II. ;ag «le tzbel) curfus ladm, erlaub refpon-enz. Beginn des R Ein^ichnea W btt Herrn n Gießen. Mv. 269. Mittwoch den 17. November 1880. Kichemr -Anzeiger Asfftzr- KÄ> AmtsM fir Les Kreis Eiche« Eljchnnt »LgNch mit LuSnahme des MsrritZgS. PreiO viertekjührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährluh 2 Mark 50 Pf. «stodiwSImreimt \ «A„rorA6, n ,« In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Oct ob er 1880 veröffentlicht: Hafer ,X 14,67, Heu «X 6,25, Stroh -X. 5,25 per 100 Kilogramm. Gießen, den 12. November 1880. Großherzogliches Kretsamt Gießen. vr. Boekmann.______ Betreffend: Die Einsendung der SterbsallszählkaNen. Gießen, den 15. November 1880. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Ein großer Theil von Ihnen hat die Stcrbfallszählkarten aus September und October bis jetzt noch^nicht eingeschickt. Wir erwarten nunmehr Erledigung dieser Angelegenheit binnen drei Tagen, damit wir nicht genöthigt sind, Beschwerde gegen die Säumigen zu führen. Dr. Glaso r. ______________________________________________ . t„ 8 ch: orstand. Vereins i finb, byinnt ober, Muds ansnem Echust V-: IvtZ. ine Neuwahl des in Gießen ßatt. ,stauen G'kßens, i Beitrags oer* . d. M-. 4 Uhr r alle Mitglieder Landes: Hß-er. hr, jortraii (7465 'li ^sSeih««^ Wt5 i o zusendeN' > .interri^ M M ru#,^ club. CienftaB unb Donnerstag eB, kleiner Saal- ß Dl Aeutschkand. Darmstadt, 13. Novbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben AÜergnäd'gst geruht: Am 30. Octbr. den Districtseinnrhmer der Districtseinnehmerei Laubach, Rendanten Felix Klip st ein, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen; — an dems. Tage: den dermalen im Reichsdienst commiffarisch verwendeten Hauptfteueramts-Controleur Karl Freiherrn Gedult von Jungenfeld zum Hauptsteueramts-Rendanten unter Belastung des chm verliehenen Charakters als Zollinspector, den dermalen bei dem Kaiserlichen Hauptzcllamte zu Harn- bürg commistarisch verwendeten Hauptsteueramts-Assisteuten 2. Klaste, Adolf Kolb, zum Hauptstcueramts - Assistenten 1. Klaste, den Hauptstcmramts- Assistenten 1. Klaste bei dem Hauptsteueramte Gießen, Karl Reinhard Frank, zum Districlseinuehmer der Distrwtseinnehme ei Laubcch, den Hauprsteueramts- Assistenten 1. Klaffe bei dem Hauptsteueramte Mainz, Martin Brunner, zum Districiseinnehmer der Districtseinnehmerei Alzey I, sowie den Steueraufseher Valentin Mach em er zu Dieburg zum D.strictsttnnchmer der DistrictseiN' »iehmeret Altenstadt zu ernennen. m. Darmstadt, 14. November. Der den Ständen des Großherzogthums von Seiten Großh. Ministeriums der Finanzen untcim 10. d. M zugegangene Gesetzesentwurf in Betreff der Anwendung der für die Grobherzoglichen tzivildiener bestehenden Bestimmungen auf die übernommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischcn Eisenbahnen hat folgenden Wortlaut: „Ludwig IV., von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände zur Ausführung der Art. 2 und 3 des Vertrages vom 21. December 1875, die Übertragung des Eigenthums der Oberhessischen Bahnen an den Staat betreffend, verordnet und verordnen hiermit wie folgt: Art. 1. Die Anwendung der für die Civildiener bestehenden Bestimmungen auf die übernommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Eisenbahnen findet nach freier Willenserklärung jedes einzelnen dieser Beamten und Bediensteten, unter Verzichtleistung auf alle Rechte, welche durch die frühere vertragsmäßige Anstellung gegen die Verwaltung der Oberhessischen Bahnen erworben word.n sind, statt. Unse, Ministerium der Finanzen wird eine Frist bestimmen, innerhalb welcher von den Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen die Bereiterklärung zum Uebertritt in den Staatsdienst nach Maßgabe der für die Civildiener bestehenden Bestimmungen abzugeben sind. Auch steht demselben das Recht zu, einzelnen Beamten und Bediensteten diesen Uebertritt zu versagen. Art. 2. Diejenigen Beamten und Bediensteten der-Oberhessischen Bahnen, welchen der Uebertritt in den Staatsdienst nach Maßgabe der für die Civildiener bestehenden Bestimmungen versagt wird, oder welche diesen Uebertritt nicht wünschen, bleiben in ihrem seitherigen vertragsmäßigen Verhältniß zur Verwaltung und es finden auf dieselben nach wie vor die organischen Bestimmungen der Oberhessischen Eisenbahnen Anwendung. Auch haben sie ihre statutenmäßigen Beiträge zur Pensions- und Unrer- stützungskasse für die Angestellten der Oberhessischen Eisenbahnen fort zu entrichten. Art. 3. Die Gehaltsverhältnisse der übertretenden Beamten und Bediensteten werden durch den Normal-Besoldungs-Etat der Oberhessischen Eisenbahnen geordnet- Insoweit der gegenwärtige Gehaltsbezug eines der in Frage stehenden Beamten oder Bediensteten der im Normal-Besoldungs-Etat für die betreffende Stelle vorgesehenen Maxtnralsatz überschreitet, wird der Mehrbetrag als persönliche, künftig bei Neubesetzung der Stelle wegfallende Zulage behandelt. Art. 4. Die Pensionen der übertretenden Beamten und Bedienstttep und deren Wittwen werden ebenso, wie die der neu angestellten Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Eisenbahnen, lediglich nach den für die Civilbeamten geltenden gesetzlichen Bestimmungen bemessen. Die Aufnahme der übertretenden Beamten und Bediensteten in das Civckdiener- Wittwen-Jnstitut findet ohne Zahlung von Eintrittsgeld Seitens der Betheiligten statt und die Einreihung der Beamten und Bediensteten in die einzelnen Klassen dieses Instituts erfolgt nach Maßgabe der Klassisication der in dasselbe bereits aufgenommenen Dienststellen der Eisenbahn-Beamten. Die gesetzlich zu entrichtenden Eintrittsgelder werden bei der Aufnahme der Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Bahnen in das Civildiencr-Wittwen- Institut für die übertretenden Beamten und Bediensteten aus dem Fonds der Pensions- ur.b Unterstützungskasse für die Angestellten der Oberhessischen Bahnen entnommen und der 'vildiener-Wittwenkasse zugeführt. Art. 5. Bei Festsetzung der Dienstzeit der übergetretenen Beamten und Be- — t'f'n wird die Zeit, welche dieselben nach der vertragsmäßigen Anstellung im Der Oberhessischcn Bahnen zugebracht haben, als Staatsdienst gerechnet. Im sind die für die Civilbeamten bestehenden Bestimmungen maßgebend. m 6 ->d!Ich -c.« m. Darmstadt, 14. November, Wie bereits früher kurz mitgetheilt, richteten die Abgg. Schröder, Möllinger, Osann, Kugler, Theobald, Scriba und Stephan «Osthofen) in einer der letzten Sitzungen der 2. Kammer folgende Maßregeln gegen das Landstreicherwesen betreffende Interpellation an die Regierung: „Hat Großh. Ministerium des Innern und der Justiz nicht die Absicht, dem überhaupt, besonders aber in der Nähe der Landesgrenzen zunehmenden Bettler- und Landstrclcherwesen (Vagantemhum) m besonderer Weise entgegenzutreten, auch mit dem Hinweis an alle zuständigen Behörden, in solchen Fällen unter Anwendung des § 362 des Reichs- Strafgesetzbuchs Arbeitszwang eintreten zu lassen?" Hierauf hat der Minister des Innern und der Justiz, Freiherr v. Starck, Exc., unterm 0. d. M. folgende Antwort an den Präsidenten der 2. Kammer gelangen lassen: „Die Mißstände, welche m manchen Gegenden des Landes durch die Zunahme des Bettler- und Landstrelcherwesens hervorgetreten sind, haben selbstverständlich die Aufmerksamkeit der Großh. Regierung auf sich gezogen und hat dieselbe auch nicht gesäumt, alle geeigneten Anordnungen zu treffen, um die zur Bekämpfung dieses Uebels zu Gebote stehenden gesetzlichen Mittel nachdrücklich zur Anwendung zu bringen. Zu diesem Zweck sind schon seit längerer Zeit eine Reihe von Vorschriften, welche insbesondere die Ausführung des von den Herren Interpellanten herangezogenen § 362 des Reichs-Strafgesetzbuchs betreffen, an die zuständigen Gerichts- und Polizeibehörden erlassen worden. So hat, nachdem gelegentlich der Anfangs 1875 vollendeten Umwandlung des Gefängnisses zu Dieburg in ein Arbeitshans die genannten Behörden in dieser Beziehung mit eingehenden Instructionen versehen worden waren, bereits unterm 21. März 1876 das vormalige Ministerium der Justiz aus Anlaß der Wahrnehmung, daß die Gerichte des Groß- . Herzogtums von der gesetzlichen Befugniß, die gemäß $ 361 Nr. 3 bis 5 Verurteilten den Landespolizeibehölden zu überweisen, bis dahin nur selten Gebrauch gemacht hatten, die betreffenden Gerichte darauf hingewiesen, daß zur Erreichung der der Bestimmung des § 362 zu Grunde liegenden gesetzgeberischen Absicht eine häufigere Anwendung jener Gesetzesvorschrift in dazu geeigneten Fällen sich empfehle. Die Großh. Kreisämter, welchen im Großherzogtbnm die Functionen der Landespolizeibehörden übertragen worden sind, sind durch Ausschreiben vorn 1. Juni 1876 von dem Großh. Ministerium des Innern beauftragt worden, bei Abgabe der fraglichen Anzeigen an die Gerichte in allen geeigneten Fällen ausdrücklich die Ueberweisung an die Landespolizeibehörde zu beantragen, auch regelmäßig gleichzeitig die noch etwa erforderlichen Ermittelungen über die Antecedentien und die Persönlichkeit der Denunciaten behufs der ihnen competiren- den Beschlußfassung über die Anwendung des § 362 einzuziehen. Es ist seitdem von den Gerichten und Polizeibehörden von der ihnen durch § 362 eit. übertragenen Befugniß em umfassender Gebrauch gemacht worden und namentlich eine Verweisung rückfälliger Bettler und Landstreicher in das Arbeitshaus zu Dieburg in so zahlreichen Fällen verfügt worden, daß die Räume des letzteren bereits wiederholt vollständig besetzt waren. Auch die in § 362 des Reichsstrafgesetzbuchs alternativ der Landespolizeibehörde eingeräumte Befugniß, die nach § 361 Nr. 3 bis 8 verurtheilten Personen zu gemeinnützigen Arbeiten zu verwenden, ist Gegenstand eines unterm 7. April 1876 von dem Großh. Ministerium des Innern an die Großh. Kreisämter gerichteten Ausschreibens gewesen, welches eine Anwendung dieser gesetzlichen Befugniß wo thunlich in's Auge faßte; einer häufigeren Anwendung der fraglichen Bestimmung ist jedoch nach den übereinstimmenden Berichten der Localbehörden fast überall der Mangel an hierfür geeigneten Arbeiten und des erforderlichen Aufsichtspersonals hindernd in den Weg getreten. Indem der Unterzeichnete, was die als Bettler oder Landstreicher im Großherzogthum sich herumtreibenden nichthcssischen Untertanen betrifft, sich nocv anzuführen beehrt, daß durch Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. August v. I. die betreffenden Behörden angewiesen worden sind, in den dazu geeigneten Fällen anstatt die Verweisung in das Arbeitshaus zu verfügen, vielmehr von der in § 3 des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 eingeräumten Befugniß der Ausweisung aus dem diesseitigen Staatsgebiet Gebrauch zu. machen, glaubt er schließlich seine Ansicht dahin aussprechen zu sollen, daß Seitens der Großh. Regierung schon seither nichts unterlassen worden ist, um alle einschlägigen gesetzlichen Vorschriften nachdrücklich zur Geltung zu bringen und daß zum Erlaß weiterer Bestimmungen in der angedeuteten Richtung zur Zeit wenigstens keine Veranlassung vorliegcn dürfte." Aus Süddeutschlaud, 12. Novbr. Ganz ähnlich wie dies neulich von der badischen Regierung geschahen, hat jetzt auch die bayerische Regierung in enter den einheimischen Zeitungen zugänglich gemachten Darlegung den Nachweis geführt, welche Mittel iw erhalb der geltenden retchs- und Ur- dcsgesetzlichen Grenzen den Behöiden zur Bekämpfung des Bettler- und Vagabundcnnnwesens znßehen, und zugleich dargethan, daß den Vollzugsorgane' die kräftige Handhabung derselben durch die Regierung auferlegt ist. Wir haben somit tüt zweites osfici ltts Zeugniß, daß der ^malige Stand der Gesetzgebung, welcher hier in Frage kommt, die ihm neuerlich so ost in Wort und Schrift gemachten Vorwürfe nicht verdi>nt. Dabei ist allerdings noch zu bemerken, daß Gesetze und amtl'che Ausführung derselben hier wie überall immer auch einen rrheblichest Spielraum für die unterstützend-' Tdätigkeit der Bürger selber lasten und lasten muffen und eine nachgiebige blinde Mlldthätig- feit des Publikums, uib d e Scheu, geg.n zudriufzltcheS Bettelvolk die Hülfe der Polizei anzurufen oder selber das HauSrecht zu gebrauchen, einen guten Theil der Wirksamkeit gerechter Gesetze und einer ksäfttgen Handhabung ter» selben abzustumpsen vermag. Wenn wir Deutschen jetzt, seitdem wir wieder eine Nation geworden sind und die damit verbundene Kräftigung sich nach Außen und Innen fühlbar gemacht hat, in so manchen Stücken die angelsächsischen Vettern nicht mehr zu beneiden haben: in einem Punkte könnten wir immerhin roch von ihnen lernen, in der Bereitwilligkeit, die öffentliche Gewalt gegen Gefährdung jeder Art selbstthätig zu unterstützen und nö higer.fallS a>'ch einmal die eigene Haut dafür zu Markt zu tragen. Berlin, 13. November. Die „Fceihandels-Corresp." schreibt: Die Freunde der neuesten Wirthschaftspolitik beeifein sich, den in Preußen beantragten Steuererlaß gegen die herbe Kritik in Schutz zu nehmen, welche an demselben vom Standpunkt einer soliden Finanzwirthschcft wie einer gerechten Steuerpolitik geübt worden ist. Der Preis für die beste Leistung gebührt diesmal unzweifelhaft der „Post", welche in einer gegen die „Fortichrittspreffe" gerichteten Polemik folgende neue steuerpolitische Aufschlüffe zum Besten gtebt: „Die Presse rechnet die geringen Beträge aus, welche der Steuererlaß bei der Vertheilung auf die einzelnen Köpfe ergiebt, und stellt diesen Beträgen die Opfer gegenüber, welche dem Steuerzahler der untersten Klaffen angeblich durch die neuen indirecten Steuern auserlegt werden. Da ist namentlich die Rede von der Besteuerung der nothwendigen Lebensmittel. Es wird verschwiegen, daß die Getreidezölle und aubere Einfuhrzölle keine Finanzzölle, fonbern Schutzzölle stnb, baß ste nicht eingeführt sind, um dem Steuerzahler etwas ab» zunehmen, sondern um die einheimische Production und damit den Verdienst aller Steuerzahler zu steigern. Diese Zölle, wenn sie vorübergehende Opfer fordern sollten, was noch nicht bewiesen worden, sollen also nicht durch den Steuererlaß, sondern durch ihre eigene mittelbare Wirkung zu Gunsten des Steuerzahlers compenfirt werden. Was aber die wirklichen Finanzzölle betrifft, die erhöhten Eingangszölle auf überseeische Producte, so treffen diese notorisch die unteren Klaffen der Steuerzahler am wenigsten, dafür aber die wohlhabenderen Gesellschaftsklassen." Dieses sinnreiche Kunststück auf dem Gebiete der höheren Steuerzauberei hat der „Nordd. Allg. Ztg." so gefallen, daß sie ihm durch bereitwillige Aufnahme in ihre Spalten zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen sucht. Und wem sollte es nicht gefallen? Man vergegenwärtige sich nur einmal die benei- denswerthe Lage des so ost bedauerten Steuerzahlers: Die Finanzzölle belasten ihn nicht, die Schutzzölle compensiren sich selbst zu seinen Gunsten und die directen Steuern werden ihm erlaffen! Diese steuerpolitische Weisheit verdiente in der That in einer besonderen Broschüre verbreitet zu werden, etwa mit dem Titel: „Der glückliche Steuerzahler, ober Du sollst und mußt reich werden." Ob die „Post" dafür viele Gläubige finden wird, ist allerdings eine andere Frage. Es ist doch eine nicht wegzudisputirende Thatsache, daß derjenige Theil der Bevölkerung, welcher keine dicecten Steuern zahlt, keinen Vortheil vom Steuererlaß haben kann, daß ferner für die beiden untersten Stufen der Klaffensteuer ein Erlaß für 3 Monate nur 75 H bis 1 JL 50 S\ pro Jahr beträgt. Diese drei Kategorien machen aber volle vier Fünftel der Bevölkerung der preußischen Monarchie aus. Andererseits ist es durchaus nicht „notorisch", daß die Finanzzölle die unteren Klaffen am wenigsten treffen. Diese Behauptung ist vielmehr eine kecke Unwahrheit. Alle bedeutenden Lehrer der Finanzwiffenschaft, von Adam Smith bis Adolf Wagner, sind vielmehr der Ansicht, daß die indirecten Steuern, zu denen die Imanzzölle gehören, gerade die unteren Klaffen unverhältnißmäßig belasten, und die tägliche Erfahrung bestätigt diese Ansicht in vollstem Umfange. Beide Thatsachen aber, der Mangel resp. die Geringfügigkeit des Steuererlasses und die Vertheuerung der zollpflichtigen Waaren, werden schließlich auf den wahren Charakter der im Gang befindlichen Steuerreform ein Licht werfen, welches keine noch so verwegene Argumentation verdunkeln kann. — Ein unbefangenes Urthttl über die bisherige Wirkung der Eiseuzölle aus den Kreisen der Eisenindustriellen selbst bietet der kürzlich ausgegebene Jahresbericht der Actiengesellschaft „Lauchhammer." Dieses Urtheil lautet freilich ganz anders, als die Lobpreisungen der Folgen ber neuen Wirlhschafts- Politik in ben officiösen Blättern. In bem erwähnten Bericht heißt es nämlich : „Der geschäftliche Verlauf des Betriebsjahres 1879—80 charakteristrt sich durch ungemein lebhafte Conjuncturen, wie die Eisenindustrie ste lange Zeit nicht mehr gekannt hat, und regelte sich unter dem gewichtigen Einfluß der inzwischen eingetretenen Zölle. Die Einwirkung dieser Conjuncturen und Zölle auf die allgemeinen Verhältnisse unberührt lassend, muß die Thatsache constatirt werden, daß der praktische Einfluß derselben auf die Arbeit der Werke von „Lauchhammer" sich bis heute als ein im Ganzen unbedingt nachtheiliger erwiesen hat. Der Zoll hat den Gießereien b;-r genannten Werke das Rohmaterial vertheuert, ohne ihnen eine entsprechende Erhöhung der Preise für ihre Fabrikate zu bringen. Die Conjunctur ergriff zuerst die Rohmaterialien, deren Preise in uneihörter Weise in die Höhe getrieben wurden, konnte aber einen annähernden Erfolg bei den Fabrikaten nicht erreichen. Eine Preissteigerung der letzteren trat theilweise gar nicht ein, war für manche Artikel nur nominell und begann viel später als das Courstreiben des Roheisens. In kurzer Zeit folgte der unnatürlichen Hanffe eine energische Reaction. Die unsolide speculative Bewegung in ben Rohmaterialien unb Fabrikaten wirkte ungemein lähmenb auf bas hier unb ba erwachenbe allgemeine Vertrauen und schädigte die Interessen der Industrie in unglaublicher Weise." Nach dieser Darstellung, welche sich allerdings von jeder Schönfärberei fern hält, hat der Roheisenzoll, welcher als ein hoher Zoll auf ein unentbehrliches Halbfabrikat im vorigen Jahre nicht nur von principiellen Freihändlern, sondern auch von manchen Eisenindustriellen bekämpft wurde, thatsächlick die damals befürchtete schädigende Wirkung auf die Industrien fertiger Fabrikate ausgeübt. Krankreich. Paris, 13. November. Der „akademische Rath" hat die ehemalige Schule der Jesuiten in Douai auf 6 Monate geschloffen, weil sich ergab, daß die Jesuiten, die in der Anstalt früher als Lehrer wirkten, ihre Lehrthätiakeit wieder begonnen hatten. Telegraphische Depeschen. Waaner'S telegr. Corresponderrz-Bureau. Berlin, 15. November. Der Kaiser hat anläßlich des Ablebens des Generals v. Göben eine Cabinetsordre erlaffen, worin es heißt: Die Armee eUitt durch den Tod eines chrer hervorrage, dsten Führers in den l-tzten Kriegen, des Geneiais v. Göben, einen sehr schweren Verlust. Ich wünsche der hohen Werchschätzung, welche Ich in seiner langjährigen persönlichen Stellung zu Mir gewonnen unb später jederzeit glänzend bestätigt gefunden habe, besonderen Ausdruck zu geben, indem Ich ber ganzen Armee Mein tiefes Bedauern über diesen Verlust ausspreche unb bestimme, daß die Osficiere des 8. Armee- Corps dreitägige und die Osficiere der Regimenter 28 unb 55 siebentägige Trauer anlegen. — Die Interpellation ber Fortschrittspartei über bie Stellung der Regierung zur antisemitischen Bewegung, unterzeichnet von Mitgliedern der Fortschrittspartei Unb von Secesstomstm, kommt am Freitag im Abgeordnetenhause zur Verhandlung. — Der Kaiser empfing gestern den Cardmal Hohenlohe in Audienz. — Abgeordnetenhaus. Fortsetzung der Berathung des Etats und des Antrages Richter. — v. Hüne findet den Grund des Deficits im Ordinarium in der Beamtenoermehrung. Den Cultusetat durch stärkere Heranziehung der Communen zu erhöhen, sei unmöglich. Durch Beseitigung des Culturkampsis würde man den Cultusetat bedeutend bessern. v. Minnigerode begrüßt mit Befriedigung die entgegenkommende Haltung des Centrums, bekämpft hingegen die vorgestrigen Ausführungen Richters und Rickerr's. Dcr gegenwärtige Etat sei ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahre. Der Antrag Richter's sei discutabel, wenn er an gewiffe Bedingungen geknüpft werte. Minister Lucius rechtfertigt zunächst den Etatsansatz für Erlös auS Holz- Verkäufen. Es liege entschieden eine Besserung im Holzgeschäft vor, die er allerdings nicht unmittelbar den Holzzöllen beimeffen wolle. In den Verhält- niffen der Landwirthschaft zeige sich eine allmälige Besserung, bedingt durch die außerordentlichen Aufwendungen der letzten Jahre für Zwecke der Landwirthschaft. Allerdings müffe noch viel, namentlich auf dem Gebiete ber Steuer- reform-Gesktzgebung, geschehen, lieber E Höhung ber Branntweinsteuer fänden ernste Erwägungen statt. Die Einführung der gabritatfleuer sei nach den anderwärts gemachten Erfahrungen nicht in Aussicht zu nehmen. Jedenfalls sei die Frage ter Brannt vkinbesteuerung sehr vorsichtig zu behandeln. Die wün- schenswetth.ste Lösung sei die Besteuerung besjemgen Spiritus, der in den Consum übergehe. Bezüglich des Ernteausfalles in diesem Jahre sei durch eine sorgfältige Statistik festgestellt, daß eine M ttelernte, in einiger Provinzen sogar noch eine bessere gewonnen sei. D,ie Höhe. ber Roggenpreise sei durch bie schlechten Erträge des vorigen Jahres bedingt, nicht durch die Einführung ber Getreidezölle. Der Minister legt statistische Ermittelungen vor über den Ausfall ber diesjährigen Ernte, woraus hervorgeht, daß dieselbe bedeutend bester cls im Vorjahre ist, bei dm meisten Getreidearten ungefähr eine Mittelernte. Schließlich replicirt der Minister auf bie Angriffe Richter's gegen ihn. — v. Benba erklärt sich im Namen ber Nationalliberalen ablehnend gegen den Antrag Richter. — Hobrecht führt an der Hand verschiedener Ziffern aus dem bies- und vorjährigen Etat aus, baß er an der Stelle bes Finanzministers die Verantwortung für den Steuererlaß nicht übernommen haben würde unb deß- halb natürlich noch mehr Bedenken gegen ben Antrag Richter hege, der ben Erlaß fixiren wolle. Minister Bitter constatirt, daß das Staatsministerium die Bedenken Hob- recht's sich wohl vorgehalten habe. Wenn es sich dennoch für ben Erlaß erklärte, so habe es flute Grünbe dafür gehabt. Ob diese gerechtfertigt seien, werde die Specialbecathung ergeben. — Hierauf wird die Discussioa geschloffen und über die geschäftliche Behandlung des Etats dem Anträge Minnigerode gemäß beschloffer. Alsdann wird bas Anleihegesetz ebenfalls ber Budget-Commission überwiesen. Nächste Sitzung Mittwoch. Petersburg, 15. Novbr. Der vor Kurzem gefällte Uttheilsspruch des hiesigen Militärkreisgerichts ist von dem zeitweiligen Commandanten ber Truppen des Petersburger Mtlitärdistricts, General Kostenea, mit einigen Milderungen bestätigt. Der Kaiser wandelte bei Schirajeff, Tichonow und Okladsky die Todesstrafe in lebenslängliche Zwangsarbeit um. Agram, 15. Novbr. Die Erdstöße haben sich nicht mehr wiederholt. Die Bevölkerung beruhigt sich allmälig. Die Bauthätigkeir beginnt. London, 15. November. Aus Teheran wird gemeldet, daß die Kurden bei Sujbulagh sich unterwarfen. Der Kurdenführer Hamzehagha sei unweit Urumiah gefangen worden. Taimur Pascha hätte die Posttiou des Scheiks Obejvallah bei Urumiah genommen, worauf Letzterer 15 Meilen zurückze- gange» sei. Paris, 15. Novbr. In ber gestrigen ersten Sitzung des Arbeiter» Kongresses in Havre kam cs in Folge von Streitigkeiten zwischen dm sog. Collectivisten und Opportunisten zu ben stürmischsten Auftritten. Als ber Vorsitzende einem ber Teilnehmer das Wort verweigerte, entstand ein so großer Tumult, daß der Besitzer des Locals genöthigt war, das Gas auszulöschen und den Saal gewaltsam zu räumen. Lokales. Gießen, 16. November. Die Feier der Jubiläen der beiden hiesigen Feuerwehren hat noch ein erfreuliches Nachspiel erfahren. Gestern Morgen überreichte der Großh. Prooinzial- Director Herr Dr. Boekmann Namens Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs dem Hauptmann der freiw. städtischen Feuerwehr, Herrn Rechtsanwalt W etdtg, daS Ritterkreuz 2. Elaste Philipps des Grotzmüthtgen und dem ältesten activen Mitglied« der freiw. Gail'schen Feuerwehr, Herrn Emil Junker, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Ver dienste" in feierlicher Weise und verband hterm.t eine für die genannten Herren höchst ehrenvolle Anerkennung ihres bisherigen Wirkens in uneigennützigem Dienste des Gesammt-Interestes. — fBicnenzuchtveretn zu Gtcßcn.j Von zuverlässiger Seite hören wir, daß gedachter Verein durch eine am nächsten Sonntag Nachmittag */,3 Uhr im Restaurant Felsing (Neuen^ weg) stattfindende Versammlung seine regelmäßigen Sitzungen wieder aufnehmen wird. Das uns mitgetheilte Programm kündigt sowohl einen Vortrag, wie auch Beschlußfaffung über verschiedene wichtige Vereinsangelegenheiten an. Freunden der Bienenzucht ist die The,lnahme an der Versammlung gern gestattet. — Gestern Abend wurde in dem Laden eines hiesigen Mesterschmteds von einem fremden Mann ein Mester entwendet und wurde derselbe in Folge desten später verhaftet. Stenographische Mittheilung. Die fortwährend wachsende Bedeutung der Stenographie — besonders der Gabels- berger'schen, als der weitverbreitetsten aller existirenden Stenographensysteme — und ihre erhöhte Wichtigkeit in unseren Tagen dürfte es wohl als eine Pflicht erscheinen lasten, zu Beginn eines neuen Semesters und bet Eintritt der zum Lernen so einladenden Winterabende auf das lohnende Studium dieser Kunst aufmerksam zu machen und solches allen Denen zu empfehlen, deren Arbeit oder Beruf eng mit dem Schreibgeschäft verbunden ist. Nickt nur im Dienste des Staates bei den Reicks- und Landtagßverhandlungen der ver schiedenen Länder, wo die Stenogaphie ihre schönsten Triumphs feiert, sondern auch in den hi’ j?e., Ünbenploh und WGeug, Wh Kuchengerälhcn, oer Meßen, ben 15. s Qi Wirths ZMerstag Zmittags li Senin bem SU?**? ’S Sftoänbige 3 7 »N"»e, z »s$r|ton,i ^Stühle, -Megel, 18^n, 1 Apparat m ^^Nnei Satte» ?"n»« m» lr> » Frische Schellfische (7391 empfehlen fi (7487 s-s itbtnttn hob- >tn Täatz et« Mtttißt feien, DckMoi gf dem Anttazt ; ebenfalls bet io 8 7 3 20 CD hi SBcbuxfni^ gtmotben, daß dies bereits »on ©iimnofiaRen, Realschülern u.s.w. gesuhlt wirb und die,- sich m selbst gegründeten Unter- richtSeurien di- nützliche Kunst anzueignen su-ben, s-f-rn nicht, wie in Baiern Sachsen und O-st-rreich, °i- Stcn.graphie als Un,-r>tchtsg-g°nst°nd in den Lehrplan der höheren L-Hran- slalttn von Seiten der Schulbehörden ausgenommen worden ist Bezüglich des W-rthes der Stenographie sür die studtrende Jugend hier aus die AuSwruche -m>g-r Autoritäten hinge- wies.n, deren llrtheit B-achiung verdient. Der berühmte »ug-na.zt Prost Dr. %■ E°hn in Breslau d.sürwdrtet- bei 8-leqenhrit eines neulich gehaltm-n Vortrag« über di- besonder« unter der deutschen Jugend grasflrende Kurzsichtigkeit dte ob tgatorrsche tLm uhrung der Stenographie in den boheren Lehranstalten alS wesentliches Mittel zur Bekämpfung d.« erwähnten Nebels, denn durch die damit gewonnen. Zcitersparnis? b-r den ch-iftltch.n Arbeitenc schone man mittelbar auch di. Augen. Wie Professor Cohn au« S-sundhel srucksichten, kommt Ob-r- bürgerm.'ster Fischer, der bekannte ehemalige Director der Handel«,chule in Gera aus pada- goaiichen Gründen zum nämlichen Schluß. Genannter Herr wies in -wem interchan.-n Vortrag aus dem die-jabrig-n Rheinisch Westfalischen Stenographen age n Düsseldorf auf Grund eigener lanqjäbrlg.r Erfahrungen die großen VvNh.il- nach welche soivoh d-m Lehrer ° » auch d-m Schüler durch Aufnabme der Stenographie als obligatorischen Lehrgegenstand in den Stundenplan der höheren Schulen geboten werden. - Di- der ®tnfu6tunB bn Stenographie in den Schulen -ntgeg.ng-steüt-n Bedenken stnd zum O-ft-r-n seitens ‘Wtger Pädagogen gründlich widerlegt worden und verweisen wir bier nur auf da- Echriftchen eines namh-st-n Schulmannes, des Direetors des Institut« für höhere Bildung in Augsburg, Pater H. Gr atz. mUU C®net besonderen Aufmerksamkeit erfreut sich die Stenographie in letzter Zeit von Setten des Kaufmannkstandes, was di- zahlreichen unter dem Proteclorat der einzelnen kausmannischen Vereine -nlstandenen stenographischen Club« beweise» Aus vielen Comptoirs größerer Geschäfte, besonder« Sürdeutschlands, werden mit Vorliebe der Stenographie Kundig- angestellst — In ben RedaetconSbüreaus der Prisse, in den Kanzleien der R-chtSanwälte, in den Schreibstuben der Gelehrten, in den Bureaus der V-rk-hi«anst°lt-n, in den Stadtv-rordnetewV-rsammlung-n, in militärischen Kreisen u. s. w. wird die Stenographie mit Erfolg angewandt. — Nachfolgende Kahlen zeigen, welche Verbreitung die geniale Schöpfung (Sabelsbergers gefunden hat Nach der officiellen Statistik des Jahrbuchs der Schule Gabelsbergers für 1*80 bestehen setzt 334 Gabelsbcrger'jche Stenographen-Vereine mit zusammen 83*0 ordentlichen Mitgliedern. Die W der im Jahre 1879 in dieser Stenographie Unterrichteten betragt 21697 und die Gesammtsumme der Unterrichtsanstalten, an welchen das System gelehrt werd, 365. Auch sind in diesem Jahre 855 Damen in der Stenographie herangebildet worden. Von der anerkannten Tüchtigkeit des Systems legte erst jüngst wieder die stenographische Abtheilung aus der Düsseldorfer Ausstellung, woran sich auck der hiesige Verein mit besonders geergnettn Arbeiten bethnligte, beredtes Zeugniß ab. Die Preisrichter erkannten die Leistungen der Gabels- berger'schen Schule als die besten aller ausgestellten stenographischen Arbeiten an und krönten dieselben. _________________ __________ G-IBSSE2XT, Schulstrasse. 7351) Um mit fertigen Kinder- und Dawenschürzen, Kinderkleidern, weißen und farbigen Unterröcken, Damen- rmd Ktnder- kragen gänzlich zu räumen, verkaufe dieselben zu und unter Einkaufspreis. Gleichzeitig bringe mein Lager in Leinen-Gebild und Bettwaaren in empfehlende Erinnerung. 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Js. fällig gewesenen Zeitpächte und Zinsen zur hiesigen Armen-, P l o ck'schen- und evangelischen Kirchen - Kasse können noch ohne Mahnung bis zum 24. November 1880 bezahlt werden. Gießen, am 13. November 1880. Der Rechner: Wittich. Miwlwch den 17. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll der Nachlaß der Elisabeths Schenk Wwe., Lindenplatz 242, bestehend in Bett- mnd Weißzeug, Möbeln, sowie Haus- und Küchengeräten, versteigert werden- Gießen, den 15. November 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 7462) Lüdeking. 88 Stühle, 8 Spiegel, 3 Oefen, , 1 Bierapparat mit Buffet, 1 Regulator, 1 Wanduhr, 1 Faß Pfeffermünz. Gießen, am 15. November 1880. 7483) Bühner, Gerichtsvollzieher. In Wieseck ist \ ein neu gebautes Haus mit Stall und Garten, in schöner Lage und zu jedem Geschäft brauchbar, wegen Familien-Ber- änderung zu vermiethen event. zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. (7409 Auch der hiesige Stenographen-Verein wirkt seit nahezu 20 Jahren nicht ohne äußert Schwierigkeiten und persönliche Opfer bewährter Kräfte unverdrossen weiter an dem schönsten Denkmal, welches dankbare Schüler ihrem großen Meister setzen können, und welches das in einigen Jahren in München sich erhebende Denkmal aus Erz weit überstrahlen wird — an der Verbreitung der Stenographie unter alle Gebildeten. F. M. Handel und Verkehr. Gießen, 16 November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. JL. 1,15 big 0.00, Hühnereier 1 Stück 7—0H, 2 St. 00 Enteneier 1 St. 11 — 12 Käse per Stück 5—9 Kasematte per Stück 3—0 H, Erbsen 1 Liter 22 Linsen 1 Liter 24 H, Tauben da- Paar 60—75 Ä Hühner p. St. JL 0.70—0.90, Hahnen p. St. 0.50—0.70, Ganse pr. ^fb. 50—60 X Enten per Stück JC. 1.50—0.00, Ochsenfleisch 66-00 per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 45—50 X Kalbfleisch 50—00 X Hammelfleisch 50-66 X Schweinefleisch 64—68 X Kartoffeln per iOO Kilo JL 3.50-4.00. Zwiebeln P. Etr. JL 8—0, Milch per Liter 16 und 18 X Weißkraut 100 Stück JL 2.50—3.00, Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 15. Novbr. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 458 Ochsen, 543 Kühe und Rinder, 684 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag, den 29. November l. I. Frankfurt, 15. November. (Fruchtbertcht.) Mehl Nr. 1 40, Nr. 2 38, Nr. 3 32, Nr. 4 JL 28, Nr. 5 X 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) JL 31.50—00, do. I (Berliner Marke) JL. 29.50—00.00, do. II (Berliner Marke) 24.00—00.00. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier 22.75- 23.00, ab unserer Umgegend JL 22.25—22.50, do. fremder ie nach Dualität vM* 22,25—23.25, Roggen, je nach Dualität utL 22.00 00.00, Gerste JL 15.50—19, Hafer 13.75—15, Kohlsamen JL 27.00—28, Erbsen J4 19—27, Wicken JL 16—18, Linsen jtl 20—40, Bohnen, weiße, JL 23—25, Noggenklete —, Weizenkleie, grobe und feine JL —, Rüböl, detail, JL 63. Stimmung ruhig. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) Frankfurt, 15. November. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 800 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—69, 2. Qual. X 60—65, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 56—58, 2. Qual. X 40 — 45, Kälber 1 Qual. X 65—70, 2. Qual. 50-60, Hämmel 1. Qual. X 55-58, 2. Qual. X 36-40 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund — X Feinsten Düsseldorfer Punschessen? in verschiedenen.Sorten empfiehlt (7282 Ed Lind. Trottoir-Rinnen, Canal-Deckel mit Rahmen in allen Größen vorräthig be(„ (7010 August Kröll. H ähmaschixien aus den anerkannt besten Fabriken, mit den neuesten Einrichtungen (Selbstspulcr und ! Spulauslösung) versehen, liefert unter mehrjähriger reeller Garantie zu den billigsten • Preisen JF* Kraft, Neuenweg B. 183. 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Auch verkaufe ich eine Partie verzinnter und ematllirter Kochge- SChirre, um gänzlich damit zu räumen, zu Fabrikpreisen. Hochachtungsvoll W. Ammon, _________________________________Sonnenstraße.________ 7475) Zu Weihnachtsgeschenken geeignet empfehle meine als solid bekannten Möbel, als: Sopha, Seffel, Stühle, Betten, Tische, Schränke, Spiegel u. s. w. Rohrsessel und Blumentische billig. — Aeußerst günstige Zahlungs-Bedingungen. P. Hollmann, llnie Däne 100. Wermietfiungen. 7474) Mehrere große Zimmer mit oder ohne Möbel zu vermiethen. ________________M. Weißbäcker. 7473) In meinem Hause (Seltersberg) ist der untere Stock. 6 Zimmer, Küche mit allem Zubehör, vom 1. Januar 1881 an zu vermiethen. _______________Frau Professor Buff. 7471) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei Gärtner Schaum, Bahnhofstraße. 7480) Elegant möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen- Frankfurter Str. E- 30, erster Stock. 6930) Ein zweistöckiges Haus, Seltersberg E- 37, mit großem Garten, gutem Trinkwasser, Bleichplatz, Hühnerhaus, Pferdestall rc., zum Alleinbewohnen an eine stille Familie vermiethet per ersten April 1881 G. Wenzel. 7417) Ein schönes Familienlogis sofort zu vermiethen bei __________Metzger Schulz, Wallthor. 7350) Das seither von Herrn Hauptmann v- Gerhardt bewohnte Logis ist durch dessen Wegzug anderweit zu ver- miethen.____________Dr, Gaquoin- 7349) 1 gut möbl. Zimmer zu verm. __Lit. C- 1. am Kreuz. 7313) Stübchen mit Bett zu vermiethen _______bei Ph. Müller, Löwengasse. 7188) Ein möblirtes Zimmer mit Kost zu vermiethen. Neustadt D. 85. 6985) Der 2- Stock in meinem Hause in der Bahnhofstraße zu vermiethen und per 1. Januar 1881 zu beziehen- __Wilhelm Reiber. 6841) Mehrere Zimmer m't oder ohne Möbel sofort zu vermiethen. ____H. Kühn. 6879) Ein neu restaurirtes Familien logis ist zu vermiethen und alsbald oder später zu beziehen im Darmstädter HauS. 6953) Möblirtes Zimmer zu vermie- then bei Carl Stückrath, Gartfeld. 6918) Möblirte Zimmer zu vermiethen. ___Gartenstraße 165,5, parterre. 7103) Ein großes schön möblirtes 3inv mer zu vermiethen. Gartenstraße 165,6. 7463) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen und bald zu beziehen. 1 6__________ Marktstraße D. 29. 7383) Scheuer mit Pferdestall per ersten Febr. 1881 zu verm- Seltersberg E- 37. Ein Laden mit oder ohne Logis zu vermiethen. Zu er fr. in der Exped. d. Bl. (6638 7200) Laden und Logis, für «X 600, in Mitte der Stadt, sofort zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d- Bl. Vermischte Anzeigen. 7481) Mein Comptoir befindet sich Marktplatz B. 35 W Dietz. 7472- Ein junges Mädcken von Auswärts sucht Stelle als Ladenmädchen event. zur Stütze der Hausfrau. Näheres in der Exped. d. Bl. Gebucht ein solider, gebildeter und cautionsfähiger Kaufmann zur selbstständige Leitung eines in Gießen zu errichtenden AuskunftS- büreau’6. Offerten sub T. 3112 befördert Rudolf .70osse in Frankfurt a. Main. (7479 7485) Ein junges Mädchen im 19. Jahre sucht Stelle als Verkäuferin oder als Stütze der Hausfrau in einer honettten Familie. Näheres in der Exped d. Bl. 7484) Eine perfecte Köchin, mit guten Zeugnissen versehen, sucht auf sofort Stelle. Zu erfragen bei Bermietherin Frau Müller, Löwengasse 161. 7016) Lumpen, altcS Eisen, Zinn, Kupfer, Messing, Flascheu und Zei- tungSpapier rc. werden angekauft Louis Rothenberger, Neuenweg 193. 7461) Unterzeichneter empfiehlt sich im Aufsetzen von Kesseln, Oefen rc-, sowie im Reinigen und Putzen derselben. Fr. Will, Gartfeld, bei Scbreinermeister Kratzenberger. Schrrchelub. Spielabende: ^cÄ“'’b in Wenzel’s Garten, kleiner Saal. Gäste jederzeit willkommen. 7470)_______________Der Vorstand. Für Pferdebesitzer Meine hier eingeführten und im vorigen Winter gut bewährten Steckstollen, bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung- E. Mohrmann, L'brfch red, 7443) Großh. Peterinär-A n st alt. Theilnehmerinnen an meinem Unterricht im Maaßrrehmerr, Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern können jederzeit eintreten und werden m dem kurzen Zeitraum von vier Wochen befähigt, jedes Kleidungsstück nach jeder Mode selbstständig anzufertigen. Johanna Rothenberger, 6350) Lindenplatz. Geschäfts - Uebergabe. 7348) Hiermit beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich das von mir an hiesigem Platze seit 35 Jahren betriebene Lolmüalumarm=Zeschäst Herrn Willi. Montanus käuflich überlassen habe. Indem ich für das mir so reichlich geschenkte Vertrauen verbindlichst danke, bitte ich, dasselbe auf meinen Nachfolger gütigst übertragen zu wollen. Mit Hochachtung Wilh. Flett. Unter höflicher Bezugnahme auf Vorstehendes erlaube ich mir ergebenst mitzuthcilen, daß ich am heutigen Tage das Lotoiüatmaaeeii Geschäft des Herrn ^Willl. Flett käuflich übernommen habe und unter der Firma Willi, iVIoiltailUS fortführen werde. Ich bitte das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen und empfehle mich hiermit unter Zusicherung reeller und billigster Bedienung bestens. Gießen, den 9. November 1880. Hochachtungsvoll ________Wilh. Montanus. ^Ksur9 C. Fr. Conrad, °Däu/sutft empfiehlt sein Lager aller Arten Korbwaaren, als: Seffel, Blumentische, Blumenständer, Reisekörbe, Papierkörbe rc. rc., sowie aller Arten Henkelkörbe von beu feinsten bis zu d.n ordinärsten. Ebenso sein Lager in Parfümerien aller Alt, Kämme, Bürsten, Zahn- und Nagelbürsten, sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel unter Zusicherung billigster Bedienung.__________ (7300 Anzeige* 7115) Den Reft meines Warenlagers habe ich in den 2 Stock meines früheren Hanfes, Seltersweg .82, gelegt und verkaufe solches wie früher zu Einkaufspreisen mit 10% Rabatt bei Baarzahlung ___________________ A. Büttringhaus. Mchälk-Verlegung. Von heute an befindet fich mein Geschäftslocal in dem von mir neu erbauten Hause auf der Släusburg. Gießen, den 4 November 1880. 7234) _____Sciscnsicdcr.___ Die Brühi'sche Univ. Druckerei (Verlag und Expedition des „Giessener Anzeigers“) hält sich zur Anfertigung- von Mriickarilfeiteii Jeder Art bestens empfohlen. W “ 19/11 80. 6 U. Ab. Nec. I. Gr. (7490 21/11 80. 12 U. Mitt. St. U. Danksagung. 7486) Allen, welche unseren unvergeßlichen Gatten, Vater und Schwiegervater Herrn Johannes Frutig zur letzten Ruhestätte geleiteten, sagen hierdurch den innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 16. November 1880. 7416) Ein junger Mann, Manufacturist, der doppelten und elnfachen Buchführung mächtig, sucht, gest. aUs gute Referenzen, per l.Jan. 1881 Stellung als Comptoirist. Gefl.Off. bef. die Exp. d. Bl. sub. E. Z. 716. GesueeSit ein braves gewandtes Mädchen für Küche und Hausarbeit auf Weihnachten. Wo ? sagt die Exped. d. Bl.(7387 7264) Die Ausführung schriftlicher und in das Rechnungswesen einschlagender Arbeiten, sowie das Beischreiben von Geschäfts« büchern wird pünktlichst besorgt. Offerten sub Chiffre F. E. 311 bei der Exped. d. Bl. Geld - Cours. 20-Francs-Stücke. . . do in erster Ordnung, n und de jure als ( lich in der Lehren gung der Realschu aus dem etgennützi aus unserer Cultur seindung des Gym tigter Bildungs-Fat Eo hatte dei Berliner „Post" er Ansichten deS Aedne tuvtz drranlcht sah. die Äeuhrrung deS sei in neuester Zei gemccht, vfseubar tige Pädagog, Königsberg, bezeic fremde Gl biete, m der Pädagogik rede Wem daran: gehrn zu bilden, de bei Bieweg u. Eoh Ne, an de Enell. Direetor d< Director der Psi, Dr. Finkelnburg ai Jeder vorurt »Ich finde, daß ti Aung, wie fle ^fluß aus die l «ster Linie dem 8 Sache auch öffentl «... ®°fie beginn und For ^'9et Erkrankun ^'lnartsten vorg, dessen Directon gj U"-rrIch,^ * Äe Äu"8 d """ oi>it Wti & |UI N $