Nr. 8L Donnerstag den 8. April 1880. chichener 'Zinieiger Anffige- W WM fit hcn Kreis Gieße«. NedaetionSbureau r ßkx-editionSbureau: Schulstraße B. 18. Erscheint täülich mit Aufnahme des Montags. P^eis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst —MBB Amtlicher Hßeil. Bekanntmachung. Auf dem am 6. l. Mts. dahier abgehaltenen Viehmarkte ist ein Kalb zurückgeblieben, dessen Elgenthümer sich bis jetzt nicht gemeldet hat. Derjenige der Ansprüche an dieses Kalb zu machen hat, wird hiermit aafgefordert, solche alsbald bei der unterzeichneten Behörde anzumelden. Gießen, den 7. April 1880. Großherzogltche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. (/«aa Ievtschland. Darmstadt, 5. April. DaS heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 8 enthält das Gesetz, die Errichtung einer Landescultur-Rentenkasie betreffend- Berlin, 5. April. Hier spricht Alles von dem Ausfälle der englischen Wahlen. Es ist nunmehr gewiß, daß die Tories unterliegen, und viele Blätter verweisen hinterher Lord Beaconsfield die Unvorsichtigkeit, daß er nicht bald nach seiner siegreichen Zurückkunst vom Berliner Congreffe 1878 das Parlament aufgelöst habe. Beaconsfield hätte diesen Schritt jedoch gern gethan und ließ flch nur durch den Einspruch seiner Amtsgenofien davon zurückhalten. Seit dieser Zeit hat die -nglische Regierung in Afrika und Asien manches unvorhergesehene Unglück gehabt. Freilich würden die Whigs wohl auch nicht im Stande gewesen fein, diese Unfälle zu verhindern, aber bet den Wahlen wild der regierenden Partei jeder Unfall als Fehler auf die Rechnung gesetzt, und besonders schlimm ist eS, daß auch die glnangen etwas in Unordnung gerre- then und die Tories so ihren alten Ruf zu bewähren schienen, schlechte Finanz- männer zu sein. Mögen die Wahlen nun auch noch glimpflich genug für die Tories ouefollen, so daß sie versuchen können, weiter zu regieren, was jetzt freilich nicht voiauszusehen ist, oder mag ein liberales Cabinet gebiltet werden, in jedem Falle wird England in der nächsten Zeit eine schwache Regierung haben. Mit einer Mehrbeit von 12 bis 15 Stimmen ist die Regierung steiS einer zufäll'gen Niederlage ausgesetzt. Wenn die Whigs an's Ruder kommen, wird ihre Mehrheit kaum größer sein, und diese Mehrheit ist bunt zusamuien- gewürselt. Für das Ausland, namentlich für Deutschland, wird es zu be- dauern sein, wenn die Tortes zurücktreten, die den Frieden von Berlin abgc- schlvffen hoben und ebenso fest wie Deutschland unv Oesterreich entschloffeu sind, die Bestimmungen des Friedens aufrechtzuerhalten. Zwar haben sich die Führer der liberalen Partei genöthtgt gesehen, trotz alles Schimpfens auf die toryistische Politik ihrerseits deren Fortsetzung zu versprechen. Aber ihre Politik ist fett dem Tode Palmerstoi/s stets halb und lahm gewesen und ver- spricht auch jetzt nicht, sich zu bessern. Nußland. Petersburg, 4. April. Ausführliche Nachrichten über die Bewachung des Wrnlerpalais sind der „Pr." aus Petersburg unterm 30. März^ wie iolat »ugegangen : Mit der Ueberwachung des Palais sind spectell 10 Garde- Osfic'iere betraut. Von j-dem Garde-Reglment Einer, der den Capitänsrang haben muß. Dieselben haben genaue Controle über alle Personen zu pflegen, die sich im Wintervalais befinden und über deren Verkehr. Zudem sind noch für sede Etage besondere Vorschriften erlaffen. Für die mittlere Etage, welche ber Kaiser und die Kaiserin bewohnen, gilt die R g'l, daß der wachhabende Garde. Osficier Jeden zrirückzuwelsen Hai, der ohne specielle Anordnung dort erscheint und nicht etwa direkt zur kaiserlichen Familie gehört. In der Zeit von 12 Uhr Nachts bis 8 Uhr Morgens darf dort gar Niemand und selbst der Thronfolger nicht erscheinen, ohne daß der Garde-Osficier die Meldung entgegennimmt, und erst nachdem die Meldung den weiteren Jnstanzenzug, den ick später angeben werde, gemacht hat, darf der Einlaß erfolgen. Diese An- otbr.utifl wird so strenge beobachtet, daß selbst der Leibarzt der Kaiserin, Dr Botkin, in tiefer Zeit nur nach Anmeldung beim Garde Osficier vorge- lafs'cn daß die etwa giholten Medtcamente nicht ohne vorherige Meldung b« m 'Wacktvfficter in die Appartements getragen werden dürfen. Die 10 Karde-Officiere haben ausschließlich die Ueberwachung der Etage des Kaisers und der Kaiserin. Das Parterre rind die oberste Etage werden in nleicker Weise von Palastosficieren bewacht, die Sollterrains werden ganz ver- mairert und dürfen nicht mehr bewohnt werden. Sobald eine Meldung zu «ftfltten ist hat der Gordc-Officier sich an den Oberst Siolmann zu wenden. Dieser tbeüt die Meldung dem Schloßverwalter be la Case mit, d-r sie dem General-Adjutanten Rilejew vorträgt und von diesem wird sie dem Hofmar- ickall v Grote übergeben, der die Entscheidung trifft. General Rilejew gibt äalick d,e Loosung aus, und zwar eine doppelte: die eine für die Wache, bie andere für die Garde Osficiere und jene Personen, die unmittelbar um die Verton ihrer Majestäten den Dienst haben. Die Garde. Osficiere erhalten ben Rette! mit ber Loosnng erst beim Dienstantritt jeben Abenb unter Couvert überre * Auf Verlangen des Kaisers erhalten die Garbe-Offictere zu ihrer Löbnuna eine Zulage von 15 Rubeln monatlich. Die Osficwre wollten biefe Äage mchi annehmen, ba sie ben Dienst als Ehrensache betrachten und zu- hem iimmtlid) aus den ersten Familien stammen; allein es war des Kaisers Lunsch und diesem dürften sie sich nicht entziehen. Im Palais ist Überdies noch eine Polizei-Abtheilung, als bereit Vorstand (Pristaw) ein Polizei-Beamter Namens Kantareki sunglrt. Derselbe war Pristaw jenes Stadttheils, in welchem die Ermordung Mesentzow's sich ereignet hatte, und war nach dem Morde abgesetzt worden. Es gelang ihm aber, seine Tüchtigkeit anderweitig zu erweisen, worauf er zum Pristaw im Wtnterpalals ernannt wurde. Allgemeine Audienzen werden gar nicht ertheilt und nur die Befohlenen erhalten Zutritt. Telegraphische Depeschen. Wagner'« telegr. E-rrespon»«,, • «nrean. Berlin, 6. April. Die „Nordd. Allg. Ztg/ meldet: In der Dundesraths-Sitzung am Sonnabend fand bei Feststellung des Gesetzentwurfes, betr. die Erhebung von Retchs- stempelabgaben über die Frage, ob Quittungen über Postanweisungen und Postvorschuß-Sendungen der Stempel- abgabe zu unterwerfen feien, eine Abstimmung statt, wobei die Majorität von 30 Stimmen eine Bevölkerung Wit T/2 Millionen, die Minorität von 28 Stimmen eine Bevölkerung von über 30 Mill, repräsentirte. 16 Stimmen kleinerer Staaten befanden sich iw Wege der Substitution in Händen von zwei Mitgliedern des Bundesrathes. In Folge dieser Vorgänge hat der Reichskanzler sein Ent- laffungsgesuch bei dem Kaiser amtlich mit der Motivirung eingereicht, daß er den gegen Preußen, Bayern und Sachsen gefaßten Majoritätsbeschluß weder vertreten noch in seiner Stellung als Reichskanzler von dem Beneficium Gebrauch machen könne, welches Artikel 9 der Reichsverfaffung der Minorität gewährt. Berlin, 6. April. Reichstag. Der Präsident theilt mit, baß Gesetz, entwürfe, betr. die Küstentrachtschifffadrt und über die Besteuerung von Dienst. Wohnungen, eingegangen sind. Das Haus ehrt das Andenken deS verstorbenen Abg. Wulfsheim in üblicher Weise. Die Verordnung, betr. die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, wird auf Grund des Berichts der 7. Commission in zweiter Lesung ohne Diskussion genehmigt. Es folgt der Bericht der WahlprüfungsCommission über die Wabl des Grafen Grote (Harburg). Die Commission beantragt die Wahl zu beanstanden. Das Haus genehmigt den Antrag der Commission fast einstimmig. Die Wahl des Abg. Luzlus (Erfurt) wird nach Antrag der Commission für gültig erklärt. Die Zusammenst-llung ber Liqulbationen aus der französischen Kriegskosten-Entschä- dlgung wird der RechunngsCommission überwiesen. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch statt. Auf ber Tagesordnuna stehen ber Orihographie- Antrag R'ckert-Stepbani. Wahlprüfungen und das Viehfeuchen-Gesetz. _ Der „Reichs-Anz." meldet; Der Kaiser verlieh dem Fürsten von Rumänien den Schwarzen Adler-Orden. — Hinsichtlich der Heiserkeit des Kaisers ist Besierung eingetreten und das Befinden Sr. Majestät nunmehr völlig belriedigend. London, 6. April. Die „Times" meldet aus Kandahar von gestern: Die Königin ernannte Schir Ali zum souveränen Herrscher von Kandahar, woselbst eine britische Garnison und ein britischer Agent (bhonirt werden. — Dasselbe Blatt meldet aus Paris: Der Botschafter in London, Pothuau, verläßt Ende des Monats seinen Posten und wird zeitweilig dnrch Lson Say ersetzt, welcher die Specialmission erhält, über den Handelsvertrag zwischen England und Frankreich zu unterhandeln. London, 6. April, Abends. Nach einem Telegramm des Standard" aus Bombay vom 6. April hat die Nachricht der "Da«» News vom Tode Mahomed Jan's keine Bestätigung gesunden. Letzterer befindet sich hi W dan und habe erklärt, er werde bis zum Aeußersten kämpfen, falls die Be- dingungen der Engländer unannehmbar seien. _. Die Homerulers Parnell und Daly sind m Cork City gewählt. Die ädomerulers haben einen Sih gewonnen. Petersburg 6 April. Gegenüber ben allarmirenden Preßnach- rickttn über Chinas Absichten kann bas Journal be St. Petersbourg" mit- .heilen, daß die letzten Pekinger Nachrichten den Wunsch der chiiiefi cken Regierung bekunden, die Verbandlungen, betr. die Provinz Kuldscha, wieder auszünehmen, da der Petersburger durch Tichong Hon abgeschlossene Vertrag Üücht sanctionirt werden könne. Marquis Tseng, chinesischer Botschafter in Paris, soll für die neuen Verhandlungen hier eintreffen. Berlin, 7. April. Der „Nat. Ztg." zufolge hätte der Kaiser das Demissionsgesuch des Reichskanzlers mit: „Es bleibt bet meinem Niemals" beantwortet. Der Reichskanzler habe jedoch gestern unter Hinweis auf seine erschütterte Gesundheit sein Demissionsgesuch erneuert unv wäre darauf für heule zu weiterer Unterredung zu dem Kaiser beschieden worden. 8 o k a l e s. Gießen, 7. April. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle wahrend des Monats März belief sich tm Ganzen auf 38, wovon 12 bei Kindern und 26 bet Erwachsenen vorkamen. Von den Letzteren starben an Lungenichwindsucht 8, Schlagfluß 4, Altersschwäche 3. an Gehirnentzündung, Krebs, Leberentzündung, Brightlscher Krankheit, Necurrendfievcr, Unter- lelbstyphus, Lungenentzündung, Anämie, in Folge übermäßigen Alkobolgcnuffes, ourch Selbst- mord je 1. In einem Falle blieb die Todesursache unbekannt. — Von den verstorbenen Krndcrn befanden sich 7 tm ersten Lebensjahre und wurde der Tod veranlaßt durch Gehirnentzündung 2mal, Darmcararrh 2mal, Abzel rung und Lungenentzündung je einmal. Ein Kind war nicht ärztlich behandelt worben und konnte die Todesursache nicht mit Sicherheit fcstgestellt werden. Von den älteren Kindern starben 2 von auswärts an häutiger Bräune, an Serofelsucht, Gehirnentzündung je eins und eins in Folge Verbrühung durch kochendes Wasser. — In dem gleichnamigen Monate des Jahres 1878 hatten wir in Gießen 40 Todesfälle, darunter bei Kindern im ersten Lebensjahre 11, bei größeren Kindern 10. — Im März 1879 hatten wir im Ganzen 34 Sterbfälle, wovon 6 auf Kinder im ersten Lebensjahre und 7 auf Kinder von 2 bis 15 Jabren kamen. 6.______ sNächdrück verboten-j Der Goldfund in Mardorf. Von Dr. G. Mardorf, ein großes, früher kurmainzisches Pfarrdorf, liegt in der überaus fruchtbaren Thalebene, welche sich südlich vor der Amöneburg erstreckt und den Anfang des sog. Ebersdorfer Grundes bildet- Der Boden des Thales ist nicht vollständig eben, sondern zieht sich wellenförmig in sanften Abdachungen hin. Die Amönebuig, eine kleine, früher kurmainzische Stadt, liegt auf dem Plateau eines mächtigen, mitten aus der Ebene steil emporsteigenden Basaltkegels. Direct südlich von diesem Beige, in der Entfernung von einer Stunde, erhebt sich aus dem welligen Thale, welches von den Gemarkungen der stattlichen Dörfer Roßdorf und Maroorf eingenommen wird, ein Bergrücken von Basalt, der sich hinter Holzhausen, Roßberg, Dreihausen nach Nordeck und weiter in einem durch Thaleinschnitte hier und da unterbrochenen Höhenzuge fortsetzt, aus welchem sich einige Basaltkuppen erheben. Einige der letzteren, so namentlich der Frauenberg, mit den Trümmern eines alten befest'gten Hauses gekrönt, schieben sich weit in das Thal hinaus. Vor dem Bergrücken, der aus Basalt und Dolorit besteht, lagern sich in der Form runder Hügel b>s in die Ebene herunter große Massen tertiären Thönes 70—80 Fuß mächtig und bis heute in ununterbrochen schiebender Bewegung, sobald es dem Wasser tu eine Spalte einzudringcn gelingt. Diese Eigenschaft, welche bei dem vorliegenden Funde unzweifelhaft eine große Rolle spielt, hat etwas unheimliches. Es ist alljährlich zu beobachten, daß die aus dem Innern der Hügel herangedrängten Thonmassen Veränderungen in der Gestalt des Terrains Hervorrufen. Noch ist es in der Erinnerung der Bewohner, daß in dem nahegelegnen Holzhausen eine scheuer von ziemlichem Umfange eines Morgens sich von ihrem seitherigen hochgelegenen Standpunkte herab zwanzig Schritt tiefer im Thale befand, nachdem sie jammt dem Boden, auf welchem sie gestandeir, durch die nachdräiigenden Thonmaffen geschoben war. Der Reisende, welcher bm großen Durchstich der Main- Weser-Bahn m der Richtung nach Frankfurt, dicht hinter Gießen passirt hat und nun den ursprünglich aus diesem dem Einschnitte entnommenen Thone aufgeschütteten 40—50 Fuß hohen Damm passirt, kann sich eine Vorstellung von oer Bewegung dieses Materials machen. Die Ausbuchtungen, die er längs des Dammes in einer Entfernung bis zu 50 und 100 Schritte von dem Fuße defielben gewahrt, sind die ehemaligen Bestand- theile des Dammkörvers, die Steinschüttungen, welche oben auf dem Damme unmittelbar unter den schienen gebettet waren, sind sammt ihrer trügerischen Thonunterlage davon gegangen und kommen jetzt am Fuße in weiter Entfernung wieder zu Tage, sie werden aus dem künstlichen Hügel des Dammes herausgeschoben. Dieses Wandern des Erdreiches, welches den Bahningenieuren manche sorgenvolle Stunde bereitet hat, kommt, wie erwähnt, in den natürlichen Thonlagern am Fuße der Berge ebensowohl, und namentlich daun vor, wenn von Menschenhand ein Einschnitt in das Terrain gemacht wird, durch welche sich das Gleichgewicht des Zügels ändert. Diese natürlichen Lager des tertiären Thons vor den Basaltbergen sind mit einzelnen Felsblöcken von Basalt und Dolorit auch mit ^-terngeröll und Sand vermischt. Der Thon ist meist unrein, er führt große Mengen Kalkspatkristallc und Schwefelkies. Da, wo er in einzelnen Lagern rein auftritt, hat er eine dunkle blaue Farbe und gibt das vorzügliche Material, aus welchem in Dreihaufen und Marburg das Töpfergeschirr gefertigt wird. Das ist der geologische Charakter dieser Gegend, welche zweifellos eine der ältesten Stätten deutscher Ansiedelung und deutscher Cultur ist. Aus den Schenkungen, welche zur Zeit des heiligen Bonstacius dem Altäre des heiligen Martinus gemacht wurden, werden die Dörfer der Gegend erwähnt. Schisheim (Seelheim), Ebilexdorf (Ebsdorf), Holzhusen (Holzhausen), Begtenbrunnen (Breitenborn), ein untergegangener Ort hinter Holzhausen und andere, auch der kleine Bach Alroffa (jetzt Rilf), welcher bas Thal durchfließt, findet Erwähnung. Die Schilderungen des Wirkens des heiligen Bonisacius, sowie manche Einzelheiten aus seinem Leben, z. B die Streitigkeiten mit den Edlen von Holchausen, das gerichtliche Verfahren mit Elbeshelfern, endlich die Zahl der Schenkungen und ihre Qualität — Höfe, Mühlen rc. — läßt keinen Zweifel, daß schon im achten Jahrhundert dort eine wohlhabende dichte Bevölkerung ihren Sitz hatte. Betrachtet man die überaus schöne, dem Ackerbau günstige Lage und die Fruchtbarkeit des Bodens, so liegt bet Schluß nahe, baß alle Völkerstämme, welche Deutschlanb je bewohnt haben, gerabe in diesem Fleckchen Erbe ihre ständigen Wohnsitze aufgeschlagen haben. Direct bestätigt wird dies noch durch zwei alte wohlerhaltene Opfersteme, die am Thalrande heute noch sichtbar sind und durch den Fund einiger Urnen an einer alten Begräbnißstätte, welche Asche und Knochenreste enthielten, aus deren einem, den vorderen Knochen einer kleinen Zehe die gelehrten Anatomen nachwiesen, daß hier die irdischen Ueberreste einer jungen Frau der Erde übergeben wurden, welche in ihrem Leben Sandalen zu tragen die Gewohnheit hatte. Der Knochen der kleinen Zehe zeigte deutlich den Eindruck des Riemens, welcher die Sandale gehalten. Mag eben diese Combination etwas kühn sein — das steht fest, Mardorf liegt im Mittelpunkte einer uralten Stätte der Cultur. Wenn man von Mardorf südlich sich wendet und die Feldflur verläßt, beginnt das Terrain allmählig aufjufteigen: Verfolgt man den Futzpfad, welcher über eine Viehhute, mit einzelnen Weißbuchen bepflanzt, sanft bergauf führt, so geht man über eine solche flachrunoe Thonanschwemmung wie sie oben geschildert ist, rechts und links sind natürliche Vertiefungen, aus welchen eben solche Terrainwellen wieder aufsteigen, die mit Wald bedeckt sind. Am Ende der Viehhute, welche sich nacb dem Berge hin verbreitet, gelangt man an eine ovale morastige Stelle, in welcher hier und da Wasserpfützen stehen, die nicht vom Regen, sondern von Quellen herrühren müssen Diese ovale Stelle hat das Ansehen eines früheren künstlichen Teiches, der jetzt von Erdreich dem zwischen dem Steingerölle sich findenden verwitterten und höchst fruchtbaren Basalt — nicht mck Thon — größtenteils zugeschwemmt ist, aber noch scharfe Ränder und die regelmäßige Gestalt eines Ovals aufiueift. Unmittelbar südlich von diesem Moraste steigt, im Halbkreise ausgeschnitten, auffallend regelmäßig geformt, das Terrain steil bergan gegen cme dahinter liegende Bergkuppe Der Bcrgausschnitt ist nicht mit Pflanzenwucbs bedeckt, sondern zeigt nach Westen Steingeröll und frisch' Spuren, daß hier Steine von Menschenhand gewonnen sind, während nach Osten einige der oben ermähnten Thonausflüsse aus dem Innern des Hügels hervorgetreten sind in schwachen Wölbungen sich auf das Vorterrain ablagernd: Der erwähnte halbrunde Einschnitt befindet sich in einem Jener Vorhügel vor dem eigentlichen Höhenzuge, der nach der Ebene hin — nach Norden einen ziemlich steilen Abfall hat, nach dem Bergzuge hin — nach Süden — sich nur wenig erhebt und die Gestalt einer runden Kuppe zeigt, aus welchem der erwähnte Einschnitt herausgenommen ist, an dessen Fuße der ovale Morast liegt. Auf seiner Spitze ist der Hügel ganz eben und es setzt sich vor demselben eine kleine Hochebene, nach welcher der Hügel nur wenig abfällt, weiter nach Süden fort Dieses Hügel mit dem Einschnitte, an dessen Fuße der ovale Morast liegt, heißt feit uralter Zeit der Goldberg. Links und rechts von dem nach tvm Höhenzuge sich in sanfter Erhebung sortsetzende* Plateau sind wiederum natürliche Einschnitte des Terrains, in denen das Regenwasser, namentlich nach Osten zu, einzelne tiefe Einschnitte ausgesvült hat. Einer derselben hecht „das Goldloch" und der daran grenzende Waldtheil, ein prächtiger Buchenbestand, „am Goldloch". (Forts, folgt.» Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Erhebung der directen Steuern betr. Das Hebreg ster über die directen Steuern für die Zeit vom 1. April 1880 bis 31. März 1881 liegt auf dem Bürgermeisterei-Büreau 8 Tage lang zur Einsicht offen. Gießen, den 6. April 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2429)__A. Bramm.________________________ Bekanntmachung. Die Lieferung der Kleiderstoffe für arme Confirmanden soll im Sub- misfionswege vergeben werden und sind Offerten mit Mustern bis zum 15. l. Mts. bei Herrn Hospitaloerwalter Nehmeyer, welcher jede gewünscht werdende Auskunft ertheilt, verschloffen einzuretchen. Gießen, den 4. April 1880. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. Unter er Steigerung in der Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Es wird versteigert im Distr. Noll, Abthlg. 3b, 2d und 1. Mittwoch, den 14. April d. A, Scheiter Knüppel Buchen 89 rm 185 rm Eichen — „ 38 „ Erlen, Aspen, Nadel 16 „ 30 „ Die Zusammenkunft findet Vormittags (Stamm-)Reisig Stöcke 472 rm 65 rm 94 „ 14 „ 304 „ 6 ,, 9 Uhr im Distr. Noll, Pflanzgarten, statt. Kesselboch, den 6. April 1880. Ireiherrliche Oberförsterei Rabenau. 2411) Franz. am l)|i|ii!iMwr Mui-Loose, Ziehung am 15. April, find in der Exped. d. Bl. ä 3 M. zu haben. Höhere und erweiterte Mädchenschule zu Gießen. 2445) Die Aufnahmeprüfung findet Samstag den 10. Aprils Morgens zwischen 9 und 12 Uhr, im Schulhaus auf dem Oswalds- berg statt. Die Anmeldungen werden Freitags, Nachmittags von 2—4 Uhr, in der Wohnung des Unterzeichneten in der Ludwigs- straße mündlich oder schriftlich entgegengenommen. Die Kinder, die noch keine Schule besucht haben und der Vorschule der höheren und erweiterten Mädchenschule zugeführt werden sollen, werden ebenfalls am Samstag Morgen um die angegebene Zeit auf dem Oswaldsberg angemeldet. Erforderlich ist der Impfschein sowie eine genaue Angabe deö Geburtstags und -Orts der Kinder, sowie des Namens und Standes der Aeltern bzw. Pfleger. Das neue Schuljahr beginnt Montag den 12. d. M , an welchem Tage das neue SchulhauS bezogen wird. Der Unterricht nimmt seinen Anfang Dienstag den 13. April, Morgens um 7 Uhr, für die oberen und mittleren Klassen, nm 8 Uhr für die unteren. Die Aufnahme der Schüler für die Staotknaben- unr Mädchenschule erfolgt am ersten Mai und wird darüber besondere Bekanntmachung erlassen. Gießen, am 6. April 1880. Die Direktion: Digelius. Hanbwerkerschute öes jjemerfmereius. 2439) Beginn des Sommersemesters am 7. April 1880 sowohl für die Tag- als auch die Abendschule. Anmeldungen nimmt Vormittags von 8 bis 12 Uhr Herr Äug. Hug, Architekt, in unserem Schullokal am Asterweg, entgegen. Der Uorstand des Gewerbvereins: _____________ Dr. Hugo von Ritgen, Geh.-Rath. Herren Wäsche. Die Vertretung einer der ersten Hemden-Fabriken in Bielefeld wurde mir übertragen. Ich liefere alle Arten Herren- und Knaben-Hemden in solider Waare zu sehr b^°n Preisen. Aug. Haubach, Mäusburg. (<$cl B Pader 5. Höfe Nor bei Bade 6. Cassel, Süffel (q Lehrte)^ 7. Cassel, Frankfurt Dm (3 Allerhöchsten A Ztaals-Eismbah 26. Februar b. Belnebs'Verwa ober bem Huri lichen in bemfel vertreten inner! gen Angelegeni deren Auftrag für die Derwo Beschwer Betriebs ■ Aew In Fch htffl foUtu bit We/'elöahn unb Pon deuist Wdung von F dttung ein, als Reclamationen, Verkehren von «btt'genRcla «ezw. zum Aust ^ie Recfi nb direct an um ’n dessen Bezirl treffenden Een! Hannove 2162) 9. MS crJ 1 Die Kon ' der Mai mit bem HW'-ove' 2. Vie dieöf bürg, Bl 3. in Annin Dassel welche in nisse nnd Die ( Wrlebs'Aelntei Für das 1. Hanno grenze, 8 2. Breme Hafen, $ 3. Münf Hamm). 4. Dortv Hangt» W Mabei i ben U"W°> 27 to'36 fmi o 4 99 fm, » ™ s* »■‘"ft*1 8'S?» o. b w» 6 i-t fi .M sW fi«. I «nu? gemad,; Ebilexdors J(llr)f welche Ol<0au|en, ^3 ^en und ihre n Jahrhundert ^Qn die über: ,jJ° ^gt der N' gerade in $lyrt bestätigt ^ilranbt h^te n Kiio^n finer Überreste einer jUn |u tragen cn Emdruck des “J ctwas kühn aue.der Kultur, beginnt '"cher über eine Seht man über "chts und links * achteigen, dem Serge hin ' und da Wasser- müssen Diese tzt von Erdreich lchtdaren jjajalt rft Ränder und diesem Moraße is Terrain steil t ist nicht mit d' Spuren, daß einige der oben .nb in schwachen runde Einschnitt der nach der cm Sergzuge hin den Kuppe zeigt, 1 Fuße der ovale ch vor bemielbtn iier nach Lüden oraft liegt, heißt nöüenzuge sich Anschnitte des einzelne tiefe und der daran (Forts, soltzt.» n 10. April, ;tn Oswald' ,mittag »on ,n Suvwiqs- unt wc V°r- cführl mtror« it angegebene r- per Zmpf- nc -Orrs w b;n> Meger. an welche"' -rrich- , 7 N, ft- unttrtn. unr $*- orte Ninn|: ^T-ir übcr giiiistullü' trtins: Geh-^^, Bekanntmachung. 2162) Auf Grund der Allerhöchsten Erlasse vom 21. Februar er. und d. März er. werden mit dem 1. April er. : 1. Die Königlichen Direetionen der Westfälischen Eisenbahn in Münster und der Main-Weset bahn in Caffel aufgelöst und deren Verwaltungsbezirke mit dem Bezirke der unterzeichneten Königlichen Esenbahn-Direetion in Hannover vereinigt; 2. die diesseitigen Königlichen Eisenbahn-Commissionen zu Hannover, Harburg, Bremen und Cassel ausgelöst; 3. in Hannover, Bremen, Münster, Dortmund und Paderborn (je 1) und in Cassel 2 von uns refforNrende „Königliche Eisenbahn-Bettiebs-Aemter", welche in Angelegenheiten der ihnen übertragenen Geschäfte alle Befug« ntsse und Pflichten einer öffentlichen Behörde haben, errichtet werden. Die Geschästsbrzirke dec sub 3 genannten Königlichen Eisenbahn- Detrrebs'Aemter sind wie folgt abgegrenzt: Für das Königliche Eisenbahn Betriebs-Amt in 1. Hannover die Bahnstrecken Minden-Hannover-Braunschweigffche Landesgrenze, Lehrte-Harburg, Lüneburg-Lauenburg mit Echem-Hohnstorf; 2. Bremen die Bahnstrecken Wunstorf (exel. Bahnhof Wunstorf)-Bremer- hafen, Burglesum-Vegesack; 3. Münster die Bahnstrecken Emden-Münster-Hamm (exel. Bahnhof Hamm), Rheine-Mindtn (exel. Bahnhof Minden), MünsterEnschede; 4. Dortmund die Bahnstrecken Welver-Sterkrade, Hamm-Paderborn (exel Bahnhof Paderborn); 5. Paderborn die Bahnstrecken Paderborn-Nordhausen (exel. der Bahnhöfe Nordhausen und Northeim), Herzberg-Braunschweigffche Landesgrenze bei Badenhausen, Altenbeken-Warburg, Ottbergen-Holzminden; ■$. Caffel, Betriebs - Amt Caffel 1 die Bahnstrecken Hannover- Cassel (excl. der Bahnhöfe Hannover und Caffel), Lehrte (excl. Bahnhof Lehrte) - Hildesheim - Nordstemmen ; 7. Caffel, BetriebS-Amt Caffel II die Bahnstrecke Caffel-Gießen- Frankfnrt a. M. Den Eisenbahn'Betriebs.Aemtern liegt nach Maßgabe der durch den 'Allerhöchsten Erlaß vom 24. November 1879 genehmigten Organisation der Staats-Etsenbahn'Verwaltung (publieirt im Rejchs- und Staats Anzeiger vom 26. Februar d. I.) die Erledigung aller Geschäfte der laufenden Bau- und Betriebs-Verwaltung, soweit dieselben nicht organisationsmäßig der Direeiion oder dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten Vorbehalten sind, im wesentlichen in demselben Umfange wie seither den Eisenbahn-Commissionen ob; sie vertreten innerhalb ihrrs Geschäftsbezirks in den zu ihrer Zuständigkeit gehörigen Angelegenheiten die Verwaltung selbstständig, so daß sie auch ohne beson- Heren Auftrag durch ihre Rechtshandlungen (Verträge, Proeeffe, Vergleiche re.) für die Verwaltung Rechte erwerben tznd Verpflichtungen übernehmen. Beschwerden über die Verfügungen und Anordnungen der Eisenbahn- Betriebs . Aemter sind instanzmäßig an die unterzeichnete Direetton zu richten. In Folge dieser anderweiten Organisation unserer erweiterten Verwaltung fallen die seitherigen Bctrtebs-Jnspeetionen der Westfälischen und Main- Wes erbahn und die Funetlonen der Oberbcamten mit dem 1. April d.J. weg. Von demselben Zeitpunkte ab tritt hinsichtlich der Untersuchung und Entscheidung von Fracht- uno Entschädigungs > Reelamationen insofern eine Aen- derung ein, als sämmtliche Gepäck-, Dich-, Güter-, Fracht- Reelamationen, sowohl aus dem Local-Verkehr, als aus den Verbands- Verkehren von der unterzeichneten Direetton erledigt werden, während alle übrigen R clamationen bei den genannten Betriebs-Aemtern zur Untersuchung bezw. zum Austrage gelangen. Die Reelamatione» erstgedachter Art sind daher vom genannten Tage ab direet an uns, die übrigen dagegen an dasjenig- Betriebs-Amt zu richten, in dessen Bezirk die Aufgabe- oder die Bestimmungsstation der betreffenden Sendung belegen ist. Hannover, den 26. März 1880. ____________Königliche Eisenbahn - Direktion._____________ Holzversteigerung in den Waldungen des Gr. Majors Ireiherrn Ferdinand von Pordeck zur Rabenau in der Oberförstern Treis a. d. Lumda. Montag, den 12. d. Mts., werden aus den D'strtcten Struth und Münchwald versteigert: 13 E chenstämme von 35—64 cm Durchmesser uno bis zu 15m Länge mit 24,36 fm, 27 Nadelstämme von 16—23 cm Durchmesser und bis zu 13 m Länge mit 4 99 fm, 3 Buchenstämme von 35—43 cm Durchmesser und 8—10 m Länge mit 3,47 fm, 11 Derbstangen mit 0,69 fm, 111 rm Buchen-, 7 Eichen- und 2 Aspen-Scheiter, 29 „ Buchen- und 4 Eichen Knüppel, 3100 Bnchen-Durchforstungs' und 2350 Buchen-Astretser-, sowie 500 Eichen- und Nadelholz-Reiser-Wellen, 49 rm Buchen- und 19 rm Eichen« und Nadel-Stöcke. Die Versteigerung begmnt Vormittags präets 9 Uhr im Distrtet Struth bei Beuern, ea. 3/4 Stunde von den Oberhessischen Bahnstationen Großen- Buseck und Reiskirchen und wird Nachmittags gegen 1 Uhr im Distriet Mönchwald bei Großen-Buseck mit dem Durchforstungsreisholz fortgesetzt. Die Eichenstämme im Distrtct Struth sind von vorzüglicher Beschaffenheit und zu jedem Gebrauchszweck geeignet, dabei befindet sich ein zu einer Mühlwelle ganz besonders geeigneter Stamm von 59 cm Durchm. und 15 m Länge. Treis a. d. L. am 5. April 1880. 2405) Oberförster. Philipp Pfeiffer, Tiefenweg, empfiehlt Wiener und Frankfurter Kochgeschirr zur gefl. Abnahme. (2413 2423) Mehrere Wagen Kleeheu zu verkaufen bei _________Carl Schwan, Seltersweg. 2428) 2 Wagen zu verkaufen. Herm. Euler. ' Weinversteigerung in Gießen. gehaltene Rhem, Hardt- und Moselweine aus den Jahrgängen 68, 70, 74, 75 'v und 78 öffentlich versteigern. — Proben können bis zum 24. April a c. täglich an den Fastern genommen werden. ü ’ Gießen, 1. April 1880. O11Q. Zinsser hr.______________ Bekanntmachung. Dienstag den 27. ds. Mts., Vormittage um 10 Uhr, soll eine Hosraithe mit sehr geräumigen Oeconom-egebäuden und circa achtzig Morgen Ackerland und Wiesen zwangsweise auf hiesigknl Ortsgerichtsbüreau versteigckt werden. Nieder-Ohmen, am 5. April 1880. Großh. Ortsgerickt N eder-Ohmen. 2422) Obllacker. Holzversteigerung. Freitag, -en 9. April d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Marieustiftswaid, Di- str et Sandacker, am Weg von Lick) nach Nonnenroth, am Heuweg, 166 Riummkter K'efenl-Prügelholz, 65 ,, „ Stockholz, 1640 Wellen „ Reisholz versteigert werden. Lich, den 5. April 1880. 2293) Winheim. Holzversteigerung im MrstlichenZchutzbesirk Dorfgüll. Im Distriet Ktrchhofsboden kommen Montag den 12. April d. I., von Mo egens 10 Uhr anfangend, 227 gemischte Stämme und Derbstangen, 43,66 fm h Ulend, 23 Rmtr. gemischtes Scheitholz, 100 „ „ Prügelholz, 426 „ v Reiserholz, 21 „ „ Stockholz zur öffentlichen Versteigerung. Grkedel, am 5. Apttl 1880. Fürstliches Rentamt Griedel. 2427)______Döringer.____________ Arbeitsversteigerung zu Reiskirchen. Samstag, den 10. ds. Mts., Nachmittags 4 Uhr, sollen auf der Gemeindestube zu Reiskirchen die bei Erbauung eines neuen Backhauses erforderlichen Arbeiten, bestehend in 4 Maurerarbeit veranschl. zu 1027 — Zimmerarbeit „ 51 50 Schreinerarbeit „ 30 08 Glaserarbeit „ 31 20 Schlofferarbeit „ 49 — Weisbinderarbeit „ 17 08 Holzanfuhr „ 32 — öffentlich wenigstnehmend in Akkord gegeben werden. Großen-Buseck, den 6. April 1880. In Auftrag: 2437)_______________L. Hahn.____ Holzversteigerung. Montag, den 12. d. Mts., des Vormlltags ron 9 Uhr an, soll in dem Reiskircher Gemelndewald, Distriet Schlieberg, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, als: 3 Eichenstämme 0,33 Festm. enthaltend, 13 Nadel Bäustämme 2,79 Festm. enthaltend, 135 Fichten ' Derbholzstangen 12,44 Festm. enthaltend, 174 Fichten-Neisigstangen 4 Festm. enthaltend, 6590 Wellen Buchen Reisholz-Durch- forstungsholz, 2800 Wellen Eichen desgl., 1100 Wellen Nadel-Reisholz. Bemerkt w»rd, daß sich unter dem Buchen Neisholz 13 Haufen etwa 4 Meter langes Nutzholz befindet, zu Fachwerk und sonstigem Gebrauch geeignet. Fast sämmtliches Holz liegt ganz in der Nähe der Staatsstraße von Reiskirchen nach Gießen. Der Anfang ist im oberen Schlieberg tu der Nähe der Scheidemühlecke. Reiskirchen am 6. April 1880. Gwßh. Bürgekmeisterei Reiskirchen. 2457) Jünger. s» Vermischte Anzeigen. 2456) Ein Garten am Rod zu per- pachten. Näheres bei JuliuS HooS am Markt. 2426) Ein verheiratheter Kaufmann übernimmt in feinen freien Stunden die Führung und Beischreibung von Büchern. Offerten werden unter A. 200 in der Expedition dieses Blattes entgegengenommen ~ Gesucht ein Lehrling mit guter Schulbildung und den nöthigen Vorkenntnissen für das Comptoir einer diesigen Fabrik. Event. Offerten sub P 2u befördert die Exped. dss. Bltts. (2444 2416) Zwei Gymnasiasten finden Kost und Logis. Näheres in der Exped. d. Bl- Steckbrief. Gegen die unten beschriebene unverehelichte gewerbsloje Elisabeth 3Valbrecht aus Nieder-Weidbach , welche sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Betrugs und einfachen Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das Amtsgerichtsge- fängniß dahier abzuliefern. Beschreibung: Alter: 18 Jahre. Größe: 1,56 m, Haare: dunkelbraun. Stirn: hoch. Augen: braun. Nase: spitz. Gesichtsfarbe: bleich. Besondere Kennzeichen: lange Arme. Gladenbach, den 5. April 1880. Königliches Amtsgericht II. 2453) Gelbard. Versteigerung. Freitag, den 9. d. Mts., Mittags 1 Uhr, werden in der Hofraithe des Herrn Flett „Gasthaus zum Schwanen" öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 280 Stuck Schreinerdielen, 1 Sack Maculatur, 1 Faß Schmalz, 2 Säcke Gerste, 1 Sack Hanfsamen, 1 Sack Linsen, 1 Sack Sommersamen, 1 Sack Erbsen, 2 Säcke Mehl, Vr Sack Pfeffer, 1 Kiste Limburger Kiffe, verschiedene Reste Kaffee, verschiedene Reste Branntwein, Essig, Oel in Fässern 1 Decimalwaage. Gießen, 6. April 1880. 2454)________Bühner, Gerichtsvollzieher. Freitag, den 9. April l. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Hofratthe des Herrn Gast- wirth Flett (Gasthaus zum Schwanen) in Gießen nachstehende Gegenstände meistbietend gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 2 Fässer Petroleum, 1 Faß Senf, ca. 100 Neiserbesen, eine große Anzahl Düten verschiedener Art, en Kasten mit Mehl und verschiedene Porzellan- waaren. Gießen, den 6. April 1880. 2448) Bauer, Gerichtsvollzieher. Aeikgeöoterres. 2429) Eine Parthie schweren Blaudruck, per ElleW 4, empfiehlt Aug Haubach. 2446) Junge Leonberger Hunde zu verkaufen. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 2433) Einen Haufen Dünger verkauft. Fr. Bieler Wwe., Kreuz. 2449) Hartgebrannte Ningofen Backsteine, ä mille 20 Jt., Dachziegeln, s mille 22 JL, sind stets zu haben auf der Ziegelei Londorf bei Kneisel.__________ Buckslnnrcher, zu Kinderanzügen u. s. w. geeignet, empfehlen zu sehr billigen Preisen gebrüder Sdjeef, 2387) Neustadt. 2455) Eine Chaise, ein zweispänniger Wagen nebst Pferdegeschirr billig zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes. 2418) E-ne Ladeneinrichtung zu verkaufen. Näheres bei M. Weißbäcker. Aerrniethungen. 2434) Freundliches, möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. ______Wolkengasse C. 88. 2436) Ein Pferdestall mit Heuboden zu vermiethen bei I Gg. Unverzagt. Laden mit Wohnung und Lagerraum ist sofort zu vermiethen. 2432) Friede. Bieler Wwe., Kreuz. 2291) Der untere Stock meines Hauses (5 Zimmer mit Zugehör, ist per 1. Juli zu vermiethen. H. Bepler, Ludwigsstr. 2431) Möblirtes Zimmer zu vermiethen bei Wwe. Haniisch, Kirchenplatz 22. 2417) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Auch werden daselbst Schüler in Kost genommen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts._____________________________________ 2441) Eine Familienwohnung zu vermiethen^ Reichensand C. 130. 2438) Ein möbl. Zimmer zu vermiethen bei Steueraufseher Bertling, Gartfeld. 2447) Ern einfach möblirtes Zimmer zu vermiethen. Wallthor Nr. 79. 2414) Ein kleines Logis zu vermiethem _________________ Lindenplatz A. 29. 2415) Ein möblirtes Zimmer sofort zu vermiethen.Lindenplatz A. 29. 2424) Ein Mansardensimmer möblirt zu vermiethen bei Chr. Wallenfels, am Markt. 2421) Die bisher zu Unioersitätszwecken benutzten Räume meines Hauses, bestehend aus dem unteren Stockwerke (8 Picken) und dem Nebenhause, enthaltend 1 Saal, passend zu einem Comptoir oder Waaren- lager und einige Zimmer, Keller u. s. w. sind zu Ende dieses Jahres zu vermiethen. Frau Profeffor Buff, ______________Seltersberg E. 82.__________ 2435) Ein möbürteS Zimmer mit Cabinet zu vermiethen im Hause des Herrn Dr. Felsing, Neue Bäue B. 92.________ 870) Ein Logis von 4 Zimmern mit Gartenantheil nebst Zubehör und eine Mansardenwohnung von 3 Zimmern nebst Zubehör alsbald zu vermiethen. I. Jutzi, Gartfeld A. 121. 2237j Der mittlere Stock meines neuen Hauses, mit 5 Zimmern, Küche, Speisekammer, Mädchenstube und Keller ist sofort zu velmietben bei Maurer Langsdorf, Riegelpfad. 2200) Eine kleine Mansardenwohnung zu vermiethen. _________I. Heß, Teuselslustgärtchen. 2308) Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen bei F au Etcbenbcrg, Reichensand C. 224. Der mittlere Stock meines Nebenhauses, bestehend aus 4 Zimmern, einigen Mansarden und sonstigen Zubehör, ist per l.Juli an eine ruhige Familie zu vermiethen. Ivh. Fischer. 2307) Alicmsnaße E. 104. " 2300) Freundlich möbliites Parterre- zimmer. Marburgerstraße 162. 2288) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen bei _____________Th. Schmidt, Gartfeld Ein Logis von 3 Zimmern mit allem Zubehör in meinem Vorderhaus sofort zu vermiethen. 2311) I Georg Unverzagt. 2223) Die Parterre-Wohnung in meinem Hause, Seltersberg, ist zu vermiethen und am 1. Juli d. I. beziehbar. ___________S. Katzenstein, Holzhdlg. 2170) Em Logis, gleich beziehbar, zu vermiethen. Neuenbäuen B. 90. 2075) Im unteren Stock meines Hauses ist eine Wohnung von 4 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Rechtsanwalt Briel. 1930) Der mittlere Stock unseres Hauses, heft-bexb aus 6 Zimmern rc. ist auf den 1. Juli zu vermiethen. Kanffmanu Lk Co., Alicenstraße. Logis. 1569) Ein Logis von 5 Zimmern, mit Fabrikräumen, Stallung, Remise und sonstigem Zubehör, auf dem Seltersberg, ist zu vermiethen und vom 1. Juli ab zu beziehen. Näheres bei I Blitz. 1510) Die Mansardenwohnung, welche Herr Verwalter Schneider, Alicenstraße Nr. 98, bewohnte, mit Wasserleitung rc. ist per 1. Juni and erweck zu vermiethen. H. Adami. 1445) Ein kleines Familienlogis, am 1. April beziehbar, zu vermiethen. Heinrich Schomder, Heuchelheimerst r 1234) Eine Wohnung im Vorderhause zu vermiethen und alsbald zu beziehen. ___________________August Kröll. 898) In der Marburger Straße, Nr. 161, ist eine Famllienwohnnng von 9 Piecen zu vermiethen, und kann vom 1. Mai an bezogen werden. ____ 1396) Ein Familienlogis zu vermiethen. ___________Jakob Neider, Gartfeld 2364) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen-___________Bleichstraße C. 385/io-__ 2367) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen bei__________Bäcker Kuhn. 2450) Der zweite Stock meines Hauses ist wegen Wegzugs des seitherigen Miethers pr. 1. Juli eoent. auch per früher zu vermiethen. Moritz Heichelheim. 2385) In Lit. E. Nr. 86 vor dem Hel- tersthor ist ein Logis von 6 Zimmern nebst Zubehör zu vermiethen und Mitte Juli d. I. zu beziehen.__ 2403) Zwei ineinandergehende Stübchen zu vermiethen. _____________Messerschmied Scbwan. 1867) Ein Parterre-Logis von 7 Zimmern, welches sich auch zu Comptoirs eignet, zu vermiethen. Näheres bei I. Blitz. Logis. 1573) Ein Mansardenlogis von 4 Zimmern, in der Wilhelmstraße, ist billig zu vermiethen und vom 1. April ab zu beziehen. Näheres bei I Blitz. 2196) Durch Wegzug des Herrn Fink ist das von demselben bewohnte Logis per 1. Juli zu vermiethen. N. Oppenheimer Sohn. 1881) Eine Wohnung für eine kleine Familie zu vermiethen. Adolf Host Schießgärten. 2357) Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen. I. Förtsch Wetzstein gaffe. 2361) Der mittlere Stock in meinem Vorderhaus, bestehend in 4 Zimmern mit allem Zubehör, ist zu vermiethen und am 15. Juli beziehbar. ______I. Ruckstuhl, Gartfeld. Kaden mit Jogis ß alsbald zu vermiethen. Lit. D. 23. Lehrliugsgefuch. Ein hiesiges Manufacturwaarengeschäft sucht einen Lehrling mit nöthigen Vorkenntnissen , gleichviel welcher Confessiom Zu ersragen bei der Exped. d. Bl. (2451 Dr. Hotopfs Kecitation Göthe s „lauft“ (I. Tliell) Donnerstag den 8. Aprik im Gymnasium. Anfang 7'/- Uhr. - Ende K'/r Uhr. Billets zu 2 JL und Familienbillets die Person JL 1.50 sind in der Buhandlung des Herrn Ricker und in der Ru- «loli»»»'scheu Musikalien - Handlung zu haben (2440 848) Laden mit zwei geräumigen anstoßenden Zimmern zu vermiethen. Näh. in der Exped. Bl.___ Kaden und 2 Jogis ß zu vermiethen bei Herrn. Euler. 2137) Scheuer, Stallung mit Hofraum pr. 1. Huni zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl._____ Austern töt" Frische Schollen Frische Schellfische Frische Cobeljuu Frische Hechte MM- Lebende Karpfen 3W Geräucherten Lachs ^M^Gefingel in grofier Auswahl 3^* Neue Algier-Kartoffel “SM. cmpfi.h't J (2442 Carl Schwaab’s Fraucnverein für Armenpflege. Die Beiträge des ersten Halbjahrs werden in diesen Tagen durch Fräulein Dietz eingesammelt werben. Wir bitten diesmal umso dringender um recht reiche Uickerstützung, als durch die Noth des harten Winters trotz des dankens- werthen Zuschusses von 500 Mark, welchen wir von Seiten des Wohlthätig- keitscomites erhielten, nicht nur unsere dtsponibelen Mittel, sondern auch em kleines Reservecapital aufgezehrt sind, so daß wir der vielfach noch fortdauernden Noth rath- und hilflos gegenüber stehen. Die Vermögenden unter unseren Mitbürgern bitten wir namentlich nun deßwillen um eine Erhöhung ihrer Jahresbeiträge, da wir durch die Erfahrungen, welche wir gemacht haben, genöthigt fff d, die von uns versuchsweise im vorigen Sommer eingerichtete „Krippe", in welcher die arbeitenden Frauen tagsüber ihre Kinder unter drei Jahren unterbringen, um ihrem Verdienste ungehindert nachgehen zu können, zu erweitern, was mit nicht unbedeutenden Kosten verknüpft ist. Darin, daß sich der Kreis unserer Thätigkeit ungesucht von Bahn zu Bahn erweitert, dürfen wir den besten Beweis erblicken, daß Leben in unserem Verein ist, und wir mit unseren Arbeiten aus rechtem Wege sind. Möchte uns bet diesen Fortschritten auf der Bahn menschenfreundlichen Wirkens die vielfach erprobte Wohlthättgkeit unserer Mitbürger auch diesmal treu zur Seite stehn. Gießen, den 7. April 1880. Der Vorstand: Fr. Dr. Baur. Fr. Bürgermeister Bramm. Fr. Profeffor Br atu- scheck. Frl. Elisabeth Böff. Fr. Echternach. Fr. Hanstein. Frl. Henry. Fr. Gas-Direktor Heß. Fr. Kauf. Frl. Klos. Fr. Pfarrer Köster. Frl. Langermann. Fr. August N o l l. Frl. Simon. Frl. Stammler. Fr. Landgerichtsdirektor Stammler. Fr. Wagner Steinberger. Fr. Rechtsanwalt Thorwart. Fr. v. Titzen- bofer. Frl. Sophie Walther. Fr. Profeffor Milbrand. Frl- W i n d e ck e r. __I Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Hierzu eine Beilage. KedackivM Der Asche, Scherbe Strafbare dies Art. 120 des Gieß AllH Ich er| Mb Die Tabc der schwer bem »Höhung des i Industrie zu k Grrnzorten üb inländische Fab wenden Verbra düng. Die Re brauch- al- gol damals ein M gen TrwefikM ein Unterfommei den Erwerbslosi fo möchte man ©ttenjen 61gar Gesang von 2( &nte bekannte lieber 100 @en »egangen, da di ^sten müssen. ; llnverhkilatheten in Hamburg so bemeikbar. K» b1600 fischend, tn M Jebniar 1879. ’*78„ “nb 11,36 MltJ auch dj »e 1872 bis ST’ ini6