1880 Samstag den 20. Marz srr. 68 RevactionSbin-eaur \ Hxpe-itionsbrrrcatt: J Schulstraße B. 18. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. B oe kmann. Kreisqesundheitsamt Gießen besorgt. Gießen, am 17. März 1880. Zum Geburtstogsfeste des deutschen Kaisers. (22. März 1880). Die Feier des Wiegenfestes unseres Ka-sers Wilhelm gilt uns als ein Volksfest, feit Jahren ist der 22. März ein nationaler Festtag g'worde". Kaum leg» sich noch darüber dos deutsche Volk Rechenschaft ab, vielmehr findet e# tit freudige Feier selbstverständlich und natürlich. Es liegt rn dem Jubel der Nation nichts Osficielles oder Gemachtes, sie folgt dem Drange ihres Leitens. Darum erwägt das Volk nicht mehr, daß in seinem Kaiser das Staatswesen, di- Vertretung des Reiches, dem wir zahllose Segnungen verdanken, gewissermaßen zur persönlichen Erscheinung kommt, eS folgt nicht allein der allgemeinen und wohlbegründeten Sitte, das Geburtssest des Landesh-rrn >u feiern, es erfüllt nicht blos eine ehrenvolle Pflicht, sondern esfolgt, edtg llch dem inneren Drange. Begeisterte Verehrung, Dankbarkeit und b"ech"gier Stolz haben gleichmäßig Antherl an dieser Feier, die um so herzlicher und «hebender wird, je länger die gütige Vorsehung uns den Kaser erhalt. Verehrung weiht das Volk dem selbstlosen, starken und edlen Geiste des Kaisers, Dankbarkeit empfindet es sür das, was er für Deutschland gewirkt und gelitten Hot, vor Allem sür die Herstellung des einigen Daterlandes, welches die Bedingungen sür die Sicherheit nach Außen, für erne unabhängige nationale Enlniclelung, sür Wohlsahrt, Freiheit und Gesittung in sich trägt, Dankbarkeit sür ihn, der unserem Leben durch die Erfüllung desjahrhunderte- lanaen Traumes von des deutschen Reiches Herrlichkeit den kräftigsten Juha t gegeben, und mit ihr vereint sich der Stolz auf einen Kaiser, dem eine ganze Wel Bewunderung entgegenbringt. . , Hohe Bewunderung erzeugt das reiche Leben unseres Kaisers, das ohne Gleichen in der Weltgeschichte ist, die Ehrfurcht aber 'st nicht °llein d-F°Ig° eines natüilichen Gefühls dem hohen Alter gegenüber, das dennoch nicht« von der geistigen Frische htnwegzunehmen vermag, sondern auch der vielen und wunderbaren Fügungen der Vorsehung, welche Kaffer^Wilhelm ganz blonder in ihien mächilgen Schutz genommen zu haben scheint. In Zeiten, wo man den Finger Gottes so ost zu sehen vermeint, da sollte man ihn vor Allem a7ch in dem weisen Walien der Vorsehung erblicken, di- dem jungen Reich so lange den alten festen Herrscher erhält. Rach langer Arbeit, nach schweren Kämpfen ist unserem Kaiser, obwoh nicht ungetrübt, ein an Ehren reicher Lebensabend zu Theil geworden Hehre Erinnerunasfeste, die an seine kriegerische Lausbahn anknüpsten, freudige Fami- liencreianisie die seltene Feier seiner Goldenen Hochzeit haben sein Herz «quickt auf allen seinen Wegen begleite, ihn die Liebe eines treuen Volkes und wo auch zuweilen der Streit der Meinungen, der Kamps der Parteien tobt in einem Gesühl, das gerade am Geburtstage des Kaisers lebhaft sich herdrängt, sind alle Parteien einig in der Anhänglichkeit an den Kaiser, de bOi ^Wohl umwöltt sich zuweilen der Horizont mit Kriegsgefahr, abet ein Mich i ach unseres Kaisers Bild genügt, um uns zu sagen, daß wir uns eher unter den Trümmern des von ihm geschaffenen Reiches begraben ließen, als daß wir uns eine Zersplitterung und Entwürdigung des Vaterlandes gefallen li hen Im Jnne.n aber erhoffen wir den Frieden gleich unserem Kaiser Wilhelm der schon bei der Eröffnung deS ersten Reichstages sprach t Woge die Wiederherstellung des deutschen Reiches sür die deutsche Nation auch imch Innen das Wahrzeichen neuer Größe sein I Möge die Aufgabe des deutschen Volkes sortan da,in be,chl°ff-n sein, sich in dem Wettkampfe um die Guter des Mieders als Sieaer au erweisen! Das walte Gott! Die Hoffnung und das Vertrauen des Kaisers ist unser Panier, und in diesem Zeichen werden wir siegen I An seinem Wiegen,este aber vereint das ganze Volk sich zu dem Ruse: „ z, , Gott schütze und erhalte unfern Kaiser! Aeutschkand. m Darmstadt, 18. März, lieber bie Vorlage der Regierung den Gesetzesentwurf die Errichtung einer stehenden Brücke zwischen Mainz und Kastel fonne übetbie©incXi “eg WebufleS einer Bürgerversammlung und der Handelskammer r>i che Negierung schon feit länger als einem Jahrzehnt sich mst biefem wichtigen Gegenstände ernst beschäftigt, aber letzt .durch bte a*?frhbePlI,d)jCJt brechunaen des Uebergangs über den Rhein vermittelst der Schiffbrücke m bi cf cm W nter durch die bedeutende Zunahme der Bevölkerung von Mainz und Kaste, durch das so'gewachsene Bedürfniß der beiden Rheiimfer des Mittelrhems zu einer voUs^ndig ununterbrochenen Passage des Rheins — endlich daß ohne eine feste stehende Brücke üb^r den Rhein Mainz, die größte Stadt dieses Landes, in einen kleradezu erniedrigten Laut- 'M Vergleich mit allen großen Nh-instädt-n von Basel bisColn, die iammtuch mit stehenden Rheinbrücken jetzt versehen sind', von nun an verbleiben wurde^^u dem Entschluß gebracht worden, den festen Dan emer weiteren Rhembrücke zu Mainz al. eine unmittelbare Nothwendigkeit zu betrachten." Berlin, 17. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Nach- richt verschiedener Blätter, daß die preußische Regierung wegen Ankaufs der Hessischen Ludwigsbahn Verhandlungen angeknnpft habe und letztere ^berests weit vorgerückt seien, entbehrt zuverlässiger Quelle zufolge jeglicher Begründung. England. London, 17. März. Unterhaus. Aus eine Anfrage Gourley's erklärt der erste Lord der Admiralität Smith: Die bestellten Hinterlader näherten sich dem französischen System, entsprächen demselben jedoch nicht ganz. Ueber die Versuche mit Krupp'schen Kanonen in Esten sei der Bericht der denselben beiwohnenden englischen Officiere noch nicht vollständig erfolgt. Italien. Rom, 17. März, Abends. Depuiirtenkammer. gortjefcung ber Se- rathung über das Budget des Auswärtigen. Ricotera spricht seine Ansicht aus über die während der Debatte aufgeworsenen Fragen, prüft die Verwal- tuna der Ministerien der Linken nnd beklagt die Spaltungen der Lwkeii. Er sei von^der Politik der Regierung nicht gänzlich besriedigt werd° °r.r »r das Cabinet' stimmen. - Marselli, Della Rocca Umana und Fr,x - erklären sich von Cairoli's Antwort befriedigt. Visconti Venosta theilt diese JEMrtebi äung nicht und setzte seine Gründe hiersur auseinander. — Di bean tragt eine dem Cabinet günstige Tagesordnung. Bonghi bezeichnet die Regte- ungsp iik aw eine ohnmächtige. Minghetti entwickelt ein Mißtrauen Votum aeaen das Cabinet. Er erklärt, daß er als Minister seinen Collegen b'd der Herzegowina durch Oesterreich Italiens Jnteresten gefährden könnte und daß er hieraus e»ne negative Antwort erhielt. Er spricht sich gegen bte Duldung bei’ der republikanischen Vereine ans, erblickt in dem Berliner Vertrage den Keim neuer Complicationen und bezweifelt, daß die Regierung darauf vorbe- ri“Ct Lvalotlt beantragt eine Tagesordnung, welche b<« Zuversicht ausspricht das Cabinet werde in den Beziehungen mit lOesterreich das internationale Recht wahren und die Ftiedeus^Jnter.ffen mit den Pflichten einer freien nativ- nalen Regierung versöhnen. - Cairoli behält sich und de Pret.s bie Antwort aus Cavalotti's Aussührungen vor, glaubt jedock sofort Besorgnisse über bie von Cavaiotti Oesterreich zugeschriebenen kriegerischen Absichten verscheuchen zu B e k a » ii l m a ch u n g. g. @„«6.« .,« s 9 M W*. ... 13. 8.k... 1=75 «... .1, WUIW« 1°, I« S'"1" »"b- »- S>,°h M 3 .. IM Gießen, bett 18. März 1880. ' ' Großherzogliches Kreisamt Gießen. l)r. Boekma n n. Bekanntmachung. SBetreff enb: Die Eintheilung der Jmpfbezirke. Dorf-Gill und Grüningen die Impfung durch das Großherzogliche Es wird hiermit zur Kenntniß ber Jntereffeuten gebracht, baß , i Holzheim Lich Münster, Muschenheim, Rieder - Bessingen, Ober- Kreisgesundheitsamt Gießen, in den Orten SBirHar, gberftabt @$ zu Lich höherer Anordnung nach ausgeführt wird. ... d- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. $urcf) bie P§st bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. müssen. Die freundschaftlichen Beziehungen zu Oesterreich seien in Wahrheit unb«streitbar. Das Cabinet treibe nicht eine Politik der Furcht, sondern der Loyalität und der Achtung der Verträge. — Morgen Fortsetzung der Debatte. Nußland. Petersburg. Zur Geschichte des russischen Nihilismus veröffentlicht der „Relchsbote" das von dem eigentlichen Schöpfer und Gründer der geheimen nihilistischen Organisation in Rußland, von dem berüchtigten Anarchisten Bakunin entworfene geheime Statut der Nihilisten. Wir entnehmen demselben folgende Bestimmungen: 1) Reglement der internationalen Brüder. 2) Die internationalen Brüder haben kein anderes Vaterland als die allgemeine Revolution, kein anderes Ausland und keinen anderen Feind als die Reaction. 3) Sie verwerfen jede Versöhnungs' und Compromtß-Politik und halten jede politische Bewegung für reactionär, die nicht den Triumph ihrer Principien zum unmittelbaren und direkten Zweck hat. 4) Sie sind Brüder — nie greifen sie einander an, noch machen sie ihre Streitigkeiten vor der Oeffentltchkeit oder den Gerichten aus. Ehren-Jury, gewählt von beiden Parteien aus der Zahl der Brüder — das ist ihre einzige Gerichtsbarkeit. 5) Jeder von ihnen muß allen Anderen heilig sein, heiliger als ein natürlicher Bruder. Jeder Bruder hat auf die Hülfe und den Beistand aller anderen bis aus die Auslöschung der Möglichkeit zu rechnen. Dies die ersten Paragraphen aus den Statuten. Mitglied des ersten Grades kann nur Derjenige werden, welcher sich durch eine politische That in hervorragender Weise ausgezeichnet hat. Durch die Mitglieder dieses ersten Grades wird das leitende Central-Comits bezw. Executiv-Comitä gewählt. Um sich vor Verrath zu schützen, ist seit den Jahren 1877 in Rußland das System der falschen Namensführung eingeführt worden. Jedeö neu eingeführte Mitglied wird, nachdem ihn mindestens zwei bewährte Genoffen der Section empfohlen haben, unter falschem Namen vorgestellt, er selbst lernt seine Mitverschworenen ebenfalls nur unter den Namen kennen, welche sie als Mitglieder der Sektion führen. Erst die Zeit macht es ihm möglich, seine Genoffen näher kennen zu lernen, nie aber wird es ihm, oder überhaupt aber einem gewöhnlichen Mttgliede möglich sein, mehrere seiner Oberen kennen zu lernen. Dieser Organisation ist es zuzuschreiben, daß eben, wie bekannt, Fälle vorgekommen sind, wo das Gericht nicht einmal in der Lage gewesen ist, Namen und Stand des Verhafteten zu erfahren. Andererseits schützt diese Art der Organisation auch vor ausgedehntem Verrath, da der eingeschltcheue Verräther immer nur wenige untergeordnete Mitglieder kennt, deren Personen- kmntniß wiederum selbst nur eine beschränkte ist.________________________________ Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Correfpoubenr ■ Bnreau. Berlin, 18. März. Die Reichstags - Commission zur Vorberathung des Socialtstengesetzes hat mit 10 gegen 3 Stimmen die Geltungsdauer des Gesetzes bis zum 30. September 1884 festgesetzt anstatt 1886, wie die Regierungsvorlage bestimmt. Zu dem sog. Belagerungszustands-Paragraphen hat die Commission eine Declaration des Inhalts beschloffen, daß Ausweisungen von Reichstags- und Lantags-Abgeordneten während der Session ungültig sind. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zusolge ist der Gesandte v. Radowttz seit einigen Tagen wegen eines bereits in der Besserung begriffenen Leidens das Bett zu hüten genöthigt; auch der Geh. Legationsrath Bucher ist erkrankt. Der Reichskanzler ist noch nicht wieder hergestellt. Die Ueberwindung der Geschäfte des Auswärtigen Amts biete daher wesentliche Schwierigkeiten. Bei der Ueber- häufung des Staatssekretärs des Auswärtigen mit laufenden Arbeiten und der wenig zahlreichen Besetzung der politischen Abtheilung mit vortragenden Rärhen habe schon v. Bülow die Nothwendigkeit empfunden, in der Person v. Rado- Witz' eine bewährte Hülfskrast heranzuziehen. Derselbe gehöre aber nicht dem Etat des Ministeriums an. Auf eine Aushülfe der zweiten Abtheilung sei bei der außerordentiichen Vermehrung der sog. nichrpolitischeu Geschäfte nicht wie früher zu rechnen. Zur Abhülfe des Nothstandes sei Generalkonsul Busch aus Pesth einberusen und werde heute oder morgen erwartet. Karlsruhe, 18. März. Staatsminister Turban hat im Auftrage des Großherzogs heute den Landtag mit einer Rede geschloffen, in welcher er schließlich den Wunsch aussprach, daß den Arbeiten auch dieser Session ein segensreicher Erfolg für die materiellen, geistigen und religiösen Interessen des Landes beschieden sein möge. Paris, 18. März. Das Journal „Voltaire" will erfahren haben, daß die Schließung der Unterrichtsanstalten der Jesuiten und die Auflösung ihrer Novikiate fest beschloffen sei; es sei nur noch zu entscheiden, ob man diese Maßregeln mittelst einfacher Ministerialverfügung oder Dekretes des Präsidenten der Republik durchführen werde. München, 18. März. Das Schwurgericht verurteilte den Redakteur des hiesigen „Bayer. Landboten", Buchner, wegen Beleidigung des Königs von Bayern zu einer Festungsstrafe von 6 Monaten. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate Gesängniß beantragt. Dresden, 18. März. Das „Dresd. Journal" meldet: Zufolge einer katarrhalischen Affection steht sich der König genöthigt, auf die beabsichtigte Reise nach Berlin zur Beglückwünschung des Kaisers zu verzichten. Berlin, 18. März Reichstag. Dritte Lesung des Etats. Die Etats des Bundesraths und Reichstages werden ohne Debatte genehmigt. — Beim Etat des Auswärtigen Amtes erklärt Untersiaotssecretär Scholz auf Anfrage Majunke's, daß keine Verhandlungen stattgefunden hätten über das, was nach Ablauf des deutsch- belgischm Handelsvertrages am 1. Juli zu geschehen habe. — Nachdem Lingens und v. Czarlinski die Berichte des Eomniissars zur Ueberwachung des Auswanderungs- wesens krUisirt haben, wird der Etat des Auswärtigen Amtes genehmigt, ebenso der Etat des ReichsanUes des Innern. — Zum Militär-Etat liegt die von Richter (Hagen) beantragte Resolution vor: Der Reichstag wolle die Erwartung aussprechen, daß künftig bet Ueberweisung von Inseraten an Zeitungen nur die möglichste Verbreitung, nicht aber die Parteistellung der Jnsertions Organe in Betracht gezogen werde. Richter beleuchtet die Vorgänge in Königsberg, wo durch Verfügung des Gemralcommandos die gelesensten Blätter wegen oppositioneller Haltung von den amtlichen Inseraten ausgefchlossen seien. Der Fall liege dort so wie der im preußischen Adgeordnetenhause von Rickert erwähnte betreffs der „Posener Zeitung." — Kriegsmimster v. Kamecke beruft sich aus das bekannte preußische Mtuisterialrescript, wonach den oppositionellen Blättern amtliche Inserate nicht zugewendet werden sollen. Dieses Rescript sei auch für die Militärbehörden verbindlich. Bis jetzt hatte das Verfahren derselben betreffs der Inserate rod) keine ökonomischen Nachtheile zur Folge. Nnterstaatssecretär Scholz erklärt, für die Reichsbehörden als solche beständen Vorschriften über das Jnseriren nicht Neben der Billigkeit und Zweckmäßigkeit müsse für die Behörden auch das Dekorum bei Wahl der Organe, worin sie infertren, maß- gebend sein; daher könnten sie in gewissen Zeitungen nicht inseriren lassen. Nachdem noch Rickert für den Antrag Richter gesprochen, wird letzterer angenommen; dafür stimmen die National-Liberalen, die Fortschrittspartet und das Centrum. Der Militär-Etat wird nach den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt. Zum Marine-Etat tadelt ü. Ohlen, anknüpfend an die Debatten der zweiten Lesung, daß verschiedene damals gegen die Admiralität erhobene Angriffe nicht einmal den Versuch einer Widerlegung erfahren haben. Nach einer Entgegnung Richter's wird der Marin -Etat bewilligt. Zum Etat der Justizverwaltung beklagt sich v. Ludwig über die zu große Höhe der Gerichtskosten. Eine materielle Kritik unseres Strafrechtes, in der Redner das neue Strafgesetzbuch die Lust und Freude aller Schurken und den Kummer der ehrlichen Leute nennt, zieht ihm einen Ordnungsruf zu. Der Justizetat wird bewilligt Beim Etat des Reichsschatzamtes führt Mirbach die Nothwendigkeit zur Doppelwährung zurückzukehren aus. — v. Helldorf-Bedra erklärt, Mirbach habe nicht die Anschauung der ganzen deutsch-conservativen Fraktion wiedergegeben. Bamberger rechtfertigt das bestehende System der Goldwährung. Eine ganze Reihe von Etats wird ohne Debatte bewilligt. Beim Etat der Post- und Telegraphen-Verwaltung tritt Stephani für die Bewilligung der in zweiter Lesung gestrichenen ersten Rate für den Umbau des Postgebäudes in Leipzig ein. Der Antrag wird abgelehnt und der ^Beschluß der zweiten Lesung aufrechterhalten. Beim Extra-Ordinarium des Militär-Etats beantragt Richter, die Bewilligung für die neuen Casernenbauten in Dresden zu streichen An der Debatte betheiligen sich Richter, Kayser Und Ackermann, worauf das Haus conform den Beschlüssen der zweiten Lesung die Positionen bewilligt. Ohne Debatte werden die Extra-Ord.narien der Marine, der Justizverwaltung, des Schatzamts, der Reichsschuld, des Rechnungshofes, der Eisenbahnverwaltung, der Reichsdruckerei und die Ausgaben in Folge des Krieges gegen Frankreich genehmigt, ebenso der Etat der Einnahmen aus den Zöllen, den Verbrauchsfieuern, dem Spielkartenstempel und der statistischen Gebühr unverändert genehmigt. Zu den Ausgaben der Postverwaltung beantragt Richter, die in zweiter Lesung mit 107 gegen 105 Stimmen eingesetzte Stelle eines dritten Directors mit 15,000 JL Gehalt wieder zu streichen. Delbrück erklärt sich gegen den Antrag, ebenso Benda, v. Kardorff uyd Windthorst. Staatssecretär Stephan bezeichnet die Stelle als unentbehrlich. Liebknecht kommt auf die früheren Beschwerden über die Verletzung des Briefgeheimnisses zurück und zieht sich dabei einen Ordnungsruf zu, da er die Poft als Schule der Spionage und Denunciation bezeichnet. Bundes-Commissär Cramm tritt dem Vorredner entgegen. Der Postetat wird darauf auch im Extra-Ordinarmm nach den Beschlüssen der zweiten Lesung bewilligt, ebenso alle noch übrigen Etats bis zum Schluß, sowie das Anleihegesetz zum Etat. Um 4 Uhr vertagt sich das Haus bis zum 6. Aprils Paris, 18. März. Im Senat begann heute die Berathung des Generalstabs-Gesetzes. Der Krtegsmintster hob die Vorthetle des neuen Gesetzentwurfes hervor. Marschall Canrobert erklärte, er werde sich der Abstimmung enthalten. — Es heißt, die Jesuiten hätten bereits diejenigen Mitglieder ihrer Congregation, welche nicht französischer Nationalität sind, veranlaßt, sich in's Ausland zu begeben. Rom, 18. März. Sitzung der Kammer der Deputtrten. Bovio. Oliva und Manctnt begründeten ihre dem Ministerium günstigen Interpellationen. Mancini sagte dabet, daß Bonghi die Linke mit olympischem Stolze behandelt habe. Präsident Fartni fordert Mancini auf, seine Ausdrücke zu mäßigen, woraus sich ein lebhafter Zwischenfall zwisch n Manctnt und Fartnt entwickelt. Manctnt verzichtet schließlich unter dem Beifall der Lmken auf das Wort. Lebhafte Bewegung. Farini verläßt den Präsidentensttz. Die Rechte und die Minister verlassen den Saal. Vicepräsident Spantigati unterbricht die Sitzung auf eine halbe Stunde. Nach der Wiedereröffnung erklärt Mancini, niemals Worte ausgesprochen zu haben, welche den Präsidenten beleidigen konnten. Spantigati schließt die Sitzung, indem er die Hoffnung ausspricht, daß Farini morgen das Präsidium einnehmen werde. London, 19. März. Die Morgenblätter veröffentlichen einen Bericht Hartmann'S, worin er bekennt, daß er der Haupturheber deS Moskauer Attentates gewesen sei. Hartmann beabsichtigt in wenigen Tagen nach Amerika auSzuwandern. Lokales. Gießen, 19. März. sSchwurgerichtsvcrhandlung.j Am 18. dss. wurde die Anklage- fache gegen Johann Adam Schmidt, 43 Jahre alt, verhciratbet, Taglöhncr in Bücingen, wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit, begangen an der geisteskranken Sophie Müller von da, vor dem Schwurgericht verbandelt. Trotz Leugnens wurde Angeschuidigter für schuldig erkannt und in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren»und 6 Mvnaten vcrurtheilt, ihm auch gleichzeitig die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Gießen, 19. März. Einem „armen blinden Mann" von Ulfa, welcher gestern von Haus zu Haus bettelte, würbe auf der Polizei plötzlich das Augenlicht wieder verschafft. Der Schwindler wurde beigcsteckt und siebt seiner Bestrafung wegen Betrug entgegen. — Ntchr weniger denn 90 Liter Milch wurden heute Morgen von einem Oeconomen confiscirt. Bei der Visitation war dieselbe jedenfalls vor Schrecken blau und zu wässeng geworden. Arme Frauen und Kinder wurden mit derselben erfreut. — Zum letzten Male für diese Periode, und hoffentlich auch für lange Zeit, theilte heute die Volksküche ihre Speisen aus. Es wurden vcrtbeilt 898 halbe Portionen; hiervon 36 verkauft und 862 an Arme, Kinder und Handwerksburschen. Hrischbäcker in Gießen. Sonntag, den 21. März. August Noll, Mäusburg. Wilhelm Lange, Neustadt. Jakob Kltngelhöfer, Wallthor. ———I■—niffBIT Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde ?u Gießen. Gottesdienst: Sonntag, den 21. März. Buß- und Bettag. Morgens: Pfarrverwalter Schöner. — Nachmittags: Pfarrer Schlosser. Montag, den 22. März: Morgens 9 Uhr: Feier des Geburtstages Sr. Majestät deS Kaisers. Mittwoch, den 24. März: Nachmittags 2 Uhr: Beichte: Pfarrer Schlosser. Donnerstag, den 25. März: Morgens: Pfarrverwalter Schöner. (Feier des heiligen Abendmahles.) Freitag, den 26. März: Morgens: Pfarrer Schlosser. — Nachmittags: Pfarrverwalter Schöner. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 20. bis 27. März besorgt Pfarrverwalter Schöner. SrckE, *tr BeilooW J'J M. gtopt K Jt im •« ” zi-i-nb S-Ä - [N y FÄ# mit feinem tat« Armin D yM* §ert 18. März w6, Fürstin Die preußischkn storbenen Prin-^ Schwester der J Araunfels in ah Cumberland. Mainz. Hchde im Gießen Montag de von Loruii soll im Gießenei District Brau^ ttifleiflert werN A. E Scheith.! Raui Buchen 145 Eichen 38 Mel - 8. Bau-, We 261 AcheN'S von 21— 3 Mel-Sti 2 Buchrn-S Die Chaussee nachtz Gießen, am Großherz-gl. s 1789) «. Hchvn N 1H6 ' 7 ' E>c As Bi soll ,A°nni! Montag Dienstag be. Mal Morc jta in betn Be Wct Eichb^g Wirde verstell 38® Nt. Um ^“««8! ’Üfc* £*** 700 " 'Der erst * ' K* und ft ' I“ toi. L? °u« ISmÄw ’Sten $i)|i Darmstad labkn allnMjrigß Am 10. MS Wiadm, Dr. »iWhum, mit 2 - Seine Kö Am 13. MSr älljtt, zum ©ir ' 'I.hlN 1880 an. «i btmf. Tag ' unb D w. Dr. Th-odi Berlin, 18 M Notlage diS V j* fast die > M Adlommen ein ^«»beirach meinte lei uni Miejotien der V, Bhe. SDie falle die » ”i »eiche die ** ? "d üngen g!Ä Miste dies ä* Macht Mn Rkm° Strohhüte für Herren und Damen werden gewaschen^ gefärbt und mobernifirt Muster liegen, zur Ansicht bereit. (1542 Louis Gail, Mäusburg D- 8. 1482) Ich empfehle hiermit einem hiesigen sow- auswärtigen Publikum meinen Möbel Transportwagm zur gefälligen Benutzung Bei billigster Berechnung garantire für sorgfältigste Verpackung. Christian Zinßer, Ludwigsplatz 169. 798) Ick suche einen Lehrling» August SLrött^ Seltersweg. 1879) Ein Haufen Kuhmist zu verkaufen bei Georg Lang in der Pascoe'schen Besitzung._________________________ Stückreiche und steinfreie Steinkohlen und gew. Nußkohlen empfiehlt (1887 Georg Unverzagt, Kaplansgasse. 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