ItMt LMnI- 8i,”6“ai 0« U unb 6^ SS. 47. l?5^efeUf(j]aft. tt“f Versicherungen x- M ich das 60!?. :t all P ler'sehen ?n werde und halte Nr. 7. Freitag den 9. Januar ISS«, Aießener Myeiger AnMk- M Amtsblatt fir Kli Kreis Gießen. j ------ «-»- - >» ——■ 5X5 ;kTs"r WMBMMBmBMMMMmMMWMMBMBMMMMWBMMM—MPM—B—nUT W I !■ l'lffl ■—3M——■aWgfa—■■——M——1^—? Amtlicher Hheif. Gießen, am 5. Januar 1880. B etreffend: Statistik der Bewegung der Bevölkerung pro 1879. Das Großherzogliche Krcisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der alsbaldigen Einsendung der Register über die in 1879 vorgekommenen Zu- und Wegzüge entgegen. Dr. Boekmann. I und billig besorgt Bekanntmachung. Da die Labnbrücke an der Biedenkopf-Gladenbacher Straße durch den Eisgang so beschädigt worden ist, daß sie gesperrt werden mußte, so wird ihre Benutzung für jeden Verkehr bet Vermeidung der in § 366, pos. 10 des Straf-Gesch-BuchS bestimmten Strafe hiermit bis aus Weiteres verboten. Biedenkopf, den 2. Januar 1880. Der Landrath: Seyberth. gOmg. Timern »dcsberg offenen Kaffee in Vf d m auf seine ,iflrn indem Kaffee n Floßes Hlionnne Herrn StahL- Lt Mluerial-, Colovial- .nanbüiofl '* •'biflfn Eintritt- jft. Setbtk. - iw aus ftu-.tr «b,mg-s ««•»* : - tn ■'«**<* ^r5m’ r Lber- Prwu'. a- man baldigst VßUtW» 8 ,6 0 ; 16 £-ao x 1 ^0 ^'69 16 65 6» '6 5f ' - 4 17^5 Das Großherzogliche Steuer-Cvmmissariac Gießen an die Grosth. Ortsgerichtsvorsteher des Bezirks. Wir ersuchen Sie um Rücksendung der Bau- und Cultur-Veränderungs-Verzeichniffe, nachdem in solchen die stattgefundene Offenlegung von Ihnen bescheinigt worden ist. Gießen, 8. Januar 1880. Süffert. Das Cabinet Freycinet. Die süßen Friedensworte, welche bei dem Neusahrsempfang des Präsidenten Grevy zwischen dem Präsidenten des neuen französischen Ministerconserls und dem deutschen Botschafter, Fürsten Hohenlohe, ausgetauscht wurden, sind zwar keine ausreichende Bürgschaft für die friedliche Gesinnung des französischen Cabinets, indeffen scheint in den letzten Tagen der Gedanke, eine Art chauvinistischer Politik zu treiben, zurückgetreten zu sein. Freycinet hatte daher nicht nöthig, die Sprache dazu zu gebrauchen, die Gedanken zu verbergen. Das französische Volk bedarf seiner Natur nach von Zeit zu Zelt irgend einer Aufregung, wie jeder Tag in Paris sein „evenement“ erheischt, aber im Grunde sehnt es sich nach Ruhe, und die Republik treibt keine abenteuerliche KriegSpolitik, wenn auch einzelne ihrer hohen Beamten zuweilen von der Erzbereitschaft und einem neuen Siegeszug der Armee träumen oder nach reichlichem Diner davon plaudern. Es genügt ein Blick aus das Arbeitspensum, welches dem neuen Cabinet vorltegt, um zu erkennen, daß es für die zwei Jahre bis zu den nächsten Wahlen genügende Beschäftigung im eigenen Lande hat. In der inneren Politk harren der Regelung auf freiheitlicher Grundlage: die Militärreform, welche die allgemeine Dienstzeit aus 1 bis 3 Jahre herabsetzen soll; die Steuerreform, Verminderung der indirecren Steuern, Festhalten am System der Handelsverträge; die Justizreform, Verminderung der Gerichte, umfangreiche Heranziehung des Laienelements, Aushebung alter reactio- närer Verordnungen; die Unterrichtsreform, Durchführung der Ferry'- schen Gesetze und Anstreben zur völligen Loslösung der Schule von der Kirche; die Beamtenresorm, Beseitigung der reactionären Beamten im Innern und im diplomatischen Dienste; die Reform der Vereins- und Preß- gesetze; die Wahlresorm, Wiederherstellung des Listenscruliniums, weil jetzt zu viele unbrauchbare Localgrößen gewählt werden; die Ausdehnung der Amnestie aus Alle, welche nicht wegen gemeiner Verbrechen verurtheilt worden sind; die Rentenconversion, welche den Steuerzahlern 100Mill. Francs ersparen soll; die Beseitigung des Privat-Eisenbahn-Monopols durch Rückkauf der großen Prtvatbahnen; die Reform der Actienge- setzgebung mit dem Verbot, daß Volksvertreter an der Verwaltung von Actiengesellschasten theilnehmen dürfen; die Bankreform, welche die Bank von Frankreich zu einem Staatstnstitut machen soll. Rechnet man hinzu, daß in Frankreich jeder Tag neue Arbeit bringt, so wird das neue Ministerium angestrengt arbeiten wüsten, wenn es auch nur die hauptsächlichsten Punkte seines Programms durchführen will. Die Fülle von Arbeit, welche der Republik für sich selbst obliegt, ist auch eine Frteoensbürgschaft. Gerade Freycinet, ein Mann rastloser Arbeit, der als Bautenminister die Werke friedlicher Cultur zu schätzen verstand, scheint geeignet, die Parole der dritten Republik „Arbeit, Freiheit und Frieden" wahr zu machen. Es wäre mehr als Leichtsinn, Frankreich in einen großen Krieg mit zweifelhaftem Ausgang zu verwickeln. __________________ Deutschland. m. Darmstadt, 7. Januar. Die Vorarbeiten der Ausschüsse der zweiten Kammer sind soweit gediehen, daß in einer Reihe für die nächste Woche anberaumter Ausschuß- sitzunaen die erstatteten Berichte festgestellt und dem Druck übergeben werden können, io daß der Zusammentritt des Plenums der Kammer «och in diesem Monate erfolgen dürfte. Namentlich ist der Bericht über den Gesetzesentwurf, die allgemeine Bauordnung betreffend, vollendet, lieber Titel 1, 2 und 4 des Gesetzesentwurfes hat Namens des besonderen Ausschusses dessen Vorsitzender, Abg. Küchler, über Titel 3 Abg. Böhm Bericht erstattet. Der Gesetzgebungs-Ausschuß, dessen Hauptberathungsgegen- stand der Gesetzesentwurf in Betreff der Disciplinarverhältnisse der nicht richterlichen Beamten bildete, wird Montag den 12. d. M- zusammentreten. Am folgenden Tage wird der Finanzausschuß den weiteren Bericht bezüglich der Vorlage wegen Verkaufs des hessischen Antheils an der Main-Weser-Bahn an Preußen feststellen und in einer weiteren gemeinschaftlichen Sitzung mit den Ministerien die Vorlage wegen Berichtigung der Grundbücher bezüglich der Domänen berathen. Der zur Vorberathung der Bauordnung niedergesetzte und für das Weggesetz um zwei weitere Mitglieder verstärkte besondere Ausschuß wird Mittwoch den 14. d. M. zusammentreten. Das Weggesetz dürfte wohl bei der bevorstehenden Session der zweiten Kammer noch nicht zur Be- rathung kommen, da es wohl nicht möglich sein wird, daß der Ausschuß zeitig genug den von dem Abg. Heid en re ich zu erstattenden Bericht feststellt und da auf der anderen Seite eine Verschiebung des Zasammenttetens der Kammer anaesichts der anderen zur Berathung reifen Gegenstände nicht angezeigt scheint. Auf der Tagesordnung einer auf Donnerstag den 15. d. M. anberaumten Sitzung des vierten Ausschuß endlich stehen: Der Antrag der Abgg. Wolz und Schröder, Maßregeln gegen den Wucher betreffend (Berichterstatter Abg. Hemzerling), der Antrag des Abg. Freiherrn von Wedekind, das Geometerwesen betreffend, (Berichterstatter Abg. Dittmar), der Antrag des Abg. Dittmar, die Organisation des niederen Forst- dienstes betreffend (Benchterstatter Abg. Freiherr von Wedekind), der Antrag des Abg. Freiherrn von Nordeck zur Rabenau^Secundärbahnen betreffend, (Berichterstatter Abg. Baur) und der Antrag des Abg. Schröder, Stempelabgabe für öffentliche Tanzbelustigungen betreffend (Berichterstatter Abg. Grünewald). Berlin, 6. Januar. Die Einnahmen der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung haben vom Beginn dks Etatsjahres bis Ende November 1879 84,715,632 JL (gegen denselben Zeitraum 1878 -J- 2,063,896 die der Reichsessenbahn-Verwaltung 25,008,000 (—445,417 Jl) betragen. Berlin, 6. Januar. Zum Reffort des ehemaligen Reichskanzleramts, jetz'gen Reicdsamts des Innern, gehören laut osficieller Darstellung gegenwärtig : die auf den Bundesrath, den Reichstag und die Reichstagswahlen bezüglichen Geschäfte, ote allgemeinen Angelegenheiten öer Reichsbebörden und der Reichsbeamren, die Aufsicht über den Disciplinarhof und die Disciplinarkam- mern, die Jndigenats-, Heimaths-, Niederlaffungs-, Freizügigkeits- und Aus- wanverungssachen, die Handels- und Gewerbe-Angelegenheiten, die Geschäfte, welche daS Bankwesen, die Versicherungen, die Maße und Gewichte betreffen, die Angelegenheiten des geistigen Eigenthums und der Patente, die See- und Flußschifffahrt und .Flößerei, die Medictnal- und Veterinärpolizei, die Ange- legenheiten der Preffe und Vereine, die Militär- und Marine-Angelegenheiten, sowett dieselben die Mitwirkung der Civilverwaltung erfordern, insbesondere Ersatzwesen, Mobilmachung, Naturalleistungen, Transport- und Etappen- Angelegenheiten, Familien-Unterstützungen, Civil^Versorgungen und Landesver- meffung, die Anerkennung und Classificirung der höheren Lehranstalten in Bezug auf die Wirksamkeit ihrer Zeugnisse für die Zulassung zum einjährigfreiwilligen Militärdienst, die Retchsstattstik und endlich diejenigen Reichsangelegenheiten, deren Bearbeitung nicht anderen Behörden übertragen ist. DaS Retchskanzleramt besitzt mithin bezüglich der Reichsangelegenheiten ungefähr die Zuständigkeit, welche in Preußen das Ministerium des Innern besaß, ehe für Unterrichts- und Medictnal-Angelegenheiten, für Handel, Gewerbe und Land- wirthschast besondere Ministerien gebildet wurden. Damit die Stellung dieser Behörde zu den übrigen Reichsämtern und der ihr zugewiesene Wirkungskreis in ihrer Benennung einen zutreffenden Ausdruck finden, ist, wie bekannt, mittelst allerhöchsten Erlasses vom 24. December 1879 der Namen RetchSkanz- leramt durch die Bezeichnung „Reichsamt des Innern" erseht worden. Dem Vorstände dieser Behörde ist nach Analogie des dem Vo> stände des Auswär- tigen Amts beigelegten Prädlcats der Titel „Staatssecretär deS Innern" verliehen worden. — In nächster Zeit wird im Bnndesrathe wieder das Kaserntrungs- gesetz, das^ bekanntlich 1877 dem Reichstage vorgelegt, diesen aber nicht im (F- I ) f» i i deS Wj t( ■ r' < das der 61 h rauf die Beamten zur Exmission schreiten wollten, jedoch von ihren Beschützern getrennt und erschrecklich durchgebläut wurden. Viele Polizisten trugen Verwundungen am Kopfe und im Gesichte davon. Einem Constabler wurde das Brüssel, 5. Januar. In Lüttich yat sich die klerikale Presse geweigert, mit der liberalen gemeinschaftliche Sache zn machen in der Unterstützung der Nothleibeuden. Die „Gazette de Liege" sammelt auf eigene Faust für ihre Armen, „Journal de L^ge" und „Meuse" sorgen für die ihrigen. Der Wetteifer der Blätter, es emander im Ertrage zuvorzuthun, kommt den Bedürftigen sehr zu Statten. gebaute x iSNeii Gesicht durch einen Steinwurf entsetzlich entstellt. Belgien. JU) i ®«|tn ($ W' tut ttl 227) 1 D Dn Sch< M zurbögedr Vvhl das fch wtedei Ätlcheoi bli Sütmi Mi nur an bfni „Deutschlan Mhr auf fiadt wird t läufig die b noch nicht fi unterbrechen 5BI Dvnaugebit! lraurtg; zak vernichtet, z mit größter verlassen tot DaS Wassei amenb bis । dersn Eper Wien fiießei gkstiegen, sl Zurück, doci Ma Zungen, teilt Morgen wa Eriche rbtint W M Ob lrtziw M Zuvor in $ jab die & 'chterung, Zimmer ut auf, tvorub Präsent aus bereiten zu England. London, 5. Januar. W'.e wir erfahren, wird das furchtbare Unglück, die Tay-Brücke in Schottland betroffen hat, das großartige Unternehmen Forth-Brücke, ebenfalls in Schottland, welches etwa 25,000,000 JL Telegraphische Depeschen. Waguer'S telegr. Correspondeur - Bureav. Berlin, 7. Januar. Die „Prov-Corresp." legt in einem Artikel unter der Ueberschrtft „die Geschäftslage des Landtages" gegen die Annahme, daß die Regierung den Gedanken an den Abschluß der vorgelegtLN Verwal- tungs-Resormgesetze in der laufenden Session aufgegeben habe, entschiedene Verwahrung ein. Die jetzt vorgelegten Verwaltungs-Reformgesetze bezögen sich wesentlich auf die allgemeine Landesverwaltung; bevor dieselbe seststehe, sei es unmöglich, die Provinzial- und Kretsordnungen für diejenigen Provinzen vorzu- bereiteu, welche dieselben noch nicht besäßen. Die Regierung werde dem Abgeordnetenhause dringend an's Herz legen muffen, den Abschluß der bezeichneten Gesetzentwürfe noch innerhalb der gegenwärtigen Session ernstlich tn'S Auge zu faffen; die V^ge dazu würoen sich finden lassen, sei es auch durch Vertagung des Landtags bis nach Schluß des Reichstags. — Die „Nordd. Mg. Ztg." erklärt die Nachricht verschiedener Blätter, in der letzten Bundesrathssitzung sei Seitens des Präsidiums die Vorlegung der Gesetzentwürfe über Erhöh mg der Brausteuer und Einführung der Bör- senstcuer angekündigt, für unbegründet; es habe keine derartige Mitthellung staitgefunden. Pesth, 7. Januar, Mittags. Der Eisstoß auf der Donau setzt sich in Bewegung. New-Nork, 7 Jan. Der Präsident von Peru, Prado, ist gestern hier eingetroffe.i. Dem „Panama Star and Herald" vom 27. December zufolge, erklärte Prado, der Zweck seiner Reise nach Europa wäre der Ankauf von Panzerschiffen für die peruanische Marine. Wien, 7. Januar. Meldung der „Polit. Corresp." aus Ragusa: Albanesen concentriren sich in den l tzten Tagen nahe bei Gusstnje. Es wird ein Angriff auf Montenegro befürchtet. Die Montenegriner beschlossen, tu der De^nsive zu verharren. Wien, 7. Januar, Abends. Der Eisstoß aus dem bayerischen Theil der Donau passirte heute Nachmittag Wien, ohne den geringsten Schaden anzurichte^ Lemberg, 7. Januar. Die Weichsel -Überschwemmung nimmt zu; in Folge eines zweiten Dammbruches sind abermals mehrere Ortschaften über- fittbes und bedeutender Schadrn vdrursocht. kosten wird, nicht beeinträchtigen. Nicht allein Sheffield, sondern auch Deutschland hat Lieferungen zu dieser l^/r Meilen oder 2.4km langen Brücke, deren Pfeiler nahezu 180m hoch sein werden, erhalten. Die deutsche Bessemer- Stahl - Industrie hat bei der Vergebung der Lieferungen in diesem Artikel die englischen Werke geschlagen, ein neuer Beweis, daß die deutsche Industrie in diesem Zweige nicht allein keinen Schutz bedarf, sondern stark aenug ist, die Engländer im eigenen Lande anzugreifen und zu schlagen. Fr. Krupp in Essen hat den zu der Blöcke nöthigen Beffemer-Stahl von 10,000 Tons erhrlten; dagegen find die übrigen zur Brücke benöthigten Metall-Materialien nach Sheffield vergeben worven. Vickers Sons u. Comp. haben die Lieferung der Stahl- ketten erhalten, während die Firma Jonas u. Colver Continental Steel Works, ebenfalls Sheffield (Herr Jonas ist ein Rheinländer), mit der Lieferung des Werkzeugstahls, der Hämmer, Feilen und dergl. beauftragt ist, und um sich einen Begriff von der Großartigkeit dieses Brücken-Unternehmens machen zu können, erwähnen wir, daß letzterer Contract, der sich also nur auf Werkzeuge und auf Materialien zur Herstellung von Werkzeugen erstreckt, einen Betrag von 500,000 darstellt. (Köln. Ztg.) Dublin, 5. Jan. Es herrscht hier große Aufregung in Folge eines heule Mittag veröffentlichten Berichtes über ernstliche im Westen Irlands ausgebrochene Unruhen und ein Zusammentreffen der Polizei mit dem Volke. Die Ruhestörungen entstanden durch Exmissionen, welche auf den Gütern Mr. Kirwan's in Carraoe, einem überaus unfruchtbaren Dtstrict, zwanzig Meilen westlich von Galway an der Connemara-Küste, vorgenommen wurden. Die Polizisten, welche die mit der Exmission betrauten Beamten beschützten, wurden aus's Leidenschaftlichste von der Volksmenge angegriffen, die zu Hunderten zählten, urd waren schließlich genöthigt, einen Angriff mit dem Bajonet zu machen. Mehrere Personen wurden schwer verwundet. Der ganze Dtstrict soll sich tur Zustande des Aufruhrs befinden und werden weitere Ausschreitungen befürchtet. Die Behörden haben größere Abthetlungen Polizeimannschaft abgeschickt, um den ganzen Dtstrict zu besetzen und sollen alle Städte im Westen Verstärkungen erhalten. Einem Bericht von Freeman's Journal zufolge, soll die Polizei durch den starken Hagel von Steinen derart erbittert worden sein, daß sie in ihrer Wuth vier Schüsse auf das Volk — allerdings über desscn Köpfe — abgegeben habe. Ferner habe die Polizei wüthende Bajonetangriffe gemacht, wobei es schwere Verwundungen abgefttzt habe. Eine arme Frau, welche sich als Zuschauerin an Ort und Stelle befunden, erhielt eine schreckliche Bajonetwunde am Hals, so daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Es wird jedoch hier beigefügt, daß die Weiber, wie bet der berühmten Vertheidigurg von Limertk, die gefährlichsten Gegner gewesen seien. Ter Kampf habe eine Zeit lang mit wechselnden Erfolgen gedauert. Erst machte das Volk den Versuch, die Exmissionsbcamten zu ergreifen und ihnen die gerichtlichen Papiere zu entreißen, was ihnen denn auch gelang. Nach heftigem Kampfe gelang es der Polizei, die Papiere wieder zu erlangen, wo- Plenum beschäftigte ur.d nur zur Durchberathung in der Commission gelangte, zur Verhandlung gelangen. In den Jahren 1878 und 1879 wurden bereits 6 und 12 Millionen im Extraordinarium des E-ats zu diesem Zweck bewilligt. Da aber das Auskunftsmitiel, den Bau von Kssernen durch den Etat herbei- zusühren, nicht als hinreichend etkannt worden ist, und man einerseits daran festhält, daß besonders die Kavallerie-Regimenter, die bis jetzt tn 4 ober 5 kleinen Städten garnisontren, nach Einführung des neuen Exercier-Reglements unter den Augen des Regiments - Commandeurs in einer Garnison vereinigt werden müssen, andererseits, daß man die Bürger von der Einquartierung entlasten und dem Soldaten mit dem besseren Quartier auch eine wirksamere Handhabung der Disciplin gewähren muß, so wird es nöthlg, das Kaserni- rungsgesetz, wenn auch nicht tn dem früheren Umfange, wieder etnzubrtngen. Berlin, 6. Januar. Die Vorlage, betreffend die Maßregeln gegen den oberschlestschen Nothstand, ist, wie man hört, soweit vollendet, daß bas Abgeordnetenhaus unmittelbar nach seinem Zusammentritt im Besitz desselben sein wird. Karlsruhe, 5. Januar. Dem „Pf. Kur." wird geschrieben: Dieser Tage hat sich ein Rechtsstreit vor dem Landgerichte Freiburg abgespielt, der eine recht ergötzliche Illustration des alten Sprichworts bildet: „Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selber hinein." Vor einigen Jahren nämlich, als tn Folge unserer neuen kirchlichen Gesetzgebung dem Kloster auf dem Linden- Lerge bei St. Peter die Aushebung drohte, dachten die Schlauen den Schlag dadurch abzuwenden, daß sie sämmtliche liegende und fahrende Habe des Klosters der Schwester Veronica Benitz zu wahrem Eigenrhum zuschrieben und diese m dem Anwesen als Prioat-Gigenthümerin auftrat. Das ging so eine schöne Zeit lang und die Freiburger Füchse hatten sicher ihre Helle Freude an der Nase, die sie dem Gesetze gedreht hatten. Aber eö sollte anders kommen. Die Veronica Benitz legte sich zum Sterben und segnete in der That am 24. Juli v. Js. das Zeitliche. Auch für diesen Fall war gesorgt, denn nun trat der ultramontane Adoocat und Rechtsanwalt Marbe in Freiburg als Testamentserbe auf und beanspruchte die ganze Hinterlassenschaft der Benitz. Jedermann war klar, daß dies wieder nur eine Finte sei, um das ganze Hof- bezw. Klostergut jener kirchlichen Genossenschaft zu erhalten. Hierauf gründeten die Jntestaterben der V. Benitz eine Klage beim Großh. Landgericht Freiburg, dahin gehend, daß sie verlangten, das oben erwähnte Testament sei für rechtlich unwirksam zu erklären, weil Maibe nur eine untergeschobene Person sei. Das Großh. Landgericht gab auf Grund des Art. 916 des badischen Landrechts dem Klagbegehren statt und so erben nun, wenn nicht die höheren Instanzen dieses Unheil ausheben, Verwandte der Benitz das ganze schöne Hosgut, das einen Werth von etwa 70,000 Mk. hat. Der Fall ist für die Ultramontanen um so ärgerlicher, als sich hierunter nicht nur das von der Benitz in die klösterliche Gemeinschast eingebrachte Vermögen befindet, sondern auch das anderer früherer Klosterfrauen, da aus dem Ltndenberge hauptsächlich aus vermögliche Bauerntöchter Jagd gemacht wurde. Jnsoferne ist der Versuch, dem Gesetze eine Nase zu drehen, sehr Übel ausgefallen. Herr Marbe verließ nach der Publication des Spruches den Gerichtssaal mit den von der En tiüstung über das Fehlschlagen des Manövers eingegebenen Worten: „In Leipzig gtebt's auch noch Richter!" Diese ultramontane Version ,il y a des juges ä Berlin“ erregte natürlich allgemeine Heiterkeit. «Wtui Sorten j I 228) Giri @i«i »i« 5 »»d d« 3' 6 an 2* ie 2 an Kl tztimmlitz" «folgte mit W gebotener e ®*®i, uii «”.ft SM *r. aal, d-s svl Berlin, W 1874 ebenso! Punkt hin^ 'Die übrige^ .rin uickrui sollte- 3' Straße, wi W teil daß es die Berliner Skizzen. Berlin, 5. Januar. Das Jahr fängt gut an. In Paris werden die Friedensschalmayen so lebhaft geblasen, als gelte es, die Besorgnisse, welche in Bezug auf die Möglichkeit einer Friedensstörung, wie die Neujahrsansprache des deutschen Kaisers an die Generale zeigte, auch an höchster Stelle gehegt wurden, zu zerstreuen. Früher übernahm es der greife Feldmarschall Wrangel, der gleich den Berlinern im Allgemeinen und den Bewohnern des Mühlendamms im Besonderen mit dem Dativ und Akkusativ stets auf dem Kriegsfuße stand, bei der großen Neujahrscour das Wort zu führen. Seitdem der große Schweiger Graf Moltke die Führung der Generalität bei dieser ofsiciellen Feier übernommen, wird die Gratulation nur in Form einer knappen militärischen Meldung dem Kaiser dargebracht. Der Rest ist Schweigen, aber der Kaiser versteht es trotzdem, etwas Fluß in die Unterhaltung zu bringen und nimmt von seinen alten Generalen selbst ein freimüthiges Wort nicht übel. Fürst Bismarck fehlte bei der Cour; er hat die Erlaubnis gleich fremden Souveränen seinen Glückwunsch telegraphisch abzustatten. In den nächsten Tagen wird der Kanzler wieder in Berlin weilen, und nicht nur in den verschiedenen Ressorts der Min'sterien zum Rechten sehen, sondern auch seinen Enkel, den kleinen Otto Grafen von Rantzau aus der Taufe heben. Seine Durchlaucht ist, wie man sagt, da ihm die Nervenschmerzen mehr zu Leibe gehen, als die Franzosen und Russen, regierungsmüde, er zöge gern die göttliche Muße im Sachsenwalde und auf den hinterpommerschen Gefilden dem heißen Kampfe im Reichstage vor, er fühle das Bedürfnis, mehr Großpapa als Reichskanzler zu sein. Aber ein höherer Wunsch, der ihm Befehl ist, verlangt das Ausharr-n auf dem beschwerlichen Platz; der Kaiser liebt es bekanntlich nicht, alte treue Rathgeber, selbst wenn sie es dringend verlangen, gehen zu lassen; er selbst, soll Se. Majestät bei einem wiederholten Demissionsgesuch gesagt haben, müsse ja auch aushalten; warum sollte er denn gleich Jeden gehen lassen, dem irgend etwas nicht gefalle. Dem Kaiser gefällt auch mancherlei nicht. Auf seinen Wunsch nahm der Kronprinz Anlaß, den Vertretern der jüdischen Gemeinde zu erklären, daß man bei Hofe die moderne Judenhetze mißbillige. So spielte die Wohlthätigkeit eine zur Versöhnung mahnende Rolle. Die Berliner Judenschaft gab durch das großartige Concert in der neuen Synagoge einen schönen Beweis von Mitgefühl für das Elend in Oberschlesien. Richard Wagner, der das Judenthum in der Musik haßt, soll allerdings gegen den Vortrag seiner Meisterwerke in einem jüdischen Gotteshause Protest eingelegt haben, um so herrlicher erklang Beethoven's 6-woII-Symphonie in der mächtigen Halle. Die blaublütigfte Aristokratie mar entzückt und ein Gardelieutenant, ein Sohn eines Granden der Uckermark, wagte die Aeußerung, daß ihn der Jehovahtempel feierlicher stimme als die Garnisonkirche. Fast um dieselbe Zeit standen in einem evangelischen Gotteshause zwei Särge nebeneinander, die den 92jährigen Gatten und die 86jährige Gattin umschlossen. Der Tod hatte das Marggrassche Ehepaar, dem der Turnvater Jahn nahe stand, am selben Tage abberufen. Drei Generationen von Nachkommen umstanden die Grabstätte, neben rosenwangigen Knaben standen Greise in Silberhaaren, die des alten Marggraf Schüler waren, die besten Bürger gaben das Grabgeleit. Und als liebende Hände die Gruft bis zum Rande mit Blumen gefüllt hatten, gedachte man der Worte in der Voß'schen Idylle Philemon und Baucis, die hier erfüllt waren: „Ihr allgütigen Götter, .... weil wir in friedlicher Eintracht stets mit einander gelebt, so flehen mir, nehmet uns in einer Stund' hinweg, und Keiner begrab einst weinend den Andern". Das laufende Jahr bringt uns die umfassende Fischerei-Ausstellung. Unsere Spreefischerei, bekannt durch Stinte und Plötzen, steht allerdings auf keiner hohen Stufe, aber Berlin wird dennoch ein reiches Ausstellungsmaterial liefern. Die Reichs- Hauptstadt ist nämlich eine Art Schatzkammern für Perlen, welche ebenso zünftig in dieser Ausstellung sind, als Schildpatt, Korallen, Schwämme und Seehundsfellportc- monnaies. Viele berühmte Perlen befinden sich hier in Privatbesitz und auch der königliche Tresor und die prinzlichen Schatzkammern werden ihre Perlen zum Schmuck der Ausstellung senden. Die Perle von Meppen wird jedoch nur als Gast zugelassen j werden. Viel' Perlen — sagt man — bedeuten Tbränen, aber diese Thränen der lieb- ' lichen Perlmutter werden hoffentlich kein Ausstellungs-Deficit beweinen. J. St. "«Untetjtijtm j** H fit “Hm. D» wannt den Be- (LA)" «1 einem Artikel die Annahme, '9eIläUn Virn-al- 'S ®«bt dem Ab. der bezeichne- Inon erM in'S frt es auch durch Siebener Blätter, 5$ die Vorlegung sührung der Vör- rlize Mitlheilunz r Donau setzt sich P(ado, ist gestern )om 27. Deeeachrr ia wäre der Ankauf ip.8 aus Ragch: Susstoje. Es wird Ler beschloßen, in , - Entschiedene ‘•HM», sei es 1 vtootnien vorrn- n bayerischen Thetl geringsten Schaden smmung nimmt zu; t Ortschaften über- n, o. J«mr. 'djalmapen io lebyast Die Möglichkeit einer ins an Pie SmtraU üb.r übernahm es der rmeinen und den Se- .* ifhiiaiio stets am ia mären- Seitdem bei dieser oHrcutten Um« mü«» T d-r K-'i-r M oon feinen ®* gleich ftmd-n » n°chstmr°S-n°'°d liebenen fltinen Ott» * Mn tast, d- W "en, rtgim-n^* tnterP»»®‘Äjfe »üK^e» feSJÄg l "’nulile ja auch IftÄi* ■*£* * »atz mfl® HnsöhnE rn'e ncert in der '-nge MhW. ?[enb m 721 den cÄ‘f»,6a63 ......sauf' I®.'*“1J« I - i »s»d. ° , n^en *L. alten g’jie f- ,^E.et d°d® | Jw 'Ä | '.▲< JicflPß7 1 LLZi iflfl’ ? iuV'3 k ft leinen y y. Lokales. Gie-ren 8. Januar. sSterblichkeit in Gießens Die Zahl der Sterbfälle während Des verflossenen Monats Decembcr betrug im Ganzen 46 und zwar ereigneten sich dieselben bei 5 »indern im ersten Lebensjahre, bei 3 Kindern im 2 Jahre, bei einem Kmde im 9. Jahre und bei 37 erwachsenen Personen. Von diesen letzteren starben nach den gemachten Angaben H an Lungenschwindsucht, 6 an Necurrensfieber, 5 an Altersschwache, 4 an Lungenentzündung, je 2 an Krebs Gehirnerweichung und Schlagfiuß, je eine an Lungenödem, Lungenemphysem, tetUTigcntram® 8eb«enlartu?B und Steig'. Im Wochenbelt starben - Frauen. Einmal Isolate der Tod durch Erfrieren, einmal durch Selbstmord und einmal konnte die Todesursache