1880 ^^luno ht n9 Nrbt Samstag den !). October Mr. 236 Kießener "Anzeiger Aüze'Gt- Md Aistswn für des Kreis Gieße» Erscheint täglich mit Auön«chme des Montaa». e )anbelsgärtner- Geschäfts- mk nhitor, Richtig l Aber beschließende Gewalt darf er nicht haben, weil in der Gesetzgebung die wtrthschaftlichen Gesichtspunkte auch controltrt werden müssen von allgemeinen politischen und weil diese aus jener Versammlung ausgeschlossen bleiben müssen, eben um das wtrthschaftltche Interesse der Nation rein und unverfälscht durch politische Strebungen und durch Partetdiscipltn zum Ausdruck 'zu erhalten. Gleichwohl wird er aber doch einen mächtigen Einfluß auf Regierung und Parlamente zu üben im Stande sein, weil seine Urtheile öffentlich abgegeben werden, der Nation bekannt werden und ihr als der Ausdruck der Meinung der eminent berufenen Sachverständtgen Körperschaft gelten, gegen den zu handeln nur gewichtige politische Gründe, über die das Volk wiederum die Kritik üben kann, bestimmen dürfen. Wird der Volkswirthschaftsrath in diesem Sinne gedacht und orgam- sirt, so wird er allerdings ein, gerade in den letzten Jahren schwer gefühltes Bedürfntß zu befriedigen vermögen; bestätigen sich aber die Befürchtungen, die man hegt, soll er wirklich nur eine einseitige Interessen- und Meinungsvertretung sein und nur eine fälschende Pression auf die öffentliche Meinung üben,__dann freilich — aber auch erst dann — wird das deutsche Volk allen Grund haben, ihn auf das Entschiedenste zurückzumeisen. Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Der Volkswirthschaftsrath. Der Volkswirthschaftsrath, der „Volkswirthschaftliche Senat", den der deutsche Reichskanzler und deutsche Handclsmintster nach seinem Schreiben an die Handelskammer von Plauen zu errichten gedenkt, hat in dem größten Theile der deutschen Presse eine entschieden ablehnende Kritik erfahren. Es mag sein, daß daran, weil ja doch noch wenig mehr als die Namen und die weitesten Zweckumnsse des Projektes des Fürsten Bismarck bekannt geworden ist. zumeist der schutzzöllnensche Ursprung des anregenden Gedankens und der Eifer, mit dem sich die Vertreter der durch die jüngste Handels- und Zollpolitik des Reiches begünstigten Jntereffen-Gruppen eingetreten sind, die Schuld trägt, immerhin wird aber nicht abgeleugnet werden können, daß auch der ganze Charakter der Persönlichkeit und der bisherigen Politik des mächtigen Staatsmannes den Gedanken nahe legt, daß es sich um eine Körperschaft handeln möchte, deren ganze Organisation geschaffen werde, um einem einseitigen Regierungswillen, eine im Voraus controltrbare und zu leitende prakttsch- sachverständig gesagte Bekräftigung zu gewinnen. — Set dem nun, wie ihm wolle, jedenfalls wird man, wenn man gerecht urtheilen will, mit dem fertigen Urtheile zu warten haben, bis die Absichten des Reichskanzlers bezüglich der Zusammensetzung und Bildung des Volkswirthschaftsrathes klar vorliegen und bekannt geworden sein werden. Von der Art, wie die Körperschaft zusammengesetzt wird, von der Antwort auf die Fragen, ob sie aus freien Wahlen der verschiedenen wirth- schaftlichen Jntereffen-Gruppen oder deren Vertretungen — und aus welchen der Letzteren — hervorgehen, oder ob sie durch Ernennung Seitens der Regierung ganz oder teilweise — wie die verschiedenen Formen des französischen „conseil supörieur du commerce“ Louis Philipps, Napoleons III. und selbst noch der letzten Republik — gebildet werden soll, wird es denn doch abhängen, ob ihr Urthetl nothwendig ein einseitiges und zu beeinflussendes sein oder sret und thatsächlich die Zusammenfassung aller Interessen und den Ausdruck der wirtschaftlichen Bedürfnisse der Volksmehrhett darstellen wird. Wenn das Letztere der Fall sein sollte, was denn doch heut noch nicht mit absoluter Sicherheit bestritten werden kann, so ist es immerhin möglich, daß ein wirkliches und dringendes Bedürfriß erfüllt wird. Die Aufgabe der Gesetzgebung in der nächsten Zett ist eine hervorragend wirthschafts-polttffche — die Fragen aus der Sphäre der Arbeiterlage und der Gestaltung und Einrichtung der Industrie treten immer mehr und mehr in den Vordergrund, und neben ihnen nehmen Handels- und verkehrspolitische, die aus der mißlichen Lage unserer Gewerbe und dem Mißverhältntß zwischen unserer Handelsgeltung auf dem Weltmärkte und unserer industriellen und machtpolittschen Entwickelung entspringen, die Aufmerksamkeit dringend in Anspruch. Es ist ja wahr, daß wir Jnteressen-Vertretungen genug haben, welche die Bedürfnisse der einzelnen Erwerbskategorien ausdrücken können, aber es ist auch bekannt, daß es sehr im Belieben der jeweiligen Regierungsleitung liegt, nur die ihr paffenden Urtheile zu hören. Was man von den Ergebnissen officieller Enqueten heut zu hören bekommt, ist immer nur ein, nach der im leitenden Kreise gerade herrschenden Tendenz gerichteter und gefärbter Auszug, ein vorsichtiges Flltrat, und oft genug wird die öffentliche Meinung, die silbst einen Ueberblick über alle Ur- theile nicht gewinnen, sie nicht einmal zählen, geschweige gar wägen kann, dadurch erst verwirrt und mißleitet, anstatt geklärt und recht geführt. — In die Tiscussion der Presse und der Parteien, ja selbst der Fraktionen in den Parlamenten, mischen sich, und oft entscheidend, rein politische Vorurthetle, welche das sachliche praktische Urthetl im Voraus ungehörig beeinflussen und leider zu häufig der wirtschaftlichen Gesetzgebung eine schablonenarttge Einförmigkeit geben, die der Vielgestaltigkeit und dem lebendigen Wechsel der erwerblichen Interessen nicht entsprechen kann. Auf keinem Gebiete aber kann eine systematische Voreingenommenheit verhängnißvoller werden, als gerade auf dem der Volkswirthschast, wo ein irrtümliches Vergreifen an dem wahren Zuge der Entwickelung den Landeswohlftand und die sittliche Volksgesundheit bis in die tiefsten Tiefen zu erschüttern vermag, ehe der Jrrthum nur erkannt wird und gar abgestellt werden kann. Wenn da nun eine Körperschaft einträte, die nur aus freien Wahlen aller Interessenten oder ihrer schon organisirten und noch zu organtsirenden Vertretungen hervorginge, und wenn diese Körperschaft die Pflicht der öffentlichen Berathung hätte und durch ihre Mitglieder in stetem Contact mit den Wählern bliebe, so wäre einer Einseitigkeit der zum öffentlichen Gehör kommenden Gutachten gerade vorgebeugt, die man dem volkswtrthschaftlichen Senate heute a priori zum Vorwurf macht. — Aber dieses „Wenn" freilich müßte erfüllt sein und nicht durch das „Aber" von Ernennungn von Mitgliedern des Senates durch die Regierung oder durch Beschränkung der Wählerkörperschaften auf gewisse Jntereffen-Gruppen entkräftet werden I — Man muß gestehen, daß in dieser Beziehung die „Permanenz", die man dem Volks- wirthschaflsrathe geben will, verdächtig ist, denn eine so zusammengesetzte Vertretung kann eben nicht permanent tagen; aber es ist ja möglich, daß der Ausdruck nur ungeschickt gewählt ist und etwas Anderes bezeichnen soll, als man ihm jetzt unterlegt. Es mag etngewandt werden, daß der Volkswirthschaftsrath keine beschließende Gewalt haben soll und cs somit immer noch im Belieben der Re- gierung und der Parlamente liegt, seine Meinung zu befolgen oder nicht. — Ptttt Mh. W'lh. Hch. Otto Kempf. 8* Fr. Leib, ll- Meesumn. ln. 3. Ricker. • Nob. Timon. A Wallen- ■L Wenstl. -AK WA Art. lume (aus Nord Q(t bem Beumm die »lieber W [prüft und als seh' Deutschland. m Darmstadt, 7. October. Die Abgeordneten Dr. Osann und Baur haben bekanntlich vor einiger Zett in der zweiten Kammer den durch eine Eingabe der Ortsvorstande von 28 Gemeinden des Kreises Groh-Gerau unterstützten Antrag etngrbracht, der Großh. Staatsregierung den Wunsch auszusprechen, daß der Main bet Kostheim durch "ne feste gebende Brücke überbrückt werde, und Grohh. Staatsrrgierung um Einbringung einer entbrechenden Vorlage bet den Ständen des Großherzogthums zu ersuchen. Dem von dem Abgeordneten Dr. Schröder Namens des Finanzausschusses der zweiten Kammer in dieser Materie erstatteten Berichte entnehmen wir, daß dt- statistische Übersicht über den Verkehr auf den Schiffbrücken des Großherzogthums für das 9«^ 187^"Lel eine Brückeneinnahme von 9099 JL 55 ergibt. Der Hauptvoranschlag der Staats-Ein- r.abmen und -Ausgaben deS Großherzogthums in 1879/82 verrechnet für ein 2«hr der laufenden F'nanzperiode für Brückengeld und Ueberfahrten an Einnahmen 116,900 J4, a" Ausgaben 147,360 X so daß der jährliche Staatszuschuß für diese Verbindungswege fick ^0 460 berechnet. Dabei ist die Jahreseinnahme der Mainuberfahrt zu Kostheim mit 9000 JL ange- nomen, welcher eine Ausgabe von 8128 gegenübersteht so daß sich der mögliche Reinertrag auf 872 JZl stellt, wobei die Verzinsung des Brückenkapttals nicht mit einbegriffen ist. Bet der von den Antragstellern gewünschten festen steh.nden Brücke würde allerdings der größere Theil dieser jährlichen Ausgaben Wegfällen und vielleicht das Brückengeld etwas erhöht werden können. Auf diese Frage näher etnzugehen, scheint indessen nach dem Berichte dem Fmanz- ausschuß noch nickt angezeigt, und wollte der Berichterstatter nur kurz den bestehenden finanziellen «ustcknd der Kosthcimer Brücke angeben. Unterm 3. September ging nunmehr auf desfallsige Anfrage dem Referenten eine Meinungsäußerung in der vorliegenden Angelegenheit -u, wonach tn Folge der Eingaben und des Antrages Voruntersuchungen stattgefunden haben. Es wird weiter darin ausgeführt, besondere Verhältnisse seien der Anlage einer Schiffbrücke be. Kostheim wegen der nahen Ausmündung des Maines in den Rhein hinderlich. Solle den bestehenden Uebelständen abgeholfen werden, so erübrige nur die Erbauung einer festen st-henden Brücke bet Kostheim. Die jetzige Ueberfahrtstelle erscheine als Baustelle für dre stehende Drucke nicht geeignet und sei die Baustelle oberhalb Kostheim zu suchen, um diesen Ort vor Gefahren zu bewahren, zu welchen eine stehende Brücke an der gegenwärtigen Ueber ahrt oder unterhalb derselben Veranlassung geben könnte. Werde die stehende Drucke oberhalb Kostheims angelegt, so werde allerdings eine Veränderung der beiderseits anschließenden Straßen erforderlich; es konnte aber die Straßenstrecke auf der Kostheimer Seite zugleich als Schutzdamm für diesen Ort bet Hochfiuthcn und Eisgängen ausgebildet werden. Das Projekt der Erbauung einer stehenden Brücke bet Kostheim sei erst tn Anregung gekommen nachdem Verhandlungen wegen der Kanalisirung des Maines auf Kosten der Königlich Preußischen Regierung stattgcfunden- Der betrcffende Staatßvertrag sei indessen noch nicht abgeschloffen und d e Großh. Regierung werde darauf Bedacht nehmen, daß durch die Ausführung des Main-Kanalistrungswerkes bet Kostheim kein Hinderniß für den Ban einer stehenden Brücke geschaffen oder die Bausumme erhöht werde. Das Kreisbauamt Mainz habe die Kosten der Erbauung, inel. Herstellung von Verbindung«- ®ra «n mit b“r®atmTabt.®«initr 66* und mH M* ,u 1,800,000 4 «IW welche Summe jedoch der oberen Baubehörde zu hoch erschienen, weßhalb d,e Ausarbeitung eines Biückenpro eetes angeorvnet worden sei. Daffelbe liege noch nicht vor und e ne Veranschlagung der Kosten sei noch nicht möglich gewesen. Die Großh. Regierung verkenne nicht daß die Erbauung einer stehenden Mainbrücke bei Kostheim für d-n Vermehr der Rtedorte und der ganzen Provinz Starkenburg mit Rbeinheffen und einem Theile der Provinz Heffen-Naffau von großer Bedeutung sei, insbesondere dann, wenn die stunde Straßenbrücke über den Rhein bet Mainz erbaut sein werde. Die Regierung werde die Sache m «uBe Begatten, beabsichtige aber nicht, noch auf diesem Landtage eine Vorlage wegen BeivMigung der Mittel zu machen. Nack dieser eingehenden Eröffnung der Negierung beantragt der Ausschuß, ohne zu dem Gegenstand selbst Stellung zu nehmen, die Kammer wolle an Großh. Negierung das Ersuchen richten, die erforderlichen Vorarbeiten zur Herstellung eines Projectes für d e Errichtung einer festen Brücke über den Main bei Kostheim nebst Kostenvoranschlagen zu beschleunigen und alsdann der Kammer wettere Mtttheilung zu machen. Berlin, 6. October. Ueber die Thetlnahme des Fürsten Bismara an der Dombaufeter in Köln ist noch nichts bestimmt. Wie es heißt, hat er seine Anwesenheit in Köln lediglich von seinem Gesundheitszustände abhängig gemacht^ N - amtlicher Nachweisung über Verunglückungen beim Bergbau ergibt sich, daß von den 233,617 beschäftigten Arbeiten 575 tödtlich verunglückten , also je einer von 410 Mann, während im Vorjahre 1* einer von 428 verunglückte. Die meisten Fälle der Verungluckung Stetn- koblenbergbau vor: 2282 Personen wurden vorübergehend, 143 dauernd arbeits- und erwerbsunfähig. Die bergmännische Productwnim ^na^ten Jahre lieferte 939,580,158 Ctr. Mineralkohlen und Bttumen Werthe von 203,961.261 JL, 9,822,150 Ctr. Mineralsalze im Werthe von * I äln5Ä"£ VSSÜ SÄ«' uflrbe ernannt J berufenden "betenden Mil-; geleit entgegen. r ftret Aiürg ri ein, ü Ease Klein: i klilgiieder. öoereiii8. Schullokale kann ÄMn derselben S Vorstandes: _ :el r. E. Fehsenfeid) Mrenben Inhalts . Zweimal wöcheni- ___M er, Sailen, >cppt Gießen | Schulstraße B. 18. Werthe von 535 «,/£.). Bei der Roheisen-Production waren 1004 Oefen in i Betrieb, welche 32,793,515 Ctr. im Werthe von 89,893,440 «X producirten. Oesterreich. Wien, 7. October. Alle Mächte sind darüber einig, daß eine weitere Discufsion mit der Pforte zwecklos ist. Die englischen Vorschläge, weiche über die Flottendemonstration hinausgehende Zwangsmaßnahmen befürworten, werden im Princtp auch von den conservattven Mächten gebilligt. Ilrankreich. Paris, 6. Octbr. Der Krtegsmtnister hat in einem Rundschreiben an die Eorps.Commandanten dieselben aufgefordert, besondere Locale herzustrllen, in welchen sich die Soldaten in ihren freien Stunden versammeln, um unter der „väterlichen Überwachung" eines Unterofficters lesen und schreiben und sich untereinander unterhalten zu können. Dieses Local muß sich in der Nähe der Regimentsbibliothek befinden, deren Bücher den Soldaten zur Verfügung gestellt werden. Sie erhalten außerdem zu ihren Studien und zur Correspon- denz mit ihren Familien das nölhtge Papier unentgeltlich. Ein besonderer Saal wird für die Unlerofficierc hergestellt werden. Paris, 7. Octbr. Nachdem alle Cabinete die neueste türkische Note für indiscutabel erklärt haben, schlägt England die Jnpfandnahme mehrerer türkischer Hafenplätze vor, um die Türkei durch die Beschlagnahme von Einkünften zum Nachgeben zu zwingen. Der Vorschlag wurde auch von Deutschland und Oesterreich als discuttrbar erklärt. Alle Mächte sind dafür, daß energische Zwangsmaßregeln anzuwenden seien. Frankreich gedenkt sich auf gleicher Linie mit Deutschland zu halten. tzngtand. London, 6. Octbr. Em Großgrundbesitzer in Irland, Sir Edward Denny, hat die Pächter seiner Besitzungen, welche die Stadt Tralee und das Land in der Umgegend meilenweit umfasien, durch ein Rundschreiben benachrichtigen lasten, daß er den gegenwärtigen Pächtern Pachtverträge für ewige Zetten gewähren wolle. Der im Jahre 1829 festgesetzte Pachtzins soll betbr- halten und außerdem ein sechsjähriger Pachtzins als Gegenleistung für die Bewilligung des ungestörten Pachtbefitzes gezahlt werden. Die Pächterschaft erachtet diesen Vorschlag als den besten, der bis jetzt zur Lösung der Landfrage in Irland gemacht worden. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Offenbach, 7. Octbr. Morgen Nachmittag treffen zu einem sechs' tägigen Besuche des Prinzen Georg und seiner Schwester, der Prinzessin Louise von Hesten, der König und die Königin von Dänemark (von Gmünden kommend) gleichzeitig mit der Herzogin von Nassau in Rumpenheim ein. Stuttgart, 7. Octbr. Die „Würtcmb. LandeSztg." meldet: Der General-Auditeur Oelschläger ist heute von Berlin hier eingetroffen und con- ferirte mit dem Krtegsmtnister v. Wundt, wie verlautet wegen einer Vereinbarung bezüglich der deutschen Miltkär-Strafproeeß Ordnung. Wien, 7. Octbr. Dem „Wiener Tagebl." zufolge bestünde ein neuer Vorschlag darin, daß die europäische Flotte im Archipel erscheine und eine der türkischen Inseln in Besitz nehme, um die Pforte zur Erfüllung ihrer Ver- pfltchtungen zu zwingen. — Londoner Meldungen der „Neuen Fr. Pr." zufolge würde es sich um einen Cordon zur See zwischen den europäischen und astatischen Küsten der Türkei handeln. Paris, 7. Octbr. Die „Republtque francaise" bespricht ebenfalls die jüngste Note der Pforte und meint, sie übersteige jedes Maß in dem Grade, daß man die Note so behandeln dürfe, wie die Handlungen und Worte von Leuten, welche theilwetse der Urthetlskraft beraubt seien. Es werde gut sein, wenn die Mächte nicht die Natur des zu überwindenden Hindernisses aus den Augen verlören. Dieses Hinderntß sei einzig und allein der Wille des Sultans. Es gebe unterrichtete Leute in Konstantinopel, welche diese Hartnäckigkeit des Sultans einer gewissen Geistesstörung beilegen zu müssen glaubten. Wenn es auch kein anderes Hinderniß zu überwinden gebe, so sei gegenwärtig die Lage der Dinge nicht minder schwierig und es sei angezeigt, derselben die größte Aufmerksamkeit bei den Verhandlungen zuzuwenden, welche die türkische Note veranlassen würde. — Das „Parlament" schlägt vor, Montenegro einen Theil der Herzegowina zu überlassen und Oesterreich zu gestatten, von Novibazar und Prestina Besitz zu ergreifen. Wien, 7. October. In einem hiesigen Hotel garni wurde ein Geld- briefträger, der einen Geldbrtef brachte, von einem Passagier vergiftet. Dieser ergriff iodann die Flucht, ohne die Geldbriefe geraubt zu haben. Santander, 7. Octbr. Eine Feuersbrunst zerstörte hierselbst mehrere Häuser. Der Schaden ist sehr erheblich. Now, 7. Octbr. Der „Italic" zufolge wird der König von Griechenland übermorgen vom Papste empfangen werden. Der Papst forderte den Staatssecretär Cardinal Nina auf, nach Rom zurückzukehren und der Begca- nung beizuwohnen. — Nuntius Jacobini wird demnächst hier erwartet. London, 7. Octbr. Gladstone und Granville conferirten heute zusammen. Der russische Botschafter machte Granville einen Besuch. Berlrn, 8. October. Die „Nordd. Allgem. Zig." schreibt: Im gegen- wärtlgen Augenblicke, wo die Executive gegen die Türket von einigen Seiten auf die Tag sordnung gesetzt wird, dürfte es nicht ohne Interesse sein, die einschlägigen Bestimmungen des Berliner Friedens ins Gedächtntß zurückzu- rufen. — Das genannte Blatt veiöffntltcht sodann den Wortlaut der be- treffenden Stellen aus dem Protocoll XVIII v m 11. Juli 1878, wonach die russische Proposition nebst einem österreichischen Amendement über die Contro- lirung und Beaufsichtigung der Ausführung der Stipulationen des Berliner Friedens vom Congreß nicht angenommen wurde und der türkische Bevollmächtigte erklärte, die Pforte sei bereit, den Vertrag, soweit derselbe sie betreffe, auszuführen, sie lehne aber ab, eine Controle auszuüben, oder sich einer solchen zu unterwerfen. Verwischtes. W ürzburg, 2. Octvber. Unsere Schwurgerichtsverbandlungcn bitten gewöhnlich ein sehr trauriges Bild menschlicher Verkommenheit, aber zum Glücke dürfte selten ein solcher Kall ^nporender Brutalität zur Verhandlung gelangt sein, wie der gestern gegen den Dienstkneckt Zenner von Rothensand und dcssen Verlobte, die 43jährige GürtlerSwittwc Hetzel von Kirchlich. Tie Verhandlung entrollte gräßliche Details einer fortgesetzten Kette von Grausamkeiten die ein gereifter Mann mit kaltem Blute an einem 4jährigen Kmde beging, um es nach und'nach 1 aus der Welt zu schaffen. Die Sache ist nach dem „Fränk Volksblatt" folgende. Kunigunde Hetzel hatte von ihrem Manne 3 Kinder aus der ersten Ehe zugebracht bekommen. Zu Lebzeiten ihres Mannes und auch nach deffcn Tode war sie diesen ihren Stiefkindern eine wirkliche Mutter gewesen und hatte liebevoll für sie gesorgt, biß sie sich im September des vorigen Jahres mit dem 43jäh,igen Joh. Renn-r, ledigen Dlrnstknecht von Rothenjand, verlobte. Mit diesem Manne, der sofort mit seinem Vater bei seiner Braut Wohnung nahm, zog ein böiev Geist in's Haus, die drei Kinder waren ihm ein Dorn im Äuge, und besonders gegen das jüngste richtete sich seine Wuth; es ist leicht erklärlich, daß Renner die Wittwe nur wegen ihr-s Änwesens und ihrer sonstigen geringen Habseligkeiten heirathen wollte, daß ihm abcr die drei Kinder bedeutend im Wege standen, und es geht aus allem hervor, daß er beabsichtigte, zuerst den ohnehin schwächlichen Andreas aus dem Wege zu räumen. Er quälte unv malträti'rte das Kind auf die schauerlichste Weise, indem er dasselbe täglich mit der Hand, mit einem Lineal, Dachschindeln und Schleisenspähnen, namentlich an jene Körpertheile schlug, die von früheren Mißhandlungen her wund waren und eiterten, indem er ferner diesen Knaben am Ärme riß, daß letzterer luxirt wurde, indem er denselben im Zimmer herumhetzte, mit Füßen nach ihm trat, indem er endlich denselben in einen Schweinestall bei der größten Kälte im Winter sperrte, oder ihn mit bloßen Füßen auf einem Stein stehen liefe. K. Hetzel ist beichuldigt, in derselben Zeit dem Kinde ungenügende Kost, Kleidung und Lagerstätte gegeben zu haben, indem dasselbe des Tagest nur einmal Warmes erhielt, Abends oftmals hungrig zu Bett gehen mußte, bei der größten Kälte seine Lagerstätte unter dem Dach hatte und barfuß zu geben gezwungen war, ferner dem Renner, ihrem Bräutigam, bei dessen Mißhandlung nicht ernstlich entgegengetreten zu sein, somit beide im Einverständnisse gehandelt zu haben in der Absicht, den Andreas Hetzel vorsätzlich zu tobten. Das arme Kind, das vorher sich gut entwickelte, wurde nach der Anklage ganz geschwächt und wäre es bei kurzer Fortsetzung obiger Behandlungsweise sicher dem Tode verfallen, wenn sie nicht an der weiteren Ausführung nur durch die seitens des Vormundes erstattete Anzeige und das Eingreifen der Behörden gebindert worden wären. Die Geschworenen sprachen gestern den Renner wegen Mordversuchs schuldig und die Hetzel des Vergehens der Verwahrlosung ihrer Kinder. Urtheil- Renner 5 Jahre Zuchthaus, Hetzel 4 Wochen Haft. London, 1. October. Das traurige Tagewerk, die Leichen der in der Sheamgrube verunglückten Bergleute zu Tage zu fördern, geht seinen langsamen Gang. Heute wurden deren acht ans Tageslicht gebracht. In der Wasserflasche eines derselben fand sich folgender an seine Frau geschriebene Brief. „Liebe Margarethe! Wir sind hier jetzt unser vierzig beisammen- Einige beten, meine Gedanken aber verweilen bei unserem lieben kranken Kinde. Ich denke, es und ich werden gleichzeitig in den Himmel kommen. Gott schütze Dich, liebes Weid, und'die Kinder. Liedes Weid, lebe wohl. Meine letzten Gedanken sind bet Dir und den Kleinen Lehre diese für mich beten. O, wie gräßlich ist unsere Lage." (Das kranke Kind war am Tage der Explosion gestorben.) Mit welcher Ergebung die Verschüttrten ihr Ende erwarteten zeigt folgende Inschrift, die an einer Ventilationsthür in der Tiefe des Schachtes entdeckt wurde: „Wir leben noch alle. 3 Uhr. Gott erbarme sich unser. Wir beten alle zu ihm um Hülfe. Rodert Johnson." Auf einer Planke in einem anderen Theil deS Schachtes fand man folgende in festen Schriftzügen mit Kreide geschriebenen Worte: „Gott der Hcrr war mit uns. Wir sind alle bereit für den Himmel." Braunschweig. Der Hausknecht eines hiesigen Kaufmanns bestahl seinen Brod- herrn um eine geringe Summe; da er sich später wieder gut machte, schrieb der Herr ihm nach Jahresfrist beim Dienstabgang „ehrlich" in'L Buch, woraufhin er bald bei einem anderen Kaufmann in Dienst kam. Nicht lange, so ergriff er jedoch die Gelegenheit, seinem neuen Principal eine größere Summe zu stehlen; nachdem er sie vergeudet, tarn es an's Licht, fein früherer Principal wurde auf Ersatz verklagt und mußte die ganze Summe — 2ii00 jl zahlen! Man hüte sich daher vor Ausstellung unrichtiger Zeugnisse — Eine schreckliche Entde^ung bat ein Lootsendoot von Newyork gemacht. Die Mannschaft desselben berichtet, daß es zwei Tagereisen vom Hafen entfernt, dem britischen Schone „Gladiator", mit dem Kiel aufwärts, begegnet sei. Das verunglückte Fahrzeug befand sich in der Fahrstraße, wcßhald eine Bootsmannschaft ausgesandt wurde, um es zum Sinken zu dringen. Der aus dem Innern des Schiffsraumes aufsteigende Gestank von verwesten Leichen war jedoch so entsetzlich, daß die Mannschaft ihr Vorhaben aufgcden mußte. Am Bugsprit hing die Leiche eines Matrosen und die Lootsen sind überzeugt, daß sich die Leichen der ganzen Schiffsbemannung in dem Fahrzeuge befinden. — [Der Gensdarm als Kunstkritikers Mars ist den Künsten nicht hold. Man kann das Nämliche mit demselben Rechte von modernen Gensdarmen, zumal von jenen im Lande Tirol, behaupten. Dies beweist ein Geschichtchen, das in nachstehender Weise erzählt wirb: Die Rainer, das ist die bekannte Tyroler Sängergesellschaft, welche Winters mit ihren Liedern und Jodlern die Welt durchstreift, eröffnen alljährlich zur Sommerszeit in Achensee einen Gast Hof, der keinem Touristen fremd ist, denn das ländliche Hotel, welches auch die Sängerinnen der Jodlergesellschaft, zumeist schmucke, frische Mädchen, während ihres Sommeraufenthalts be^ herbergt, hat dadurch einen pikanten Reiz ganz eigener Art gewonnen und ist längst der Anziehungspunkt von Künstlern und Poeten geworden. Einen ganz deutlichen Beweis hiervon giot das Album der Gesellschaft Rainer, in welches sich zahlreiche berühmte Namen eingetragen haben und nicht selten auf stimmungsvollen Gedenkblättern ober unter lieblichen Hanozeichnunaen. Das Album barf sich sogar rühmen, ein ganz interessantes Werk zu fein; denn zumal unter den Handzeichnungen findet man den Stift Defreggers, Markarts und Angelis, sowie anderer hervorragender Maler vertreten, deren Beiträge den künstlenichen Werth der Sammlung bedeutsam erhöhen. Es traf sich nun vor Kurzem, daß ein Gensdaim — wie man sie dienst- befllffen und nach allerlei Böscwichtern fahndend, oft ländliche Streifungen unternehmen sieht — in den Gasthof der Rainer einkehrte, nicht um Labsal und Erholung zu suchen,'sondern um zu vigiliren und zu tbun, was „seines Amtes ist". Er fragt nach dem Fremdenbuche und arg. los wurde ihm das Album gereicht, im Grunde genommen auch ein Fremdenbuch. Der gestrenge Gensdarm durchblätterte die Autographe und Zeichungen, schüttelte den Kopf und langt sodann nach der Westentasche, aus welcher er ein Stück Röthel hervorzieht, welches grimmig in den Fingern des gestrengen Sicherheilswächters funkelt. Und mit einer raschen Wendung fährt der Mann über eine Der Zeichnungen, dann über eine zweite und dritte hin. Das ver- hängnißvolle Röthel gräbt tiefe Furchen in die schönen Blätter. Da naht zufällig ein Mädchen der Rainer'schen Gesellschaft, erblickt das Vernichtungswerk und fällt mit einem Aufschrei des Entsetzens dem Gensdarmen hindernd in den Arm. Der aber blickt empor, als ob Nichts geschehen wäre und spricht mit klassischer Ruhe die oenkwüidigen Worte: „Gehört sich das in ein Fremdenbuch? Da hat man nur Namen, Stand und Charakter und die Art der Legitimation einzuschreiben. Das Uebrige gehört sich nicht." Sprach's und ging. — [6in Rechen-xempel.j Ein Wiener Banquier, bekannt durch seine Munifizenz gegen Künstler und Künstlerinnen, selbstverständlich gegen letztere in größerem Maße, erhielt dieser Tage einen Brief von einem auch am Thespiskarren ziehenden Bekannten, der Vater einer gros-m Familie ist und der sich in einer momentanen Geldverlegenheit befand. Der Brief lautete kurz: „Herr, ich habe zwölf Kinder, Sie haben nur fünf, leihen Sie mir 25 Gulden. Achtungsvoll rc." Der Banquier las den Brief und schrieb als Antwort: „Ich kenne Sie und Ihre Lage und bin gern bereit, Ihnen zu helfen. Sie irren aber, wenn Sie sagen, ich hätte fünf Kinder, ich habe deren sechs, Sie werden daher entschuldigen, wenn ich Ihnen statt der gewünschten 25 Gulden für Ihre 12 Kinder, nur 23 Gulden 50 Kr sende, indem ich 1 Gulden 50 Kr. für mein sechstes Kind in Abzug bringe; ich hoffe, daß Sic einsehen werden, daß ich Ihnen daffelbe ohnehin billigst berechne. Mil Gruß Ihr rc rc." InschbüLer in Gießen. Sonntag, den 10. October. Christian Faß, Neue Bäue. Louis Kämmerer, Seltersweg. Ludwig Schneider, Neustadt. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeindezuGiehen. Gottesdienst: Sonntag, den 10 October. Morgens 9i/z Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 17. Oktober, wird das heil. Abendmahl gefeiert; die Beichte findet Tags zuvor Nachmittags 2 Uhr statt. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom W. bis 16. Oktober besorgt Pfarrer Schlosser. 9f9en tQg Ä 7 « bUM™, 7«!«, d, d, ***ä, g'S'S'HAHrtten 'M--« H,,,l 4 kft™"V hä^uM »tne bei ^°°>en Hast "Si; ^rdcn dttn, ^"dnan feine M fceiiammen. 3ch denke, eg Heid, und die ° den Kleinen Kind war am lbt erwartelen «ntveckc le iu ihm um sand man »n mit ung. >l 'onen $rob- Hkn ihm nach n anderen Rauf: neuen Principal > l’in früherer > zahlen! Man L Die Mann- sieben 6d}one, i befand fich in nfm ju dringen, chen war jebodi l ding die Leiche chiffsbcmannuaz d. Man kann jtntn im ßanöt 1 erzählt Wirb; t ihren Liedern ifee einen Saft ie Sängerinnen raufintbaltg bc ; längst der An- eig hiervon giot imm eingetragen pancieidmunptn. enn zumal unter , sowie anderer Sammlung be- man sie dienst- nernehmen siehe en, fendern um ibudje und arg- jueb. Der oe-. Stopf und langt welches grimmig ;aid)cn Wendung bin. Das ver- llig ein Mädchen em Wei des 18 oo Mts ge- ebört sich das In , Zit der Legiti- Mnisizenz geg'N -dielt dieser läge atet einer gro^n rief lautete kurz: zchiungsvoll rc.' ) 3brt Lage und fünf fiin^.i* oei gewunichte» Kulten 50 fit. oaß ich >,n Kömmerer, 'tüt !»• zrichtt findet Fischerei in der Oberförsterei Romrod. Montag den 11. Oktober, wird der Buchhölzerteich bet Rom, roh, 1 Stunde von der Bahnstation Zell-Romrod entfernt, ausgefischt und das muthmaßlichr Erqebniß ca. 20 Ctr. Karpfen und ll/2 Ctr. Hechte von Vormitttags 10 Uhr ab, in größeren und kleineren Parthien öffentlich meistbietend versteigert. Romrod, den 6. Oktober 1880. Großherzogl. Oberförsterei Romrod. 6556)_______Seyd.____________ Arbeitsiiersteigerung. Montag den 11. ds. Mts., Rachmitiagö 3 Uhr, soll in dem Rathhauszimmer zu Heuchelheim has Graben e ues Brunnens, veranschlagt zu 105 «X, durch öffent- l'.che Versteigerung in Accoid oer» geben werden. Heuchelheim, am 5. Oklbr. 1880. G>oßh. Bürgermeisterei Heuchelheim. I. A.: 6535)_______Senling._____________ Arbeitsversteigerung. Montag den 11. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen in der Rathhausstube zu Klein- Linden nachstehende Arbeiten wenigst- fordernd in Accord vergeben werden: Schreinerarbeit, veranschl. zu 156,20 Anstreicherarbeit, „ „ 37,85 Zerkleinern von Unterhaltungs- ftetnen, veranschl. zu . . 45,— Neapflastrrung einer Goffe, veranschl. zu.....180,— Aufräumen von Gräben, veranschl. zu......96,— Klein-Lmden, am 5. Oktober 1880. Großh. Bürgermeisterei Klein-Linden. I. A.: 6534) _ S euItng.__ Versteigerung von Baumaterialien. Montag den 11. October er., Vormuiags 10 Uhr, soll in der academtschen Klinik dahier die seitherige noch gut erhaltene Biblio- thekstreppe auf dem Stand versteigert werden, sowie darauf folgend im Hof der Klimk eine Parlhie alte Sand- stetnplatten, verschiedenes Gehölze,Eisenwerk, alte Thüren, Läden rc. G eßen, den 6. Oktober 1880. Großherzogl. Kreisbauamt G.eßen. In Vertretung: Faust, 6594) Kreisbauaufseher-Aspt. Dienstag den 12. Dktober, Nachmittags 2 Uhr, werben im Hause der Gebrüder Köhler im Gartfeld dahier ein feuerfester Kasseschrank, ein Comptoirpult, eine Copirpresse und einige andere Comptoirrequisite öffent- Iid) gegen Baarzablung versteigert. Gießen, den 8. October 1880. 6581) M. Pilger, Masseeurator. Samstag bin 9. bs. Mts, werden in der Flett'schen Hofraithe dahier gegen Baarzahlung versteigert: um 1 Uhr: Eine Parthie Ladenreale, von 2 Uhr an: 1 Sopha, 1 Taschenuhr, 1 desgl. mit Medaillon, 1 Kommode mit Glasaufsatz, 1 Sopha, 1 Schrank, 1 Nachttisch, 8 Oeldruckbilder, 1 Spiegel, 1 großer Schrank, 1 Kasten, 1 Tisch und 1 Nähmaschine. Gießen, den 7. Oktober 1880. 6572) Geißler, Gerichtsvollzieher. Jeikgeöotenes. 'öl 15) Eine große Leiter, eine Steh- leitev und ein Schubkarren (Kastenkarren) billig abzugeben._____________Lit. C. 104- Irische Butter und Eier offerire zum Marktpreis. (6591 S. Elsoffer, Marktstraße 205. Allgemeiner Anzeiger. 6333) Am Freitag den 29. October e., Nachmittags 2 Uhr, soll die der Kretssparkaffe zu Wetzlar zugehörige Wffermühte bei Neukirchen (Kreis Wetzlar) in dem Kaffenlocal Hierselbst unter günstigen Bedingungen meistbietend verkauft werden. Die Mühle, an der Kretsstraße belegen, hat 2 Mahlgänge und 1 Oel- gang. Die Gebäude, vor wenigen Jahren erst neu erbaut, befinden sich im besten Zustande und sind hinreichend zu einem ausgedehnteren Betrieb. Die zugehörigen Ländereien (ca. 90 Ar) liegen nahe bet der Mühle. Nähere Auskunft crtbeilt der Dtrector der Kaffe P. Schlabach. Wetzlar, den 25. September 1880. Das Kuratorium der Kreis Sparkaffe. i Amerikanische Zimmer-Lesen mit Illumination (D. R. P. 1835) mit und ohne Hoch - Einrichtung $ zum sofortigen Gebrauche zusammengestellt; kein Erglühen der Eisen- theile; stetige Ventilation der Zimmerlust; gegen jede andere Heiz, und Kocheinrichtung: circa 30 O|o Kohlcnersparuiß garantirt. Einmalige Anfeuerung der Oefen genügt für den ganzen Winter. Referenzen über die unübertroffene Leistungsfähigkeit dieser Oefen stehen zu Diensten. (6162 Alleinverkauf bei Heinrich Lindner, ____A Medensstraße 1, Frankfurt a. M. Alleinverkauf in Gießen bei Theodor Haubacli, Bahnhofstr. C. 126. raaförnHew ÜamipMSeüiGmai-LefeerWrara (allgemein bekanntes, werthvolles Heilmittel) aas der frischen Dorschleber bereitet, rein und unverfälscht, fast gänzlich geruchlos and von reinem Geschmack, vom beeidigten Handels-Chemiker Herrn Dr. G. L. Ulex in Hamburg als Dorschleberthran bester QapflÜit bezeichnet, empfiehlt dio Lofoden-Fischguano- tf. Fischproducten-desellschaft in Hamburg, Gigentr-ümeritt der bevcutcudften Thran-Fabrik auf den Lofoden-Jnseln in Norweger». Laut Attest des Geheimen Hofraths und Professors Herrn Dr. R. Fresenius in Wiesbaden ist unser Lofoden-Dorschleberthran als ein vollkommen reiner Leberthran bester Qualität zu bezeichnen. Verkaufsstelle in Gießen bei Carl Schwaab. (5886 L6 'S -Ilvvu-yuM (Z8€9 Mhozu tpjpish udytimia »r u^quap)?!) usgv^s^l usv^unv uspvm .1$) gigü uqn 'uatioVaq aim uaa atppai 'uszovp^ npja qun aqig^9iDi?u)aai^ u-tzPgtz rrq 1P<1W W <3KS lDi8H3SSV3 qnn 3strj =131131 '3tz3K IIMnDOK Für Wirthc. 6497) Unterzeichneter erlaubt sich die Herren Wirthe auf die neuesten Veränderungen an den Bierapparaten, wie solche durch Gesetz in ganz Preußen cingeführt sind, aufmerksam zu machen. Dieselben garanttren außer Zuführung frischer, reiner Luft, auch die absolute Trockenheit des Luftkesiels. Apparate stets vorrälhig.___________H. Schaff8tiidl, Metallgießer. Aocal Veränderung. 6402) Von heute an befinden fich meine Geschäfts- und Wohnungsraume in dem Hause des Herrn Heinrich Kinkel, Conditor, Marktstraße D. 205. Gießen, den 1. October 1880. N. Elsoffer, Gießener Ander-Gesellfchaft. 6580) Unsere verehrt, activen und passiven Mitglieder werden zur Einweihung unseres neuen VereinSlocals im „Weinsaal“ auf Samstag Abend, deu 9., freundlichst eingeladen. Dee Vorstand. Schirme! in guter Seide und Zanella zu äußerst billigen Preisen. Reparaturen werden schnellstens besorgt. (6586 ______Johanna Lang. la. neue Häringe, marinirte Häringe, Sardinen, Salz- und Essiggurken empfiehlt (6429 Rud. Göbel. | Aepfelmost im „Frankfurter Hof/* Neue holl. Häringe, beste Qualität ä 6 Pfg., empfiehlt 6569) S. Elsoffer, Marktstr. 205. Cinmachsüsser in jeder Größe empfiehlt (6471 Carl Heil) Schloßgasse. Feinst marinirte la.Uoirij(iringe empfiehlt (6538 H. F. \a sauer. 6413) Eine größere Steinsammlung mit schönen Versteinerungen billig zu ver- kaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Aepfelmostg bei Louis Möser im „Kühlen Grund." Ia. neue holl. Vollhäringe in extra schöner Waare per Stück 8 empfiehlt (6530 H F. Naffauer. Buchenes und tannenes Brennholz, Eichen- unb Buchen-Bohlen verschiedener Starke bei (6511 H. Keck. 6430) Mein auf's Beste assorlirte Cigarreiilager bringe in empfehlende Erim crung. Achtungsvoll _________Rud. Göbel. 81einkohtenkasten (gewöhnliche und lackirte), Kohlen- löffel, Stocheisen empfiehlt Wilhelm Seibert, 6576)Marktftraße. G^cacao POUDRtl Suchard entölt, leicht verdaulich, und dennoch sehr stärkend; für Reconvä- lescenten und schwächliche Constitutionen äusserst empfehlungs- werth. 4970 Hochseine 8uma1ra - Cigarre mit rein amerik. Einlage zu 5 empfiehlt (6280 Gg. Will). Mcidig. Fahrer hinkende Bote,IZ Wandkalender, Keichsbote, |2 5142) bet Wilhelm Klee. W'ederveikäufer erhalten hohen Rabatt aa (<-,,-r fipnfpr s Kochherde u. Oefen TgS" ÄKÄ frökt WlTSlchen VLVIV l djtiytl, S bester Construction “X"’ “K?1 ^6"3 Tafelwaagen. Kohleneimer. E in grosser Auswahl. Gg. Wilh. Weidig. Wallthorstrasse. (6056 6599) bettet. Der Vorstand. 6587) ü Louis Gail, 6575) Ein kreuzsaidiges grobes prachtvolles Piano, erst ein Jahr alt, wegzugshalber zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d- Bltts. 6590) Einem jüngeren, tüchtigen Arzt wird eine einträgliche Praxis in einem freundlich gelegenen Städtchen Oberhessens mit grobem Landbezirk nachgewiesen. Offerten sub Nr. 6590 an die Expedition dieses Blattes. Vermischte Anzeigen. 6577) Ick suche einen Lehrling. Bedingungen günstig. Earl Hensel, Eisen-, Dielen-, Kohlen- und Colonial- waarenhandlung. Mn-Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6", 12 446. Dillenburg 6", 12, 448, 95. Siegen 6", 12, 4,49. Wetzlar 6«, 81®, 10, 12, 4«, 7«*, * bedeutet Schnellzug. (3875 4 Schulhaus -Einweihung. Sonntag den 10. d. Mts. findet die Einweihung des neu erbauten Schulhauses zu Leibgestern statt. Aufstellung des Fcstzugs Nachmittags 2 Uhr, wozu Freunde der Sache ergebenst einladet (659b Leidgestern, am 7. Ocibr. 1880. Hess, Bürgermeister. Todes - Anzeige. 6593) Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige ' Mittheilung von dem am 6. October Nachts 12 Uhr nach schwerem | Beben erfolgten Hinscheiden unserer lieben Gattin, Mutter, Tochter, । Schwiegertochter, Schwägerin und Schwester lUiftjßfrrune Magner, geb. Valentin. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Statt: Samstag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause (Hardtberg) aus. BBstmesa tÄn. in Mannheim. (664 Die Renten- und Lebensversicherungsanstalt zu Darmstadt hat gegenwärtig Gelder zum Ausleihen gegen hypothekarische Sicherheit verfügbar. Näheres bei I. PH. Müller, Drucksachen- V erwalter. Frohsinn. Heute Abend präciS 9 Uhrr Generalversammlung. Um recht zahlreiches Erscheinen wird dringcndst ersucht. (6592 Der Vorstand. CROSSES CONCERT von der Capelle des II. Gr. Hess. Inf.-Regts. Nr. 116 unter Leitung ihres Capellmeisters Herrn C. Krauss e. Anfang ’/2S Uhr. Entree 35 Pfg. «t nn । Bier im G-las- Mittagstisch, Restauration Fr. Lony 6118) Marktstraße. Gesangverein „Harmonie". Heute, Samstag den 9. Oetober: Feier des 32 jähr. Stiftungsfestes im Saale der Restauration Albold. Entree ä Person 20 Pfg. Anfang 7 Uhr. Todes Anzeige. 6601) Allen Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige die traurige Mittheilung, daß heute Morgen nach 9 Uhr meine liebe Tochter Anna nach langem schwerem Leiden sanft verschieden ist. In meinem und meiner Kinder Namen. Wilhelmine Drescher, geb. Pilgram. Gießen, den 8. October 1880. Danksagung. 6585) Allen, welche unseren unvergeßlichen Gatten und Vater Albert Geisse zur letzten Ruhestätte geleiteten und auch so reichlich Blumen spendeten, sagen hierdurch den herzlichsten Dank. Gießen, den 8. October 1880. Die trauernden Hinterbliebenen. Todes Anzeige. 6578) Statt besonderer Meldung Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß heute Nacht 3 Uhr unsere tnntgstgeltebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Hauss nach langem und schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 7. October 1880. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 3 Uhr vom Feldschlößchen aus statt. Verantwortliche R-daclton: A. Sch-Yda. - Druck und V-rla« der Brühl'sch-n Uni°.-Druckmi (Fr. Ehr. P, et sch in Gießen. Wensers G arten Sonntag den 10. October: Gymnasiast oder Realschüler findet gegen mäßige Vergütung Pen- sion in einer kleinen Familie. Wohnung Gartenstraße Nähere kunft ertheilt die Exped. d. Bl. 6551) Einen Glaser Gesellen sucht G. Götz in Wetzlar. 6588) Oelfarbendruok-Gemälde, vorzügl., d. Oelgemälden täusch, ahn)., n. berühmt. Meistern , lief, der Oelfarbendruck-Verein „Concordia“ Berlin, Poststr. 17. Illustr. Kataloge grat, u. fko. Herrengarderobe wird gut und billig gewaschen und gewendet bei (6530 H. Seibel, Marktstraße Nr. 29. 6596) Ein geräumiges Wohnhaus, in einem lebhaften Orte an der Bahn, in welchem seither Wirthschaft und Speceret- handlung betrieben wurde, und sich zu jedem Geschäft eignet, ist mit oder ohne Garten auf mehrere Jahre zu verpachten. Wo? sagt die Exped- d. Bl. _ § Schüler erhalten Privatunterricht in den alten und modernen Sprachen gegen mäßiges Hono- rar. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 6385) Die neuen Muster dtr Dainenbüte sind eingetroffen und werden alte Filz- Hüte billigst nach denselben umgear- 6543) Ein kleines Logis zu vermiethen. W. «ober, Brandgaffe. 6419) Sandgasse 165 ein Logis sofort beziehbar, zu vermiethen. Näheres im Hause selbst.__________ 6443) Lagerräume, auck für Frucht und Mehl geeignet, zu vermiethen. Frau Antonte Lobcr. Hermiethungen. 6583) Neuhergerichtete Familienlogis zu vermiethen bei Herm. Euler. 6582) Ein möblirtes Zunmer mit Cabn net zu vermiethen bei Heinrich Sauer, Neuenwegs 6574) ' Em gut möbl. Zimmer zu^ver- miethen. Marburgerstraße 179. 6598) Eine freundliche Mansardenwoh- nung zu vermiethen. Franksurterstr. 30 /io- 6589) Das von Herrn Rechtsanwalt Steinberger bewohnte Log's ist vom 15. October d. I- an anderweit zu ver- mikthen-__B. Petrr.__ "6597) Ein kleines möblirtes Zunmer zu vermiethen. Kreuz B- 114. ’ 6600) Zwei Zimmer mit'Küche rc., in den Mansarden, werden vermiethet Alicenstraße^8. 6442) 3 unmöblirte^Zimmer und 1 möblirtes Zimmer per sofort oder später zu vermieden bei Frau Antonie Löber. 2056) Mansardenwohnung in unserem Hause am Ludwigsplatz auf sogle ch zu vermiethen. L. 85 A. Petri. 3513) Ein freundliches Logis, 3 Zimmer und allem Zubehör, sowie Theil am Garten, alsbald zu vermiethen. Gartfeld A- Nr. 121. 6524) Gut möbl rtes Zimmer mit Cabi- net zu vermiethen Wilh. Herbert, am Markt. 5603) Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen bei Kennel am Riegelpfad. 6226) Ein möblirtes Zimmer, zu vermiethen. S. Katzenstein, Seltersberg. 6546) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen bei Jacob TbomaS, Schiffenberger Weg. 5195) Em Logis, 2 Zimmer, Sflbinet, Wc- -u Schl-ßB°.-n. Logis. 6548) Ein Logis von 5 Zimmern mit Zubehör in der Nordanlage zu vermre- then und alsbald zu beziehen. Näheres bei I- Blitz. Ein kleine-ö Familienlogis an e,ne ruhige Familie zu vermiethen bei 6187) W. Böger,—Seltersweg. 5143) Ein freundliches Zimmer, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen bet Heinrich Arnold II., Schloßgasse, im Herdert'schen Hause 6547) Ein möblirtes, sowie ein um möblirtes Zimmer zu vermiethen. Näheres bei I» Blitz. Em schön möblirtes Zimmer zu vermiethen. Bahnhofstraße 92. 6558) Meine Wohnung befindet ftd) von beute nb bei Herrn Krause li, Schloßgafie. Diels, Aieustmaun. 6369) Herrenhüte werden zu Dnmenhüten nach neuesten Formen umgeändert. C. 1^. «Lil, Schulstraße 19. Zum Kndenhos. poriiigl. Mittagsliscli MU. außer Abomremettt. srr. Geft> Zugel Dir Gieße -en Will Der b Untmicht erstr von zwei ciuss Lulturingrnteui auf nahe gelegt werden nur foh geeignet hoben, 2. ßloffe 35 JL auch gewünschten Fried Damstc Königliche Hohri dieselben noch in baben jedoch Er LnstriM» bü) ^"berech Hei Mi * m. Dari Kammer Beontri Achten unberdnt kn borge sür den Gem sür den §qU! Dorberathuvg d von dec zweiten dvn seinem "sten Kammer i A"^Sißung bi w« Regierung d to(e möglich ein, pkiationSge , Berlin, deutschen Lereii i deul Meinem Mur ^ünschün An * kei tebbc 8'" * b,r f» -«Lrr '""-«HL -oaderi'Bg ^ündelti fix Scheg M