^ast °""s 7 Uhr^ nt -__(841 'S*«.« ast E'g» &b.mr.. 'len. Ahard. Italic, beginnt das durch die 'bneider. eigers unter ei den eiben, nserate e Aus- ♦ :d)t, b-j ich W isiren itnfanb, 10. jRf i, Stilgtljülft. alien" ihrnb«*,r’ »g 193.______ 17-21 -2» " }U1 VS jl, 7A* ___ «glei3 , flrt Oil* Nr. 3«. Donnerstag den IS. Februar 1880 SX } M-IHM. B. Erscheint täglich mit Ausnahme M Montag». ?**** S Mark 20 Pf. mit VUngerlohn. _______________________________________________ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ießener Ewiger Mtigt- Ml» Amtsblatt fir den Kreis Gikßkll. Amtlicher Hheik. Betreffend: Da- Ersatzgeschsift für 1880. Gießen, am 1. Februar 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien des Kreises, /ordern Sie auf, nunmehr mit der Aufstellung der Stammrollen sofort zu beginnen und dieselben mit denjenigen für 1878 und 1879 ungesäumt einzusenden. * 9 Dr. Borkmann. Aeutschlaad. Darmstadt, 10. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzvg haben allergnädigst geruht: Am 31. Ja», den provisorischen Reallehrer Dr. Johann Peter Muth in Gießen zum Lehrer an der Realschule daselbst zu ernennen. m. Darwfradt, 10.Februar. Zweite Kammer der Stände. 42. Sitzung. Der zweite Präsident Muhl verkündigt als neuen Einlaus eine Eingabe einer Anzahl von Gemeinden in der Nähe von Kostheim, welche im Anschluß an den Anttag der Äbgg. Osann und Vaur die Erbauung einer Brücke über den Main bei Kostheim befürworten. — Im weiteren Verlauf der Berathung des Gesetzesentwurfs, die allge- weme Bauordnung betreffend, specieU der Bestimmung des Entwurfes, wonach in der Nahe von Friedhöfen in einer Entfernung von weniger als 100 Meter von denselben weder Wohngebäude errichtet noch Brunnen gegraben werden dürfen, sprechen zunächst Nbg. Hallwachs und der als Regierungs-Commissär fungirende Ober-Medicinalrath Äeigner für den Entwurf, Letzterer unter speciellem Hinweis auf die in dem Brunnenwasser der Kirchhöte unter Umständen enthaltenen Ansteckungsstoffe, welche sich bis letzt selbst der genauesten chemischen Analyse entziehen. Nachdem noch Böhm den Äusschutzantrag, wonach den Ortsstatuten, bezw. den Polizeireglements überlassen bleiben oll, zu bestimmen, in welcher Entfernung von Friedhöfen Wohngebäude errichtet oder ! Hunnen gegraben werden dürfen, wird der Entwurf der Regierung gegen 12 Stimmen I abgelehnt, der Antrag des Ausschusses dagegen mit 24 gegen 5 Stimmen angenommen. — Zu Art. 10 billigt die Kammer die Absicht der Regierung, daß den Localpolizei- I reglements Vorbehalten bleiben soll, über den Abschluß der unüberbauten Grundstücke oder unüberbauten Theile derselben an den Ortsstraßen und öffentlichen Plätzen ge- elgnete Bestimmungen zu treffen und lehnt den Antrag des Ausschusses ab, wonach lese Bestimmungen auf Ortsstatuten überlassen werden sollen. — Der dritte Abschnitt I des Titels 3 handelt von der Construction der Bauten. Art. 41 wird mit einem ^.'lmendement des Abg. Wasserburg angenommen, ebenso ohne Diskussion Art. 42 uch dem Antrag des Ausschusses. Die Art. 43 bis 45, welche sich auf das bei den w bauten zu verwendende Material beziehen, gelangen mit einigen Modifikationen zur .lnnahme. Art. 46 und 47 handeln von den Brandmauern; letzterer namentlich von ' den Vorschriften über die gemeinschaftliche Benutzung von Brandmauern. Art. 46 wnd mit einigen Modisicationen angenommen, lieber Art. 47 entspinnt sich eine längere Debatte, da der Ausschuß zwar im Allgemeinen mit dem Entwurf dahin einverstanden war, daß diese gemeinschaftliche Benutzung möglichst erleichtert werden soll, edoch gegen die Bestimmung des Entwurfes ist, daß der zuletzt bauende Nachbar, wenn er die bestehende Brandmauer benutzen will, gezwungen sein soll, nicht allein diese । selbst, sondern auch den Grund und Boden, worauf sie steht, käuflich zu erwerben. An der Debatte hierüber betheiligen sich außer Regierungsrath Freiherr von ! Gaaern und Geheime Ober-Baurath Müller, die Abgg. Kugler, Böhm, von Wedekind, Betz, Bockenheimer, Dittmar, Hernzerling und Schröder und gelangt schließlich der Regierungsentwurf zur Annahme, wonach für unmittelbar meinandcrstoßende Gebäude als Scheidewand eine Brandmauer genügt, unt weiter gestimmt wird, daß wenn ein Grundeigenthümer an eine schon bestehende Brandmauer des Nachbars bauen will, ohne eine eigne Brandmauer zu errichten, er berechtigt und auf Verlangen des Nachbars verpflichtet ist, die bestehende Brandmauer mit ihrem Grund und Boden zur Hälfte und zwar zu ihrem gegenwärtigen, nölhigenfalls durch serichtlrche Entscheidung festzustellenden Werthe zu erwerben. Will der eine Nachbar höher bauen, als die gemeinschaftliche Brandmauer ist, so hat er dieselbe auf seine aUetnigen Kosten zu erhöben, falls dies nach eingeholtem technischen Gutachten für Zulässig gefunden wird. Zum letzten Absatz des Artikels, welcher bestimmt.' „Will der eine. Nachbar fein Haus nach dem Hofe zu erweitern, so muß er, falls nicht durch eine . gütliche Uebereinkunft mit dem andern Nachbar etwas Anderes bestimmt wird, die Fortsetzung der Brandmauer ganz auf seinen Grund und Boden stellen" — wird ein Zusatzantrag des Abg. Bockenheimer angenommen —, dahin gehend, daß es für die Provinz Rheinhessen bei den für die Grenzmauern bestehenden Vorschriften bleibt. Fortsetzung der Berathung morgen. Berlin, 8. Februar. Die „Tribüne" schreibt: Zur Gerichtskostenstage erhalten wir aus richterlichen Kreisen einen der Praxis entnommenen Beitrag, der als eine weitere Illustration des jetzigen Mißverhältnisses dienen mag. Unser Gewährsmann schreibt: ......Ich habe ein sog. „Gehaltsabzugsverfahren" zu letten und hat die Verthctlrwg des abzugsfähtgen Theil-s des Gehaltes eines Beamten unter dessen Gläubiger unlängst stattgefunden. Die Kosten werden noch nach der alten Taxe berechnet und hätten früher 56 JL betragen. Da die Vertheilung aber nach dem 1. October stattgrfunden hat, so waren nach § 21 des Gesetzes vom 10. März 1879 außerdem „baare Ausgaben", wozu Schreib- und Zustellungsgebühren gehören, zu berechnen. Diese betragen 96 90 und zwar 71 Jü 60 Schreibgebühren und 25 JC. 30 H Zustellungsgebühr, so daß also anstatt 56 JC. an Kosten zum Ansatz qckommen sind: 152 JL 90 H. Früher wurden diese baaren Auslagen nicht besonder- berechnet, sondern durch das in den 56 Jl. steckende sog. Pauschquantum gedeckt. Zu verthetlen waren überhaupt nur 692 JC. 69 H. Hiervon kommen die Kosten vorweg in Abzug. Der arme Beamte und die armen , «läubtaer!" Gerücht, bet der preußischen Hypotheken - Aktienbank (Spielhagen) sei ein Regterungsrescript etngegangen, wonach auf Grund einer Seitens der Regierung vorgenommenen Revision der Verthetlung einer Dividende pro 1879 als unzulässig bezeichnet werde, wird von hiesigen Abendblättern bemerkt: Der Vertreter der genannten Bank habe erklärt, der Direktion sei von dem erwähnten Reskript nichts bekannt. — Die „Köln. Ztg." schreibt: Wir haben wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß daS Welfenthum in Hannover nicht abgenommen, sondern das Treiben der Partei an Dreistigkeit und Zuversichtlichkeit sogar zugenommen habe. Das Organ der Partei, die „Deutsche Volks-Ztg.", gibt soeben, ein Pröbchen wclfischen Uebermuthes, das kaum glaublich erscheint. Das Osstciercorps in Hannover veranstaltete jüngst ein Retterfest zum Besten der Nothleiderden und hatte die Artigkeit, auch die Redaktion deS Welfenblattes zum Besuche etnzuladen. Was aber war die Antwort auf diese höfliche Einladung ? Wir wollen die „Deutsche Volks-Ztg." selbst reden lasten: „Die Redaktion dieser Zeitung hat auf die an sie persönlich ergangene Einladung erwidert, daß sie nicht in der Lage sei, auf einem Feste zu erscheinen, welches von Königl. Preußischen Officteren gegeben werde, die nicht Gäste des König!. Hannoverschen Hofes seien. Die Hannoveraner können nicht früher mit de.: Preußen in irgend welche Beziehungen treten, als letztere nicht aus Grund eines von uns anerkannten Rechtstitels sich hier aufhalten. Im Uebrigen ist es recht schön, wenn die Königl. Preuß. Ofstciere zur Linderung der Notb etwas beitragen wollen, denn wir nehmen an, daß sie zu der Erkenntntß gekommen sind, wie diese Noth in der „preußischen Provinz Hannover" im Wesentlichen durch die Behandlung hervvrgerufen ist, welche Preußen Hannover hat angedeihen lassen." Eine solche Verbissenheit, ein solcher Fanatismus streift doch an das Unerlaubte. Unter diesen Umständen ist es gewiß ganz unmöglich, an die Errichtung eines Welfenthrones in Braunschweig zu denken. Die preußische Regierung wird bei aller Versöhnlichkeit, bei aller Pietät gegen ein gefallenes Herrscherhaus und dessen loyale Anhänger nicht länger mehr säumen, Ernst zu machen und den Welfenfonds etnzuziehen. Durch Mitleid braucht sie nicht daran verhindert zu werden, denn der Herzog von Cumberland wird nach dem Ableben des Herzogs von Braunschweig auch ohne Welfenfonds zu den reichsten Fürsten gehören. — Heber die Herbstmanöver dieses Jahres ist jetzt endgültig beschlossen. Danach wird der Kaiser persönlich an den Manövern des Gardecorps und des 3. Armeecorps theilnehmen und ein Kaisermanöver des 10. Armeekorps, wovon bis dahin die Rede war, nicht abgehalten werden. Im Bereiche der übrigen Armeecorps sollen größere Tirailleur-Uebungen und bei Harburg große Poutonier-Uebungen unter Hinzuziehung von je zwei sächsischen und württem- bergtschen Pionier-Compagnien vorgenommen werden. Das un Herbst v. IS. ausgelöste Lehr-Jnfanterie-Bataillon wird in Potsdam schon am 15. April zusammengezogen. Oesterreich. Wien, 9. Febr., Abends. Die „Wiener Ztg." meldet: Der Minister des Auswärtigen genehmigte die Errichtung einer Consular-Agentur in Risch. — Dem „Fremdenblatt" zufolge ist das Handelsministerium durch Vermittlung des Ministeriums des Auswättgen in der Angelegenheit der Erhöhung der italienischen Stahlzölle mit der italienischen Regierung in Verhandlung getreten. Kngtaud. London, 9. Februar, Abend. Unterhaus. Unterstaaatssecretär Bourke erklärt auf Veranlassung von Interpellationen: Die Ratification des Vertrages mit der Türkei, betr. den Sklavenhandel, wird demnächst erwartet. Die Unterhandlungen wegen der griechischen Grenze dauern fort; die Vorlage des bez. Schriftwechsels ist daher noch nicht thunltch. Die Unterhandlungen mit der Pforte über die Köllessche Angelegenheit dauern noch fort. Das organische Statut für die europäischen Provinzen der Türkei ist jetzt provinziellen Com» Missionen unterbreitet. Nutzlanv. Petersburg. Warschau ist vor etlichen Tagen der Schauplatz einer 1863/64 nicht gewagt haben, U den Augen der höchsten russischen Behörden I in Scene zu setzen. Anlaß dazu gab nach der „Ostsee-Zeitung" die Beerdigung des 16jährigen Gymnasiasten Ignaz Neufeld, der wegen BcthMgung an der Überreichung eines mit den polnischen Nationalsarben geschmückten Kranzes an die Schauspielerin Frau Modrczewska aus der Schule für immer verwiesen worden war und sich deshalb durch einen Reoolverschuß das Leben genommen hatte. Obwohl der Verstorbene der mosaischen Religion angehörte, öetheilig- ten fich an dem von einem Rabbiner geführten Leichenzuge mindestens 10,000 Polen und Juden, unter denen sich die hervorragendsten Personen beider Nationalitäten befanden. Der mit feierlichem Ernst durch die Hauptstraßen der Stabt sich bewegende Leichenzug tmponuie der Polizei m dE Grade, daß ste sich von ihm zurückhielt und ihn nur durch einige Polizisten von fern beobachten ließ; dessenungeachtet kam während des ganzen Verlaufs der Beerdigungsfeier nicht die geringste Störung vor, die ein polizeiliches Einschreiten nörhtg gemacht hätte. Die Aufregung unter der polnischen Bevölkerung ist noch immer sehr groß, und wie man hört, hat der General- Gouverneur Graf Kotzebue, um ste einigermaßen zu beschwichtigen, eine Untersuchung des Sachverhalts angeordnet. Telegraphische Depeschen. Waguer's telegr. Correspouderrr • Bureau. Berlin, 10. Februar. Ein dem Bundesrathe zugegangener Antrag Preußens wegen Aenderung des § 30 des Socialistengesetzes (welcher die Dauer der Geltung des Gesetzes bis 31. März 1881 ausspricht) wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die Verwaltungsgesetz-Commission des Abgeordnetenhauses beschloß in zweiter Lesung des Behörden-Oganisationsgesktzes für die Provinz Hannover die bestehenden 6 Bezirke sämmrlich beizubehalten. (Die Regierungsvorlage wollte 3 Regierungsbezirke). Die Frage der Verbindung des Reichsvetwal- tungsgerichts mit dem Beztrksrathe wurde, weil eine Einigung nicht zu eitlen war, der Subcommisston zur erneuten Prüfung überwiesen. — Den Abendblättern zufolge findet die Eröffnung des Reichstags durch den Fürsten Bismarck statt. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein kurzes Nebeneinandertagen des Reichstags und des Landtags sei schon des Etats wegen unvermeidlich. Wegen Erledigung der übrigen Ausgaben des Landtags werde erst in einigen Tagen Beschluß gefaßt. — Dieselbe Zeitung hört, die Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die Actiengesetzgebung sei in der bevorstehenden Reichstagssession nicht zu erwarten. — In Betreff der Gerüchte über das künftige Reichstags-Präsidium schreibt die „Kreuz-Ztg.", als begründet dürfe gelten, daß v. Seydewltz die Wiederübernahme des Präsidiums ablehne. Im Urbrigen seien die Verhandlungen über die Zusammensetzung noch in der Schwebe. Madrid, 10. Febr. Otero, in erster Instanz gestern zum Tode ver- urtheilt, wird heute den Asstsen überwiesen. Konstantinopel, 10. Febr. Am Sonntag hat sich hier ein schrecklicher Unglücksfall ereignet. Die Kaserne in Beikas, einer Orrschaft am Bosporus , ist eingestürzt. 200 Soldaten und Osfictere blieben tobt, 300 wurden verwundet. Petersburg, 10. Februar. Die „Agence Tuffe" will wissen, dtr Gesundheitszustand der Kaiserin werde nicht gestatten, daß, wie beabsichtigt, fremde Prinzen zur Begehung des Regierungsjubtläums des Kaisers etnträfen. Es Würde unter den obwaltenden Verhältnissen nur der Bruder der Kaiserin, Prinz Alexander von Hessen, mit seinen beiden Söhnen, darunter der Fürst von Bulgarien, hier erwartet. Konstantinopel, 10. Februar. Ein internationales Comils leitet Sammlungen für die Hungerleidenden in Kleinasien ein. — Die Mächte haben neuerdings Schritte in Sofia wegen der Repatrürung der Muselmänner gelhan. New-Nork, 10. Februar Die „Rew-Dork Times" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß General Ulysses Grant eine republikanische Candtdatur zur Präsidentschaft acceptiren werde, sobald er von der republikanischen Ratio - nalconvention als Candtdat aufgestellt werde. Berlin, H. Februar. Den Morgenblättern zufolge hätte das Ministerium gestern beschlossen, den Landtag nach Erledigung der Etatsvorlagen auf drei Monate zu vertagen. London, H. Februar. „Reuter's Bureau" meldet aus Washington von gestern, daß auch der Senat die Bill in Betreff der Vertretung der Union bet der Berliner Fischausstellung genehmigt habe. Lokales. Gießen, 11 - Februar. ^Sterblichkeit in Gießens In der Woche vom 1.—7. Februar betrug die Zahl der Todesfälle in hiesiger Stadt im Ganzen 6. Davon ereigneten sich 3 bei Kindern, von denen 2 an Abzehrung, 1 an Darmcatarrh starben. Bei den 3 erwachsenen Personen erfolgte der Tod 2 mal durch Recurrensfieber, < mal durch Altersschwäche. Gießen, Il.Febr. Gestern traten die Herren Gebr. Buderus den Besitz der „Lahnhütte", welche sie für 450,000 erworben, an. Mit der Herrichtung des Werkes wird, dem Vernehmen nach, sofort begonnen, so daß das Anblasen des Ofens nicht mehr in großer Ferne steht. Gießen, H. Februar. s4. Concerl des Concert-Vereins.j Zur besseren Würdigung des bedeutenden Künstlerpaares Rappoldi erlauben wir uns einige Recensionen auswärtiger Blätter wiederzugeben. So schreibt ein Dresdener Blatt: „Der ungewöhnlich günstige, dem Concertgeber vorausgehende Ruf hat sich durch seine Leistungen im Concerte nicht nur vollkommen bewährt, ja er ist sogar theilweise übertroffen worden. Eduard R a p p o l d i ist zweifellos ein Geiger ersten Ranges. Sein Ton ist von tadelloser Reinheit und Noblesse. Der Vortrag voll Feuer, Schwung, geistreich und charakteristisch, dabei fein empfunden und durch und durch künstlerisch ausgearbeitet. Seine Technik ist bewunderungswürdig , sicher und rein in den schwierigsten Doppelgriffen. — Frau Kahrer- R a p p o l d i ist eine würdige Partnerin ihres Gatten. Sie bewährte sich als talentvolle Allgemein Bekanntmachung. 881) Die am LL November 1879 (Martini) an die Fürstlich Solms'sche Renteikaffe zu Hohensolms fällig gewesenen Holz- und Pachtgelder re. müssen bei Vermeidung gerichtlicher Schritte längstens binnen 14 Tagen bezahlt werden. Zahltage find Dienstag und Donnerstag. Hohensolms, am 10. Februar 1880. Der Fürstliche Rentetbeamte Dormer, Revterförster. Pianistin, welche mit Eleganz und lreffächer Technik große Sicherheit. Kraft und Ausdauer verbindet; eine so eminente Leichtigkeit im Handgelenk ist uns selten vorgekommen, doch auch im Adagio des Henselt'ichen Conccrtes verstand die Künstlerin recht sinnig und gefühlvoll zu spielen." Feiner wird aus Aachen berichtet: „Einen glänzenden Triumph feierte Fran Rapp old i-Kabrer, welche sich mit Henielt s Eoncerl bei uns einführte. Wir gestehen offen, daß es uns bange wurde, als wir diese niedlich reizende Pianistin von dem Flügel Besitz ergreifen sahen und hierzu mir einer so kolossal technischen Aufgabe, wie dieses Paradestück der Klaviertechnik, bewaffnet. Es schien Frau Rappoldi darum zu thun, ihre Virtuosität im hellst.n Licht glänzen zu lassen, und das ist ihr denn auch glanzend gelungen. Was müheloie Ueberwinbung aller Schwierrgkeiten der Technik, Kraft und Ausdauer betrifft, so reiht sie sich der Schaar der Pianofortehelden würdig an. Aber nicht allein durch diese Eigenschaften, sondern auch durch Eleganz und Anmuth des Vortrags weiß Frau Rappoldi zu fesseln." — Der gestrige Fastnachtstag bot für unsere Stadt nichts Bemerkenswerthes. Ein paar abscheulich vermummte Menschengestalten bewegten sich in den ziemlich schmutzigen Straßen der Stadt, und sahen diese Herrschaften am Abend sehr malpropre aus. Zwei dieser fragwürdigen Gestalten, welche in der Schloßgasse eine Attacke auf mehrere Mädchen verübten, bekamen von einem Schutzmann die Larve gelüftet und dürften sich demnächst wegen Verübung groben Unfugs zu verantworten haben. — Ferner wurden zwei Fechtbrüder, wovon der eine den Bärenführer, der andere, ein Mensch von 44 Jahren, den „Bär" darstellte, und welche in diversen Wirthschaften ihre Künste producirten (der ältere hatte nämlich einen Riemen um den Hals und wurde von dem jüngeren als Bär tanzen gelassen) beigesteckt. — Die „Volksküche" vertheilte heute 973 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 69, 904 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Vermischtes. »* In Bremen fanden in dem Jahre 1876 340, 1877 296, 1878 114 Schornsteinbrände statt, von denen trotz der daselbst vorhandenen vorzüglichen Feuerwehr mehr wie 5% die nachweisbare Ursache zu größerem Schadenfeuer waren. — Es sind hier lediglich die Brände aufgeführt, welche unzweifelhaft durch Entzündung des Rußes (Glanzruß oder Flugruß) im Schornstein entstanden sind. Dresden. (Sächsische Gemüthlichkeit.j Die Dresdener Zeitung schreibt: Unsere sprichwörtlich gewordene Gemüthlichkeit kann sich selbst auf Hafbällen nicht verleugnen. So war is auf dem letzten Kammerball, zu dem auch mehrere Landtags Abgeordnete geladen waren, daß einer der Herren, der das Glück hatte, kurz vor Schluß des Balles mit ihrer Majestät der Königin sprechen zu können, schließlich in die nicht weniger als hochdeutsch gesprochenen Worte ausbrach: „Nun Majestät, gehen wir Alle noch ä Biffel zu Kneift, da stärken wir uns." Ihre Majestät soll über dieses offene Gcständniß des biederen Gebirgsmannes recht herzlich gelacht haben. — Ueber die Widerstandsfähigkeit des Eises macht der „National suisse" folgende interessante Mittheilungen: wenn das Eis eine Dicke von 4 Cm. hat, so trägt es das Gewicht eines einzelnen Mannes. Bei 8 Cm. kann die Infanterie in Reih und Glied, aber in ge brochenem Schritt darüber passiren Für Kavallerie und leichte Feldstücke nimmt man eine Dicke von 11 — 16 Cm. an, und wenigstens 20 Cm. für die Reservestücke. Bel 40 Cm. und darüber hinaus widersteht das Eis dem Druck der schwersten Lasten. — Bekanntlich sind es jetzt fünfzig Jahre, daß der Bodensee zum letzten Male zugefroren war, also immerhin ein Ereigniß, das einer Jubiläumsfeier würdig. Und so gab es denn auch am 2. Februar ein Fest, das auf den erstarrten Wellen des Bodensees von Alt und Jung in Bregenz-Lindau gefeiert wurde. Um der Nachwelt dieses seltene Ereigniß in steter Erinnerung zu bewahren, ließ der Verleger, Herr Flatz, aus Anlaß dieses Jubiläums eine eigene „Bodensee-Zeitung" auf dem Eise drucken. Wer weiß, heißt es in einem Leitartikel des Blattes, ob einer von uns, wenn das nächste Mal ein solches Fest gefeiert wird, noch am Leben ober im Stande ist, auf schlittschuhbeflügelten Füßen in das benachbarte Lindau-Venedig einfahren zu können. Außer dem Artikel enthält die Zeitung eine Monographie über klimatische SBev hältnisse des Bodensees, ein Festgedicht und allerlei lustige Inserate. Unterzeichnet ist als Redakteur : Dr. International. - sLebensverstcherung- und Ersparniß-Bar.k in Stuttgart.j — Trotz der im Jahre 1879 fortdauernden allgemeinen Äeschäftsstockung hat die Bank doch wiederum Resultate erziel:, welche denen des Jahres 1878, in welchem die günstigsten Ziffern seit Entstehung der Bank erreicht worden sind, gleichstehen. Neue Anträge waren zu erledigen: 4117 mit 22,517,100. Annahme fanden: 3353 Anträge mit Jl. 17,504,800. Gestorben sind: 378 Personen mit 1,808,391, worunter 16 Selbstmorde mit 65,314, während 1878 345 Personen mit 1,598,038 Versicherungssumme gestorben waren Die Mehrsterblichkeit im Jahre 1879 ist in der Vermehrung der Gesammtzahl und in dem verhältnißmäßig gestiegenen Alter der Versichelten begründet. Die Ungunst der Zeitverhältnisse fand nur darin auch bei dieser Bank ihren Ausdruck, daß wegen unterlassener Prämienzahlung verhältnißmäßig mehr Löschungen eintraten, als bie-* im Jahre 1878 der Fall war. Immerhin ergibt sich ein reiner Zuwachs an Lebensversiche runpen von 216<» Polteen mit 12,070.300, an Aussteuerversicherungen von 58 Policen mit JL 239,218, zusammen 2218 Policen mit 12,309,5*10 gegen 2097 Policen mit JL 12,800,800 im Jahre 1878. Der Gesammtversicherungsstand hob sich von 33903 Policen mit^. 138,736,000 auf 36121 Policen mit 151,015,500. lieber bas Rechnungsergebniß ist der Bericht noch zu erwarten, soweit der Stand derzeit sich übersehen läßt, steht eine gleich hohe Dividende tote bisher in Aussicht. — sReicher Segen.) Im „Berl. Tagbl." steht folgendes Inserat: „Zum dritten Male sind Zwillinge angekommcn Diesmal Junge und Mädchen. Ich bitte Freunde und Gönner, mich wacker zu unterstützen. Butter fein und preiswerth. Wurst und Käse desgleichen. Mtehe." Gotha, 2. Februar. Wie weit jetzt die Frechheit des Hausbettelns durch fremde Burschen geht, davon ein redendes Beispiel. Zwei Kellner, aus Langensalza und Cölleda. bettelten gestern (Sonntag) die hiesige Stadt ab. In Folge deffen mit nicht unbedeutenden Mitteln versehen, machten sie Abends im Saale des Gasthauses „Zum Thüringer Hof" einen Ball mit, wobei sie herrlich und in Freuden lebten. Um nicht in einem Gasthofe übernachten zu muffen, nachdem sie das erbettelte Geld verjubelt hatten, meldeten sie sich Nachts auf Dem Rathhause als obdachlos an, wo ihnen natürlich im Polizeigewahrsam Nachtquartier gewährt wurde. (D. Z.) London, 3. Februar Die Aussichten auf theures Fleisch, worauf die englischen Land- wirthe bei niedrigen Getreidepreisen vertröstet wurden, sind auf's Neue um ein weiteres Stück in die Ferne gerückt worden, denn der erste Versuch, Fleisch im frischen Zustande von Australien hierher zu bringen, ist vollständig geglückt Gestern lief der Dampfer Strath Leven, welcher mit einer Ladung von aus 70 Stück todtem Rindvieh, 5<>0 geschlachteten Schafen und 40 Ctt. Butter, am 7. December aus Sydney absegelte, woblbehalten in die Themse ein und der Zu stand der Ladung ist alsbald mit der Zunge geprüft worden Sowohl Fleisch wie Butter sollen fich vortrefflich gehalten und ihren Geschmack vollkommen bewahrt haben. Die Aufbewahrung im Schiffraum ist wenig kostspielig. Es ist somit eine neue und zwar ausgiebige Bezugsquelle für Fleischnahrung eröffnet. Sehllffisberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd T8. Dietz in Gießen. Bremen, 8. Februar. Der Postdampfer Main, Capt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Januar von Bremen und am 27. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. r Anzeiger. Oberh. Verein für Localgesihichte. Sitzung Donnerstag den 12. Februar, Abends 8 Uhr, im Cafe Ebel. (883 Vortrag: Herr Reallehrer Schwabe über das deutsche Volkslied. 182 19/92, 93 U- 94 (/) Pfd. pr© 130 » r r> r> GC lochst a. M. 435) 460 13 420 267 Wellen Reiöholz, aus Göttingen. 884) Möbel-Lager gefälligem Besuche entgegen. Ä93) Maracaibo Venezuela Curacao Flur. 29/lfc0, 181 U- 145 145 170 190 210 260 270 300 320 K Maryland en Java . • Half Canaster A Zoort . - De Jager T Zoort . - R Zoort . . Mufti Mufti . H Zoort . M Zoort . Fyne Shag Hirchonplatz XÄt^a Nr. 6, 2. 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Prämie hat Anspruch auf Dividende; die beim Tode rückständigen Dividenden werden nachbczahlt. Durchschnitt der seit 20 Jahren verteilten Jahres-Dividenden: 87^ "/o der lebenslänglichen Prämie an die Versicherten mit lebenslänaliclier Pramrenzahlung; 47,9% der lebenslänglichen Prämie an die Versicherten auf Lebenszeit, jedoch mit Pramrenzahlung bis nur zum 60ften Jahre; 49'03 0 o der lebenslänglichen Prämie an die alternativ Versicherten, deren Versicherungssumme z. B. im 60sten Lebensjahre oder bei früherem Tode zahlbar rst. Der Vertreter der Bank: A. Scheyda in Glessen. «■9 | Xag 2:-»5 lh »'s 29u) Wohnung (ö Zimmer rc., im April beziehbar) zu vermiethen bei Jng- Merz, Bahnhofstraße. Bcr-mtwortliche Redaction: A. Schcyda. - Druck und Verlag der BrüHachen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr- Pietsch) in Gießen. Verwandten nnb Bt kannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Gattin und Mutter ./rau Aisabelhetzchmistl, neli. Rain heute Mittag 12 Uhr nach langem Leiden sanft entschlafen ist. . Gießen, den 10. Februar 1880. (888 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 4 Uhr statt. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Christiane Winckler, gest. Mulh, Wittwe des verstorbenen Pfarrers Winckler, Dienstag Abend gegen 10 Uhr nach kurzem Leiden sanft dem ^»errn entschlafen ist. © 3 . & 3 ___________ Universitätsstraße 78'. 868) Ein Logis von 4 Zimmern", Küche rc. wird von einer ruhigen besseren Familie per 1. April zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe rc. unter H. z. in der Exped. d- Bl. niederzulegen. 762) Möblirtes Zimmer nebst Schlafstelle zu vermiethen. Flügelsgasse Lit. A. 87. ... tile bV(U!Monaten unsere Gegend rou einer schweren eptde- nttschen Krankhe't dem Recurrensfieber, heimqefucht. Vorwiegend hat die selbe die ärmere Dolkeklaffe, zumal die auf die Herbergen und Logirhäuser 6anälbUr,^ü: betroffen. Dank der Fürsorge des Staates 11 'bBehörde ist wenigstens irsowrit für diese Kranken gesorgt, daß ihnen hier tlnterkunft, ärztliche Behandlung und Pflege zu Theil wird Doch, wenn sie nach Wochen genesen, das Krankenhaus veilaff n sind die Meisten von ihnen aller Mittel gänzlich entblößt. Nicht genug daß der Mehrzahl jegliches Mittel zur Fristung des Lebens abgeht fehlt Vielen derselben sogar die genügende Kleidung, um sich ror den Unbilden der rauben Wltterung zu schützen. Wlr hoffen darum keine Fehlbitte zu thun, wenn wir aa die so oft erprobte Mildthäligkeit der Bevölkerung Gießens appelliren und bitten e ^e ^Eldbeiträge, sowie um wärmere Kleidung für diese Hülfsbedürftigen Gießen, am 6. Februar 1880. Professor Riegel. Dr. Lachmann. „ . Dcn Wünschen des Herrn Professors Riegel entsprechend sind die u tterzeichneten zum Empfang freiwilliger Gaben gerne bereit. Frau Professor Wilbrand. Fran Provinzialdirector Boekmann grau Bürgermeister Bramm. Frau Professor Baltzer. Frau Susanne Hornberger. Frau Landgerichtsratb von Schmalkalder 840) Gesucht wird ein Logis von 4 bis ------------------------- o Zimmern für eine ruhige Familie. Offerten abzugeben in der Exp. d. Bl. 339) Ein Logis im Vorderhause, zwei Zimmer, zwei (Kabinetten nebst Zubehör, zu vermiethen bei LouiS Benner a. d. Schoor^ 829) Ein kleineres Geschäftshaus in guter Lage zu vermiethen ober zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.