I euthngen ---I. Blitz. Wfa «int tkin? ^.Schießgarlrn, ^sjuvermirthen •Mbar, bei w ! ^njleibftg 66. ^luoermiethen. | ©artfelb. ^tttü Amnn ju Dtr: i Ääu^bmg 48. 5 V0ßi§ zu Dcrmutf)en "U'a, fctbloBßaüt, ■/^, in ben 83V» 4 'fa- ^hme von Anträgen int> gptM&wn Dmaa, Küchle 47. otf, unb So^n ^en Dnlch s° (3265 bliebentN- Kleinhlltttl ^hll aus sAS K^^ti0eÄun: | MW ’ $”e'- 109. Mittwoch den 12. Mai 1880. Meiner Anzeiger AMize- M AmtsM sm den Kreis Girft». .—1 ' , mZ I a PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. «rpE-nKdoreaur } Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.^ , Die Geschichte der Freihäfen. Die Geschichte des deutschen Handels weist rücksichtlich der freien Seestädte auf drei charakteristische Stadien hin: 1) auf die Zett des Zwangs- stapels, 2) auf die Zeit der Freihäfen, 3) auf die neue Zett der Bestrebungen, die freien Städte in das allgemein nationale Wirthschaftsgebiet hineinzuziehen. Das bezeichnende Merkmal der alten Hansa war nichts weniger, als dasjenige der Freihäfen, geschweige denn des Freihandels, dessen Theorie bekanntlich einer wett späteren Zett angehört. Der Geist der alten Hansa war einfach der der Handelsmonopole, des Zwangsstapels und der Bannrechte. Die Vorrechte waren theils erkauft, theils erobert. Die Unwtsienheit und das Geldbedürfniß auswärtiger Könige, der zerrüttete innere Zustand auswärtiger Reiche, vor Allem aber die Uebeilegenheit der eigenen Kriegsflotten erklären den Werth und die Behauptung jener Privilegien. Mit dem Anbruche einer neueren Zeit fiel der Niedergang der hanseatischen Seemacht und damit derjenige des alten Handelssystems zusammen. Zur Zeit dieses zwerten Stadiums wußten die deutschen Hafenplätze den Augenblick richtig zu erfasien. Zwar gab es damals eine L-trömung, welche, auf den Traditionen der früheren Hansa fußend, den Bann- und Stapelrechten eine künstliche Fortdauer zu bereiten trachtete, aber diese handelspolitische Reac- tion mißlang vollständig. Von da an ging man zum Freihafenthum über. Man suchte und fand die Aufgabe der freien Städte in der Entfefielung des Zwischenhandels und der Vermittlung unter einer Menge getrennter Zoll- und Wirthschaftsgebiete. Die Steuer- und Zollpolitik aller jener Länder befand sich noch in der Kindheit, und ihr entsprachen die damaligen Communications- mittel. Dies wurde geschickt benutzt, und es gelang Bremen, Lübeck und Hamburg, nicht nur sich als Handels- und Wechselplätze zu erhalten, sondern in der Bedeutung als solche zu wachsen, weil sie die systematische Pflege des See- und Landverkehrs und ihrer Mittel zu ihrem speciellen Berufe erhoben, und weil sie bestrebt waren, den Güteraustausch verschiedener Productionsge- biete bei sich vollziehen zu lasten. Es war nicht das Freihafenthum an sich, welches die Städte zur Blüthe brachte, es war das Freihafenthum im Dienste der für Handelsplätze allgemein gültigen wirthschaftlichen Gesetze. Aber dieser Begriff des hanseatischen F'eihafenthums wurde verkannt. Da man praktischer Eifelge sicher war, machte man sich keine theoretischen Sorgen. Man glaubte in dem Freihafenthum allein die Bedingung der wirth- schädlichen Blüthe erkennen zu wüsten, und so zollt man noch heute der völlig veränderten Sachlage, dem neuen Stadium, in welches Deutschland durch seine politische und wirthschaftliche Einigung eingetreten ist, nicht die gebührende Beachtung. Thatsächlich hat sich unter den neuen Verhältnissen das Freihafen- thum so wenig bewährt, daß vielmehr den Hansestädten gegenüber eine ganze Reihe von Entrepot-Häfen der verschiedensten Länder die Centralisation einzelner Geschäfte an sich gezogen hat. Die grundsätzliche Überlegenheit des Freihafenthums ist heute geschicht- lich und thatsächlich widerlegt. Es zeigt sich, daß, wenn auf einer weniger -entwickelten Cultmstufe Freihäfen ihre Berechtigung haben mögen, die fortschreitende Wirchschaft em.s Volkes denjenigen Handelsplätzen das Ueberge- wicht verleiht, welche sich im vollständigen Zusammenhänge mit Volk und Land befinden, zu welchen sie gehören. Denn nunmehr tritt der Austausch zwischen einer Mehrzahl von Gebieten zurück hinter eine mächtige Hauptaufgabe, unb diese besteht in der Förderung der nationalen Production und Con- sumtion und in der Vermittlung des Austausches derselben mit dem anderer Länder. Der große Verkehrszug beruht jetzt auf dem Export und Import des Hinterlandes. In allen Ländern, wo dieselbe höhere wirthschaftliche und politische Entwicklung ftattgefunden hat, ist die Einsicht zum Durchbruch gekommen, daß sich die Freihäfen überlebt haben, und man hat sie einfach abgeschafft. Schon als der Zollverband an die Thore der Handels-Republiken rückte, hätten sie im eigenen Jntereste ihre Sonderstellung aufgeben wüsten. Lübeck hat sich rückhaltlos in den Dienst der nationalen Sache gestellt und es nicht zu bereuen gehabt. Bremens Handel hat sich so gewandelt, daß es nur auf wenige Geschäftszweige, auf Specialitäten seine Energie concentrirt; es wird durch seine Freihofer.stellung verhindert, sich zum Centrum eines großen binnenländischen Verkehrs emporzuschwingen. Von der Sonderstellung Hamburgs hat weder Hamburg selbst noch Deutschland einen Vortheil, der deutsche Export sicher nicht, und daß der Import gelitten hat, geht aus dem Ueber- gewicht der englischen, französischen und niederländischen Entrepots hervor. Das Vorgehen des Reichskanzlers läßt sich daher nicht so kurzer Hand abweisen, wie man dies kurzsichtig genug von Hamburg aus verlangt. Die deutschen Industrien haben wiederholt in ihren Fachversammlungen erklärt, daß der Eintritt der Freihäfen Hamburg und Bremen in die deutsche Zollgemein- schäft zu beschleunigen sei, weil dies für die deutsche Gesammtindustrie und für jene Städte selbst keineswegs von Nachtheil sei. Seit Jahrzehnten exisiiren Partheien für den Anschluß in den Freihäfen selbst, und in ganz Deutschland redet Niemand ihrer Erhaltung das Wort. Die Frage selbst hat leider, besonders in Hamburg, immer eine gewisse Erregung hervorgerufen, aber neuer» dtngS tritt eine ruhigere Anschauung in den Vordergrund, und wenn, wie dies den Anschein hat, der Reichskanzler die Zugehörigkeit der deutschen Hauptseehäfen zum Wirthschaftsganzen der Nation durchsetzt, so erwirbt er sich um Deutschland ein neues und großes Verdienst. Später werden auch Hamburg und Bremen selbst einsehen, daß dieses Vorgehen ihnen zum Vortheil gereicht hat und daß sie sich wohler befinden, wenn sie voll und ganz zum Reiche gehören, als in ihrer unhaltbaren und überlebten Sonderstellung. xerttfchtand. Berlin. Der Erlaß des Fürsten Bismarck an die preußischen Gesandten bei den deutschen Bundesstaaten, betreffend die Hamburger Frage, lautet vollständig: Berlin, den 6. Mai 1880. Auf Ew. rc. gefälligen Bericht Nr. . . vom . . . ds. Mts. erwidere ich ergebenft, daß die Hamburger Frage inzwischen in den vereinigten Zoll- und Handelsausschussen gestern ausführlich erörtert und infolge dessen der einstimmige Beschluß gefaßt wurde, dem Bundesrathe über die technische Seite der Anträge Preußens und Hamburgs Bericht zu erstatten, ohne die verfassungsrechtliche Frage zur Entscheidung zu stellen. Zu dieser Entschließung hat, wie ich glaube, besonders die Erwägung Anlaß gegeben, daß Entscheidungen über zweifelhafte Auslegungen der Reichsoerfassung Schwierigkeiten und Bedenken darbieten. Die preußische und die Hamburgische Auslegung des Artikels 34 der Verfassung stehen sich entgegen und schließen einander aus. Enticheidet sich die Mehrheit der Stimmen im Bundesrathe für die preußische Auslegung, so wird Hamburg die Verfassung zu seinem Nachtheil für verletzt halten — gewinnt dagegen die Hamburgische Meinung die Mehrheit, so wird Preußen die Ueberzeugung haben, daß diese Entscheidung gegen die Verfassung und gegen die derselben ZU Grunde liegende Verträge laufen. Da diese Schwierigkeiten sich wiederholen, so bin ich feit Errichtung des Bundesraths mit Erfolg bemüht gewesen, zu verhüten, daß Fragen der Art zur Entscheidung gestellt werden, und ich werde auch im vorliegenden Falle in demselben Sinne jede Gefährdung der Eintracht unter den Bundesregierungen abzuwenden suchen. Als Verteter Preußens habe ich die Pflicht, die Rechte Preußens im Bunde zu wahren und für die Interessen derjenigen preußischen Unterthanen einzutreten, welche durch die gegenwärtige Gestaltung des Hamburgischen Freihafenbezirks geschädigt unb im Genuß der ihnen auf Grund der nationalen Einigung Deutschlands und des Artikels 33 der Verfassung zustehenden Rechte beeinträchtigt werden. Als Reichskanzler aber hegt mir die Pflicht ob, die verfassungsmäßigen Rechte des Bund-sraths wahrzunehmen und die Aesammtheit der verbündeten Regierungen in der Ausübung derselben zu vertreten, sowohl gegen die Wirkung particularistischer Bestrebungen und Sympathieen der Emzel- staaten, rot: gegen die centralistische Neigung, verfassungsmäßige Rechte des Bundesraths zu Gunsten des Reichstages zu verkürzen. Im Namen Preußens verlangt die königliche Regierung die Ausscheidung Altona's und der sonstigen preußischen Gebietstheile aus dem Freihafenbezirk und ist zu diesem Verlangen berechtigt, weil die Zugehörigkeit dieser Gebiete zur Erfüllung der Zwecke des der Hansestadt Hamburg gewährleisteten Freihafens nicht erforderlich ist. lieber die Berechtigung btefeS Anspruchs Sr. Maiestät des Königs, meines Allergnädigsten Herrn, ist bisher nn Bundesrath eine Meinungsverschiedenheit nicht ausgesprochen, im Gegentheil die allseitige Uebereinftimmung kund gegeben worden. Wenn nun durch das Ausscheiden der preußischen Gebietstheile aus dem Freihafenbezirk die unabwersliche Nothwendigkeit einer neuen Begrenzung des Letzteren eintritt, so wird der Bundesrath sich der Pflicht nicht entziehen können, nach Art. 7 Absatz 2 der Reichsverfassung, welcher m dieser aus den Traditionen des Zollvereins entnommen ist, Beschluß zu fassen. Der preußische Antrag spricht vom technischen Standpunkte die Meinung aus, daß die künftige Zollgrenze auf dem Heiligengeistfelde zwischen Hamburg und St. Pauli zweckmäßiger liegen würde, als auf der preußischen Landesgrenze. Wenn die preußische Verwaltung bei Gelegenheit ihres principalen Antrags auf Ausscheidung des preußischen Gebiets aus dem Freihafenbezirk dieser zolltechnischen Ansicht Ausdruck gegeben hat, so ist ste dabei von preußischen Interessen nicht geleitet worden. Die letzteren machen im Gegentheil im Sonderinteresse der Stadt Altona das Verbleiben St. Pauli's außerhalb des Zollvereins wünschenswerth. Nur das Pflichtgefühl, mit welchem die Regierung meines allergnädigsten Herrn die Reichszollinteressen wahrnimmt, hat sie veranlaßt, mehr im Interesse der Stadt Hamburg und der Vorstadt St. Pauli, als in dem der Stadt Altona, jene Zolllinie Über das Heiligengeistfeld dem Bundesrathe vorzuschlagen, welcher über dasselbe zu beschließen haben wird Es ist nicht schwierig, einen solchen Beschluß zu treffen, ohne die Frage über die Interpretation der Verfassung bis zum Conflict zu schärfen. Diejenigen Regierungen, welche glauben, baß burch Abtrennung der Vorstadt St. Pauli vom Freihasengebiet ein Verfassungsrecht verletzt oder auch nur berührt würde, werden gegen diese Linie stimmen können, und die Zollgrenze wird, wenn sie die Mehrheit bilden, dann mit der Landesgrenze dcs preußischen und Hamburger Gebiets zusammenfallen. Sollte aber eine nach preußischer Ansicht unrichtige Auslegung der Reichsverfassung zur Begründung d r Vota ausgestellt werden, so wird es auch für Preußen nothwcndig fein, die nach diesseitiger Ansicht richtige Auslegung der Verfassung dem gegenüber zu vertreten, und kann ich meinem Allergnädigsten Herrn in diesem Falle in seiner Eigenschaft als Deutscher Kaiser zu einem Verzicht aus zweifellose Aufrechterhaltung der Verfassung nicht rathen. Ich würde ungern, aber nothwendig aus solchen Vorgängen die Ueberzeugung entnehmen, daß mein bisheriges Bestreben, Verfassungsstreitlg- feiten zu vermeiden, sich nicht durchführen läßt, unb bie Erkenntniß, baß bie Entstehung solcher Streitigkeiten, wenn sie nicht mit Sorgfalt verhütet wirb, bei ben meisten wichtigen Fragen möglich ist, würbe schwerlich lange auf sich warten las,en. Ich darf nur an bie geschichtliche Thatsache erinnern, baß die Verhandlungen des deutschen Bundes in der Periode nach 1848 wesentlich von Verfassungscompetenzfragen beherrscht waren, obschon das Gebiet der damaligen Bundesverfassung ein engeres und einfacheres war, als das der heutigen Reichsverfassung. Es sind meine geschichtlichen Erinnerungen an diese Zeit unb an meine Erlebnisse im deutschen Bundestage, welche mich seit Herstellung des norddeutschen Bundes und des Reichs zum Anwalt derienigen Vorsicht gemacht haben, mit welcher der Bundesrath bisher jeden Veifaffungsconflict nicht nur, sondern jede Erörterung, welche zu einem solchen führen konnte, vermieden hat. Nach meiner Ueberzeugung enthält die politische Lage Deutschlands an sich und im Hinblick auf den Entwicklungsgang anderer europäischer Länder Vergleich mit den ersten zehn Jahren, welche der Neubegründung deutscher Einheit folßten, verstärkte Aufforderung für die verbündeten Negierungen, ihre Einigkeit unter einander zu pflegen und auch den Schein einer Trübung derselben zu vermeiden Ich kann deshalb meine Besorgniß darüber nicht unterdrücken, daß in dieser rehi technischen und im Vergleich mit anderen Ausgaben der Zukunft nicht bedeutenden Frage .in Bundesrathe sowohl wie im Reichstage unsere Verfassung in der Art, wie es geschieht, auf die Probe gestellt werden soll zweifle nicht, daß der preußische unb der hamburgische Antrag im Bundesrathe burch Vnfftändi gun g ohne Entscheibung durch Mehrheiten unb Min- d7rheiten wirb erledigt roX Liren Von Seiten Preußens wird jeder dahin, Men- der Antrag, welcher sich im Rahmen der Ne.chsvertassung halt gern.erivoaen werden, vorausgesetzt daß die verbündeten Regierungen in dem Entschluß einig stnd, den Vci- suchen, welche von einigen Mitgliedern des Reichstags im Sinne der Beschränkung der verfassungsmäßigen Autorität des Bundesraths gemacht werden, einmüthig ent- < gegenzutreten. Ew. 2c ersuche ich ergebens!, diesen Erlaß Sr. Excellenz dem Herrn i Minister vorzulesen und ihm Abschrift desselben zu hinterlassen. o. Bismarck. Wie Hamburg, so droht auch Bremen die Einverleibung in den Zollverein. Wie nämlich in Reichstagskreisen verlautete, steht die neuliche Anwesenheit des Finanzminister Bitter in Geestemünde mit dem Plane in Verbindung, Bremerhafen und Geestemünde in den Zollverein einzuoerleiben, Geestemünde nach Analogie des preußischen Antrags betreffs der Hamburgischen Gebietstheile. * Bremen, 8. Mai. Eine von mehr als 8000 Personen besuchte allgemeine Wählerversammlung in der Neuen Börse hat mit absoluter Einstimmigkeit folgende Resolution beschlossen: „Der Retchstagsabgeorbnete Mosle hat durch sein „Verhalten tmReichstagedas Vertrau en seinerWähler „verloren. Die versammeltenWähler erwarten daher, „daß er sein Mandat niederlegt." Kein Wort wurde zu Herrn Mosle's Gunsten gesprochen, bet der Abstimmung hat sich keine Hand für ihn erhoben. Wird ihm nun auch noch der Druck der einen Hand in Berlin genügen? Sktrgraphische Depeschen. Waguer's telegr. Eorrefp-uvenr ■ Berlin, 10. Mai. Der Kaiser ist heute früh kurz vor 9 Uhr wohlbehalten hier eingetroffen. Prinz Christian von Schleswig-Holstein mit den beiden ältesten Töchtern des verstorbenen Herzogs Friedrich von Augustenburg ist in Potsdam angekommen, empfangen von dem Kronprinzen, Prinzen Wilhelm und Erbprinzen und Erbprinzessin von Meiningen. Prinz Christian ist bei dem Kronprinzen in Bornstedt, die beiden Prinzessinnen bet den Meiningen- schen Herrschaften abgestregen. Berlin, 10. Mai. Es heißt, die von dem bayerischen Gesandten von Rudhart erbetene Demission sei bereits seitens des Königs von Bayern genehmigt. Straßburg, 10. Mat. Die „Elsaß'Lothr. Ztg." veröffentlicht die Namen der 12 aus Allerhöchstem Vertrauen auf drei Jahre berufenen Mitglieder des Staatsraths für Elsaß-Lothrtngen. Es sind dies neben dem Chef des Generalstabs des 15. Armeekorps und den Professoren Laband und Geffcken neun Elsässer bezw. Lothringer, darunter der Präsident und 7 Mitglieder des Landesausschosses, sowie der frühere Reichstagsabgeordnete Bergmann. Hamburg, 10. Mat. Ein Theil der bei Geesthacht belegenen Werke der Pulverfabrik von Rottweil zu Hamburg ist gestern Vormittag von einer Explosion betroffen worden; 4 Arbeiter sind ums Leben gekommen, einer ist schwer verletzt. Berlin, 10. Mai. (Reichstag.) Fortsetzung der zweiten Berathung der reoi- dirten Elbschifffahrtsacte. v. Kardorff befürwortet die uuveränderte Annahme der Vorlage, ohne die von der Eommission befürwortete Klausel. Anknüpfend an Windt- horst's ’febe von Sonnabend kritisirt v. Kardorff die bisherige Haltung des Centrums und bezweifelt dessen Friedensliebe. In der Sache selbst bezeichnet Redner die von der Commission beantragte Klausel als erste Etappe in dem großen Kampfe gegen, die neue Zollpolitik und kommt zu dem Resultat, daß Preußens Antrag auf Einschluß Altonas und St. Paulis in den Zollverein reichsrechtlich unbedenklich und die Commissionsklausel unhaltbar sei. Virchow erklärt, der Reichstag habe die Pflicht, die Rechte der Staaten des Reiches zu wahren. Der Reichskanzler dürfe doch nicht als unanfechtbarer Verfassungs- Interpret betrachtet werden. Artikel 34 der Verfassung stelle die Sache durchweg klar. So lange Hamburg nicht selbst die Initiative ergreife, müsse seine Freihafenstelluug intakt bleiben. Nicht die Zweckmäßigkeit der Beseitigung der Freihafenstellung Hamburgs stehe zur Debatte, sondern nur die Rechtsfrage, ob sie beseitigt werden könne ohne Zustimmung Hamburgs, und da habe Referent Delbrück am Sonnabend die rechtliche Unmöglichkeit eines solchen Vorgehens klar bewiesen. Virchow hebt noch hervor, daß die Fortschrittspartei eine unabhängige Partei und kein Appendix des Centrums sei. Bundesbeoollmächtigter Finanzminister Bitter erklärt: Virchow's Mittheilungen, daß Fürst Bismarck zunächst die Freihafenstellung Hamburgs habe beseitigen und dann, als der preußische Finanzminister widersprochen, die Elbschifffahrtsacte indirect dazu habe benutzen wollen, seien vollkommen unbegründet. Seine (Bitter's) Intervention habe nie einen Angriff auf die Freihafenstellung Hamburgs verhindern müssen. Die Frage, ob die Freihafenstellung der Hansestädte zu beseitigen, fei weder an ihn noch an ein anderes preußisches Ressort gerichtet, daher auch nicht beantwortet worden. Die Frage der Zollgrenze auf der Elbe solle nicht zur Handhabe dienen, die Freihafen- stellung Hamburgs indirect zu vernichten. Es handle sich lediglich um bie Revision der Elbschifffahrtsacte, die schon 1870 beabsichtigt sei und seit 1873 die preußischen Ministerien beschäftige. Camphausen habe daran mitgearbeitet, ihm werde Niemand zutrauen, ein Gegner der Freihafen zu sein. Man habe einfach die deutsche Zollemheit zu wahren gesucht. Durch Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes würden die handelspolitischen Interessen Altonas schwer geschädigt, wie früher die dortigen Stadtorgane selbst anerkannt hätten. v. Bennigsen erklärt: Der Commissionsantrag, den Vertrag mit Vorbehalt zu genehmigen, sei im parlamentarischen Leben ein Unicum und höchst auffällig. Zudem sei der Antrag incorrect gefaßt uno erstrecke sich dem Wortlaut nach nicht allein auf die deutsche, sondern auch auf die österreichische Elbe. Redner erwähnt der zahlreichen Gegensätze, die im Plenum bezüglich der Rechtsauffassung zu Tage getreten, und führt aus, es sei an sich ziemlich unerheblich, ob der Vertrag in diesem oder im nächsten Jahre perfect werde. Angesichts der Schwierigkeit der juristischen Seite und der Unerheblichkeit der Sache selbst beantrage er mit seinen politischen Freunden, den Gegenstand in die Commission zurückzuverweisen mit der Aufgabe, schriftlichen Bericht zu erstatten. Werde dieser Vorschlag verworfen, so müsse er gegen den Antrag der Commission stimmen. Für die Ansicht des Reichskanzlers, daß der Bundesrath allein über die Abgrenzung des Zollgebiets zu entscheiden habe, könne er die Autorität Hänel's in's Feld führen. (Redner verliest die betreffende Stelle aus Hänel's Staatsrecht.) ■ Es liege nicht in seiner Absicht, sich heute über die Frage zu entscheiden; dazu müsse er sie erst genauer prüfen. Aber das scheine ihm erwiesen, daß die Elbschisffahrts Acte gar nicht über die Berechtigung der Zollabgrenzung entscheiden dürfe; dieses Recht stehe den Fäctoren zu, denen die Verfassung es zuerkenne. Daher sei er auch materiell gegen den Antrag der Commission. Die ganze Hamburger Frage werde jetzt nicht mit der nöthigen Ruhe und Objectivität behandelt; das werde später eher der Fall sein. Wolffson müsse er gegen die Beschuldigung des Particularismus in Schutz nehinen, welche v. Kardorff erhoben Er wünsche, daß Preußen bei den weiteren Verhandlungen nicht das Gewicht der Macht, sondern die Gründe gegen Hamburg in's Treffen führe. Seine Partei danke dem Kanzler für die Hochhaltung des nationalen Gedankens. Von der elenden Zerrissenheit des Bundeslages, von Olmütz sei Deutschland nur durch das Verdienst des Reichskanzlers befreit- Daher sei Virchow's Kritik unberechtigt. Die Ermüdung aller Parteien komme daher, daß bie Beziehungen zwischen Reichstag und Reichsreaierung nicht so geblieben wie früher. Er hoffe, das werde anders werden. Die Erklärung des Kanzlers von Sonnabend habe inanchen Nebel in dieser Hinsicht zerstreut. Das Bündniß des Centrums mit den Coniervativcn sei im Vorjahre nur zum Zwecke der Wirthschaftsrefonn geschlossen Er habe nie befürchtet, daß dieses Bündniß ein dauerndes fern winde. Die Erklärung des Kanzlers lasse'jetzt keinen Zweifel, daß er nicht daran denke, dieses unnatürliche Bündniß einer kirchenpolitischen Reaction zur Basis seiner Politik zu benutzen. Die Regierung werde, wenn sie es ernsthaft versuche, den Weg zur richtigen liberalen-conservat-ven Majorität finden. In dieser Hoffnung wolle er beim Schluß der Session bitten, durch Vertagung der Vorlage neue Schwierigkeiten zu vermeiden. Staatssecretär Hofmann bekämpft die Ausführungen Virchow's. Der Reichskanzler treibe keine Augenblicks-Politik und werde bie großen Ziele, die er im Auge habe, auch gegen den Widerstand der Fortschrittspartei erreichen. Der Commissionsantrag sei unberechtigt und verfehle den Zweck. Niemand wolle die verfassungsmäßige Freihafenstellung Hamburgs ohne dessen Zustimmung beseitigen. So weit aber könne die Regierung nicht gehen, Hamburg ein Veto bei der Abgrenzung des Freihafengebiets einzuräumen. Der Artikel 4 der Elbschifffahrtsacte berühre die Frage der Zollabgrenzung ans der Elbe gar nicht in der Weise, daß die Commission Veranlassung gehabt hätte, durch ihren Antrag zu der Frage Stellung zu nehmen. Besser wäre eine Arnen- dirung des Vertrags gewesen, zu der vielleicht der andere Contrahent seine Zustimmung gegeben hätte. In der jetzigen Fassung des Antrages müsse die deutsche Regierung der österreichischen versprechen, niemals die Zollgrenze einseitig durch den Bun- desrath festsetzen zu lassen, sondern stets den Reichstag zu befragen. Er könne deßhalb nur bitten, den Vertrag pure zu genehmigen. Der Staatssekretär Hofmann tritt der Behauptung v. Schorlemers entgegen, daß die Annahme des Commissionsantrages das Verhältniß zu Oesterreich nicht störe. Die Annahme des Antrages bedeute die Ablehnung des Vertrages, darüber dürfe kein Zweifel bestehen. Er bitte auch entschieden, den Antrag Bennigsens abzulehnen, da derselbe wirklich gleichbedeutend m t der Ablehnung des Vertrages sei. Delbrück widerlegt, Nicht als Referent sondern als Abgeordneter, die persönlichen Angriffe des Reichskanzlers gegen ihn. Es sei nicht nur ihm, sondern auch dem Reichskanzler gewiß schon öfter passirt, daß er seine Meinung nach Jahren unter Verhältnissen corngire. In dieser Lage befind ' er (Delbrück) sich der Elbschifffahrtsacte gegenüber. Der Reichskanzler sei nicht berechtigt, ihm aus seiner veränderten Haltung einen Vorwurf zu machen. Die Frage, wer die Zollgrenze zu bestimmen habe, entscheide sich in jedem concieten Falle. In den metsten Fällen sei der Bundesrath dazu befugt. Bis jetzt sei dieser Beschluß des Bundesrath immer in Uebereinftimmung mit den beteiligten Staaten erfolgt. Der Reichskanzler habe im Vorjahre mit dem Cen- trum die Zollpolitik inaugurirt, also könne man ihm (Redner) keinen Vorwurf machen, wenn er sich in seiner rechtlichen Ueberzeugung in Uebereinftimmung mit dem Centrum befinde. Redner habe immer als Zweck des Reiches die Wohlfahrt des Volkes im Auge gehabt. Wenn er für das Bestehende eintrete, so sei er deshalb kein Parti- kularift ober er sei es seit 30 Jahren gewesen. Lasker erklärt sich für den Commissionsantrag. — Darauf wird die Debatte geschloffen. — Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen rechtfertigt Delbrück nochmals als Referent die Vorschläge der Commission, worauf die Abstimmung erfolgt. Der Antrag Bennigsen auf Rückverweisung des Vertrags an die Commission zur schriftlichen Berichterstattung wird mit 125 gegen 125 Stimmen, also mit Stimmengleichheit, abgelehnt. Die §§ 1 bis 3 werden angenommen. § 4 wird bei Zählung der Stimmen mit 131 gegen 114 Stimmen abgelehnt, ebenso § 7. Die übrigen Paragraphen werden angenommen. Heber die von der Commission hinzugefügte Clausel wird namentlich abgestimmt und wird dieselbe mit 138 gegen 110 Stimmen verwarten. Der Rest der Tagesordnung wird ohne Debatte erledigt. Das Haus vertagt sich hierauf bis heute Abend 8 Uhr. Tagesordnung: Dritte Lesung der Elbschiffsahrts-Acte. Berlin, 10. Mai, Abends Reichstag. (Abendsitzung.) Dritte Lesung der Elb- schifffahrts-Acte. Windthorst beantragt wiederholte commissarische Berathung der Vorlage. Graf Stolberg legt Widerspruch ein. Das Haus tritt dem Anträge Windthorst bei. — Dis Genehmigung zur Verfolgung von zwei Blättern (Pfälzische Volkszeitung und Nürnberger Tagblalt) wegen Beleidigung des Reichstags wird versagt. — Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nachdem der Präsident eine Uebersicht der Geschästs- thätigkeit des Hauses gegeben, spricht v. Bennigsen dem Präsidium wie dem ge- sammten Vorstände den Dank des Hauses für die Geschäftsleitung aus Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Graf Stolberg, verliest nunmehr die Allerhöchste Botschaft, welche den Reichstag schließt. Die Sitzung wird unter dreifachem Hoch auf den Kaiser geschlossen. Lokales. Gießen, 11- Mai. Tagesordnung für bie Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag, den 13. Mai 1880, Nachmittags 4 Uhr, im alten Nealschul- gebäude r 1. Der Wirthschaftsplan über die Stadtwaldungen pro 1881. 2. Das Besoldungsholz der ersten evangellschen Psanstelle. 3. Gesuch um (Überlassung eines Sehuliaals zu Gesangübungen. 4. Expropriationsverfahren gegen Wilhelm Rühl'8 Erben. 5. Die Verpachtung des alten Pfandhauses. 6. Straßenanlagen in der Schwarzlach resp Gartfeld. 7. Anschaffungen für die Polizeiwache. 8. Errichtung von Grabdenkmälern. 9. Die Fertigung des Bauplanes über die innere Stadt. 10. Klage gegen den Ortsarmenverband Grümngen. 11. Klage gegen den Orrsarmenverband Posendorf. 12. Gesuch des Maschinenschloffers Heinrich Baum II. um Bauerlaubniß. 13. Gesuch des Schneidmüllers Andreas Euler um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes 14. Gesuch des Metzgers Emil Harms um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 15. Gesuch des Balthasar Weller um käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes. 16. Die Berathung des Gemeindevoranschlags pro l^60/81. Gießen, 11 Mai. Der Voranschlag der Stadt Gießen für 1880/8l gelangt in der kommenden Sitzung der Stadtverordneten am 13. Mai zur Berathung. Wir entnehmen aus dem Entwurf desselben das Nachstehende: In der Einleitung zum Entwürfe bemerkt der Herr Bürgermeister, daß für den durch Umlagen zu deckenden Bedarf für 1680 und I. Viertel 1881, also s/4 Jahre, die Summe von 210,435 72 also füe ein Jahr 1 »8,318 je 58 gegen 162,749 JL 76 des Vorjahres nothwendig sind. Obwohl hiernach bie Umlagen eine Steigerung von rund 5600 JL erführen, so sei damit doch keine Mehrbelastung der Steuerpflichtigen verbunden, vielmehr würde es in Folge der Erhöhung der Sreuereapilalien möglich sein, den Steueraufschlags-Coeffieienten um ein Geringes zu ermäßigen Es wird ferner darauf hingewiesen, daß gleichwie das Etaißjahr im Staatshaushalt, so auch dasselbe im Gemeinde- Haushalt .von April zu April einzufüaren sei. Für die Erhebung der Steuern sind wie seither 6 Ziele vorgesehen mit der Modifikation, daß das diesjährige Februarziel ausgefallen und demnach mit Einschluß desselben im Jahre 1881 jedes Ziel bie Steuer für 21/2 Monate umfaßt. Sodann folgt ein Hauptpunkt und geben wir benfeibcn vollstänbig toieber. ES heißt: Die außerordentlichen Ansorberungen für Straßenbauten, ber Neubau einer Turnhalle für die Mädchen Schulen, ebenso der projectirte Neubau einer Turnhalle für bie Realschule und Sradt- Knaben Schule, bet Bau eines Schlachthauses, bie Wasserleitungs.Arbeiten u. s w. machen bie Aufnahme eines weiteren Anlehens nothwendig, von welchem für bie gegenwärtige Bubgetperiode runb 150,000 Jt, zu verwenben sind unb werde ich nicht verfehlen, Ihnen über bie Höhe des Anlehens für bie in ben nächsten Jahren burch Kapitalaufnahmen zu becken- ben außerorbentlichen Ausgaben entsprechende Vorlage zu machen. Der Entwurf geht iobann in's Detail über. Die orbentlichen Einnahmen sind veranschlagt zu 583,511 JL 35 die außerordentlichen zu 151,271 77 H, bie Umlagen zu 225,917 JL 31 Gesammtsumme bei Einnahmen 963,7u0 Ji. 43 — Aus ben ordentlichen Ausgaben heben wir hervor: Straßenbeleuchtung 17,500 JL. gegen 12,000 Jl. im Vorjahr, Unterstützung Hülssbedürftiger (Wirkung beS Unlerstützungs Wohnsitz Gesetzes) 33,276 JL 80 H gegen 13,324 JL »5 an Besolbungen (biet bürsten wohl bie Schulen ben Löwenantheil haben) 172,520 «iL 61 H gegen 139,908 46 Pen'ionen 6,250 JL gegen 2,550 JL u. s. w. Aus ben außerorbentlichen Ausgaben ersehen wir, daß für bie Etatsperiode vorgesehen sind: Für Erbauung gemeinhett- ltcher Gebäude 50/>00 vtL gegen 51,455 JL. 33 H im Vorjahr, für Erbauung von Schul- Häusern 20,342 JL gegen 79,726 28 H, Erbauung von Straßen, Brücken unb Wegen 62,496 gegen 55,793 JC. u. f. w. Vermischtes. Wlesbaben, 9. Mai. Zu dem internationalen Schachcongreß, welcher vom 3. Juli ab in Wiesbaben abgehalten wird, sind bereits Anmeldungen aus Wien, Pesth, Gießen (stuä. Fritz, der rasch berühmt gewordene Sieger bei verschiedenen Schachturnieren), Köln, Berlin (von hier haben sich 4 Kämpfer angemeloet), Paris (Kolisch), Leipzig (Minckwitz), Blomberg, Breslau, Dresden, Ludwigshafen eingetroffen. Die Zahl bet an dem interessanten Kampfe Thei'nehmenden ist damit aber keineswegs abgeschloffen. Man rechnet noch auf die Zusage mehrerer Berühmtheiten. tr ßnm Äuge sK KL KL N mcht störe, ruber dürfe kein abzukehnen, da Äundesralh dazu ■nnftimmung mit r' m,t dem 8en: ««nourf machen ö ®>t dem Cen- Mrt des Volkes !§bolb kein Parti- . wird die Debatte igt Delbrück noch- 'slimmung erfolgt. Kommission zur 1,(1 nut Stimmen; w>rd bei Zählung übrigen Para- Wtfüjte Clausel mmen verworren, uus vertagt sich bich:fsrahNs:Acte. e Lesung der Elb- rathung der Vor: Mage Äindthorst iid)i Volkszeitung versagt. - Damit iit der Geschäjts- mm wie dem ge- aus Der Stell- erböchsle Botschaft, och auf den Kaiser .^persönlichen aud) dem WWtßactt Ebenen Haltung innen Kade tauen - Stgung am ilten 'Xtalfd)ul‘ ioubniB- . . JBI fitMuunj eine, ^hme °°° L-u-"- schni flcläntei- . gelangt Bit entnimm au8 nlo dimertt en H 'J"tu Umw« * • Jjlitn möglich *e - (jtmtiaBt- *l',‘ fine wie siithtt Sm?«-« "2 ■ ■ 1 ikl »i‘ ,ll II4 nxr^’01' tiiN ,5 4 an ||32< L gegen .z -r" '*-e(xnil*lil H, Srbien 1 Liter 20H, Linsen 1 Liter 22 H, Tauben das Paar u.70—0.90, Hühner per Stück X 1.20—1.50, Hahnen per St. X 1.30 bis 1.70, Wälfche X 6- 7, Enten per Stück 2.70—0 00, Karcoffeln per 100 Äilo X 5—6, Zwiebeln p. St, X 18—20, Milck per Liter 16 und 18 OclNenst?'sch 66 -68 H per Pfd-, Kub- unc Rindfleisch 4M—56 H, Kalbfleisch 38—46 Hammelfleisch 60—70 H, Schweinefleisch 60 H Frankfurt, 10. Mai. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 X 40, Nr. 3 X 34, Nr. 4 30, Nr 5 X 24, Roggenmehl v/i-(Berliner Marke) X. 26 00—00, do. I (Berliner Mark-) X 24.50—00.00, do. II (Berliner Marke) x 20.00—00 00. Wetzen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 2 4.25 24.50, ab unserer Umgegend X 24.0"—00.00, do. fremder je nach Qualität n. 24.00—24.50, Roggen, je nach Qualität X 19.25—20.50, Gerste X 18.00-20 50, Hafer X 13—16.25, Kohlsamen X 27-28; Erbsen X 19—27, Wicken X 16 18, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenklere X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detail, X 60. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war: —- Dringend off ernt: —. (Die Preise verstehen sich sämmkUch per 200 Pfund Zollgewicht = 100 Kilo.) Frankfurt, 10. Mai. Der heutige Viehmarkt war „gut befahlen. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 250 Kühe und Rinder, 2>0 Kälber und 20" HämMel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 69—00, 2. Qual. X 62—64, Kühe Und Rinder 1. Qual. X- 58-60, 2. Qual. X 45- 52, Kälber 1. Qual. X 54—56, 2. Qual. 4k -52, Hämmcl 1 .Qual. X 60—62, 2. Qual. X 48 50 pe, 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund — H. OtffeMcht Aufforderung. Am 31. Mai v. I. verstarb in dem fiädiilcken Kr^nkenhause zu Elberfeld Heinrich Müller, lebfae- Sobn der verlebten Konrad Müller V. Eheleute aus Eberstadt. Seine Geschwister, aks gesetzliche Erben, haben die Erbschaft nur unter der Rechts« wohlthat des Inventars angetreten. Der Nachlaß ist überschuldet. Alle diejenigen, welche Ansprüche an den- srlbeii geltend machen wollen, werden aufgefordert, solche binnen 4 Wochen von heute a" gerechnet, bet dem unter« zeichn-, ten Gericht anzumelden, als sonst sie bei der Vertheilung nicht berücksichtigt werden könnten L'ch, den 29. April 1880. Großherzogl. Amtsgericht Lich. 3302) Langer man n.__ Gras-Versteigerungen. 3329/ Die diesjährigen Grasnutzungen an den Gräben und Böschungen nachbenannter Straßen sollen in den dabei bemerkten Terminen an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar: 1) Mittwocb den 12. Mat auf der St oße von Gießen bis Lang-Göns, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe der Veterinä, anftalt. 2) Donnerstag den 13. Mai auf der Straße von Lang-Göns bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Niederkleen, Anfang Morgens 8 Uhr bei Ab- theilungtznummer 45. 3) Samstag den 15. Mai auf der Strane von Gießen gegen Marburg, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des „Pfau". 4) Dienstag den 18 Mai auf der Straße von Gießen über Reiskirchen, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe bet Schützenhofs. 8) Donnerstag den 20. Mai auf der Straße von Gießen über Lich gegen Langsdorf, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Gießener Friedhofs. (j) Samstag den 22. Mai auf der Straße von Lich gegen den Hessen- brücker-Hammer, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Friedhofs zu Lich. 7) Montag den 24. Ma, auf der Straße von Lich bis Hof-Gill, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Eisenbahn-Viaducts. Die resp. Großherzogl. Bürgermeistereien werden ersucht diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinde besonders bekannt machen zu lassen. Gießen, den 7. Mai 1880. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: Volz, Kreisbauaufseher-Aspirant. Altgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Aus den Namen der nachstehend aufgeführten Besitzer stehen in den,namentlich beigefügten Gemarkungen die nach Flur und NumMer beigefetzten Grundstücke. Die Besitzer können theilweise gar keine Erwerbsurkunden, theilweise keine genügende Quittungen über Auszahlung der Kaufschillinge beibringen. Wer Ansprüche an die fraglichen Immobilien bilden kann, hat dieselben binnen 6 Wochen beim unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, sonst wird angenommen werden, daß die beigeschriebenen Besitzer Eigcnthümer sind, sowie daß Kausschillmge oder sonstige Lasten nickt mehr zurückstehen, und es werden die zum Eintrag ins Mutationsverzeichniß erforderlichen Verfügungen erlassen werden. I arü- qaO Namen der Besitzer. Gemarkung. Bezeichnung der Parzellen nach Flur und Nummer. 1 Damm, Johannes Karl, von Reiskirchen. Reiskirchen. V. 243. 2 Lepper, Lorenz, von Reiskirchen und Ehefrau. do. I. 626. 3 Lepper, Philipp II, daselbst. do- XI. 305. IV. 183. 11. 30. III. 209. 4 Henkel, Peter, von Allertshausen. Allertshausen. II. 276 X. 144. 5 Harbach, Johannes III, zu Großen- Buseck. Großen-Buseck. V. 274. 6 Hörpel, Philipp I, Wittwe, daselbst. Daselbst. XVI. 389. 7 Muller, Christian, zu Trohe. Alten-Buseck. VIII. 194. VIII. 195. VIII. 240. VIII. 334. IX. 230. XI. 126. 8 Deubel, Georg, zu Trohe. Rödgen. X. 183. 9 Heinrich Fink zu Fiiedberg. Großen-Buseck. XVII/293. 10 Johannes SteinmüUer. Rödgen. XVIL308 u- XVII. 323. 11 Johannes Brück. Daselbst IV/130. 111/202. 12 Johannes Albach und Consorten von Lollar. Lollar. I. 600. 13 Friederike Schomber zu Gießen. Climbach. I. 562. III. 188. 14 Johannes Kinkel I. zu Ruttershausen. Ruttershausen. IV. 231. Gießen, den 27. April 1880. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. LangSvors, Stammler, 3286) Oberamisrichter._____________ Amtsrichter. __________________ Cachemi c-Fichus, Cachemire-Chales, Tüll-Chales und Tüll-Fichus, empfiehlt in schöner Auswahl ______________J. Ch. Retter. 1792) Zur Saison empfehle sämmtliche Neuheiten in Damenkragen, Krausen, Lavallivres, Vorstecker, Schürzen, Perlkragen, Chenille- stchus, gestickte Unterröcke, Taschentücher, Corsetten, sovie Handschuhe m größter Auswahl zu den biütaften Preisen. Robert Haas, Heltersweg C. 59. faeslt liiwiiiiiiiliiW 3125) empfehl?» Hoc ter & Kats. Dienstag den 22. Juni, Vormittags 11 Ubr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe der Georg Boos Eheleute dahier, als: Flur. 9?r. Mtr. I. 202 81 Hofraithe in der Löwengasse meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Mai 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 3300) Müller Sckulstraße B. 11. 3196) Ü< Zu habon in allen Colonial- u. Material waaren-Handlungen. Unentbehrlich in jedem Haushalte. Aeilgeöotenes. Confirmanden-Handschuhe, Binden, Hosenträger, Kragen und Manschetten empfiehlt zu billigsten Preisen Wilh. Wirsig, Handschuhmacher, Blendend weisse Wäsche ohne Bleiche! Das beste u. billigste y / Mittel z. Waschen und schnellen Reinigen al- z/Ty les' Gegen- Garan- sfände //'<£/ tirt frei ist und /<)/' von allen bleibt: / schädlichen 7 cS^/ Substanzen! 3289) Dr. Richter'S elektromotorische Zahnhalsbänder, um Kindern das Zahnen zu erleichtern, ä St. 1 eX Niederlage bei ____Carl Hoffmann. JVeue ffesanjisiücher 3279) bei H. Kühn. C^rbfcurcifer pro 100 Stück 80 H bei (3297 V. Schmidt, Fischerhof. Tüchlige Steinhauer gegen hohen Lohn auf sofort gesucht. (328t Aug. Nauheimer Ww. 3291) in Gießen durch Julius Wallach und C. Lehrmuud. Das Comile< OOOOOGOOOOOOOOOOOOIOOOOCOOOQCOOOOOOOQQQ H. Jacoby aus Berlin 3295) ücr(oo|iing oon 6 Üefgemä(öen l von H. Gastauer 3128) Emil Palleske Obengenannte Gemälde, begutachtet und taxirt von Geh. Baurath Prof. v. Ritgen und genehmigt von Großh. Polizeiverwaltung sollen mittelst Ausgabe von 720 Loosen a 1 jt ausgeloost werden. Loose sind bei Herrn Ernst Balser, Mäusburg, zu haben. _______________________________________________________________________ NL wb ahAvtliiiin von 50 H an bis zu den feinsten empfiehlt aiMtBenniiie2607) A> Fansmann. Gx-aittonSb Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) ix Gießen- Laden mit Logis ß alsbald zu vermiethen. Lit. D. 23. 3248) Mein Haus mit Laden, Schloß- gasse 252, per 1. Juli anderweit zu ver- uuethen.____________Wilh. Herbert. Todes - Anzeige. Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilung, daß unser innigstgeliebter unvergeßlicher Sohn und Bruder Gustav Loos im Alter von 111/2 Jahren gestern Abend 91/2 Uhr von seinen sehr schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen* Gießen, den 11. Mat 1880. Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg, aus statt. 8 Zöpfe von ausgekammten Haaren werden unter Garantie solider Arbeit billigst angefertgt von Karl Gerlipp, Kirchenplatz Nr. 23. 3290' Der erste Ausschank von Herrn. F. Trxtor'S Sommerlager - Exportbier^ aus dem neuer bauten Kunstkeller, hat sich als etwas Ausgezeichnetes bewährt und ist so Herrn Text or's Bestreben, zu dem bis jetzt anerkannt Guten noch etwas Besseres zu liefern, gaüz vorzüglich gelungen. Versäume daher Niemand, mit gutem Geschmack und feiner Zunge, von dem Gehalt selbst sich zu überzeugen, und man wild ein dreifaches Hoch auf Herrn F. Textor und seinen Braumeister Herrn K ilkbrenner, gerechtfertigt finden. Ergo bibamus. liest am Mittwoch den 12. Mai im Saal des Hotels Einhorn r 1) der zerbrochene Krug, Lustspiel von H. v. Kleist; 2) die Probe im Walde, aus Shakespeare’s Sommernachtstraum; 3) Fritz Reuter’sche Humoresken. Billets ä M. 1,50 sind Abends an der Kasse, im Vorverkauf ä I M., für die Herrn Studirenden ä 75 Pf. in der Ricker’schen Universitäts-Buchhandlung und in der Rudolph’schen Musikalienhandlung zu haben. 3262) Anfang 8 TThr. Tofies-Anzeige. 3294) Statt besonderer Anzeige die Mitthellung, daß ^unser guter Gatte, Sohn, Bruder und Onkel Carl Schürz, Rieicher, heute nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 10. Mai 1880. Die Beerdigung findet Mittwoch den 12. d. MtsNachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Krofdorferstraße D. 113,5) aus statt. Badenburg. Am 3. Ffingstfeiertag: Grosses Militär - Concert, ausgesührl von der Kapelle des Hess. Iager-Dataillons Nr. 11. Anfang des CONCERTES um 3 Uhr. Von 6 Uhr an TANZ Cftr. UttiU. m. Darm die Landessyr laufe, der kirchli daß int Jahre id Weigerungen, für aber faktisch in y von Kindern uw Darmstadt und C weit zurück. Zäh Eben. «Doch ist" Landeskirchen conf: in 1877 57,8%.) Civilstandes ist vo kommen zu sein." Bezüglich d höchsten Äocenb'ä bach 63,1%. Der gemacht, daß in s wird, daß aber gai der Geistliche bei ernste redet. Die religio! Kirchenvisitationen meinden gewöhnliö der irdischen Geschi und kirchlicher Sir welllichte Ceben§rii lichkeit, Proceßsuch Dieser XV' Barmherzltzteiisirb Collecten u,07, Ge 0.24 JL also 34 , In einem i Etlichen Saffanb i M»S in größerer 'leben betten des rt v't'tationen häufia M.eit der purfhgju erhaben tzen üble Pockoir «chen Verbrecherth 'N ganz gewöhnlict Mch trägt die ble Schuld, aber, ^nden, so lange neben anderen saß nligrosem Geiste8 °?n glänzendsten A hmzutritt. fluß ^6inil ;lup, weichen die He ben x-SS', Schere $orZ.U: fahren a??ch ’ L. i3TrNa am ber'fc,- ,Qnnf Wsd^s ' "igUtig '>«!: fr“ u (ü ■^ri‘dnb £) her . B __________OOOOOOOCHOOOOOOCOOCOOOOQOC^O Casseler Pferde- S Rindvieh-Markt g mit Perloosung, prämiirung, landwirthschastlicher Ausstellung und Pferderennen © am 31. Mai, 1. und 2. Juni 1880. O Bur Verloofung kommen: 1 Equipage mit 4 edlen geschirrten Pferden, Werth 10,000 AM., 4 zwei- und O einspännige Equipagen zu 6000, 3000, 4000 und 3300 RM-, 1 Paar Chaisen- und 1 Paar Arbeitspferde zu 3000 und 2300 RM-, 44 einzelne Reit- und Wagenpferde, im Ganzen 60 Pferde. Außerdem 1000 Gewinne rm W Werthe von 3 bis 300 RM . „ m , £ . Q General-Vertrieb der Loose ä 3 durch Bankier Moriz Bethcke in <§astel, Verkauf der Loose DepescheN Heute und morgen sollen im Berliner Ausverkauf schnellstens geräumt werden: Ein Posten prachtvolle Zwiuihand- schuhe ä Paar 40 seidene eleg. Filet-Handschuhe 60 H, schwarze Spitzentücher 50, 75 1, 2—3 M., 1 Posten prachtvolle Frühjabrs- Unterröcke 1J/2, 2—3 'M., feinste franz. Mulls, spottbillig, Einsegnungs- Taschentücher, weiße eleg. Unterröcke 2% seidene Schleier 50 H, 1 Posten Stickereien, neue reizende Dessins, Reste von 7 Ellen von 50 an, neue Muster Trimming sehr billig. Sopbaschoner 25 H, prachtvolle Zwirngardinen, Reste von I b's 4 Fenster, ganze Fenster von 2 'M. on, englische Tüll- gardinen, hochelegante Salongardinen, Elle 80 H, gehäkelte Nähti chdecken 60 elegante Tuchtischdecken m't Seiden Bordüre von 3 miethem Cafe Klein. 1396) Ein Familienlogis zu vermiethen- Jakob Reiber, Gartfeld 3177) Ein möblirtes Zimmer zu ver- mietben. ___________Mäusburg 48. 3271) Logis zu vermiethen. _________________Wolkengasse C 100. 3272) Laden zu vermiethen. Wolkengasse C- 95. Ein Nester gesucht. Näh eres in der Exped. d. Bltts. (3287 . 3298' Ein gut empfohlenes Dienst- mädchen gesucht von Buchhändler Ferber. Geschästsverlegung. Einem verehrlichen Publikum hiermit zur Kenntniß, daß meine Werkstätte von heute ab Wallthorstraße Nr. 138 sich befindet und werden nur Bestellungen daselbst entgegen genommen. (3292 Gießen, den 11. Mai 1880. Achtungsoollst Friedrich Schneider, Schreiner. ET 14/5~8~in gönf?"1 ^3299-