A2. äuzeigea. ^vthrkarische, breU LSj« bester (?ÄOn Kapital ia|t Nahnes bei der oil(tMotiL ^gesellen und eiir ieT mit besten Reje-- 'm bei hohem Lohne. mg vom 1. Juni an. ^cjrtnfltibttmadier *_____(33OL pfe paaren werden unter >nl billigst angefertigt , .-tirchmplatz Nr. 23. Ziusschant von Herrin merlager - iffportbier^ n Kunslkeller, bat sich (bnett5 bewahrt und r."i Lestteben, ju dem Guten noch etwas- , ganz vorzüglich gebadet Niemand, mit mb seiner Zunge, von id) zu überzeugen, und iackes Hoch aus Heim nen Braumeister Herrin ^chtftnigt sindm. Erg» tr gesucht. ffrptb. d. Bllts. (3287 i emvioblenes Dienst- r -ucddändler Ferber, ,.n Publikum hiermit mtirc DcrtM von ^,138 HÄ deHndet 'nüMmdazMt mb (32$- Mai 1880. asgeteis TtMf. ,jch,NWilw» }ruber H , 6M (ein“1 * ^liebe-e- Vtr 111. Freitag den 14. Mai 1880. Kießener Wmeiger Aijkize- isi A«isdM für den Kreis Kießeii. RedartionSburcau r Expeditionsbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Keutschtand. m. Darmstadt, 12. Mai. (Bericht Großl). O ber-K onsistoriums an die Landessynode. Schluß.) Bezüglich des Festhaltens an dem Sacrament der Taufe, der kirchlichen Trauung und der kirchlichen Beerdigung theilt der Bericht mit, daß im Jahre 1878 in der Superintendentur Darmstadt nur 3 formelle Taufverweigerungen, für Gießen gar keine und für Mainz 6 solcher nachgewiesen sind, daß aber foctisch in jenen Städten, vielleicht Gießen ausgenommen, eine größere Anzahl von Kindern una-tauft ist. Von den größeren Städten sind namentlich die Städte Darmstadt und Offenbach reich an nicht kirchlich geschlossenen Ehen; das Land steht weit zurück. Zählt doch Darmstadt 1878 31,3% und Offenbach 36,6% solcher Eben. „Doch ist," — sagt der Bericht — „im Allgemeinen, wie auch in anderen Landeskirchen constatirt, eine kleine Besserung eingetreten. (Offenbach hatte z. B- in 1877 57,8%.) Der Reiz der Neuheit der Trauung vom Staat m Bestimmung des Civilstandes ist vorüber und gar manche Herzen scheinen wieder zur Besinnung gekommen zu sein." Bezüglich der kirchlichen Beerdigungen zählen wieder die großen Städte die höchsten Procentsätze an nicht kirchlichen Beerdigungen, z. B. Gießen 64,0 und Offenbach 63,1%. Der Superintendent der Superintendentur Mainz hat die Erfahrung gemacht, daß in Rheinhessen zwar die kirchliche Beerdigung in der Regel verlangt wird, daß aber gar manche Angehörige der Verstorbenen sehr ungehalten sind, wenn der Geistliche bei'Beerdigungen von Tod und Ewigke t mit christlichem Glaubens- ernfte redet. Die religiös-sittlichen Zustände der Landeskirche anlangend, wurden bei den Kirchenvisitationen von Geistlichen und Kirchenvorständen als Tugenden in den Gemeinden gewöhnlich hervorgehoben: Fleiß, Sparsamkeit öfter auch tüchtiger Betrieb der irdischen Geschäfte, äußere Ehrbarkeit, seltener Reinlichkeit, Woblthätigkeit, religiöser und kirchlicher Sinn. Als Febler wurden aufgeführt: starker Wirthshausbesuch, verweltlichte Lebensrichtung, Vergnügungssucht, öfter Freigeisterei, manchmal auch Unehrlichkeit, Proceßsucht und Sünden gegen das sechste Gebot. Dieser Lheil des Berichtes schließt mit einem Blick auf die evangelisch christliche Barmherzigkeitsnbung. Der Procentsatz der ganzen Landeskirche ist: Opfer und Collecten 0,07, Geschenke und Vermächtnisse 0,03, Einnahme der Vereine und Anstalten 0.24 JL also 34 auf den Kopf. In einem weiteren Abschnitt behandelt der Bericht den kirchlichen, religiösen und sittlichen Zustand in den Schulen und klagt über den geringen Kirchenbesuch der Schul- lugend in größeren Städten Weiter heißt es: „Die Resultate der religiösen Erziehung stehen denen des religiösen Unterrichts nach. Beweis hierfür sind die bei den Kirchenvisitationen häufig vorgebrachten Klagen über zunehmenden Ungehorsam und wachsende Rohheit der Jugend, die Mühe vieler Lehrer, um gute Zucht in ihren Schulen noth- dürftig zu erhalten, der abnehmende Kirchenbesuch der erwachsenen jungen Leute, nicht selten üble Vorkommenheiten in den Fortbildungsschulen die Zunahme des jugendlichen Verbrecherthums, starker Wirthshausbesuch der Jugend, männlichen und sogar in ganz gewöhnlichen Landgemeinden auch des weiblichen Geschlechtes u. s. id. Ganz sicherlich trägt die Schule an diesen ungünstigen Verhältnissen durchaus nicht allein die Schuld, aber völlig entlastet kann sie von dem Vorwurf, Mitschuld zu haben, nicht werden, so lange sie den Religionsunterricht vorwiegend nur als einen Unterricht neben anderen faßt und nicht alle Anstrengung macht, ihren ganzen Organismus mit religiösem Geiste durchdringen zu lassen. Unterricht allein genügt nicht, selbst bei den glänzendsten Wissensresultaten, wenn nicht dte „Zucht, d. h Erziehung zum Herrn" hinzutritt. Aus Rheinhessen kommen fortwährend Beschwerden über den nachtheiligen Einfluß, welchen die Kinder der dortigen sogenannten Frciprotestanten und der Deutschkatholiken, die den evangelischen Religionsunterricht besuchen, äußern. Sie bringen Spott und Hohn über die christlichen Religionswahrhciten von Hause in die Schulen, erschweren den Geistlichen und Lehreren durch ihren Trotz und ihre Widerspenstigkeit den Unterricht und die Schulzucht und verführen die evangelischen Kinder zu ähnlichem Sinne. Hier wird eine böse Saat für die Zukunft gesäet, welche einst arge Früchte für Kirche und Staat tragen wird. Der Bericht fügt bei', daß während der Synodalperiode auch der Religionsunterricht in fast allen höheren Lehranstalten des Landes einer Prüfung unterworfen worden ist. Es scheine derselbe überall in geeigneter Hand zu sein. Die Resultate, doch mehr in den Oberklassen, seien befriedigend, für die unteren Klaffen in den Staatsanstalten bis zur Konfirmation der Schüler und Schülerinnen sei jedoch die Vermehrung der Religionsstunden um wenigstens eine für die Woche wünschenswerth, damit eine gründlichere Vorbereitung auf die Konfirmation eintreten könne Den Gymnasien fehle ein einheitlicher, den jetzigen Verhältnissen angepaßter Lehrplan. , Schließlich bemerkt der Bericht, daß das Oberconsistorium sich auch in den letzten . Jahren an der Eisenacher Konferenz bctheiligte und sich bestrebte, eine innige Verbin- ^.dung der deutschen Landeskirchen anzubahnen. Darmstadt, 13. Mai. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage J?r. 13) enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der .Justiz, die Abänderung der Statuten der Bank für Süddeutschland betreffend. 2. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Bestätigung von Stif. , tungen und Vermächtnissen betreffend. 3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die auf der St. rttgung und Erledigung von Uebergangsschetnen ermächtigten Stellen Langsdorf . s,,n'V Uebersicht der im Jahre 1879 in den Irrenanstalten des Großherzog« thums vet pflegten Kranken. Es wurden verpflegt: A. Im Großh. Landes- Hospital : Bestand der Pfleglinge am 1. Januar 1879 385? Zugang in 1879 51. Gc,.mmisumme in 1879 436. Abgang in 1879 durch Entlassung 18, Tod 29. Bestand zu Ende 1879 389. Nach der Heimath gehören an: 1) der Provinz Starkenburg 235; 2) der Provinz Oberhessen 90; 3) der Provinz Rheinhessen 108; 4) dem Auslande 3. ß. In der Großh. Landesirrenanstalt: Bestand der Pfleglinge am 1. Januar 1879 353. Zugang in 1879 158. Gesammtsumme in 1879 511. Abgang in 1879 durch Entlastung 90, Tod 29. Bestand zu Ende 1879 392. Nach der Heimath gehören an: 1) der Provinz Starkenburg 244; 2) der Provinz Oberhesten HO; 3) der Provinz Rheinhessen 138; 4) dem Auslande 19. 5. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Mainz, die für die Zeit vom 1. Januar bis Ende März 1880 zur Bestreitung der Communal-Bedürf- niste der Stadt Mainz zu erbebenden Umlagen betreffend. 6. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Offenbach, den jSteuer- ausschlag zur Bezahlung des Gehalts des Rabbincn zu Offenbach für das Jahr 1880 betreffend. 7. Ordensverleihungen. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben aller- gnätigst geruht: am 1. April dem Forstwarten der Forstwartei Fasanerie in der Oberförsterei Kranichstein Förster Ludwig Christoph Müller in Anerkennung seiner 50jährigen treuen Dienste das silberne Kreuz des Verdienstorden- Philipps des Großmüthig-n, am 17. April dem Kanzleidiener bei dem Verwaltungsgerichtshofe, der Brandversicherungs'Commission und der Centralstelle für die Landes-Statistik Georg Becker in Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- müthigen, am 21. April dem Ministerial-Kanzleidiener bei dem Ministerium des Innern und der Justiz Johann Heinrich Grünewald in Anerkennung seiner 50jährigen treuen Dienste die silberne Verdienstmedaille des LudewigsordenS zu verleihen. 8. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. April dem Forstmeister Sr. Durch!, des Fürsten zu Leiningen Walter Ritter v. Plön- nies zu Amorbach die Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen, des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes 1. Klaffe von dem Orden des Zähringer Löwen zu ertheilen. 9. Cbaraktererthetlungen. 10. Namensveränderungen. Am 4. März wurde der Maria Luck zu Veffungen, jetziger Ehegattin Sr. Erlaucht des Herrn Grafen Eberhard zu Erbach-Erbach und von Wartenberg-Roth, gestattet, künftighin den Namen Frau Lichtenberg, am 8. April wurde dem Emil Struth aus Lauterbach, dermalen zu Mailand, gestattet, künftighin den Familiennamen Struth-Pferstorff zü führen. 11. Dienstentlassungen. Am 28. März wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Schotten Adam Seibert, am 1. April wurde der Rab- bine Dr. E. B. Cahn zu Mainz von dem Amte eines Rabbinen zu Mainz auf sein Nachsuchen entlasten. 12. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Sandbach-Neustadt, zu welcher dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg das Präsentationsrecht zusteht; dotationsmäßiger Gehalt 3434 JC. Die evang. Pfarrstelle zu Gimbsheim; dotationsmäßlger Gehalt 3807 Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms mit einem Gehalt von 1200 Jt Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lang-Göns mit einem Gehalt von 1000 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lchrerftelle an der Gemeindeschule zu Braunshard mit einem Gehalt von 900 Die evang. Pfarrstelle zu Ettingshausen, zu welcher dem Herrn Fürsten zu SolmS-Lich das Präsentationsrecht zusteht; dotationsmäßiger Gehalt 1433 «X 13. Sterbefälle. Gestorben sind: am 19. Febr. der Hoftheater-Dtener Wilhelm Burkhard zu Darmstadt; am 26. Febr. der Gensd'armerie-Brigc^r i. P. Johann Valentin Romig zu Osthofen; am 27. Febr. der Oberförster i. P. Karl v. Schmalkalder zu Homburg v. d. H.; am 5. März der Fiskalanwalt für die Provinz Rheinhessen i. P. Oberfinanzrath Franz Heinr. Wolfgang Betz zu Mainz; am 6. März der Hauptmann a. D. Karl Friedrich v. Muralt zu Worms; an dems. Tage der kath. Pfarrer Karl Hilgenreiner zn Dromersheim; am 7. März der evang. Pfarrer Kirchenrath Amandus Jacob Müller zu Wallertheim; am 10. Marz der kath. Lehrer Joseph Reif zu Seligenstadt; am 29. März der Diftrictseinnehrner i. P. Johann Baptist Klein zu Alzey; am 9. April der Domänenpfandmeister i. P. Ludwig Scriba zu Heppenheim; an dems. Tage der Schullehrer Jacob Burk zu Lampertheim. Berlin, 10. Mai. Die Petitionscommission hat sich in einer ihrer letzten Sitzungen mit der Frage der Aenderung des Reichsgesetzes über den UnterstützungSwohnsitz beschäftigt. Der Vorstand des ostpreußischen landwirth- schaftlicheu Centralvereins zu Königsberg hatte beantragt, das genannte Gesetz dahin abzuändern, daß die darin vorgeschriebene Altersgrenze vom 24. auf das 20. Lebensjahr und die Aufenthaltsdauer von 2 Jahren auf 1 Jahr herabgesetzt und eine Bestimmung in das Gesetz aufgenouimen werde, nach welcher mit Verlegung des Wohnsitzes eines Deutschen außerhalb der Grenzen des deutschen Reiches im Falle eintretender Hülfsbedürftigkeit jede Verpflichtung eitles Ortearmenverbandes zur Gewährung einer Unterstützung an denselben aufhöre, so wie daß eine Declaration zu dem angeführten Gesetze erlassen werde, wonach derjenige Ortsarmenvtrband, welcher eine vorläufige Unterstützung gewährt habe, in den Fällen, in welchen der eigentlich verpflichtete Oltsarmenverband nicht zu ermitteln sei, dem Landarmenverbande gegenüber von der Beweislast der Negative entbunden werde. Zur Begründung war in der Petition geltend gemacht: Es sei notorisch, daß eine unausgesetzte Wanderung der jugendlichen Arbeiter beiderlei Geschlechts vom platten Lande nach den größeren Städten, und von dem ackerbautreibenden Osten nach dem inbu- striereichen Westen Deutschlands stattfinde. Eine umgekehrte Arbeiterbewegung greife dagegen nur ausnahmsweise Platz. Während das platte Land färnrnt- llche Kosten für die körperliche und geistige Erziehung dieser Arbeiter getragen habe und durch deren steten Abgang einen fortdauernden Verlust an Arbeits- capttal erleide, falle das letztere in Form von ausgebildeten ArbettSkräfien den größeren Städten und Jndustrieb^zirken gleichsam als Geschenk zu- Diese Unbilligkeit werde durch bie vorgefchlaqene Herabsetzung der Altersgrenze und die Verkürzung der zum Erwerb eines Unterstützungswohnsitzes erforderlichen Frist einigermaßen ausgeglichen. Zur Begründung der zweiten Forderung wurde angeführt: Nach den jetzt geltenden Bestimmungen trete der Bundesstaat, bezw. der Landarmenverband nur dann für den aus dem Auslande übernommenen Hülfsbedürfttgen ein, wenn der letztere keinen Unterstützungswohnsitz habe, während andernfalls dem betreffenden Ortsarmenverbande die Uater- stützungspfltcht zufalle. In dieser Bestimmung liege eine große Härte, zumal für die wenig leistungsfähigen Ortsarmenverbände des platten Landes. Je größer der Verband sei, auf welchen diese Last gelegt werde, desto leichter werde dieselbe getragen werden können. Zur Begründung der dritten Forderung endlich wurde angeführt: Nach § 5 des Gesetzes vom 6. Juni 1870 gebe die Verpflichtung zur Unterstützung eines Hülfsbedürftigen auf den betreffenden Landarmenverband über, wenn kein Ortsarmenverband endgültig zur Unterstützung desselben verpflichtet sei. Nach § 28 sei jeder Ortsarmenverband vorbehaltlich seines Regresses an den eigentlich Verpflichteten zur vorläufigen Unterstützung und der Landarmenverband nur in dem Falle zum Ersatz dieser Kosten verpflichtet, wenn der Unterstützte keinen Unterftützungswohn- fitz habe. Dieser Nachweis, daß der Hülfrbedürstige eines Unterstützungswohnfitzes entbehre, habe bisher dem Ortsarmenverband obgelegen, sei aber insbesondere da, wo cs sich um Ermittelung des Unterstützungswohnsitzes plötzlich verstorbener Armen handle, fast niemals zu führen, und es entstehe dadurch eine unbillige Belastung des Ortsarmenverbandes. Die PetttionScommtssion hat diese Argumente im Ganzen für treffend erachtet und beantragt, die Petition dem Reichskanzler als Material zur Revision des Unterstützungswohn- sitzges-tzes zu überweisen. Schweiz. Bern, 8. Mai. In seiner heutigen Sitzung wurde vom Bundesrath folgender, die Gotthardbahn betreffender Beschluß gefaßt: „In Anbetracht der großen Rückstände in den Stollenarbeiten des Kehrtunnels der Südseite der Gotthardbahn gegenüber dem hierfür im October 1879 von der Bauunternehmung aufgestellten und von der Dtreclton gutgeheißenen Programm sowie mit Rücksicht darauf, daß keine besonderen äußeren Verhältnisse eine Abänderung der in diesem Programm aufgestellten Endtermine rechtfertigen, ladet der Bundesrath in seiner Stellung als oberste Aufsichtsbehörde für den Bau der Gotthardbahn deren Dtrection ein, bei der Bauunternehmung darauf zu dringen, daß sie den Stollenbetrieb in genanntem Tunnel unverzüglich in einer Weise umändere, daß die in dem Programm von 1879 vorgesehenen monatlichen Leistungen mit Rücksicht auf die heutigen Rückstände in den Stollen- arbeiten so gesteigert werden, daß die daselbst bedungenen Durchschlagstermine gesichert bleiben." Anläßlich sei mitgetheilt, daß gestern Morgen tn ungefähr 6000 Meter Entfernung vom Südcingange des Gotthardtunnels wieder drei Arbeiter in Folge eines Einsturzes der Decke getödtet und mehrere verwundet wurden. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Eorrespoubenr ■ Brrrrearr. London, 12. Mai. Die „Times" erfährt, das Rundschreiben der britischen Regierung specificire die montenegrinische, griechische und armenische Frage als solche Fragen, welche nach dem Ermessen des britischen Cabtnets die Aufmerksamkeit der Großmächte beschäftigen sollten. Konstantinopel, 12. Mai. Ein Telegramm des britischen Con- suls aus Burgas an den britischen Botschafter Layard meldet, bulgarische Soldaten seien in den Bezirk Aldos eingedrungea, hätten mehrere türkische Dörfer geplündert, eine Anzahl Personen getödtet und viele Frauen mißhandelt. New-Uork, 12. Mai. In einer Rede, welche Schatzsecretär Sherman gestern bet dem Banket der Handelskammer hielt, wies derselbe darauf hin, daß das Land tn eine Periode großen Wohlstandes aller Handels- und Industriezweige eingetreten sei. Der Umlauf des. Papiergeldes müsse auf die vorgesteckten Grenzen beschränkt, auch die Münzenreserve erhalten bleiben, damit das Papiergeld jederzeit tn Gold oder Silber umgewandelt werden könne. Redner betonte ferner die Nothwendtgkett, den Werth des Stlberdollars mit dem des Golddollars al pari zu erhalten. Er schätze den Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben auf 100 Millionen Dollars. Berlin, 12. Mai. Der „Retchsanzeiger" schreibt: In der VormittagS- sitzung des Reichstags vom 10. Mai hat der Fiuanzminister die Behauptung Vtrchow's, daß Seitens des Reichskanzlers die Frage an ihn gestellt worden sei, ob es nicht an der Zeit sei, die Frethafenstell mg Hamburgs zu beseitigen, und daß er (der Finanzmtnister) hierauf zustimmend geantwortet habe, dahin berichtigt, daß eine solche Frage ihm nicht gestellt worden, daher auch keine Antwort erfolgt sei. Virchow antwortete darauf tn persönlicher Bemerkung unter Hinweis auf ein Schreiben des Fürsten Bismarck vom 15. April an bcn Finanzminister, daß dieses Schreiben den von ihm behaupteten Inhalt wohl enthalte. Richtig ist, daß ein Schreiben des Auswärtigen Amtes an den Finanzministcr vom 15. April existirt und die Verhältnisse der U-ter- Elbe behandelt. Unrichtig aber ist, daß darin die von Virchow behauptete Frage gestellt ist. Die Berichtigung dieser Thatsache konnte im Reichstage nicht ftattfinden, weil die zur Sache bezüglichen Acten nicht zur Hand waren. Inzwischen erfolgte der Schluß des Reichstages. Die Ant- wort des Ftnanzministers auf die Bemerkung Vtrchow's muß aber tn vollem Umfange aufrechterhaltki» werden. Es kann Letzterem ja überlassen bleiben, durch Veröffentlichung des ihm, wie es den Anschein hat, genau b kannten Schriftstücks seine Behauptungen zu erweisen. Daß er von diesem Schriftstück überhaupt Kenntmß erhalten, kann nur durch Verletzung des Dte.-stge- hetmntsies geschehen sein und wird den Gegenstand einer eingehenden Untersuchung b Iden. Bordeaux, 12. Mai. Abends. Im Entrepot der Handelskammer brach eine Feuersbrunst aus, durch welche ein auf 2 Mill. Frcs. geschätzter Schaden verursacht wurde. Vermischtes. Staufenberg (ÄreiS Gießen), 9. Mat. Heute wurde hier auf Anregung des Herrn Adolf von Nordeck Fretberrn zur Rabenau unv unter Mitwirkung des Srcretärs des Verbandes der Hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine, Herrn Kulimann, für die Orte des Kirchspiels Kirchberg (Daubringen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen und Staufenberg mit Friedel- Hausen) ein Consumverein im Anschlusie an den genannten Verband in's Leben gerufen. Es sicht zu erwarten, daß dies Beispiel zur Bildung weiterer Vereine dieser Art im Kreise Gießen Veranlassung geben wird. (D. Z.) Frankfurt, 10. Mat. Das Schwurgericht hat heute den Taglöhner Burkhard Wagner aus Rückers, zuletzt tn Frankfurt wohnhaft, 33 Jahre alt, welcher seine Frau dadurch getödtet haben soü, daß er sie in den Main stieß, wegen Mordes zum Tode verurthetlt. Worms, 7. Mat. Gestern war das Untersuckungsgertcht in Ober-Flörsheim, woselbst in der Kirche mit Petroleum getränktes Stroh vorgefunden worden sein soll. — In Folge einer aus Amerika bei der Staatsbehörde in Mainz etngegangenen De- nuneiation wurde heute ein h.esiger Bürger verhaftet, gegen welchen die Untersuchung wegen vor einigen Jahren an der Neuhauser Straße stattgehabter Ermordung seines Schwiegervaters, Mühlenbesitzer Scheuer aus Neuhausen, eingeleitet wurde. lN. W. Z.) Vom südlichen Vogelsberg, 6. Mat. Von Setten des landwirthschaftlichen Kreisveretns Gelnhausen ist der Bau einer Secundärbahn von Wächtersbach nach Bierstein angeregt worden. Düsseldorf, 5. Mai. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich gestern Nachmittag auf der Köln-Mindener Bahn. Der Stattonsajststent R. war auf einer Locomotive bis an den Uebergang der Pionierstraße gefahren, wollte dort, während die Maschine noch im Gange war, herabsprtngen und blieb mit seinem Mantel hängen. Er fiel, gerieth unter die Räder und wurde buchstäblich zermalmt. Der vom Rumpf getrennte Kopf war allein noch erkenntlich. Die Stücke der Leiche wurden in einem Korbe gesammelt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Schweins berg, 10. Mai. Unserem vielgeliebten Kaiser hat der Landwtrth Philipp Kräuter tn Mardorf die am diesjährigen hohen Geburtsfeste beim Goldberg gefundenen Münzen überreicht. Bellinzona, 9. Mai. Abermals ist eine Dynamit Explosion an der Gotthardlinte zu verzeichnen. In Faido explodirte gestern das unter dem Gememdehause (I) angelegte Dynamitmagazin. Drei Personen wurden getödtet — unter ihnen zwei Angestellte der Unternehmung — fünfzehn verwundet. Unter letzteren sind ein Lehrer und mehrere Schüler einer höheren Lehranstalt. Handel und Verkehr. Frankfurt, 12. Mat. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner JL 2—3.20, Stroh JC. 2.00—3.10. Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. 1.25—30, 2. Qual. 1.15—00, tm Detail das Pfe. JL 1.50—00, 2. Qual. JL 1.30—40. Eier das Hundert ital. JL. 5.00, deutsche Eier 4.20 JL, Ochsenfielsch ver Pfund 66—70 Kuh, Rind- und Farrenfleisch 45—60 Kalbfleisch 45—55 Hammelfleisch 44—65 H, Schweinefleisch 65—70 ein Hahn 2.40—2.60, ein Huhn JL 2.00—2.50, eine Ente Jt, 2.70—3.20, eine Taube 50—00 H, Kapaunen JL 3—3.50. Wälscher Hahn JL. 5 — 12. Kartoffeln 100 Ko. JL 6—0.00, Weißkraut das Stück 25—30,3, Rothkraut, 1 St. 30—35 H, frische Kohlrabi 30 neuer Blumenkohl 1 St. JL 1.50—00, Wirsing 20—25 H, Zwiebeln 1 Bund 6 H, Meerretttg 1 Stück 15—20 H, Lattich per Portion 15—20 Kopfsalat 15—20 H, frische Spargel das Pfund 70—90 Radieschen 3—4 H, Artischoken 80 junge Erbsen das Pfund 60 Romain-Salat 60-70 H, neue Bohnen 100 Stück 3 J4, neue Gurken 60-70 Limburg, 12. Mat. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 19.90, Weißer Wetzen vtt 19.90, Korn 15.70, Gerste J4 11.90, Saatgerste JL 12.50, Hafer, JL 8.00, Erbsen vtL —• (Durchschnitts preis pro Malter.) Kartoffeln (50 Kilo) Jü 0.00. Allgemeine Am 3 Pfingsttage: Missionsfest Waldgirmes bei Wetzlar. 3175) Beginn: 10 Uhr Vormittags. Dampf-Apparat M Reinigung vonBiersapfapparaten (stressioncu). Wir bringen hierdurch zur Kenntniß unserer Abnehincr, daß wir einen Dampf-Apparat ^ur Reinigung von Bierprestronen ______ angeschafft haben und denselben gegen Vergütung des entfallenden Arbeitslohnes für die Ausführung der Reinigung ver Bierpresssonen zur Verfügung unserer Kundschaft stellen. Anmeldungen bitten wir in unseren Geschäftsstuben abgeben zu wollen. (3230 ALctien-Brauerei Giessen, r Anzeiger. Lony s Bierkeller. 3151) Am 6. Mai IHimmelfahrttag) eröffnete ich wieder selbst meinen Blerkcller zu täglichem Besuch und bitte um geneigten Zuspruch. Achtungsvoll ___C/tr. Zotiy, Die Adminillratiottscasse J. W. Günther in Frankfurt a. M., große Eschenheimerstraße 39 übernimmt 1) Vermögens-Administrationen in allen Zweigen, insbesondere die Verwaltung und Verwahrung von Werthpapiercn und Hypotheken, Einlösung von Coupons. Einzug von Hypotheken-, Mieth- und Pachtzinsen, die Verzinsung von Geldern auf kürzere und längere Dauer rc. 2, Besorgung oder (Zession I. Frankfurter Hypotheken (kostenfrei). 3) Den börsenmäßigcn An- und Verkauf von Werthpapicren rc. 4) Die Eröffnung laufender Rechnungen für Private, Verwaltungen , herrschaftlichen Rentämter rc. ProvtsionSberechuung nach Vereinbarung_______________(2798 MM* Feinstes Blüthenmehl la. und Ila. aus der Kunstmühle des Herrn Ferd. Burk, sowie Rofinen, Corinthen, Mandeln und Zirnmt 3352) empfehlen J. A. EUSCll 3011116. Bekanntmachung. 3282) Die Stelle eine« Feldschützm bei der Stadt Gießen ist zu besetzen. Bewerbungen, soweit es noch nicht geschehen, sind bis zum 20. d. Mts. bei der unterzeichneten Behörde etnzureichen. Gießen, den 8. Mai 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. ObttheMche Eisenbahnen. 3341) Die nachstehend aufgesührten Gegenstände sind auf den Ober hessischen Bahnlinien gefunden worden. Die unbekannten Elgenthümer werden aufgefordert ihre Ansprüche innerhalb 4 Wochen bei der unterzeichneten Stelle geltend zu machen, andernfalls zum Verkauf geschritten werden wird: 1 Arbeiterkittel, 1 Arbeiterhose, 1 Branntweinflasche, 1 Brille mit Futteral, 1 Flaschenbürste, 3 Filzhüte, 1 Holzteller, 1 Kistchen Cigarren, 1 Körbchen, 2 Leinkuchen, 2 Messer, 8 Mützen, 1 Pelzmusf, 11 Regenschirme, 2 Sonnenschirme, 7 Stöcke, 1 Paar alte Schuhe und Stiefel, 12 Taschentücher, 1 Zirkel. Gießen, den 12. Mai 1880. Die Haupt-MagazinS-Verwaltung Aufforderung. 3168) Ansprüche an den unter der Rechtswohlthat des Inventars angetretenen Nachlaß des Wirthes Heinrich Rohn zu Merlau sind binnen 14 Tagen, bei Meldung der Nichtberücksichtigung, dahier anzumelden. Grünberg, den 3. Mai 1880. Großherzogl. Amtsgericht Grünberg. Dr. Möbius, Amtsrichter. Kohlheyer, Hülfs-Gerichtsschreiber. Freiisg den 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr. soll auf meinem Büreau ein Stoßkarren versteigert werden. Gießen, den 12. Mai 1880. 3329)Geißler, Gerichtsvollzieher. Frkitsg den 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen auf meinem Bureau 19 Brillen meistbietend versteigert werden. Gießen, den 13. Mai 1880. Geißler, 3352) Gerichtsvollzieher. AeUgeöole»«». 3339) Ein noch wenig gebrauchter Röder'scher Herd veränderungshalber zu verkaufen.______Bismarckstraße 170,10. Eine Brodsabrik in vollem guten Betrieb w. Wegzug Stadt Süd-W.-Deutschlands zu verkaufen. Offerten sub S 10 bef. <8. L. Daube K» Co., Wiesbaden.(3354 3340) Zwei gebrauchte Gossensteine, noch gut erhalten, sind zu verkaufen. ___Georg Philipp Gail. Neue Gesaogbüclier bei Louis Stohr, 3365)____________Schloßkaffe._________ 3336) Verschiedene große Kisten sind abzugeven. Wo? sagt die Expedition d. 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Gießen, dm 13. Mai 1880. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag 5 Uhr vom Felsenkeller aus statt. iMMMWBMM!!! IIMII lllllllllll — Danksagung Für die vielfachen Beweise inniger Theilnahme, welche uns während des schweren Krankenlagers unseres lieben unvergeßlichen Sohnes und Bruders <*it.s‘l