u r Leisters 8- v. Moser. * At von n. SalirnhandlurZ. 1880. Mittwoch den 21. Januar Nr. 17. IP-dafitoir-drrreLr.: I Schulsiraße B. 18. tisnHbrrreaA: ) —...... "" Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint läßlich mit Ausnahnie des MontagS. Durch hie Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Bekanntmachung. gm S«lf. if di, eiat S».'-,°i»f.,--m-i«,,« „i-digd ihr, 1« »-<*-" «" ^o3'"9* h*’“9’"" * > ihof, nbien: er. Uhl, tom e. sülizst jux Der» (457 4- 10-14 65 f"«Äs -77r^TauHuftr u—fl/S t>i„arren' Jrr Herr«» Ztsru^' ^188»- ' M in einer be- ^dnmig ton M krkoLinnneni nebst M. 0ffettm mlt - ;und Etage ^d>. ö- Bl. unter reu „ ii r M "" :n ein« Uhr!-»' Der Nothstand und die Verkehrsmittel. Aus der sog. „Notbstandsvorlage", welche dem preußischen Landtage vor- lieot, dürfte zur Zett am Interessantesten das Eingeständniß der Regierung erscheinen, daß der oberschleflscke Notbstand d u r ch Eisen bahn en, wenn nicht gänzlich beseitigt, so voch gemildert werden kann. Mit andern Worten heißt dieS daß die Prosperität von Landstrichen von dem Bau der Eisenbahnen abhängt und daß. wenn Roth und Elend durch Vernachlässigung rechtzeitiger Herstellung von Bohnen geschaffen und chronisch gemacht werden können, die Regierung eine schwere Verantwortung auf sich ladet, wenn sie die Herstellung aller Eisenbahnen auf sich nimmt. So lautet aber die Consequenz des Staatsbohisystems. Es ist eine klare Thatsache, daß die Eisenbahnen bisher immer nur dort gebaut wurden, wo sie bet bereits gut entwickelten Verkehrsverhältmffen Vorbedingungen der Rentabilität fanden. Es war, da die sog. gutni Linien gute Gegenden noch bester machten, die ärmeren abseits gelegenen Gegenden dadurch .uweilen noch weniger concurrenzsähig wurden als vorher, in bujjem System gkwistermaßen eine Erfüllung des biblischen Wortes zu siuden: „Wer da viel Hot, dem wird gegeben, wer aber wenig bat, dem wird genommen, was er hat?" Bei der Besprechung von Eisenbahnangelegenheiten hört man in der 'That nur selten sprechen über deren Wertb als Mittel zur Hebung der Steuer- fähigkett des Landes, nur selten von der Vermehrung des Nationalkapttals durch Hebung von Werthen, durch Förderung von Handel, Industrie und Landwtrlhsckaft. Man ventilirt das Interesse der Aktionäre, die Tarffsrage, die Rentabilität der Bahn. Das Privatkapital war in der Lage, diese Der- hältntste genau zu würdigen; eine eminente Frage unserer wirthschaftlichen Zukunft ist es, ob der Staat ebenso handeln wird, oder ob er wirklich im Stande sein dürfte, die wenigstens für Preußen in Aussicht gestellte „ausgleichende Gerechtigkeit" durchzuführen. Dies wäre ein offenbarer Segen, denn gerade in Preußen ist durch sehr viele Eisenbahnen, welche anfänglich nicht rentirten, deren Aktien aber ost nach wenigen Jahren über Pari standen, der Beweis geliefert worden daß jede Gegend das in sie gesetzte Vertrauen, daß sie eines Schiemn- weaes werth sei, rechtfertigt. Von dieser Erfahrung muß ganz Deutschland sich leiten lasten, wenn es seine zahlreichen „Nothstände' los werden will. Die Eisenbahnen befruchten selbst das ödeste und unwirthlichste Terrain und ihr Hineinziehen in das allgemeine Schienennetz thut das Urbrige. Daher ist es zu bedauern, daß einzelne kostspielige Concurrenzbauten den eifrigen Etsenbahnbau etwas lahm gelegt halten; allem Anschein "ach bricht sich aber bereits allgemein die Ansicht Bahn, daß eine planmäßige Weiterentwickelung des Eisenbahnnetzes, insbesondere durch den Bau von Secundärbahnen, schleunigst wieder in Angriff genommen werden muß.____ Deutschland. m. Darmstadt, 19. Januar. Der zweiten Kammer der Stände wurde von Setten des Grohh. StaatsministeriumS der folgende, die Errichtung einer stehenden Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastel betreffende Gesetzesentwurf zur Ertheilung der verfaffungsmäßigen Zustimmung vorgelegt • Ludwig IV. von Gottes Gnaden rc. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und ver- ordnen hterdurch^w ^aaisregierung wird ermächtigt, auf Staatskosten eine stehende Brücke über den Rhein zwischen Main, und Kastel auszufüA-nund zur Ausführung dieses Bauwerkes den Betrag von 3,600,000 Mark zu verwenden. ? Die Staatsregierung wird seiner ermächtigt, die Mittel zur D.ckuna dieser Summe im Wege des Staatscredttes flüsflg zu machen und zu Reiem «wecke in demjenigen Nominalbetrag, welcher zur Beschaffung be8 aty ÄÄbJÄ fein wird, -ine zu 4 vCt. verzinslich. Anle be "solchen Zeitabschnitten, wie deren Verwendung erforderlich werden wird, a«fzunehmen. Dem" G^e^sentwurse find eingehende Motive beigegebeu, deren Mit- theilung wir uns Vorbehalten. - Die Bedrohung mit der Begehung eines Verbrechens, welche nach § 241 des Strafgesetzbuchs mit Gesängniß bis zu «Monaten oder-mit Gelt grafe bis au 300 JL zu bestrafen, ist nach einem Erk.nntniß des Reichsge- rickts III Strass., vom 15. November 1879 selbst dann strafbar, wenn der Bedrohte sich in seinem Rechtssrieden dadurch nicht gestört glaubt und er die Drohung überhaupt ganz gleichgültig ausnimmt. Zum T^albestande dieser Strafbestimmung ist nur erforderlich, daß der Bedroht« Kenntnrß von de Bedrohung erhielt. - Seit lange ist bekannt, daß die Verhäliniffe .m Retchsgesundbett - amte icbr unerquicklicher Natur sind. Der Director desselben, Geha Ober- reaierunasrath Dr. Struck, ist selbst leidend, namentlich hat er letzten Sommer r.* fe(net günstigen Gesundheit zu erfreuen gehabt. Seit vielen Wochen weilt er in Varzin, da er bekanntlich gleichzeitig Hausarzt ces Fürsten Bismarck ist. Zwischen ihm und den Mitgliedern des Amts 'st nicht ^i- wünschens- werthe Harmonie vorhanden. Jetzt haben, wre man hört (jedoch durch eine, unter de» telegraph. Depeschen mitgetbeilte Nachricht der Nordd. Allg. Ztg. dementirt) d» Geheim- R-gierungsrath Prof. Dr. Finkelnburg und die Negier'mqsräthe Dr. Sell und Dr. Wolffhügel ihre E>«lafiuvg erbeten. Ls ble?bt dann nur noch Dr. Roloff, Direktor der preußischen Thierarzneischule, Mitglied des Amts. Dr. Finkelnburg, dessen Schaden am mersten bedauer roito8 ist Professor in Bonn, wohnt zur Zett in Godesberg und wird ver» muthlich seine Thätigkeit an der Universttät wieder ausnehmen. — Die Erzählung von dem angeblichen Dorsall in Kalisch war so allgemein verbreitet, daß se'bst der Kaiser telegraphisch die Militärbehörden m Posen zur Berichterstattung aufforderte. Die Antwort war die Etzählung lei aänzltch ersunden. Da in der letzten Zeit mehrere ähnlich« Gerüchte in Berlin verbreitet wurden, z. B. daß unter dem Lehnstuhl des Kaisers von Rußland eine Höllenmaschine ansgeflogen und der Kaiser schwer verwundet sei, ferner daß drei preußische Armee-Corps mobil gemacht werden sollten, so ist stark zu vermuthen, daß all- di-s- Gerückt- systematisch durch Leute in Um- auf gesetzt werden, die an der Börse auf Baiffe speculiren. — Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat unterm 8. ds. folgende ebenso wichtige wie intereffanle Verfügung an die Direktionen der siaats- eisenbahnen erlassen: Nach der mit dem 1. k. Mts. eintretenden Erweiterung des Staats bahn- netzes ist es erforderlich, diejenigen Beschränkungen im Personenverkehr mit möglichster Beschleunigung zu beseitigen, welche entweder m der getrennten Betriebssührm.g auf gemeinschastlich benutzten Strecken, z. B. Mmd.wLöhne, °»er in dem verschiedenen Besitzstände -°ncurrirend.r Bahnlinien bisher be- aründet waren. Namentlich sind etwa roch bestehende ungleiche tarifa.ische oder reglemeutarische Bestimmungen aus bisher gemeinschaftlich benutzten Bahn- strecken ^und zwar nach den günstigeren Bestimmungen der älteren Staatsbah- nen einheitlich zu normiren. Retourbillets der einen Verwaltung find zur Rückfahrt nut den dieselbe Bahnstrecke befahrenden, zur Personenbeförderung dienenden Züge der anderen Verwaltung — insofern nicht etwa einzelne schnell fahrende Züge auS besonderen Betriebsrückfichten hiervon auSzunehmen find znzulasten. In gleicher Weise ist die Benutzung von Retourbillets auf anderen concurrirenden Staatsbahnstrecken, insoweit zwischen den Endpunkten gleiche Tarifsätze bestehm z. B Hannover-Hildesheim über Lehrte bez«.^uber Nord, stemmen de gesta t ,u -rleichtern, daß dieselben sür di- Rückfahrt auch auf L ”onturtSn Strecke nach Wabl des Reisenden benutzt werden können. Für die Abrechnung wird In solchen Fällen die ihm sächlich erfolgte Benutzung Lr anderen als der Rout, der Hinsahrt außer Betracht bleiben können - Insofern bei einzelnen Strecken, wie z- B- b-i der , ffa, strrste Kastel-Guntershausen oder Jen concurrirenden Linien Göt Ingen - Kaffel- Frankfurt und Göttingen-Bebra-Frankfurt sür beide Bahnverwaltungen bezw. Linien übereinstimmende finanzielle Jniereffen nicht b-st-hen, werben sich auch d°» "l »y-i*« schort das Erforderliche zu veranlaffeu bezw. mit den etwa be'be'li.-ten übri- (Slknbafanbirectloncu au verhandeln. Sollten auf den bereits früher in Staatsverwaltung befindlichen Bahnlinien Einrichtungen der gedachten Art noch schien, so sind dieselben sobald als thunlich zur Aussuhrung zu bringen. Ueber das Geschehen- ist innerhalb 4 Wochen zu berichten. Eine Abschrift der vorstehenden Verfügung ist auch den Directionen der Berltn-Stettiner, der Magdeburg-Halberstädter und der Köln.Mtnden.r Bahn mit dem Ersuchen zugesandt, hiernach schon jetzt mit den betheiligten königl. Directtonen in Benehmen zu treten und das Erforderliche auch tm dortigen Verwaltungsberetch vorzubereiten. KeKerreich. Pesth, 15. Januar. Seit drei Tagen dauern die Ruhestörungen in Pesth fort und an den beiden letzten Tagen ist es in Folge Eingreifens der militärischen Macht zu Blutvergießen gekommen. Offenbar hat die an sich gewiß gerechtfertigte Bewegung iedes erlaubte und vernünftige Ziel überschritten und es ist durchaus nicht mehr abzusehen, was die Demonstranten denn eigentlich noch durch ihre Kundgebungen erzielen wollen. Denn jetzt richten sie sich offenbar nicht nur gegen das Nationalcasino, sondern auch gegen dte Polizei und das Militär, deren pflichtmäßige Aufgabe es doch sein muß, Ruhe und Ordnung in den Straßen der Stadt aufrecht zu erhalten. Daß dabei Seitens der Polizei nicht immer mit dem wünschenswerthen Tact verfahren sein mag, dart nach übereinstimmenden Meldungen wohl als sicher angenommen werden, um so mehr, als der Ober-Stadthauptmann Thaiß ein Beamter sein soll, der in hohem Grade zu einer rücksichtslosen und schroffen Ausnutzung seiner Amtsgewalt geneigt ist. Aber gerade dieser Umstand müßte die Führer der Bewegung zu größter Vorsicht und Zurückhaltung mahnen und sie müßten sich ihrer Verantwortlichkeit gegenüber der ihr "folgenden Menge besser- bewußt sein. Daß die Kundgebungen geplant waren, geht schon daraus hervor, daß sie immer vorher angesagt wurden, wenn auch die Vorbereitungen nicht so weit gegangen sein mögen, daß Arbeiter aus anderen Städten herangezogen und Waffen unter das Volk vertheilt worden sind- Es liegt ja klar zu Tage, welcher Partei daran gelegen sein muß, die Bewegung durch solche übertriebene Gerüchte nach Kräften in der öffentlichen Meinung herabzusetzen. Einen ähnlichen Grund mag es wohl auch haben, wenn Stadthauptmann Thaiß behauptet, daß ausländische Arbeiter an den Ruhestörungen bethciligt gewesen seien. Heber die Unruhen am 13., Abends, liegen jetzt noch folgende Einzelheiten vor: Die ganze große Straßenkreuzung in der Nähe des National-Theaters war von Menschen dicht erfüllt; von einem anständigen, allerdings zur Unzeit neugierigen und schaulustigen, ruhigen Publikum und von Krakehlcrn, die ununterbrochen heulten johlten, pfiffen, schrieen, brüllten. Auf wiederholte Aufforderungen, den Platz zu räumen', wurde den Polizeiorganen mit Schmähungen geantwortet. Da ertönte plötzlich Trommelwirbel von der Hatvanergasse her und raschen Schritts eilte ein Bataillon des Infanterie-Regiments Kufsevics herbei. Das Militär nahm in der Nähe des Nationalcasinos und zum Theil auf der Landstraße Stellung. Wieder wurde die tobende Menge von Polizeicommissaren und zwei Mal hintereinander in Zwischenpausen von zehn Minuten von dem commandirenden Ofsicier zum Auseinandergehen aufgefordert Sie wich keinen Fuß breit; Vielen, die gern den Ort verlassen hätten, war es durch die rückwärtsstauendcn Massen unmöglich gemacht. Da führte Ober-Stadthauptmann Thaiß ein zweites Bataillon persönlich herbei und überließ es nun gänzlich dem commandirenden Ofsicier, die gestörte Ruhe wiederherzustellen. Als die kaum übersehbare Menge noch immer nicht zurückwich, rückte das Militär vor. Wilde Schreckensrufe erschallten, gellende Hülferufe, Aechzen, Stöhnen, Jammern und Wehklagen erfüllten die Luft. Zahlreiche Personen, allen Klassen und Ständen angehörend, wurden verwundet und die meisten später in ihre Wohnungen befördert. Auch jetzt noch bildeten sich größere Gruppen, welche die Polizeiorganc angriffen und das Militär beleidigten. Da lösten sich die Bataillone in Schmarmlinien auf und — mit gefälltem Bayonnet — wurden die Leute nach allen Richtungen, in alle Seitengaffen der Kerepser- und Landstraße, selbst bis zur Deakgasse gejagt. Hm Mitternacht erschien auch der Landes- Commandirende, Baron Edelsheim-Gyulai, vom Ober-Stadthauptmann geleitet in der Hatoanergssse. Lange nach Mitternacht circulirten noch zahlreiche Militärvatrouillen in der abgesperrten Hatvanergasse, Kerepsersüaße, Landstraße, sowie in allen ihren Seitengassen, tn denen jeder Verkehr untersagt ist. Auch unter den Polizisten gab es viele, zumeist durch schwere Steine Verwundete. Acht verwundete Constobler wurden in das Central-Lazaretb gebracht, zwei in's Rochusspital. Heber die Vorgänge am 14. ds. Mts., Abends, wird noch nachträglich geschrieben : Nachdem das Militär ausgerückt war, herrschte dumpfe Stille und Ruhe in den Massen. Plötzlich hörte man drei Detonationen; sie ertönten in Intervallen von 5 bis 10 Secunden, darauf war Alles wieder still. Die Officiere, welche die Detonationen gleichfalls gehört hatten, meinten, es wären dies keine Gewehrschüsse; die Excedenten haften wahrscheinlich, um die Patrouillen zu reizen, Speiteufel angezündet. Wie sich jedoch bald darauf herausstellte, hatte der Zwischenfall eine ernste Bedeutung. Es waren Schüsse, welche zwei Menschen das Leven kosteten. Einer der beiden Hnglück- lichen, welche das tragische Geschick ereilte, war em Comfortable-Kutscher; erfuhr einen Passagier von der Landstraße in die Tabakgasse und ließ, da er durch die angesammelte Menge nicht zu passireu vermochte, seinen Passagier in der Nähe der Pfeiffergasse aus- 1 teigen. In dem Momente, als dies geschah und der Kutscher sich zur Seite neigte wahrscheinlich um den Fuhrlohu in Empfang zu nehmen, krachte der Schuß Die Kugel drang durch den Hals. Mit einem Aufschrei sank der arme Mann vom Kutschbock. Der zweite Schuß traf einen Jüngling von achtzehn Jahren, einen Hörer der Rechte, Namens Adolf Schwarz aus Szathmar. Die Kugel war ihm in die rechte Schläfe gedrungen Der Hnglückliche sank mit lautem Aufschrei zusammen und starb auf dem Transporte nach dem Rochusspital. Darüber, wie die Schüsse gefallen gehen die Angaben auseinander. In der Menge hieß es, das Militär hätte geschossen und zwar ohne jede momentane Veranlassung. Die Patrouille, welche nach der Pfeifergasse vorgeschoben war, hätte gleichsam eine Salve gegeben. Von Seite höherer Officiere die gefragt wurden, konnte keine sichere Auskunft gegeben werden. Dem Landes-Com- mandirenden Edelsheim-Gyulai, der mit der gesammten Generalität auf dem Platze vor dem Zrinyi weilte, wurde von einem Lieutenant einfach die Meldung erstattet ein Jurist ist erschossen worden. Die Polizei behauptet, daß die Schüsse von Excedenten aus Revolvern abgefeuert worden wären. Die Schüsse sollen dem Polizeibeamten bestimmt gewesen fein, hätten aber in der Dunkelheit ihr Ziel verfehlt. Letztere polizeiliche Angabe ist durch die Section widerlegt worden, bei welcher festgestellt worden, daß die Kugeln das Kaliber der Militärgewehrc hatten. AranLreich. Paris, 16 Januar. Die Wahl Gambetta's zum Präsidenten der Deputirttnkammer mit nur 259 Stimmen erregt großes Aufsehen, da derselbe im vorigen Jahre 314 St-mmen erhalten hat. Gambetta hat also nicht ein. mal die Hälfte der Gesammtzahl der Deputirten auf sich vereinigt. Er war m der Eröffnungssitzung nicht anwesend, wodurch der Schachzug Clemenceau's vornehmlich gelang. Die Republikaner erklären das Resultat durch das Fehlen vieler Deputirten, aber immerhin beweist der Vorgang, daß die Autorität Gambetta's angefochten wird. Aus diesem Grunde ist die Wahl so bemerkenswerth. Die Abstimmung constarirt eine Verminderung seines Einflusses, eine Erschütterung des Vertrauens, welches Gambetta nicht mehr zu Theil wird, obwohl es noch keinen andern auf den Schild erhoben hat. Zu den Gegnern dürften die Rechte zählen, die extreme Linke und einige Mitglieder des linken Eeniruw.s. Die extreme Linke tritt immer arroganter auf. Ihr ist selbst das gegenwärtige fortschrittliche Cabinet weder Fisch noch Fleisch, die Massenbe- gnadigungen genügen ihr noch nicht, sie fordert die volle Amnestie und die Ueberführung der G?beine der in Neu-Caledonien gestorbenen Communisten nach Paris. Leider spricht sie auch bereits offen der Abschaffung der Präsidentschaft das Wort. Grevy, welcher die vom Cabinet Freyctnet beschlossene Absetzbarkeit der Richter abgelehnt und manche fortschrittliche Phrase in der Minister- Erklärung gestrichen hat, verliert ebenso an Credit wie Gambetta. Ihm schreibt man es zu, daß bisher kein bestimmtes Programm zu Stande gekommen ist. Die GambettHlsche Preffe bereitet durch versteckte Angriffe auf Grevy bereits die Ersetzung deffelben durch den Exdictator vor, der die Radikalen durch das Programm von Belleville zu gewinnen trachten wird. Dasselbe versolgm Gambetta's Anhänger durch Herausgabe seiner Biographie, an welcher jetzt die pompösen Prospekte in Tausenden von Exemplaren, besonders unter den Arbeitern cursiren. Ueber kurz oder lang, zum mindesten aber nach den mit Hülfe des Listenscrutiniums bewerkstelligten Neuwahlen ist deshalb Grevy's Sturz und Gambetta's Präsidentschaft zu erwarten. Wie lange dann Gambetta sich als Mann des Tages erhalten können wird, ist die Frage, denn anscheinend genügt auch er den Radikalen nicht. Telegraphische Depeschen. Waguer'S telegr. Correfponderrr - Burrav. , . „ 19. Januar. Abgeordnetenhaus. Erste Berathung des Gesetzentwurfs, betteffend die Erwerbung der Rheinischen und der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisen- oayn. Nockerath, welcher sich gegen die Vorlage zum Wort gemeldet, erkennt Namens seiner Parteigenossen an, daß, nachdem einmal die Verstaatlichung emer Anzahl größerer Privatbahnen beschlossen sei, die Hebernahme der übrigen nothwendig folgen muffe und möglichst schnell damit vorzugehen sei. Redner bedauert nur, daß der Mtmster keinen Plan für die fernere Verstaatlichung vorgelegt hat und bemängelt die Zorlage m einzelnen Punkten. Seme Hauptbedenken richten sich gegen die Höhe der Abfindung der Actionare und die vorgeschlagene Convertirung der Prioritäten. Redner beantragt Verweisung an die Eisenbahn-Commission. — Grimm spricht für Richter gegen die Vorlage. Letzterer polemifirt gegen Röckerath, fritifirt die Bedingungen der vorgelegten Vertrags-Abschlüsse und verbreitet sich eingehend über die zu gewärtigenden Wirkungen der Prioritätenkonversion und in Zusammenhang damit über die Gründuna der deutschen Seehandelsgesellschaft, über Garantien u. s. w. Minister Maybach bemerkt gegenüber Röckerath: Derselbe habe die veränderte Situation ganz richtig aufgefaßt. Durch das erste Verstaatlichungsgesetz sei der Regierung dre Richtung für die weitere Ausbildung des Staatsbahnsystems vorgezeichnet; m o-ese Richtung passe die gegenwärtige Vorlage vollkommen hinein. Die Berlin- AnHalter Bahn habe die ihr gemachte.Offerte abgelehnt; die Verhandlungen seien danach nicht weiter fortgesetzt- Wenn die Vorlegung eines Planes verlangt werde, um Borsenspeculationen einen Riegel vorzuschieben, so habe er persönlich gegen die Ausschreitungen der Börse einen lebhaften Widerwillen und halte das von ihm bei früherer Gelegenheit über diese Ausschreitungen Gesagte aufrecht Er und der Finanzminister hatten fich über den ferneren Fortgang der Verstaatlichung geeinigt. Mit den gegenwärtigen Erwerbungen halte er den Rahmen für abgeschlossen. Ehe die Regierung auf dem beschrittenen Wege weiter vorgehe, wolle sie den Effect abwarten, welchen die Erste Operation für das allgemeine Staatsinteresse habe. Betteffs der finanziellen Bedingungen der Verträge hoffe er, daß die Commission und das Haus die Heber? Zeugung gewinnen werden, daß die Regierung das Interesse des Staates vollkommen gewahrt habe. Der Minister geht auf die Verhandlungen mit der Rheinischen Bahn ein und widerlegt die Bedenken, welche hinsichtlich der Konvertirung vorgebracht worden sind. Gegenüber Richter bemerkt der Minister, auch Camphausen habe sich feiner Zeit dafür ausgesprochen, daß die dominirenden Bahnen sich im Besitze des Staates befinden mußten. Der Minister wiederholt, die Regierung werde sich nicht drängen lassen, als bis die Früchte der gegenwärtigen Politik vorliegen und das Land damit einverstanden erklärt habe. Gegenüber anderen Auffassungen betrachte die Regierung die Garantien als ein höchst wichtiges und wirksames Moment. Der Minister wendet sich bann noch gegen verschiedene Ausstellungen Richters. Der Finanzminister widerlegt die Vorwurfe, welche hinsichtlich der Gründung der deutschen Seehandelsgesellschaft und der Betheiligung der Seehandlung daran erhoben worden sind. Die preußische Regierung könne nicht die Aufgabe haben, den nationalen Intentionen des Reichskanzlers entgegenzutreten, sie habe dieselben im Gegentheil zu fördern, wie das Publikum über das Unternehmen denke, zeige die Heberzeichnung mit 3 Millionen Mark. Gerade auf den Samoamseln müßten die deutschen Interessen durch deutsche Kräfte und deutsche Mittel gehalten werden Auf eine Bemerkung Windthorsts erwidert der Finanzminister, daß hinsichtlich des Samoaunternehmens die Genehmigung des Reichstags selbstverständlich vorbehalten sei. — Die Vorlage wird der Eisenoahnkommisfion überwiesen. Der zweite Nachtragsetat (Mehrbewilligungen zu Polizeizwecken) wird der Budgetcommission überwiesen. — Es folgt nunmehr die Fortsetzung der zweiten Berathung des Staatshaushalts-Etats. Bei Titel 1 der Ausgabe des Justizetats (der Minister) brachte Majunke zur Sprache, daß amtliche Publikationen einzelnen Blättern aus Culturkampfsrücksichten vorenthalten feien. Regierungscommissar Rindfleisch bt- Itreitct, daß solche Rücksichten obgewaltet hätten. — Windthorst unterstützt Majunke's Beschwerden. — Minister Friedberg erklärt: von einem tendenziösen Verfahren der Regierung könne absolut nicht die Rede fern. Nach weiterer unerheblicher Debatte wird der Titel 1 bewilligt. Die weitere Discussion gibt zu einer Reihe Beschwerden von geringer Bedeutung Anlaß. Schmidt (Stettin) fragt an, wie es mit der wiederholt verlangten Vereinigung des Strafvollzugs in Einer Hand stehe. Regierungscommissar Starke erwidert, die Angelegenheit sei in Vorbereitung. Der Etat der Justizverwaltung wird nach den Anträgen der Commission genehmigt, ebenso der Etat der Staatsschuloenverwaltung. Nächste Sitzung morgen. London, 19. Januar. Die Königin wird der „Morning Post" zufolge das Parlament in Person eröffnen. Berlin, 19. Januar. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nach einer telegraphischen Meldung des Generalkonsuls Zembsch aus Apia vom 29. Decbr. ist nach freundschaftlicher Vermittelung der König Malietoa von ganz Samoa anerkannt worden. Damit hat der Streit zwischen den beiden Regierungsparteien sein Ende erreicht. Das inmtttelst zwischen Deutschland, Eigland und der amerikanischen Union erfolgte Uebereinkommen, den König Malietoa amtlich anzuerkennen und durch ihre Vertreter seine Regierung bei der Herstellung eines geordneten Staatswesens zu unterstützen, wird wesentlich dazu beitragen, den Wtederausbruch von Ruhestörungen in dem Jnselstaate zu verhüten. Paris, 19. Januar, Abends. Die äußerste Linke beschloß, morgen de» Antrag auf Erlaß einer allgemeinen Amnestie einzubrtngen. Nach einer Ver- sailler Depesche von heute Mittag ist der Zustand Jules Faore's hoffnunas- los; hier geht das Gerücht, derselbe sei bereits gestorben. Pesth, 19. Januar, Abends. Die Ruhe ist vollständig hergestellt. Der Landes'Commandlrende General Edelsheim erklärt in den Blättern Seitens des Militärs sei nur auf den Kutscher Hajnal geschossen worden, welcher einen Soldaten getödtet und drei mit der Peitsche geschlagen habe. — DaS hier aufgetanchte und auch nach Außen verbreitete Gerücht von der bevorstehenden Bildung eines Cabinets Szlavy Sennyey ist unbegründet. Berlin, 19. Januar. Die „Rordd. Allg. Ztg.» erklärt die Nach, richt von dem Demisstonsgesuche der Regierungsräthe Dr. Sell und Wolff- Hügel (Reichsgesundheitsamt) für ebenso aus der Luft gegriffen, wie dief-niae von der Demission Prof. Finkelnburg's.____________ Lokales. . _ Pießen, 20- ganuar. ©elegentlid) der am 18. dss. in Berlin begangenen Feier be* Kronungs- und Ordensfestes hat Herr Postdirector Lochmann von hier den Rothe« Adler-Orden vierter Klaffe erhalten. y Gießen, 19. Januar. sCoricertverein.) Unter mehreren uns einaefanbten Referaten über das gestrige Concert, welche alle sich sehr lobend über dasselbe auSsprechcn, kaffen wir für heute das nachstehende folgen: 1 Das gestrige Abonnementconcert des academischen Concertvereins gehörte zu den aenuk- reichsten, welche wir während dieser Saffon zu hören Gelegenheit haften. Als fremde Soliiren wirkten mit Frl. Knispel aus Darmstadt und Herr Heymann, Profeffor am Lonferv«. auf dem wW Sw- biet zu den d< Gncin ein mit M (hit fe an yjjuümiinnun fM daß die' allgemeines Der Wßlttin, cina fahre, dann w> nicht fehlen- Zum Sc unter Leitung dl hoven'iche C-m0 Zabri" wurden dieser Stelle bei Perle anwrnde! - Der und liberalen Thema oerbie dru Mzllg d haus aus alt- fomie die Foh Iesseruiiys- u; firaftn iibtr. QifänßnifrDtft geregt wurde i ausschließlich b Vollzugs der? den Redner für liebenswürdige, sie zum festen > aufforberte, fiel neten Herrn Aussicht und f Gießen. Studimde gegei nicht Immahitul Theologie 25, $i alssenschofl 2, \ Philosophie, Ges nolttät nach sind -Ku8: ihiiizüits.Eomi toitb, den prvje - Unsere jung )fll sich fo glän vergriffen i 5 Uhr htglnmn , ~ 8n do ffeundlichst «rinn Je Mein noch Woü Wch r-ckch Ju z Preisen. Metfii9unfl '"Men Jakob Ich A 3- ’Üjfi 18) Ht, Werke anwendet, unfern besten Dank auszusprechen. X. Vergeßt das Füttern der hungernden Vögel nicht! 478) Neustadt. durch (54) J. Blitz. 408) von 398) Marktstraße. empfiehlt (401 Gg. Wilh. Weidig (481 405) 350) X Bei 10 (Zentner frei in's Haus, liefert Andr. Euler. 48) Außer diesen Studirenven besuchen noch 8 obigen 353 Studirenden widmen sich der tr u 7.— 8.— 9.— 1.20 1.30 Vlrraust Höchster, Johannes Bender, Wilh. Adolph, W. Befort, sämmttich zu Wetzlar. Wintermäntel, Pelzgarnituren, Kilzröeke rc. unter Einkaufspreisen. Moritz Heichelheim. Eiergemüsnu-eln, Apfelspalten, türkische und bamberger 2wetschen oorsiigtichster Oualität, torium in Frankfurt a. M. Letzterer ist schon in den weitesten Kreisen als eminenter Klavierspieler bekannt und der hervoriagende Künstler bewährte auch gestern in jeder Weise den ihm oorausgehenden Ruf; er sptclrc Da8 Chopin'sche Claviereoncert in E-moll mit einer solchen Innigkeit und zugleich einer solchen Bravour, daß das aufmerksam lauschende Publikum in den lautesten Beifall, der gar kein Ende nehmen wollte, ausbrach. Auch bei den Solovorträgen auf dem Clavier zeigte Hey mann dieselben glänzenden Eigenschaften und gab noch als Drittes Stück eine eigene Cornposition zu, die bekundet, daß H e y m a n n auch auf diesem Gebiet zu den besseren Meistern gehört. Einem solchen Künstler gegenüber nahm Fräulein K n i s p e l begreiflicher Weise einen schwierigen Standpunkt ein, fang doch Heymann auf dem Clavier so schön, daß man wähnte, «in mit himmlischen Melodien verwobenes Lied zu hören; Frl. KniSpel zeigte sich indessen als eine so anmuthsvolle, mit den schönsten Stimmmitteln begabte junge Sängerin, daß auch ihre Leistungen einen stürmischen Applaus beim Publikum bervorriefen. Kam auch die Stimme der Sängerin, die uns weniger für Coloratur geeignet zu sein scheint, bei der Rossinischen Arie -weniger zur Geltung, so zeigte sie in den zum Vortrag gelangenden 3 Liedern von Schubert, Schuhmann und Mendelssobn solch' schöne Auffasiung und so tiefes Eingehen in jede Compo- fttioa, daß die andächtigen Zuhörer sich hingerisien fühlen mußten und Frl. K n t s p e l auf -allgemeines Verlangen noch ein viertes Lied (von Brahms) fang. Wir wünschen der jungen Künstlerin, einer Schülerin des bewährten Stockhausen, daß sie auf der begonnenen Bahn fortfahre, dann wird es ihr an Lorbeeren, die ihr so reichlich zu Theil wurden, auch anderswo nicht fehlen. Zum Schluß können wir nicht umhin, der Leistungen des Orchesters zu gedenken, die unter Leitung des Herrn Musikdirectors F e l ch n e r immer besser werden. Sowohl die Beet- hoven'sche O-moll-Symphonie, als die Mendelssohn'sche Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt" wurden vom Orchester ziemlich vollkommen wieder gegeben und freut es uns, auch an dieser Stelle dem Dirigenten für die viele Mühe und den Eifer, den er beim Studiren der Itreppel, gefüllt und ungefüllt, täglich frisch, bei F. W. Hartmann, Theologie 25, Rechtswissenschaft 83, Medicin 59, Thierheilkunde 13, Zabnheilkunde 1, Camera!- Wissenschaft 2, Forstwissenschaft 22, Mathematik 38, Philologie, elassischen 25, neueren 19, Philosophie, Geschichte, Naturwissenschaften 33, Pharmaeie 24 und Chemie 9 — Der Rationalität nach sind es 274 Hessen und 79 Ntchthessen. — Aus dem Jnferaten-Theil werden unsere geschätzten Leser ersehen, daß sich das Wohl- thätigkeits'Comite veranlaßt sieht, in der Voraussetzung, daß der Clubsaal freundlichst überlaffen wird, den projeetirten Vorstellungen zwei weitere am Sonnabend und Sonntag folgen zu lasten. — Unsere jüngst ausgesprochene Hoffnung auf die Betheiligung von Seiten unserer Einwohner hat sich so glänzend bewährt, daß die Billete zu den ersten beiden Vorstellungen schon Montag früh vergriffen waren. Angenehm ist -8 noch, daß die Sonntags-Vorstellung Nachmittags um 5 Uhr beginnen soll. - Mn das Bestreuen der Trottoirs mit Asche oder Sand möchten wir heute wiederum -freundlichst erinnern, damit nicht wieder diverse Hinfälle zu verzeichnen sind. - Nicht wie gestern gemeldet 17, sondern 21 Grad Kälte wurden im botanischen Garten notirt. Heute Nacht sank das Thermometer wiederum auf —21° Die höchste Temperatur am gestrigen Tage war —8,3, vorgestern—5.0. Schneehöhe 2 5 par Zoll f Wurstdieb, welcher gestern Abend einem Metzgerladen auf dem Seltersweg Be- such abstattete, wurde dabei erwischt, als er unter einem Tische hockend, den Arm voller Wurste hatte. Er wurde hervorgeholt und — später der Polizei überliefert, welche ihn in Arrest verbrachte. 7 — Ein obdachloser Handwerksbursche, welcher trunken und ohne Geld sein Nachtquartier m einem Stalle auf dem Seltersberg ausschlug, wurde zum Glück, fast schon erstarrt, auf. gefunden und in Obdach genommen. — In das Landkrankenhaus in Hanau sind nunmehr auch zwei Reeurrenskranke aufgenommen worden. Dieselben waren bei dem Eisenbahnbau bei Heldenbergen beschäftigt. — Die „Volksküche" vertheilte heute 1018 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 1^4, 748 Portionen erhielten Arme und Kinder, 136 Portionen Handwerksburschen. Studirende gegen 341 im Sommersemester 1879. nicht tmmatritultrte Hörer die Vorlesungen. Don 407) Empfehle Geschälte Victoria-Grbfen, Thüringer kleine weiße Bohnen, Heller-Linsen, von vorzüglicher Kochart. Fr. Seibel, Mäusburg. Briefkasten. Zu wiederholtem Male muffen wir es betonen, daß wir anonyme Zusendungen, sie mögen betreffen was sie wollen, nicht aufnehmen können. Vermischtes. Frankfurt, 15. Januar. Wie wir vernehmen, ist das vor mehreren Tagen von der Hauptwache abhanden gekommene Gewehr des wachthabenden Unteroffiziers gestern in der Anlage in einem Gebüsch versteckt gefunden worden; der Dieb ist leider noch unentdeckt. - Für unsere in die Fremde gehenden Handwerker dürfte es nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß in Bayern das sogen. „Blaumontagfeiern" mit Strafe bedroht ist. Dies mußte kürzlich ein hiesiger, in einer Stadt in Bayern in Arbeit stehender Schreiner erfahren, der dortselbst den Montag, anstatt zu arbeiten, „blau" gemacht hatte und deßhalb von dem dortigen Gericht eine 4tägige Haftstrafe erhielt. Mäusburg 44. Fr. Seibel Mäusburg 44 empfiehlt Kaffee, roh. im Preise von Mk. 1 bis Mk. 1.60 per '/2 Kilo, sowie stets frisch gebrannten Kaffee ä Mk. 1.20 bis Mk. 1.80 per >/2 Kilo, unter Garantie für reinen Geschmack. Bettfedern und Daunen, Drell, Barchent u. Federleinen, Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung empfiehlt Die Möbelfabrik u. -Lager von Th. Brück, (44 Schlossgasse Lit. B. Nr. I. — Der gestrige Vortrag des Herrn Prof, v- Liszt im Verein der nationalen und liberalen Partei war leider nicht so zahlreich besucht wie es das zu behandelnde Thema verdiente. .Der geschätzte Herr Redner erläuterte in klarer verständlicher Weise den Vollzug der Freiheitsstrafen nach derReichsgesetzgebnng. Er begann mit dem Zuchthaus aus alter Zeit, schilderte die Zustände in demselben, die Schäden und Mängel, sowie die Folgen einer solchen Strafart und ging dann auf die neueren modernen Besserunas- und Bewahranstalten auf die Haft-, Gefängniß-, Zuchthaus-und Festungsstrafen über. Redner sprach sich in entschiedener Weise gegen eine Reform des Gefängnißwesens, wie sie von Herrn Mttelstaedt, Gefängnißdirector in Hamburg, angeregt wurde und schloß schließlich mit dem Wunsche, daß das deutsche Volk nicht ausschließlich den praktischen sowohl als auch gelehrten Juristen die Regelung des Vollzugs der Freiheitsstrafen überlassen möchte. Reicher Beifall der Zuhörer belohnte den Redner für den so gediegenen Vortrag. Nachdem Herr Prof. Gareis in gewohnter liebenswürdiger Weise mahnende Worte an die anwesenden Vereinsmitglieder gerichtet, sic zum festen Zusammenhalten an den Principien der nationalen und liberalen Partei aufforderte, stellte er einen demnächst zu haltenden Vortrag unseres Landtagsabgeordneten Herrn Rechtsanwalt Dr. Muhl „über die Thätigkeit des Hess. Landtags" in Aussicht und schloß hierauf die Versammlung. Gtesteu, 20. Januar. Unsere Hochschule besuchen im Wintersemester 1879/80 353 Iseilgeöotenes. Mein noch voiräthiges Lager in Wolltüchern, Csputzen, Westen u. Handschuhen verkaufe zu bedeutend ermäßigten Preisen. 491) __A. Fangmann. Sicher wirkendes Mittel zur Vertilgung von Ratten und Mäusen in Packeten zu 1 X 50 H Postvorschuß oder Einsendung des Betrags versendet Jakob Schäfer, Wetzlar, Brodschirm Äechte Frankl. Würstchen Schellfische treffen heute ein. (488 Gg. Wilh. W eidig. Ziehung 24. Fehr. 1880. Lotterie zum Neubau einer kath Kirche in (22 B stehe. Rcgiemn^ | Der | migt, ebenso btr M 1 Uovimg P | rt: Sich I , m 9«! j Je.be" « .„f.-Ataab, @'8lan' 1 ! runa bei der Her- 7 i ■sas« r- ** ux.n welcher A» D-r Dem Jakob Schäfer von hier wird hiermit bescheinigt, daß er sich durch die Anwendung des von ihm erfundenen Köders zur Vertilgung der Natten und Mäuse meine Zufriedenheit erworben hat, und daß ich ihn weiter empfehlen kann. Bahnhof-Wetzlar, 1. December 1879. Wilhelm Äaltwaffer. Obiges Attest unterstützen Knublauch 8> HellemannS, Gg. Rüdinger, Sohanu Steffel, ottlieb Luh, Brennholz. ä Rmtr- /rische Heischen empfiehlt Otto 6-arn, 47) Ecke des Linden- u. Kirchenplatzes Gin altrenom- mirtes Geschäft in bester Lage der Stadt ist zu verkaufen empfiehlt Wilh,* Wc’iflifj Ausverkauf! i Meitze Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Deeorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung bei (45 Th. Brück, Schjohgasse D. 1 Ahorn-Laubsägeholz in großer Auswahl wieder eingetroffen bei Wilhelm Seibert, 475 300 4088 Nestauration Weg, links, 276 94 Müller. Carl Brück zu haben. Der Vorstand« 479) Operette in 1 Akt von Der Triumphzug deS WeineS in drei Bildern. und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) m Gieße«. 266 282 15 16 18 228 Guten Morgen, Herr Fischer W. Friedrich. 465) Auf 1. April wird in einer belebten Straße eine Wohnung von zwei größeren und drei kleineren Zimmern nebst Zubehör zu miethen gesucht. Offerten mit Angaoe des Preises, der Straße und Etage beliebe man bei der Exped. d. Bl. unter Chiffre H. E. abzugeben. Grenze, am Katzenfell», 4. Klasse, gibt 7Vr Kr. Rente, Acker daselbst, 4. Klasse, gibt 33 Kr- Rente, Acker daselbst, VzS, ^24. Klaffe, gibt 1 fl- 16 Kr. Rente, Acker am Wismarer vermischte Anzeigen. 480) Ein kl. Laden, welcher sich zu einem Cigarrengeschäft eignet, zu miethen gesucht- Offerten an die Exped. d. Bl- NB. Der Flügel von Blüthner - sügung gestellt hat._______________ Die Rauch- u. pelzwaare«- Handlung von A. Schultheis jun., Seltersweg 10, empfiehlt sich im Ankauf roher Pelzwaaren, als: Felle von Marder, Füchsen, £)tterr Dachsen, Iltis, sowie Hasen- u. Kaninchen- felle zum höchsten Preis.(337 483) Eine Haushälterin sucht Bürgermeister R ü ck e l in Bettenhausen bei Lich. Die Wappeu-Malerei von Bernb. Dresset in Jena (Porzellanmalerei) sucht an diesigem Orte eine solide Vertretung. Hierauf Reflectirende wollen sich an obige Firma wenden.(484 Nr. 261 183) Zwei geräumige Böden sind ander- weit zu vermiethen. Louis Lony. ist aus dem Pianosortelager des Herrn W. Rudolph in Gießen, welcher denselben gütigst zur^V»- Sonntag den 25. Januar a. c. Anfang präcis 5 Uhr: Eine Taffe Thee oder „Ich bin nicht eifersüchtig!", Lustspiel von Emil Neumann. Zwei Herren und ein Diener, Vaudeville-Burleske in 1 Aufzug von W. Friedrich. Charade, a) lebendes Bild; b) Duett „aus Maurer und Schlosser"; c) Scene aus „Czar und Zimmermann". Samstag den 24. Januar a. c. Anfang präcis 7 Uhr: Kaudel's Gardinenpredigten, Lustspiel in 1 Akt von G. v. M os er. Gießen, den 20. Januar 1880. I. A.: Großh. Ortsgericht Gießen. Gesellschafts-Verein. 489) Die Bibliothek wird Donnerstag den 22. d. M., Nach- mittags 2 Uhr, wieder geöffnet. 3101 1474 311 I Lvcu, n m.3, 315a 394 2. Klasse, gibt 40 Kr. LMtr. Acker an der Weilburger Bürger - Gesellschaft. Zu dem am Samstag den 241. d. Mts. stattfindenden Maskenball find Geheimkarten von Donnerstag an bei Herrn 11 ohtlMiley Heils- Vorstellung. Rkgimentsmusik, nach nachstehendem Programm zu veranstalten. PROGRAMM. Wohnung 8 von 4—5 Zimmern, am liebsten in ber Nähe des Gymnasiums, von einer ruhigen Familie per 1. April c. zu miethen gesucht. Offerten nimmt entgegen die Exped. b. Bl- 409) Ein braver Junge kann bas Friseur-Geschäft erlernen bei Vak. Neutcr, Friseur. Rente, 1000 Acker auf dem Fluth- graben, in der Au, 4. Klasse, gibt 16 Kr. Rente, 1088s Acker am Krofdorfer 9381 Weg, bei der Brücke,lr3, 6371 i/»4. Kl-, gibt 491/» Kr. I Rente, 1625 Acker auf der großen Weide, Vr2, V-3. Klasse, gibt 1 fl. 44 Kr. Rente, 2950 Acker auf die kleine Weide. V-2.,^3. Klasse. 2687 Acker auf der Hohleiche, 2. Klaffe. Der Reinertrag ist speziell für hiesig- Stadtarme, sowie für dee Nothlnd-nden m Oberhessengestimmt Reservirter Platz 2 M. Saal 1 M. 30 Pf. Galerie 1 M. Abends an der Kasse je 30 Pf. b-^r Blllets zu diesen beiden Vorstellungen find von Samstag an bei den Herren Ernst Balser, Schreibmalerialienhandiung und W. Rudolph. «ufikalienhandlung hier zu haben. IV«8 Comite. Bekanntmachung. Es sollen im Geschäftszimmer der Garnison-Verwaltung — Nahrung«. 6erg — die pro 1. April 1880 bis ultimo März 1881 an der Wäsche der Zeughaus-Caserne vorkommenden Rei» nigungs- und Rtparaturarbeiten vergeben werden. Es ist hierzu auf Donnerstag den 22. d. MtS., Vormittags 9 Uhr, für die WSschereinigung, und um 10 Uhr für die Wäschereparatur, ein öffentlicher Submissions > Termin angesetzt, zu welchem Lieferungsunter, nehmer ihre schriftlichen Offerten, mit der Bezeichnung der Lieferung versehen, versiegelt vor dem Termin einzureichen haben. Später eingehende Offerten finden keine Berücksichtigung. Die betreffenden Bedingungen, welche vor Abgabe der Offerte von den Unternehmern zu unterschreiben sind, liegen im Garnison-Verwaltungs-Bureau zur Einsicht offen. (285 Gießen, den 13. Januar 1880. firossh. Garnison - Verwaltung. Steinlieferung zur Straßen - Unterhaltung. Das Brechen, Anfahren unb Zerschlagen der zur Unterhaltung der Staatsstraßen im Baubezirk Gießen nöthigen Steine soll an nachbenannten Tagen u. Orten wenrgst- forbernb versteigert werden: 1) Mittwoch den 21 d. M., Nachmittags 12V- Uhr, zu Reiskirchen im Guntrum'schen Wirthslocal für die Straße nach Grünberg von Abthei- lungsnummer 20 bis Lindenstruth. 2) Freitag den 23. d. M., Nachmittags 12V3 Uhr, zu Lang - Göns im Gasthaus „Zum grünen Baum" für die Sttaße von Groß-Linden bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Wetzlar. 3) Montag den 26. d. M., Mittags 12 Uhr, zu Lollar im Gemeindehaus für die Straße von Gießen über Lollar bis zur Preuß. Grenze. Die resp. Großherzogl. Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerung tm Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 12. Januar 1880. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: 341) M. Wahl, Großherzogl. Kreisbauaufsehe^_____ Vivat floreat crescat Mlausia. Generalvsammlung Mittw. 21. Jänner, Abends 8 Uhr c. t. i. Weinsaal. Gäste willkommen. Programm: 1) Petitton an d. Reichstag, den Rchskanzlr. aufzfordrn.^ e. Homöopath. Heilvfahren ggn. d. Reb- lauskrankht. z. veranlassn. 2) Berathung. übr. vorzüglichn. FastnachtSulk. I. A. d. reblausigen C- 492)D. Oberrebtau-. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 26. Januar 1880, von Vormittags 9 Uhr au, soll im Gießener Stadtwalde, in den Distrtcten Sandberg u. Hegholz, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Birken 2 — — — Eichen 3,2 5,2 — — Nadel 178 337 114 6230 B. Bau-, Werk- und Nutzholz: 237 Kiefern- und Fichtenstämme mit 47,40 Festmtr., 668 Fichtenstangen mit 33,97 Festm. Die Zusammenkunft ist auf der neuen Rödcher Chaussee an der dritten Schneise. Gießen, am 20. Januar 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 493) A. ® ramm. Donnerstag den 29. Januar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht auf freiwilliges Ansuchen der Christian Bellos Wittwe und Kindern die denselben gehörigen Grundstücke meistbietend versteigert werden: Vermittlungen. 482) Ein möblirtes Zimmer zu oer- miethen bet _______Wirth Ruppel, Ludwigsplatz. 486) Die seither von Herrn Gerichtsdiener Seitz innegehabte Wohnung, best. aus 5 Zimmern mit Zubehör ist zu ver- miethen. C. Port, Pflastermetster. 48i) Die seither von Herrn Professor Dr. Scbürer innegehabte Wohnung ist zu vermiethen und am 1. April er. beziehbar. _____________________Pb. Strack. 490) Ein Logis von 5 Zimmern mit Zubehör, auf Verlangen auch ein Mansardenzimmer mit angrenzendem Cabinet, beziehbar am 1. April. ____________G. Volk, Grünbergerstr. 181) Freundliche Mansarden-Wohnung an stille Leute zu vermiethen. ______________________Marktplatz A. 5. 51) Der mittlere Stock meines Wohnhauses, bestehend aus sechs ineinandergehenden Zimmern, verschiedenen Mansarden und allem Zubehör ist zu vermiethen und kann sofort oder auch später bezogen werden. ______Helfrich, Marburgerstraße 177. 52) Mansarde zu vermiethen. Fabrikant Iuadardt, Kanzleiberg. 82) Möblirte Zimmer mit Cabinet auf sogleich billig zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.__________________________ 444) Eine kleine freundl. Wohnung ist wegzugshalbcr zu vermiethen und alsbald beziehbar. Näheres ______________ Unioersitätsftraße 78'. 381) Ein schönes Familienlogis ist zu vermiethen und im April zu beziehen, sowie ein möblirtes Zimmer sogleich bezieh- bar bei______Louis Lotz, Reichcnsand. 215) Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen. ________________Lit. D. 85. 55) Laden mit Logis in der Mitte der Stadt zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl. auf dem Kirchenplah hält sich mit einem guten Glas Pilsener sowie Franks. Bier bestens empfohlen. (340 Reeller Nebenverdienst! 367) Eine leistungsfähige Nähmaschine,l- fabrik sucht für -Hießen einen tüchtigen Kaufmann, oder eine in der Nähmaschinenbranche bewanderte, in Gießen lokalkundige Persönlichkeit, welche gegen gute Provision ein Nähmaschinenlager übernehmen würde. — Bei regem Fleiße sicheren, den p Reflec- tanten lohnenden Verdienst. Frco.-Offerten unter L. 675 besorgt die Annoncen-Expe- bition von HÄasenstein^Vogler, Frankfurt ft. M. 455) Dienstmädchen mit guten Zeugnissen für Haus- und Küchenarbeit zu baldigem Eintritt gesucht. Frau Textor, Hardt. /Technicum Mittweida. ? / (Sachsen.) — Höhere Fachschule/ /für Maschinen - Ingenieure und/ Werkmeister. Vorunterricht frei./ / A Ltinahuiczi: Mitte April u. October. / w. Darms bie Errichtung vtfsend, find von „Die soebei Handelsstadt des gegenüberliegendei frieun und durch die dringende 3iol Minz und ihrer Äheinbrürte zu w rncht blos aus dii der gänzlichen 211 tiniitienbe Nothr die ein Hemmnis und Gegend als Pfunden wird ur wohnheit die ftL Cheine gelegener WM Brückei öegend i^ren $er. Wiiuifl ihres @ länger verschoben nutz vollzieht, die cmchten. Der Frage aus Kosten des £ aber auf Kosten treten worden. s Uschen Ludwi Aksbaden zu en tuhrbar noch als Rier und dem wWtn^nbi ficht vorhanden se ® SiHrafie b„< um Uber bie R itt gewinnen. Omaren Betheil ?er. benachbarten r N das Zül ru L^°MeUn S.,ble Stadt M Mtlbe zur M NS: tot« StaatNÄ S*“ Ä&Sf ÄS’« K«..« 'M , Viele heilen ganz i ursacht. Dar @ief