Mittwoch den 10. Marz 1880 Str. 59 •■«nniet^n Erscheint tSgttch mtt «usmchme deS Monta-s. Sf Meätr fudit Mlkleit>lrmachtl> Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit rLtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Ysendurg und Büdingen ihre 11. Sitzung ab. Nachdem das Haus das Andenken seiner verstorbenen Mitglieder, Sr. Durchlaucht des Fürsten Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lick und Sr. Erlaucht des Grafen Victor zu Leiningen-West erburg durch Erheben von den Sitzen geehrt und Se Erlaucht der Graf zu Solms-Laubach gegen den ihm in der zweiten Kammer gemachten Vorwurf leichtfertiger Berichterstattung in Sachen des Verkaufs der Main-Weser-Bahn sich verwahrt, schreitet man zur Berathung der Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend die Verwilligung von 100,000 JL zur Abwehr eines Nothstandes in den ärmeren Theilen des Landes und des damit in Verbindung stehenden Antrages des Abg. Heidenreich, die staatliche Subventiomrung des Ausbaues der projectirten Verbindungsstraße zwischen der Mörlenbach-Hirschhörner und der Fürtb-Erbacher Staatsstraße betreffend. Nack dem von Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Ysendurg und Büdingen. Namens des Finanzausschusses desfalls erstatteten mündlichen Bericht beantragt derselbe Beitritt zu den bewilligenden Beschlüssen der zweiten Kammer. Wie bereits telegraphisch gemeldet, gibt die Kammer diesem Anträge einstimmig Statt. In der kurzen Debatte, welche sich über diesen Gegenstand entspinnt, glaubt Se. Durchlaucht der Fürst zu Ysenburg-Birstein, daß die Ursache des Nothstandes hauptsächlich darin liege, daß die Gemeinden weniger widerstandsfähig, daß sie ärmer geworden seien. Er bittet die Regierung, die Gründe der fortsckreitenoen Verarmung zu untersuchen und namentlich im Vundesrath ihren Einfluß für das Zustandekommen der Gesetze gegen den Wucher geltend zu machen. Bezüglich der Ortschaften längs des Rheines, ui welchen sich in Folge wiederholter trauriger Naturereignisse auch eine zunehmende Verarmung fühlbar mache, empfehlt Redner namentlich eine energische Inangriffnahme der dringend erforderlicken Dammarbeiten. — Se.Erlaucht der Graf zu Solms-Laubach gedenkt bei dieser Gelegenheit aller Derer, welche in diesem traurigen Winter mit Aufbietung aller Kräfte mit Privatmitteln dem wirklichen Notbstand entgegengetreten sind, wie dies namentlich m seiner Gegend der Fall gewesen sei, wo sich eine rege Nächstenliebe entfaltet habe. Er begrüßt deßhalb die Vorlage der Negierung mit Freuden, wünscht jedoch, falls man die Sache hier und da ernster angesehen habe, als sie wirklich sei, die Mittel nur nack Maßgabe des Bedürfnisses verwandt werden. — Staatsmimster Freiherr von Starck, Exc., bemerkt, diese Voraussetzung verstehe sich wohl von selbst, doch müsse er auch die entgegengesetzte Möglichkeit zur Spracke bringen, daß die in Aussicht genommenen Beträge sick dem demnächst als vorhanden anzuerkennenden Nothftande gegenüber als unz'.'r chei'd erweisen sollten. Die Regierung werde sich dann für ebenso berechtigt als verpflichtet halten, auch größere Summen zu verwenden, und dürfe darin wohl der nachträglichen Gutheißung der Stände sich versichert halten. — Zu dem weiteren Gegenstände der Tagesordnung, Gesetzesentwurf, die Anwendung des Stempels m der Provinz Rheinhessen betreffend, beschließt die Kammer nach kurzer mündlicher Berichterstattung des Herrn Dr. Stüber Beitritt zu den genehmigenden Beschlugen der zweiten Kammer. Ebenso wird nack mündlicher Berichterstattung Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Ysenburg und Büdingen die Vorlage der Regierung, die lieber; sichten der Einnahmen und Ausgaben der Prooinzialbauschulden-Tilyungskasse für Starkenburg und Oberhessen in der Periode 1873—1875 betreffend, sowie über die für den Bau der in Gemäßheit der Vereinbarung auf dem XV. und XVI. Landtage in Rheinhessen noch nachträglich zur Ausführung gekommenen Provinzialstraßen gemachten Aufwendungen durch Zustimmung zu den gutheißenden Beschlüssen des anderen Hanfes erledigt. Die Kammer vertagt sich hierauf auf unbestimmte Zeit. Irankreich. Paris, 6. März. Am Freitag Morgen in frühester Stunde begab sich Fürst Orloff zu Freycinet, um diesem im Namen der russischen Regierung zu erklären, daß diese, falls eine Auslieferung Hartmanns der französischen Regierung zu große innere Schwierigkeiten machen sollte, auf dieselbe Verzicht lüsten werde. Orloff gab diese Eikläiung in Folge eines ihm aus Pelers- burg zugegangenen Befehls ab. Die Blätter veröffentlichen heute die Verlher- digungsschrift Engelhardt's, des Vertheidigers von Hartmann. Der Schluß derselben lautet: „Die Identität zwischen Mayer und Hartmann ist nicht festgestellt. Die russische Negierung liefert keinen Beweis seiner Schuld. Seine Auslieferung wegen eines gemeinen Verbrechens verlangen, heißt den That- fachen üflS Gesicht schlagen, weil Jedermann weiß, daß das Attentat von Moskau den Tod des Czaren zum Ziele hatte. Ein gemeines Vtrbrechrn in Verbindung mit einem politischen Verbrechen erhält den Charakter eines poli- tischen Verbrechens. Das Complot und der Mordversuch werden in Rußland als politische Verbrechen betrachtet. Ihre Bestrafung ist eine politische. Die mit dem Urtbeil betrauten Gerichte sind politische Gerichtsbarkeiten. Der gegenwärtige Zustand Rußlands bietet nicht die geringste Bürgschaft für die Gerechtigkeit. Das Beispiel aller civillsirten Völker spricht gegen die Auslieferung wegen politischer Sachen. Mayer-Hartmann kann nicht der Tortur und dem Schaffst überliefert werden." Dieses Schriftstück trägt das Datum des 4. März. — Ein Theil der mit der Loire in Brest angekommenen Amnestirten trifft diese Nacht in Parts ein. Man befürchtet Kundgebungen zu Gunsten der allgemeinen Amnestie. tzngkand. London, 6. Mürz. Die Abreise der Königin nach Deutschland ist auf den 22. ds. anberaumt. Sie reist incognito als Gräfin Balmoral. Ihr Hauptaufenthalt wird Baden-Baden sein. — Ju Petersburg war die Besorg- niß, daß während des Katsersestes Feuersbrünste angelegt werden wurden, jo groß, daß die hiesige russische Botschaft deshalb mit dem Chef der hiesigen Löschanstalten zu Rathe gegangen ist. — Durch die Explosion eines Dampf- keffels sind in Glasgow 3 Arbeiter getödlet und 30 verwundet worden. ZtaNen. Rom, 6. März. Mehrere Deputirte stellten das Verlangen, daß vor I Allem das Budget des Aeußern auf die Tagesordnung gesitzt werde, Oaunt sie die Regierung über die auswärtige Politik interpelliren könnten. — Ein Meßmer Anzeiger Allzeige- M Amtsblatt fit toi Kreis Gieße». cffick. iucht ölllle, anr . ober Mn-' y en unter j)h. oW » ___1 hüte iäTfönroS ■ Mlswtg g._gL t und ein Stuhl» :tüon3 L rjßeU'.nrc- iq- 1L. ilien <» * KI m 3__- H MA tu. Mistor. .Ammern mit L eine Liebst ifeld A. 12t ^umg?iL ?er™ju Der, )r. Weber, ruveimiethen. r^Garifeld 3’mmtr ju vermicheu. menü^Häüfe^ uebst Zubehör Alicmstraße, l an frequenter id bis 1. Mac 3 Blitz. ijtiflen, ters miss ich meiir , über 40 Sabre t )e, mit verschließ- W und Stallung ft andern Geschäsl h flamm. Logt, Höcker. »üte verden gewaschen, . Däister liegen (1542 läußburg T. 8. I . iäbdien für Haus- lmstraße C. 18. - len Familie finden Ostern an freund- j ?5 m der Expcd. । ^evennanl- Jir «i« * nri* M°»r leinbach' In allen Ländern und zu allen Zeiten hat man es versucht, die Geldgier niederzuhalten und dem Wucher entgegenzutreten. In Zeiten der Geld- flüssigkeit, in Ländern, welche nach den landläufigen Begriffen als reich bezeichnet werden, denkt Niemand daran, Strafgesetze wider den Wucher zu schaffen, aber stets ist in Zeiten eines wirtschaftlichen Niederganges wie in den Ländern, welche ihrer Naturbeschaffenheit nach nicht als ein Canaan gelten, darinnen Milch und Honig fleußt, der Versuch gemacht worden, den Zinstaxen Geltung zu verschaffen. Und wenn das Kapital kein richtiges Verpändniß gezeigt hat für die staatlichen und behördlichen Mahnungen, den landesüblichen Zins nicht zu überschreiten, so mußte das Strafgesetzbuch helfend etngreifen. Helfend? Eigentlich nein, denn nach den bisher vorliegenden Erfahrungen ist gewöhnlich der Zinsfuß erhöht, der Wucher vergrößert worden, wo man Strafgesetze gegen ihn erließ. Es verdient hohe Beachtung, daß Buckle, der berühmte Geschichtsschreiber der Civilisation, über die alte Wucherstrettfrage sich folgendermaßen äußert: ,£)a selbst ein strenges Gebot die naturgemäße Beziehung zwischen Angebot und Nachfrage nicht aufheben kann, so folgt immer, daß bei dem Be- dürfmß der Einen, zu borgen, und der Andern, zu leiben, beide Theile Mittel finden, einem Gesetze zu entgehen, das sich in ihr Recht einmischt. Wenn man es beiden Theilen überließe, ohne Störung ihren Handel abzumachen, so würde der Wucher von den Umständen der Anleihe, von der Größe der Sicherheit und der Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung abhängen. Durch die Einmischung der Regierung wird jedoch dieses natürliche Uebereinkommen verwickelter. Da mit der Zuwiderhandlung gegen das Gesetz immer eine gewiffe Gefahr verknüpft ist, so weigert sich der Wucherer erst recht, sein Geld auszuleihen, ohne für die Gefahr entschädigt zu werden, die ihm von ter Strafe brobt. Diese Entschädigung kann nur der Entlehner gewähren, der so zur Zahlung eines doppelten Zinses, nämlich für die natürliche Gefahr des Darleihers und dann für diejenige durch das Gesetz gezwungen wird. Das ist die Lage, in welche jede europäifche Regierung sich selbst gebracht hat. Durch Verordnungen gegen den Wucher hat sie vermehrt, was sie zerstören wollte; sie hat Gesetze gegeben, welche eine zwingende Nothwendigkeit verletzen liefe, während die Strafe für diese Verletzung auf den Borger, also gerade auf Denjenigen fällt, für dessen Gunsten die Gesetzgeber eintraten." Dieses wissenschaftliche Urtheil mag allerdings Modificationen verdienen, wo es sich um gewiffe an und für sich dem Betrug nahekommende wucherische Manipulationen handelt, z. B. bei den Wechselreitereien des Bauernstandes, bei den Ehrenscheinen der Officiere und (Studenten, bei der Ausbeutung der Nothlage von Beamten. Aber auch hier ist es fraglich, ob das neue Gesetz sich bewähren wird, denn eine Bestrafung des Wucherers vermag schließlich sittliche Defecte nicht auszugleichen. Die Androhung der scharfen Strafen aber wird den Wucher ebensowenig verhindern, als scharfe Duellgesetze den Zweikampf beseitigt haben. Die Abschreckungstheorie hat auch im Geldverkehr keine Macht. Nach dem Gesetz Mahomed's ist noch heute in der Türkei alles Zirsmhwen streng verboten und doch blüht dort unten die Macht des Wuchers. Das römische Recht bedrohte mancherlei Wucher mit Infamie, aber vergeblich; das canomsche Recht drohte dem Wucherer mit Excommunicatton und Versagung des kirchlichen Begräbnisses, aber es wurde umgangen. Die Macht des Verkehrs und die Noch durchbricht die gesetzlichen Schranken und in dieser Erkenntniß folgte schon Solon dem richtigen Grundsatz: Lieber theures Geld als gar keins l So sehr wir nun auch wünschen, daß die Gesetzgebung die richtige Form finden möchte, den übertriebenen, gewiffenlosen und betrügerischen Wucher lahm zu legen, so glauben wir doch, daß demselben durch die Wuchergesetz- vorlage schwerlich e>n Ende gemacht werden wird. ~ Aerttschland. Darmstadt, 6. Mä z. Die Regierung hat dem Gesetzgebungs»Aus- schuß zweiter Kammer gegenüber ihren Standpunkt zu der Heranziehung der Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften zur Einkommensteuer wie folgt präcistrt: „Die Sieuerpflicht ist zu verneinen, so lange der betr. Verein sich darauf beschränkt, aus im eigenen Kreise gesammelten oder außerhalb dieses Kreises aufgenommenen Kapitalien lediglich an seine Mitglieder zu wirthschaft- lichen und Erwerbszwecken Vorschüße zu geben. Eine andere Beurtheilung hat Platz zu greifen, wenn der Betrieb sich zu einem förmlichen Banquterge- schäft oder Leihgeschäft auf Pfänder entwickelt hat, wenn mit Hülse von eigenen und fremden Mitteln Wechsel bUcontirt, Lombard- und Contocorrent- Geschäfte gemacht, Kausschillinge, Staatspapiere rc. erworben werden, bezw. deren Erwerbung vermittelt wird und daraus Resultate erzielt werden, welche die Vertheilung mitunter hoher Dividenden und Bildung bedeutender Reservefonds ermöglichen und zur Folge haben." Uebrigens steht, wogegen auch die Regierung keinen Einwand erheben wird, eine gesetzliche Regelung dieser Angelegenheit wohl in Bälde zu gewärtigen. m. Darmstadt, 8. März. (Landessynode. — Erste Kammer der Stände.) Die erste ordentliche evangelische Landessynode beschloß am vergangenen Samstag ihre erste Session mit saft debattenloser einstimmiger Genehmigung des Vor« anschlagS für den tzentralkirchenfondS für die Jahre 1880 bis 1884. — An demselben Tage hielt die erste Kammer der Stände unter dem Vorsitze des zweiten Präsidenten, ,0 sr-rk ^*81® jtjifi0” 01 (t Habel" V Telegramm des „Bersagltere" aus La Spezzia von heute meldet, daß eine Kanone auf dem Panzerschiffe „Duilio" zersprungen sei und bei der Katastrophe 6 Soldaten und 2 Ofstctere verwundet seien- Außland. Petersburg, lieber den Hingerichteten Mladetzki wird aus Wien gemeldet, daß derselbe schon mehrfach als verdächtig polizeilich eingezogen, jedoch wegen Mangels eines Beweises sretgelaffen worden sei. Nach einer anderen Mtttheilung wäre er bereits früher nach Sibirien transportirt worden, von dort jedoch entflohen und nach Petersburg zurückgekehrt. Was an diesen Angaben wahr ist, können wir noch nicht beurteilen; sicherlich bringen die näch- sten Tage ausführliche Meldungen. — Die Ansicht, daß die Nihilisten Verbindungen in Poltzetkretsen haben, ja, daß sie auch mit hochgestellten Personen im Einvernehmen handeln, wird jetzt in Rußland offen ausgesprochen. So schreibt die „Mosk. Ztg.", die sich schon mehr erlauben darf, als die Petersburger Blätter, in einem großes Aufsehen erregenden Artikel: Wer find denn diese unsere Fetnve? Es ist nicht genug, wenn man die verwilderten und verkommenen Vollstrecker der Schändlichkeiten abfaßt. Man muß auch nach jenen suchen, welche diese Werkzeuge der Verbrechen erzeugen, hervorholen, unterstützen und denselben die wirkliche Orgamsattonskrast verleihen. Vor Allem ist es daher nothwendig, daß die acriven Behörden ihre Handlungen prüfen und ihr Personal, ihre Rathgeber und Executoren untersuchen. Wer bürgt uns dafür, daß sich unter den Agenten der gesetzlichen Regierung keine Agenten der geheimen Revolution befinden?! Die Erfahrung der neulichen Vergangenheit sollte uns eine Lehre sein und ein L>cht auf die jetzige Situation werfen. Die Macht der polnischen Revolutions-Organisation 1863 ruhte gar nicht in den erbärmlichen Mitgliedern der polnischen National- Regterung und Local-Commandanten, welche unseren heutigen Nihilisten aufis Haar ähnlich sind. Diese Macht ruhte in j?nen Beziehungen, welche zwischen der revolutionären Organisation und der Administration und Polizei der gesetzlichen Negierung bestanden: Im Königreich Polen war beinahe die gesammte Local-Administration und Polizei an der Verschwörung betheiltgt. Endlich bc weisen die Sierakowkis, Ogryzkis und viele andere Persönlichkeiten, daß die Verschwörung sogar in der Central-AdmtriistcaÜon des Reiches selbst ihre Letter hatte! Amerika. San Franei-eo, 7. März. Die Regierung sandte in Folge der Agitation gegen die chinesischen Arbeiter Truppen nach San Francisco. Die Waffendepots werden bewacht._____________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wagser'r telegr. Corresporrdeu- • Brrrear». Berlin, 8. März. Reichstag. Bericht der Commission für den Retchs- haushaltsetats über Theile des Militäretats. Die dauernden Ausgaben werden nach dem Anträge der Commission unverändert genehmigt. B^i Cap. 35 (Militär-Erziehungs- und Bildungs-Wesen) erwähnt Rickert der Uebelstände des einseitigen Vorgehens des preußischen Kultusministers mit der Einführung der neuen Rechtschreibung, ohne vorher mit der Reichsrezierung ein Einvernehmen erzielt zu haben. Redner fragt an, ob etwa vom 1. April an in bei Milttär-Erziehungs-Anstalten die neue Orthographie etngeführt werden solle. Krtegsminister v. Kameke erklärt, er habe noch keine Verfügung bezüglich der Rechtschreibung getroffen, da weder der Bundesrath, noch die Reichsregie- rung einen bezüglichen Beschluß gefaßt hätten. — Richter, v. Nordeck, Löwe, v. Mtnnigerode, Stephani und Völk sprechen sich ebenfalls gegen das einseitige Vorgehen des Ministers v. Puttkamer aus. Krtegsminister v. Kameke erklärt gegenüber einer Aeuß-rung Richters die Nachricht öffentlicher Blätter, daß Minister v. Stosch für die Marine durch eine Verordnung die neue Puttkamer'jche Orthographie eingeführt habe, für trrthümlich. — Titel 1—9 der einmaligen Ausgaben der Militärverwaltung werden nach den Anträgen der Budget-Commission angenommen. — Titel 10 der Regierungsvorlage verlangt 198,000 für Errichtung des großen Sitzungssaales im Erweiterungsbau des großen GeneralstabSgebäudes bi Berlin zu Btbliothekzwecken. D'.e Badget-Commtssion beantragt, nur 88,000 «X hierfür in den Erat etnzustellen. Das Haus stellt auf einen Antrag Stumn's nach längerer Debatte mit sehr großer Majorität die Regierungsvorlage wiederher. Das Extra-Ordinarium der Militärverwaltung wird nach unerheblicher Debatte den Anträgen der Budget-Commission genehmigt. An die Budget- Commission zurückverwiesen werden die Titel wegen der Kasernen- und Casino- Bauten in Lichterfelde (zusammen 440,000 X.\ Gegen 3% Uhr stellt sich bei der Zählung die Beschlußunsähigkeit des Hauses heraus und wird deshalb die Sitzung abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag. Der Geh. OberregierungLrath Tiedemann ist an Stelle des verstorbenen Ministers v. Bülow zum Bundesraths-Bevollmächttgten ernannt Londou, 8. März. Unterhaus. Schatzkanzlec Northcote erklärt: Die Regierung hat beschloffen, das Parlament zu Ostern aufzulösen; das neue Parlament soll Anfangs Mai beginnen. Am Donnerstag bringt die Regierung das Budget ein. Berlin, 9. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt bezüglich des Jubtläums'Arttkels des „Golos" vom 3. ds., welcher dem Glückwunscke des Kaisers Wilhelm gewidmet war: Bemeikenswerth an dieser Auslaffung ist, daß dieselbe nachdrücklich hervorhebt: Der wahre Schutzherr Deuschlands bltcb Kaiser Wilhelm, und daß trotz allen Vertrauens, das der Semen Rathgebern beweise Ihm allein das Recht zustehe, das letzte Wort zu sprachen. Nachdem dieses Wort gesprochen, erscheine durchaus gleichmltig, was etwa in Parlamente und Presse geäußert werde; das Cabinetsschreiben des Kaisers Wilhelm komme allein in Betracht. Die „Norddeutsche" ihrerseits zweifelt, ob sie den „Golos" ungewöhnlich gut oder schlecht unterrichtet nennen soll. Wenn „GoloS" sich auf das durch Petersburger Blätter veröfflntlichte Glück Wunschschreiben des Kaisers Wilhelm vom 22. Februar bezieht, so übersieht er, daß letzteres kein Cabinetsschreiben, sondern ein ministeriell redtgirtes, mit verantwortlicher Contrasignatur versehenes, im Namen des deutschen Reiches ergangenes Dokument ist. Vielleicht wiffe „Golos" wie auch die „Norddeutsche", daß außerdem ein eigenhändiges freundliches Schreiben des Kaisers Wilhelm an den russischen Kaiser erging; dann begreife man nicht recht, wie „Golos" den Gegensatz zwischen dem Kaiser und feinen Rathgebern pointtren kann. Die „Norddeutsche" vermuthet, daß es dem „Golos" ober seinen Gönnern nur darauf angekommen ist, Uebelwollen gegen den deutschen Reichskanzler auszu- drücken und in Rußland zu erregen. Lokales. Gießen, 8. März. Das gestrige (fünfte) Concert unseres Concert-Verein- ist als ein reiches unv in jeder Beziehung gelungenes zu bezeichnen. Die Leistungen des Orchesters sowohl, als die der Chöre waren sehr gut; sie sind in der Hand ihres mit manchen localen Schwierigkeiten kämpfenden, aber unermüdlichen Dirigenten zweifelsohne im Steigen begriffen, was bei der diesmaligen Zusammensetzung des Orchesters um so mehr anzuerkennen ist da, wmn wir recht gesehen haben, es nur durch sehr wenige auswärtige Künstler verstärkt war Die C höre sangen durchweg correct, stark und frisch bis zum Schluffe. Die Wahl der drei Solisten war ohne, Ausnahme eine sehr glückliche. Herr Felix Schmidt aus Berlin sang !m”C l Qll^lC vorzüglich durchdacht, durchaus geschult mit prächtiger, umfangreicher Stimme. Wir bedauern, daß ihm nur eine verhältnißmäßig kleine Rolle zusiel, wir hätten dem vonreff- lichen Sanger gerne noch lange zugehört. Herr Heinrich Müller-Franken sang seine durchaus nicht leichte und nicht besonders dankbare Rolle sehr gut, mit voükommin richtiger Auflassung der Händel'schcn Musik, einfach und sicher, seine Stimme scheint uns an Starke gegen früher gewonnen zu haben. Ein ganz besonderes Aufsehen erregte Fräulein Minna iLieoemann, Schülerin Stockhausen s und des Frankfurter Konservatoriums, welche durch die Reinheit, Hohe, Leichtigkeit und Kraft ihrer Stimme das Publikum in einem Grade entzückte und gewann, wie es nur wenigen Sängerinnen vor ihr in unseren Concerten gelang. DieS galt sowohl von ihrer Rolle in dem Alexandersrste, die sie reizend durchführte, als namentlich auch von der Loreley, in welcher ihr dramatisches Talent und die Anmuth und Kraft ihrer Stimme besonders zur Geltung kam. v £)ei SeifuU sowohl dem Orchester und den Chören, als auch den Solisten gegenüber, war reichlich, aber wohl dem Charakter der Aufführung entsprechend weniger rauschend, als vielmehr pietätvoll. Das Concert läßt sich mit gutem Gewiffen dem Schlußconcerte des vorigen Wmteis, in welchem Haydn's Jahreszeiten aufgeführt wuiben, ebenbürtig zur Seite stellen. ». Gießen, 9. März. In der Rächt von Samstag auf Sonntag wurde den Glasern wieder viel Aibeil an Laternen-Reparatur vor dem Wallthor verschafft. — In derselben Nacht gegen 4 Uhr focht cm junger Mann, welcher jedenfalls böse auf die Polizei zu sprechen ist gegen die vor der Polizeiwache aufgehängte Laterne. Unglücklicherweise wurde er jedoch bei dem Altentate ertappt und notirt. — Gestern Mittag ereignete sich in der Büchse-rmacher-Werkstätte in der Zeughaus Kaserne ein Unfall, welcher möglicherweise ein Menschenleben kosten kann Einem dortjelbst beschäftigten Soldaten, Sohn einer hiesigen Familie, drang eine Revolverkugel in die Hüfte. Wie dies geschah, wird wohl die Unteriucyung ergeben. Der Schwerverletzte wurde in das Lazareth verbracht. — Ein bereits bejahrter Bllber-Colporteur, welcher sich Tags ober Nachts vorher recht amüsirt hatte, mußte gestern Abend beigesteckt werden. Ein gleiches Schicksal erlitt ein Nachtfalter, welcher aus der neuen Anlage he>umflatterte. Gießen, 8. März. In den Necurrenshospitaiern zu Gießen wurden in der Zeit vom 1. bis 5. d. M. aufgenommen 2 Kranke, genesen entlassen wurden 6, gestorben ist 1, und es verblieben in Behandlung 53 (48 M, 5 2ß.). Die Gesammtzahl der von Beginn der Epidemie ab dort zugegangenen Kranken belief sich auf 182 (163 M., 19 W.), von welchen verstorben sind 17 t15 M., 2 W ). Im Rccurrenshospitale zu Friedberg sind im gleichen fünftägigen Zeitraum zugcgangen 3 Kranke, als geheilt abgegangen sind 3, und es verblieben 25 (Männer^; insgesammt waren bis jetzt dort aufgenommen 69 Kranke (67 M., 2 W.) und davon der Krankheit erlegen 4 (M.). — Außerdem sind zur Zeit noch einzelne Recurrenskranke in Behandlung in dem Hospitale zu Darmstadt und in drn Orten Reiskirchen. Obenhausen, Saasen (Kreis Gießen), sowie in der Stadt Alsfeld; es dürfte hiernach nunmehr eine stete Abnahme der Erkrankungen zu ewarten sein. (D. Z.) Vermischtes Wetzlar, 7. März. Heute Nacht 11 Uhr ist Se. Durchlaucht der Fürst Ernst zu Solms-Braunfels in Folge eines Schlaganfalls verschieoen. — [3 u r Gesund heitslehre.^ Im Verein für volksverständliche Gesundheitspflege in Berlin hielt Sanitätsrath Tr Niemeyer kürzlich einen populär-wiffenschaftlichen Vortrag über die Kleidung. Die jetzt übliche Art und Weise sich zu kleiden, so führte er aus, sei im Großen und Ganzen Icioer weit mehr von der Mode als von der Vernunft vorgeschrieben. Selbst die allenthalben herrschende Erkä^tungssurcht werde überall da in den Wind geschlagen, wo sie mit den Modevorschriften collibirt. Bei den Männern sei das frühe und vorzeitige Ergrauen und Ausfallen der Haare nicht einem uusoliden Lebenswandel zuzuschreiben, sondern der zu luftdichten Kopfbedeckung. Ein holländischer Bekannter des Vortragenden, den man nie anders als mit entblößlem Haupt umhergehen sah, habe sich jedermann mit den Worten vorgestellt: „Ich bin Vater Byron und verdan-ke meinen starken Haarwuchs nur dem Umstande, baß ich mit 16 Jahren meinen Hut verlor und mir seitdem keinen andern anschaffte." Da die weibliche Kopfbedeckung weit leichter, zierlicher und luftiger ist und mehr zum Schmuck des Kopses dienen soll, behält bas weibliche Geschlecht seinen üppigen Haacwuchs weit länger völlig unverändert. Auch den Hals solle man nicht so ängstlich in wollene und selbene Shawls einhüllen, vielmehr denselben nach Art der Seeleute frei und offen dem Zutritt Der Luft aussetzen Der Paletot oder Ueberzieher der Herrenwelt verfehle völlig seinen Zweck. Eng anschließend, verhindere et rme genügende Ausdünstung des Körpers Hauptsache für den Schutz gegen Erkältung seien warme Füße, erzeugt durch bequemes, warm gefüttertes Schuhwerk, daher hinweg mit den eng anschließenden zierlichen Bazar-Stiefelchen! — Cs langen traurige Berichte über die Verheerungen ein, welche die strenge und andauernde Kälte des diesjährigen Winters in der Pflanzenwelt, namentlich an Obstbäumen und Ziergehölz, angerichtet hat, und es steht zu befürchten, baß mit dem Herannahen t>es Frühlings, welcher die verursachten Schäden erst recht sichtbar machen wird, solche Berichte aus ganz Mittel - Europa sich mehren und recht traurig gestalten werden. So berichtet Herr Garten- Direetor Maschek, daß im fürstlich Rohan'schen Parke zu Sichrow in Böhmen, diesem weitberühmten Sammelplätze fremdländischer Bäume, die daselbst im großen Maßstabe cultivirten exotischen Nadelhölzer und Laubbäume, namentlich die jüngeren, und unter diesen wieder die aus den Gebirgen Süd Europas, Vorder^Asiens, des südlichen Sibiriens, Nordamerikas und aus dem Kaukasus stammenden Coniferen und die Amerikynischen und Vorder Asiatischen Eichen durch die Kälte bedeutend gelitten haben und daß in den fürstlichen Baumschulen zu Swijan gegen 41,000 junge und in den Obst-Alleen an 2000 große Obstväume erfroren sind. — Einen ähnlich traurigen Bericht erhält die ^Boh." aus Paris vom ersten Rosenzüchter der Welt, Verdier de Ae-, welcher mittheilt. daß in Paris alle Rosenstöcke, alles fremdländische Strauchwerk, die meisten Coniferen und sehr viele starke Bäume in den Avenuen durch den Frost vernichtet wurden, und seinen Bericht mit den Worten schließt: „Es ist ein großes Unglück." — (Gefahr im Verzuges Nichts kann einen Lrz- mehr ärgern, als wenn er in aller Eile wohin gerufen wird und dann nach seiner Ankunft findet, daß dem Patienten entweder gag nichts oder doch wenigstens nicht viel fehlt Ein solcher „dringlicher Fall" passirte einmal dem nicht bloß wegen seiner großen und glücklichen Kuren, sondern auch wegen seiner derbe» Ausdrucksweise bekannten Dr. H. in Berlin. Ein vornehmer Herr, der sich aus Versehen eint leichte Wunde beigebracht hatte, ließ ihn Hals über Kopf rufen. Dr. H. erschien und befahl, nachdem er die Wunde untersucht, dem Bedienten, so schnell als möglich nach der nächsten Apotheke zu eilen und ein gewisses Pflaster zu holen. Der vornehme Patient ward todten- blaß und stammelte: ,,Mein Himmel, bester Dockor. ich will doch nicht hoffen, daß die Wunde g-fäh'lich ist?" -- „Ja freilich ist sie es", antwortete Dr. H , „denn wenn der Kerl nicht recht geschwind läuft, so ist sie zugeheilt, ehe daß Pflaster kommt." Handel und Verkehr. Gießen, 9. März. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd.^L 1,00 Hf 105, Hühnereier 2 Stück 9—11 H. Gänseeier per Stück 12—00 Enteneier per Stück 6—0 H. Käse per Stück 5—9 H, Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 X Linsen 1 Liter 24 X Tauben das Paar JL 0.80, Hühner per Stück 1.00—1.50, Hahnen per Stück Jt 1.00 bis 1.70, Enten per Stück 2 00 —3 00, Kartoffeln per 100 Kilo JL 6—9.00, Zwiebeln p. Ctr. 15—00, Milch per Liter 16 und 18 X Ochsrnfleisch 66—68 H per Pfv., Kuh« und Rindfleisch 48—56 X Kalbfleisch 40—45 X Hammelfleisch 45—60 X Schweinefleisch 60 H. Frankfurt, 8. März. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 JL 43, Nr. 2 JL 41, Nr. 3 X 35, Nr. 4 X 31, Nr 5 X 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 28.50—00, do 1 (Berliner Marke) X 27.00—00.00 vo. 11 (Berliner Marke) X 20.00-21.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 24.25 - 24.50, ab unserer Umgegend X 23.75—24.25, do. fremder je nach Qualität X 24.00—24 50, Roggen, je nach Qualität X 19.75—20.75, Gerste X 17.00- 21, Hafer X 13—16.00, Kohlsamen X 27—2<00, Erbsen X 19—27, Wicken X 16 17, Linsen X 20 -40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detail, X 65. Stimmung ruhgi. Hauptsächlich gefragt war: —- Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) Frankfurt, 8. März. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 230 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 260 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—70, 2. Qual. X 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 58-60, 2. Qual X 48-52, Kälber 1. Qual. X 54—56, 2. Qual. 48-50, Hämmel 1. Qual. X 58-60, 2. Qual. X 44 - 50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund — 23 193 ! 28 29 1169' 1169 1599 23 28 Na (Sid 9hl 20 ' 45 ' 8 D« Hna waib. 8 Adm, am s -—n 1 2035 i jfrtitaß den deS DviiMags Mw mW,, kw SBalbimgm WM beTßtfa J »mit. sg” i)Cn m Na! «»ä?» »■ ? KM-r E ,hre Kinder ° uTtunben «««'! ® glut XX .XXI rxvni (im Orunbbu* •ar D-" e (auf dem Nam« Wer WW zu W § Wochen W «erden jene G KMhümer -le zum Hebe erforderliche § Gießen, am Großherzoglich £561J La Hchbei Freitag dei des Vormitl soll In dem Rei Miet Buch« jolz versteigert 70 rm Buche 175 rm „ 5275 Wellen Z Mel-Rei 63 rm Buch' 48 Eichen Bi enthalten! 11 Eichen-8 0,79 fm 34 Nadelt enthalten 5 Nadel-D Die Zusamu 'M fyittenrol Heidestviefm. Reiskirchen, ai SPS W« 1öKtn ki, Hur Vr^rSbe I Gießen, den 8. März 1880. 24 Bau-Bureau rm Buchen Scheitholz, Knüppelholz, rm in 11 34 5 h 'i 1557) Jünger. fort Rmtr. BucheN'Scheitholz, zu verkaufen. (1419 -i 1559) u Buchen-Wellen, tt 4 Elchen tt 4 120 80 Frische (1575 23 7 Hl Darmstadt. (1476 66 36 63 48 356 858 176 273 7000 <04 70 175 5275 6 18 5 143 7 n H u ti H II II H 28 29 29 des bis XX • \ XXI f XVIII Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel Reisholz rm Buchen Stöcke, Eichen Baustämme zus. 9,4 fm enthaltend, Eichen - Derbholz - Stangen zus. 0,79 fm enthaltend, Nadel - Stämme zus. 9,18 fm enthaltend, Nadel-Derbholz Stangen, 46 17 27 47 11 7 1413 2 39 2 20 45 760 Palencia- Mut- Messtna Holzverfteigerung. Freitag den 12. März l. I., des Vormittags um lOUHr anfangrnd, -sollen nachstehende Holzsortimente in den Waldungen der Gemeinde Rödgen Lfftntllch versteigert werden: 8 165V10 165Vio 1003/10 23 28 Die Zusammenkunft ist am Wege nach Hattenrod in der Nähe der Heldeswiesen. Reiskirchen, am 8. März 1880. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Holzversteigerung. Freitag den 12. dss. Mts., des Vormittags von 9 Uhr an, soll in dem Retskircher Gemeindewald, Distrtct Buchwald, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, als: Mtr. 1169 Acker am Schlangcnzahl bei dem Zollstock. 1169 Acker daselbst, 1599 Acker zwischen dem Sand- u. Erdkauterwog, 193 Acker daselbst, 2035 Acker am Ohleberg, rechts d Erdkauterwegs, II. Freitag den 19. 1. M. deu Districten GüutherSgrab und Franzenwald: Der Kirchenvorstand: Gg. Schlosser, Pfarrer. Gießen, den 8. März 1880. Großherzogltches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel. Holzversteigerung. Freitag den 12. März. von Vormitags 8 Uhr an, soll in dem hirsigen Gemetndewald Haide, District Junqemark und Gau- bersloch nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Umzugshalber: 2 elegante Schimmel (Stuten), 6 bzw. 7 $al)re alt, flotte Läufer, 1 durable Halb-Chaise, sowie ein 2jähriges Ponnp zu dem festen Preis von 1900 Dr. Rehm in Rauschenberg bei Marburg. Aeilgevoteues. 1556) Der Unterzeichnete verkauft so- Gteßen, den 9. März 1880. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. । Georgi. Bekanntmachung. Kaspar Eulers Eheleute von Leihgestern haben ihre Güterstücke unter ihre Kinder vertheilt, können aber zu folgenden, welche sie in der Gemarkung Leihgestern besitzen, keine Erwerbsurkunden vorlegen: Universttätsgebäudes eingesehen werden und find die Offerten längstens zum 16 März d. I., Vormittags 10 Uhr, verschlossen in unserem Bureau am Seltersthor abzug^ben. KaSper EnderS in Reiskirchen. Jerusalemer Orangen, Elchen mit 51,32 Fstm., Fichten mit 0,91 Fstm., II. Nutzholz 2. El.: Rmtr. Eichen 2 u. 3 Mtr. lang, III. Brennholz: Rmtr. Eichen-Derbholz, 1571) Ein Ttetnbruch an dem Hardtberg ist billig zu verkaufen. Nähere« bei I. Blitz. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft 4vird Zahlungsfrist bis 1. Juli d. I. gestattet. Der Anfang ist im District Berg- zvald. Rödgen, am 8. März 1880. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. <558) Jndertbal. Hokzverkaus. Mittwoch den 17. d. Mts., um 9 Uhr, wird bet Wirth Weber in Atzbach nachverzetchnetes Holz aus dem Ge- metndewalde Atzbach versteigert: I. Stammholz 2., 3. u. 4. El.: Kartoffel. 5—600 Centner, gelbe Chili, frostfrei, hat Bekanntmachung. Am 24. März, Abends halb 7 Uhr, sollen die Zinsen der von dem Stadtvorstand zum ehrenden Andenken des Geh. Kirchenraths Dr. Engel gemachten Stiftung mit je 10 st. an IO arme und würdige Familien aus Gießen vertheilt werden. Diejenigen Familien, welche glauben, sich um dieses Vermächtniß bewerben zu dürfen, wollen sich bis zum 20. März bei den Geistlichen, dem Großh. Bürgermeister oder einem der übrigen Mitglieder des Kirchenvorstandes melden. HolzoeiWgerung in -ev Oberforflerei Schiffenberg Es sollen versteigert werden: I. Donnerstag den 18. 1. M- den Districten Altgehegt, Rabenpfuhl und Wüstekopf: 26—32 cm Durch«., 8—10 m Länge mit = 3.59 fm, 14-32 „ „ 6-12 „ „ „ = 6.29 „ — 0.28 fm und 64 N idelh.-Stangen mit = 1.68 fm. lOOVio 1262 Acker daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. März 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 4564) Lüdeking. C18tn bcorS "kennen le ®aL, y1 dar. qU8 9 drei «ttÄ?"8 itn k, !« -tg I***ln. -ÄV gegriküber, alg Trigen ltc Men. Glasern verleiden Nacht zu sprechen ist, U er jedoch bei ^zhaus Lasernr ^vt'chäfligten Me dietz geschah l°ruh dndracht. rchli vorher recht 1 »litt ein Rachlin bei Zeit eom en ist 1, md ti Beginn Der Epibon welchen ver- m gleichen fünf; es vndlieben 25 2 W.) und davon lecunenehanfe in en. Ovenhausen, i anmehr eine fiele JM) Bratbückinge find wieder eingetroffen in Carl Schwaab’s Dcticatesteichandlung. der KLrsl Ernst zu tlidie EeiunthM- !enichaftlichen Vor- sühne er aus, fei mfi vorgeschrieben. Lind geschlagen, unt vorzeitige Ee- kiden, sondern Der a man nie anteri orten vorgestelll: istande, dah ich Da die «eidliche feH timen Mg unverändert, ttibüllm, vielmehr tn Da P-letot ent, verhindere et en Erkaltung seien knrveg mit den eng te strenge unD an; a Lbßdälunen und den tti Slühliog«' z-nchtt aus gang iPt Herr ®arten; ,n diesem weitbe- isftabt cultieirtm cieien wieDtt die kordomenkaS und liiatischen E'cde« iulen zu Hm dn M ■N* «** rf uqlüt >»««n “ 22 jUidlM «. »«IM- B“®“ «ui SS** zu haben glaubt, muß solche binnen B Wochen hier geltend machen, sonst werden jene Eheleute als vermuthliche Eizenthümer angesehen und es wird die zum Uebertragen auf ihren Namen erforderliche Verfügung erlaffen werden. Gießen, am 26. Februar 1880. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen. 1561) Langsdorfs. Vergebung von Baliarbeiten. 1568) Die zur Errichtung eines Anbaues an das neue Universitätsgebäude für das physikalische Auditorium nöthigen Arbeiten, nämlich: „ Stämme mit 16,78 Fstm. gg Flur und Nummer 224 Eichenstämme von 60—70 cm Durchm. und 10—12 m Länge, 15 fm enthaltend, Nadelstämme von 13—25 cm Durchm. und 8—13 m Länge, Derbstangen von 7 —12 cm Durchm. und 8—13 m Länge, rm Nadel-Scheiter, „ -Knüppel, Nadel-Wellen, rm Nadel-Stöcke. sollen auf dem Submisstonsweg vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Bedingungen können im Stangen mit 2,13 „ - „ mit 0,10 „ ..«s Woo, M M V.* M" * ”11 »-»’< ligetri^ Holzart Eichen Nadelholz Wetchholz Eichen-Stämme von Nadelh.- „ „ Eichen-Stangen mit Buchen- „ Nadel- „ Eichen-Stöcke, Buchen- „ Nidel- „ Reiser aller Sorten, Nadel- Eichen-Knüppelholz, Nadel- Nadel-Stockholz, 1530 Nadel- 1497) Ein ordentliches Mädchen zu miethen gesucht. _ ___I. Heß, Teufelslustgärtchen. 1503) Gesucht ein ordentliches Dienstmädchen vom Lande. Zu erfahren in der Exped. d. Bltts._______________________ 2 bis 3000 Mark werden von einem hiesigen Geschäftsmann gegen gute Hypothek von mehr als doppelter Sicherheit zu leihen gesucht. Gest. Offerten wolle man unter Chiffre F. R. 170 an die Expedition dss. Blattes gelangen lassen._____________________(1508 1522) Ich warne hiermit Jedermann, meinem Sohne Ludwig Mohr etwas zu borgen, indem ich für Nichts hafte. Hans Heinrich Mohr II., __________Stembach.__________ 1523) Ein Schülü kann Kost und Wohnung erhalten. Näheres bei der Exp. d. Bltts._______________________________ 1545) Gesucht ein Mädchen für Haus- Arbeit. Wilhelmstraße C. 18. Sämmtliche Sorten Kleesameii deren schnelle und vollkommene Reinigung von allen erdigen und Unkrautbestand- theilen, besonders von der schädlichen und gefürchteten Seide, wird durch einfaches, beinahe kostenloses Verfahren, (ohne Sieb und Reinigungs-Maschinen) wobei kein Abgang von Kleesamen, von einem erfahrenen Fachmann, unter Garantie, nachhewiesen. Besonders wichtig für Samenhändler und Landwirthe. Franco- Anfragen unter R. 8. 1000 Poste restante Die Zusammenkunft ist am Garn- bacher Weg vor dem Wald. Bemerkt wird, daß das Bau , Werk- und Nutzholz Nachmittags zur Versteigerung kommt und der Anfang mit den Eichenstämmen um 1 Uhr im District Jungemark gemacht wird. Lang-Göns, den 9. März 1880. Großh. Bürgermeisterei Lang - Göns. 1581) Brückel. 1566) Eine Lauffrau oder Mädchen wird gesucht. Näheres im Liud'schen Hause, 3. Stock. 1579) Rothen, ewigen und weiße» Kleesamen, GraSsamen für Bleich und Zierrasen, Garten - Geräthschaften bet ______________Emil Pistor. 1468) Auf der Bergermühle bet Arnsburg wird eine große Quantität Korn-, Waiz-n- und Gerstenstroh auS der Hand abgegeben. Carl Schwaab, Meyers Eonversations - Lexikon, neueste Auflage, in Prachtband, preiswürdig zu verkaufeA. Bei wem? sagt die tzped. b. Bltts.____________________(1562 Kleesamen, rother, weißer und ewiger, sowie Grassamen empfiehlt (1550 Earl Hensel. Am Grundbuch auf dem Namen Kaspar Dern G. S.) und XXII/122