Nr. 39. Erstes Blatr. Sonntag den 15. Februar 1880. chichener 'Anzeiger APkige- Md Amtsblatt für btu Kreis Gießen. Amtlicher Hheil. Gefundene Gegenstände: 2 Schlüffel, 1 buntes Taschentuch, 1 Federhalter, 1 Taschenmesser, 1 Gürtel, 1 Strümps. Die Gegenstände find aus der Polizeiwache (Schloßgaffe 258) aufbewahrt. Gießen, den 13. Februar 1880. Großherzogliche Poltzetverwaltung Gießen. Fresenius. Politische Ueberstcht. Die Deutsch-Conservativen wollen, wie verlautet, im Reichstage ihre in der vorigen Session unerledigt gebliebenen Anträge auf Revision der Gewerbeordnung, die sich namentlich auf das Jnnungswesen und die Beschränkung der Theaterfreiheit bezogen, von Neuem wieder einbringen. Ebenso soll der Kampf um die Abschaffung der obligatorischen Civilehe von Neuem im Reichstage entbrennen, da viele Petitionen in dieser Richtung eingegangen und angekündigt find. In der vorigen Session fanden es die (Son* servariven nicht für opportun, die Debatte über die Civilehe fortzusetzen, weil ihnen der Erfolg zweifelhaft erschien; die Aera Putlkamer scheint sie für die Rcalifirung ihrer Bestrebungen sicherer gemacht zu haben. Die Besserung der Erwerbsverhältnisse macht in Deutschland Fortschritte. Um so eigenthümlicher ist es, baß in einzelnen Gegenden, so jetzt wieder im Rhöngebiet, neue Nothstände aufheten. Unter einem HülfS- ruse sür diese Gegend befindet sich auch der Name des Freiherrn v. Thün- gen-Roßbach, dem die Getreidezölle noch zu niedrig waren; eine seltsame Ironie des Schicksals 1 Im preußischen Landtage tauchte das Gerücht auf, das Staats- mintsterium habe befchloffen, den Landtag auf drei Monate zu vertagen und thn erst nach Schluß des Reichstags zu einer Nachsesston einzuberufen. In dieser Form ist die Nachricht nicht correct. Vielmehr wird der Landtag noch die wichtigsten Vorlagen erledigen; insbesondere wartet man auch auf der Commisstonsberathung ver Verwaltungsgesetze. Eine Nachsession ist in* dessen trotzdem zu erwarten. In Baden ist die constitutionelle Krisis noch nicht beendet. Die Maßregelung der Freiburger Zeitung, welche das „Concordätle" mit dem richtigen Namen genannt hat, veranlaßte die Liberalen, den Minister Stösser heftig anzugreifen, so daß seine Stellung merklich erschüttert ist. Eine versöhnliche Beilegung deö Conflictes ist schwer annehmbar. Der Landesausschuß von Elsaß*Lothringen .hat bei dem Versuche, das JnterpellationSrecht zu gewinnen, nicht reussirt. Der StaatSsecretär Herzog erklärte, daß dafür die Voraussetzungen repräsentativer Körper, die Ocffentlichkeit der Verhandlungen und die Verantwortlichkeit des Ministeriums fehlten. Der Conflict zwischen dem Statthalter und dem bisherigen Staats- secretär ist noch in der Schwebe. Als Nachfolger gilt Herr v. Mayr. Die Verhandlungen Oesterreichs mit Serbien sollen wieder ausgenommen werden. Oesterreich verlangt einen bestimmten Termin sür die Fertigstellung der Eisenbahn Belgrad Nisch und die Bürgschaft, daß keine andere Linie früher eröffnet werde. Serbien demonstrirt mit einer Verschleppung der Angelegenheit, nm seine junge Selbstständigkeit damit zu beweisen. In Dänemark ist der Storthing eröffnet worden. Von allgemeinem Jntereffe ist nur, daß die Thronrede hervorhebt, cs dauere zwar der Druck auf den Erwerbsverhältnissen noch fort, indessen sei der Beginn der Befferung ter Zustände deutlich bemerkbar. In Italien erweist sich die Regierung den Umtrieben der revolutionären Elemente und der Jrredenta gegenüber andauernd zu schwach. Es ist zu bedauern, daß dadurch das beffere Einvernehmen mit Oesterreich gestört und Italien selbst derartig beunruhigt wird, daß seine wirthschastliche Entwickelung und der Handelsverkehr mit dem Auslande leiden. Die französische Deputirtenkammer wird allem Anschein nach in Kürze vor einen Antrag gestellt werden, der eine neue Heeresreform und eine Erleichterung der Mobilistrung verlangt. Einen befferen Bundesgenoffen, als einen solchen Antrag, könnte sich Fürst Bismarck nicht wünschen. Deutschland. m. Darmstadt, 13. Februar. Zweite Kammer der Stände. 45. Sitzung, heutiger Sitzung der zweiten Kammer gelangt eine Vorstellung und Bitte der Gemeindevorstände von Groß-Nohrheim und Biblis wegen Verstärkung des Nheinlanddammes daselbst zur Verkündigung, welcke Abg. Metz zu seinem Antrag erhebt. Die Besprechung der Interpellation der Abgg. Ellenberger und Genossen, den Fahrplan der Oberhessischen Eisenbahnen betreffend, gibt dem Abg. Ellenberger Veranlassung, die von der Regierung mit dem 15. October v. Js. voryenommene Einstellung eines Zuges auf der Linie Gießen-Gelnhausen einer sehr abfälligen Kritik zu unterziehen, indem er auf den geringen finanziellen Nutzen dieser Maßregel gegenüber der schweren wirthschastlichen Schädigung der Provinz Oberhessen hinweisi. — Ober- Finanzrath Schulz rechtfertigt das Vorgehen der Negierung unter Hinweis auf den schwachen Verkehr der oberhefsischen Linien und die nicht unbedeutende Ersparniß, welche das Eingehen dieses Zuges im Gefolge habe - Abg. Grünewald schließt sich im Allgemeinen den Ausführungen des Abg. Ellenberger an und glaubt, daß! eme Steigerung der Betriebsergebnisfe der Oberhefsischen Bahnen nur durch eine Fortsetzung derselben zu erzielen sei. - Mimsterialrath Fink beleuchtet eingehend die Verhältnisse der Oberhessischeu Eisenbahnen, sowie die schwere Last, welche dieselben dem Lande auflegen, und bezeichnet es als eine Pflicht der Regierung, durch Ersparungen aller Art dafür zu sorgen, daß außer der Verzinsung des großen Anlagekapitals, dem Lande nicht noch weitere Ausgaben durch Zuschüsse zu den Betriebskosten entstehen. Besonders weist er darauf hm, daß das Verkehrsbedürfniß der Provinz Oberhessen, wie es dermalen vorliege, nur zwei Züge nach jeder Richtung täglich verlange. — Abg. Sturmfels schließt sich den Ausführungen des Abg. Ellenberger an, ebenso Muhl, welcher glaubt, daß die Regierung in dieser Frage viel zu viel auf den finanziellen Standpunkt, als auf Hebung der Verkehrsinteressen Rücksicht genommen habe, welche mehr und mehr wieder auf die ehrsame Landstraße verwiesen würden. Auch Abg. Schröder ersucht die Regierung, möglichst die finanziellen Interessen der Provinz Oberhefsen zu vereinigen. — Ministerialrath Fink erklärt es als die Absicht der Regierung, die Oberhessischen Bahnen als Verkehrsmittel zur Entwickelung der Verkehrsbeziehungen der Provinz Oberhessin möglichst auszubeuten. — Abg. List spricht für Fortsetzung der Oberhessischen Bahnen im Anschluß an andere Linien, und Abg. Theobald glaubt, daß das finanzielle Etträgntß der von der Regierung be- llebten Maßregel nicht im Vcrhältniß zu din wirthschastlichen Nachtheilen derselben stehe. — Hiermit wnd dieser Gegenstand verlassen und in die Besprechung der Interpellation des Abg. Schröder, die Odenwaldbahn betreffend, eingetreten. Auf Anstage des Jntervellanten erklärt Ministerialrath Fink, die badische und württewbergische Regierung haben ihr Einverständniß damit erklärt, daß die Baufrist der Strecke Erbach- Eberbach bis zuni 1. Juli 1883 erstreckt werde und daß von einem zweigleisigen Betrieb abzusehen sei; die Regierung habe dagegen als letzten Termin den 1. Mai 1882 festqestellt. — Es folgt die Berathung des Gesetzentwurfes, die Disciplinar.Berhältniffe bu uichtrichtrrlichen Beamten betreffend. Der ganze Entwurf gelang! nach unwesenr- lichen Debatten in der von dem Ausschuß beantragten und von der Regierung gebilligten Fassung zur Annahme. Bei dieser Gelegenheit beschließt die Kammer nach dem Anträge des Ausschusses, die Regierung zu ersuchen, bei der von der Großh. Regierung zugesicherten neuen Ordnung der Dienstverhältnisse gewisser bisher nur auf Widerruf angestellter Beamten - Kategorien der Dienststellen, für welche die specielle Prüfung der ersten Kategorie im Finanzfache erforderlich ist, unter die m Zukunft definitiv zu verleihenden aufzunebmen, ein Ersuchen, welchem die Regierung Nicht widersprach. Für die in Frage kommenden Beamtenkategorien sprechen die Abgg. Ellenberger, Schröder, Küchler, Dittmar, Betz, Baur und Haustein; von Seiten der Regierung werden die betreffenden Zusicherungen auf Ertheilung definitiver Dekrete an die m Frage kommenden Beamten nach Erlaß dieses Disciplinargesetzes von Ministerialpräsident Schlei er macher, Exc., ertheilt. Die in Frage stehenden Stellen sind diejenigen der Districtseinnehmer, Steuercontroleure, Hauptsteueramts-Rendanten, Controleure und Assistenten, Berg- und Salinen-Rentmeifter und der Revisoren bei der Main-Neckar-Bahn. — Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Gesetzentwurf, Maßregeln gegen die Reblaus betreffend; Gesetzentwurf, den Verkehr nut explosiven Stoffen betreffend; Gesetzentwurf, die Errichtung einer Landeskultur-Rentenkasse betreffend, u. f. w. Darmstadt, 12. Februar. An die zweite Kammer der Stände ist ein Gesetzentwurf, das Rechnungsjahr für den Gemeindehaushalt betreffend, gelangt, folgenden Inhalts: Art. 1. Das Rechnungsjahr sür den Gemeindehaushalt beginnt vom 1. April 1881 an allgemein mit dem 1. April und schließt mit dem 31. März des darauf folgenden Jahres. Art. 2. Dem Ausschlag der Communalsteuern für das erste Vierteljahr des Jahres 1881 werden die Steuercapttalien zu Grunde gelegt, die für das Rechnungsjahr des Staates 1880-81 ermittelt sind. Art. 3. Unser Ministerium des Innern und der Justiz ist mit der Aussührung dieses Gesetzes beauftragt und wird insbesondere die Fristen zur Vorlage und Einsendung des Gemeindcvoranschlags und zur Abgabe der Rechnungen allgemein, vorbehaltlich anderweiter Mzirung derselben durch statuta- rische Anordnung, bestimmen. Die dem Gesetzentwurf betgegebenen Motive lauten wie folgt: Nach, dem durch das Gesetz vom 22. März v. Js. das Rechnungsjahr für den Staatshaushalt auf die Periode vom 1. April des einen bis zum 31. März des darauf folgenden JahreS verlegt worden ist, lag der Gedanke nahe, auch das Rechnungsjahr für den Gemeindehaushalt auf die gleiche Periode zu ver. legen, um bie im Allgemeinen wünschenkwcrthe Gleichförmigkeit in der Auf. stellung der Voranschläge und Rechnungen sür den Staat und die Gemeinden herbeizuführen und insbesondere in den Gemeinden, die Zuschüflc aus Mitteln des Staats, z. SB. zu Schulzwecken, erhalten, entspreche, de Verrechnung der- selben in der nämlichen Periode zu sichern. Dazu kam , daß, nachdem der Beginn des Etatsjahrs sür den Staat Wetter hinausgeschoben worden war, die Steuercommiffariate die Berechnung der Steuercapitalien erst kurz vor Eintritt dieses Zeitpunktes fertig zu stellen haben, und deshalb die Benutzung derselben behuss Ausschlags der Communalsteuern zu Beginn des mit dem Kalenderjahr laufenden Gemeinderechnungsjahres nicht immer gesichert schien. Jndeffen glaubte die Regierung vorerst von einer Erlegung des Rechnungsjahres für die Gemeinden absehen zu sollen, zumal dieselbe nur durch eine auf dem Wege des Gesetzes herbetzuführende Aenderung der erst vor wenigen fahren in das Leben getretenen Gemeindegesetze bewirkt werden konnte, die Aufhebung einer einzelnen Bestimmung dieser G- etz- nicht wünsch.nswerth erschien und sür Gemeinden, deren besondere Verhältntffe einen Anschluß ihres Rechnungsjahres an bas Etatsjahr des Staates angezeigt erscheinen ließen, derselbe durch statutarische Bestimmung erzielt werden konnte, wie dies auch ür mehrere Städte geschehen ist. Es läßt sich aber trotzdem nicht verkennen, daß eine allgemeine Verlegung der Rechnungsperrode der Gemeinden sich nicht länger mehr hinausschieben läßt, da, wie bereits erwähnt, es nicht immer gewiß ist, ob die den Communalsteuern zu Grunde zu legenden Steuercaptta- Lien für die directe Steuer schon vor Beginn des Kalenderjahres seststehen, und es den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen nicht genau entspricht, wenn diese Steuercapitalien zum Ausschlag der Communalsteuern für einen Zeitabschnitt benützt werden, der nicht ganz mit der Zeit zusammensällt, für die sie für die Staatssteuer maßgebend sind. Nachdem nunmehr auch aus der zweiten Kammer der Stände eine Anregung auf gesetzliche Regelung dieser Verhältniffe erfolgt ist, glaubt die Großh. Regierung eine solche durch den vorliegenden Entwurf herbeiführen zu sollen. Art. 1 desselben verlegt das Rechnungsjahr der Gemeinden allgemein auf die Periode des Staatshaushalts, wenn diese Verlegung erst mit dem 1. April k. Js. in das Leben treten soll, so beruht dies darauf, daß die Voranschläge der Gemeinden für das Kalenderjahr 1880 bereits aufgestellt sind. Art. 2 sieht, um allen Bedenken vorzubeugen, die aus einer nicht auf gesetzlicher Anordnung beruhenden Anwendung der hinsichtlich der Gemeinden zunächst nur für das Kalenderjahr 1880 ermittelten Steuercapttalien auf eine Längere Zeit entspringen können, deren wettere Anwendung auch auf das erste Vierteljahr 1881 vor. Art. 3 endlich überträgt dem Ministerium des Innern und der Justiz die Ausführung des Gesetzes; wenn demselben dabei zugleich ausdrücklich überlasten bleibt, die Termine zur Vorlage und Einsendung der Voranschläge und Rechnungen der Gemeinden allgemein zu bestimmen, so soll damit die bisher durch Gesetz vorgeschrtebene Fixirung dieser Termine aufgehoben sein, da die Festsetzung derselben durch das Gesetz weiterhin nicht noihwencig erscheint, sie vielmehr recht wohl durch die oberste Verwaltungsbehörde erfolgen kann. Dabei soll den Gemeinden gestattet bleiben, auf dem Weg statuta- rischer Anordnung eine andere Frist hierfür zu bestimmen. Berlin, 12. Februar. Auf Veranlaffung der Fortschrittspartei wird der „Voss. Ztg." zufolge dieser Tage eine Broschüre über die neue Milttär- vorlage erscheinen, welche die Entwickelung der deutschen Heeresorganisanon darstellt und das gesammte sonst sehr zerstreute statistische und kritische Material zur Beurtheilung der etnschlagenden Frage namentlich bezüglich der Stärke anderer Armeen und die Frage der Dienstzeit in gedrängter Form enthält. Die „Nat.-Ztg.", den bevorstehenden Reichstag besprechend, sagt zur Wehrvor« läge: Wenn wir unsere Streitmacht im Stande halten, so ist das in der That das Beste, was wir für Erhaltung des Friedens zu thun im Stande sind. Eroberungen begehren wir nicht, das ist bekannt genug: wir sind zufrieden, gebieten wir über Kräfte, um uns gegen pben Angriff verthetdigcn zu können. Man wird uns aber um so länger mit Angriffen verschonen, je weniger unsere Vertheidigungsfähigkeit bezweifelt wird. Nur unter diesem Gesichtspunkte haben wir schon seither alle Lasten auf uns genommen. Es ist unser Ziel, daß alle fremden Staaten bedenken mögen, es sei nickt leicht, Krieg mit uns zu führen. Vielleicht werden sie dann sich des Gedankens, uns mit Krieg zu überziehen, entschlagen, werden sie ihren Kräften und auck Bündnissen mißtrauen und die bestehende Spannung wird dann Nachlassen. Es ist also die große Obliegenheit des diesjährigen Reichstages, tn einer Prüfung der gegebenen Machtverhältniffe tn Europa das Gleichgewicht sicher zu stellen. Telegraphische Depeschen. Waguer's telegr. Correfporrdeur • Bureau. Berlin, 13. Februar. Reichstag. Bet der Wahl des Präsidenten werden 265 Stimmzettel abgegeben, davon sind 21 unbeschrieben. Von dm 244 gültigen Stimmen erhält Graf Arntm-Bottzenburg 154, v. Bennigsen 89 und v. Forckenbeck 1 Stimme. Gras Arntm-Boitzenburg ist somit zum Präsidenten gewählt. Graf Arntm-Boitzenburg nimmt die Wahl mit folgenden Worten an: Nachdem die Mehrheit des Reichstags trotz der erheblichen Bedenken, welche Ich gegen meine Wahl geltend machen mußte, sich nicht hat abhalten lassen, mich an diese Stelle zu rufen, erachte ich es für meine Pflicht, dem Rufe zu folgen. Ich nehme die auf mich gefallene Wahl an, indem ich die Ehre, welche mir zu Thetl wird, ihrem vollen Werthe nach würdige. Allerdings trete ich an dieses Amt heran nicht ohne ein Gefühl der Sorge, ob es mir gelingen wird, den Anforderungen in vollem Maße zu genügen, welche Sie an mich zu stellen berechtigt sind, in dem Maße, tn welchem ich es selbst wünsche und wie es das Interesse unserer Verhandlungen erheischt. Wenn ich diese Sorge zurückdränge, so geschieht es in der Hoffnung, daß Sie mir Ihr Wohlwollen und Ihre Nachsicht nicht vorenthalten, die Nachsicht, deren ich bei dem Mangel an Gewohnheit in der Leitung öffentlicher parlamentarischer Versammlungen dringend bedarf. Ich Lnn nur versichern, raß Sie sich von mir einer gerechten und unparteiischen Geschäfisleitung versehen dürfen, und daß ich alle Kräfte mit Freudigkeit an die Aufgabe heranbringen werde, welche Sie mir gestellt haben. Bei der Wahl des ersten Vicepräsidenten werden abgegeben 250 Stimmzettel, davon 92 unbeschrieben; die 164 aültigen Stimmen fallen sämmtlich auf v. Franckenstem; derselbe nimmt die Wahl an. Bei der Wahl des zweiten Vicepiäsidenten werden abgegeben 231 Stimmzettel , wovon 149 auf v. Holder (nnt.diber.) lauten und 82 unbeschrieben find. v. Hölder, der nicht anwesend ist, wird telegraphisch von der Wahl be- nachtichtigr werden. Zu Schriftführern werden gewählt per Acclamatton: Gras Kle st, Wichmann, Blum, Eysoldt, Klügmann, Bernards, v. Soden und Richter (Meißen), zu Quästoren Kichann und Weber. — DaS Haus ehrt das Andenken der verstorbenen Abgg. v. Cranach und Müller (Osnabrück) in der üblichen Weise. — Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Karlsruhe, 13. Februar. (Wiederholt.) Zweite Kammer. Staats- Minister Turban (nicht Jolly, wie in gestriger Nr. irtthümltch gestanden) zieht in Folge der Erklärung des Freiburger Erzbisthumsverwesers die G.setzoorlage, Letr. das Examen der katholischen Theologen, zurück und bringt eine neue Vorlage ein, welche im Wesentlichen die Motive des von Lamey in der Kammer- Eommisfion erstatteten Berichts zur Basis hat. London, 13. Februar. Die hiesige Tagespreffe bezeichnet die deutsche Thronrede als entschieden biruhigend. „Times" meint, es sei alle Ursache vorhanden, die Versicherungen des Kaisers, der Einfluß Deutschlands werde beharrlich zu Gunsten des Friedens ausgeübt werden, zu occepriren. Es sei vorläufig glücklicher Weise kein Anzeichen vorhanden, daß andere Nationen ein, anderes Verfahren einschlagen würden. Lokale-. Gießen, 13. Februar. Wie uns bekannt, ist in diesen Blättern noch nichts von dem Erfolg der am 21., 23., 24. unD 2d. Januar veranstalteten vier Wohlthät,gke,tsvorstellunaen berichtet worden. sicherem Vernehmen nach beträgt die Einnahme nahezu 30no von ^zug der bedeutenden Kosten noch etwa 2100^ zur Verwendung übrig blieben. Das ist ein sehr erfreuliches Resultat, das ebensosehr dem Comite, und den Mitwirkenden, alS der Einwohnerschaft unterer Stadt, die sich so massenhaft an den Aufführungen betheiligte, zur Ehre gereicht. Die Zuhörer haben freilich auch für den von ihnen der Wohlthatlgkeu oarge- brachten Zoll reichen Ersatz gefunden. Es ist gewiß Niemand aus den tm Ganzen gut gelungenen Vorstellungen ohne das Bewußtsein, einen genußreichen Abend erlebt zu haben, heim- ? u' haben sich unter den Darstellenden eine ganze Anzahl bisher verborgener Talente ?"stimgen wir uns auch fernerhin noch manchen Genuß versprechen. Der Glanzpmrkt von Allem waren die lebenden Bilder, und unter ihnen namentlich „Der Triumph- jug be8 Weines , der mit seinem vollendet künstlerischen Arrangement und der brillanten Aus- stattung von wahrhaft großartiger Wirkung war. Die Ehre dafür gebührt in erster Linie dem Herrn Geh. Baurath von Ritzen, der das Arrangement mit dankenswertherLiebenswürdigkeit uno Melster'chaft übernommen halte. ° ®^^"wendung der Gaben anlangend, so sind unter den größeren Zuwendungen zu ^ä>e der Frauenvereln, 100 JL welche Herr Rabbiner Dr.Levy, 100 X toelcbe das Hcrbergseomite erhielt.. Die übrigen Gelder sind von dem Comite direct an einzelne Arme, zum Theii in größeren Betragen, vertheilt worden. Gewiß ist damit viele Roth gestillt, manche Thranc getrocknet worden. Möchte das Comite und die Mttwtrk.ndem in diesem Bewußtsein einen reichen Lohn finden für die große Mühe, die sie gehabt und für alle Opfer, die Fracht haben, und mochten sie sich dadurch ermuthigt fühlen, auch in künftigen Jahren ihr wohlthatiges Unternehmen zu wiederholen! ö Schl. Gießen, 13. Februar. In diesen Tagen hat der Vorort des evangelischen Kirchen- gesangvereivs in Hessen (gegenwärtig der evangelische Kirchengesangverein in Darmstadt) den ersten Jahresbericht an seine Mitglieder versandt. Er erinnert zuerst an seinen vom Weih nachtsflst >8/« Daiirten Aufruf zur Bildung von Kirchengesangvereinen und Kirchenchorschulen m den evangel. Gemeinden des Großherzoglhums und constatirt aus der von ihm gemachten Erfahrung die Thatsache, daß innerhalb der evangelischen Gemeinden, die in dem kirchenpolitischen Tagesstreite Die Kirche selber nicht verlieren wollen, die Sehnsucht wieder erwacht ist an der Erneuerung und Vertiefung des kirchlichen Lebens mitzuarbeiten und daß der evangelische Klrchengesang em sehr segensreiches Feld für diese Mitarbeiterschaft sei, für welche es nur der richtigen Organisation bedürfe. Aus Grund der tn dem neubegründeten Landes.Kirchengesang- verern dargebotenen Organisation haben sich nun seitdem 16 Vereine mit insgesammt 707 Mitgliedern und 3 Chorschulen zusammengefunden. Ein nicht geringer Theil dieser Vereine ist unter dem mächtigen Eindrücke des am 29. Januar 1879 zu Worms abgehalt-nen ersten Kirchm- gesangfestes, an dem sich 5 Vereine mit 200 Sängern und Sängerinnen betheiligten, entstanden. Ern zweites Kirchengesangfest ist für den Juni dieses Jahres in der Provinz Overhessen, wahrscheinlich hier tn Gießen, in Aussicht genommen. Bei der Begründung neuer Vereine war der Vorort mit Ralh und That behilflich und hat namentlich mit Rücksicht auf die Bedürfnisse derselben eine aus 21 Nummern bestehende Sammlung kirchlicher Gesänge veranstaltet. Von der größten Bedeutung ist die mit dem „evangelischen Kirchengesangverein für Württemberg" eingegangene Verbindung, die zunächst darin ihren Ausdruck fand, baß die von Württemberg begonnene Sammlung von „Chorgesängen zum gottesdienstlichen Gebrauch" nun von beiden Vereinen gemeinsam weitergeführt wird, so daß das nun folgende zweite Heft von dem Darmstadter Verein herausgegeben wirb, und so abwechselnd weiter. Auch mit dem badischen Ktrchen- gesangvernn ist eine Beziehung angebahnt, und ist so die Perspektive für die Gründung eines evangelischen Kircheugesanzvereins für Deutschland eröffnet. Ist dies geschehen, so hofft bet Vorort, so wird auch der Tag nicht allzuferne |ein, an dem ein „Deutsches Choralbuch" von dcn verbündeten evangelischen Kirchengesangvereinen Deutschlands alS ein die Einheit der deutschen evangelischen Kirche repräsentirendes Werk zu Stande gebracht werden wird. —r. Gießen, 14. Febr. Die Polizeiwache war heute Morgen in Gefahr — abzubrennen. (Sin an dem alten Kamin anstoßender Balken, welcher vielleicht schon 8 Tage lang glimmte brannte gegen 8 Uhr lichterloh. Raschem Eingreifen gelang es, dem Feuer Einhalt zu thun.' — Wie uns mitzetheilt worden, wurde ein auf heute Morgen beabsichtigtes Pistolen- Duell durch die Dazwischenkunft eines Gensdarmen vrrhtndert. — Ein sauberes Früchtchen, welches mit aller Gewalt sich an seinem Vater vergreifen wollte, wurde heute Nacht gegen 12 Uhr eingesteckt. — Die „Volksküche" verteilte heute 1072 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 90, 982 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Vermischtes. Mainz, 12. Februar. Wir athmen wieder frisch auf. Die Gefahr einer Ueber- schwemmunz und der damit verbundenen Verheerungen ist durch den vollständig ruhigen Abgang des Rhein und Untarmaineiies als vorüber zu betrachten. Als gestern Mittag einige Minuten vor 4 Uhr die Eisdecke des Rheines sich vor unserer Stadt zu heben begann, kam das Eis nur bis zur sog. Petersaue in's Treiben; hier konnten die Massen nicht durch, bis gegen 7 Uhr sich ruhig und gefahrlos das riesige Eisfeld in Bewegung setzte und rheinabwärts trieb; um i/28 Uhr lösten sich auch die Eismaffen, welche sich oberhalb der Eisenbahnbrücke festgesetzt hatten, los und schon um 10 Uhr hatten wir vollständig flottes Waffer. Nur der Untermain von der Mündung bis gegen Flörsheim zu, stand noch fest; erst heute Vormittag, kurz vor 11 Uhr, ging auch dieses Eis ganz ruhig ab. Der schon gestern Abend mittelst Nachen auf genommene Verkehr zwischen den beiden Ufern wird feit heute wieder durch die Trajectboote der nassauischen Bahn vermittelt Der Rhein fällt sehr rasch, von gestern Abend auf heute Morgen ist derselbe 35 (Zentimeter gefallen. Handel und Verkehr. Gießen, 14. Februar. Auf dem hemigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd JL 0 85 bü JL 0.90, Hühnereier per Stück 7—8 Gänseeier per Stück 12^, Enteneier per Stück 8 Käse per Stück 5—10 Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Liter 24 H, Tauben das Paar 0.90, Hühner per Stück JL 1.40—0.00, Hahnen per Stück JL 1 40 bis 0.00, Enten per Stück JL 2.30-0.00, Kartoffeln per 100 Kilo 7—8.50 Weißkraut 100 Stück JL 7-9, Zwiebeln p. Str JL 11 — 14, Milch per Liter 16 und 18 Ochsenfleisch 68 $ per Pfv., Kuh. und Rindfleisch 48-56 Kalbfleisch 40—48 H, Hammelfleisch 50 bis 60 H, Schweineflei ich 60 w Original-Börsen-Wochenbericht des Bankhauses Max Levenstein in Berlin W., Charlottcnstr. 33. In dieser Woche ist von einem Tendenzwechsel nur mforoett zu berichten, als ganz vorübergehend auf speculativem Gebiete eine Verstimmung eingetreten war, die weniger in nennenswerthen Coursherabsetzungen als in einer geringeren geschäftlichen Regsamkeit zum Ausdruck gelangte. Die etwas zurück- g.gangenen Notizen anlmirten aber zu Ankäufen, und so schließt denn auch diese Woche in ziemlich fester Haltung. Auf dem internartonalen SpeculationSmarkte spielten russische Werthe eine Hauptrolle. Man wollte hier mit ziemlicher Bestimmtheit von dem Abschluß einer neuen russischen Goldanleihe wissen und darauf hin entwickelte sich ein sehr lebhaftes Geschäft in Or.entanleihen und Russischen Noten bei erheblich besseren Preisen. Später wurde jene Nachricht officiell dementirt, was wieder eine Abschwächung zur Folge hatte. In Creditattien wollte das Geschäft sich nicht recht beleben, doch konnten diese sowohl wie Franzo-en, welche ebenfalls allzu bedeutende Umsätze nicht aufzuweiseu hatten sicv dem vorwöchentlichen Course nach einigen Schwankungen wieder nähern. Für Unga- rischeWoldrent. war die Kauflust wemgcr rege, und da außerdem Wien größere Posten an den hi figen Platz abgab, konnte auch der Cours seinen letzten Stand nicht ganz behaupten. Diese Verkäufe scheinen nunmehr beendet und es dürft- wohl wieder auf ein Anziehen zu rechnen fein Für deutsche Bahnen war das Interesse in dieser Woche ein etwas regeres. Hervorragend waren d-e Actien der Mainz-Ludwigshafener und Bergisch-Märkischen Eisenbahn; besonders in dem ersteren Papier entwickelte sich em recht lebhafter Verkehr bet erhöhtem Course, ohne daß dafür ein plausibler Grund anzugeben wäre. Schlesische Bahnen lagen zwar fett, waren aber nicht sonderlich beachtet. Als lebhaft und höher find Aachen-Mastrichter zu bezeichnen, ebenso erzielten Nordhaufen-Erfurt und Werrabahn Avancen, wogegen Ostpreußifche Südbahn durchaus matt liegen. Unter den Bank-n standen vor den Speculationspapieren diesmal Disconto- Command'tanthelle im Vordergründe. Deutsche Bank vermochte nur zeitweise einiges Interesse zu erregen. Aus dem Cassamarkte zeichneten sich Coburger, Reichsbank und Berliner Cafsenverein durch feste Haltung aus. Preußische Jmmobilien-Actien steigen flott weiter, angeblich in Folge perfect gewordener Grundstücksverkäufe. Die Gewähr dafür muß man den Vertretern dieser Mittheilungen überlassen. Am meisten Chance scheint noch eine für die Actien der Berliner Handelsgesellschaft in Scene gesetzte Kam eogteifen - atyubrtnnm. 3f lang glimmte, Inhalt za th«i. chttgteS Pistolen- O- •4TÄ Es “"»«taütbii, “»«banjm Ju a,e», WO.! di°th grM, lnn Mttn Br- Opfer, dir 13,n Fabien ihr SchL M« flirren. CöT*t) den nr-1 vom Weih, uchinchvrfihulen 1 gemachten tm ^chenpoliti- ' kracht ist, an der evangelische el-he eS nur der ? ^chengesang- 'ammt 707 Wt- nein Vereine ist ,n ersten Sirchen- >Steu, wtstanden. 'besessen, wahr; Bmütt war der die Vidürfniffr mftaliet. Von 1 Württemberg- vn Vürtlmbrrg nun von beidvi von dem Darrn- badischen Sirchen- Gründung etneS tn, so hofft der Lhoralbuch- von ibtil der deutschen wurden fafrw iah einer Uebn- g ruhigen Abgang ig etniae Minuten 1, kam bad Äd bld gegen 7 Uhr särte trieb; um ndckte feßzese,k t der Unitrmaln tuttag, kurz vor :tift iKachen auf die rrajecthoote Bbnrt auf heute iteititr per vtLS S Linsen 1 btter tne*1 8.50 8dW 3 OLieusteifch himmelfletfch 50 ertfnüfi« *" imW* S'A ische Derthr eine £& '“"M «i« W, f .Tür j »it- «an 'J| »I-X-auf xSZ urb Serra- rt vn» ö 1^7, Ä«nf !fcS «AU Serie Treiberei zu haben, obgleich .sich auch hier über deren BerechtigunA streiten läßt. — Preußische Bodenkredit-Actien erhöhten ihren Cours, ohne daß hierfür ein Grund nachgewiesen werden kann. Auf dem Bergwerks-Actienmarkte halten sich vorzugsweise Laurahütte recht fest, während Dortmunder Union eher nach unten neigten. Sehr begehrt und recht fest waren Hibernia und Westfälische Union - Stamm - Prioritäten; letztere scheinen in der That noch sehr preiswürdig. Industriepapiere tagen im Allgemeinen still. Besonderer Nachfrage hatten ^ich die Prioritäten der Wöhlert'schen Maschinenfabrik zu erfreuen, welche bei dem nicht sonderlichen Ueberfluß an derartigen festen Zins tragenden Werthen wirklich billig erscheinen. Fest waren auch Stobwajser, Deutsche Asphalt, Rheinisch-Westfälische Industrie und Actiengesellschaft für Möbeltransport. Ganz besonders beliebt zeigten sich aber die Actien des Bauvereins „Passage", aus Veranlassung der vollständigen und lohnenden Vermiethung sämmtlicher Räume, sowie der Thatsache, daß das der Gesellschaft gehörige „Meinhards Hotel" znm ersten Male, seitdem es der Actiengesellschaft gehört, im abgelaufenen Jahre einen erheblichen Ueberschuß erzielt hat; auch im Monat Januar soll die Einnahme eine vorzügliche -gewesen sein.(998 Auszug aus denStsndesamtsregistern des Standesamts Gießen Vom 7. bis 13. Februar 1880. Aufgebote. Februar. 7. Kaufmann Joseph Mark von Fritzlar mit Helene Mayer, Tochter des Kaufmanns Alexander Mayer von Gießen. Eheschließungen. Februar 11. Bahnarbeiter Johann Georg Zinn, Wittwer von Trohe, mit Margarethe Merkel, geb. Gerhard, Wtttwe des Schuhmachers Friedrich Merkel von Gladenbach. Geborene. Januar. 31. Mathilde Eleonore Elise, Tochter des Photographen Ludwig Orth. Februar. 2. Ein außerehelicher Sohn von hier. 8. Karl, Sohn des Bremsers Konrad Müller. 5. Dem Reallehrer Emanuel Schmuck eine Tochter. 7. Karl Adam Heinrich Ernst, Sohn den Lehrers Heinrich Brücher. 9. Karl Christian, Sohn des Schlossers Georg Ott -5. Wilhelm Jacob, außerehelich von auswärts. 9. Auguste Louise Elisabeth, Tochter des Bremsers Heinrtch August Stiehl. 8. Lina Margarethe Katharine. Tochter dk8 Metzgermeisters Johann Heinrich Früher. 8. Franz Heinrich, Sohn des Postschaffners Heinrich Schmidt. 10. Marie Helene Sophie, Tochter des Schreiners August Birk. 6. Christian Heinrich und Mari- Barbara, außereheliche Zwillingskinder von auswärts. Gestorbene. Februar. 5. Müller Max Sprankel, 51 Jahre alt, von Rrinhardshain. 6. Elisabeth Marie, 2 Monate alt, Tochter des Schuhmachers Max Simon. 6. Hermine Susanne Elisabeth, 7 Monate alt, Tockter des verst. Schlossers Ferdinand Werner. 8. Ein außerehelicher Sohn von hier, 6 Tage alt. 8 Wilhelmine Margarethe, 5 Monate alt, Tochter des Müllers Philipp Debus. 9. Der Musketier in der 5. Compagnie II. Großh. Heff. Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116 Christian Knögel, 21 Jahre alt, von Allendorf a. Lda. 9. Georg Christian, 2 Monate alt, Sohn des Schuhmachers Philipp Bender. 9. Jokephine Pauline Katharine 2 Monate alt, außerehelich von auswärts. 9. Schneider Heinrich Ruhl, 16 Jahre alt von Rainrod. 10. Elisabeth Schmidt, geb. Rain, 33 Jahre alt, Ehefrau des Schlossers Jacob Schmidt. 10. Chnstiane Winckler, geb. Muth, 82 Jahre alt, Wittwe des Pfarrers Ernst Winckler. 11. Fanny Stroh, geb. Emmelius, 42 Jahre alt, Ehefrau des Districtseinnehmers Heinrich Stroh. 12. Karl Georg, 3 Jahre alt, Sohn des Schaffners Ludwig Schäfer 12 Der Hilfshautboist in der 1. Compagnie des II. Großh. Heff. Jnf.-Regts. (Großherzoa) Rr 116 Hermann Rößler, 23 Jahre alt, von Schnauderhainchen. 9 5 9J Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 11. Februar. Johann Georg Zinn, Bahnarbeiter dahier, des Arbeiters zu Trohe Kaspar Zinn ehel. Sohn und Margarethe Merkel, geb. Gerhard, des verst. Maurers zu Gladenbach Peter Gerhard ehel. Tochter. Getaufte. Den 8. Februar. Dem Kutscher Wilhelm Loh ein Sohn, Heinrich, geb. den 2. Januar Denselben. Dem Schlaffer Georg Köhler eine Tochter, Adolphtne Auguste Christiane' geb. den 30. Juli. Den 12. Februar. Dem Locomotivführer August Johann Nadler eine Tochter, Auguste Bertha Gertrude, geb. den 20. Januar. ö ’ Beerdigte. Den 8. Februar. Charlotte Henze, geb. Linnemann, Wittwe des zu Kaffel verstorbenen Kammmachers Johannes Henze, alt 73 I. 4 M. 8 T., gest. den 5. Februar. Den 11. Februar. Christian Knögel, Musketier int II. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, des verst. Schmieds zu Allendorf a. Lda., Johannes Knögel ehel. Sohn, alt 21 I. 16 T., gest. den 9. Februar. Den 12. Februar. Elisabeths Schmidt, geb. Rain, Ehefrau des Schloffers dahier Jacob Schmidt, alt 33 I. 6 M. 6 T-, gest. den 10. Februar. Den 13. Februar. Christiane Winckler, geb. Muth, Wittwe der verstorbenen Pfarrer- zu Mendorf a. Lda. Ernst Winckler, alt 82 I. 11 M. 6 T-, gest. den 10. Februar. Bekanntmachung. In der kommenden Woche werden die Glocken auf dem Thurm der Stadtkirche umgehängt, und kann daher von Montag dem 16. bis Samstag den 21. F bruar weder die Thurmuhr schlagen, noch wird geläutet werden. Für den Nothsall stehen jedoch die beiden kleinsten Glocken zur Verfügung. Gießen, den 13. Februar 1880. Der Kirchenvorstand: G. Schlosser, Pfarrer. Bekanntmachung. 960) In dem Firmenregister des ?unter zeichneten Gerichts sind nachstehende Einträge vollzogen worden: L am 12. Januar 1880: Die Firma Gg. Burkhardt in Gießen wurde gelöscht. II. am 15. Januar 1880: Die Firma Daniel Engel in Meßen wurde gelöscht. III. am 21. Januar 1880: 4i. Die Firma Ed. Strack zu Gießen wurde gelöscht. 3) . Die Firma E. Pitthan zu Gießen wurde gelöscht. 1V. am 26. Januar 1880 : Meyer Dreifuß zu Watzenborn betreibt daselbst seit dem Jahre 4871 ein kaufmännisches Geschäft mit Frucht, Mehl, Vt-H v. f. w. unter der Firma „Meyer Drei- Derselbe bat seiner Frau Megine, geb. Süß, Procura ertheilt. V. am 27. Januar 1880. Die Firma Decker & Löber Hir Gießen wurde gelöscht. VI. am 29. Januar 1880: Die Firma Conrad Schul- III. zu Gießen wurde gelöscht. Weorg Schultheis betreibt seit -em Herbste 1871 zu Gießen unter der Firma Georg Schulthei- Geld - Cours. 20-Francs-Stücke . . . do. in Va - Englische Souvereigns . Russische Imperiales . Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ...... Dollars in Gold . . . v4L 16 16 20 16 16 9 4 17-21 16-20 27—31 66-71 65 51—55 17-20 Verantwortliche Redactioni A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Giefien. Hierzu ein zweites Blatt und eine Beilage. Gx-aiiiont lieber die schreibt die und Arbeiten witb er die in haben, damit' und jo auch d endlich wirklich mit erneuertem von neuem in haben, ob es n an der Rrichsm Dienstleißunger und so tief eit klassen eine h Session mit @i im Verlause bi sonders an die scheu PulePell Ausschluß über im Reichstage v nähme bemtheil Am Schl nächtigste Frac der Gesehgebur Bestände lies e zeigte sich in \ fltflen die libe wieder ein ver tage, Id fajj terdnbertfn, tit im Landtage zu den etilen Sessi fort handgreiflß Stande grkomir mr mit Hülfe gegen die liber Schankstättenste M nur in tt Die geträ Mdnettichauses Etung, als dii dte ganze1 W, im ®tl] ^gechtz haben let konservative When princi * dargethan. »Session hh «Mconservaßve bet trog, 6 6oIItfler D, “"«»atltn *7^, im