Sr. Zweites Blatt. Sonntag den 18. Januar 1880. Kichener 'Z^eiger GxpedMo«*dttrra« r Amtzk- Md AmtsM für des Kreis Gieße». Schulfiraße B. 18. .. _ „ t . , __. BrelK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloha^ Erscheint täglich unt Ausnahme des Mv«t«g». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst iw Frühjahr 1880. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen sich der im nächsten Frühjahr lfd. Jahres stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, uerden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bet Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Februar 1880 bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt j. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubrmgen, wenn der sich Meldende im Großher. zogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ern Bogen m Acten formal (mcht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche find folgende Papiere bcizufügen: b) E>°nwtlU g^u n^s"-At'test des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen acttven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d) einen selbstgeschriebenen Lebenslauf. ou »os. b. wird noch besonders darauf hiugewiesen, daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. ,. -7 M H. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eilig^eichl worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten- 1. U-ber d" An'fo r d eru n g e n,"'weiche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt di- Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ord. - Th-ll der Wehr-Old. vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß. ' Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüsung stattfindet, erfolgi weitere Bekanntmachung. Eine specielle Ladung erfolgt nicht. Darmstadt, den 22. December 1879. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Spam er. Bekanntmachung. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekman n._______ machen zu lasten. Gießen, am 2. Januar 1880. Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1880. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung, fordern wir all- im Jahr 1860 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in frühe- ■ Ten Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom MUitärdicnste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt hoben, oder m demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschastsbeamte Handluug-dien-r, Lehrlinge, Handw-rksgesellen, Lehrburschen Dienstboten, Fabrikaibeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aushalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in bte Stammrolle in der Zeit nnm IS dis rum 1. Februar I. A. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu Milden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loosungs-Schein -orzulegen^ aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zuruckstellung ic. Beglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen An- meldunge^verBichttt.z^iich-n Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt Politische Ueberficht. Der deutsche Reichstag soll am 10. Februar zusammentreten und bis Opern seine Thä'igkeit absolviren. Es verlautet mit Bestimmtheit, daß ftch unter den Fordelungen, welche an ihn herantreten werden, eine nicht un- erbibliche Vermehrung der Artillerie, und, wie man annimmt, damit auch eine Erhöhung d,s Piäsenzstandes der Armee befindet. Bei den alarmirenden Nachrichten über Rußland dürste diese Vorlage Entgegenkommen finden, in- dellen ist au hoffen, daß neue Mehrbelastungen durch Erhöhung des Militär- Etats durch Coucessionen in Bezug auf die Di-nstz-lt annehmbar gemacht ""^Dit Pesther Journalisten haben jetzt einen schweren Stand. Der corrumvirte Adel, welcher durch Enthüllungen dtscr-ditirt wird, rächte fich durch Duelle, welche seine besten Pistolenschützen provociren. Ei» jämmerlicheres Schauspiel, als diese Ehrenhändel, bei denen von Ehre nur dem «amen nach di- Rede ist, hat es lange nicht gegeben. E« ist ein Zeichen gä^er Voiksst'mwung. daß sie gegen die aristok.atischen Jndustrieritter u. Harnisch geräth, so bedauerlich die Ezcesse find. Das beleidigte Gerechtigkeitsgefühl des Volkes wartet noch auf eint Sühnt, und diese kann ihm nur zu Theil werden, wenn man die Hand an die Wurzel jener liebel legt, auf welche die beklagenswerthen Erscheinungen im öffentlichen Leben Ungarns zu- rückzusühr-li sind. m D-r vielgenannte greise Pariser Finanzier Isaak Pereire hat ein aroßes Preisausschreiben für die Erforschung der besten Mittel zur Be- seitigung der soc alen Roth erlassen und tritt damit in die Reihe der edelsten Wohlthäter der Menschheit, denn nicht nur Frankreich, sondern allen Ländern werden die Resultate der bezüglichen Forschungen zu Gute kommen. Wahr- Itch, ein so ed-lmüthigeS Vorgehen ist eh e zeitgemäße Antwort auf die Verdächtigungen des angeblich „selbstsüchtigen, auSbeuienden Judenthums I" Rußland hat in neuester Zeit die Couflikte Englands mit der Türkei diplomatisch ei örtern lassen und darauf hingewiesen, daß der Sultan einen Act von Unduldsamkeit sich nicht würde zu Schulden kommen lassen haben, wenn der ganze Berliner Vertrag und mit ihm die Bestimmungen über die B.schützung der religiösen Freiheit von allen Vertragsmächten garantirt worden wäre, wie es Rußland vergeblich vorgeschlagen hatte- England aber *? N d Vergeßt das Füttern der hungernden Böget nicht! Joh. Schlitz, kömgl- holl. Hoflieferant in Mai nz. 99) Pueinte Reine per Flasche A. Eulenstein, Frankfurt a. M. n tf Piuninos IsländisMoosM n v L. Frohnh&user. 20 30 60 90 50 60 80 80 1 1 1 1 1 2 2 2 2 3 aus Jo Mai Priorato secco Priorato dulce Badalono Garnacho Sherry Malaga Madeira Oporto Vino Rancio u d h 4 d o h d d Fabrik : Frankfurta/M. (100 werden voi Kuar ab Kaiserstrasse 9, Entresol. — Flügel — Harmoniums Billigst und in jedem Quantum bei: Ludwig Herbert, Mäusburg, - - Ph. Schulz ..... Ferd. Sttchtenroth ..... . Heinr. Glöckner....... 6atl Geißler ........ Bürgermeister Jager..... Posthalter Hickmann Posthalter Weinberger..... Weitere Niederlagen errichtet: Hon in großer bet 398) nicht zu erreichen war. Die Mittel hierzu liegen bei der Abhängigkeit Hessens in der Verwaltung der Main-Weser Bahn bei den in der Hand Preußens liegenden Concur- renzbahnen sehr nahe und es ist keine müßige Sorge, anzunehmen, daß davon Gebrauch gemacht werde, nicht etwa in gehässiger unfreundlicher Absicht, — nein, roie wir denken, zur Erstrebung eines Zieles, welches als gut und heilsam für die Gesammtheit erkannt ist. . _ . . „ , .. Bei solchen Erwägungen kann die Möglichkeit und sogar die Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschlossen sein, daß die Rente der Main-Weser-Bahn sich demnächst nicht nur nicht heben, sondern weiter sinken und daß ein vielleicht später in Hessen gewünschter Berkaus sich hierdurch nur auf wesentlich ungünstigerer Basis realisiren lassen wird. Es bleibt stets ein ungünstiges Verhältniß, bei einem Unternehmen mit namhaften Summen betheiligt und von der Leitung desselben so zu sagen ausgeschlossen zu fein; noch viel ungünstiger gestaltet sich diese Lage, wenn unser Partner unseren Antheil zu erwerben wünscht und gleichzeitig die M'.ttel besitzt, ohne fühlbare eigene Schädigung (der theilweise abgelenkte Verkehr kommt ihm anderweit ganz wieder zu gute) unseren Antheil zu entwerthen. Es mag der vereinbarte Verkaufspreis vielleicht nicht voll dem Werthe und der Rentabilitätsfähigkeit der ganzen Bahn entsprechen; wir dürfen in Hessen aber nicht die Stellung vergessen, welche wir nach Lage der Dinge zur Sache einnehmen. Das Ganze oder der größere Theil mit dem überwiegenden bestimmenden Einflüsse ist stets werthooller, als der kleinere abhängige Theil — mit diesem Factum ist zu rechnen. Erscheint hiernach der Verkauf auf Grund des vereinbarten Vertrages einerseits nicht als em Act politischer Bedeutung für Hessen, so ist er andererseits in wirthschaft- licher und finanzieller Beziehung, wenn auch nicht als eine glänzende, so doch unter den gegebenen Verhältnissen als eine für Hessen vortheilhafte Transaction zu bezeichnen. Es werden mit Realisirung derselben wirkliche Landesrechte nicht aufgegeben, es werden bedeutende Summen, welche-sich in ihrer Anlage unserem Einflüsse entziehen, frei; dieselben gewähren, im Sinne der Vorlage Großherzoglicher Staatsregierung verwendet, für die Hauptstaatskasse eine gesicherte Erhöhung der Einnahmen, welche dazu verwendet werden können, der Wohlfahrt des Landes durch geeignete Bahnanlagen weiter zu dienen. Zudem, und das ist sicher nicht die letzte Aufgabe einer Eisenbahn, bleibt das Land auch ferner im Genüsse aller der Vortheile, welche die Main-Weser-Bahn, als Verkehrsmittel der hessischen Bodencultur, seinem Handel- und Gewerbefleiß seither gewährt hat- Es gilt hier, wie in allen derartigen Fragen, das Eisen zu schmieden, so lange es heiß ist; dieser Augenblick scheint gekommen und wir halten es recht eigentlich für eine patriotische Pflicht, denselben nicht ungenützt zu lassen. . in Gießen. . „ Hungen. „ Lauterbach. . „ Lich. . „ Lollar. . „ Münzenberg. . „ Schlitz- . „ Stockhausen. d •H O woll' N in * 2 Ellen ] zmpn1^ iäJ mitiit« Jl 3,50 im 6i. 39») juttt * 6in!au , , lernet 'Mhm8 Mälttt “t.' hat die Genugthuuag uachweisen zu köuncn, daß die Angelegenheit auch ohne diese Bestimmung zu seiner vollen Zufriedenheit geregelt worden ist. Daß ihm dabei die Unterstützung Deutschlands und Oesterreichs geholfen hat, mag Rußland allerdings nicht sehr angenehm sein. In der Botschaft, welche der Präsident der Vererntgten Staaten, Hayes, bei der Eröffnung des Congreffes übersandte, erklärte er die Bereitwilligkeit der Union, die Eonfltcte zwischen Peru, Chili und Bolt- via zu vermitteln. Auch Deutschland und England s-ll-n sich an die Union gewandt und ihre Unterstützung bet einem Ausgleich in Aussicht gestellt haben, aber man war in Washington auch gegen diesen neuen Versuch Europas, sich in Südamerika einzumischen, eifersüchtig und empfindlich. Cap weine aus den Districten Paart und Constantia* Als Krankenweine ärztlich empfohlen. Direct von Producenten bezogen. Bolle Garantie für Aechtheit! Ä Großes Lager in Instrumenten von: Steinway (echte Newyorker) — Schiedmayer, — Blüthner, — Sechstem, — Biese, — Rosenkranz, — Clemens Müller, — Nagel, — Berdux, — Heyl, — Selinke & Sponnagel, — Dörner, — Liedoke, — Harmonie-Genossenschaft etc. etc. Theilzahlnngen gestattet! — 5jährige Garantie! Gebrauchte Dianinas, Ä^LUCU' roetbcn $u biW 1k“ Hi I. Heqer'scher Hanitäts-Weink: btt R etfic”. ‘"’M WnW sÄ W Wirtlischafts-Verkauf. 283) Ich beabsichtige, mein unmittelbar | bei Büdingen, an lebhafter Straße belege- 9 nes Etablissement „Zur Klippe“, worin seit circa 30 Jahren eine sehr be» ;s suchte Gastwüthschaft betrieben wird, aus |l freier Hand mit oder ohne Inventar zu f verkaufen. Zu demselben gehören zwei Wohnhäuser, V Scheune, Stallung, ein sehr guter Felsen- [ keller, ein großer Garten und einige Morgen guter Acker. Seiner schönen und günstigen Lage nack würde sich mein Etablissement auch besonders zur Einrichtung eines Landsitzes oder zur Anlage einer Brauerei eignen Reflectanteu belieben sich direct an mich zu wenden. W. Schön sen. Wittwk, Klippe bei Büdingen. In den Apotheken. Main-Weser-Bahn. Aus Qberhessen erhält die „N. Frkf. Pr." folgende 60^6^0^^: Die Wichtigkeit guter Verkehrsmittel erkennend, wendet sich die Aufmerkiamteit Vieler dis setzt noch nicht dem Eisenbahnverkehr näher gerückter Gegenden dem Baue von Secun- däreisenbahnen zu. Mit -recht finden dieselben nachgerade biejenige Würdigung m der Bevölkerung, welche ihnen gebührt, und sie werden dazu berufen sein, mancher Gegend, welche nie von einer Vollbahn berührt werden dürfte, die Segnungen erleichterter, billigerer Transporte zu schaffen und vielen heute unrentadelen Vollbahnen erhöhten Verkehr und bessere Rentabilität zu gewährleisten. Auch in Oberhefi en werden zur Seit einige Projecte in eingehende Erwägungen gezogen und gewinnen, unterstützt von dem Jntereffe der Bevölkerung, mehr und mehr an Realität. Kann denselben theil- weisc bei sachgemäßer, den localen Bedürfnissen angepaßter Ausführung an sich schon ein günstiges Prognosticon gestellt werden, so dürften fie außerdem voraussichtlich von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die weitere Entwickelung des Verkehrs der Oberhessischen Bahnen und speciell der Linie Gießen-Gelnhauien «erden. Gerade dieser Strecke, wenig geeignet zur Vermittelung des größeren durchgehenden Verkehrs, dürste vorzugsweise durch bessere Aufschließung des Vogelsberges und der benachbarten Wetterau durch Secundärbahnen aufzuhelfen sein und besteht, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, bei Großherzoglicher Staatsregierung die Geneigtheit, hierauf bezügliche Bestrebungen nach Möglichkeit zu fördern. s Es wird diese Frage indessen m Zusammenhang gebracht nut bei Abtretung des Großherzoglich Hessischen Theiles der Main-Weser-Bahn an Preußen wodurch bedeutende Mittel an Hessen in baar zurückfiießen und hierdurch die Möglichkeit geboten würde, sachgemäße Projecte durch staatliche Subventionen zu fordern. Einem den Verkauf ablehnenden Votum der zweiten hessischen Kammer der Stande ist bekanntlich die erste Kammer nicht beigetreten, dieselbe hat vielmehr mit großer Majorität ihre Zustimmung zu der Vorlage der Regierung erklärt und muß die Annahme, die zweite Kammer werde nochmals demnächst über den gleichen Gegenstand zu beschließen haben, Angesichts dieser Tatsachen liegt cs bet der Wichtigkeit der Frage tut das ganze Land, besonders aber für Oberhessen nahe, dieselbe in Verbindung mit den schwebenden Secundärbahnprojecten nochmals zum Gegenstände der Erörterung zu machen. Es wird hierbei nicht beabsichtigt, die vielen für und gegen entwickelten Grunde zu kritisiren; es besteht lediglich der Wunsch, vom practischen Standpunkte die beiden Hauptfragen zu beleuchten: 1) Bestehen vom politischen 2) Bestehen vom wirthschaftlichen und finanziellen Standpunkte schwerwiegendere Gründe für oder gegen die Annahme der bezüglichen Regierungsvorlage? Wäre das Jahr 1866 und der darauf bezüglich des Betriebes der Mam-Weser- Bahn folgende Vertrag des Jahres 1868 nicht vorausgegangen, so würde heute wohl noch kein dringender Grund vorliegen, zu einer Veräußerung zu schreiten. Die Wichtigkeit der Eisenbahnen in den Händen des Landes anerkennend, darf man sich nicht der Ueberzeugung verschließen, daß sie ihre politische Bedeutung verlieren, wenn sie dem Einflüsse desselben in Bezug auf Betriebsleitung so gut rote ganz entzogen sind Dieser Fall liegt unzweideutig hier vor; ein politischer Werth wird deßhalb schwerlich der Veräußerung beizulegen, eine Ausgabe wichtiger Landesrechte nach Lage der Verhältnisse hieraus nicht herzuleiten sein. r Bezüglich der wirthschaftlichen Seite enthalt der Verkaussvertrag etwa dieselben Garantien, welche auch in dem Vertrage von 1868 dem Lande gewährleistet sind; eine Verschiebung zum Nachtheile desselben wird also durch Verkauf nicht stattstnden. Die finanzielle Seite der Frage dürste hiernach für das Land die wichtigste fein. Die Gründe, welche für und gegen die Veräußerung in dieser Richtung geltend gemacht sind, stützen sich vielseitig am Annahmen, deren Richtigkeit .zweifelhaft bleibt. Vieles spricht für, manches auch gegen den Verkauf — eines aber steht fest, und das ist das Factum, daß wir auf die Verwaltung der Bahn thatsächlich keinen Einfluß besitzen und ferner, daß die preußische Reg erung wünscht, tu den ganzen Besitz der Main-Weser- Bahn zu treten. Es läßt sich dieser Wunsch mit den anderweiten Bestrebungen derselben, die hauptsächlichsten Bahnen Norddeutschlands in ihre Hände zu bekommen, leicht verbinden und dürften diese Erwerbungen nur als ein Zwischenstadium zur Verwirklichung des Reichseisenbahngedankens zu betrachten fein. Mit diesem Ziele vor Augen müssen Schwierigkeiten bezüglich der Realisirung den Effect haben, auf anderem Wege durchzuführen, was durch gütliche Verständigung 345) la. melirte Steinkohlen, Stück- und Nußkohlen, Cokes, Braunkohlen, klein- gemachtes Holz bet Gmil Ptstor. Aufforderung, Cigarrenspitzen re. zu sammeln, deren Grlos für Arme verwendet werden soll. Durch einen Bericht des „Sonntags-Blattes zur Eisenacher Zeitung", Ausgabe Nr. 12, Sonntag, den 23. März 1879, veranlaßt, ist Endesunterzeichneter mit mehreren hiesigen Herren übereingefommen, auch hier einen Verein zu gründen, Cigarrenspitzen, beschädigte Cigarren, Cigarrenabschnitte, Cigarrenbänder, Cigarrenkistchen rc. rc. zu sammeln und den Erlös zum Besten bedürftiger Armen zu verwenden. Um einen Beweis zu liefern, daß Dinge, die im Kleinen als werthlos roegge- worfen werden, in Massen gesammelt, Werth erhalten, erlauben wir uns mitzutheilen, daß laut Bericht der „Eisenacher Zeitung" in einem Jahre vorn 17. März 1878 bis 16. März 1879 in Eisenach aus den Sammlungen JL 702.76 H eingegangen sind, die zur Bekleidung für 16 Knaben und 24 Mädchen verwendet wurden. Es steht uns schon eine ziemliche Masse von Cigarrenspitzen und Cigarrenabfall zur Verfügung und können wir bald an einen ersten Verkauf denken. Für ein Pfund igarrenspltzen wurde in Frankfurt 55 H, für ein gut erhaltenes Cigarrenkästchen 3 aefare-i.. Welchen Werth Clgarrenbänder (gut und miaufaeschnitten) haben, ist noch nicht festgestellt; daß dieselben aber Werth haben, ergeht aus dem Eisenacher Bericht, indem aus 6960 Gramm Cigarrenbändern, enthaltend 22,308 Stück — J4 122.3 H erlöst wurden. - , . . Das Geld werden wir auf einer hiesigen Kasse vor der Hand anlegen, und sollten uns baarc Beträge eingehen, auch damit ebenso verfahren- Wir hegen die Hoffnung, daß sich alle unsere Mitbürger recht mitbetheiligen mögen, auf daß wir zu Ende dieses Jahres einen günstigen Rechenschaftsbericht über die Sammlung, sowie über Verwendung, öffentlich ablegen können, und um allgemeine Theilnahme zur Sache zu erwecken, beabsichtigen wir, in vielen öffentlichen Lokalen der Stadt Sammelbüchsen aufzustellen, die dem Wirthe anoertraut und dem Publikum herzlichst anempfohlen werden. II. Schnell, Uestaurateur. Aeilgevotenes. Dr. Pattison’s Gichtwatte, bestes Heilmittel gegen [H. 62250.] Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts-, Brust-, Hals- unb Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Dußgicht, Gliederreißen, Rücken- und Lendenweh. In Packeten zu 1 J4. und halben zu 60 bei (429 ________Heinrich Wallach. Niederlage s ■’Äft; S Wünscht« n m?”en JLM "imbafttn ^tollen zu sein n,eren Antheil zu 'St--e Schädigung ru gute) unsnen l Wmhe und der Hepen aber nicht -wnebmen. Das Einflüsse ist stets 'st zu rechnen. eNrages einerseits "s m wirthschast- 7« doch unter lU)nL iu bezeichnen, ^flehen, es werden pichen, frei; dir- Jj'ming verwendet, - weiche dazu vn- ^ohnantagen weiter 'enbahn, bleibt das m-Weser-Bahn, als Tewerbefleiß seithn 'chmieden, so lange recht eigentlich für ur Arme veröl im w; rN Zeitung, Ausgabe chnner mit mehrere»,; ibtn, Eigarrenspitze«, rrenkistchen rc. rc. zv , :nbcn. als werthlos MW vir uns mitzucheileit A i 17. Marz 1878 bis ' ^gegangen sind, die m. n und E-gamnM fai Für ein Mnb Oigarrentästchen 3^ aii haben, -ft «4 ffdcnadjtr 8tni) ,tüd = 7) > 7) 7) 1. 2. Hiller. Schubert. Mendelssohn. Schumann. Symphonie Nr. 5 (C-moll) 1) Allegro con brio. 2) Andante con moto. 3) Allegro. 4) Finale. Der Concertflügel von Blüthner in Leipzig Tagesordnung: Rechnungsablage. Vorstandswahl. aus dem Kirchenplah hält sich mit einem guten Glas Pilsener sowie Franks. Bier bestens empfohlen. (340 Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“ Arie „Frag’ ich mein beklommen Herz“ aus dem „Barbier von Sevilla“....... Concert für Pianoforte mit Orchesterbegleilung E-moll Lieder für Sopran: a) Die junge Nonne b) Der Mond c) Widmung ....... Pianofortevorträge: a) Gavotte b) Ungarische Rhapsodie II. 265) Neue patentirte amerikanische geruchlose und gefahrlose Petroleum - Kochapparate. Neu patentirte fortelager von Wilh. Rudolph dahier. Eintrittskarten für Nichlmitglieder sind in der Ricke r’schen Buchhandlung (Sonntags nur bis 12 Uhr) und in der R u d o 1 p h’schen Musikalienhandlung ä «X 2,50 (Sperrsitz ä JL 3,50) zu haben. *) Der Zutritt zum Concertsaal findet nur durch den Nebensaal statt; während der Aufführung eines Stückes ist auch dieser geschlossen. Vermischte Anzeigen. 411) Zum Austragen der Frankfurter Zeitung werden geeignete, lokalkundige Träger gesucht. Julius Wallach. 409) Ein braver Junge kann das Friseur-Geschäft erlernen bei Dai. Reuter, Friseur. Reeller Nebenverdienst I 367) Eine leistungsfähige Nähmaschinenfabrik sucht für Giessen einen tüchtigen Kaufmann, oder eine m der Nähmaschinen- brauche bewanderte, in Gießen lokal- kundige Persönlichkeit, welche gegen gute Provision ein Nähmaschinenlager übernehmen würde. — Bei regem Fleiße sicheren, den p Reflec- tauten loynenden Verdienst. Frco.-Offerten, unter D. «V5 besorgt die Annoncen-Expe- dition von Huasenetein «^Vogler., Frankfurt a. M. Verein der naiioualeu und liberalen Partei. 382) Montag den 19. Januar, Abends 8 Uhr, im Leib'fchen Saale: Vortrag des Herrn Pros. Dr. v. Iisst: „über den Vollzug der Freiheitsstrafen nach der Reichsgesetzgebung". Auch Nichlmitglieder haben Zutritt. Der Vorstand.. Bürgerliche Kranken- n. Sterbe-Kusse. Sonntag den 18. Januar, Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung im Saale der Restauration Bramnr (Albold). Capitalien bis zu X 3000 liegen gegen erste Hypothek zum Ausleihen bereit. Reflectanten wollen ihr Gesuch schriftlich unter 352 an die Exped. d. Bl. gelangen lassen. (3or «usaewürt von der Kapelle des 2. Grossh. Hess. Jnf^-Regiments Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters ’ Herrn C- EZrausse- Anfang präcis 8 Uhr. — Entree SS Pfg. (41e Vorrälhig in A Goldstein'- Buchhandlung, Frankfurt a. M., welche jedes Buch für 60 in Briefmarken franco versendet. (255 Meinen werthen Kunden, sowie einem verehrlichen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von jetzt ab Wetzsteinsgaste Nr. 46 gegenüber dem Hause des Hrn. Dr. Weber wohne. Hochachtungsvoll 348) Ph. Horeyseck, Schneidermftr. Drittes Concert am Sonntag den 18. Januar 1880, Abends präcis*) 5 Uhr, im Ciubsaalc unter Leitung des Grossh. Univ.-Musikdirectors Herrn A. Folchner und unter gefälliger Mitwirkung der Fräulein Louise Knispel, Concertsängerin aus Darmstadt (Sopran), des Pianisten Herrn Carl Heymann, Professor am Conservatorium der Musik in Frankfurt a. M., sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereinsorchesters. /Technicum Mittweida. / / (Sachsen.) — Höhere Fachschule/ /für Maschinen - Ingenieure und/ /Werkmeister, Vorunterricht frei./ 378) Eine Manufakturwaaren-Handlung sucht eine iüchtige Verkäuferin und einen Detailreisenden. Anmeldungen nimmt die Exped. d. Bl. entgegen Don heute ab befindet fich meineWohnung u. Bureau in dem «Hause der Herren Gebr. Stamm, Marktplatz. Giessen, 13. Jan. 1880. 372) Greissler, Grohh. Gerichtsvollzieher. Wermietyungen. 381) Ein schönes Familienlogis ist zu vermiethen und im April zu beziehen, sowie ein möblirtes Zimmer sogleich bezich- bar bei______LouiS Lotz, Reichensand. 215) Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen. Lit. D. 85. 143) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Flügelsgasse A- 94. 91) Ein Logis, bestehend aus vier Zimmern, Küche, Speisekammer rc. mit Garten und ein kleineres, bestehend aus einem Zimmer, Eabinet und Küche, an der Frankfurter Straße, sind per ersten Februar d- I. zu vermiethen, auch können beide zusammen abgegeben werden. Näheres in der Exped. d. Bltts. 198) Der mittlere Stock meines Hauses an der Ostanlage, 7 Zimmer, Küche mit Wasserleitung, Kammern rc., (Pferdestall und Remise) ist zu vermiethen. _______________L. Kauf. 290) Wohnung (5 Zimmer rc., im April beziehbar) zu vermiethen bei Jng. Merz, Bahnhofstraße. 339) Ein Logis im Vo'derhause, zwei Zimmer, zwei (Kabinetten nebst Zubehör, zu vermiethen bei Louis Benner a. d. Schoor. 112) In meinem Nebenhaus ist der untere Stock, 5 Zimmer mit Zubehör und allen Bequemlichkeiten, per 1 April zu vermiethen. _________H. Becker, Anlage. 123) Logis, gleich beziehbar, zu vermiethen in B- 90 Neuen-Bäuen. 213) Zwei Logis im Vorderhaus sind zu vermiethen bei I. Gg. Unverzagt, __________Pöschel's Bierhalle gegenüber. 236) Ein Logis auf dem Reichensand zu beziehen. Musiklehrer Geller. "82)"Möblirte Zimmer mit Eabinet auf sogleich billig zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. >1ertrauen können Kranke^ nur zu einem solchen H/Nver« fahren fasten, welches thatsachlichr Erfolge für sich hat. Die bereit« m 2.Auflage erschienenen Specialbücher: „Die Gicht" und ,,Dte Brust- und Lungenkrankheiten" geben allen Jenen, die an ' 0et Gicht US Rheumatismus., Gliederreissen etc. leiben, ober aber an einet Brust- oder Lungenkrankheit, ' wie Schwindsucht rc. dahinsiechen, neue Hoffnung, denn d.e darin enthaltenen DnnkeSäußerunqen über glückliche Heilungen beweisen, daß selbst Ichwcrkranke oderanscheiuend hoffnungslos Darutederliegende noch die erschnle Hilfe fanden. — Kem Honorar, ärztlicher Beirath vtelmehr unentgeltlich l Jedes der obigen Bücher kostet M Pf.* Prospekt gratis und franco durch Th. HohenlciMrr, L Leipzig und Basel. . Frankfurt a. M. 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