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Unter einem Markt, so lehren uns die Volkswirthe, versteht man den Ort, an welchem Bedürfnisse die Mittel zur Befriedigung finden, den Ort, an welchem die gleichmäßige Vertheilung dcr Befriedigungsu.ittel mittelst des Preises und der Concurrenz bewerkstelligt wird. Jeder Markt vertheilt die Befriedigungsmittel aber nicht nur nach Raum und Menge, sondern auch nach Zett, ersteres vorzugsweise durch den Kaufmann, letzteres vorzugsweise durch den Epeculanten. Die wirthschaftlichen Grundgesetze -sollen auch für die Ver- thetlung des Kapitals durch die Börse für den Geldmarkt gelten. Hier wirft erfahrungsmäßig, gleiche Sicherheit vorausgesetzt, das Capital sich dahin, wo es die höchsten Zinsen zieht; der Zinssatz, welcher auch als Prrptbr. 1878 bis 31. August 1879 wurden in 324 im Betrieb gewesenen Fabriken 92,574 953 Clr. Rüben verarbeitet und aus denselben eine Quantität von 8 523,102 Ctr. Rohzucker gewonnen. Gegen die Vorcampagne sind 10,755,593 Ctr. Rüben mehr versteuert bezw. verarbeitet worden, die Zuckererzcugung stand jedoch, in Folge des geringen Gehalts der Rüben, nicht in gle-.d) günstigem Verhältmß. Eingeführt wurden in 1878/76 168,977 (Str., cmsgesührt 2,813,940 Ctr., wonach sich die einheimische Con- fumtion auf 5,878,139 Ctr. oder auf jährlich 13.4 Pfm d pro Kopf der Bevölkerung berechnet. Im Jahre 1871/72 stellt sich die relative Zahl auf 10.9, in 1875/76 auf 15.3, in 1877/78 betrug sie, wie im jüngsten Cam- pagnejahre, 13 4. — Der Bruttoertrag der Productionssteuer betrug in 1878/79 74,059,961 eX, gegen 65,455,491 ^. in 1877/78. Seit 1871/72, in welchem Jahre 36,012,691 «X verrechnet wurden, stieg diese Steuer um mehr als das Doppelte und erbrachte über 20 Mill. «X mehr als im Durchschnitt der vorhergehenden 7 Campagnejahre. Dagegen hat sich der Nettoertrag durch die Höhe der für die Zuckerausfuhr gewährten Vergütungen erheblich geschmälert. Er stellte sich in 1878/79 auf 50,811,763 »X und ist, da er 1871/72 in 44 637,000 jl. bestand, nur um 6 Mill. «X höher, dabei aber um 2.33 Mill. .X geringer als im Durchschnitt der vorhergegangenen 7 Jahre. Auf den Kopf der Bevölkerung beträgt die durchschnittliche Steuerbelastung im letzten Jahre 1.16 «X, und besteht in dieser Beziehung, im Vergleich zu den Vorjahren, kein besonders beträchtlicher Unterschied; die geringste Steuer von 1 09 «X. trifft auf 1871/72, die höchste von 1.51 «X. auf 1875/76. (Darmst. Ztg) Straßburg, 5. Mai. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." erörtert gegenüber einer Korrespondenz in dcr „Nat.-Ztg." die Frage des Gebrauches der französischen Sprache im LandeöauSsckuß und constatirt, daß die eben beendete Sessiön durch die neue Geschäfisordnnng und deren Handhabung einen bedeutenden Fortschritt gegen früher darstellt. ieje Geschäftsordnung belasse keinen Zweifel, daß die deutsche Sprache grundsätzlich die amtliche Geschäfis- spräche des Landesm sschusses ist. Die Vorlagen werden in deutscher Sprache verfaßt und verlesen. Die ausführlichen officiellen Sitzungsberichte erscheinen in deutscher Sprache. Daneberr wird von allen Drucksachen nur eine französische Uebersetzung ausgegeben. Verbindlich ist jedoch überall der deutsche Text, der insbesondere bei allen Abstimmungen zu Grunde gelegt wird. Dieses Princip gelte wie für die Schrift prache jo auch für die mündlichen Verhandlungen. Es j't begre flick, daß der ausschließliche Gebrauch der französischen Sprache Seitens der Mitglieder einer deutsche» Landesvertretmig jenseits des Rheines Anstoß errege. Die auch für die Regierung höchst wünschenswerthe Beseitigung der französischen Sprache, deren Gebrauch sehr erschwerend wirke, sei aber zur Zeit nicht ausführbar, da die Abgeordneten zum größten Thetle der deutfchen Sprache nicht mächtig seien ober sie nur mühsam verstänoen. Ein Zwang lasie sich daher nicht üben, ohne einen erheblichen Theil der Ver. sammlung mundtodt zu machen. Die parlamentarischen auch von den Abze« ordneten empfundenen Schwierigkeiten seien groß genug, um allen Betheiligten den Wunsch nach Verhandlung in Einer Sprache nahe zulegen. Augenblicklich sei die Sache nicht zu ändern. Man dürfe nicht vergesien, daß der größere Theil der Abgeordneten auf Grund früherer Wahlen in den Landesausschuß eingetreten sei. Wollte man die nur französisch redenden Mitglieder des Ausschuffes nöthtgcn, ihrer Sprache sich zu enthalten, so schlöffe man sie von der Arbeit im Landesaurschuffe aus und zwänge sie mittelbar zum Austritt. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." zweifelt, ob eine derartige Behänd- lung der Sache für die politische Entwicklung im Reichsland dienlich sei. und nicht minder, ob Neuwahlen unter solchen Umständen nur deutschredende Abgeordnete in den Landesausschuß bringen würden. „In solchen Fragen ist die wachsende Einsicht der beste Zwang. Wir denken, daß Wähler und Gewählte zu der ersteren bald gelangen werden und daß es sich um einen Uebergang handelt, den auf alle Weise abzukürzen das Interesse an den gemeinsamen parlamentarischen Arbeiten und die politisch? Klugheit Abgeordneten wie Wählern gleichmäßig rächen." Vermischtes. Hamburg. [(Sine Schmuggelgrschichte.j Am 18. v. M. beschäftigte sich die Strafkammer zu Altona mit einer netten Schmugglerbande: nicht weniger als sieben polnische Juden waren des complotmäßigen Schmuggelns angeklagt. Der Zollbehörde in Harburg war im Februar b. I die Anzeige zugegangen, daß eine Anzahl polnischer Juden, die täglich zwei Mal dort auf der Eisenbahn von Hamburg einträfen, sehr corpulent in den Gasthof „Drei Kronen" zu Harburg gingen und sehr dünn wieder herauskämen, worauf sie per Dampfboot wieder nach Hamburg zurückkehrten. Zwei Zollbeamte fanden sich am 22. Februar auf dem hiesigen Venloer Bahnhof ein und iahen nun. tote zuerst 8 bis 10 polnische Juden in langen Röcken ober Pelzen ankamen. Ihre Zahl vergrößerte sich dann auf 17. Dieselben gingen in die Revisionshalle, begaben sich, nachdem sie dort abgefertigt waren, in die Wartesäle und fuhren dann nach Hamburg Die Zollbeamten wagten noch nicht, die Verdächtigen anzuhaiten, sondern beschränkten sich darauf, sie beobachten zu lasten, wodurch sie erfuhren, daß die polnischen Juden in den „Drei Kronen", wohin sie sich begaben, mit großer Geschwindigkeit jeder sechs Röcke, die sie unter ihren eigenen Röcken übereinander getragen, verstohlen abgeworfen hatten und bann zum Dampfschiff geeilt seien. In den „Drei Kronen" wurden die zurückgelastenen Röcke von anberen polnischen Juden in Empfang genommen, in Kolli verpackt und abgesendel. Am nächsten Tage faßten die Zollbeamten die sieben polnischen Juden- Je nach dem stärkeren oder geringeren Grade ihrer natürlichen Beleibtheit trugen sie je 5 bis 7 verschiedene alte Röcke, vom eleganten Frack bis zum schwersten Paletot übereinander, so daß auf jeden Einzelnen sechs Röcke kamen. Der Werth der von den polnischen Juden geschmuggelten Sachen ist auf über 4000 AL angegeben. Die Vernehmung der Angeklagten rief viel heitere Scenen hervor. Die 7 Angeklagten sprudelten förmlich in ihrem Jargon über und der Präsident ließ ihnen volle Redefreiheit bis zur Ermüdung. Einer der Angeklagten, der angebliche „Macher", wurde zu 1 Jahr und 4 Monaten Gcfängniß oerurtheilt, die übrigen erhielten je 6 Wochen Gefängniß. — Mit Bezug auf die neue Orthographie entnimmt das „Kl- Journ." einem sächsischen Blatte folgenden Herzenserguß; Die taitsche Eentgkett ts zwar sähr scheen, Doch mich erfillt's mit frohem Fanadismus, In die Ordbichrafih erpliet zu sähn An kleenes Bischen Bardigularismus! Und hat erscht 'ne Rechtschreibung ganz per se Alleene jeder taltsche Staat, Kott weeß esl Ich sag's mit Stolz: mir Sachsen brauchen zwee — 'N ne harte und ’ne weeche, ai Hercheses! Von einer Hausfrau. Zu Pfingsten hatte ich meinem Knaben leinene Anzüge machen lassen, vorsorglich aber für etwaiges schlechtes Wetter auch einen neuen wollenen Anzug beim Schneider bestellt. In der Meinung, daß für alles gesorgt sei, wurde inzwischen der bisherige Sonntagsanzug als Schulanzug getragen, uno wie ein wilder Knabe in wenigen Tagen einen neuen Schulanzug zurichlet, das weiß man. Das Pfingstweiter war nicht dazu angethan, Leinenkleider zu tragen und der Schneider, der den wollenen Anzug zu liefern versprochen hatte, hielt wie gewöhnlich nicht Wort. Der Knabe war untre ft l ch, daß er einen beabsichtigten Pfingilausflug nun nicht mitmachen könne, und ich nicht minder. In dieser Verlegenheit, es war Samstagmorgen vor Pfingsten, gedachte ich Hudsons Seifenextract. Ich nahm die Hälfte eines Packelchens ä 15 machte daraus zwei Auflösungen in lauem Wasser, weil ich voraussah, daß eine einmalige Wäsche des argbeschmutzten Anzuges nicht genügen würde. In der That färbte sich die erste Auflösung sofort tintenschwarz, als ich aber dann m der zweiten Auflösung weiter wusch, sonderte sich nur noch wenig Schmutz ab und die Farben des Stoffes erschienen klar und leuchtend. Ich wusch sodann den Anzug in reinem kalten Wasser aus, trocknete ihn. was man bei Wollenstoffen stets thun soll, so viel wie möglich zwischen reinen Leinentüchern, hängte ihn sodann in die Nähe des warmen Küchenheerdes und bügelte ihn gegen Abend in noch etwas feuchtem Zustande. Als die Glocken das Pfingstfest anläuteten, war der Anzug vollständig wie neu, der Knabe war hoch erfreut und ich hatte mir für H Hudsons Seifenextract und mit geringer Arbeit über eine recht ärgerliche Verlegenheit hinweggeholfen. Hudsons Seifenextract ist fürwahr für den Haushalt ein wohlthätiges, geräuschlos, im Stillen arbeitendes Wichtelmännchen, welches hundertfache wichtige Dienste leistet, wenn man es versteht, den richtigen Gebrauch davon zu machen. Diese Betrachtungen sind von einer praktischen Hausfrau im vorigen Jahre niedergeschrieben. Was über das damalige Pfingstwelter gesagt ist, wird ja hoffentlich in diesem Jahre nicht wieder eintreffen; was jedoch über Hudsons Seifenextract gesagt ist, bleibt zutreffend für jetzt und alle Zeiten, und deßhalb bricht sich dieses oor- zügliche Waschmittel in Deutschland auch mehr und mehr Bahn. (3220 Verzeichnis der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat April 1880. Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige- AL -5; -Ml M| AL AL 4 AL Ah ■AL 12- 9 75 8 - 2,5U 2 25 13 25 10 50 3 — 13 50 14- 22- 22- 28- 27 - 18- 75 95 T AL. H 3>q tL 3* 5? AL Ah Je V2 Kilogramm kostet Mark und Pfennige. N d 5 d Q Kuh- und i | Rindfleisch. 1 | Kalbfleisch. I 1 Hammel- I fleisch Schweine- \ fleisch. / II -flpwtzisw I Noggenmehl.ff IRoggenbrod. t Kaffee, gebr 1 in Bohnen. 1 1 Salz. | \ Speck, geräuchert- | । Schweine- / schmalz. Bier 1 Hectottter. 1 Branntwein | 1 Hektoliter. 1 Mich 1 Liter. Petroleum 1 1 Liker. | (Ster 10 Stück. | AL $ AL Ah ■AL Ahl-AL Ah\-AL AL Ah Ah ALS A .♦L Ah\AL $ AL^\AL^ 4 4 111 1 66 |68 - 48 56 i38 46 60 170 l - 60 2( 18 2U 11 13 1 6l 9 - 90 1 -V 1 24 16 — 16 18 25 45 Jetlgeöotenes. 3182) Eine große schöne Waschbütte billig zu verkaufen. Seltersweg Nr. 8- Patent-Gasöl- Kochapparate, geruchlos brennend und nicht schwärzend, empfiehlt in schöner Auswahl zu billigsten Preisen (2883 August Kröll, Seltersweg. Schmidt» Hutmacher, Seltersweg $1. 2936) Zar Saison empfehle in reichster Auswahl alle Sorten Herren- und Knabenstrohhüte , Filz- und Seidenhüte, zu erstaunlich billigen Preisen. Strohhüte von 30 Pfg. an. Seidenhüte von 4 M., Herrenfilzhüte von 2’/a M. an. 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