Ml onnrag ven srr. 1S9 chichener Wnzeiger Aykize- ob Amtsblatt fit bta Kreis Gieße« Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». r Weben en. 12, **- 4, 0. 12- «tatt- It, VorßandSmhk orsland» it: sanft nach ttt, Schwager Berlin. Allem Anschein nr das Civilstanbsgesetz in naher Ausji ilen Partei. >s 8 Ubt: mg hl eint Erneuerung des Sturmes gegen Konservative und Ultramontane — diese Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. gen 9 Uhl W W Frau sucht Stelle pauhälttrin. Nahnes L werresBia s». 71», 9* l», Bekanntmachung, In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitlsmarktpre.se vom Monat Juni 1880 veröffentlicht: 6. M Hafer X 17,80 Heu X. 6, Stroh X 4 per 100 Kilogramm. Gießen, den 9. Juli 1880. ' Großherzogliches Kreisamt Gießen- vr. Boekmann. ch,Ä des Ara** MW 5 rum i. OktL und Mi möblirte M dm Bahnhof ort ?u beziehen; auf erfragen in t l Schulstraße L. 18. Gr^editio«sd«reau: J Die Großberroaliche Kms-Schul-Commiffion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie an die rechtjeitige Anzeige der Ferien in den Volksschulen. Dr. Boekmann. ____ von t» <«M ■ iiaf* wie ^^.jichvervachtett. WM Politische Ueberstcht. Man erwartet in Kürze die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Berlin und dem Vatikan, um zu einem partiellen Kirchenfrieden zu gelangen. Die streitbaren Bischöfe werden nicht zurückkehren, benn selbst an höchster Stelle sollen die bezüglich'n Lanbtagsverhanblungen in Preußen die Neberzeugung geschaffen haben, daß das Volk die Rückkehr nicht wünscht. Inzwischen scheint man in Baden bereits einen neuen modus vivendi gefunden zu haben, wenigstens wird versichert, daß der erzbischöfliche Stuhl zu Freiburg demnächst besetzt werden würde- Es wü'de dies das Resultat der jüngsten kirchenpolitischen Gesetzgebung Badens sein, über welche der Großherzog von Baden mit einem Unterhändler der Curie in Karlsruhe conferirt haben soll! Der Reichsanzeiger hat einen erläuternden Artikel über die Ursachen von Eisenbahnunglücken gebracht, nach besten Lectüre man so klug ist wie zuvor. Die vielen Zusammenstöße von Zügen werden nicht erklärt, und eS bleibt etwas faul im Eisenbahnstaat. Nicht Rebensarten, sonbern nur die eingehendsten technischen Untersuchungen können Aufklärung schaffen, und tiefe — so sollte man meinen — liegt gleich sehr im Jutereste des Staates und der Eisenbahnbehörden als des Publikums. Die Lage der Dinge im Orient ist beunruhigend. Allgemein gilt es für wahrscheinlich, daß trotz aller Bemühungen der Großmächte ein fried- Ucher Ausgleich zwischen der Türkei und Griechenland nicht zu ermöglichen sein wird. Die Aufregung der Muselmänner wächst und wird die besonnenen Staatsmänner der Pforte wider Willen zur Action nöthigen. Die in Frankreich vertriebenen Jesuiten wandern nach England und Amerika; kleinere Schaaren gevenken Tyrol, Oberungarn, und insbeson- dere Böhmen zu beglücken. Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald zu wählen, ist allerdings auch den Jüngern Loyola's nicht gerade sehr angenehm, aber als vorläufiges Asyl ist ihnen Prag gerade recht. — Der französische Senat hat die volle Amnestie abgelehnt, aber damit war auch sein Vorrath von politischem Muth erschöpft. Indem er ein Amendement votirte, da- praktisch unausführbar ist, bot er der Regierung und der Deputirtenkammer die Hand zum Frieden. Zu dieser Stunde steckt man im Palais Bourbon die Köpfe zusammen, um einen Text zu finden, welcher der vollen Amnestie ein anständiges Mäntelchen umhängt und dabei so klingt, als ob der Senat sich nichts dadurch vergeben habe. Die Flottendemonstration gegen die Türkei, welche in England populär ist, erfreut sich nicht der Gunst des französischen Volkes, welches der Ansicht ist, daß England allein die Kastanien aus dem Feuer holen solle. Viel Aufsehen macht in England ein Artikel des Historikers E. Free- mann über, oder vielmehr gegen Oesterreich, da man denselben als Jdeengang Gladstones bezeichnet. Freemann führt aus, daß unter allen Mächten Europas Oesterreich die unnatürlichste und überflüssigste sei, daß Oesterreich gar keine Existenzberechtigung habe, denn es gebe weder eine österreichische Sprache, noch ein österreichisches Volk. In Rußland ist seit dem Amtsantritt des Grafen Loris-Mclikoff eine merkliche Beruhigung der Bevölkerung eingetreten; dadurch ist allerdings noch nicht die Frage der wirklichen socialen Pacification des Landes gelöst, aber es berührt doch wohlthuend, daß die Aera der nihilistischen Gewalttbätigkeiten beendet erscheint. Die Türkei hat die Anfragen der Großmächte bezüglich Armeniens beantwortet und versichert auch hier, daß es ihr um die Reformen Ernst sei. Jedenfalls kommt das christliche Element jetzt zu vollerer Geltung als früher, und damit scheint die Bevölkerung vorläufig zufrieden zu sein. Der Präsidentschasts-Candidat der Vereinigten Staaten, Gar- field, hat in einem Städtchen OhioS anläßlich der Einweihung eines Sol- daten-Denkmals eine Rede gehalten, in welcher er die Krieger lobte und betonte, daß die Zukunft Frieden, Ei rracht und Freihet im Norden und Süden unter der Flagge der .. verheiße. _____ FaMinüvtzis zu m- Mmstratzr B. 1Q6, Eiche? Logis, drei Zubehör sowie Heil, zu vermiethen. Sattfeld A. 121. J. «it--" ein wenig verhüllt, jene mit Hellern Jubel — feiern den mit Ach und Krach >u Stande gebrachten Beschluß de« Abgeordnetenhauses als erste Bresche In die gesarnmie kwchenpoliiische Gesetzgebung des letzten Jahrzehnts. Mit dan. kenswerther Offenherzigkeit verkünden besonders die conservaliven Stimmen den Operationsplan, wie er nun weiter ausgesührt werden soll. Es kann nicht Wunder nehmen, daß als eins der ersten und hauptsächlichsten Objecte da« Civilstandsgesetz in's Auge gefaßt wird. Seit Jahren wird der Reichstag mit Petitionen um Wiederaushebung dieses Gesetzes, zum mindesten um Abschaffung der Cioilehe bestürmt. Leider ist es zu einer Entscheidung des Plenums über die Angelegenheit bisher nicht gekommen. Im vorigen Jahre schlug die Petitionscommission Uebergaug zur Tagesordnung vor, während die Conservativen Ueberweisung der Petitionen an den Reichskanzler beantragten, mit dem Er- juchen um Erwägung, aus welche Art den durch das Reichsgesetz vom 6. Febr 1875 über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung £er- betgesührten Mißständen Abhülfe zu schaffen. Das Plenum trat in die Be- rathung dieser Anträge ein, führte dieselbe aber nicht zu Ende; gar Bielen erschien eS „nicht opportun", in die damals so schöne Einigkeit der an der „Zollrrform" Jnteressirten auf solche Weise die Fackel der Zwietracht zu werfen. In der letzten Session sind die Petitionen nicht einmal bis zur Commtsstons- Verhandlung gediehen. Von den Liberalen war es ein unverkennbarer Fehler, daß sie im vorigen Jahre nicht mit aller Entschiedenheit einen Ausspruch der Häuser herbeizusühren suchten. Selbst wenn derselbe zu Gunsten des conser- vattvcu Antrags ausgefallen wäre, hätte dadurch die Lage des Civilstandsge- jetzes kaum schlechter werden können, als sie heute thatsächlich ist. Ware er aber im Simme des Commissionsantrags auf Uebergana zur Tagesordnung ausgefallen — und dafür war damals noch große WahrscheiiMkeit vor- Händen —, so wäre damit der Bewegung wenigstens für die Dauer der gegenwärtigen Legislaturperiode ein Riegel vorgeschoben gewesen. Heute ist die Situation wesentlich verändert. „SDet Widerstand der Cuiturkämpscr ist gebrochen", jubeln die Conservativen; „in dem entscheidungsvollsten Beschlüsse, der auf kirchenpolitischem Gebiete seit langer Zeit gefaßt worden, sind sie mitten auseinandergefallen I" Das mag nur ein Scheinargument sein. Daß mit dem materiellen Inhalte des KirchengesetzeS, wie es auS dem Abgeordne- teuhause hervorgegangen, den Rechten des Staates etwas vergeben werde, wird kein Unbefangener behaupten. UeberdteS kann man sicher fein, daß auch auf Seiten derjenigen Nationalliberalen, welche für das Gesetz gestimmt haben, die alte Widerstandskraft fich zeigen würde, sobald eine weitere „Revision der lirchenpolitischen Gesetzgebung nach conservativ-klerikalem Recept versucht wurde. Vielleicht könnte man ein Gleiches auch noch von den Freiconservativen ver- muthen. Immerhin indeß laffen sich für eine auf die Mafien berechnete Agitation unter Umständen auch Scheinargumente recht wirksam verwerthen. Weit schwerer aber fällt in's Gewicht, daß nunmehr die Regierung dem Volke so erscheinen muß, als habe sie mit der neueren kirchenpolitifchen Gesetzgebung gebrochen. Herr v. Putikarner hat sich gegen «ine solche Auffassung mit Worten recht lebhaft gewehrt; die große Menge aber urtheilt nach den Thaten, und diese sind jedenfalls so, wie sie sich di- -ons-rvative Agitation nur wun- schen kann. Für den besonderen Fall der Bekämpfung des Civilstandsgesetzes kommt noch hinzu, daß der heutige preußisch- Cultusrninister im vorigen Jührden Antrag wegen Beseitigung der „Mißstände" im Reichstage mit unterzeich- net hat. Man konnte nur über die Stellung des Reichskanzlers zu der Sache ,weiselhast sein. Nach den Vorgängen der letzten Wochen wird man dem Volke schwerlich klar machen können, daß die Behauptung der Conservativen, er stimme mit Herrn v. Puttkamer vollkommen überein, nichtt tiW«8 !«• — Die Umstände haben sich also sür die Agitation gegen das Sivttstandsgesetz erheblich günstiger gestaltet. Für Diejenigen, welche das Fortbestehen dieses Gesetzes sür nothwendig und heilsam halten, insbesondere aber für alle Libe- rale, liegt darin ein lauter W-ckruf. Möchte -r nicht überhört werden! Der Winter 1879/80 in feilten folgen für die Gt'stbiinme und die m wählenden Maßnahmen. Von Lehrer Diehl I. zu «l-ichenbach. Ein unseren Naiional-Wohlstand begründender Factor ist Um «-legt, unsere Vaumfelder und Wegeinfassungen gleichen einem Schlachtselde mit Tobten, Halbtodten, verwundeten und Verschonten. — In der vollen Entwickelung geschah der gewaltige Schlag, der um so fühlbarer ist, da sich derselbe auch auf unsere Reserve, die Baumschulen erstreckt. . . , Sich in dieser Situation nicht zu verlieren, sondern vorzugehen und den Grundstein auf Grund unserer Erfahrungen zu noch besseren Anlagen zu legen, sei unsere Aufgabe, und erlaube ich mir zu weiterer Besprechung die nachfolgenden Punkte einstweilen in's Feld zu schicken: 1. Einen sachkundigen regen Vorstand in jeber obstproducirenden Gemeinde zu bilden, der nut Rath und That vorgeht, um Verfehlungen zu vermeiden und die neuen Anlagen in polizeilicher Hinsicht bezüglich des Nachbargeländes zu überwachen. 2. Daß die geschützten Höhen zu neuen Anlagen in Betracht gezogen werden möchten. _ r _ 3. Ein gemeinsames Vorgehen zu Gruppirungen zu veranlassen, wodurch Be- ftuchtung und gegenseitiger Schutz erzeugt wird. 4. Die Anlagen möglichst der Morgensonne zu offnen. r 5. Die Entfernung in den Reihen auf gutem Boden mindestens auf 10 Meter bei Kernobst zu bestimmen. r „ p rjr, 6. Die Löcher 1 H)-Meter breit und 1 Meter tief zu machen, auf schlechterem Boden noch größere Dimensionen zu wählen. . 7. Die Gruben dem Winterfroste öffnen und un Frühjahre mit gutem Grund füllen. , r ,, r 8. Die ganze Vorarbeit nicht als Nebenarbeit betrachten. 9. Die betreffenden Grundstücke tief zu pflügen und gut zu düngen und dieselben nicht mit Luzerne zu bepflanzen, da die tiefgehenden Wurzckn die Kraft entfuhren, die in dieser Tiefe schwer zu ersetzen sein dürfte. . 10. Alles vorzubereiten, was nur für ein gutes Logis geschehen kann, da em guter Anfang ein gutes Weiterkommen erleichtert und man auf diese Weise schon nach 10 Jahren kräftige Bäume hat. . 11. So lange warten mit der Pflanzung, bis wir in 2—3 Jahren kräftige setz- aerechte Stämmchen haben, den Bezug gemeinsam aus guten Schulen veranlassen und durch Loosung jedem Interessenten sein Sortiment zu bestimmen. 12. Alle Baumschulbesitzer ersuchen, erst dann ihre Schulen zum Verkauf zu öffnen, wenn die rechte Reife erzielt ist, da ein Jahr zu früh verpflanzt, das Bäumchen lange Schwächling bleibt. . 13. Die vom Frost verschonten Bäume durch sorgfältige Pflege in Düngung, Umgrabung und Reinigung rc. zu kräftigen, damit der allzu große Verlust durch gesteigerte Leistungsfähigkeit abgeschwächt werde. 14. Alle Bäume kommenden Herbst entfernen, welche an der Astkrone nicht aus- schlagen und braune Stämme haben. (L. Z.) Vermischtes. Ober-Roden, 6. Juli. Ein Fall, wohl einzig in seiner Art, wird von hier mtt- mitaethetlt. Vor Jahren hatte sich nämlich bei einem hiesigen Einwohner, bem Gastwirth zum Mainzer Hof" ein Storch eingebürgert, dem es bet dem Wnthe sehr gut gefallen mußte, denn er verließ seit dieser Zeit nicht'mehr desien Hofraithe. Man hatte natürlich den hochbeinigen Gast auch sehr lieb gewonnen, und man freute sich, daß dem Thiere seither noch kein Unfall zugestoßen war. Da — vor einiger Zeit — fing der S.orch plötzlich zu hinken an, es mußte ihm irgendwo das eine Bein verletzt worden sein, und es war zu befürchten, daß das Thier an dieser Verletzung zu Grunde gehe, umsomehr, als alle Versuche, das Bein zu heilen, scheiterten. Was war zu thun? Der Gastwirth wollte den so lieb gewonnenen Storch nicht gerne verlieren, und fo faßte er den wirklich originellen Entschluß, das kranke Bein zu amputiren. Dies gelang ihm vortrefflich. An Stelle des abgenommenen Gliedes brachte er ein künstliches an, und nun spaziert das Thier gravitätisch auf seinem Stelzfuß in der Hofraithe umher, wodurch es natürlich sehr viele Zuschauer anlockt, und so seinen Retter für den geleisteten Dienst einigermaßen indirekt entschädigt - Elektrische Beleuchtung des Vesuvs. Der „Jtalie" vom 29. Juni entnehmen wir folgende Notiz: „Vorgestern Abend wurde der Versuch gemacht, die Drahtseilbahn auf dem Vesuv elektrisch zu beleuchten. Das Schauspiel war großartig- Man hatte längs der Lime zehn Lichtapparate in gleichen Entfernungen von einander aufgestellt. Der ruhige Abend, der Mond in seinem vollen Glanze, der Vesuv außer- gewöhnlich entflammt, dies Alles contrastirte wunderbar mit dem elektrischen Licht. Der Versuch konnte nicht besser gelingen. Die Königin wird dieser Tage den Krater ersteigen und daselbst den Sonnenaufgang erwarten." Wie der „B- Bs. Z" mitgetheilt wird, ist der in Rede stehende Belenchtungsversuch von der Berliner Firma Siemens und Halske mit ihrem neuen Systeme ausgeführt. — (Tod in Folge von Morphiumeinspritzen). Aus München schreibt man: In hiesigen militärischen Kreisen macht der vergangenen Freitag in Ansbach erfolgte Tod des Rittmeisters Schropp im 2. bayerischen Ulanenregiment großes Aufsehen. Rittmeister Schropp starb in Zolge einer unvorsichtigen Morphiumeinspritzung, welche ihm von einem befreundeten Offizier gemacht wurde. Militärstrafrechtliche Untersuchung dieses Vorfalls ist bereits eingeleitet. Wie man hört, handelt es sich um einen Scherz: Rittmeister Schropp wollte den andern Offizier, welcher in Folge der Strapazen des letzten Feldzuges häufiger sich Morphiumeinspiitzungen machte, überzeugen, daß diese Einspritzungen bei ihm ohne Wirkung seien; 10 Minuten nach erfolgter Einspritzung war Schropp bereits besinnungslos und alle sofort angewandten Mittel waren vergeblich; nach wenigen Stunden war derselbe eine Leiche. — (Erfindung für Frauen). Dr. M. Lamb in Newyork hat eine sehr wichtige Erfindung für Frauen gemacht, vorausgesetzt, daß sich dieselbe bewährt. Neptunit heißt das Material, mittelst dessen die Damen-Toiletten gegen die Unbilden der Witterung geschütz^werden sollen. Em mit diesem Präparat getränkter Stoff, gleichviel ob Seide, Atlas, rammet, wird durch Regen und Schnee nicht beschädigt, die Flüssigkeit fällt in Kügelchen davon herab, ja selbst Uebergießen mit Kaffee, Tinte u. s. w. macht keinen Eindruck auf die so imprägnirten Kleidungsstoffe, die bei alledem ihre Poren freibehalten für die Ventilation, während bei Waterproofs der Luftdurchzug bekanntlich abgeschnitten ist. Das Neptunit durchtränkt nur die Fibern des Gewebes. Auch Federn können so geschützt werden Es hat sich bereits eine Aktiengesellschaft für die Ausbeutung dieser Erfindung gebildet. — Zigeuner sind bekanntlich stets ungebetene und gewöhnlich auch unwillkommene Gäste, und doch ist es außerordentlich schwierig, sich dieselben vom Leibe zu halten. Man bat es in Ungarn, wo sie zu den Landplagen gezählt werden, mit den heroischsten Abschreckungsmitteln versucht; man hat sie eingesperrt, in den Bock gespannt, ihnen ungezählte „Fünfundzwanzig" auf gemessen; man hatte ihnen mit Galgen und Rad und den entsetzlichsten Martern gedroht; man hatte aber noch nie irgend eine namhaftere und nachhaltigere Wirkung bei den Nachkommen der Pharaonen^— als solche gelten nämlich die Zigeuner in Ungarn — zu erzielen vermocht. Mit Schande und Spott zu dem einen Ende des Orts hinausgejagt, zogen sie am nächsten Tage beim andern Ende wieder ein und setzten ihr traditionelles Geschäft, das aus Betteln, Wahrsagen und Stehlen besteht, grinsend und die weißen Zähne fletschend, fort, als wenn ihnen gar nichts Unangenehmes passirt wäre. So hatten sie es auch die längste Weile in und um Szegedin gemacht; vergebens hatte der damalige Stadthauptmann sich den Kopf über ein Mittel zerbrochen, ihnen das Wiederkommen zu verleiden; sie besuchten fort und fort fleißig Szegedin und stahlen fort und fort fleißig, was ihnen unter die Hände kam. Da geriet!) der Stadthauptmann eines Tages auf einen teuflischen Einfall: er ließ eine ganze Carawane einfangen und bann bereu sämmtliche Mitglieber ohne Unterschied des Alters und des Geschlechtes glatt und kahl scheren. Mit kiefern an sich so einfachen Mittel erzielte er nun ganz ungeahnte Erfolge- Nicht allein, daß die Carawane, welche dieser verunstaltenden Procedur unterzogen worden, Szegedin eben so scheu wie der Teufel dem Weihwasser aus dem Wege ging; sie diente auch allen übrigen Wandertruppen zum warnenden Beispiel, und lange Jahre hindurch bekam Szegedin keinen Zigeuner zu Gesicht. Mit der Zeit wuchsen indessen die Haare wieder, nach und nach geriet!) jener eigenmächtige Eingriff in die Haarfreiheit der Zigeuner in Vergessenheit, und so begann dieser eigenthumsgefahrliche Volksstamm den Szegedinern in neuerer Zeit wieder recht unangenehm zu werden- Da beschloß man, eingedenk des glänzenden Erfolges des ersten Versuches, abermals ein Beispiel aufzustellen, und so wurde vor wenigen Tagen dieselbe Operation an einer herumschweifenden Bande vollzogen. Vergebens schrieen und jammerten die Herren und Damen; vergebens schwuren sie bei Himmel und Erde, daß sie lieber sich für ein paar Stunden aushängen, als in dieser schmachvollen Weise um ihren pechschwarzen und struppigen Haarschmuck bringen lassen wollten; der alte Hajduk, der mit einer mächtigen Schafschere hantirte, erwies sich als unerbittlich, und so hofft man in Szegedin die Zigeuner wieder für ein paar Jahre losgeworden zu sein. Sichern Erfolg kann das Annonciren nur gewähren, wenn. die geeignetsten Zeitungen gewählt und die Annoncen wirksam arrangirt werden. In Unübertroffener Weise beschafft Beides die älteste Annoncen - Expedition Haasenstein Vogler in Frankfurt a. M. (4309 Neilgevotcms. Ein Drrsehwagen mit I^oco- moblle concurrenzhalber zu verkaufen. Näheres bei der Exped d. Bl- (4432 Herbstrüben-Samen bei Carl Deines, 4523)_____________ Gartfeld. 4616) Eine Parthie zurückgesetzte leinene Kragen von 20 4 an das Stück, sowie bunte Hemden verkauft, um damit zu räumen, zu sehr billigen Preise- ______II. Rübgamen. Meitze Vorhänge aller Art, Rouleaur-Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Deeorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung bei (4458 Th. Brücke Zchloßgaffe B. 1. 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Yermietyungm. 1930) Der mittlere Stock unseres Hauses, bestehend aus 6 Zimmern rc., ist zu vermiethen. r Kauffmann Eo., Alrcenstraße. 1234) Eine Wohnung irn Vorderhause zu verrnietben und alsbald zu beziehen. ____August Kröll. 4632) Ein Familienlogis zu vermiethen und gleich beziehbar. 9 Wallthorstraße A. 143. 4625) Durch Versetzung des Hrn. Lotz ist dessen Logis anderweit zu vermiethen. Joh. Arnold, Asterweg. -FmnMenlogis. Bel Stage — Reichensand-Bahnhofstraße 93,6 - per 1. Okt. (3996) Dr. Kübel. 3778) Ein schönes Logis von mittlerer Größe, seither von Frau Landrichter Geyger bewohnt, ist anderweit zu vermiethen. August Noll im Stern. 4638) Ein freundliches Logis von 4—5 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Zu erfahren bei der Exped- d. Bl._______ 4531) Familienlogis, mittlerer Stock, per 1. Oktober, auf Wunsch auch früher, zu vermiethen. W. Wendel, Gartfeld. 4471) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Löwengasse C. 160. 4470) Gartfeld A. 115’ ist der dritte Stock (6 Zimmer rc.) zu vermiethen __Neuenhagen. 4364) Wohnung von 5 Zimmer rc. zu vermiethen.________Wallthorstraße 145- 4347) Familienlogis zu vermiethem Knoll, Kirchendiener. 4172) In meinem Hause im Gartfeld (Steinstraße) ist die dritte Etage, bestehend aus 6 Zimmern, Küche, abgeschlossenem Corridor, Bodenkammern und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und per 15. Juli beziehbar. _________W. Seuling. 4152) Der erste Stock des August Ackermann'schen Hauses, Frankfurter Straße Lit. E- 41, bestehend aus 8 Zimmern, 2 Speicherkammern, Keller, Holz- ftall rc., ist per 1. Oktober, auf Wunsch auch früher, zu vermiethen. 4346) Das von Herrn Verwalter Krebs bewohnt gewesene Familienlogis, im früher Thorn'schen Hause in der Frankfurterstr., ist zu vermiethen und am 1. October zu beziehen.___________________________________ 2223) Die Parterre-Wohnung in meinem Hause, Seltersberg, ist zu vermiethen und alsbald beziehbar. S. Katzenstein, Holzhdlg. 3021) Ein schönes Familienlogis von 6 bis 12 Zimmern mit Vorgarten rc. auf dem Seltersberg zum 1. Juli zu vermiethen. Pütz, Ingenieur. 3320) Ein neu hergerichtetes Familien- logis bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör ist anderweit zu vermiethen. A. Wallenfels Wtttwe. 4567) Familienwohnung, 4 Zimmer, Gartenantheil und alle Bequemlichkeiten, zu vermiethen. O. Mögeuburg, Weinsaal. 3486) Der 2. Stock meines Hauses, Mitte August beziehbar, zu vermiethen. H. Möser ll., Alicenstraße. 3703) In meinem Hause ist ein kleinerer Laden, worin seither Ellenwaarengeschäft betrieben wird, nebst Familienlogis, auch ein kleines Familienlogis mit verschließbarem Corridor pr. 1. September zu vermiethen. , . __ Jean Boeck, Wallthorstraße 223. 4093) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miether^bei H Keck. “4173) Ein größeres und ein kleines Logis zu vermiethen bei I. Mannberger. 4424) Der obere Stock meines Hau-es, bestehend aus 6 Zimmern, Gartenantheil u. s. w-, ist vom 1. Okt. an zu vermiethen. August Wehn, Alicenstraße. 4435) Logis, gleich beziehbar, zu Der; miethen in B. 90 Neuen-Bäuen.________ 4601) Ein fein möblirtes Zimmer im ersten Stock vermiethet _________Metzger Kiefer, Neuenweg. 2541) Eine Familienwohnung, alsbald beziehbar, zu vermiethen. Neuenweg 134. 3449) Ein kleines Familienlogis in meinem Nebenhause zu vermiethen. Heinrich Schomber, Heuchelheimerstraße. —3502) Ein Familienlogis, bestehend in 5 Zimmern rc., alsbald zu vermiethen. B. Strauch, Bleichstraße. 3939) Möblirte Zimmer zu vermiethen ____________im Frankfurter Hof. 4349) Eine Stube mit oder ohne Möbel zu vermiethen bei ____________________Dolp, Lindengasse. 4633) Der mittere Stock meines Hauses vis-ä-vis von Wenzels Garten, bestehend aus 5 Zimmern nebst allem Zubehör, ist bis 1. Septbr. oder auch schon 1. August