[1880. srr. 138 k W /i y i e(tn;t,,.0[;, „ 18 «fr-ldnt iü«ir» mit Ku»*« »<» »“ ’** Or-eSitUrttSdurea«: J Utönlln< b ' M . Durch bie Poft b-zogen Diertclj^tii* 2 Mart 50 Pf. Amllichet Hheil. Bekanntmachung. Mittwoch den 14. Juli l. I., Vormittag 11 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude zu Gießen die diesjährige regelmäßige öffentliche Sitzung deS ProvinzialtagS der Provinz Oberheffen statt. Tagesordnung: 1) Die Prüfung der Rechnung der Provinzialkaffe für 1879. 2) Die Erstattung des Verwaltungsbertchtes für 1879. 3) Die Errichtung einer Siechenanpalt für die Provinz Oberheffen. 4) Die Feststellung des Voranschlags für 1881. 5) Statut, betreffend die Abänderung des Rechnungsjahres für den Provinzialhaushalt. 6) Statur, betreffend die jährlich regelmäßig stattfindende Versammlung des Provinztaltags. Gießen, am 26. Juni 1880. Der Vorsitzende des Provinztaltags. Dr. Boekmann, Provtnzial-Director. Bekanntmachung. Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1880. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1880 wird im Kreise Gießen Dienstag den 13. Juli, im Rathhause zu Lieh, Vormittags 9Vr Uhr, Mittwoch den 14. Juli, in dem alten Rathhause zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, Donnerstag den 15. Juli, im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, Vormittags 9 Uhr, a. c. gen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 22. Juni 1880. Der Ctvilvorsitzende der Großherzogltchen Ersatzcommission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. An die evangelischen Kirehenvorstände des Dekanats Gießen. Diejenigen unter Ihnen, welche die Kirchenvoranschläge noch nicht etngeschtckt haben, werden hiermit erinnert, dies baldigst zu thun. Lang.Göns, den 8. Juli 1880. Großherzogliches evang. Dekanat Gießen. Strack. ______________________ stattfinden. - ,fr Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tstgen vor der Großherzogltchen >^ber-Ersatz-Commffffon tm Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in fämmtlichen AuShebungSorten zu gestellen: a. die zur Ersatz-Reserve I. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen; - , b. die von der Ersatzcommission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen, die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden e'-.laffenen Soldaten; d. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen; a k Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 14 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen stnv außerdem anzuweisen, ihre LoosungSLcheine mit zur Stelle zu bringen. , , , . - . Die zur Beurtheilung von Reklamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls )"Ascheiaerr. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ern yjalttdtpyltcpttßer von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. , Bon denjenigen Militärpflichtigen, welche beim Ersatz-Geschäfte für dauernd untauglich erkannt, oder der Ersatz- Reserve II. Klaffe überwiesen wurden, find die LoosungSscheine zu erheben und spätestens biS zu« 6. 2ulr hierher ern- zusenden, inzwischen verzogene Personen sind unter Angabe ihres jetzigen Aufenthaltsortes namhaft zu machen. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatzgeschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Mültärpfuchtt- Pfarr-Conferen;. Mittwoch den 14. Juli: Pfarr - Conserenz zu Gießen. Lang-Göns, den 8. Jult 1880. Großherzogliches evang. Dekanat Gießen. Strack. _________ Dre ultramontane Bewegung in Europa. So lange das Papstthum und die römische Kirche sich überhaupt in Gegensatz pellen zum modernen Staate, ist nichts natürlicher, als daß der Kamps zwischen der katholischen Kirche und den Staaten auf der ganzen Linie entbrennt. Daß der Culturkampf zuerst in Deutschland ausbrach, bewies nichts Anderes, als daß seine Staatsmänner zuerst in Europa dteNothwen- digkeit einsahen, den hierarchischen Bestrebungen gegenüber die Machtgrenze zwischen Staat und Kirche zu ziehen. Die deutsche Politik ist zu offen, die freie geistige Entwickelung der Nation zu klar vorgezeichnet, die deutschen Fürsten find zu einsichtsvoll und die einzelnen Dolksstämme haben zu viel aus der Geschichte gelernt, als daß man sich in Deutschland mit unklaren Concordaten begnügen könnte, die doch nur von der Kirche ausgebeutet werden, bis sie mit neuen Forderungen hervorzutreten für gut befindet. Wo die katholische Kirche dagegen festen Widerstand siedet, gtebt sie schließlich nach. Bei uns wird zunächst in Preußen in Kürze die Ktrchenvor- lage publictrt werden. Natürlich klagt „die Kirche" und das Centrum über die zu geringen Concessionen, aber sie werden trotz aller Klagen ihren Frieden machen. Die neuen Verhandlungen werden in Kürze begingen, und wenn die Kirche die Anzetgepflicht gewährt, so wird sich der modus vivendi finden, obwohl die Bischöfe vorläufig nicht zurückberusen werden. Gegen die Wiedereinführung der Bischöfe Melchers und Ledochowskt scheint man auch an allerhöchster Stelle eingenommen zu sein, obwohl es nicht an eifrigen Fürsprechern für den Gnadenweg fehlt. Während in Deutschland eine theilweise Versöhnung in Aussicht steht, hat in Frankreich der offene Krieg begonnen. Die Tage der Ausführung der Märzdecrete sind ohne die befürchteten großartigen Erschütterungen vorübergegangen. Die Negierung war so klug, die Decrete zuerst gegen die.unpopu- lären Jesuiten auszuführen, und die heiligen Väter haben zwar in Rührscenen des Abschiedes einigen Trost gefunden, aber an Ruhestörungen oder gar an Blutvergießen war nicht zu denken. Die Jesuiten haben passiven Widerstand geleistet und führen ihre Sache vor den Landesgerichten weiter, die sich schwer- ltch dem Eii fluß der Tagesströmungen werden entziehen können. Einige ultra- montane Richter legen ihre Aemter nieder und thun damit der Reptiblik den größten Gefallen, welche dadurch der geplanten „Purificirung" des Richterstandes überhoven wird. Die klerikalen Agitationen werden natürlich der französischen Regierung noch mancherlei Ungelegenheiten machen, indeffen wird sie sich dadurch nicht vom Wege abbrtngen lasten. Wandelt sie nun zwei bis drei Jahre auf dem Staatspsade fort, so wird an irgend einer Biegung desselben auch die Kirche wieder zu ihr stoßen, und mit dem allerchristlichsten Lande ihren Frieden machen. In Belgien hat man die Beziehungen zum Vatikan völlig gelöst. Auch hier kann die Regierung die Sache abwarten, und da das Land im Uebrigen stets friedlich und gut katholisch war und seine B.schöfe mcht einmal einig sind, so wird auch hier aus das Trübsal des Co,fliess bald wieder der päpstliche Sonnenschein folgen. Noch rascher wird mau sich schließlich in Italien versöhnen, wo Papst und König in derselben heiligen Stadt wohnen und Ls Verwischtes. BV Frankfurt, 5. Juli. Gestern fand in Höchst die JahreS Versammlung des Verbandes mittelrheinischer Bildungsvereine statt, bei welcher außer Höchst Franst, Mainz, Wiesbaden, Worms, Gießen, Bretzenheim, Sauerjchwabenheim, Ruffelsheim. Schwanheim, Grünstadt, Kreuznach, Butzbach, Ingelheim, Griesheim und der A.-B.-V. von Mannheim durch dessen Vorsitzenden als Gast vertreten waren. Wir entnehmen dem vom Präsidenten F. Wirth erstatteten Jahresbericht, daß der Verband nun 27 Vereine umfaßt. Die Thätigkeit desselben beschränkte sich auch in vorigen Jahre hauptsächlich auf die Veranstaltung von Vorträgen, Errichtung von Volksbibliotheken und Vergrößerung der bestehenden. Es sind aber durch den Verband auch weitere BilDungs- mittel, namentlich ein Skioptikon (große camera obscura) angeschafft worden, das zur Er- läuterung der Vorträge dient, ferner eine Wanderbibliothek, welche den Sinn für Lectüre anregen und den Stock für Volksbüchereien bilden soll. - In Darmstadt ist ein Lesezimmer eröffnet worden, reffen Benützung Jedermann freistehr. Bemerkenswerth ist endlich die Ernchkung einer Fortbildungsschule daselbst, trotzdem in Hessen obligatorische Fortbildungsschulen bestehen. In den Vorträgen, an die sich oft eine Debatte anknüpft, sind häufig wichtige Lagesfragen, wie die neuen Zollgesetze, die Gerichtsorganisatlvn u. a. erörtert werden. Es fcknden auch einige Agitations Versammlungen statt, eine unter der Leitung des sehr thatigen Lehrers Buxbaum von Wöllstein, welche die Errichtung eines neuen Bildungsvereins zu Ooernheim (Rheinhessen) zur Folge hatte; auch ein bayerischer Verein, der Gewerbeveretn zu Grünstadt, trat dem Verbände bei. — Ein im vorigen Jahre gestellter und in einer besonderen Versammlung berathcner Antrag, außer den korporativen auch persönliche Mitglieder aufzunehmen, hat s. Z. nicht die von den Satzungen vorgeschriebene 2/s Mehrheit erhalten; es bestehl aber die Absicht, den Antrag zu wiederholen, da die Opposition dagegen sehr vereinzelt war. Man machte namentlich geltend, baß eine solche Einrichtung die Zwcigveretne der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung Mitglieder entziehen und damit die letztere selbst schädigen werbe. Nun haben aber inzwischen angestellte Ermittelungen ergeben, daß alle Verbände, mit Ausnahme von 2, diese Einrichtung besitzen und viel mehr Einnahmen von den persönlichen Mitgliedern haben als von den Vereinen. Der Verband, welcher noch wenig Mittel besitzt und deßhalb von dem Centralvorstand zu Berlin einen Zuschuß erhält, würde dann auch mehr leisten können. Dr. Bode von Frankfurl berichtete über die Benützung des Skioptikon und beantragte, einen besonderen Ausschuß für die Auswahl der nöthigen Bilder nieberzusetzen^ Dr. Kobelt von Schwanheim berichtete über das Vortragswesen und beantragte, dasselbe systematisch durch den Verband zu zergliedern. Es entspann sich hierüber eine sehr lebhafte und interessante Verhandlung, an der auch der Wanderlehrer der Gesellschaft Dr Wis- lieenus theilnahm. welcher die Errichtung von Bezirken empfahl, innerhalb deren ein Vertrauensmann die Lehrkräfte gewänne und die Anmeldungen für die Vorträge sammelte. — Die Ansichten gingen im Allgemeinen dahin, daß der Vorstand des Verbandes die Vorträge und ihre Reihenfolge bestimmen solle, namentlich sollen die Redner möglichst oft an anderen Orlen als in ihrer Heimath sprechen. Der Ausschuß wurde beauftragt, das Nöchige anzuordnen Für die nächste Jahres-Versammlung lagen 3 Einladungen von Butzbach, Bretzenheim i und Worms vor, welchem letzteren die ersten mit Rücksicht auf die Pfälzer Arbeiter- und I Btldungsveieine, von denen sich manche anschließen wollen, den Vorrang ließen. Der Ausschuß wurde unter Neuwahl der Herren Lehrer Messinger aus Schwanheim und Heinr. Gregory gus Höchst wiedergewählt. — Ein kleines Fest, an welchem die Gesang- ! vereine von Höchst und die Gejangs-Abtheilung des Frankfurter Arbeiter-Bildungs Vereins I theilnahmen, schloß die Jahresfeier. Mainz, 3. Juli. Unserer Polizeibehörde gelang es gestern, zwei der geriebensten i Hoteldiebinnen zu verhaften Die beiden Frauenzimmer waren ziemlich elegant gekleidet und befand sich in ihrer Gesellschaft ein „Reisebegleiter", welcher sich für einen Ingenieur ausgab. Lokales. Gieren, 9 Juli. Das Kinderhospital in Bad Nauheim hat auch in diesem Jahre seine segensreiche Thätigkeit wieder begonnen. Die Zahl der Berten ist in diesem Jahre auf 12 erhöht worden. Aus Gießen sind bis jetzt 3 Kinder dort verpflegt worven. Gestern sind wieder 2 dahin abgegangen und so weiter in jeder neuen Curperiode. Die ärztliche Leitung hat wieder Herr Dr. Aber, an welchen auch Anmeldungen zu richten sind, Die Pflege haben zwei Darmstädter Diaconisien übernommen. Die Anstalt befindet sich Diesesmal noch in der schon im vorigen Sommer mangelhaften Miethwohnung. Für einen weiteren Sommer ist d»e^ selbe aber weitaus nicht mehr zureichend, da Die Anmeldungen immer zahlreicher werben, und recht aut, wenn Raum wäre, bte doppelte Zahl von Kindern ausgenommen werden konnte.^ Es wird darum jetzt ernstlich an den Bau einer soliden Baracke gedacht, wie sie von ärztlicher Seite jetzt am zweckmäßigsten für Verpflegung solcher Kranken erkannt wird. Zuvocderit bedarf aber bas Hospital zu seinem Fortbestehen in diesem Sommer noch weiterer Unterstützung. Bisher wurde noch von Den Beständen des vorigen Jahres gezehrt. Die sind aber nun nahezu am Ende. Es wurde von den hiesigen Freunden der Anstalt schon mehrfach die Erwartung aus- gespiochen, daß Die gezeichneten Jahresbeiträge eingesammelt werden würden. Da aber im vorigen Jahre zwischen einmaligen und Jahresbeiträgen nicht unterschieden wurde, unD der Vorstand Niemanden zur Last fallen will, so wäre es erwünscht, wenn Diejenigen, welche die freundliche Absicht haben, der Anstalt auch dieses Jahr eine Gabe zuzuwendcn, dieselbe dem Rechner, Herrn Fabrikant E. Kauffmann, Alicenstraße, übermitteln wollten. Auch Gymnasiallehrer Stamm, Pfarrer Schlosser und Die ExpeDition dieses Blattes sind zur Entgegennahme bereit. Regierung zu erlangen vermag, gleichjalls zufrieden sein wird. Die allgemeine Aussöhnung der katholischen Kirche mit dem modernen Staat wird um so rascher ersolgen, als beide leicht Gelegenheit finden können, die schlimmen gemeinsamen Feinde, den Atheismus und Socialismus, die Un- sittltchkett und die Revolution zu bekämpfen.___________ Deutschland. Berlin, 7. Juli. Der „Reichs'Anz." veröffentlicht heute eine Ueber- ficht der Ergebniffe des abgelausenen Etatsjahres 1879/80 für den Reichs' haushalt. Danach ist bei der Militärverwaltung ein Minderbedarf von 4 639 000 X eingetreten. Bei anderen Verwaltungen sind Mehrausgaben entstanden, welche dkse Ersparniffe auf 4,293,483 -X reduciren. Dre Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern haben gegen den Etat em Plus von 23,233,427 JL ergeben, wovon 8,022,056 JL zur Vertheilung an dre Emzel- staaten kommen, während 15,211,371 dem Reiche verbleiben. Ueberschuffe sind ferner eingetreten bet der Post« und Telegraphen-Verwaltung mit 1477 000 bei der Reichseisenbahn-Verwaltung mit 2,376,000 el. „Machen Sie, daß Sie fortkommen!» - „Ich habe das Rech, hier zu sein, und ick bleibe1" — „Gensd'arm, nehmen Sie den Kerl fest! Wir wollen einmal sehen, ob er hier bleibt." - „Bemühen Sie sich nicht! - „Wie beißen Sie, wer sind Sie? — „Kommen Sie mit zur Polizei, da sollen sie es erfahren." Etwa zwanzig junge Leute hatten sich h-rumgestellt und boten sich dem Augeschrieenen als Zeugen an. Nun erschien die Polizei und holte den Obersten aus dem Volkshaufen heraus, um ihm nach dem Boulevard de Strasbourg schützendes Geleit zu geben. Die Menge folgte Hinterdrein, sang die Marseillaise, brachte Hochrufe auf die Jesuitendecrete und die Republik, enthielt sich aber jeder Beschimpfung des Obersten. In der Nahe einer Kaserne angekommen, wollte der Oberst Wachmannschaften requiriren; nun ging aber Lärm erst recht los. Als die Soldaten angeiückt tarnen, wurden ste mit cem Rufe: Vive l’armäe! empfangen. Der Ob-,st stellie sich In ihre Mitte unb zog den Degen, was ein Lieutenant und ein Feldwebel gleichfalls thaten. Nun wurde em Ausfall auf die Menge gemacht, die sofort zurückwick. Di- Polizei legte sich in'« Mittel, empfahl Ruhe und rief: Vive la räpubhque! Dadurch wurde der Hause beschwichtigt und fing an, sich zu zerstreuen. Da der Oberst mit den Soldaten aber fortwährend auf und ab marschirte und eckige Leute gestoßen wurden, begann der Lärm von Neuem, so daß das Militär es für geraihen hielt, in die Kaserne zu rücken, nachdem es noch einen Versuch gemacht hatte, die Menge zurückzudrängen. Selrgraphische Depeschen. Wag«er'< telegr. E-rrrsp-uHe«, • B»rea«. Berlin, 8. Juli. Der König von Griechenland wird hier erwartet. Derselbe trifft voraussichtlich morgen ein und begibt sich von hier nach St. Petersburg, um die Königin, seine Gemahlin, abzuholen, worauf er abermals zu vorübergehendem Aufenthalte hier eintreffen dürfte. Paris, 8. Juli. Die Journale der Linken bezeichnen den Beschluß der Deputlrtenkammer als einen Beweis der Versöhnung, weil die volle ein- fache Amnestie nicht beschloßen worden sei und hoffen, der Senat werde dem erwähnten Beschluffe bettreten. „Le Parlament", das Organ Dufaure's, glaubt, der Senat werde diese erniedrigende Rolle nicht übernehmen und auch die Journale der Rechten bekunden die Ansicht, daß der Senat seine Meinung nicht ändern werde. Paris, 8. Juli. Petersburger Meldungen dementiren formell, daß Rußland ferne Intervention m Betreff der Ausführung der Conserenzbesch'.üffe angeboren habe. Es verlautet vielmehr, Rußland habe keinerlei Absicht, in der Frage, welche Maßregeln eventuell zu ergreifen seien, ein- von den anderen Cablneten abweichende Haltung einzunehmen. — Im Senate wurde heute der Bericht über den Dufaure'schen Antrag, betr. die Genossenschaften, verlesen. Der Bericht constattrt, der Antrag sei ein Fortschritt im freiheitlichen Sinne, welcher die Controle und das Ueber- wachungsrechr des Staates sichere, die Gleichheit herstelle und den religiösen Genoffenschaften keinerlei Vergünstigung einräume, ohne Ausnahmebestimmungen gegen dieselben zu treffen. Die Commission beantragt, den Antrag tu Erwägung zu ziehen. — Freycinet legte sodann das Amnestiegesetz nach den Kam. Meldeschlüssen vor. Lambert (vom rechten Centrum) fragte, ob dies die definitive Vorlckge der Regierung seu Freycinet erwiderte, er werde diese Frage beantworten, sobald die D'scussion über die Vorlage eröffnet sei. Der Senat verwies die Vorlage an die Commission, welche sofort zusammentrat. London, 8. Juli. Im Unterhause antwortete Gladstone auf eine Anfrage von Smith, es liege keine Bestätigung einer russischen Niederlage in China vor. Weder der russische noch der chinesische Botschafter Hierselbst schenkten den darüber verbrei- ! tcten Nachrichten Glauben. Sollte der Krieg zwischen Rußland und China ausbrechen, : so werde die Regierung sich Rußlands Offerte bedienen und mit ihm über die die bri- 1 tischen. Interessen in den chinesijchen Gewässern ernstlich berührenden Fragen unter- ' bandeln Die britische Flotte in den chinesischen Gewässern sei sehr bedeutend, allein > die Admiralität werde diese Angelegenheit im Hinblicke auf eine Vermehrung der ' Schiffe, falls eine solche durch veränderte Umstände nothwendig werden sollte, ! überwachen j Gladstone antwortet Wolff: Es sei ungewöhnlich, über ungewisse Ereignisse i sich zu verbreiten und darüber Verpflichtungen einzugehen oder mit fremden Mächten eventuell: n , u ... daß er am 10. December v. I. von der wie vorstebend erwähnt gefalichten Quittung wissend, daß sie gefälscht sei, Großh. Amtsgericht Rieda gegenüber Gebrauch gemacht habe; „ v _ b. daß er Den Jacob Krick zu NidDa zu dem von Demselben am 7. Avril d. I vor Großh. Amtsgericht Nidda geleisteten Meineive Durch Beredung oder Geschenke oder Durch andere Mittel vorsätzlich bestimmt habe. II. Jacob Krick von Nidda, 53 Jahre alt, Landwirth: Daß er in Der Rechtssache Des Johs. Dechert von Geiß-Nidda, Klagers, gegen Wilhelm Eckhardt zu Nidda, Beklagten, wegen Forderung am 7. April 1880 vor Großh. Amtsgericht Nidda den vor seiner Vernehmung geleisteten (Sio durch ein falsches Zeugmß verletzt habe, indem er wider befferes Wtff-n bezeugte: a. Daß Eckhardt vor etwa 3/< Jahren in seinem Beisein Dem Dechert Geld in 1: und 2-Markstücken und in Papiergeld hingezahlt UND dabei erklärt hab., hier liegen 9u V*L und # b. daß er vor seiner Vernehmung mit Friedrich Ruppel zu Nidda überhaupt nicht gesprochen habe. Beide Angeschuldigten wurden jedoch, nachdem die Geschworenen das „Nichtschuldig ausgesprochen hatten, von Strafe und Kosten entbunden. Hiermit schließen die Sitzungen des Schwurgerichts für das II. Quartal löbO. uunumemamuir vnlt mv^jü^e'^OTmi-jü-öereinbaren. Es )et daher eine birecte Beant. yanamemanpse ( ber Ackeren möglich; er könne nur jagen, Daß die Pd.il il d r flegte,ung ' unausgesetzt nach besten Kräften eine getreue Äusfuhrung und E.fullung des Berliner Vertrages fordere und zwar fordert im Concert mit den geeinigten Machten Europas. Was die größte der jetzt schwebenden Fragen betreffe, so sei der Beschluß der Conserenz der Pforte noch nicht formell überreicht. Aber wir haben gefunden, baß hie Psotte, wenn eine wirkliche Einigung der Mächte vorhanden war, deren Urtheile weise gefolgt ist und ihren Beschluß angenommen hat. Es wäre deßhalb weder gerecht noch achtungsvoll gegen die Pforte, wenn man unter diesen Umständen vermuthen wollte, die Psotte werde sich dem einstimmigen Beschlüsse widersetzen.____ ' ^Gießen, 9. Juli. Schwurgerichtsverhandlung am 7. und 8. Juli $$ l.g Wilhelm Eckhardt von Nidda wegen Urkundenfälschung und Verleitung zum Meineid und 2. Jacob Krick daselbst wegen Meineids. Die Angeklagten sind beschuldigt und zwar: I. Wilhelm ^Eckhardt, Bäcker und Wirth zu Nidda: „ a. Daß er in Der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermogensvortheil zu verschaffen, eine Privaturkunde, welche zum Beweis von Rechten und Rechtsverhältniffen von Erheblichkeit war, verfälscht und von derselben zu. dem Zwecke Der Täuschung Gebrauch gemacht habe, indem er die ihm am 12. März 1879 auf eine von ihm geleistete Abschlagszahlung von Johannes Dechert zu Geiß-NiDDa ausgestellte Quittung über 30 jL Durch Umänderung der Zahl 3 tn 9 verfälschte unD die gefälschte Quittung als Beweismittel dem Großh. Amtsgericht Nivoa am 10. December v. I vorlegte, st bi, . und / . -mu. ss ‘’M aber *tUR8- «Ufe "an "ahkju am *ri»'iTtung aut; aber im "»de, und btt 'd,n, welche die i’ ®Wnafiab 15 yn Lmgezen. - unb 8. )uli LtJn9 rum Nein- In* }■ vnickaffen, irttiätüusteu von -' ter Täuschung »«f eine von ihm ‘ ->a ausgestellte ••ä.idjte und die t iÄi6M am 10. mtytt gesölichien ’X'.tbi gegenüber "< lötil b. ) vor ;r; ober Äeilhenke a, Klägers, gegen aa 7. 3;til 1880 t.uittttn tfio durch W» bezeugt,' i £td;nt &tlb in t-bet erklärt t)ab., Nibba überhaupt 3| ,gtichlichulvig" etzni bie Sijungen i t>aiammlung des t giantjuit, Äamz, etta Dchwanhenn, m ManaKtim durch ^bericht, bah oer iL auch in vorigen jlolkidtbliolM > seltne v'ldunzs- tCcn, cas zur S" -INN für Lecküre an- ' iß rin L'rfnimmtr iblub die Errichtung ^Sfchulrn destchen. iÜMt Lagesiragen, '* iji f6nitn auch , tbänatn Lehrers । iU Overnheun nnR iu Srillstsbt, t^cnen« HW’* «ÄSS <• jJ?on für ♦ werde, ''.^'rilsu^ahme r::':L Mgliedern x: '.^ und veßhalb *' L,1 leisten können. unt a"‘ .nll'«ven- . “'•b.Lh D- »* Ä ..,,e ia-nmelle- "“i °« rHSjt an |.-d* W1 “ -lö'h'S- Srr,enh"« HO* . Hchv-nhe,- I -erenw dknsten csszud- Die «Damen" waren, als man sie des Diebstahls beschuldigte, bei ihrer Verhaftung sehr in- dianirt doch kaum waren sie dingfest gemacht, als aus Coblenz, Cochem, Elberfeld, Köln, Berlin rc Steckbriefe etnltefen, nach welchem die Gesellschaft wegen einer ganzen Reihe von kn LotelS verübten Diebstählen verfolgt wurden. Be, ihrer Verhaftung gaben sich die „Damen" kür Engländerinnen aus; nun hat es sich aber herausgcstellt, daß sie einer gewöhnlichen Tingel- Tanacl-Gesrllschaft in Berlin anqehörten. - Auch unsere Stabt ist durch die Verhaftung eines Einbrechers von einem sehr gefährlichen Menschen befreit worden. In kurzer Reihenfolge -wurden hur nicht weniger als 10-12 Einbrüche verübt, ohne daß es gelang, den Thäter zu ermitteln, bis verselbe 'kürzlich verhaftet wurde, in dem Moment, als er in einer Wobnung einen Secretär erbrach. Die eingelettete Untersuchung hat nun festgestellt, daß die Personlich- fett ein Trödler au« Weisenau, alle in unserer Stadt vorgekommenen Einbrüche in Gemeinschaft mit einem Schuhmacher verübt hat. Unter diesen Verbrechen befindet sich auch der s. Z. erwähnte Raub dn der St. Christophskirche und der Einbruch m dem Sekretariat ves -dnvaltdenkauses. ($• 30 Kassel, 5. Juli- Zur Warnung für solche junge Kaufleute, welche, wie es jetzt häufig vorkommt, eingegangene kontraktliche Verpflichtungen oft in der leichtsinnigsten Weise brechen, tbeilen wir folgenden ftaH mit, welcher vor Kurzem in allen Instanzen und zuletzt durch das Erkenntniß deS Reichsgerichts in Leipzig vom 20. April 1880 zu Gunsten der durch den betreffenden Kontraktbruch benachtheiltgten Firma entschieden ist. Eine diesige Farbenfabrik H s. S. batte einen Geschäftsreisenden U. engagtrt und mit demselben einen Vertrag vereinbart, worin -u « folgender PaffuS enthalten war: „Ferner verpflichtet er (der Reisende) sich, wahrend dir nächsten 3 Jahre nach seinem Austritt aus dem Geschäfte in keine Farbenfabrik oder Handlung in irgend welcher Eigenschaft einzutreten, noch eine Farbenfabrik oder Handlung für eigene oder fremde Rechnung zu grünven, es sei denn nach vorhergeganoener Ucberetnkunft." Die für den Fall der Zuwiderhandlung festgesetzte Konventionalstrafe von 6000 ist zu Gunsten der aus dem Contracte klagenden Firma in allen drei Instanzen für verfallen erklärt. Die Einrede deS Verklagten, daß der Vertrag, wie er ihn eigenhändig unterschrieben, den Bestimmungen der Gewerbeordnung entgegen laufe und gegen die guten Sitten verstoße, ist vom Reichsgericht in den Sntscheidungsgründen wie folgt zurückgewiesen: „Die Gewerbeordnung enthält keine Bestimmungen, welche zum Zwecke der Wahrung der Gewerbefreiheit direkt in U8 Gebiet der Vertragswtllkühr cingreifen. Gegen den Grundsatz, daß ein gegen die guten Sitten verstoßender Vertrag ungültig sei, ist nicht gefehlt, denn die angefochtene Entscheidung beruht vielmehr auf der Annahme, daß Der Vertrag einen Verstoß gegen die guten Sitten nicht — (Tbiere und Pflanzen .] Es gibt gewiss« Pflanzen, welche von pflanzenfreffenden Thteren kaum berührt werden, selbst wenn dieselben der Hunger quält. Die meisten derselben, doch nicht alle, sind immer grün. Kein Thier rührt jemals den Hollunder an, auch die Weide ist beinahe allen Thteren, welche Pflanzen freffen, widerlich. Andere den Thieren sehr schädliche Blätter sind jene des Epbeu's, deS Rhododendron'«, des Lorbeers, der Fichte, der Föhre und des Buxbaums. Die Eibe ist ihnen nicht so unangenehm, nichtsdestoweniger beweist das Freffen von Etbenzweigen eine krankhafte Geschmacksrichtung. (Pr- Landw.) Berlin. Das Unglaublichste, was wohl die neue Gerichtsordnung, beziehungsweise das Institut der Gerichtsvollzieher über einen unschuldigen Menschen bringen kann, ist am letzten Sonnabend dem hiesigen Maurermeister T. begegnet. Derselbe hatte gegen die Z-'schen Eheleute eine Forderung von 37 JL eingeklagt und war zur mündlichen Verhandlung ein Termin für den 19. Juni anberaumt worden. Herr T. glaubte jedoch, der Termin sei erst für den 19. Juli angesetzt. Er erschien nicht zum bestimmten Tage und «8 wurde daher, auf Antrag des erschienenen Verklagten, ein Versäumunqsurtheil gefällt. Am jüngsten Samstag kam nun der Gerichtsvollzieher W. in Begleitung deS von T. verklagt gewesenen Schuldners Z. in die Wohnung deS Klägers T-, um von diesem die gegen Z. eingeklagte Forderung von 37 JL im Wege der Zwangsvollstreckung beizutreiben. Wir bitten unsere Leser, sich genau den Thatbestand in vergegenwärtigen: Der klägerische Gläubiger — der in Folge eines Versehens durch ein Dersäumnißurtheil vorläufig mit seiner Klage allerdings abgewiesen ist — wird wegen der eigenen Forderung in Gegenwart seines Schuldners durch den Gerichtsvollzieher gepfändet. Die Pfändung wurde nämlich in der That vollzogen und zwar in rücksichtslosester Weise und unter Anwendung ganz merkwürdiger Taxsätze. Unter Anderem brachte der Gerichtsvollzieher fünf Röcke in Summa mit 15 JL, zwei Paar Beinkleider mit zusammen 3 JL in Anrechnung und nahm außerdem für diese 37 JL mit sich einen Cyltnderbut, zwei Westen, eine unächte Uhrkette, ein Goldfischbassin mit Ständer, eine Cigarrentasche, eine Pferdedecke, einen Regenschirm u. a. m. Der Verkauf der Sachen wurde sofort für den heutigen Dienstag, den 6. d. MtS. angesetzt, so daß «S dem widerrechtlich Gepfändeten kaum möglich werden dürfte, die Versteigerung der Sachen zu verhindern. (®- Tagbl.) Worms, 5. Juli. Vergangene Nacht gegen halb 12 Uhr ertönten die Feuer- signale. Im Erdgeschosse der früher Möbs'schen Mühle war Feuer ausgebrochen, welches sich sehr rasch dem sehr massiven Dachwerke mrttheilte und alsbald, durch die bedeutenden Mehlvorräthe genährt, das ganze Mühigebäude in ein Feuermeer verwandelte, aus welchem der ziemlich heftig wehende Westwind einen gewaltigen Funkenregen über die zunächstliegende Nathan'sche Mühle bis- zum Rhemthor jagte. Die rasch eingetroffene freiwillige Feuerwehr, welche in den sehr engen, theilweise mit Baumaterial und Gerüsten gesperrten Gassen eine äußerst, schwierige Aufgabe vor sich hatte, entledigte sich derselben unter großer Anstrengung, mit gewohnter Energie und Ruhe, so daß mit Hülse der ebenfalls sehr stark in Anspruch genommenen Pumpmannschaften das bedeutende Feuer trotz der ungünstigen Verhältnisse auf seinen Herd beschränkt blieb. Die Entstehung des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. Abg. Dr. Virchow sagte im Landtage, daß Fürst Bismarck im „Culturkampfe" die große Reichs sturm sahne geführt habe. Die „National-Ztg." enthält nun den gelungenen Druckfehler, das sei die „große Reichssteuerfahne" gewesen. Langensalza. Von der Direktion der Polytechnischen Schule zu Langensalza wird uns aus dem Programme des 15. Schuljahres dieser Anstalt folgendes mit- getheilt:. Die Anstalt bezweckt in getrennten Abtheilungen in 4 Semestern die Ausbildung tüchtiger BaugewerkS- Werk- und Mühlenbau-Meister. An der Spitze der Anstalt steht ein von der König!. Regierung zu Erfurt ernanntes Curatorium, in dem der König!. Landrath, Herr Freiherr v. Marschall den Vorsitz führt. Die Berechtigung zum einj.-freiw. Militärdienst kann nicht auf der Anstalt erworben werden. Im Entwerfen und Konstruiren werden die Zeichnungen nach den in der Praxis herrschenden Grundsätzen angefertigt. Die Anstalt legt darauf das Hauptgewicht, daß ihre Schüler die in Anwendung zu bringenden Formen und Construction erfassen, um selbige zu selbstständigem Schaffen zu erziehen. Studentische Verbindungen sind nicht gestattet Im Programm ist das Lehrer-Collegium wahrheitsgetreu namhaft gemacht, im Lehrplan sind bei jedem Lehrfache die wöchentlichen Unterrichtsstunden angegeben, damit Jedermann sich überzeugen kann, daß mit dem vorhandenen Lehrkörper der Lehrplan sich inne halten läßt. Bei der Aufnahme gelten tm Allgemeinen die auf dem siebenten Delegirtentage der. deutschen Baugewerksmeister zu Cassel aufgestellten Thesen. Die Lebensverhältnisse sind in Langensalza billig, für Wohnung und volle Kost wird pr. Monat 30 bis 40 Mark gezahlt. Am 14. Febr. beehrten Herr Regierungs-Präsident v. Komptz und Herr Geheimer Regierungs- und Schulrath Bieck aus Erfurt die Anstalt mit ihrem Besuche. Die Herren wohnten in allen Klassen dem Unterricht bei, nahmen eingehend Kenntniß von der Organisation und Leistungsfähigkeit der Anstalt und sprachen dem Lehrer-Collegium ihre Zufriedenheit aus. Die Schluß- bezw. Meister-Prüfungen sind durch besondere Vorschriften geregelt. Zrischbiicker in Gießen. Sonntag, den 11. Juli. Daniel Rühl, am Rathhaus. Georg Busch, am Kreuz. Hermann Spieß, Wallihorstraße. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGieffen. Gottesdienst: Sonntag, den 11. Juli. Morgens 91/2 Uhr: Professor D. Weiffenbach. (Chorgesang: 1. Wie schön leuchtet der Morgenstern. N. Gesangb. Nr. 269. 2. Selig »find, die Gottes Wort hören und bewahren.) sKatechismuslehre für die männliche Jugend.s Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer S'chl 0 sser. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 11. bi8 17. Juli besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Abgabe von tannenem Prügelholz aus dem städtischen Magazin findet jeden Dienstag und Samstag Nachmittag von 1 bis 3 Uhr durch den Magazinsverwalter Schwan statt. Der Preis beträgt 7 JC. pro Raum- Meter. Gießen, den 6. Juli 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. (4643 OrffkMche Aufforderung. Die im Jahre 1787 geborene, und angeblich im Jahre 1847 nach America ausgewanderte und seitdem verschollene Elis ab et ha Dorothea, geborene Müller, Wittwe des Johann Ludwig Knortz von Alt-Buseck wird hiermit ausgesordert, so gewiß binnen.3 Monaten, von dem Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, das für sie seit- her dahier curatorisch verwaltete Elb- theil, welche- ihr auö dem Nachlaffe ihrer Schwester Marie, Wittwe des Philipp Schaum von Alt-Buseck an* gefallen, dahier in Empfang zu nehmen, bezw. ihre Ansprüche daran geltend zu machen, als sie sonst für tobt erklärt, und fraglicher Nachlaßtheil den weiter aufgetretenen nächsten Verwandten der Erblasserin zugewiesen werden würde. Gleiche Aufforderung ergeht an etwaige LeibeSerben oben genannter Johann Ludwig Knortz Wittwe und gllt auch bezüglich dieser der vorer- wähnte Rechtsnachtheil seinem zweiten Theile nach. Gießen, 4. Juli 1880. Orohherzogliches Amtsgericht Gießen. Stammler, 4657) Amtsrichter. Samstqg den 10. Juli 1. J., Nackm. 1 Ubr, werden in der Flett'schen Hofraithe lKast- haus zum Schwanen) nachstehende Gegenstände meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 12 tannene Fensterrahmen, 1 tannener Kl'iderschrank, 1 tannener Eckschrank, 1 Wandschränkchen, 1 Consvle, 2 Stuhl- gestelle, 5 tanmne Stubenlhüren, 3 Hobelbänke, 1 Schränkchen, 1 Kommode. Gießen, den 8. Juli 1880. 4637) Bauer, Gerichtsvollzieher. JeUgeöolenes. 4648) Täglich frische Milch per Ltr. 15 Oeconom E. LooS, Wiesecker Weg. Verkaufsanzeige. Ein zmeispänniger, gut hergerichteter Oeconvmie-Wagen ist preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei Hrn. G. «Steinberger und den Unterzeichneten. 4639)______Echternach & Hanstein. 4653 > Gut erhaltenes Hofthor, Haus«, Stubenthüren rc- billig abzugeben. JWt.JD. 217. Kochgeschirre, roh, emaillirt und verzinnt, empfiehlt (4658 Wilhelm Seibert. 2 Chaisengeschirre (Einspänner) empfiehlt billigst (4644 ____________W. 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