelmäßigen unD vollstänDigen GottesDtenst entbehren mußte, herzlich müDe unD glaubte keinen schöneren und paffenderen Zeitpunkt zu ihrem Feste auswählen zu können, als gerade Großherzogs Geburtstag. So wurde denn der ersehnte Tag, als er nun endlich kam, mit Freuden begrüßt und schon die ganze Woche vorher gerüstet aufs Fest, um es würdig zu begehen. Einfach und schön war Die Ausschmückung des Dorfes, das schon am Samstag vorher im Festgewand prangte. Besonders gefällig nahmen sich die Triumphbögen aus, durch die man auf den vier Hauptstraßen des Dorfes auf den Kirchenplatz gelangte. Sie waren in ihren gothischen Spitzen mit sinnvollen Sprüchen, Die zu Der BeDeutung des Festes paßten, versehen. Auch hatte die Stadt Gießen mit großer Liberalität eine Anzahl Fahnen zur Verherrlichung der Feier zur Verfügung gestellt. Aber das Wetter! Es hätte bester sein können. Denn machte schon am ersten Festtag, Sonntag, den 12., Der Himmel mitunter ein recht beDenkliches Gesicht, so ver- hinDerte er vollends am zweiten, besonders Nachmittags, durch strömenden Regen die Ent. faPung ächt volksthümlichen, fröhlichen Wesens, wie es sich sonst bei ähnlichen Gelegenheiten auf der so schön über Annerod gelegenen Platte darzustellen pflegt. Sonst wäre Die Betheiligung, die trotz der Ungunst der Witterung eine recht lebhafte war, doch wohl eine noch größere gewesen. Aber was die kirchliche Feier, die -eigentliche Einweihung der schönen neuen Kirche am genannten Sonntag anlangt, so hat sie gewiß in Allen, die Sinn und Verständniß für eine derartige Feier haben, einen sehr guten und wohlthuenden Eindruck hinterlaffen. DaS Aeußere wie Innere der neuen in einfach gothischem Styl gehaltenen Kirche befriedigt den Beschauer sehr, so daß man allgemein das Urtheil fällen hört, es sei die schönste Dorfkirche auf weit und breit. Die Einweihung selbst verlief durchaus würdig und programmgemäß, beginnend mit einem großen wohlgeordneten Zug von der Platte aus durchs geschmückte Dorf nach Der neuen Kirche,. nachDem zuvor auf jener Höhe, Die einen panoramaartigen Fernblick über Gießen nad) Dem Dünsberg und den umliegenden Bergen Des Hinterlandes gewährt, Herr Superintendent Dr. Habicht aus Darmstadt die Versammlung warm begrüßte und Die bei solchen Veranlassungen übliche Ceremonie Der Hebergabe Der heiligen Bücher unD Gefäße an Den KirchenvorstanD vollzogen hatte Als sodann der Zug vor der neuen Kirche angelangt war, überreichte in einem durch die Schulkinder gebildeten Kreise der verdienstvolle Erbauer des Gotteshauses, Herr Bautechniker Ferd. Broel aus Gießen, mit einigen treffenden Worten Den Schlüssel zur Kirche als Zeichen ihrer Fertigstellung an Den Großh. Bürgermeister Joh. Engelhard II., der sich gleichfalls um den Kirchbau die größten Verdienste erworben hat. Aus den Händen des Bürgermeisters empfing ihn bann Der Herr Superintendent und öffnete dieser dann nach einer kurzen ergreifenden Ansprache, in Der er besonDers das Verfassungsmäßige seines Auftretens betonte, „im Namen des breieinigen Gottes unb kraft seines Amtes" die bis bahin verschlossene Kirche. Unter den Klängen des Liebes: „Ach, wie heilig ist der Ort, ach wie selig ist die Stätte", ordnete sich sodann die Versammlung und hierauf verlas nun zuerst der Ortsgeistliche vor dem Altar die betr. Urkunde über den Abdruck der alten und ben Bau der neuen Kircke. Diese wurde sodann nebst einigen merkwürdigen Fundstücken aus der alten Kirche und heutigen Münzen im Altar vermauert, worauf die eigentlichen Weiheacten damit begannen, daß der Herr Superintendent die Weiherede hielt über III. Mose 26, 11 unb 12. Die Rede behandelte unter Zugrundelegung des Themas: .Des Herrn Wort am Tage der Kirchkinweihung" in warmer herzlicher Ausführung drei Punkte, nämlich: I. „Ich will meine Wohnung unter Euck haben, II. Ich will Euer Gott sein, und III. Ihr sollt mein Volk sein". Der hochwürdige Herr hob dabei besonders hervor, daß die Gemeinde Annerod die Einweihung ihres neuen Gotteshauses gerade deßhalb auf den 12. September verlegt habe, weil sie damit auch für alle Zeiten den auf diesen Tag fallenden Geburtstag unseres Aller- gnädigsten Landesfürsten habe verherrlichen wollen. Sie habe sich, so hieß es denn auch in Der nachher folgenden Predigt, damit selbst für alle Zeiten ein Denkmal schönster Art, nämlich ein solches ihrer kirchlichen Gesinnung und ihrer Untertfcanentreue zugleich gesetzt in dieser unkirchlichen und revolutionären Zeit, die, weil an den Altären, darum auch an den Thronen rüttele. So wurde denn auch dieses an diesem Tage so sehr in's Gewicht fallenden Umstandes in gebührender Weise gedacht. Die von dem Ortsgeiftlicken gehaltene Predigt hatte Pf. 84 jum Text und zum Thema: „Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herr Zebaoth" und verbreitete sich besonders über zwei Punkte, nämlich I. über Die Frage: Was macht unsere Kirche und die Gottesdienste, die wir darin halten, schön und lieblich? und über die andere: Wodurch machen wir sie schön und lieblich? Weiter verdient aus der Predigt hervorgehoben zu werden, wie der Ortsgeistliche auf den sckönen Bau und Die passende, innere Einrichtung der Kirche aufmerksam machte. Heber den Geschmack sei ja freilich nicht zu disputiren, „aber," führte ber Prediger weiter aus, „mir gefällt an dieser Kirche, daß der Herr hier auch schon durch's Bild zum Herzen redet, mir gefällt, daß hier der Altar nicht vor oder gar unter der Kanzel steht, sondern, wie sich'S gebührt, daneben, und wenn ick auswärts sckaue in die Höhe und ge- toa^K im Chor die Sterne und im Schiff die hohe Wölbung, so gefällt mir, daß mir's ist, als stände einer hinter mir unb rufe mir zu: Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los, Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß! Wir wollten eben eine Kirche haben, die schon Durch sich selbst, durch das, was sie ist, zur Andackt stimmt und erbaut. Denn sollen nicht auch unsere evangelischen Gotteshäuser silbernen Schalen gleichen, in denen die goldenen Aepfel des göttlichen Wortes den Zuhörern in's Herz fallen? Auch die nun folgen den sakramentalen Handlungen verliefen in Durchaus würdiger unD das Gemüth ansprechender Weise Dabei trugen die vorzüglichen Leistungen des neugegründeten Gesangvereins sehr zur Hebung des Ganzen bei. Zuletzt dankte der Herr Superintendent den Anwesenden noch für ihre durchaus würdige Haltung während des mehrstündigen Gottesdienstes und entließ mit üen Ak Aw»; L »Vs Ife nsihM * 5 membe em sofern, iqtt ‘"‘i**6 mit der großen i M! «ird seinen 143 .« Anbetracht der tut Herrn Kamme r e heiternden Moment anbob: Mehrte miteinander begann renn wir haben an ouf die Frau Dera welche Worte mit verkehrten sodann n Zeitlang in unzezw ivie wir glauben sc Frier von Großherz meinen Bedeutung eS in dieser so viel von Herzen gern G verdient diese Einw diese Blätter zur 5 Gießen, 2 am Canzleibrrg ein HMude benutzte - Ein jm der Nacht vom 1! ertast und ber schmutziges Hemd Weisung ergangen sein, daraus zu achten, daß das Eingehen von Wechselverbindlichkeiten Seitens der Beamten, wie dies von jeher der Fall war, verboten bleibt und im Disciplinarwege durch das Disciplinargesetz ausdrücklich mit Strafe bedroht ist. — Kein Beamter darf und soll auch nur provisorisch, geschweige denn fest angestellt werden, der Schulden hat, und jeder Beamte hat vor seiner Anstellung die Erkläruna abzugeben, daß er schuldenfrei sei. — Schon bei nur provisorischer Beschäftigung, also noch vor definitiver Anstellung, sollen die Beamten auf das Entschiedenste vor dem Eingehen von Wechselver- bindltchkeiten gewarnt werden. Berlin, 18. Sevtbr. Jm Verlage von I. Bensheimer in Mannheim ist eine kleine Schrift des Reichstagsabgeordneten Leopold Sonnemann erschienen, welche sich mit der Straßburger Tabaksmanufaktur und dem Tabaksmonopol beschäftigt. Es wird darin in bündigen Worten der Nachweis versucht: „Einmal, daß die Straßburger Tabaksmanufaktur nur mit fictivem Reingewinn arbeitet, weil ihr investtrtes Anklagekapital etwa um die Hälfte zu niedrig und ganz willkürlich angenommen ist; sodann, daß die Straßburger Tabaksmanufaktur, welche jetzt außerhalb der Retchslande den Privaten Con- currenz macht und dabet vorgtebt, wegen ihres großen Umsatzes und durch thunlichste Vermeidung des Zwischenhandels die Consumenten besser oder billiger bedienen zu können, in ihrem Umsatz von vielen privaten Tabaksfabriken übertroffen wird, trotz ihres minimalen Nettogewinns über die unter gleichen Bedingungen und aus gleichen Quellen, wie von den Privaten bezogenen Rohmaterialien nach der Bearbeitung um genau denselben Procentsatz theurer verkauft, ferner daß die Eröffnung von Filialen der Straßburger Tabaksmanufaktur außerhalb der Retchslande nur den Zweck verfolgt, das Tabaksmonopol tm Reiche vorzubereiten; weiter, daß nach Einführung des Monopols Die Tabaksfabrikate eine Verteuerung von durchschnittlich 450 pCt., und zwar die geringeren Sorten die größere Vertheuerung erfahren würden, endlich, daß die Erträge des Tabaksmonopols auf Jahre hinaus hinter den Erträgen selbst der gegenwärtigen Tabakssteuer zurückbleiben würden." Wer sich für die Materie interessirt und die Zahl der Interessenten ist mindestens so groß wie die Zahl der Raucher, dem sei das Schrtftchen empfohlen, dessen Ziffernangaben wir allerdings nicht bis in's Detail prüfen konnten. Neu sind übrigens die Sonnemann'schen Ausführungen nicht, doch ist es gut, sich gegenwärtig zu halten, wie viele Bedenken gegen das TabakSmonopol vorhanden sind. Oesterreich. Ragusa, 18. Septbr. Die von den Admiralen des vereinigten Geschwaders für das Verlassen Dulcignos Seitens der fremden Unterthanen gestellte Frist läuft am 22. September ab. Zsrankreich. Paris, 18. Septbr., 3 Uhr 5 Min. Die Minister des Innern, der Justiz und des Kriegs haben heute Morgen ihre Demission genommen. Der Ministerrath ist auf 3 Uhr unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik in das Elys6e zusammenberufen. — Die „Agence Havas" meldet aus Ragusa von heute: 8000 Albanesen besetzten Stadt und Citadelle Dulctgno und vertrieben zwei Bataillone der Garnison. Riza Pascha, welcher keinen Befehl harte, Widerstand zu leisten, zog sich nach Gorttza zurück. England. London, 18. Septbr. Die „Pall Mall Gazette" bestreitet die Richtigkeit der Meldung von einem Aufstande in Herat. Nach den letzten Nachrichten aus Herat herrscht daselbst vollkommene Ruhe. Türkei. Konstantinopel, 18. Septbr. In einem Rundschreiben des Ministers des Auswärtigen an die Vertreter der Großmächte wird erklärt, der jüngste Ministerwechsel sei allein veranlaßt durch den Wunsch des Sultans, die politischen Angelegenheiten schnell geregelt zu sehen. Das Programm und die Aufgabe des neuen Cabinets bestehe daher in der schleunigen Lösung der schwebenden Fragen, wie dies dem festen Willen des Sultans entspreche. — Nach den neuesten der Pforte zugegangenen Nachrichten hat, Dank den Anstrengungen Riza Pascha's, die Erregung in Albanien einer verhältnißmäßigen Ruhe Platz gemacht, welche Riza die Uebergabe Dulcignos an Montenegro ohne weitere Unterstützung und ohne Blutvergießen ermöglichen dürfte. — Die der Pforte am 16. dS. überreichte Collecttvnote verlangt die unverzügliche Uebergabe Dulcignos, wogegen Gruda und Dtnosch bet der Türket verbleiben sollen. Konstantinopel, 18. Septbr. Die türkische Regierung verlangte den Mächten gegenüber für die Uebergabe Dulcignos die Sicherstellung der Rechte der Einwohner Dulcignos und das Fallenlaffen jeder weiteren Flottendemonstration nach der Uebergabe und die Annahme der von der Türkei gezogenen Grenztrace nördlich des Sees von Skutart, wodurch Gruda und Dtnosch und das dazwischen gelegene Feld der Türket verblieben. Inzwischen heißt es, Dulcigno sei von mehreren Tausend Mann starken Abthetlungen Albanesen besetzt worden. MW 6132) Mit bet der Nachtrag III. für die Befördert im Hessisch -Heir dande zur Einführ Verkaufspreis 5 Gießen, den 15. Großherzog WMH 5962) Nni fiarö lebhen @ Qlifabettja Zu ihn * dem Gesetze tbrerooroerflorben Elisabeth« K mit Ae «immeL Der htttn ch miilm JM» auj biejtm übrige,, Ordnung an r, tote an 9n JWwtiitt bat 10(18 unterstellt - «rischast au«. Ei'ßen, 8. § ^°^rz°gljch,z —^tamuN Nerpaes Trieb, , in bie)em Ä 09 d-N üf>8Uh ItS?' > 2( und ? Mitten '• ®<"• °M «16 tb, Mmbn ti((j VSb* 1. ®l|i «uf bü *H bk fit °7 etifabm “W d.j fi! w einem ®"ln >h> b« •5« gebaut bat. Denn um n die Stelle bn auf dem [bt bei fitjign JöJTtS begonnen Ttfft von foltyn ‘m- ^tUtl tt)it "ne 6itttn aus» tobten tot vielen und ton Neuem nur dies, sondern n wieder eikannt. IU$ dies schinerz- :ember d. ). war lz derselben ernst- r. so wurde doch Denn b,e Heden rkgelmäßizni nm schöneren unb Herzogs GebuilS- UDtn begrübt unb i. Einfach unb r im Festgewand non auf btn bitt otötfchen 6pigcn 8uib batte tAt g ter fyitx yn machte tchvn ai Lchcht, so tev n Argen die Gut- Len Gelegenheiten »nst wäre die Bich wohl eene noch der schönen neuen i und Lletständch mteriaffen. Das efriedtgt den ide- t Dorfkirche auf -euch, beginnend t Dors nack der büd übet Geeyen tt, Hnr Euper- id die bei solchen Gesäße an den ne angelangt war, tolle Gebauer bei messenden Worten türgmneister Job- erworben bat nvenl wb öffnete das Bersassungr- aft se.°es W* wie heilig 'st °n mb hter-uf »etla rud) der alten n Fundstütken aal in. Voie2h, --77'; t» w 7S l^DL - führte -ÄS unter , je Höhe un,D. % ’U rfln rnirl '* r. D0Ker6rbt ebm « $l|t „6 (# L ,»N'" „gi forte in ben warmen segnenden Worten die Versammlung. Bet dem nun folgenden Festessen, bei Steller, der das Mögltcke aufgeboten hatce, um auch für Die leiblichen Bedürfnisse der Festgäste zu sorgen, brachte Herr Superintendent Dr Habicht den ersten 'Toast aus auf Seine Köntgl. Hoheit den Großherzog, den erhabenen Schtrmherrn der Kirche, dessen Geburtstag man ja heute durch das Fest in so schöner Weile mit verherrliche, und der nicht nur durch ruhmvolle Thaten, sondern auch durch die Werke des Friedens sein Volk beglücke. Alle Anwesenden stimmten begeistert in das dreifache Hoch auf Den Landesherrn ein. Von den nun folgenden Toasten haben wir besonders den auf den Herrn Superintendenten ausgebrachten hervor, in dem gerühmt wurde, der hochw. Herr überschaue nicht nur mit klarem Blicke Die Bedürfnisse der Kirche im Allgemeinen, sondern gehe auch mit liebevollem Verständniß auf's Besondere, Einzelne und Persönliche ein, wie der Redner aus eigener Erfahrung mit Freuden bezeugen könne. Ferner ermähnen wir den Trinkspruch, der dem Orts- und Kirchenvorstand galt, welcher in so opferwilliger Weise die Mittel zum Kirchbau bewilligt und keine Kosten gescheut habe, um der Gemeinde ein würdiges Gotteshaus zu verschaffen. Von dem Großh. Decan, Herrn Strack in Lang-Göns rühmte der Ortsgeistliche, ihm gebühre besonderes Verdienst um den Kirchbau insofern, als er auf mehreren Kirchenvisttationen die Kirchbaufrage in Fluß gebracht unb die letzte entscheidende Anregung dazu gegeben habe Auch des Herrn Bautechnikers Broel wurde mit der größten Anerkennung gedacht; in Beziehung auf ihn könne man nun auch sagen: „Das Werk wird seinen Meister loben." Auch die ausführenden Handwerksmeister und Gesellen erhielten das ihnen gebührende Lob. Ebenso die Jünglinge und Jungfrauen Annerods, die 143 dL zur Anschaffung der musterhaft schönen Altardecke beigesteuert hatten. Sehr schön ckoastete zuletzt noch Herr Spenglermeister Zimmer aus Lich aus den Gesangverein, der in Anbetracht der kurzen Zeit seines Bestehens Vorzügliches geleistet habe und dessen Dirigenten, Herrn Kämmerer aus Gießen ganz besondere Anerkennung gebühre. Auch an recht erheiternden Momenten fehlte es nicht, besonders als ein benachbarter Pfarrer folgendermaßen anhob: „Verehrte Anwesende! Ich will nicht auch in den Fehler, den meine Vorredner alle miteinander begangen haben, verfallen, und die Versammlung mit „Meine Herren!" anreden, Denn wir haben auch eine Frau in unserer Mitte, die einzige, die da ist; ich fordere sie auf, auf die Frau Decan, die wtr lieben und ehren, ein dreifach donnerndes Hoch auszubringen", welche Worte mit allgemeinstem Beifall aufgenommen wurden. Im Steller'schen Garten verkehrten sodann nach dem Festmahl die versammelten Gäste bei einem Glase Bier noch eine Zeitlang in ungezwungenster Weise miteinander, bis der späte Abend sie trennte. So verlief, 4vie wir glauben sagen zu dürfen, die Anneröver Kircheinweihung und die damit verbundene -Feier von Großherzogs Geburtstag zu allgemeiner Befriedigung, ein Doppelfest, deffen allgemeinere Bedeutung unseres Erachtens darin besteht, daß damit der Beweis geliefert ist, daß -es in dieser so vielfach als unktrchlich verschrieenen Zeit doch auch noch Gemeinden gibt, die von Herzen gern Gott geben, was Gottes und dem Kaiser, was des Kaisers ist, und insofern Derdtent diese Einweihung als ein recht erfreuliches Zeichen der Zeit bemerkt und auch durch diese Blätter zur Kenntmß weiterer Kreise gebracht zu werden. Gieße«, 20. September. Samstag Nacht wurve am Hause des Möbelhändlers Brück -am Canzleiberg ein an einem Fenster des 3. Stocks befestigtes Thermometer gestohlen. Der Spitzbube benutzte ein am Hause angebrachtes Weißbindergerüst zur Ausübung seines Streiches. — Ein junger Bursche von Beuern, schon mehrfach wegen Diebstahl bestraft, machte in der Nacht vom 18. zum 19. dss. in Wenzel's Garten einen Besuch, wurde aber auf frischer That "tappt und der Polizei übergeben. Derselbe hatte jedoch schon so viel Zeit gehabt, sein schmutziges Hemd gegen ein Besseres umzutauschen. Handel und Verkehr. 18 Septbr. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu .ostete je nach Qualität der Centner dL 2.30—4.00, Stroh dL 2.50 -3 00 öuttet Da§ ^fD. tm Großen 1. Qual. dL 1.00-00, 2. Qual dL 0.90-00, im Detail das % M 2* Qu?!' 'M 1-10—00. Eier das Hundert ital. dL 7.00, deutsche Eier n Ochsenfletsch per Pfund 65-70 H, Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45-60 H Kalb- 5 A Hammelfleisch 45-60 H, Schweinefleisch 70-75 H, ein Habn^L 1.80 bis 2.50, ein Huhn dL 1.90-2.10, eine Ente dL 2.70-3.20, eine Taube 50-00 H Gans ’M 4'00--6 00, Hasen das Stück dL 4.00—0.00, Feldhuhn dL 3.00-3.50, Rehbock das Pfd. K"p?unen ^0-0.00, Wälscher Hahn dL u—0. Kartoffeln 100 Ko 0—0.00 Kohlrabi 5-8 1 Blumenkohl 1 St. 40-80 H, Wirsing 00-0 Gelberüben 1 Bund 10-15A Zwiebeln 1 Bund 6^, Sellerie das Stück 6^, Meerrettig 1 Stück 00-00 H Spargel das Pfund 00-00 Romain-Salat 30- 00 ^, Endivien 8-10 H, Rothkr^t ^ißkraut 15—18^, Artischoken 50 Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 Ctr. 10—14 dL, Gurken das Hundert dL 2.00-2.00, Essiggurken das Hundert 80 m Eingesandt. u cln,9^ 3eit wurde in diesem Blatte, behufs Erleichterung des Verkehrs an den m.fm fr Cn' öuLb c Zett zu Zeit veröffentlichten Verkaufsstellen in hiesiger Stadt aufmerksam gemacht, welche das Publikum zur Beschaffung der nöthigen Postwerthzeichen be= Hndem das Nnbl'^b ?^chttgte Erleichterung der Post wird aber sehr oft illusorisch gemacht, indem das Publikum bet Bedarf mit dem „augenblicklichen Nichtvorhandensetn" der Postwerthzeichen n° CvuCn Aeses schon bet verschiedenen Verkaufsstellen vorge- kornmen ist). Soll vielleicht durch dieses Verfahren das Publikum gezwungen werden, bei Bedarf von Werthzeichen auch gleichzeitig Waaren entnehmen zu müssen? Nach dem eingegangenen Vertrage mit der Post sind unseres Erachtend die Verkaufsstellen verpflichtet, an verabfolgen ^geszeiten die Postwerthzeichen ftetS vorräthig zu halten und zu ~ ^bhülfe der in dieser Beziehung sehr häufig Seitens des Publikums vorkommenden Klagen Ware sehr wünschenswerth. _r fpurloS. 3n btt,eI6en W 'in ”rbeitcr l-'n-m Schl°f-°ll-g-n 12 M und verschwand ™ ~ l-tzt-n Samstag Morgen ließ ein Bauersmann seinen Geldbeutel in einem biesiaen Metzgerladen liegen. Kurz-Zeit darauf kam ein Bursche gerannt und verlangte den von seinem Schwager Legen gebliebenen Beutel, der ihm auch mii 24 M Jnbalt gegeben wurde Z Ne^Weise verloren z^fthen""'" @C‘D<8 n^‘ tocni» f'1" ®elb auf ÄrtÄg,:;,.1" »->->»6“»' -«- ^^osiene Woche ließen diverse Klatschbasen und -Vettern einen Seraeanten der hiesigen GarnOon (eben bei den Manövern) mit aller Gewalt sich aus dem Leben schaffen Bald hatte d^selbe sich erhängt, bald erschossen. Der Todtgesagte ist jedoch nicht gewillt sä kurzer Hand den Betreffenden den Gefallen zu erweisen, und um allem Gerede dte^ Spitze zu dadürch^ihr ^Ende gesunder? i'abe'n. toeti>Cn Oberhcsßslhk Eisenbahllev. 6132) Mit dem heutigen Tage gelangt -er Nachtrag HI. zum Ausnahmetarif E. für die Beförderung von Steinkohlen 2c. im Hessisch - Rheinisch - Westfälischen Verbände zur Einführung. Verkaufspreis 5 $ pro Exemplar. Gießen, den 15. September 1880. Großherzogliche Directton. Oeffentlilhe Aufforderung. 5962) Am 25. Juni 1879 verstarb ledigen Standes Katharina Elifabetha Kimmel von Alt- Buseck. Zu ihrem Nachlasse als Mit- erbtn dem Gesetze nachgerufen erscheint ibrer vorverstorbenen Schwester Anna Elifabetha Kimmel hinterlassene Tochter, mit Namen Elifabetha Kimmel. Der Aufenthaltsort derselben ist unbekannt, und ergeht deß- halb auf diesem Wege dem Antrag der übrigen Betheiligten gemäß Aufforderung an ste, binnen 10 Wochen, t>on heute an gerechnet, sich über Erbschaftsantritt dahier zu erklären, andern- ialls unterstellt werde, sie schlage die Erbschaft aus. Gießen, 8. September 1880. Großherzogltches Amtsgericht Gießen. Stammler, Amtsrichter. Verpachtung von Triebvierteln. Die in diesem Jahr leihfällig werdender- 300 Triebvierrel sollen Freitag den 24. ds. Mts., auf we tere b Jahre verpachtet werden. Die Zusammenkunft ist Vor- ' mittags 8 Uhr am Schützen- ' Hof. Gießm, den 20. September 1880. ! Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. ! 6120) A. Bramm. Montag den 18. Oktober, Vormittags 11 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- ratthe des Tapezier Heinrich Bepler, 1 dahier, als: Flur. Nr. Mtr. 27 13o/tzo 519 HofraitheinderStefans- mark, 27 139/6s 254 Grabgarten daselbst, ! meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. September 1880. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. ■5801) Mülle r. Allgemeiner Anzeiger. Obstverfleigerung. Donnerstag den 23. Septbr., von Vormittags 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde - Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwet- schen, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Ort auf dem Kreuz. Nach dieser Versteigerung soll ein noch fast neues eisernes Gitterthor, bestehend aus 2 Flügeln, 1,94 Mtr. breit und 1,59 Mtr. hoch, versteigert werden. Annerod, am 20. Septbr. 1880. Großh. Bürgermeisterei Annerod. 6117) Engelbardt._________ Obstversteigerung. Donnerstag den 23. l. MtS., Vormittags 10 Uhr, soll das hiesige Gemeinde-Obst, als: Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteinert werden. Watzenborn, den 17. Sept. 1880. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn. 6076)_____Schäfer. __________ Versteigerung. Mittwoch den 22. Sept, und nöthigenfalls die folgenden Tage, von Nachmittags 2 Uhr ab, werden in der Wohnung des Herrn Hermann Werner, Bismarckstraße, dahier, nachstehende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert: eine größere Parthie polirte und lackirte Mobilien unter Anderem 6 Sopha's, 6 vollständige Betten, 2 Herrenschreib- WK (einer hochfein), 6 Kommoden, Tische, Schränke, Stühle, Spiegel, Bilder 2c.; ferner: eine große Parthie Waaren zur Möbelfabrikation, Möbel- verzterungen, Schrankgesimse, Kapitäle, Kommodkanten, Lesainen, Tisch-, Bett' und Schrankfüße (roh und polirt), Four- mere u. s. w. Die Gegenstände können Dienstag Nachmittags und Mittwoch Vormittags eingesehen werden und findet vorstehende Versteigerung unter allen Umständen statt Gießen, den 17. September 1880. Im Auftrag: 6090) Bauer. Mittwoch drn 22.1. Mvv, Vormittags 10 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier eine Nähmaschine, eine Commode und ein runder Tisch versteigert werden. Gießen, den 20. September 1880. 6129) Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag den 23. Septbr., Morgens 10 Uhr, sollen im Pfandlocal dahier folgende Gegenstände meistbietend gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Schrank, 1 Sopha, 2 Nachttische, 1 Bank, 3 Tische, 1 Kiste, 1 Schreibpult, 1 Lampe, 4 Bilder, 2 Wanduhren, 1 Kessel, 1 Handwagen. Gießen, den 16. September 1880. 6130) Horn. Jeisgeöotenes. 6125) Frisch ausgeschleuderten Bienenhonig von Lindenbtüthe offerirt _____Rodelsperger, Sonnenstr. 104. Echte Holländer Blumenzwiebeln empfiehlt (6118 Qtto Garn, Handelsgärtner, __Lindenplatz._________ Eine Hofraithe zu Ettingshausen, zwischen Lich und Grünberg, ist wegzugshalber unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Dieselbe liegt an der Hauptstr. des Orts, hat einen Flächenraum von 603 üMtr. und besteht aus einem geräumigen 2ftöckigen Wohnhause, einer großenScheuer mit Stallungen, Schuppen und Schweinstallungen, sowie einer kleinen Wohnung nebst einem Gärtchen von 91 fUMtr. Die Gebäude sind aus vorz. Eichenholz erbaut und eignet sich die Hofraithe zum Betriebe jeden Ge- K, besonders einer Fabrikanlage, in- rbeitskräfte leicht und billig zu haben sind. Nähere Auskunft ertheilt der Eigen- thümer Gg. Schepp._____________(6110 Filzhüte nach neuesten Damenhüten fa^onnirt 6121) j. jFangmann. 1 Gebrochene Aepsel verkauft Oeconom Simon, Bahnhofstr, 5851) Eine Hofraithe, bestehend aus Wohnhaus, Nebenhaus, Scheune und Stallung, Hofraum und Garten, zu jedem Geschäft geeignet, in seh^ schöner Lage gelegen, preiswürdig zu verkaufen durch __I. Blitz. Ein leichtes Ehaischen (Halbverdeck) blllia zu verkaufen. Wo? zu erfragen bei Wilhelm Moll, Postagent in Allendorf a. d. Lda. 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August Scriba, Amtsrichter zu Homberg. Ougenie Seriba, geb. Wieland. Geld - Cours 20-Francs-Stücke . . . do. in Vs - Englische Souvereigns . Russische Imperiales . Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ..... Dollars in Gold . . . von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann j. G. D. Baust auf dem Markt in Gießen. 12687 Großherzogl. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. v4L 16 12-16 16 10-14 20 32-37 16 67—72 16 65 9 60-65 4 21-24 Danksagung 6112) Für bie vielen Beweise herzlicher Theilnahme bet dem uns betroffenen Verluste unseres Töchterchens und Enkels Misnia sagen wir hiermit unseren wärmsten Dank. Gießen, den 19. September 1880. Louis Lichtenberger. Emma Lichtenberger, geb. Döll. Louise Döll. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei Mr hören fei des Handels n zwar eine klein aber fie lomn rvirthschchliche unb Micher Manchi rvirthschastlich bisherigen Hi funff bekundet entgeger.bringe Politik ebenso UrstB Jchetsrisi tfl tolt uni in lt Nt ®e(e Kirnten - $ Der Kmjln scheu Jndustr "ige sind al »erden tnifi Zeichen darin sieht." günstiger politische M bet Süßeren Deutschland Mit den ü>>rd ein unc Mtle Hand jößmard nid davon specieü die h stärken, auszu der politischem d°r«heilhas,e Elch-- zu zsi /"d nid -,,°ch« auf Örtlich dl, ^Warten« ®lu l^=nbe8