kstein s Euler freute ab f Kunde» frei :6» w d«n alten vrstand. itT~ ussel ;öffntt und [abet ^örke. biredfon wirb gr- nit vielem ÄeijaL Lea*4 nda«, ien. katerfreunde. mten Haaren wer- mpter Bedienung drich Welker, Lustadt 1ö4 esllcht. C Stein, lauration Busch. lüte und zayonulreih :angma«B. rfeite nurbe auf nach Lollar oef >ei wird gebeten, j btt fr. Wmm, Giessen. April 1880- Verlangen: 1 Uhr: stellung. cn Dchm nt )U M hrchminöBildmr iitmaitr. cn @rototo|t. mit rmi m 1361 i&pttift- ]iejirection_ icr Illhll- Gießen»»^ W *• DtißtkS Nr. 81. Erstes Blatt. Sonntag den 11. April 1880 Kreßener Htnzeiger Anzeige- uni Amtsblntt für ien Kreis Gießen. NedactionSbrrrcair r Gr-editionSbitrearr r | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher dtieik. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Polizeiwache von Montag den 12. l. Mts. an fich in dem seitherigen städtischen Schulhause Weiderrgaffe Nr. 93 befiuder. Gießen, den 10. April 1880. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. ________________________________________________________Fresenius. __________________________ Gefundene Gegenstände: 1 schnurzes Halstüchelchen, 1 weißes Taschentuch, 1 Denkmünze, 1 Uhrkette mit Medaillon, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 wollenes Halstuch, 1 Klnder- kraqen, 1 goldenes Bergmannszetchen. Die Gegenstände sind auf der Polizeiwache (Schloßgaffe 258) aufbewahrt. Gießen, den 10. April 1880. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Deutschland. Gießen, 10. April. Der „Franks. Ztg." wird vom Main geschrieben: Während der Verhandlungen über die Tabaksteuer im Reichstage, sowie namentlich während der Thätigkeit der Enquetekommission wurde mehrfach darauf htngewtesen, daß nicht allein die Tabakindustrie von den Veränderungen in der Besteuerung des Tabaks getroffen werde, sondern auch die manntchsachen Hilfsindustrien, welche ihr zur Seite stehen. Diese Hilfsindustrien kann man gewtffermaßen in zwei große Gruppen thetlen: in solche, deren Fabrikat sich mit dem Tabak verbraucht und somit mit in die Hände des Consumenten kommt und solche, welche die zur Fabrikation gehörenden Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen liefert. Daß diese Htlfstndustrien von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind, beweist die seinerzeit in Hanau angestellte Enquete, nach welcher an diesem Orte über y2 Million Arbeitslohn per Jahr innerhalb dieser Branche gezahlt wird. Ueberaus traurig steht es jetzt unter den fort und fort wieder auftauchenden Gerüchtm wegen Monopolisirung des Tabaks aus. Die oben genannte erste Gruppe, zu welcher vorzugsweise die Fabrikation von Cigarrenkisten und Packutensilien, die Papierfabriken, Druckereien, Bandsabriken rc. gehören, liegt fast ganz brach. Angesichts der fortdauernden Beunruhigung durch die Monopolgerüchte kann es natürlich keinem Tabakindustriellen einfallen, seinen Bedarf in diesen Gegenständen auszudehnen; er beschränkt ihn wo er kann und es herrscht eine drückende Geschäftslosigkeit. Viel schlimmer sieht es noch in der zweiten Gruppe der Hilsstndustrien aus. Zu dieser gehört vorzugsweise die Herstellung von Wickelformen, von Maschinen aller Art zur Cigarren- und Tabakfabrikation. Keinem Tabaksabrikanten wird und kann es einfallen, auch nur im Geringsten an die Erweiterung oder Ausdehnung seiner Fabrik zu denken und so ist denn für diese Industrie vollkommener Stillstand etngetreten. Dieselbe mußte schon zu wiederholten Malen diese bittere Zeit durchmachen und sie wird sich kaum erhalten können, wenn die Tabaksindustrte fortwährend unter dem Druck der Monopol- und Steuerprojekte darniederltegt und der Zeitpunkt gar nicht abzusehen ist, wo sie zur Ruhe kommen wird. Berlin, 8. April. Die Petitionen gegen die obligatorische Civilehe mehren sich beim Reichstage. Nach der jetzigen Zusammensetzung der Petitions- Commission ist es nicht unwahrscheinlich, daß deren Majorität sich für die Ueberweisung der Petitionen zur Berücksichtigung oder Erwägung an den Reichskanzler erklären dürste. In der vorigen Session hatte die Petitions- Commission mit einer kleinen Majorität Ucbergang zur Tagesordnung beantragt, im Plenum wurde jedoch vom Abg. v. Kranach mit Unterstützung der Oeutsch-Conservativen, unter Betheiligung des jetzigen Cultusmtntsters v. Putt- kamer, beantragt, die Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Die darüber eröffnete Debatte wurde vertagt und auf Wunsch der Regierung nicht wieder ausgenommen, wiewohl von liberaler Seite eine weitere Dtscusston hierüber mehrfach verlangt wurde. Auch jetzt hält es, wie die „Magd. Ztg." erfährt, die Regierung für inopportun, eine lange Cultur- kampsdebatte über die obligatorische Civilehe im Reichstage geführt zu sehen; es gewinnt daher den Anschein, daß auch in dieser Session diese Angelegenheit ruhen wird. Nußland. Petersburg, 8. April. Der Regierungsbote" meldet: Das Befinden der Kaiserin ist in der letzten Woche besser geworden. Schlaf, Appetit und Kräfte haben zugenommen und das Herzklopfen hat nachgelassen. Der Hupen allein beunruhigte die Kaiserin. Telegraphische Depeschen. »agrrer's telegr. EorrefpONdeuz • Bureau. Berlin, 9. April. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist daS RequieS- rirungsgesuch des Geh. Raths Finkelnburg als Mitglied des Reichsgesundheits- AmteS genehmigt. Petersburg, 9. April. Das Befinden deS Reichskanzlers Fürsten Gortschakoff ist in letzter Zett weniger befriedigend ; durch gesteigerten Katarrh werden AthmungSbeschwerden verursacht. Reval, 9. April. Fünf Dampfer, welche von Balttschport her einen durch bas Eis geschlagenen Canal pasfirten, find gestern in den hiesigen Hafen eingclaufen. Riga, 9. April. Gestern kam das Düna-Eis in der Umgegend der Stadt in Bewegung. Charkow, 8. April. Heute begann bet dem hiesigen Militärkreiö- gericht der Proceß des dem Adelsstände angehörigen ehemaligen Lehrers Alexander Winogradoff. Die Anklage lautet auf Verbreitung verbotener Schriften zum Zwecke des Umsturzes der bestehenden Regierungsform und der socialen Ordnung. London, 9. April. „Daily Telegraph" hält die Ernennung des Her- zogs von Connaught zum Vtcekönig von Irland für bevorstehend. Petersburg, 9. April. Die hier erscheinende Zeitung „Molwa" erhielt die erste Verwarnung. — Die russische „Petersburger Zeitung" erfährt, daß die Zahl der hiesigen Polizeirevier-Aufseher von 250 auf 1000 erhöht werden soll. — In Betreff der Nachricht ausländischer Blätter, die russische Grenze sei von einer chinesischen Armee von 20,000 Mann überschritten worden, will das vorgenannte Blatt wissen, es handle sich nur um eine größere Anzahl chinesischer Arbeiter, welche die russische Grenze im Uffurigebiete überschritten hätten, worunter sich möglicherweise auch frühere chinesische Soldaten befinden könnten. — Bet Schlüsselburg tst dte Newa auf zwei Werst eisfrei. Berlin, 9. April. Reichstag. Zweite Berathung der Militär-Vorlage, v. Maltzahn-Gültz beantragt im Namen der Commission die Annahme der §§ 1 und 2, betreffend die Feststellung der Friedenspräsenzstärke auf 7 Jahre, v. Stauffenberg beantragt zu § 1, die Gültigkeitsdauer nur auf 3 Jahre festzusetzen. Richter (Hagen) beantragt, nach Ablauf des bestehenden Septennats die Präsenzzahl jährlich durch den Etat festzustellen und die Einjahrig-Freiwilligen auf die Friedenspräsenzstärke anzurechnen. Im Falle der Annahme seines ersten Antrages beantragt Richter eine Resolution, wodurch der Reichskanzler aufgefordert wird, dem Reichstage in nächster Session einen Gesetzentwurf vorzulegen bezüglich zweijähriger Dienstpflicht bei der Fahne für die Infanterie. Lasker begründet den Antrag v. Stauffenberg. Er beklagt die allzu großen Ausgaben für die Militärzwecke und bezeichnet es als schweren Nachtheil, daß der Militär- Etat nicht in sachlicher Weise bei der jährlichen Etatsberathung, sondern für längere Zeit festgesrellt werde. Militärische conservative Kreise geben die Möglichkeit einer Herabsetzung der Dienstzeit zu. Die jährliche Votirung des Militärbudgets würde eine spätere Herabsetzung der Dienstzeit eher ermöglichen. Diese Art der Bewilligung sei die einzig constitutionelle, auch für die Militärverwaltung vortheilhafter, da damit der ewige Zustand des Provisoriums beseitigt werde. Mindestens müßte man den Antrag v. Stauffenberg annehmen, wodurch wenigstens jedem Reichstage die Bewilligung des Militär-Etats anbeimgegeben werde. Graf Udo Stolberg hält die Last des Militär-Etats nicht für so drückend, wie mau sie oft hinstelle. Die dreijährige Dienstzeit, die bei der Infanterie de facto nicht bestehe, sei nothwendig, wenn die Ausbildung des Heeres nicht leiden solle. Man könne darüber nicht unklar sein, daß nach Ablauf des nächsten Septennats wieder eine Erhöhung des Militärbudget nothwendig sein würde. Man müsse also, wenn man sparsam sein wolle, die jetzige Forderung auf möglichst lange bewilligen, lieber auf 14 als auf 7 Jahre. Er bitte daher, die Anträge Stauffenberg und Richter abzulehnen. — Richter weist darauf hin, daß seit der ersten Berathung die Lage der äußeren Politik eine wesentlich andere geworden sei. Damals habe die Majorität unter dem Eindruck eines bevorstehenden Krieges gestanden; jetzt seien die Aussichten friedlicher nach dem Briefwechsel zwischen unserem Kaiser und dem Kaiser von Rußland. Redner wendet sich aegen Moltke's Ausführungen bei der ersten Lesung, daß die französische Armee seit 1874 sich verdoppelt habe, während wir stehen geblieben seien. Die Frage der zweijährigen Dienstzeit sei eine rein ökonomische. Es heiße die Stimmung des Volkes verkennen, wenn man glaube, es sei zum größten Theil für die Vorlage gesinnt. Redner kritisirt die Widersprüche in Bennigsen's Auslassungen bei der ersten Berathung und stimmt dem Ausspruche Lasker's in dessen Brief an feine Wühler bei, daß die nationalliberale Partei die sachlichen Erwägungen aus Gründen der Parteitaktik hintansetze. Dieser Haltung der Nationalliberalen müsse man die Apathie im Volke zur Last legen. — Rickert weist Richter's Angriffe gegen die NatwnaUlberalen zurück, die stets nur die sachliche Erwägung, nicht die Rücksicht auf den Reichskanzler leite. Er danke für einer Liberalismus, der die Grenze aufsteUc, daß er für drei Jahre das Militärbudget bewilligeir könne, für 5 oder 7 Jahre aber nicht. Darin erblicke er keine Principienfrage. Er werde für 7 Jahre stimmen. Die Militärverwaltung habe nachgewiesen, daß Frankreich eine um 30,000 höhere Präsenzziffer habe als Deutschland. Richter habe diese Nachweise nicht angreifen können. Rickert fährt fort: Es sei in diesem Augenblicke eme Nothwendigkeit, im Interesse Deutschlands, gegenüber den vermehrten Anstrengungen Frankreichs die Vorlage anzunehmen. Die Steigerung der Ausgaben für Militärzwecke im vergangenen Jahrzehnt sei tm Verhältniß zu den eigenen anderweiten Ausgaben und den militärischen Ausgaben anderer Großmächte nur eine bescheidene gewesen. So sehr Deutschland sparen müsse, so sei doch ein bejahendes Votum zu dieser Vorlage noth- wendlg, damit nicht ein unglücklicher Krieg in wenigen Tagen alle Ersparnisse langer Jahre vernichte. Die Stärkung der Armee, des wichtigsten Gilles der Nation, dürfe nicht zur Parteifrage gemacht werden. Es gebe keine Partei in Deutschland, welche die Wehrkraft des Vaterlandes schwächen wolle. Er wünsche daher nicht, daß die Mililärfrage in den Wahlkampf gezogen werde und ziehe die Bewilligung auf 5 Jahre der auf 3 Jahre vor. Der Wille und Entschluß der ganzen Nation sei es, die Errungenschaften Deutschlands und den Frieden mit mächtiger Hand aufrecht zu erhalten; daher werde er mit seinen Freunden der Vorlage zuslimmen. Kriegsminister v. Kameke hebt hervor: Er habe schon früher ausgesprochen, daß nicht die momentane politische Lage, sondern Gründe dauernder Natur die Vorlage veranlaßt hätten; das wolle er Richter gegenüber dessen heutiger Aeußerung über die inzwischen eingetretene Aenderung der politischen Situation ins Gedächtniß rufen. Die Angaben Richters über die Dauer der Dienstzeit und die Präsenzziffer in Frankreich weist d r Minister unter Angabe einschlägiger Zahlen als falsch zurück. Nur eine dauernde Festsetzung des Militärbudgets vermöge der Armee Stabilität und Selbstvertrauen zu geben. Diesen Standpunkt habe die Regierung immer gehabt. In An- bettacht der Haltung des Reichstages im Jahre 1874 habe sie sich zu dem Cowpromiß des Septennats entschlossen. Die Basis des damaligen Compromisses halte die Regierung fetzt fest. — v. Lerchenfeld erklärt sich für die Vorlage nach den Beschlüssen der Commission. Die Discussion wird geschlossen. Es sorgen eine Anzahl persönlicher Bemerkung n von Seiten Richters, Laskers. Rickerts und Gneists. Der Antrag Richter wird gegen die Stimmen der Fortschrittspartei, des Cenlrums, Laskers und weniger Nationalliberalen abgelehnt. Der Antrag v. Stausfenberg wird in namentlicher Abstimmung mit 180 gegen 104 Stimmen abgelehnt, der Commissionsantrag mit 186 gegen 96 Stimmen angenommen. Fortsetzung der Berathung morgen. Paris, 10. April. Der Generalralh von Toulouse lehnte die von dem Präfekten gestellte Vorfrage, in welcher gegen das Votum zu Gunsten der Freiheit des höheren Unterrichts Einspruch erhoben wird, mit 19 gegen 17 Stimmen ab. London, 10. April. Parlamentswahlen. Bis jetzt wurden 337 Liberale, 208 Conservative und 44 Homeruler gewählt. In Nordost-Lan. cashire wurden statt der conservattven Vertreter die Liberalen Hartington und Grafton mit großer Majorität gewählt. Die Liberalen gewannen in Süd- Lanarkshire und Montgomcryshtre jr einen Sitz. — Schatzkanzler Northcote hatte beute eine längere Unterredung mit Lord Beaconsfield, welcher sodann mit dem Staatssecrerär für Indien, Visconnt Cranbrook, konfertrte. Der Goldfund in Mardorf. Von Dr. 6. (Schluß.) Bei dem Mordorfer Funde, und das ist jedenfalls bemerk, nswerth, scheint es außer Zweifel, daß die Münzen mit dem alten Ringwalle in Verbindung stehen, welcher die Hünenburg genannt wird, da auf dem dorthin führenden Wege dergleichen Münzen gefunden wurden. Bekanntlich dienten diese Ringwälle dazu, gegen cin- brechende Feinde das Vieh und sonstige werthvolle Habe m Sicherheit zu bringen, und damit wäre es erklärlich, wenn von den Münzen, welche, um sie zu verbergen, der Erde anvertraut wurden, hin und wieder erst jetzt etwas zu Tage kommt. So erklären sich wohl die früheren ganz vereinzelten Funde namentlich auf dem Waldwege, welcher zur Hünenburg führt. Woher kommen aber diese Münzen und Schmucksacben an dem Fuße des Goldbergs zerstreut auf einer nur mehrere Quadratmeter großen Flache, jedes Stück von dem andern getrennt, fest eingehüllt in den umgebenden Thon so daß erst durch Zerbröckeln der einzelnen Thonschollen das Gold ausgefunden werden konnte? Die Erklärung läßt sich, wenn man das Terrain betrachtet, die Lage des Fund- oites und die Eigenthürnlichkeit der Thonfchollen in folgender Weise geben: Der oben geschilderte Goldberg ist in jener uralten Zeit, vielleicht in Verbindung mit der fünfzehn Minuten dahinter liegenden Hünenbmg, ebenfalls eine Zufluchtsstätte mit Ringwall umgeben gewesen, sei es eine Art Fort zur Sperrung "des aus dem Thale nach jenem Hauptschutzorte führenden Weges, sei cs als ein dem Orte näher gelegener und schneller zu erreichender fester Platz. Dafür spricht einmal der Teich, in welchem die kleinen Quellen am Fuße des Berges aufgefangen wurden — denn Wasser zum Tränken des Viehes war ein bei allen alten Ringwällen zuerst zu deckendes Bedürfniß. Weiter spricht dafür die Abplattung des Hügels welche von Menschenhänden herzurühren scheint, und endlich der steile regelmäßige Bergausschnitt. welcher gegen die Hauptangriffsfront nach Norden gerichtet war und ebenfalls voa Meuschen- händen herrührt. Es ist eine allgemeine Annahme, daß im Innern der Ringwälle sich zur Aufbewahrung von Mundvorröthen und den geretteten Habseligkeiten kellerartige mit Holz gedeckte Räume befanden. Geldmünzen, welche in einen solchen Raum gebracht, darin vergraben und bann, rote so manche vergrabene Schätze nicht wieder zurückgeholt wurden, weil der Eigen- thumer vielleicht fammt seiner Familie und Sippschaft im Kampfe den Tod gefunden, haben lange im ^chooße des Goldbergs verborgen liegen können. Der Keller, in dem sie lagen, zersiel, das Regenwasfer bekam freien Zutritt in die inneren Thonmassen des Berges und nun regte sich das Thonlaaer, in welchem die Münzen eingebettet waren, von dem Wasser in Bewegung gefetzt Die Schichten sanken und brachen unter dem Drucke der Erdmassen am Fuße des Hügels da aus demselben, wo Menschenhände den Berg mit einer steilen Böschung angeschnitten hatten. Auf dieser aus dem Berge herausgetretenen Schicht befinden sich die Münzen, und so et klärt sich die geringe Tiefe des Vorkommens und die ganze Art desselben. Von einer Anschwemmung des Erdreichs vom Kopfe des Hügels herab kann nach der Neigung des Terrains feine Rede fein. Wer die Steinschüttung des Ettenbahndammes hinter Gießen 56 Schritte vorn Fuße aus den Thonflüssen hat hcrauskommcn sehen, für den drängt sich diese Art, den Fundort und die Lage des Fundes zu erklären, mit Nolhwendigkeit auf. Interessant ist diese Erklärung, wenn sie richtig ist insofern, als sie die Münzen mit den alten Ringwällcn in d recte Verbindung bringen würde, woraus ja auch der andere Fundort dei selben in der Räbe der Hünenburg h nweist. . . 3n Ae w/tt es gelingen wird, den ganzen Fund in die Hand eines vaterländischen Mus-ums zu vereinigen — die Stelle, wohin er unbedingt und zwar in ferner Geiammthe't gehört, und wo er der Forschung reiche Ausbeute gewähren wirb, — das bangt zur Zeit von dem Patriotismus der Besitzer ab. Doch ist es zu hoffen, da der größte Theil zwar in zweiter Hand, aber der Gefahr der Verschleuderung entzogen ist. Lokales. Gicsien, 10. April. Gestern Abend um 7 Uhr entstand im Lesezimmer des Clubgebäudes Feuer. Jedenfalls schon längere Zeit glimmendes Holzwerk in der Wand kam zum Durchbrcnnen Nasche Hülfe, wobei sich namentlich mehrere Schußleute auszeichneten, dämpften den Brand, ohne daß erheblicher Schaben und größerer Feuerlärm entstand. Wäre das Feuer zur Nachtzeit ausgebrocyen, so hätte es für bas Gebäude verderbenbringend werden können. — Der Dieb, welcher am Donnerstag auf dem Bahnhof einem schlafenden Manne ein Packet mit Kleidungsstücken entwendete, wurde gestern in der Person eines L. Schmidt in Groß- Buseck verhaftet. — Heute Morgen wurde in einem Hause in der Neustadt eine Taschenuhr gestohlen. Dieb unbekannt. 7 — Gestern Mittag gegen 12 Uhr entstand ein Auflauf von Menschen, veranlaßt durch ein Wettrennen, welches em schon bejahrter Mann von der Flügclsgaffe über Lindenplatz, Kirchcnplaß, Caplaneigasse und Markt veranstaltete. Der Mann lief einem Frauenzimmer nach, mit welchem er vorher in Disput gewesen und welches ihm eine Schnapsflasche auf dem Kopfe zerschlagen haben soll. Die Nachbarschaft des Betreffenden soll nicht erbaut von der Scene gewesen sein. Ueberhaupt seien derartige und ähnliche Scandalgcschichten dorten schon öfter vorgekommen und dürfte hier die Polizei einmal genauer zusehen. — Den „N. H. V." wird von Friedberg unterm «. dss. geschrieben: Herr Major Röm Held, Bezirscommandeur dahier, hatte gestern Abend in Gießen beim Ueberschreitcn des Bahnkörpers datz Unglück, an einem spitzen Sterne auszugteiten und das rechte Bein, welches in Folge einer im letzten Kriege erhaltenen Schußwunde steif geworden, in der Gegend des Knies zu brechen. Mit dem letzten Zuge hier einlressend, wurde sofort der bereits tn Gießen angelegte Verband kunstgerecht erneuert und wird der Patient, der sich hier der ungetheiltesten Hochachtung erfreut, bald wieder im Stande sein, seinem Berufe obzuliegen. Auszug aus -enStanöesamtsregiflern des Standesamts Gießen Vom 3. bis 9. April 1880. Aufgebote. April. 5. Müller Heinrich Zell, Wittwer, von Beuern mit Wilhelmine Arnold, Tochter des Ackermanns Johannes Arnold von Groß - Buseck. 9. Schuhmachermeister Karl Sack Wittwer, von Gießen mit Auguste Katharine Hahn, Tochter des verst. Gastwirths Johannes Hahn von Groß-Buseck. Eheschließungen. April. 3. Post-Assistent Johannes Rudolf Goldmann von Lauback mit Marie Schmidt Tochter des verst. Metzgermeisters Balthasar Sckmidt von Gießen 4. Metzger Jo'cph Eliacin Schulz von Hungen mit Elisabeth Stock, geb. Schreiner, Wittwe des Metzgermeisters und Gastwirths Heinrich Karl Stock zu Gießen. 8. Der Lieutenant a D. Siegmund Heinrich Wilhelm Sixt von Armin, gen. von Siebeneichen, Wittwer, von Wetzlar mit Therese Schlich, Tochter des verst. Pfarrers Daniel Schlich von Flonheim. Geborene. April. 1. Wilhelm Friedrich, Sohn des Dachdeckers Wilhelm Dietz. 27. Anna Auguste Elisabeth, Tochter des Schlossers Magnus Becker. 4. Friedrich Wilhelm, Sohn des Bahnarbeiters Heinrich Berg März. 31. Dem Schubmachermeister Marlin Simon ein Sohn. Apttl. 3. Gustav, Sohn des Grnsoarmen Johann Leonhard Hübner. März. 26. Friedrich Karl, außerehelich von auswärts. 29. Johanna Bernhardine, außerebelick von auswärts. April. 3. Johann Philipp Wilhelm Karl, Sobn des Sergeanten im II Großh Hrss- Inf Regt. Nr. 116 Michael Krebs 4. Wilhelm Heinrich, Sohn des Schubmachers Heinrich Euler 5. Dem Leistenmacher Johannes Anzcr eine Tochter. Gestorbene. April. 3. Schuhmacher Carl Löber, 50 Jahre alt. 2. Bernhard, 6 Monate alt, Sohn des Schloffers Ludwig Dern. 4. Elisabeth Katharine Friederike. 4 Monate alt, Tochter des Spcnglermeistcrs Georg Baum. 4. Sckreinermeister Christian Beck, 60 Jahre alt. 4. Margarethe Simon, geb. Becker, 74 Jahre alt, Wittwe des Schuhmachermeisters Philipp Simon. 4. Dem Bahnarbeiter Heinrich Berg eine todtgeborene Tochter. 3. Wirth Johannes Brück, 44 Jahre alt, von Erda, Kreis Wetzlar. 6. Margarethe Wilhelmine, 2 Monate alt. Tochter des Schreinergesellen Karl Hermann Seybieke. 6. Der pensionirte Hauptkasftna,hilft Jo-eph Augsberger, 32 Jahre alt. 8. Ein Sohn des Schuhmachermeisters Martin Simon, 8 Tage alt. 8. Johann Peter Wilhelm, 1 Jahr alt, Sohn des Postschaffners Georg Wilhelm Kumps. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 3. April. Johann Rudolf Goldmann, Postassistcnt dahier, des Gicßermeisters auf der FriedrichShütte bei Laubach Christoph Goldmann ehel. Sohn und Marie Schmidt, des verst. hiesigen Metzgermeisters Balthasar Schmidt ehel. Tochter. Den 4. April. Konrad Oehler, Schneider dahier, des Ackermanns in Oberohmen Jo Hannes Oehler ehel. Sohn und Katharine Henriette Biehn, des verst. Haarschneiders zu Küpven Heinrich Philipp Biehn ehcl. Tochter. Denselben. Joseph Eliacin Schulz, Metzger dahier, deS Gastwirths zu Hungen Philipp Schulz ehel. Sohn und Elisabeth Stock, geb. Schrciner, Wittwe deS MctzgermeisterS und Gastwirths Heinrich Karl Stock. Getaufte. Den 4. April. Dem Schaffner Georg Friedrich Biückel eine Tochter, Karoline Helene Sophie, geb. den 2. Januar. Denselben Dem Metzgermeister Johann Heinrich Feußer eine Tochter, Lina Marqaretbe geb. den 8 Februar. Denselben. Dem Sattler Ludwig Kühne eine Tochter, Babette Louise, geb. den 7 Jan. Den 7. April. Dem Bauunternehmer Anton Petri eine Tochter, Elsa Pbtlivvinc Karoline Marie, geb. den 21. Februar. ' 9 PF Beerdigte. Den 4. April. Auguste Kühne, geb. Ritter, Wittwe des Bürgers und ReftaurareuiS Bernhard Kühne, alt 68 I. 7 M-, gest. den 2. April. Den 6. April. Margarethe Simon, geb. Becker, Wittwe des Bürgers und Schuh- machermeisters Philipp Simon, alt 74 I., 2 M., gest. den 4. April. Den 7. April. Christian Beck, Schreiner, alt 60 I. 4 T, gest. den 4. April. Auszüge aus den Kirchenbüchern sind von nächster Woche an bei Herrn Pfarrer Dr. Naumann (Neue Änlaq- C- 27) zu bestellen. Das evang. Pfarramt Gießen. ■■ ■■ ■wgaaamBKaBMtaMMaawwi Ieilgeöotenes. Früh Gemüse in kräftigen, starken Pflanzen bei Ioh. Balser, Gärtner, 2526)__qh£ Wiesecker Weg. Alle Sorten Oelfarben auf's Feinste gerieben, fertig zum Anstrich forme sämmtliche Sorten Lac! Oel - u.Wein geistfirniffe empfiehlt in anerkannt vorzüglichen Quali- täten. (1423 Fritz glimm, Materialist, Wallthorstraße. l'tgerneiner Anzeiger. 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Dasselbe enthält 70—73*/0 stickstoffhaltige Nährstoffe mit 11—12% Stickstoff und 12—W/o Fett nebst Zusatz der entsprechenden Menge von Nährsalzen (Phosphorsaures Natron und Chlorkalium) L In Folge des stets wachsenden Consums dieses beliebten und bewahrten Futtermittels und der dadurch möglich gewordenen billigeren Production, hat die Licbig's Company in London mich ermächtigt, eine Preisermässigung Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Hier-* **m zweites Blatt. eintreten zu lassen und das Fleisch-Futtermehl aus Fray-Bentos von jetzt ab wie folgt zu verkaufen: Mk. 15.— per Zentner (50 Kilo) bei Parthien unter 20 Zentner, „ „ 14.50 „ „ „ „ „ Entnahme von mindestens 20 Zentner, Vlertrauenkönnenkranke^ nur zu einem solchen Heilverfahren fassen, welches thatsächliche . Erfolge für sich hat. Die bereits in 2.Auflage erschienenen Spccialbücher: „Die Gicht" und „Die Brust- und Lungenkraukhcitcn" geben allen Jenen, die an ä Danksagung. Allen Denen, welche unseren lieben Bruder und Neffen Herrn Joseph Augsberger zur letzten Ruhe geleiteten, sagen den besten Dank Tapeten in reicher Auswahl, zu außergewöhnlich billigen Preisen bei (1820 I. Schneider in Lich. NB. Wiederverkäufer und Abnehmer größ. Partien erhalten entsprechend! n Rabatt. 2552) Möblirtes Zimmer zu vermiethen. ______Christian Rühl, Wallthorgasse. 2553) Möblirtes Zimmer zu vermiethen. ________W. Ferber, Lindenplatz. 2546) Ein Mansarden Logis, bestehend aus 3 Zimmern, 2 Kabineten mit abgeschlossenem Corridor, sowie allem sonstigen Zubehör, bis Juni d. I. zu vermiethen. Gerhard, Riegelpfad. 2544) Möblirte Zimmer zu vermiethen _ bet^ 9K Herbert, Neuenweg.^ ?aden ?u vermiethen. 2527) C. 92, 3. 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Hohcnleitner, u •, Leipzig und Basel. , Aermiethungen. 2533) Ein kleines Zimmer an einen anständigen Arbeiter zu vermiethen. ___Neustadt Nr. 35. 2532) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.____________________Neustadt 85. 2538) Möblirte Zimmer bei Löber Ww., Neuenweg 194. , 2541) Eine Familienwobnung, alsbald beziehbar, zu vermiethen. Neuenweg 134. 2535) Laden nut Wohnung auf ersten Juli zu vermiethen. __.______ Fritz Fürst Ww, 2549) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei H. Hochstätter Wittwe am Brand. „ „ 14.-7- „ „ „ „ „ desgl. oO Diese Preise verstehen sich inclusive Sack, frei ab Mannheim. Versandt von Probesäcken ca. 80 Kilo wiegend, nur gegen Nachnahme des Betrags. Gebrauchs-Anweisung und Berichte über erzielte Erfolge der Fleischmehl-Fütterung stehen zu Diensten. — Aufträge, Anfragen rc. sind zu richten an das Haupt-Depot für Baden, Bayern, Hessen, Württemberg, Elsast-Loihringen und die Schweiz: Georg Carl Zimmer in Mannheim (Kunstdünger-Fabrik). 2550) „Aus der Fassung des in No. 79 enthaltenen Artikels, betreffend Einschießen von Fensterscheiben könnte die Schlußfolge gezogen werden, als ob die Söhne des Betreffenden selbst die Uebelthäter gewesen seien dies ist unrichtig, denn der Schuß kam notorisch von anderer Seite." wird in Umtausch^zum höchsten Preis von dem Unterzeichneten angenommen. 2557)____________K Jung, Neustadt. 2489) Die Theaterdirection wird gebeten, das jetzt überall mit vielem Beifall gegebene Charakterbild „Gräfin Lea“ von Paul Lindau, zur Aufführung zu bringen. ________Mehrere Theaterfreunde. 2536) Ein braver Junge in die Lehre, sowie ein guter Gehülfe gesucht. Chr. PH. Euler, Schreinermeister. 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