Freitag den 21 Mai Nr. 115 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag- »irtfttn. PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. «edactron-bnreanr \ r ir *gpe»ition£t>urcaut s Schulstraß. S. 18. W "sicher —^«litz. ItJWerroeg. ;oermi^ _ "Wcmsaal. Mann, bet das- •»Re gründlich _H Keck Mwf M krv'ch- d. 81. *Sw» _JUa27. giüchl Lkleiner. WK K it an flranf- 2 3 iasbesZettu.3 = ein zc.), derZ-2- nrtmer leint, Z-Z^ ?e, des ®lu:B2 h. Lchärje, 3 , Lsl in den^L ältesten Wen » » VerussstönmgLL Kosten oer;"® eite finden Be-ß^- .efiich zu wen-»» »3 lauer, || beim a. MFs ^Köchin mit guten bei der Expedition Ubrling fann tim Nömrr, WM Pdüipv «ail. ng iE _ , Löv, Schmied, Neuenweg. 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Niemand hat die große Enttäuschung vergesien, welche Delbrück einst seinen zahlreichen Verehrern bereitete, indem er die berühmte Zoll- und Finanzreform-Rede des Reichskanzlers mit einer trockenen stundenlangen Abhandlung über die einzelnen Tarifpositionen beantwortete, nicht minder groß war die staatsmännische Verschiedenheit der beiden in ihrer Art verdienten Gegner sichtbar, als auf die sachlichen Eiklärungcn Delbrück's über die Zollgrenze bet der Elbschtfffahrt eine Rede des Reichskanzlers folgte, von welcher wochenlang die ganze Welt, von der einst noch die Geschichte als von einem Wendepunkt in der inneren Politik des deutschen Reiches sprechen wird. Die Elbschifffahrts-Akte ist ein unbekanntes, für Deutschland ziemlich unbedeutendes Ding. Sie gehört zu den verschollenen Aktenstücken des Wiener Friedens, ihre Bestimmungen rechnen noch mit den überlebten Zuständen der Kleinstaaterei, und ihre Revision, die zuerst nur Deutschland und Oesterreich interessirte, wäre spur- und debattenlos vorübergegangen, ohne Jemanden zu erhitz n, hätte nicht die Absicht Preußens, einen Theil Hamburger Gebiets und Altona dem Zollganzen etnzuverletben, die Blicke dem Ufer der Unter-Elbe zugewandt und hätte Herr Delbrück diese kleine Frage der Wafferpolttik nicht noch mehr verwässert. Der Kern der Elbschifffahrts-Akte liegt lediglich in der Frage, wo das Zollgebiet des deutschen Reiches zu beginnen habe, ob erst auf dem festen Lande des Uferstaates, oder schon auf dem Wasserspiegel des Elb- stromes, wo eine von Ufer zu Ufer gedachte Luftlinie diesen an der Reichs- grenze schneidet. Daß das Letztere der Fall ist, daß die ganze Fläche der Elbe als integrirender Theil des nationalen Zollganzen anzusehen ist, ebenso wie die Wasserflächen Englands und Nordamerikas in ihrer ganzen Ausdehnung als integrirende Thetle der dortigen Zollgebiete betrachtet werden, kann an und für sich einem Zweifel nicht unterliegen. Derselben Ansicht, die Fürst Bismarck entwickelte, war früher Delbrück selbst und sind alle Autoritäten der Zollkunde. Ueberall wird der Zollbeamte am Bord freudig begrüßt, weil die Zollabfertigung zu Lande erspart wird, und warum dieses praktische Vorgehen den Schiffsverkehr an der Unter-Elbe schädigen soll, ist geradezu unbegreiflich. Bet demselben Verfahren ist Englands, Frankreichs und Amerikas Verkehr im stetigen Steigen begriffen, dagegen tritt der „Freihafen" Hamburg von Jahr zu Jahr seinen Verkehr mehr und mehr an fremdländische Stapelplätzr ab, er sieht, wie es in den Hamburger Aktenstücken heißt, seine Einwohner „zurückkommen", d. h. auf gut Deutsch: „verarmen." Der Verkehr auf der Elbe kann durch eine untergeordnete Maßregel ger nicht leiden, denn die Elbe bleibt ein großer Fluß, ob man die Zollrevision zu Wasser oder zu Lande vornimmt. Wäre die Bedeutung der Elbe zu rutnt- ren, so würde es die Freihafenstellung zu Wege bringen, deren Unwerth über kurz oder lang die Hamburger selbst erkennen werden. Diese Erkenntniß in der Zollpolitik der Handelsrepublik würde allerdings beschleunigt werden, wenn es nöthig wird, nochmals einen neuen und engeren Grenzkordon um Hamburg zu ziehen. Deutschland. Berlin, 17. Mai. Die Verwerthung der Telegraphie und des Fernsprecherwesens für militärische Zwecke ist bekanntlich seit dem letzten Feldzug Gegenstand der eifrigsten Thättgkeit der Militärverwaltung. Bei den bevorstehenden großen Herbstmanövern sollen durch Einrichtung von Telegraphen- Detachements bei den gegen einander opertrenden Truppen umfassende Versuche gemacht werden. Die Telephonte hat sich indessen für die gedachten Zwecke wenig bewährt und es scheint nicht, daß man geneigt ist, die Versuche Wetter fortzufetzen. Für die Bedienung der Telegraphen-Etnrichtung bet den Manövern des Garde-Corps sollen Mannschaften des Garde-Pionter-Batatllons, Unteroffictere verschiedener Regimenter, welche in der Telegraphie ausgebildet sind und eine Anzahl von Beamten der kaiserlichen Telegraphen-Direction herangezogen werden. Berlin, 17. Mai. In einer der letzten Nummern des „Deutschen Montagsbl." wird erzählt: „In England gtebt es eine Behörde, welcher das Recht zusteht, importtrten schlechten Thee vernichten zu lassen. In der letzten Zeit ließ es sich jedoch diese weise Behörde beifallen, solchen schlechten Thee nicht zu confisciren und zu verbrennen, sondern dessen Ausfuhr nach Deutschland zu gestatten. Graf Münster, der seinen Landsleuten eine gute Taffe Thee sichern will, thut Schritte, damit in Zukunft der für England zu schlecht befundene „Perl- oder Pulver"-Stoff, den die Chinesen den dummen Barbaren aufschwtndeln wollen, nicht in Hamburg oder Bremen verkauft werden solle. Wo bleibt denn das deutsche Retchsgesundhettsamt? Dazu bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.": In voller Würdigung der wohlwollenden Besorg- ntß für das Gesundheitsamt, von welcher die obige Schlußfrage augenscheinlich eingegeben ist, beeilen wir uns, dem „Deutschen Montagsbl." zu bemerken, _ daß das Gesundheitsamt, ohne erst den freundlichen Wink dieses Blattes abzuwarten, zu rechter Zeit am rechten Platze war, denn gerade in Folge der Anregung des Gesundheitsamts sind jene Schritte des Botschafters Grafen Münster erfolgt, von denen das „Deutsche Montagsbl." aus London zu berichten weiß. — Aus New-Iork wird der „Nordd. Allg. Ztg." geschrieben: Es ist neuerdings wiederholt vorgekommen, daß amerikanische Notare das ihnen Seitens in Deutschland lebender Auftraggeber geschenkte Vertrauen gemißbraucht haben. Bald sind dieselben bet Ausführung der von ihnen selbst erbetenen Aufträge säumig gewesen, bald haben sie unverhältmßmäßige Vorschüsse verlangt oder Kosten liquidirt, die überhaupt nicht entstanden waren; bald haben sie durch falsche Angaben über Nachlaß-Angelegenheiten oder über amerikanische Rechtsverhältnisse aus eigennützigen Absichten Jrrthum erregt. Hiernach kann den Bethrtltgten nur empfohlen werden, die Wahrnehmung ihrer Interessen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika nur zuverlässigen und erprobten Männern anzuvertrauen. Die deutschen Konsulate oder die deutsche Gesellschaft in New-Jork werden ohne Zweifel in vorkommenden Fällen zur Erthet- lung von Auskunft bereit sein. Berlin, 18. Mai. Der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege, an dessen Spitze die erfahrensten-und angesehensten Männer dieses Faches aus ganz Deutschland stehen, versammelt sich dieses Jahr in Hamburg, und sein Programm für diese achte Jahresversammlung umfaßt folgerte Verhandlungs-Gegenstände : 1) Hygienische Anforderungen an Schläferherbergen, Referenten Dr. Goltdammer aus Berlin und Stadtrath Hendel ans Dresden; 2) Conseroirung von Nahrungsmitteln, Referenten Dr. Reber und Dr. Renk aus München; 3) Schiffs-Hygiene, Referent Ptysikus Dr. Reincke in Hamburg; 4) Heizung und Ventilation, R-fereuten Ingenieur Hermann Rietschel und Generalarzt Dr- Roth aus Dresden. — Die Versammlung findet statt von Sonntag dem 12. bis zum 16. September. Außer anderen entsprechenden Besichtigungen soll an jedem der vier Wochentage, Nachmittags, auch eine Sielfahrt stattfinden, d. h. eine Besichtigung der unterirdischen Canäle Hamburgs. Auf Donnerstag, den 16. September, ist eine gemeinschaftliche Seefahrt nach Helgoland beabsichtigt. — Der „Weser-Zeitung" zufolge ist die Absicht der preußischen Regierung , die Einverleibung Geestemündes in's Zollgebiet zu beantragen, aufgegeben. — Das Einkriechen durch einen unterhalb einer Thür befindlichen, zum Eintritt nicht bestimmten Spalt in einen fremden Raum, um einen Diebstahl auszuführen, macht, nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts, dritten Straf- Senats, vom 13. März d. I., den Diebstahl zu einem schweren und ist aus § 243 Nr. 2 Strafgesetzbuchs mit Zuchthaus zu bestrafen. KeAerreich. Prag, 17. Mai. lieber die Demonstrationen in Prag gegen die deutschen Professoren wird berichtet, daß selbe von czechtschen Lehrbuben und einzelnen Studenten ausgtngen. Vor Klebs' Wohnung, dem die Fenster eingeworfen wurden, rief man: „Pereat Klebs, dem Preußen; Pereat den aus Deutschland importtrten Professoren; Slava der czechtschen Universität!" Irankreich. Paris, 17. Mai. Der Kriegsminister, General Farre, hat einen höchst seltsamen Beschluß gefaßt. Derselbe will nämlich die Tambours der Infanterie-Regimenter abschaffen. Er kündigte dies gestern in der Sitzung des Budget-Ausschusses der Kammer an. Der General begründete seinen Antrag dadurch, daß einerseits eine Ersparmß im Budget erzielt und andererseits jede Compagnie zwei neue Combattanten erhalten werde, da er auch die Zahl der Trompeter zu vermehren nicht gesonnen sei. Der Ausschuß wird nächsten Dienstag die Frage prüfen- England. London, 17. Mai. Dem Erfinder Str Henry Bessemer wird demnächst eine hohe Ehre zu Theil werden. Der Gemeinderath von Loudon hat beschlossen, ihm in „Anerkennung seiner werthvoür'fi Entdeckungen, welche der englischen Eisenindustrie so große Vortheile brachten, und seiner in der ganzen Welt bekannten und geschätzten wissenschaftlichen Errungenschaften" das Ehrenbürgerrecht der City von London zu verleihen. Das Diplom soll ihm in einer goldenen Büchse zugestellt werden. Belgien. Brüssel, 17. Mai. Der leidenschaftliche Brief, den der Bischof Du- mont an die liberale Presse zur Veröffentlichung gerichtet hat, gibt doch Manches zu denken über die Bedeutung des „Dogmas" von der Unfehlbarkeit des Papstes- Ein hochgestellter Prälat, der zu dem klerikalen Kriege gegen das Schulgesetz in Belgien die eigentliche Loosung und Weisung ausgegeben und durch seinen brennenden Eifer sämmtltche Bischöfe mit fortgerissen hat, kündigt plötzlich, nachdem die Kirchenzucht gegen ihn persönlich angewandt worden ist, dem Papste oder, wie er jesuitisch unterscheidet, dem von dem göttlichen Rechte abgefallenen Cardinal Pecct den Gehorsam, ja, die Achtung, und spricht von dem Oberhanpte der Kirche in Ausdrücken, wie sie aus dem Munde von Freidenkern und Atheisten nie erhört worden sind. Ist der Mann geistesverwirrt, wahnsinnig, verrückt, wie diejenigen behaupten, welche ihn aus dem Amte gestoßen haben, so war er es auch schon damals, als er den „Schultrieg" entflammte und im Namen der unfehlbaren Kirche die Gläubigen gegen den Staat hetzte. Ist er aber bei Verstände, wie er es immer gewesen, ist er nur einer Partei unbequem und unleidlich geworden, wie kommt er dazu, sich jetzt gegen den unfehlbaren Papst aufzulehnen? Die Antwort ist sehr einfach: die Unfehlbarkeit ist weit weniger ein Glaubens- Artikel, eine religiöse Wahrheit, als vielmehr eine Waffe in den Händen einer kirchlichen Sippe, der ultramontan-jesuitischen Partei. So lange man zu dieser Sippe gehört, ist die Waffe vortrefflich; sobald man ausgestoßen ist, hat sie keinen Werth und keine Bedeutung mehr. (Köln. Ztg.) Nutzland. Petersburg, 10. Mai. In Betreff der Ausweisung von ausländischen Juden aus St. Petersburg erfahren wir heute Folgendes: Vor drei Tagen stieg ein jüdischer Angehöriger des deutschen Reiches, Herr Simon Neuburger aus Fürth, Vertreter eines großen Handelshauses, der in Geschäften Rußland bereiste, im „Hotel d'Europe" ab. Um ein für alle Mal seinen Aufenthalt in Rußland zu regeln, schickte er seinen Paß in's hiesige Auswärtige Paßamt. Heute in dieses der Stadthauptmannschaft unterstellte Paßamt gerufen, erhielt er seinen Paß zurück, auf dem sich folgender Vermerk befand: Dem Vorzeiger dieses Paffes, bayerischen Unterthan Hebräer Neuburger, wird der Aufenthalt in St. Petersburg untersagt. Folgt das Siegel mit der betr. Unterschrift. Dieser Vorfall beweist demnach, daß Juden, die ausländische Unterthanen sind, der Aufenthalt in der Residenz verboten ist. Ob sich dieses auch auf das Innere des Reiches bezieht, ist uns nicht bekannt. (Herold.) Serbien. Belgrad, 17. Mai. Es ist eine Declaration zwischen Serbien und Italien unterzeichnet betreffs Verlängerung der vorjährigen provisorischen Eon« vention bis zum Abschluffe eines definitiven Handelsvertrages. Türkei. Konstantinopel, 17. Mai. Die Antwort der Pforte auf die Collec- tivnote der Signatarmäckte in der montenegrinischen Angelegenheit ist nunmehr den Botschaftern der Mächte -»gestellt; die Pforte schlägt darin die Ein- setzung einer internationalen Enquete-Commission vor.______ Telegraphische Depeschen. Wagner'« telegr. Eorresprubenr • «nrean. Berlin, 19. Mai. Der Kaiser confertrte heute Mittag mit dem Cultusminlster v. Puttkamer und empfing um 2 Uhr in Privataudienz den rumänischen Gesandten Ltteano, welcher seine Credtttve überreichte. Paris, 19. Mai. In Reims haben gestern 900 Arbeiter die Arbeit wieder ausgenommen. Der Minister des Innern, Constans, ist heute Vormittag wieder in Paris etngetroffen. München, 19. Mai. Der hiesige russische Gesandte, v. Ozerow, ist nach längerer Krankheit gestern Abend gestorben. Petersburg, 19. Mai. In dem Proceß Weymar sind 141 Zeugen vorgeladen, darunter 40 für die Verteidigung. Unter den Beweisstücken sind auch eine auf dem Hofe des Gerichtsgebäudes aufgestellte Droschke und ein Pferd, denen sich angeblich der Mörder Mesenzew's zur Flucht bediente. — Das „Journal de St. Petersbourg" schreibt in einem Artikel über das Circular Granville's: Die unbestreitbare Wichtigkeit der englischen Initiative bestehe darin, daß sie erscheine als Ausgangspunkt einer gemeinsamen friedlichen, aber festen und entschloffenen Action Europas, bastrend auf dem gegenseitigen Vertrauen der Mächte. Der Umstand, daß das lange durch geschickt unterhaltenes Mißtrauen gethetlte Europa auf der Basis des Berliner Vertrages die unerledigten Fragen wiederaufnehme, und der allgemeine Wunsch, über Erhaltung des Friedens zu wachen, berechtige zu der Hoffnung auf ein glückliches Resultat. In Konstantinopel werde man sich überzeugen, daß das gemeinsame Einverständntß unabänderlich und die Zett des Ränkesptels vorüber sei. Der B-rltner Vertrag werde ausgeführt und der Orient allmälig in den Genuß der Rechte eintreten, welche ihm von den übrigen civilisirten Staaten zugefallen seien. Inzwischen müffe man sich beglückwünschen zu den allseitigen neuen Dispositionen, welche ein glückliches Vorzeichen seien für allgemeinen Frieden und friedliche Beziehungen der Völker und Regierungen. Paris, 19. Mai, Abends. Die Mehrzahl der in Reims anläßlich der Arbeitseinstellung verhafteten Individuen gehört nicht dem Arbeiterstande an; man glaubt, ein geheimes Comtt6 habe die Arbeitseinstellung für politische Zwecke organisirt. Vermischtes. Darmstadt, 19. Mai. sMilttärvienpnachrichten.) v. Heerinqen, Prem.-dteut. vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 und commandtrt zur Dienstleistung bei dem großen Generalstabe, unter Beförderung zum Hauptmann und Ueberweisung zum großen Generalstabe in den Generalstab der Ärmer ver.etzt; Ebel, Sec.-Lieut. vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Groß- Herzog) Nr. 116, zum Prem -Lieut. befördert; Ortb, Vtcefeldwebel vom Rers.-Landw.-Regt. (Köln) Nr. 40 zum Src.-Lteut. der Reserve des 2. Großh. Inf. Regts. (Großherzog) Nr. 116 befördert. Bad-Nauheim, 15. Mat. In dem Weiher hinter dem Amtsgerichte fand ein hiesiger Einwohner gestern beim Wasserholen die Leiche eines kleinen Kindes. Eine Viertelstunde vorher spielt» däs Kind noch auf der Straße. Ockstadt, 19. Mai. Am zweiten Feiertag entstand im Ockstädter Walde jenseits des Wintersteins nach Pfaffenwiesbach zu ein Waldbrand, der indeß sehr große Dimensionen nicht annahm, trotzdem starker Wind herrschte und man hier erst etwas davon merkte, als ein Bote von Pfaffenwiesbach kam. Ossenheim, 19. Mai. So stark besucht war das „Wäldchen" seit den Zeiten der Mitschelcher" nicht mehr, wie am 3. Feiertag. Zu Fuß, zu Wagen und zu Roß strömte Die halbe Wetterau zusammen und tanzte, trotzdem der scharfe Nordost sich sehr bemerklich machte. Zum Schluffe fand solenne Keilerei zwischen Offenbeimern und Bruchenbrückern statt, wobei es scharf herging. Bruchenbrücken ließ sich dann in Affenheim, und Offenheim in Friedberg vernähen und noch Nachts um 12 Uhr machten die dortigen Apotheker glänzende Geschäfte? Lauterbach, 18. Mai. Von einem recht betrübenden Fall muß ich Ihnen von hier berichten. Zwei solide und ordentliche junge Leute waren beide in ein und dasselbe junge Mädchen verliebt. Beide gerictben nun dieser Tage eifersüchtig an einander und der eine erstach seinen Gegner auf offener Straße. Unsere ganze Stadt war in Aufregung und man sprach von nichts Anderem als von diesem Morde. (£). gM Frankfurt a. M., 16. Mai. Der zum Tode verurtheilte Gattenmörder Wagner hat seinen Vertheiviger, Herrn Dr. F' Meyer, zu sich rufen lassen und ihn unter fortwährender Betheuerung seiner Unschutd beauftragt, von dem ihm zustchenden Rechte der Revision seines Processes Gebrauch zu machen. was auch geschehen ist. ,Fr. q ) — Nachdem das Wuchergesetz nunmehr in Kraft getreten und der Bauersmann nicht I. 533 2S ? 40 Hl l mehr ganz gesetzlos den hartherzigen Wucherern gegenüber steht, dürfte es am Platze sein, ein oberstrichterliches Erkenntniß Des Reichsgerichts in Leipzig so weit alö möglich zu verbreiten. Dasselbe lautet: Ein Gläubiger, welcher seinem Schuloner durch die Bedrohung der gerichtlichen Zwangsbettreibung seiner fälligen Forderung zu der Ausstellung einer SchulDurkunde über eine Summe, die der Schuldner tatsächlich ihm nicht schuldet, nöthigt, ist wegen Erpressung zu bestrafen. Mit anderen Worten: Wenn zu einem Bauern ein Wucherer der bekannten Sorte kommt und sagt, wenn du mir statt der z. B. erhaltenen 20 JL nicht 25 JL schreibst, so verklage ich dich, und der Bauer schreibt es, da er die schuldigen 20 JL nicht zur Verfügung hat, so kann er den Halsabschneider wegen „Erpressung" verklagen. Es ist dies ein richterliches Erkenntniß, das quasi Gesetzeskraft hat und gewiß Schrecken unter den zahlreichen Halsabschneidern verbreiten wird. Homburg v. d. H. Dor einigen Tagen wurde im hiesigen Walde die Leiche deS früheren Teichmeisters des Nauheimer Teiches mit durchschossenen! Kopfe gefunden. Ob ein Selbstmord, zu dem übrigens keine Veranlassung vorlag, ein Mord oder ein Unglücksfall vor- Uegt, wird die eingeleitete Untersuchung wohl ergeben. Stuttgart. 13. Mai. Die 20 Alumnen des Priester-Seminars, welche zu zwölftägigen militärischen Ucbungen nach Stuttgart einberufen waren, sind laut der „Tüb. Ehr." in Folge einer Einleitung der Seminarlettung höheren Ortes hiervon dtspensirt worden. — Aus Reichenhall wird dem „A. Abendbl." über einen Vorfall berichtet, welcher so recht geeignet ist, den menschenfreundlichen Sinn und wackeren Character der dortigen Gebirgs- bcvölkerung zu kennzeichnen. Ein fremder Gärtnergehülfe versuchte vorletzten Sonntag, trotz wiederholter Verwarnung, von der Pavingeralp aus den Hochstauffen Hinanzustetgen. Mehrere Stunden lang ging die Sache gut, und schon hatte er eine bedeutende Höhe erklommen, da — es war etwa um 11 Uhr Vormittags — glitt er an einer sehr steilen Stelle aus, der Boden wich unter seinen Füßen, und pfeilschnell kollerte er das jäh abstürzende Felsengehäng abwärts. Zum Glück gelang es ihm, während des Fallens unmittelbar über der „Goldgrub-Wand" eine Latsche zu erhaschen und sich an dieser mit beiden Armen festhaltend, auch für einen seiner Füße einen Stützpunkt an einer etwas vorstehenden Felskante zu finden. So hing der Arme volle 3 Stunden lang buchstäblich zwischen Himmel und Erde, unmittelbar über den 3—400 Meter hohen, senkrecht abfallenden Wänden des Berges, ohne Hoffnung, daß sein Hülferuf aus der menschenleeren Höhe in das Thal hinab dringe. Aber et ward dennoch gehört. Im Dörfchen Nonn, am Fuße des Stauffen, wo gerade Kirchweihe war, fanden sich alsbald 14 rüstige Bauernbursche zusammen und machten sich, mit Seilen und dergleichen ausgerüstet, auf den Weg. Darunter Alois Wintersteller und der Kugelbach-Hies. Nach 1»/, Stunden Steigens war die Stelle erreicht, wo der Unglückliche über dem gähnenden Abgrund hing. Demselben von unten oder von der Seite beizukommen, erwieS sich jedoch alsbald unmöglich, und es blieb sonach nur übrig, die Rettung von oben her zu versuchen. Aber auch hier mußten die Rettenden ihr eigenes Leben einsetzen, um den Gefährdeten zu befreien. Und die wackeren Burschen thaten es ohne Besinnen. Wintersteller band sich den Strick um den Leib und ließ sich von den Uebrigen abseilen. Aber noch weit tiefer hing der Verunglückte. Die Luftfahrt mußte also noch einmal gewagt und ein Menschenleben der Haltbarkeit eines gewöhnlichen Strickes anvertraut werden: Zu diesem Zwecke ließ sich auch der Kugelbacher abjeilen und bildete nun seinerseits den Stützpunkt für Wintersteüer, den er von hier neuerdings am Strick hinabließ, bis es diesem gelungen war. dem Abgestürzten das Rettungsseil zuzuwerfen und ihn zu sich emporzuztehen Die Details eines solchen Rettungswerkes auf schmalen Felskanten über dem sechsfach thurmhohen Abgrunde auszumalen, muß man der Phantasie des Lesers überlassen. Genug, die Retter und der Gerettete, welcher übrigens in diesen wenigen Stunden um 10 Jahre gealtert zu sein schien, gelangten endlich unter unsäglichen Anstrengungen mit Hülfe der Uebrigen, wieder glücklich in die Höhe und auf sicheren Boden. „So," meinte ein lustiger Kumpan, indem er Jenem lächelnd auf die Schulter klopfte, „jetzt wär' alles gut abganga, 's is nur schad', daß Du nit der Baron X (ein reicher und sehr wohlthätigrr Privatmann in dortiger Gegend) bist!" Dem Vernehmen nach haben die Genannten höheren Orts die wohlverdiente Anerkennung ihrer menschenfreundlichen Handlung zu erwarten. Rom, 10. Mai. Auf dem Monte Prncio wurde bis vor wenigen Tagen ein zahmer Emu (australischer Strauß) unterhalten. Derselbe verwickelte in der vorigen Woche seinen Hals so unglücklich in dem Gitter seines Gefängnisses, daß er den Erstickungstod! starb. Die Leiche wurde dem römischen Museum überwiesen und bei der Seetion fanden sich in dem Magen des Thieres folgende Sachen: 4 dicke, 11 mittelgroße und verschiedene kleine Steine, 7 Nägel, die Hälfte einer Brustnadel, ein wohlerhaltcnes Briefcouvert mit dem Siegel deS Ministerums des Innern, 2 Häkchen, 13 Kupfersoldi, 1 silberne Medaille Leo s XIII., 14 Körner eines Rosenkranzes, 1 Franken mit dem Blldnlß Napoleons III., 1 halbes Taschentuch, 3 kleine Schlüssel und — 1 Ordenskreuz Es fehlt blos ein Regenschirm und eine Schnupftabaksdose, um die „Liste verlorener Gegenstände" voll zu machen. — (Zur Anwendung der Electricttät.) Dr. William Siemens in London meldet, daß er seine Versuche mit der Anwendung der electrischen Belrucktung zur Förderung des Wachs- thums der Pflanzen mit günstigem Erfolge fortsetze und demnächst im Stande zu sein hoffe, die Electricität in großem Maßstabe beim Schmelzen der Metalle zur Verwendung zu bringen, ein Gegenstand, auf welchen Dr. Werner Siemens vor einem halben Jahre als hochbedeutend hinwies. — Wunderdinge erzählen die Amerikaner von einer neuen Feder, deren Halter hohl ist und so viel gewöhnliche Tinte enthält, daß 70 bis 80 Seiten ohne Nachfüllen geschrieben werden können. Darin unterscheidet sich aber die Macktnnan'sche Feder — das ist nämlich die Bezeichnung für die Wunderfeder — von ähnlichen Constructionen sehr wesentlich, daß der schreibende Theil nicht stahlfeder-, sondern bleistiftförmig ist und auS einer Legierung von Gold und Iridium besteht. Sobald ein Gegenstand mit Dem Stift berührt wird, fließt die Tinte durch eine kleine Oeffnung in die Spitze; umgekehrt hört der Zufluß auf, sobalv die Feder daS Papier nicht mehr berührt. Darmstadt, 18. Mat. Die landwirthschaftlichen Consumvercine im Großherzogthum Hessen sind in erfreulicher Fortentwickelung und Zunahme begriffen. So haben sich in den letzten Tagen wieder drei neue Vereine in der Provinz Oberhessen constituirc. Am 26. d. M. wird eine Delegirten Versammlung des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Consum- vereine hier abgehalten werden, welche außer der Vorlage der Verbandsrechnung pro 1879 folgende Thematas besprechen wird: 1) In welcher Weise können der Verband und die Vereine den gemeinschaftlichen Verkauf der landwirthschaftlichen Producte für ihre Mitglieder orga- nlsiren? Sind dieselben insbesondere in der Lage, die bessere Verwerthung des zum Schlachten bestimmten Viehes zu fördern? 2) Die Nothwendigkeit des Eintrags der landwirthschaftlichen Consumveretne in das Genossensckaftsregister. 3) Kann der Verband den gemeinschaftlichen Ankauf von landwirthschaftlichen Geräthen für seine Vererne bewerkstelligen? Köln, 18. Mai. So hoch wie zur Zeit hat man die Werkleute beim Bau des Dome- noch nicht über schmale Balken sicher und gewandt sich hin und her bewegen gesehen, über 500 Fuß über dem Boden ist man thätig, die letzte Gerüst ■ Etage in den nächsten Tagen zu vollenden. Die Zimmerleute, welche behende über die Balken schreiten, nehmen sich so klein aus, als spazierten Vögel einher. Es mögen Jahrhunderte über der alten Colonia dahinziehen, bevor einer der folgenden Generationen die Gelegenheit geboten ist, ein so hohes Baugerüst zu gewahren, ein wahres Meisterwerk der Baukunst, so elegant, so leicht, so schlank und so sicher erhebt es sich von der Mitte der Thüren ca. 300 Fuß aufwärts. Niedergelegt wird dasselbe vor dem Vollendungsfest nicht und es ist das nicht zu bedauern, damit die Festtheilnehmer dieses Wunder der Baukunst in seiner Art schauen können. Unten am Dom arbeitet man mit wahrem Bienenfleiß, den prachtvollsten Tempel auf dem Erdenrund mit Riesenschritten der Vollendung näher zu bringen. Die Restauration des südlichen alten Thurmtheils ist schon von oben bis zur untersten Etage gediehen, die Thürme sind eingewölbt, die Wand zwischen dem südlichen Seitenschiff und der Thurmhalle ist gefallen und an ihrer Stelle ist ein Fenster eingesetzt und über diesem ein riesiges Zifferblatt angebracht worden, Dessen Zeiger bereits die Zeit angeben. Die zwischen dem mittleren Eingang an der Westseite und dem Hauptschiff sich erhebende Scheidewand wird Ende der Woche beseitigt und es Dann ermöglicht sein, das Innere des Domes von der Thurmballe aus zu überschauen, ein so herrlicher, großartiger und überraschender Anblick, der die kühnste Phantasie überbietet. Am Eingang baut man Den Pfeiler auf, ähnlich wir am mittleren Eingang des Südportals, der dazu dient, eine Heiligen-Statue und das Relief zu tragen. Oben auf den Thürmen sinD nur noch die beiden fast vollendeten Kreuzblumen aufzusetzen, dann ist der Wunderbau vollendet — Berlinische Lebens Versicherungs-Gesellschaft von 1836. Der uns vorliegende Rechnungsbericht der „Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836" weisst wiederum überaus günstige Resultate auf. Trotz bedeutender Dotirung Des Garantie- und Reservefonds (Ueijelbe wuchs um 1,200,000 Jt) konnte für die Versicherten eine um 1 % höhere Dividende in Aussicht genommen werden. Das konstante Steigen dieses Gewinn- Antheils ist besonders beachtenswerth. Seit 1868 beobachtet man folgerte Sätze: 17»“8S k tatutd) oie J anb vw\. q* o|A t Mb hinter der * Die Pramirncesei Diese Zahlen btt zMkuoiS, immer groß zählt - 1'Stbietenb öerh4 Hc Nen, de» WthksW § Mit dem 1. Zuni b. mj IV. zum Gütertar ^-Bebra-OberhM I. December 1877 in K Tcrjelde enthält Ta im direkten Verkehr ei Langenselbold, auch das < )-r bereits pubiicirter Imssahe für den Verl ZichBuseck, Hungen -ich Bebra. Berkausspreis 10 H : Gießen, den 15. Mai Sroßherzoglichr WMchk |i 3072) üouije m 18. April 181 Magst verstorbenen höhn U'd der gleich PH?*.* *äÄ '"-Lä Ntof«u£ toÄ C H-- ,tub. Ehr.« , »orbtn. M‘tf. welch» ®<Ürg8: S?Onn,a8' trotz *>• Mehre« da __ 'w*’Moben tll{ 1W "ne" ftintt e? bi°S der »rme : uder cen 3-400 5 imi Werrif an8 lnc6_ S^ört. 3m :tn !>- IW? «Bal* d»M w im Sr-ßh-rzogthu" r«ÄX«. lch-stlichn' S-nlum' ireinura pro W« .„and und die Dn- , Mitglied»^'' s.um Schlacht« gemewschaf'!'^ -Sa-desD-mts Sri*- * * 2 -ft i4on E! 64 L Lr« ,fa‘ V'--'1 st»-' >e .ch- »ar ^ßi-tUt Der un® i«*Ä ,/i6 ’ 4 Aaranw' i!Vk ei»'. -M S« l(1tl 3”^ »«• ’i" ,1t« dir Nm 2 Uhr Nachmittags fuhr an der altgewohnten Stelle am Fahrthor die Sachsen- Läuser Nachen-Flottille, gelenkt von kräftigen jungen Furchern, auf, die für einen »wanziger zahllose Völker nach dem Sandhof-Landungsplatz beförderte. Der erste Zng bestand aus 20 Nachen. Die großen Schelche, welche früher zeitweilig zahlretchere Mengen ausnahmen, fehlten diesmal: dagegen trat ein ehemaliges Mosel- letzt Main- dampsboot in Dienst, das halbstündlich an der Leonhardskirche anlegte. Das Treiben im Walde war sebr bewegt; überall lagerte man und bte Sangervereme ließen sich wacker vernehmen.' Die Zahl der Waldbesucher wurde auf etwa ein Drittel der Be- nölkerung, 40,000 Köpfe geschätzt. Alle Stande waren vertreten. Von Unfug und Schlägerei wird nichts berichtet- _ Dem Geschäftsbericht der Bremer LebensverficherungS - Bank zu Brem en pro 1879 entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten: Der Reingewinn des verflossenen Jahres stellt sich auf 89,585 X 29 H. Aus dem Jahr 1878 war ein Ueberschuß von 325,885 X 31 H auf 1879 übertragen, zieht man hierin die auf das Jahr 1879 entfallende Dividende im Betrage von 73,727 X 39 ab, so bleibt «in Ueberschuh früherer Jahre von 252,157 X 92 , wozu der oben erwähnte Reingewinn des Jahres 1879 von 89,585 X 29 gerechnet sich der Gesammtüberschuß von 341,743 X 21 H ergiebt. Die pro 1881 zurückzugewährende Dividende hat auf 37 % festgestellt werden können und wird dadurch die Jahresprämie pro 1881 der fünf Jahre hindurch bestandenen Lebensversicherungen um 37 °/o niedriger sich gestalten. ■ Der reine Zuwachs des letzten Jahres stellt sich auf 801 Policen und 1,645,140 X I Versicherungssumme. 1878 war der Zuwachs 505 Policen mit 1,560,275 X Es wurden für 138 vorgekommene Sterbefälle 173,050 X bezahlt, die Sterblichkeit 1 Web hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurück. Die Prämtenrcserve ist um 171,812 39 erhöht worden. Diese Zahlen beweisen deutlich, daß die Bank, getragen von dem Vertrauen des ganzen Publikums, immer größere Fortschritte macht und zu den blühendsten Instituten Bremens gezählt werden darf. Handel und Verkehr. Frankfurt, 19. Mai. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner X 2.50—3.50, Stroh X 2—3.20. Butter das Pfd. tm Großen 1. Qual. X 1.20—30, 2. Qual. 1.15—00, im Detail das Pfd. X 1.30—00, 2. Qual. X 1.20—00. Eier das Hundert ital. X 5.50, deutsche Eier 4.00 X, Ochsenflench per Pfund 65—70 Kuh, Rind- und Farrenfleisch 45—60 Kalbfleisch 45—55 H, Hammelfleisch 48—65 Schweinefleisch' 65—70 ein Hahn X 2.40—2.60, ein Huhn X 2 00 - 2.50, eine Ente X 2.70—3.20, eine Taube 50—00 H, Kapaunen X 3-3.50. Wälscher Hahn X 6—12. Kartoffeln 100 Ko. X 6—0.00, Weißkraut das Stück 25—30^, Rothkraut, 1 St. 30—35 frische Kohlrabi 30 neuer Blumenkohl 1 St. X 1.50—00, Wirsing 20—25 Zwiebeln 1 Bund 6 H, Meerrettig 1 Stück 15—20^, Lattich per Portion 15—20 H, Kopfsalat 15—20 frische Spargel das Pfund 70—90 H, Radieschen 3—4^, Artischoken 65 junge Erbsen das Pfund 60 Romain-Salat 60- 70 neue Bohnen 100 Stück 3 X, neue Gurken 60—70 Limburg, 19. Mai. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 20.10, Weißer Wetzen X 00.00, Korn X 16.20, Gerste X 12.00, Saatgerste X 00.00, Hafer, X 8.20, Erbsen X — • (Durchschnitts preis pro Malter.) Kartoffeln (50 Kilo) X 010. Kirchliche Nachrichten. Sonntag, den 30. Mat, findet um 9 Uhr Vormittags in der Hospitalkirch e altkatholischer Gottesdienst statt. Es ist zugleich Denjenigen, welche zum heiligen Abendmahl zu gehen wünschen, die Gelegenheit hierzu geboten. Oberhesßslht Eisenbahnen. Mit dem 1. Juni d. I. tritt der Nachtrag IV. zum Gütertarif für den Frankfurt - Bebra - Oberhessischen Verkehr vom 1. December 1877 in Kraft- Derselbe enthält Tarifsätze für die in | den direkten Verkehr einbezogene Station ; Langenselbold, auch das Erforderliche wegen , der bereits publicirten Aufhebung der | Tarifsätze für den Verkehr der Stationen i Grob-Buseck, Hungen und Lich von und i nach Bebra. Verkaufspreis 10 H pro Exemplar. Gießen, den 15. Mai 1880. (3475 Großherzogltche Direktion. Gkffentiilhe Aafforberaug. 3072) Louise Höhn, geboren ' am 18. April 1810, Tochter des , längst verstorbenen Johann Georg ! Höhn u-'d der gleichfalls verstorbenen I Louise Höhn, geb- Sames, von ! Grüningen ist vor länger als 40 I Jahren angeblich nach England gereist । und seitdem verschollen. Das von ihr zurückgelafiene Vermögen, welches I bisher curatorisch verwaltet wurde, ; beträgt ungefähr 1060 «X. [ Da Louise Höhn nunmehr über ! 70 Jahre alt ist, so wird diese oder deren Leibes- resp. Testamentserben ! aufgefordert, fich sogewiß innerhalb 3 Monaten zur Empfangnahme des | Vermögens dahier anzumelden, als j andernfalls die Louise Höhn für ' tobt erklärt und deren Hinterlassen- ' schäft den sich meide den nächsten Verwandten ausgeliefert werden würde. Zugleich ergeht an alle diejenigen, ! welche glauben, Ansprüche an das vor- | handene Vermögen machen zu können, die Aufforderung, dies lb n innerhalb der oben angegebenen Frist bei dem unterzeichneten G richte anzumelden. L.ch. den 23. April 1880. Großherzogltches Amtsgericht Lich. Langermann. i. I. raithe Flur. I. 3495) Ein Körbchen gefunden worden. Abzuholen bei Loth, Tiefenweg 147. 3491) Unierz tebnete läßt Dienstag den 23. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, -ihr in der Bahnbofft^aße hi-rselbst stehendes Wohnhaus nebst Stallge- -äude unttt d«n tm Termin bekannt AU machenden Bedingungen auf den Abbruch versteigern. I. Friebel Ww., Bahnhofstraße. Dienstag den I. Juni, Vorm'ttaas 11 Ubr, Nr. 383 533 530,1 soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- des Bäcker Emil Sauer r daselbst, 756 Grabgarten daselbst, 44 Hofraum daselbst Mtr. 75 Hofraithe auf dem Seltersweg, 25 Hofraum, Miststätte I. 557 44 Hofraum daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 13. Mai 1880. Großherzogliches Ortsgertcht Gießen. 3367) Müller. 1. Kurs: 2. Kurs: 1. Kurs: 2. Botenpost Garbenteich—Steinbach bei Gießen 1. 2. Kurs: 7. Personenposten Nidda Bhf.—Schotten aus Nidda Bhf. - . 910 1. Kurs: durch Nidda Ort . 2. Kurs: 3. Kurs: 8. Personenpost Altenstadt—Stockheim Bhf« i i S. 4*3 N. Altenstadt . . . . j l g. |8 A. in Stockheim Bhf.. - aus | i. S. • - j i. W. Stockheim Bhf. aus 9. Personenpost Grebenhain—Stockheim Bhf. durch Gedern 5 V- Grebenhain aus durch Ortenberg durch Ortenberg durch Hirzenhain 10. Personenpost Ortenberg —Stockheim Bhf. 132 N. aus Windecken . - aus 5*o N- 2*o N. 9'0 V- aus Schlitz Gießen, den 14. Mat 1880. aus aus aus aus aus 634°o V. 8.o V aus aus aus aus aus aus in in in aus aus aus aus Echzell Nidda aus aus aus aus aus aus aus Mücke Mücke V. V. V. N. V. N. N. 5« N- 7'8 N. 723 N. Ortenberg . . Stockheim Bhf- Schotten Nidda Bhf. Schotten Nidda Bhf. Schotten - Schotten . Nidda Bhf- Schotten . 7o V- 115* V. 855 N. 5'3 N. 1037 V. 8?o V. 920 V. 630 N. 730 N. Laubach Lich Bhf. in Garbenteich . . in Steinbach . . in Garbenteich . . in Steinbach . - 115 V. 855 N. 8«o V- 3*0 N. durch Hirzenhain in Stockheim Bhf. aus Stockheim Bhf- in Nidda Bhf. in Schotten. . in Nidda Bhf. durch Gedern . . 113 A-, i. W. 11'8 A. 9'5 1 1025 . 740 . Ö55 . 1155 . 105 . 4 830 V 1235 N' Kaiserliches Postamt. L 0 ch m a n n. Kurs: 4. Kurs: ^N. <28 9% N. 7|50 V. 850 V. 6'8 N. 6*8 N. in Altenstadt . . . 12*o N. . 920 V. . 750 V- . 135 N- 12 Nachts . 5*o N- 7'0 V- in Nieder Wöllstadt i. S- 95 V-, i- W- 915 V- Schlitz . ... ö2* 93. in Lauterbach Stadt . Lauterbach Stadt IO5 V- in Schlitz..... Lauterbach Stadt 75 N- in Schlitz ..... 3. Personenpost Mücke-Ulrichstein. 433 N. in Stockheim Bhf- 9*7 V. in Ortenberg. . 14. Personenpoft Echzell-Friedberg, G. H.: 2. Kurs: aus Echzell . ... 335 N- Friedberg Stadt . . . - 13. Personenpost Altenstadt—Nieder-Wöllftadt 2. Kurs: aus Altenstadt . . - 1 N. in Nieder-Wöllstadt .... 16. Personenpost HerSfeld Schlitz: 11. Botenpost Gedern—Ortenberg: Ortenberg.......10*2 V. in Gedern ....... 12. Personenpost Altenstadt—Büdingen: Altenstadt....... 650 93. in Büdingen Ort..... Büdingen prt..... 1055 93. in Altenstadt....... 13. Personenpost Nieder-Wöllstadt Windecken 3. Personenpoft Laubach—Lich Bhf« ....... 1255 N. in Lich Bhf..... .......9*5 N. in Laubach .... 6. Personenpoft Echzell—Nidda: .......7'5 V. in Nidda..... .......25 N. in Echzell..... .....81t V. in Grebenhain i. S- Bekanntmachung Mit dem 15. Mat d. Js. treten in Folge der Einführung des Sommer« fahrplans tm Gange der Posten nachstehende Aenderungen ein: 1. Personenpoft Grebenhain Lauterbach Bhf.r aus Grebenhain ...... 7 93. in Lauterbach Bhf. i. S- IO5, i. W- 10*° 93. 2. Personenpoft Lauterbach - Schlitz: Steinbach ... 735 33. Garbentetch . . 83s V. Steinbach . . . 5*5 N. Garbenteich . . 645 N- . 8'0 93. in Ulrichstein . 630 N- in Ulrichstein 6 93. in Hersfeld 235 N. 11 A. Nussensteine können von heute an jeden Tag wieder gefahren werden bei (3499 KaSper Schomber, Heuchelheimerstraße. Fahrpläne für Deutschland und Holland rc. empfiehlt zu 30 H- 3467) Ernst Balser. Kirschen-Derfleigerung. Donnerstag den 27. Mai l. 3., Nachmi ragS 1 Uhr, sollen in hiesiger Gemarkung von etwa 1200 Kirschbäumen, in der Obstanlage Steinchen und Georgenwäldchen, die darauf befindlichen Kirschen, welche für diese Erndte in bedeutender Quantität vorhanden sind, an Ort und Stelle versteigert werden. Bemerkt wird, daß die Kirschm aus verschiedenen fcineren Sorten bestehen, und in der Anlage ein Wohnhäuschen mit Küche-Anbau vorhanden tft, worin eine Familie während der Erndtezeit vollständige Unterkunft haben kann. Was di? Verkehrs-Verhältniffe anlangt, so liegt Himbach an der Orten« berg'Hanauer Staatsstraße und etwa eine Stunde von der Eisenbahn Station Stockheim entfernt. Gegen genügende Bürgschaft wird dem Steigerer entsprechender Kredit gewährt. Himbach, den 18. Mai 1880. Großh. Bürgermeisterei Himbach. Tugend. (3497 Neilgeöolen«». 3478) Piktrten Sellerk, stark, und Lauchpflanzen bei ____________Gärtner Schaum. Frische italienische Eier, zu Tagespreisen, treffen regelmäßig ein. 1 Z. A. Busch Söhne. GesaiigtiflrNr selbstgebunden, keine Fabrikeinbände empfiehlt Ernst Balser, 3468)Buchbinderei. Ein Hchmicdegeschäst in Mainz in bestem Betriebe und mit guter Kundschaft ist wegen Wegzug des Besitzers zu verkaufen. Näheres auf Anfragen unter O. c. 61043 bei Haasen- stetn Lt Vogler in Frankfurt a. M- (3477 Hieue Gesangbücher 3378) hei H. Hühn. H. von Gimborns Schreib- und Copir-Tinten zeichnen sich durch lebhafte Farbe, große Flüssigkeit und schnelles Trocknen aus und liefern nach längerer Zeit scharfe, nie bleichende Copien. Lager in den div. Sorten, sowie auch in totber Tinte, blauer Tinte, Stempelfarben, flüsflaem Leim rc. befinden sich bei den bekannten Schreibmaterialien- Handlungen. (3487 Alle Sorten Oelfarben auf's Feinste gerieben, fertig zum Anstrich sowie sämmtliche Sorten Lack-, Oel- u.Weingeistfirnifie empfiehlt in anerkannt vorzüglichen Qualitäten. 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Nach unserem Reglement stellen wir allen Staats- und Communal- Beamten, sowie den Eisenbahnbeamten u. s. w. insofern solche Lebensversicherte unserer Gesellschaft sind, auf Antrag die vorgeschriebenen Dienst-Cautionen. Das zur Caultonsbestellung gewährte Darlehen ist mittelst rechnungs. mäßiger, fester und niedrigstgestellter Vzjährlicher Zahlungen für Tilgung und 5°/o Zins zu amortisiren, während die Zinsen aus dem hinterlegten Cautions- Kapital dem Versicherten zufallen, resp. auf die zu leistenden Zahlungen in Abrechnung gebracht werden. In längstens 25 Jahren geht das Cauttons^ Kapital selbst in das Eigenthum des Versicherten über. Alle Anfragen im obigen Betreffe, sowie Gesuche um Prospecte und Cautions - Reglements sind zu richten an einen unserer Herren Vertreter, sowie an das Bureau der General-Agentur, Karlsruhe, Badens Nowacksanlage 2. (3484 Cafe Klein. Billard. Billard. Einem geehrten Puhlikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage das Cafe Klein übernommen habe. JH halte mich unter Zusicherung guter Speisen und Getränke bei aufmerksamer Bedienung bestens empfohlen und bitte um freundlichen Zuspruch Auf einen guten Mittagstisch erlaube ich mir ganz besonders aufmerksam zu machen. Gießen, den 15. Mai 1880. Achtungsvoll 3418 __Ph. Schwinn. Bremer Lebensverstcherungs Bank in Bremen. 3476) Unfern Mitgliedern bringen wir hierdurch öff-mlich zur Kenntniß daß die Dividende für das Jahr 1881 abermals auf 37% festgestellt ist. Ausführliche in der diesjährigen Generalversammlung genehmigte Rechenschaftsberichte können bei den Bankagenturen etngesehen werden, auch sind Exemplare davon zu beziehen. 3422) Einen Lehrling sucht I Höß, Schmied, Neuenweg. Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung [^naniej und geheimen Ausschweifungen ift das berühmte Werk: Dr. Retau’s Selbstbewahrung. 77. Aufl. Mit 27 Abbild. 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Möser II., Alicenstraße. 3500) Ein Logis zu vermiethen. __________K. Krausch, Schloßgosse. 3333) Der Mansardenstock meines Sor? derhauses zu vermiethen. H. Kühn. 2223) Die Paiterre-Wohnung tn mei- netn Hause, Seltersberg, ist zu vermiethen und am 1. Juli d. I. beziehbar. ___________B. Katzenstein, Holzhdlg. 1930) Der mittlere Stock unseres Hauses bestehend aus 6 Zimmern rc. ist vom 1. Juli an zu vermiethen. Kauffmann # Co., Alicenstraße. 1396) Ein Familienlogis zu vermiethen. ___________Jakob Reiber, Gartfeld " 3177) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Mäusburg 48. Weinhandlung._________ 3490) Ein braves, kräftiges Dienstmädchen für Küchen- und Hausarbeit per Johanni sucht Frau Chr. Wallenfels. Kaden mit Z>ogis ß alsbald zu vermiethen. Lit. D. 2S. 3309) Geräumige Werkstätte mit Hof- raum ist Asterweg Lit. A. 108 zu vermiethen. Kaufmännischer Verein. Das bisherige Vereinslocal im Caf6 Klein ist beibehalten und die reichhaltige Bibliothek nunmehr wieder Dienstags und Freitags Abends von 8V3 Uhr an geöffnet. Um zahlreichen Besuch der Vereinsabende wird gebeten. 3496) Her Vorstand. 3483) Zum 1 Juli wird für 8 Wochen ein anständiges Zimmer, womögl. mir Cabinet in der Nähe der Kaserne gesucht-. Adr. mit Preisangb. b. Hrn. Emil Fischbach abzugcben. Gesucht wird ein braver Junge für Hausarbeit und Flaschenbier-Geschäft im 34b3) Hess. Hof. , 3317) In meinem Eisen- sind Coloniak- waareiigeschäfl ist für einen jungen Mam . eine Lehrlingsstelle offen. Aua. Zimmermann zu Lollar. dick, sowie zum Anstrich fertig, schnell und hart trocknend, Fußboden-Anstrich Fußboden Lack, Ar. Die Bi folgenden Tagen 2 3 Sie wo zuführen, auch st In Gei nachstehende ®u: Gieße Dor uns ' der Ernte. De Ratur, um gte. Icht eine glückii Uebtr^wemtnuni wirken. Abu Id Wi deren Bc Staate noch m braucht Ruhe",1 sondern auch bli Die Ruhe Gouverneur nm die nste PW duster und bervi vsteu auf und h Europas nicht Aitopa hinaus, 0-1'°' i|i bi- P 6”*. tan » */ er d Wn u«b 9'9« £ bet SBa u Ruh-, - Die G szh 2" her» Ä" '« |e»h WhI, S2" # >n (?u^e der £ rMnt her ii ä: orit tzAn 'S.»