srr. 2L«. Donnerstag den 14. October 1SSO. Aijkige- nnb ntt für ita Kms Gieße«. Redaktion» bureau r «rpeditionSbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags» Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Amtlicher Theit. Gießen, am 11. October 1880. Betreffend: Die regelmäßige Ergänzungswahl des Kreistages des Kreises Gießen durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grossherzoglicherr Bürgermeistereien. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 20. September l. I., Anzeiger Nr. 223, noch nicht Folge geleistet haben, werden an baldige Erledigung derselben erinnert. Dr. Boekmann- Deutschland. m. Darmftadt, 12. October. Die Abgeordneten Stephan (Hesloch) und Dr. Schröder haben in der zweiten Kammer s. Z. zwei Anträge gestellt, welche beide dahin zielen, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, die Erhöhung der Straßen« strecke zwischen Nierstein und Nackenheim zum Schutze gegen Überschwemmungen durch den Rhein zu ermöglichen und über welche nunmehr Namens des Finanzausschusses zweiter Kammer der Abgeordnete Möllinger Bericht erstattet hat- Derselbe erkennt an, daß unzweifelhaft auf der genannten Straße der unangenehme Mißstand besteht, daß in einer Länge von 2600 Meter ein Wasserstand von 3,75 Mtr. Pegelhöhe genügt, einen Theil dieser Strecke unter Wasser zu setzen und bei 5 Mtr. dieselbe in ihrer ganzen Ausdehnung überschwemmt wild. Hierdurch werde der Landverkehr zwischen den beiden genannten Orten manchmal auf kurze, oft aber auch auf längere Zeit unterbrochen. Bei günstiger trockener Witterung könne wohl ein Feldweg, längs dem Berge hinztehend, benutzt werden, was jedoch bet nassem Wetter mit Rücksicht auf die schwere Bodenbeschaffenheit nicht einmal für kleine Lasten thunlich sei. Die Regierung hat in einem an den Referenten des Ausschusses gerichteten Schreiben wiederholt anerkannt, es sei sehr wünschenswerth, dem bestehenden Mißstande abhelfen zu können: sie hat durch ihre Techniker Voranschläge aufstellen lassen über die Höhe der au^zuwendenden Summen, welche eine Aufstellung auf eine Höhe von 6 Mtr. über Pegel erfordern würde. Diese Summe beziffert sich auf 178,000 JL Gegenüber der Idee einer aH- gemeinen Auffüllung hatte das Mitglied der ersten Kammer, Herr Wern her, vorgeschlagen, den sogenannten rothen Hügel bei Nackenheim abzuheben und mit der gewonnenen Erde die tiefsten Stellen der fraglichen Straße auszufüllen. Der Kreisbaumeisler von Mainz hat sich nach dem Bericht entschieden gegen dieses Project ausgesprochen; die Regierung schließt sich seinen Ausführungen an, sie will zwar auf diesem Landtage keine Vorlage mehr an die Stände gelangen lassen, erklärt sich aber bereit, bet Aufstellung des nächsten Budgets den Gegenstand in nähere Erwägung zu ziehen- Der Finanzausschuß verkennt, wie der Bericht ausführt, durchaus nicht die Bedeutung des in Frage stehenden Mißstandes und würde bereit sein, die zu dessen Abstellung nothwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn die Höhe der verlangten Summe eine nicht so bedeutende wäre. Dieser gegenüber scheine es doch geboten, die Frage der Notbwendigkeit eines Umbaues noch ferner zu erwägen und vielleicht nur eine Ausfüllung der tiefsten Stellen in's Auge zu fassen- Auch könnte möglicherweise durch Ausbaggern des Rheines billigeres Füllmaterial gefunden werden und die Anlieferung von Steinen durch Transport auf dem Flusse sich niederer stellen- Weiter wird im Bericht angegeben, daß in den letzten 10 Jahren die Staatsstraße zwischen Nierstein und Nackenheim neunmal überschwemmt war, einmal ununterbrochen 3 Wochen lang. Der Ausschuß beantragt, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, nähere Erhebungen in den angegebenen Richtungen eintreten und weitere Mittheilungen an die Kammer gelangen zu lassen. Der dritte Ausschuß der zweiten Kammer beantragt, die Wahlen der Herren Freiherr Gcdult von Jungenfeld für die Provinzialhauptstadt Mainz und Oberlandesgerichtsrath Maurer für den 12. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg (Darmstadt — Land) für definitiv gültig zu erklären. Ersterer Herr wurde an Stelle des Herrn Landgerichtsrath Dr. Bockenheimer gewählt, welcher am 16. April d. I. fein Mandat als Abgeordneter niederlegte; Herr Maurer mußte sich nach seiner Beförderung zum Oberlandesgerichtsrath einer Neuwahl unterziehen. Berlin, 9. Octbr. Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt folgenden bereits telegraphisch kurz gemeldeten Artikel: Wenn Jemand, der fern von der Welt und ohne Kenntniß von dem, was in ihr vorgeqangen, gelebt hat, ein Befremden und Bedauern darüber äußerte, daß die Feier zur Vollendung des Kölner Domes ohne einen Erzbischof vor sich geht, so könnte man seine Empfindungen verstehen, auch wenn man sie nicht theilt, würde aber auch mit etwas Geduld einem solchen Rtp von Winkel leicht begreiflich machen, wer für die Lücke in dem Klerus, für die Verminderung des kirchlichen Pompes und für die Abweichung von 600jähriger Gepflogenheit verantwortlich ist. Nicht so leicht ist es, mit Geduld das Schriftstück zu lesen, welches unter „Rheinischen Katholiken" zur Unterzeichnung colportirt wird, und gegen den Willen der Verfaffer schon jetzt veröffentlicht worden ist. Was die Caplanspreffe ihren Lesern an Verschweigung und Unwahrheit bieten kann, erregt längst keine Verwunderung mehr bet der übrigen Bevölkerung; aber wenn die Verfaffer dieser Eingabe an Se. Majestät den Kaiser einander haben ansehen können, ohne zu lächeln, und daß sie auch und vorzugsweise den höheren Schichten der Gesellschaft die Unterzeichnung zuzu- muthen wagen können, das wird in der Culturgeschichte unserer Zett, mit ihren parlamentarischen Institutionen und ihren Dampfpressen, einem späteren, vielleicht nicht entfernten Geschlechte unbegreiflich erscheinen. An wem hat es denn gelegen, daß der Gesetzentwurf, welchen die Regierung mit Genehmigung Sr. Majestät vor wenig Monaten an den Landtag gebracht hat, verstümmelt, daß der Paragraph, welcher die Rückkehr der Bischöfe möglich machen sollte, daraus entfernt worden ist? Die Eingabe drückt sich vorsichtig tm Passtvum aus: „diese wichtigste Bestimmung wurde abgelehnt." Wer hat es denn aber schon vergeffen, daß das Centrum gegen den betr. Artikel gestimmt hat, und daß der Rest des Gesetzes gegen das Centrum angenommen worden ist? Es ist nicht möglich, die Heuchelei und Unerschrockenheit der Verfaffer der Eingabe richtig zu bezeichnen, ohne sehr unhöflich zu werden oder Formen zu wählen, die bester den Witzblättern überlasten bleiben. Nur ein Gedanke in dem Schriftstück, auch sonst schon ausgesprochen, ist einer ernsthaften Besprechung werth. Die Verfasser behaupten, und die Unter« zeichner sollen erklären, daß ihnen die feierlichst verbriefte freie Religionsübung verkümmert sei, und es ist bekannt, daß sie dabei an den Erlaß Friedrich Wilhelms III. an die Rheinländer vom 5. April 1815 denken. Die Zusicherung: „Eure Religion, das Heiligste, was dem Menschen angehört, werde ich ehren uud schätzen. Ihre Diener werde ich auch in ihrer äußeren Lage zu Verbestern suchen, damit sie die Würde ihres Amtes behaupten," ist nie zurückgenommen, nie verletzt worden, und ihrer freigebigen Erfüllung sind die blühenden kirchlichen Einrichtungen zu danken, deren Verfall die Eingabe beklagt. Aber indem Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1815 die katholische Religion zu ehren und zu schützen versprach, hat er sich nicht verpflichten wollen, weil nicht verpflichten können, die Staatsgewalt den Einichtungen zu unterwerfen, welche der päpstliche Stuhl und ein Theil des Klerus in aller Zukunft sich zu geben für gut befinden würden. Die Rheinländer, auch ihr damaliger Klerus, haben die Beschlüste des vaticanischen Concils nicht vorausgesehen und würden, wie Jeder weiß, der die Geschichte jener Zeit kennt, gegen solche Beschlüste sich lebhaft verwahrt und sie nicht als Bestandtheil ihrer Religion betrachtet haben. Zum Beweise deflen genügt es, auf die heutigen Vorgänge zwischen dem Staat, dem Volk und dem Klerus auf zwei katholischen Nachbarländern hinzuweisen. Was die Verfaster der Eingabe mit derselben beabsichtigt haben, ist uns nicht deutlich, die Erklärung müßte denn in der Versicherung zu suchen sein, daß die Landesvertretung einer Initiative zur Verständigung mit dem päpstlichen Stuhl bereitwillig folgen würde. Wollen die Petenten damit etwa sagen, daß das Centrum sich jetzt anders besonnen habe? Berlin, 11. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt bezüglich der angekündtgten neuen Note der Pforte wegen bedingungsloser Uebergabe Dulcignos: Nach den Erfahrungen mit der türkischen Diplomatie erscheine es immerhin rathsam, vor Kenntnißnahme dieses Actenstückes sich keinen allzu sanguinischen Erwartungen hinzugeben. Auch sei zu beachten, wie die Albanesen sich zur Entschließung des Sultans stellten. Immerhin erscheine die Verschlimmerung der Lage, welche die Erklärung Riza Pascha's herbeiführte, daß er Dulcigno gegen Jedermann verthetdigen müste, durch den neuesten Schritt der Pforte wieder beseitigt. Jedenfalls sei die Dulcigno-Angelegenheit mit dem neuesten Entschluß des Sultans wieder ausschließlich in den Vordergrund der orientalischen Dinge getreten. Alle Meldungen über Auseinandergehen und Ortsveränderung der internationalen Flotte seien mit Vorsicht aufzunehmen. An unterrichteter Stelle sei von derartigen Anordnungen nichts bekannt. Berlin , 11. Octbr. Mit dem Kaiser und der Kaiserin werden den Dombaufeterlichkeiten in Köln beiwohnen: der Kronprinz und die Kronprin- zessin, die Prinzen Wilhelm und Heinrich, die Prinzen Karl und Friedrich Karl, der Prinz und die Prinzessin Albrecht, der Erbprinz und die Erbprin- zessin von Sachsen-Meiningen, der König von Sachsen und als Vertreter des Königs von Württemberg Prinz Wilhelm von Württemberg, der Großherzog, die Großherzogin, der Erbgroßherzog und die Prinzessin Victoria von Baden, die Großherzoge von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin, sowie für den Großherzog von Hesten Prinz Heinrich von Hesten; die Herzoge von Sachsen- Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen Koburg Gotha und von Anhalt, der Landgraf Friedrich von Hessen und der Prinz Friedrich Wilhelm von Hesten, die Fürsten zu Waldeck, von Schwarzburg Rudolstadt, zu Lippe-Detmold, Reuß ältere Linie und der Erbprinz von Hohenzollern, sowie ferner die Bürgermeister der freien und Hansestädte Bremen, Lübeck und Hamburg, das gesammte Staatsministerium, das Präsidium des Reichstages und beider Häuser des Landtages, der Polizeipräsident von Berlin v. Madai, der General-Feldmarschall Graf Moltke, die commandirenden Generale des 7. und 8. Armee-Corps, General der Kavallerie Graf Stolberg-Wernigerode, der General der Infanterie v. Göben und die Generalität des 8. Armce-Corps. Düsseldorf, 11. Octbr. Bei der Ausstellung ist ein Ueberschuß von 250.000 je. erzUlt worden. Hiervon wird aber noch die Entschädigungssumme für den Zoologischen Garten in Abzug zu bringen sein. Für denselben wird die Summe von 120,000 JL beansprucht. (Als Entschädigung für ent« gangenes Eintrittsgeld hat der Zoologische Garten 60,000 erhalten: die Amerika. Vorschlag der Unionsstaaten acceptirt. schäftssprache und die Sitte und den Brauch des Landes zu erlernen, dann maa er kommen." ö 120,000 werden als Vergütung für den im Garten in Folge der Aus- stellung angertchteten Schaden verlangt). Wie bekannt, ist das Hauptgebäude der Ausstellung für die schlesische Gewerbe-Ausstellung in Breslau angekauft worden. Dem Vernehmen nach wird auch das „Panorama der Schlacht bet Gravelotte" nach BreSlau wandern. Stuttgart, 11. Octbr. Die „Württemb. Landesztg." meldet: Vom Landes-Comtt6 der deutschen Partei berufen, fand gestern hterselbst eine Versammlung von Gesinnungsgenoffen statt, welche über die Mittel berteth, die Parteithätigkeit wieder mehr zu beleben. Die Versammlung, die unter dem Vorsitze des Retchstagsabgeordneten Max Römer tagte und zu welcher etwa 70 eingeladene Vertreter sämmtlicher Landesthetle. darunter eine größere Anzahl von Reichstags- und Landtagsabgeordneten, auch von der Ritterbank, theilnahmen, gab nach einem lebhaften vierstündigen Meinungsaustausche folgendem von dem Abgeordneten Dr. Lenz gestelltem Anträge ihre einmüthtge Zustimmung: „Die auf Veranlassung des Landes-Comitös der deutschen Partei zur Besprechung der dermaligen politischen Lage in der Liederhalle in Stuttgart zusammengetretene Versammlung von Gesinnungsgenossen: In Erwägung, daß Angesichts der neu hervorgetretenen politischen Aufgaben und gegenüber den mehr und mehr zu Tage tretenden Bestrebungen der extremen Parteien ein gemeinsames kräftiges Handeln der treu auf dem Boden des Reichs und der Landesverfassung stehenden liberalen und gemäßigten Elemente geboten ist, beauftragt das von ihr gewählte Comitö die zur Neubelebung politischer Thättg- keit in der angeführten Richtung erforderlichen Maßregeln mit thunltchster Beschleunigung etnzuleiten." Türkei. Konstantinopel, 11. October. Die von dem deutschen und dem französischen Botschafter bet dem Sultan gemachten Vorstellungen waren erfolgreich. Der Ministerrath beschloß die bedingungslose Uebergabe Dulctgnos und wird diesen Beschluß mittelst Note zur Kenntniß der Botschafter bringen. Baostch, 11. October. Ein Telegramm aus Cetttnje meldet: Die Pforte hat heute Montenegro angezeigt, daß sie beschlossen habe, Dulcigno noch in dieser Woche freundschaftlich an Montenegro zu übergeben. Eine große Anzahl Montenegriner ist bereits von der Grenze in die Hetmath zurückgekehrt. Jeilgch Lokales. Gießen 13. October. Die gestern Abend stattgehabte constttuirende Generalversammlung des Vereins der Deutschen Fortschrittspartei war von ca. 150 Mitgliedern besucht. Von dem provisorischen Ausschuß wurde ein durch denselben ausgearbettetes Statut vorgelegt und dasselbe von der Generalversammlung einstimmig genehmigt. Für nächsten Freitag hat Herr Retchstagsabgeordnetcr Ludwig Loewe aus Berlin dem Verein einen Vortrag zugesagt und werden an diesem Abende zahlreiche Gäste willkommen sein. — ^Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 3. bis 9. October belief sich im Ganzen auf 8. E8 starben nämlich an Lungenschwindsucht 2, an Gehirnentzündung. Bronchiencntzündung, Lungenemphysem, Blutarmuth in Folge von Blutung, Harnruhr je eine Person Ein Mann ertränkte sich in der Lahn. Unter Kindern ereigneten sich in der angegebenen Zeit keine Sterbfälle. q. KoDkurs-1 6715) Uii« t Heinrich, eüb h">- E Hruilltags »72 " verfahren eröffnet. , Der Herr Max vird zuni Konlum ES wird zur B die Kahl eines a sowie über die Be! biaerauSfchuffes un über die in $ 120 bezeichneten Gegen Prüfung der an, ningen auf Dienstag itn 1 Vormittag! vor dem unterzeichne min anberaumt. Allen Personen, w kursmaffe gehörige hckn oder zur Koi schuldig sind, wird < in den Temeinschuldi ^er zu leisten, auch mfttltflt, von dm und dvn den ^orde sie aus der Sach, friedigung in Ach Konkursverwalter b IW Anzeige zu m Gießen, den 12.; Wherzogl. Amtsg Gebhr Zur Begla Netdh Gertchtssi ArW? Ä Mit dem 2( Güte gÄ ÄÄ -^^rzoglic Mag hrn • 4Ä1*' Ein allgemeiner Jrrthum, in welchen die Majorität der Beschäftigung suchenden Emigranten verfällt, ist die Annahme, daß die Arbeitslöhne in allen Branchen außerordentlich hoch seien und der Pfad zum Wohlstand dadurch ein leichter und ebener ist' Geschickte fremde Handwerker und technisch gebildete Leute sind stets gesucht.' Die Entwürfe, Zeichnungen und Berechnungen in den tonangebenden Bau- und Maschinen-Bureaux New-Aorks und anderer großen Städte werden größtentheils von Polytechnikern und Baugewerbe-Schülern besorgt. Dieselben werden keineswegs im Verhältniß zu den geleisteten Diensten bezahlt. — Die Chefs der Firmen sind gewöhnlich schlaue „Geldmenschen", die genug von ihrer Profession verstehen, um zu wissen ob die Arbeit, die sie selbst nicht im Stande sind, zu verrichten, von Anderen gut ge- than wird, — daher wissen sie die geeigneten Leute zu wählen, um die wirkliche Arbeit zu thun, während sie selber das Geld „machen". Aber diese Employes finden Gelegenheit, sich Erfahrung in den practischen mechanischen Methoden anzueignen, welche sie bald in den Stand setzt, sich bessere Stellungen im Westen und Süden zu sichern wo wahrer Verdienst seine Anerkennung findet- Ihre Stellen in den großen Stadtfirmen werden dann wieder von anderen, frisch aus den Bildungs- und Erziehungs- Anstalten der „alten Welt" Kommenden ersetzt — und das Angebot der Stellen,uchen- den kontrollirt dieLöme — denn diese Leute werden nicht auf Salair engagirt, sondern auf Tagelohn. Einem mit dem Diplome seiner Fachschule versehenen Studenten sagt man einfach: „Unsere Regel ist, 2 Doll, per Tag für den Anfang zu zahlen." Aber in vielen Bureaux dauert der „Anfang" so lang, daß der Ehrgeizige und Strebsame sich nach Unabhängigkeit und besserer Bezahlung wo anders hinwenden muß Diese vorherrschenden Bemerkungen nun beziehen sich auf alle Zweige der Industrie. — Arbeitsleute aller Berufsklassen, sowie Frauenspersonen für die verschiedenen Arten von Arbeit, wozu sie geeignet sind, sollten als Neuankommende in diesem Land eingedenk sein, daß sie Stellen annehmen, wie sie ihnen eben angeboten werden und daß sie mit mäßigem Lohn zufrieden sein müssen, bis sie die Kunst und die Art und Weise amerikanischen Styls gelernt haben. ©tunten Bollbluthen, tb-iech" » W°lff Herr auS V/rnal Mblutpstüe? Eine Lehrzeit, wie drüben, kennt man hier nicht- Nach deutschen Begriffen ist hier Niemand „Kaufmann", denn die Kaufmannschaft als ein besonderer Beruf besteht hier nicht; heute Laufjunge, nach einem Jahre Markthelfer oder Verkäufer — und einige Jahre später — vorausgesetzt, er benutzt seine freie Zeit zur geistigen Ausbildung — Commis, dann Buchführer, Geschäftsinhaber und nach zwanzig Jahren ein Millionär — dies ist die Carriere Tausender unserer erfolgreichen Kaufleute. Hieran anknüpfend möchten wir zugleich näher auf die Arbeiterfrage, soweit solche Bezug auf die Emigranten hat, um manniafgchen irrigen Vorstellungen zu begegnen, eingehen: Ein allgemeiner Jrrthum, in welchen die Majorität der Beschäftigung Keine Arbeitsgeber, keine Hausfrauen werden sich bewogen fühlen, die Mühe zu übernehmen, die sog- „Grünen" einzuweiheü, es sei denn zu Löhnen, die sie für ihre Mühe entschädigen. Unter den gebildeteren Classen der Einwandernden wird dies vollkommen als ein gerechtes Verfahren verstanden werden. Aber die illusorischen Erwartungen von enormem Verdienst verursachen viel Unheil und erzeugen Unzufriedenheit unter Denjenigen, die Arbeit suchen. Von Bauernheimathen oder aus Diensten in städtischen Familien sind sie gelockt worden in Folge glänzender Berichte von monatlicher Bezahlung, die einen ganzen Jahreslohn daheim übersteigt, und außerdem mit der Versicherung, daß das Dienstmädchen — wie auch der Wahrheit gemäß — keine erniedrigenden Arbeiten, wie Stiefelputzen u. bergt, zu verrichten habe, dadurch zu dem Glauben veranlaßt, daß gar keine Anforderungen an sie gestellt werden. Die Magd, die im Vaterland Rechen und Hacke schwang, Fußböden scheuerte, zuweilen bis spät in die Nacht hinein ohne Kopfbedeckung durch die Straßen rennen mußte, um die verschiedenen Einkäufe zu besorgen, oder, wenn mit bedecktem Kopf — einen Zuber Wasser für den Küchenbedarf als Bedeckung — diese selbe Person erwartet in Amerika 15—20 Doll- per Monat zu bekommen, für Dienstverrichtung in einem Braunsteinhause, belegt mit Teppichen von der Bodenkammer bis zum Keller, heißem und kaltem Wasser vermittelst Röhre in jede Etage geleitet, mit Gasleitung und Dampfheizung durch's ganze Haus, dadurch die Hausarbeit in einer Ausdehnung erleichternd, daß es uns sogar beinahe als ein Wunder erscheint. — Die „Grüne" kommt in eine solche Stelle, ihren Kopf angefüllt mit dem Gedanken, was sie verdient, aber keineswegs mit der Idee was sie dafür zu leisten hat, oder was für Gelegenheit sich ihr bietet, etwas zu lernen, denn ein derartiges Dienstmädchen macht persönliche Oberaufsicht für viele Monate erforderlich, ehe sie fähig genug ist, um ihr die Verrichtung irgend eines Theiles der Haushaltsarbeiten allein anzuoertrauen. Jene Familien, welche „Grüne" engagiren, sind daher diejenigen, die ihre eigenen häuslichen Arrangements aus Sparsamkeits- oder anderen Rücksichten beaufsichtigen- Sie wünschen die Stärke und die Hülfe eines Mädchens für die schwereren Arbeiten, beabsichtigen aber nicht, einen großen Theil ihres eigenen Einkommens für genannte Dienste zu zahlen — und solche Familien gibt es am meisten. In unseren größeren Städten finden wir Familien — aber in der Minorität — die in großartigem Style leben, 5—12 Dienstboten halten und denselben 20, 25 bis 30 Doll, per Monat bezahlen. In solchen Haushaltungen kann jedoch eine „Grüne" nie eintreten. Ebe sich eine Person eine derartige Stelle verschaffen kann, muß sie Zeugnisse vorweisen können, und um diese Stellung zu behaupten, muß sie sich ihrer Obliegenheiten in gründlicher — und wir möchten sagen „künstlerischer" Weise entledigen. Gewöhnliche Familien halten ein bis zwei Mädchen für die Arbeit eines vierstöckigen Hauses. Mädchen, im Stande, einfach zu kochen, waschen und bügeln oder Stubenarbeit zu thun und aufwarten zu können, kann man haben für 10, 12, 14 und 16 Doll. — Neuankommende sollten daher den ersten sich ihnen bietenden Platz annehmen, Augen und Ohren offen halten und versuchen, sich unsere praktischen Methoden anzueignen, dann würden sie mit der Zeit tauglich werden, bessere Stellungen auszufüllen." Verwischte-. Mainz, 9. October. Eine tragikomische Jagd wurde in vergangener Nacht in einem Hause der Grebenstraße abgeholten. Man hatte dort die überraschende Entdeckung gemacht, daß sich ein Einscklcichedieb im Hause versteckt hatte. Die ganze wehrhafte Bewohnerschaft des Hauses machte sich, bewaffnet mit Stöcken, Besen, Ofengabeln, kurz mit Allem, was ein Jeder gerade in der Eile erwischen konnte, auf die Beine, um den Eindringling abzufangen. Nicht lange, so wurde man auch des Feindes ansichtig, welcher sich auf den Speicher geflüchtet hatte, zu einer der Dachluken hinauskroch, mit nackten Füßen ein ziemlich steiles Dach emporklomm und sich oben auf den Dachfirst setzte, um der Dinge zu warten, die da kommen sollten- Außer 4 Schutzleuten, die herbeigeholt wurden, kamen noch 2 Schornsteinfeger hinzu, um den Dieb vom Dach herab zu treiben. Das gelang aber durchaus nicht. Ruhig saß der Kerl oben auf seinem Beobachtungßposten. Nachdem aber eine Stunde verflossen und der Spitzbube schließlich einsah, daß er die Belagerung nicht aufheben konnte, kroch er herab und ergab sich auf Gnade oder Ungnade. Der Dieb hatte bereits außer verschiedenen Kleidungsstücken auch eine beträchtliche Summe aus dem Zimmer eines Einwohners entwendet. (M. A.) — An der Wiener Börse stand an einem der letzten Tage ein Mann mitten im Gewühle des Tages. Man sagt ihm nach, daß er sich um den currenten Zinsfuß wenig kümmere. „Was für einen schönen Fuß Sie doch haben!" bemerkte einer der Nahestenden ganz harmlos zu ihm. „Das >.st gar nichts," fuhr ein boshafter Mund dazwischen, „da müssen Sic erst seine Zinsfüße sehen . . ." BuenoS-Ayres, 11. Octbr. Der National-Congreß proclamirte den l General Rosa zum Präsidenten der argentinischen Conföderatton. Im Gebiete ' der Conföderation herrscht vollkommene Ruhe. Valparaiso, 10. Octbr. Chili und Peru haben den Vermittlungs- Telegraphische Depeschen. Wagners telegr. Correfpondenz-Bureau. Pari-, 12. Octbr. Die „Agence Havas" meldet aus Konstantinopel von heute: Der Sultan unterzeichnete heute Nacht einen Jrade, welcher die friedliche Uebergabe Dulcignos anordnet. Eine Convention wird mit Montenegro abgeschlossen werden, um die Institutionen und die Religion der Einwohner sicherzustellen. Der Jrade wurde heute Morgen den Botschaftern mit- gethetlt. Die Pforte hofft, daß die Mächte jeder anderen Presston zur Regelung der übrigen Fragen entsagen werden. London, 12, October. Die „Times" (zweite Ausgabe) meldet aus Rangoon, daß die Gerüchte von dem Erscheinen birmanischer Streitkräfte an der Grenze und eines unmittelbar bevorstehenden Krieges zwischen Birma und England als übertrieben betrachtet werden und keine ernste Ruhestörung befürchtet werde. Man glaube, die Anwesenheit birmanischer Truppen bezwecke nur die Vertreibung von Marodeuren. Es sei deshalb eine Compagnie Infanterie Eingeborener vorsichtshalber an die Grenze entsendet worden. Stuttgart, 12. Octbr. Die „Württemb. Landesztg." meldet: Die Staatsregierung hat das Eoncessionsgesuch von Bell's Telephon Company bis jetzt nicht genehmigt, weil es zweifelhaft, ob die Concessionirung mit dem Artikel 48 der Retchsverfaffung vereinbar ist. Fulda, 12. Octbr. Die Nachricht von dem Tode deS Btsthumsver- wesers Hahne, welche am Sonntag in den Kirchen verbreitet war, bestätigt sich nicht. In dem Befinden Hahne's ist vielmehr eine Besserung etngetreten. Konstantinopel, 12. October. Die Note an die Botschafter der Mächte wegen der Uebergabe Ductgnos ist von dem Mintsterrathe bereits dem Sultan zur Genehmigung vorgelegt worden. Said Pascha hat gestern die Botschafter besucht. Pari-, 12. Octbr. Woostyne, der Redacteur des „Gaulots", welcher den Obersten Jung beschuldigt hatte, die Mobiltsirungspläne der französischen Armee an Deutschland ausgeliefert zu haben, ist wegen Verleumdung zu sechs Monaten Gefängntß, 1000 Frcs. Geldstrafe und 5000 Frcs. Schadenersatz nebst Zinsen; Ducatez, Gerant des „Gaulois", zu 500 Frcs. Geldstrafe ver- urtheilt worden. Der Drucker des „Gaulots" wurde fretgesprochen. Graf St. Ballier confertrte heute längere Zeit mit dem Minister des Aeußern, Barthelemy St. Htlaire, und kehrt am 20. October wieder nach Berlin zurück. London, 12. Octbr. „Times" meldet in einer dritten Ausgabe aus Konstantinopel von heute, die Pforte habe den Botschaftern heute eine Note übermittelt, in der sie erklärt, sie werde sofort Instructionen für die Uebergabe Dulctgnos an Montenegro ertheilen. — lieber die Aussichten, die Einwanderer verschiedener Kategorien in Amerika finden, schreibt ein New-Aorker Blatt: Den vielen Anfragen gerecht zu werden, die uns aus Deutschland mit jedem Dampfer, meistens von sog. „Kaufleuten" und „Gebildeten" zugehen und alle, zwar in verschiedenen Variationen, auf das gleiche Thema hinauslaufen, wie: „ .... Ich bin Kaufmann, habe Englisch grammatisch gelernt und bin nicht abgeneigt, nach Amerika auszuwandern, wenn Sie mir mittheilen wollten, ob es mir möglich sein würde, bald eine meinen Fähigkeiten entsprechende Stellung zu finden u. s. w., u. s. w." — antworten wir: „Wenn die Ansprüche eines jungen Mannes nicht ungebührlich hoch geschraubt, die Meinung von seiner „Bildung", die manchmal eine recht oberflächliche ist, nicht übertrieben ist, und er sich entschließt, nach Amerika zu kommen, ohne zu erwarten, hier bei seiner Ankunft eine feste Stelle in seiner „Branche" auf dem Präsentir- teller überreicht zu erhalten, sich dagegen vornimmt, sein Fortkommen durch ehrliche — sich ihm gerade bietende — Arbeit zu suchen und sich redlich zu bemühen, die Ge- M-n i(l '“f b-steh, Sbllltg ?f"“Pfenb, !k" ®mi= KL -irr «*nS \S ®lf,’en- S 9ut 8C: ^l'ch-Arbeit n Telegen- ' ste I'chern, wo ’Bin Stadt- ^ziehungz- ^Mchen- Zlondern -n en (cF Aba .^krebsaine J!?.eE Si'- k'chiedenen >ese-n Land n und daß und Weise i^Mhezn 1« iw ihre kommen als Zungen von unter Den-, r.d sie gelockt ■'nen ganzen das Dienst: wie Stiesel- lB gar keine en scheuerte, aßen rennen lem Kopf - fon erwartet '6 in einem Her, Heißem leikung und »ehnuag er- ne" kommt verdient, m Telegen-. .acht prrsöa- um ihr die rauen. 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Der Professor Wolff aus Berlin hat sich jetzt längere Zeit auf dem 3 4 Stunden von hier belegenen Hauptgestüt Gradttz aufgehalten, um den dortigen tbeuersten Vollbluthengst The Palmer, welcher seiner Zeit für den Preis von 155,000 JL. aus England zu diesseitigen Gestütszwecken angekauft wurde, in Thon zu modelliren. Nachdem Herr Professor Wolff seine Aufgabe in glänzender Weise gelöst, hat er sich vor einigen Tagen mit dem Modell wieder nach Berlin begeben. Zu gleicher Zett weilte auch der Maler Koch aus Berlin, Spezial-Artist des „Daheim", in Graditz, um verschiedene der schönsten dortigen Vollblutpferde zu malen. Derselbe pflegt schon seit mehreren Jahren daselbst mit seinen Studien zugleich eine Art Sommerfrische zu verbinden. Köln. 10. October. Die unter der persönlichen Leitung des Herrn Julius Bödding- haus aus Düsseldorf Vertreters der Firma Siemens u. Halske für Rheinland und Westfalen, seit einigen Tagen allabendlich angestellten Versuche, den Dom electrisch zu beleuchten, wurden I gestern Abend vom Zeughausthurme aus mit günstigem Erfolge fortgesetzt. In den unteren Räumen wurde bald nach 7 Uhr ein kräftiger Gasmotor in Betrieb gestellt; glerchzeittg begann I da« Regultren der beiden zur Verwendung gelangenden Lampen. Eine starke Stunde später ging« eine hohe Wendeltreppe und verschiedene steile Leitern hinauf zur Plattform des Thurmes auf welcher die Batterien und die von Berlin gesandten Ständer mit den Erzsptegeln Aufstellung gefunden hatten. Ein leichter Nebel verhüllte die zu unseren Füßen liegenden Häuser und legte sich schleiergleich um den Dom, dessen gigantische Formen sich wie ein hohes dunkles Viereck aus dem grauen Himmel heraushoben. Die electrischen Lampen wurden hinter den Spiegeln befestigt und eine weiße glänzende Ltchtsäule schoß von dem Thurme hoch über die Dächer der umliegenden Bauten hinweg auf den Riesentempel zu. Indessen paßten die Lampen nicht völlig und mußten deshalb umgestellt werden. Als diese zeitraubende Arbeit beendigt war kurz nach 9>/z Uhr, lieferten die weiteren Versuche ein prächtiges Ergebniß. Die beiden Thürme des Domes glitzerten und strahlten durch die electrtsche Beleuchtung in glänzender Tageshelle, die einzelnen Rosetten und Verzierungen waren mit unbewaffnetem Äuge deutlich unterscheidbar und in dem grellen Lichte schien das großartige Bauwerk völlig aus blendend weißem Marmor erbaut zu fein. Einen ganz eigenartigen Anblick bot das Baugerüst, auf dessen dunkelgefärbte Balken das electrische Licht eine weit geringere Wirkung ausübte: es erschien dem Beschauer wie ein zierliches Gitterwerk, aus dessen Umschlingung sich die Thürme kraftvoll herausreckten. Eine große Menge Menschen hatte sich in den umliegenden Straßen versammelt, um das interessante Schauspiel mit anzusehen, das noch geraume Zett fortgesetzt wurde. Von unten aus betrachtet bot die Plattform des Zeughausthurmes ein anregendes Bild: zwischen den dunklen Gestalten der Arbeiter erschien in Hellem Glanze der große Erzspiegel, aus dem eine Wolke grellen zitternden Lichtes in weiter Ausdehnung hervorschimmerte; neben dem blendenden Scheine nahmen sich die Gaslaternen nut wie matte Nachtlämpchen aus. liehen". oaio rracyle es aucy, aver Der iscymerz war mcyt Nun ging er zum Doctor und dieser fand sofort, daß eine Rippe Konkurs-Verfahren. 6715) Ueber das Vermögen des Bäckers Heinrich Kuhn von Gießen wird heute nm 12. Oktober 1880, Vormittags 9i/2 Uhr, das Konkurs« verfahren eröffnet. Der Herr Max Pilger in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Es wird zur Beschlußfassung über i die Mahl eines anderen Verwalters, , sowie über die Bestellung eines Gläu- I bigerauSschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Dienstag den 16. Novbr. er., Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufzegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- i friedigung in Anspruch nehmen, dem : Konkursverwalter bis zum 10. Novbr. ' 1880 Anzeige zu machen. Gießen, den 12. Oktober 1880. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen. Gebhardt. Zur Beglaubigung: N e i d h a r t, Gerichtsschreiber. WechesMe Eisenbahnen. 6723) Mit dem 20. ds. Mts. tritt der Nachtrag v. zum Gütertarif für den Frankfurt-Bebra-Overhessischen Verkehr vom I 1. Dezember 1877, welcher directe Tarifsätze für die Oberhessische Haltestelle Mittel- gründau enthält, in Kraft. Verkaufspreis 5 H pro Exemplar. Gießen, den 8. Oktober 1880. Großherzogliche Direktion. Freitag den 15. Minder, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Bäckers Heinrich Kuhn am Kreuz dahier nachstehend verzeichnete Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: 1 Pferd, 1 Handwägelchen, 1 Schlittenschleife, 1 Partie Braunkohlen und Holz, 1 Haufen Mist, Backdiehlen, Kuchenbleche, Mehlkasten und sonstige Bäckerei- geräthschaften. Giesen, den 12. Oktober 1880. 6708) M. Pilger, Concursverwalter. Ieikgeöotenes. 6705) Das Nki-est- in: Baschliks, Caputzen, Woll- r tirchern jeder Art, Handschuhen i in Glacö, Buckskin und Wildleder ! empfiehlt billigst ä. Fangmann. Zu verkaufen. Eine vollständige noch neue kleine i HauShalteinrichtung r Möbel, Betten, Glas, Porzellan, Küchen- geräthe u. s. w. I ist aus der Hand billig zu verkaufen. 1 Näheres in der Exped. d. Bl. (6678 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 6713) Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der iSrael. Religions- Gemeinde Gießen für 1879 nebst Urkunden liegt 8 Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht der Interessenten offen. Gießen, den 12. October 1880. Der Vorstand. _________________________________M. Homberger. Versteigerung. 6700) Donnerstag den 14. dieses Monats, Morgens 9 Uhr anfangend, und eventuell die folgenden Tage, soll im Laden des Heinrich Battenfeld dahier (Lindenplatz) eine große Parthte Eisen waaren, als: Sägen, Feilen, Bohrdrauben, Hobeleisen. Meisel, Fuchsschwänze, Zimmer- mannswerkzeuge, ordinäre und feine Schweizerzangen, Schrankschloß, Schubladschloß, Zapfenband, Fischband, Ktstenband, Riegel, Bohrer, Bettbeschläge, Sarggriffe, Sargschilder und Sargverzierungen, Sargschrauben, Messtngknöpfe, Glasknöpfe, Zirkel, Schraubenzieher, Schränketsen, Drtll- bohrdrauben für Holz und Metall, geschmiedete Scheeren, Hämmer, Revolver und Patronen, eine große Parthie Kartätschen und sonstige in das Eisenwaarenfach einschlagende Artikel, öffentlich freiwillig gegen Baarzahlung versteigert werden. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 12. October 1880. Bühner, Gerichtsvollzieher, ________zu Gießen. Jraueiwcrem für Lrmenpffege. Beim Herannahen des Winters mit seiner Roth wenden wir uns wiederum an die Mtldthäkigkeit unserer Mitbürger mit der dringenden Bitte, uns in unserer schwierigen Arbeit unter den Armen mit Gaben hilfreich beistehen zu wollen. Hunderte von Armen sind in diesem Jahre von uns unterstützt, hunderte von Kranken und Elenden von unseren Schwestern verpflegt worden. Aber nun sind alle unsere disponiblen Mittel aufgezehrt. Allein 400 haben wir tm verflossenen Winter für Kohlen ausgegeben. Unsere übrigen Unterstützungen sind zu neun Zehnthetlen armen Kranken zugeflossen. Sollten wir sie nun in ihrem Elende hilflos lassen müssen? Wir bauen darauf, daß der bewährte Wohlthättgkettsstnn unserer Mitbürger uns auch diesmal in den Stand setzen werde, der Roth kräftig zu steuern. Um dazu Gelegenheit zu geben, haben wir beschlossen, Anfangs November einen Bazar mit Verloosung zu veranstalten. Wir bitten, uns dazu recht reichlich schöne Gaben spenden. zu wollen. Wenn jede Familie nach Vermögen dazu steuert, wenn die Damen ihre geschickten Hände zu hübschen Handarbeiten für uns in Bewegung setzen wollten, so könnten wir schon eine recht stattliche Ausstellung veranstalten. Möchte unsere Bitte willige Herzen finden! Zur Entgegennahme der Gaben sind die unterzeichneten Mitglieder des Vorstandes bereit. Gießen, den 13. October 1880. Der Vorstand: Fr. Br. Baur. Fr. Bürgermeister Bramm. Fr. Professor Bratuscheck. Frl. Elisabeth Buff. Fr. Hanstein. Fr. Gasdirector Heß- Fr. Kauf. Frl. Klos. Frl. Langermann. Fr. August Noll. Frl. Clara Simon. Fil. Stammler. Fr. Landgertchtsdirector Stammler. Fr. Wagner Steinberger. Fr. Thorwart. Frl. Sophie Walther. Fr. Professor Wilbrand. Frl. Wtndecker. Frl. Henry. Fr. Pfarrer Köster. Gas-Kochapparate und -Herdchen bewährtester Construction in allen Grössen empfiehlt (Siessener Gaswerk. (6603 Frische Hecht und Steinbutten sind eingetroffen. (6722 ___________Carl Schwaabv Den Empfang der Mvdellhüte zeige hierdurch ergebenst an. 6707) 1. Fangmann. 6727) Von neuen Käsen sind bereits in dieser Saison eingetroffen: Roquefort Käse, Fromage de Brie, N eufchäteler, Camenbert, Mont d’or, Grervais carrä, Edamer Käse, Gronda Käse, russ. Steppenkäse, Hamadour, Fort du Salut, Kräuterkäse, Emmenthaler Käse und empfiehlt solche Carl Schwaab’s Delicatchenhandtung. V? In allen Apotheken zu haben: MalMtract Londons, die wirksamsten, wohlschmeckendsten und leicht- verdaulichsten Hustenbonbons. Firma: Ed. Löstund in Stuttgart.! Mund's Mal;-Ertracte rtlNe6,eoncentrirtes, gegenHusten, Heiserkeit, Catarrhe, Brustleiden; mitCiscn, gegen Lleichsucht und Mutarmuth; mit Chinin, als Kräftigungsmittel für Frauen;! Ullt ülllk, für schwächliche, mit englischer Krankheit behaftete Linder, sowie für Lungenleidende; mit Lebrrthran, viel leichter zu nehmen und zu ertragen als der Leberthran für sich; Üäder-Mal;-Extrakt, von Ladeärzteu beiächwächeznltänden vielfach angewendet. Löjlnnd's 6703 6706) Sammet in Seide und Velwet, Baumwolle-Sammet in schwarz und farbig, in allen Qualitäten empfiehlt zu ungewöhnlich billigen Preisen A. Fangmann. Nur »'s Mark. 500 Du tzd. Teppiche in reizendsten türkischen, schott und buntfarbigen Mustern, 2 Meter lang, l'/r Meter .breit, müssen schleunigst geräumt werden und kosien per Stück nur 51/2 «M. gegen Einsendung oder Nachnahme. Bettvorlagen, dazu passend, Paar 3 Jt 6716) Adolf Sommerfeld, Dresden. Wiederverkäufern sehr empfohlen. Wenzels Saalbau empfiehlt miethen. A. Wilker, 6728) Alicenstraße E 104 (Nebengebäude). Lehrling gesucht 00 es unter C. W. Dietz. pfiehlt billigst pr.Pfd. Wermiethungen im ersten 7 (6725 wieder cinpeiioffer. B. 17OVio- miethen. für Gäste sind willkommen. (6720 Handlungen. (3487 Prima Gummischuhe billigst Geschw. Heerz, Neuenweg 5451) 4589) daium handeln, von 1879, ®. Hochs, arab Mocca-Caffee ff. Perl'Caffee ff. Java- und Ceylon-Caffe f. Guatemala u. Laguayra s. Campinas reinschmeck. Santos Louis. Grail, Mäusburg. versendet franco Fracht und Zoll Nachnahme von 5 Kilo an: im Leib'schen Saale. Herr Reichstaqsabqeordneter Ludwig Loewe au$ Berlin hat diesen Abend einen Vortrag zugesagt. Eine Muster-Collektion der von Herrn , gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Kleingemachtes Hol; und Zimmerspähne 6729) bei Pitz, Zimmermeister. Caffee- und Thee- Export Geschäft von W» Meiuecke, Hamburg, 6714) Unseren werthen Kunden die ergebene Anzeige, daß die Hoile Uh üle angekommen sind. Zugleich empfehlen wir zu sehr billigen Preifen Stickereien, da wir mit denselben räumen wollen. Pauly öt Schmidt. Neues Mainzer Sauerkraut empfehlen (6724 J. A. Bun eh Söhne» Lony s Bierkeller. 6632) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von Montag den 11. d. Mts. die Wirtschaft vom Bierkeller in die früheren, jetzt neu her- gerichteten Winterlocalitäten verlegt habe und bitte auch da um geneigten Zuspruch. Achtungsvoll Wir, lA>ny» Thüringer Annsiflrkierei, ^Königfee. Chemische Reinigung re. re. Anerkannt vorzügliche Leistungen. Aufträge Dermttteln unentgeltlich