Freitag den 10. September 1880. srr. 211 Mchener Anzeiger AnMk- inb AmtßM fir toi Kreis Gießt» Erscheint täglich mit Ausnahme des MvntagA» Betreffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Grüningen. ins, Wer von , geh. Me. liebenev. ■ Marie 6»trem Leiden, etiübt anzeigen. allgitfttr, ioy3 Uhr aus tnmbttn und ichNAM tzesalien c-aaervater und Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringertoh». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark M iebenen. tant gegeben. | tif"e fots 'UÖC *f b»m Aus alten Zeiten. Die freundschaftliche Zusammenkunft des österreichischen und deutschen Kaisers in Ischl, die Conferenz des Fürsten Bismarck und Baron Haymerle, die regen Sympathien des deutschen und österreichischen Volkes rufen unwillkürlich die alten Zeiten in's' Gedächtntß, in denen Oesterreich und Preußen um die Hegemonie in Deutschland warben. Fürst Bismarck, vor 1848 ein einfacher Landjunker der Mark und conservativer Abgeordneter, sah einst, der- selben Ansicht wie Herr v. Gerlach, in den Tagen von Olmütz eine uns von der Vorsehung auferlegte Buße für die Sünden der revolutionären Bewegung in Deutschland. Die Ansicht Bismarck's änderte sich jedoch, als die vermeintliche „Vorsehung" ihm zu Frankfurt a. M. in Gestalt des k. k- Bundespräsidial- Gesandten entgegentrak. AIS endlich diese k. k. Vorsehung eines Tages zu einer Ausschußsitzung im Hausflaus und saloppester Haltung erschien, als sie die „kleineren Staaten", darunter auch Preußen, mit vollendeter Rücksichts- lostgkeit von Oben herunter behandelte, da zog der preußische Junker seine Cigarrenlasche beider und fragte den „k- k. Excellenzherrn", ob er ihm Feuer geben könne. Das war die erste Heldentbat des Herrn v. Bismarck-Schön- hausen. Kurz darauf kam der weiland Reichsverweser Johann nach Frank- furt a. M-, von dem ein kroatischer Hauptmann der Mainzer Bundesgarnison die Charakteristik gab, es sei „ain Erzherzog wie sie ollt sain, aber sehr atn gescheider", und dieser Erzherzog fragte Herrn v. Bismarck spöttisch, ob er alle die Orden, welche er trage, im Kriege errungen. Die Antwort lautete: „Ja wohl, kaiserliche Hoheit, alle vor dem Feind erstritten, alle hier in Frankfurt." Mit dieser Haltung Bismarck's war das caudinische Joch gesprengt, welches Oesterreich dem preußischen Staate in Olmütz auferlegt hatte. An die Stelle jener Politik, welche der Unterosficier spielte, der bei Oesterreich und Rußland um eine Civilversorgung petitionirte, trat die Bismarck'sche Politik, welche Roß und Mann daran setzte, das österreichische Joch abzuwerfen und Deutschland den Deutschen wtederzugeben. Der gemeinschaftliche Feldzug nach Schleswig-Holstein, der deutsch- österreichische Krieg, der deutsch-französische Krieg und endlich die deutsch-östcr- reichtsche Allianz bilden die weiteren Etappen dieser Bismarck'schen Politik. Es wäre kurzsichtig, wollte man annehmen, daß damit der Feierabend der politischen Thätigkeit angebrochen sei. Wurde die neue Weltmachtstellung Deutschlands schon beneidet, so muß es sich auch der deutsch-österreichische Kaiserbund gefallen lasten, eifersüchtig von allen Mächten beobachtet zu werden. Es giebt gegenwärtig keine Großmacht, die wahre Freundschaft für Deutschland-Oesterreich hegt, und wir müssen uns mit den Worten trösten: „Besser beneidet, als bemitleidet!" Die immer noch angefeindete Meltmachtstellung der deutsch - österreichischen Allianz wird im Orient entschieden werden, und diese Entscheidung steht vor der Thür. de" *• * ‘ierVor^ «edaettonsbureau: l Schulstraße b. 18. Ervedttiorrsdirreaur J w rttmbtr, Rat' estiaße 6-I33) Nachdem der Ortsvorstand von Grüningen beschlosten hat, eine zweckmäßigere Anlage von Feldwegen und eine beffere Gestaltung der Parcellen in der Art vorzunehmen, daß jedes Grundstück mindestens von einem Wege, womöglich aber von zwei Wegen auszugäng ch wird, womit je nach Beschluß der aussührenden Commission, von welcher die Mehrheit ihrer Mitglieder von den betheiligten Grundbesitzern selbst später zu wählen ist, eine Zusammenlegung der Grundstücke, nach Maßgabe des Gesetzes vom 18. Angustl871 (R-gi-rungsblat S"e 309) undde Ausführung etwa sonst noch möglicher Verbesterungen verbunden werden kann, wird Offenlegung der summarischen Darlegung und desi NamknSverzetchntfl S der betheiligten Grundbesitzer auf der Großherzoglichen Bürgermeisterei Grüningen vom 13. September bis 11. October l. I- hierdurch angeordnet. Zuglech .„.m 3- °°NI» »» I2UH- Vormittag» auf d-m G.°»h-r,.glich.» über diesen Antrag abzustimmen, wobei wir bemerken, daß nach dem genannten Gesetze die weder in ®elb|lper^on, nod^ buT^^ 96^0^3 tigte abstimmenden Grundbesitzer als für die Ausführung der Zusammenlegung stimmend angesehen werden. Es muffen daher nur diejenigen erscyerncn, welche gegen den Antrag stimmen oder zu demselben noch etwas bemerken wollen. , , , ,, w-vd-nd-n 8 Auswärtige Stimmberechtigte haben bis zum genannten Termine einen Bevollmächtigten in der Gemeinde zu bestellen, da bei werter nothig werdenden Handlungen eine besondere Aufforderung an sie nicht mehr ergehen wird. . . . ~ B Abllimmuna Schließlich weisen wir noch darauf hin, daß nur diejenigen Grundbesitzer, welche im Grundbuche eingetragen ^he", oder deren Erben, zur Abfit m g legitimirt sind, daß jedoch bei zeitigem Anträge das Ab- und Zuschreiben noch während des Laufs der Off-nlegungsfr.st erwirkt und durch das Steuer- commiffariat gewahrt werden kann. Gießen, am 23. August 1880. Großherzogliches Kreisamt Greßen. I. V. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. __ Deutschland. Darmiladt, 7. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 28. August 1880 den Buchhalter bet der Hauptstempelverwaltung, Georg Seipp, zum Hauptstempelverwalter bei der Hauptstempelverwaltung zu ernennen. Berlin, 6. Septbr. Die „Prov.-Corresp." schreibt gelegentlich der Vollendung des Kölner Domes: „Am 14. August 1248, zwei Jahre vor dem Ende der Regierung des Kaisers Friedrich IL, wurde der erste Grundstein des Kölner Domes gelegt, unter einem Kirchenfürsten, der gegen den Kaiser als einer der eifrigsten Kämpfer stand. Aber in den Entwürfen der Bäumet- ster lebte deutscher Geist, lebte die erhabene und zugleich zartsinnige Art, wie der deutsche Geist damals daS Christenthum erfaßte. Es war ein aus Nord- Frankreich herüber gekommener Baustyl, in welchem das edle Gotteshaus errichtet werden sollte, aber die deutschen Meister verwendeten diesen Styl in ihrem, in deutschem Sinne, gaben feinen Formen die höchste Vollendung, als Darstellungsmittel eines Geistes, wie er in diesen Formen noch nicht gewohnt hatte. Dieser Geist und dieser Baustyl hatte sich nie auf den ital. Boden verpflanzt, und die römische Kirche war demselben fremd, fast feindselig geworden, als sie im Gegensatz zur Reformation sich selbst mit einem neuen Geist erfüllt hatte. Die letzten Kurfürsten von Köln im 18. Jahrhundert hatten den Charakter des Doms durch fremdartige Reparaturen dem Untergang entgegen- führen laffen, weil sie den Geist des Werkes nicht verstanden. Deutscher Sinn hat diesen Geist wieder belebt, den vorhandenen Bau von fremdartigen Huthaten gereinigt und endlich den ganzen ursprünglichen Entwurf zur Wirk- Uchkeit gemacht. Als ein Denkmal deutscher Einigkeit hat König Friedrich Wilhelm IV., als er am 4. September 1842 den Grundstein zu den neuen Thürmen legte, die Vollendung des Kölner Domes bezeichnet. Am 15. October, am Geburtstage des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IV., so hat unser erhabener Kaiser angeordnet, soll die Vollendung des Kölner Domes an Ort und Stelle in des Kaisers Gegenwart und der Gegenwart des k. Hauses hochseierlich begangen werden." — Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte die Hamburger Frage in der nächsten Session des preuß. Landtags wie des Reichstags noch zu lebhaften Erörterungen Anlaß geben. Ganz abgesehen davon, daß die gegen Hamburg ergriffe- NM Maßregeln wenig mit bem Wesen eines bundessreundllchen Verhältnisses übereinstimmen, abgesehen von der Freihafenfrage, die in erster Sinie nur eine Nützlichkeitsfrage sein kann, verdient das beabsichtigte Experiment eines Schnittes durch ein eng zusammenhängendes Hafen- und Industriegebiet, wie es durch die Loslösung von Altona und Wandsbeck vom Freihafen versucht werden soll, die eingehendste und gründlichste Erwägung, zumal da die Mehrheit der vermeintlich geschädigten Bewohner Altonas und Wandsbecks in dem gegenwärtigen Zustand mehr Vortheile als Nachthetle sehen. £. k „ — Wie es heißt, wird der nächste Etat Mehrsorderungen für das Reichseifenbahnamt enthalten. Tie feiner Zeit unter großen Erwartungen in s Leben gerufene Behörde ist durch den Widerstand der Einzelstaaten gegen einen tiefgreifenden Einfluß in das Eisenbahnwesen fast zu einem statistischen Bureau zusammengeschwunden; da muß beim eine zweckmäßige Erweiterung se ner Thätigkeit mit Beifall begrüßt werden. Das Reichseifenbahnamt soll in e ner eingehenden Eifenbahnstatistik namentlich die Frachtgutbewegung einhe tlich und methodlfch berücksichtigen, und so eine sickere Grundlage für d>- Bmrtheilung deS Umfanges und der Wege von Handel und Verkehr schaffe", als d es ledigl ch durch die Ein. und Ausfuhrstatistik möglich war. (Shic solche Statistik entspricht durchaus den vom Reichstage ausgesprochenen Wünschen. Berlin, 6. Septbr. Der Reichstags-Abgeordnete für Schwarzburg- Sondershausen, Lipke, hat der Collectiv-Erklärung der ausgetretenen national- liberalen Abgeordneten in einer Mittheilung an seine Wähler noch Folgendes zur Erläuterung hinzugefügt: Die Austretenden Beinen , wie sich aus den in der Austrittserklärung enthaltenen Motiven ergibt, be den ursprünglichen Grundsätzen der nattonalliberalen Partei, brechen aber mit der in den letzten in ts, • n . (0856 Venrwdten, ‘‘ I- c«6 unsere ( A «■’ * Ikon* uti 1 'f‘ jihff- ft- ; L':, Bitwnkoto- •anfl ffI® I > fc « neuerdings wieder in Umlauf gesetzten Nachrichten verschiedener Blätter über eine bevorstehende vom Vorsitzenden des Reichsgesundheitsamts angeregte Veränderung im Resiort dieses Amtes auch diesmal unbegründet. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Correspondenz-Bureau. Darmstadt, 8. Septbr. Der Großherzog reist heute Abend nach Berlin ab und begibt sich von dort am 14. ds. über Köln und Vließingen nach Balmoral zu mehrwöchentlichem Aufenthalte. Die drei jüngsten Kinder des Großherzogs werden sich ihm auf der Reise nach England in Köln anschließen. Wiesbaden, 8. Septbr. Die Familie des deutschen Kronprinzen wird Mitte October auf mehrere Wochen nach Wiesbaden kommen. Loudon, 8. Septbr. In dem Kohlenbergwerk Seaham unweit Durham fand heute eine Explosion schlagender Wetter statt. Zur Zeit der Explosion befanden sich 180 Bergleute in der Grube, von oenen die Mehrzahl umgekommen ist. Berlin Amerika. New-Bork, 5. Septbr. Der Postdampfer City of Vera Cruz scheiterte am 29. August um S*/3 Uhr Morgens während eineß Orkans an der Küste von Florida, nachdem er mehrere Stunden lang mir den Wellen gekämpft hatte. Es sollen 70 Personen an Bord gewesen und nur 13 gerettet worden |em, 3 Passagiere und 10 Leute der Mannschaft. Sämmtliche Officiere deS Schiffes, sowie auch General Torbert, ehemaliger Generalconsul der Vereinig. len Staaten in Paris, sind ertrunken. Die anderen Passagiere waren größ- tentheils Einwohner von Cuba. Fünf Leichen, ein Koffer und zwei Briefbeutel find an die Küste geschwemmt worden. Aus Kingston, Jamaica, wird gemeldet, daß der Orkan am 18. August große Verheerungen angerichtet hat. Der Eigenthumsschaden zu Lande wird auf 500,000 Doll, geschätzt. Viele kleine Ortschaften wurden in Einöden verwandelt. Während des Sturmes wurden in Kingston auch drei Erdstöße verspürt. Das Arsenal und das königliche Marinehospital in Port Royal wurden beschädigt. 8. Septbr. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge find die tzngtand. London, 7. Septbr. Das Parlament ist heute vertagt worden. Die Thronrede bezeichnet die auswärtigen Beziehungen als sehr freundschaftliche und sagt: Durch Nichtaussührung des im April d. I. zur Absteckung der Grenze zwischen der Türket und Montenegro festgestellten Planes gemäß ihren Verpflichtungen hat die Hohe Pforte bedauernswerthe Verzögerungen in der Lösung dieser Frage verursacht. Andere wichtige Punkte des Berliner Vertrags haben ihre Ausführung noch nicht erhalten. Die Signatarmächte des Berliner Vertrags haben dem Sultan ihre Ansichten über die zur Herbeiführung einer befriedigenden Lösung der griechischen und der montenegrinischen Frage geeigneten Mittel, ebenso über die Maßregeln zur Organisation der europäischen Provinzen der Türket und die hauptsächlichsten Reformen mitge- theilt, welche in Armenien nothwendtg sind. Die Thronrede fügt hinzu: Ich hege das Vertrauen, daß diese Ziele werden erreicht werden, weil das europäische Concert bezüglich der orientalischen Frage sich fest aufrechterhalten hat und die Signatarmächte des Berliner Vertrags bet der Pforte mit der ganzen Autorität, welche aus ihrer combintrten Action resultirt, auf den Maßregeln bestehen, welche sie für geeignet halten, die Ruhe im Orient zu sichern. — Die Thronrede spricht die Hoffnung aus, daß der Steg des Generals Roberts in Afghanistan eine baldige ehrenhafte Beendigung des Krieges in jenem Lande herbetführen werde und schließt mit Aufzählung der hauptsächlichsten Gesetz- entwürfe, welche in der abgelaufenm Session vom Parlamente angenommen worden sind. ^2 ft; Jahren eingesührten Taktik und sind entschlossen, der augenblicklich in der Relchsregierung wie in der preußischen Regierung herrschenden reactionären Strömung mit derselben Entschiedenheit Widerstand zu leisten, wie sie den Kanzler und seine auswärtige und nationale Politik unterstützen weroen. Indem sie die Initiative zur Neubildung einer derartigen Partei ergreifen, kommen sie einem immer stärker austretenden Verlangen im deutschen Volke nach. An Stelle der Fraktionen, die sich überlebt haben, tritt hoffentlich bald eine große deutsche liberale Partei. An der auf den 8. ds. einberufenen Bespre- chung der neuen Gruppe werden mit den parlamentarischen Mitgliedern auch Vertrauensmänner aus einer Anzahl Städten des Reichs, aus fast allen Berufskreisen, theilnehmen. Es handelt sich um die Schaffung einer Organisation und um die Frage, in welcher Weise die Agitation für die nächsten Reichs- tagswahlen vorzunehmen sei. Da diese Retchstagswahlen möglicherweise schon im Mai nächsten Jahres vor sich gehen können, so ist eine schleunige Organisation der Gruppe um so dringender geboten. Aus Leipzig schreibt man unterm 1. d. Mts.: Der Reichstags- Abgeordnete Liebknecht von hier hatte in einer im April d. Js. abgehaltenen ReichstagSrede, als es sich um die Sistirung des Strafverfahrens gegen Abg. Wiemer und Genossen handelte, die durch den jetzigen Oberstaatsanwalt und damaligen Staatsanwalt Richter in Dresden veranlaßte Beschlagnahme der an Wiemer gerichteten Briese gemißbilltgt, u. A. behauptet, daß dieser Beamte seine Befugnisse überschritten habe und hinzugesügt: „und dieser Mann, der das Gesetz mit Füßen trat und einem Mann zur Flucht verholfen, der wegen eines abscheulichen (Unzucht--) Verbrechens verurtheilt werden sollte, er (Richter) ließ es zu, daß dieser Mann in eine Privat-Jrrenanstalt entlassen wucde, aus welcher er natürlich entfloh rc. rc." Das „®re$b. Iourn." hatte kurze Zeit daraus im nichtamtlichen Theile die Liebknechtsschen Behauptungen hm- sichtlich des letzterwähnten Strasfalles als unwahr zurückgewiesen; von Liebknecht aber war darauf in Nr. 56 der „DreSd. Abend-Ztg." das von ihm im Reichstage Gesagte ausrecht erhalten worden, mit der Behauptung, den Beweis der Wahrheit antreten zu können. Auf Grund des oben erwähnten Artikels hatte das königlich sächsische Justizministerium, als die vorgesetzte Behörde des Staatsanwalts und jetzigen Ober-Staatsanwalts Richter, Strafantrag gegen Liebknecht gestellt, und es fand daher am heutigen Tage die öffentliche Verhandlung vor der zweiten Strafkammer des hiesigen königl. Landgerichts statt, in welcher der Angeklagte persönlich und mit seinem Anwalt, Rechtsanwalt Freytag II., erschienen war. Die Verhandlung endigte mit der Verurthei- lung Liebknechts (in Rücksicht auf die Oeffentlichkeit und die Schwere der Beleidigung^ zu 6 Monaten Gefängniß. Wvn Montag bei Motzens 1 soll das Gerne oieistentW au, titft Wetschen Nfel und auc werden. Die Winne bi 5811) y Dienstag b sollen blt bet g-hich Nti i ®,Ort unb Ntrt »trbti § Im Ort, ?-llnW«, *?)*■ *» hr. Mir’ */« 2350 Ak „j iit m 1 jjeif 5** 25**$ M 161 60,000? $an$°v AM ®T0 fiflÄ aucb ' o* * M * 28, W # nut ihm “ T. Sj - mni Dahinter , bttinbd sich der Der Wagen den Wagen auf'S die ssrage, die sich ?5bl d-c zeuerungs- mefl. Dafür aber Mfnunfl. M sind lön.'n oieliach eitt- dl:4 eignet, welche lchen Anlage kaum ißt sich ein ßroBit bl Hütermgeu de- (I. Höppner, durch du ,Lüd«kn 3^* vtrich'.ebtim Loealn» ,6 d'ist. " stark txtx poch» indttlo- tue. i°" «j* ti-d'PttO t"1 “ L *bro Ä “ Dfiit 60« W ■ ■J tiu hfl *jSS« S J idwt W»* ÄM I* “'"“rfdo•' ‘“"5 grt*p* fl. ei111 * M»' * wl^t « int'* j ^nrn- Handel und Verkehr. Frankfurt, 8. Septbr. (Fruchtbertcht.) Mehl Nr. 1 «AL 40, Nr. 2 38, Nr .3 X 32, Nr. 4 28, Nr 5 «AL 23, Roggenmehl % (Berliner Marke) «AL 28.50—29, co I (Berliner Marke) 26.00—26.50, do. II (Berliner Marke) «AL 21.50—00.00. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier «AL 21.00—21.25, ab unserer Umgegend «AL 20.50—21.00, do. fremder je nach Qualität «AL 00.00—00.00, Roggen, je nach Qualität «AL 19.75—00.00, Gerste «AL 17.50-19, Hafer «AL 13—13.25, Kohlsamen «AL 27.25—28, Erbsen «AL 19—27, Wicken «AL 16—18, Linsen «AL 20—40, Bohnen, weiße, «AL 23—25, Roggenklete X —, Weizenkleie, grobe und feine «AL —, Rüböl, detail, «AL 63. Stimmung fest. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) Franksurl, 8. Septbr. (Marktbericht.) Der heutige Hen- und S^rohmarkt war gut befahren. Altes Heu kostete je nach Qualität der Gentner «AL 2.50—4.00, neues Heu X 0.00—0.00, Stroh X 3.00—0.00 Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. X 1.00—00, 2. Qual. X 0.90—00, im Detail das Pst X 1.40—00, 2. Qual. X 1.30—00. Eier das Hundert ital. X 7.00, deutsche Eier 5.50 X, Qchsenfieoch per Pfund 65—70 Kuh , Rind und Farrenfleisch 45—60 H, Kalbfleisch 40—55 H, Hammelfleisch 45—65 H, Schweinefleisch 75—80 ein Hahn X 1.80—2.50, etn Huhn X 1.90-3.10, eine Ente X 2.70—3.20, eine Taube 50—00 H, Kapaunen «AL 0—0.00, Wälscher Hahn X 5—00. Kartoffeln 100 Ko. X 6—7, das Bescheid 0—00 Kohlrabi 7—10 Blumenkohl 1 St. 40-90 Wirsing 00—0 Gelberüben 1 Bund 0—0 Zwiebeln 1 Bund 6 Sellerie das Stück 6 Meerrettig 1 Stück i>0—00 Spargel das Pfund 00—00 Radieschen 0-0 Artischoken 50 Erbsen das Pfund 20 RomatmSalat 30-00 Bohnen 1 Eentner 10—14 X, Gurken das Hundert X 2—0.00. Limburg, 8. September (Fruchtmarkt.) Rother Wetzen X 18.30, Weißer Weizen X 17.90, Korn «AL 14.90, Gerste «AL 10.40, Hafer X 6.50, Erbsen X. 00 00. (Durch- scknittspreis pro Malter.) Haasenstein Vogler in Frankfurt a. M. (4309 Sichern Erfolg kann das Annonciren nur gewähren, wenn die geeignetsten Zeitungen gewählt und die Annoncen wirksam arrangirt werden. In unübertroffener Weise beschafft Beides die älteste Annoncen - Expedition 11Dn d-r genannten Hauptstelle an das Haus Rothschild und beim Nachzahlen dieser Million Mark eraab sich, daß vier Tausend-Markschetne fehlten. Auf e ne dteserhalb vom Empfänger erhobene Mcclamation wurde das Manko sofort ersetzt,. nun aber zu einer Nachzählung sämmt- ltcher vorhandenen Pallete nach allen einzelnen Stücken geschrittcn, wobei sich ein ferneres Manko von 60,000 X herausstellte. _ Beim Brautexamcn fragte ein schwäbischer Pfarrer da8 die Trauung bestellende Brautpaar: „Ihr wollt also, meine lieben Brautleute, in Den heiligen Ehestand treten. Habt c>hr Euch denn auch genügend auf diesen sehr wichtigen Schritt vorbereitet?" „Freili, Herr Pfarrer", antwortete die Braut, „wir hab'n a Sau g'stocha und zwölf Hendln abgemurkst; und Nudeln und Kucha san g'macht, daß ’n Tisch biegt, dös werd wohl g'nug seyn." — Ein schauerliches Verbrechen wurde in den legten Tagen in Tivoli bei Rom beengen Luigi Petringa, ein siebzigjähriger Mann und zum drittenmale Wittwer, hatte zum viertenmale eine schöne Bäuerin geheirathet, die wenigstens um 40 Jahre junger war a!s er. Die Kinder der drei ersten Ehen sahen mit scheelen Augen auf dieies neue Bünvniß und ließen es nicht an Vorwürfen gegen ihren Vater fehlen, der, von seinem Weibe gedrängt eine seiner Töchter, die mit einem gewissen Sonzini verhrirathet war, aus dem Hause verstieß. Dieser erschien am 28. August In der Wohnung seines Schwiegervaiers und gerieth dort in heftigen Wortwechsel mit ihm, der dann in Tätlichkeiten ausartete. Beim Fortgehen schleuderte Son- zini der Frau Petringa's eine grobe Beleidigung zu, welche diese in seinem Blute adzuwaschen beschloß Sie brachte es dahin, daß Petringa mit ihr und dem einzigen ihm treu gebliebenen Sohne am Eck einer Straße auflauerte, wo Sonzini vorbeikommen mußte. Er war mit einem Dolche bewaffnet und wollte seinen Schwiegersohn über die seiner Frau zugefügte Beleidigung zur Rechenschaft ziehen. Kaum hatten die drei Verschworenen einige Minuten gewartet, als stch Sonzini am Arm seiner Gattin zeigte. Diese erkannte schon von Weitem ihren Vater und Bruder „Kehren wir um!" rief sie, ihren Mann fortziehend, „ich bin überzeugt, daß sie Böses gegen Dich im Schilde führen?' — „Ich fürchte mich nicht," rief Sonzini, einen langen Dolch aus der Tasche ziehend, „wenn sie mich nicht passiren lasten so tödte ich sie." — Und damit verließ er fein Weib und ging auf die Gruppe zu Petringa kam ihm entgegen, aber Sonzini ließ ihm keine Zeit, den Mund zu öffnen, sondern streckte ihn mit einem Dolchstich in s Herz tobt zu seinen Füßen. Nun stürzte sich der Sohn seinerseits mit einem Dolch auf Sonzini, der ihn festen Fußes erwartete. Es entspann sich ein fürchterlicher Kampf; die beiden Gegner wälzten sich auf der Erde und stachen aufeinander los. Sonzini erhielt zwei le.chte Wunden am Kopf, während sein Schwager von fünf Stichen in den Bauch und in die Brust getroster, wurde. Drei seiner Wunden sind tödtlich und die Aerzte zweifeln an seinem Aufkommen. Dieses Drama brachte in der Stadt Tivoli große Aufregung hervor. — Am 23. v. M. brachte daS Dampfschiff „Kong Sperre" den prachtvoll geschmückten Sarg, in welchem die irdischen Uederreste von Ole Bull ruhen, von der kleinen Insel LySö nach Bergen. Von der Bull'schcn Villa auf Lhsö war der Sarg unter großem Gefolge von Den Bauern an Bord deL „Kong Sperre" getragen worden. Von Bergen aus waren vierzehn Dampfer dem „Kong Sperre" entgeqengefahren und folgten demselben unter Traucrmusik bis an die geschmückte Hasenmole. Beim Einsegeln in den Hafen falutirten die Festung und einige •auf der Rhede liegende Kriegsschiffe. Um 2 Uhr wurde der Sarg per Wagen von der Hol- dergLbrygge unter Salutschüssen von der Schanze nach dem Friedhöfe gebracht. Eine unzählige Schaar von Leidtragenden erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre. Der Componist Ed. Grieg trug hinter dem Sarge den Ole Bull in Kalifornien geschenkten großen Kranz aus massivem Golde. Am Grabe sprach Björnstjerne Björnsen in ergreifender Rede über die Verdienste de8 Verblichenen alS Künstler und Mensch und brachte ihm den Dank des Vaterlandes. Ueberall waren die Häuser mit fiorumwundenen Fahnen auf halber Stange geschmückt. Nach der »Berg. Post" nahm Ole Bull am Morgen de8 18. August von den Seinen Abschied; einige Stunden vor seinem an demselben Tage erfolgten Tod bat er seine Frau, ihm einige Stücke au« Mozari'S Requiem vorzuspielen. Er hauchte das Leben still und ohne Schmerzen aus. — (Aus der alten guten Zeit.) „D, dees kann i dir schon sage, Schulzebau'r, daß i vor lauter Schreiberei bald auSsätzig werd'! Wie einfach ischt das Aemtle bei mein'o VaterS sel'ge Zeit g’roefe. Sieh', da hot mein Vater selig, der alt' Gemeindspfleger, am End' vom Iohr d' Gemeind-Rechning mit Kreide auf den längsten Tisch im WirthShaus geschrieba, links V Einnahme und rechtS d' Ausgabe und in der Mitt' an Strich. Drauf hat ma die ganz Gmoan in's WirthshauS geschrtea, und jeder Bauer hat von der Rechning Einsicht genomma unb hat zum Zoacha, daß er einverstanden is, auf'n Tisch gespuckt; und wia decs der letzt Hot thon gehobt, hernach Hot der olt Gmoanpfleger mit'm Rockärmel d' Rechning auSg'wtscht. So hat ma damals Gmoanrechning abg'l-gt und 's Dorf is au nit z'Grund ganga." — Die Verwaltungsbehörde in Schotten in Oberhessen hat ein Ausschreiben erlassen, worin dieselbe auf einen an unheilbarem Wahnsinn leidenden, sich bettelnd umhertreibende ehemaligen Dienstknecht aus Stumpertenrod aufmerksam macht. Derselbe mit Namen Johannes Stein, 40 Jahre alt, befand sich zur Verbüßung einer ihm zuerkannten mehrjährigen Strafe im Zuchthause zu Kassel, erschlug in einem Wuthanfall feinen Werkmeister, entwich dann im Juni l. I. mit Durchbrechung einer Gebäudewand aus dem Heiligen-Gcist-Hospital in Fulda, wurde hierauf nach seiner Wiederergreifung in Stumpertenrod verpflegt, von wo er abermals entfloh. Wenn derselbe auch meist ruhig erscheine, so sei nach Anschauung der Aerzte doch nicht ausgeschlossen, daß gefährliche Wuthanfälle wiederkehrten und daher im öffentlichen Interesse eine sorgfältige Jnternirung und Ueberwachung des Kranken erforderlich sei In dem beigegebenen Signalement wird derselbe als 1,80 Meter groß, von kräftiger Statur, mit großen dunkeln Augen mit verglastem Blick, dichtem braunem Haar, kurzem, dichtem Vollbart, hervorstehenden Backenknochen geschildert; seine Stimme sei tief und rauh und spreche er in kurzen abgebrochenen Sätzen. Seine Kleidung soll bei seiner Entweichung in einem hellgrauen Sackrock, Hose und Weste von demselben Stoff und einer schwarzen Tuchmütze bestanden haben. — fVerurtheilung einer ©tigmatifirten.] Der „Bad. Brob." berichtet: Das Schöffengericht zu Buchen hat die 17jährige Sabine Schäfer von Rinsckheim zu 10 Wochen Haft ver- urtheilt. Dieses Mädchen hatte sich für stigmatistrt auSgegeben und mehrere Wochen lang ihre Angehörigen und einige andere Personen zu täuschen verstanden, so daß man wirklich glaubte, übernatürliche Erscheinungen an ihr wahrzunehmen. Extase, Blutschwetß, Nahrungsenthaltung, Blindheit und Lahmheit, Krämpfe, zuletzt wirkliche Stigmatisation wußte sie so täuschend nachzuahmen, daß sie selbst Aerzte und Geistliche irre führte. Erst in der Klinik des Dr. Förster zu Heidelberg wurde der Schwindel entdeckt. Sie wurde sodann von ihren Angehörigen dem Kloster zum guten Hirten in Trier übergeben, jetzt aber durch die Polizei nach Bucken gebracht und dort, wie gesagt, verurtbeilt. Allgemeiner Anzeiger. Alle Sorten Mineralwasser, in stets frischer Füllung, empfiehlt 5541)__Gg. Wilh. Weidig. Der Ausverkauf oon Tapeten, Möbeln und Spiegeln wird im 1. Stock fortgesetzt. -7,7) Ohr. Reiber am Kreuz. 3492) Außer meinen seit Jahren bewährten Deffarben & Veingeifllacke r« empfehle ich noch Fußbodenlackfarbe, in wenigen Stunden trocknend und rasch erhärtend, als besonders gute Anstrich- maffe für Fußböden. Unail Fischbach, Zu verkaufen. Ein Wohnhaus mit Bleiche, an der Lahn gelegen, ist billig zu verkaufen durch 5882) I. Blitz. la. Würfelabfall- Raffinade empfiehlt billigst (5831 H. F. Nassauer. Obstversteigerung. Montag den 13. September, Morgens 10 Uhr anf