Nnkhlatz L 5. ®tnb warbt am 8 Halsruch gt; fn Rettung bcr Äüßet, wohn-. ’&n Hmtrrhcruse^ ^V,ammnt -r—Mj«- ±.4 .«mH rmiHev. F bör ist ohtt “J9trftr^w !"'«&£—— ^»Werg. Wwimjg- . Misch. PTflftifd) gelrhrt 'm Ausland. !tlan Dingeldrin, ehrliug ►eefel, (68 L27M- U- Hol^dlg. tomol:, Colomai.' nfclung suche einen igen Knmtt- fr. Seibel. a tritt ns da Chr. Vl^. und «ule ME t6'/ iogt dic yPfD' Än f0 Nr. 6. Donnerstag den 8. Januar 1880» Gießener Wyeiger AMigk- nah laitsMatt für iita Kreis Gießen. KÄSSSS.’.} ------ ■>■ '»■ >» 7LL 7 ,^,1' Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Mathtldenstiftung für Oberheffen. Bekanntmachung. In dem V-ranschlaq der Mathtldenstiftung für Oberheffen sind für das Jahr 1879 700 M. vorgesehen, welche zu wohlthLtigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen, insbesondere die darin thätigen Lehrerinnen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention beansprucht wird, aufgefordert, ihre Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 1. Februar d. % an den Unter» zeichneten gelangen zu lassen. Gikßen, den 31. December 1879. Namens des Vorstandes der Mathildenstiftung für Oberheffen: ______________________________________________________________________ Dr. Boekmann. _ , . Gießen, am 5. Januar 1880. Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im Großherzogthum Hessen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Schulvorstände des Kreises Gießen. Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, nochmals an die Einsendung des in rubricirtem Betreff zu erstattenden Berichts. _________________________________ __Dr. Boekmann. _ _e Gießen, am 5. Januar 1880. Betreffend: Die Ablieferung der Vacanzüberschüffe erledigter Schulstellen an die Provinzial-Schulfonds. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Schulvorstände. Wir fordern Sie hierdurch auf die in Gemäßheit unseres Amtsblattes Nr. 1 vom 24. Januar 1878 von Ihnen gemeinschaftlich aufzustellenden Berechnungen des Einkommens vacanter Schulstellen für 1879, soweit dies noch nicht geschehen ist, längstens bis zum 31. d. Mts. an uns einzusenden. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 5. Januar. Die zweite Kammer hat demnächst über eine nicht unwichtige Principiensrage zu befinden. Dis Regierungsvorlage in Be» treff des Verkaufs des hessischen Anthetls der Main-Weserbabn an Preußen, rst, nachdem sie von der zweiten Kammer abgelehnt, von der ersten Kammer angenommen worden, abermals an jene Körperschaft zur defi^Ltivon Schluß- faffung zurückgelangt. Wenn ein Widerspruch hiergegen r'r folgt, so ist gegen eine solche Recommunication nichts einzuwenden. B verlautet, 's'll ober im concreten Falle die Zulässigkeit des eingeschlagenen ^eschäflspri * bestritten werden, indem eine von der zweiten Kammer abgelehnte finanzielle- Vorlage ihr auf demselben Landtage nicht mehr unterbreitet werden könne. — (Tabaksbau und Ertrag der Tabakssteuer im Großherzogthum Hessen im Jahre 1879). Im genannten Jahre waren in 41 Gemarkungen des Großherzogthums 5,933,287 qm. Gelände mit Tabak bebaut worden und hat sich sonach, da im Jahre 1878 in 38 Gemarkungen 6,270,456 qm. mit Tabak bestellt waren, die Zahl der tabaksbauenden Gemeinden um 3 vermehrt, der bebaute Flächengehalt dagegen um 337,169 qm. vermindert. Auch in den Steuererträgnissen ergibt sich für das Jahr 1879 mit 41,154 60 gegen das Jahr 1878 mit 42,329 JL 40 H ein Mtnderbetrag von 1174^80 Die Tabakspflanzungen haben im Jahre 1879 Beschädigungen durch Naturereignisse nicht erlitten und sind daher Steuernachläffe nicht bewilligt worden. (D. Tgl. Anz.) Berlin, 5. Januar. Man spricht in militärischen Kreisen von dem Rücktritt zweier commandtrender Generäle: des Generals v. Kirchbach, der das 5., und des Generals v. Bose, der das 11. Armee-Corps commandtrt. Der Letztere soll bei Gelegenheit seiner Beglückwünschung des Kaisers zum neuen Jahre seine früheren Bitten um Verabschiedung erneuert haben. Als Nachfolger des Generals v. Ktrchbach wird der General v. Pape genannt, welcher jetzt die erste Garde-Jnsanterie-Dtvision commandirt. Es heißt, die Stelle des Divtsions-Generals, welche jetzt der General v. Pape bekleidet, wäre dem General-Adjutanten v. Stichle, jetzt Divtsions-Commandeur in Magdeburg, zugedacht. — Die Annahme, daß die Getreidezölle mit dem 1. Januar noch nicht in^s Leben treten, also einen Aufschub erfahren würden, hat sich, wie vorherzusehen war, nicht bestätigt, da der Ftnonzmintster Bestimmungen hinsichtlich der Bewilligung von Privat-Transitlagern für Getreide u. s. w. erlassen hat, welche mit genanntem Tage in Kraft getreten sind. Ebenso hat der Finanz- Minister unterm 26. v. Mts. Ausführungs-Bestimmungen zu dem Regulativ wegen der Steuerfreiheit des Branntweins zu gewerblichen Zwecken erlassen. Danach soll insbesondere die Neuerung beachtet werden, daß fortan daS Netto- und Bruttogewicht des zu denaturtrenden Branntweins nicht nach Centnern und Pfunden, sondern nach Kilogrammen anzugeben und bis auf Bruchtheile von einem halben Kilogramm zu ermitteln ist. Wegen der Einziehung der im Regulativ vorgesehenen Gebühr für die amtliche Ueberwachung der Denaturi- rungen des Branntweins bleibt wettere Bestimmung noch Vorbehalten. — Die „Nordd Allg. Ztg." bringt eine ausführliche Mttthetlung aus I Konstantinopel vom 24. December über den Fall Köller, dessen Ausgleich neueren Nachnchten zufolge unmittelbar bevorstehe, wozu nicht unerheblich die vermittelnde Einwirkung des deutschen und österreichischen Geschäftsträgers in Konstantinopel mit beigetragen haben werde. Das Blatt hebt hervor, Deutschland habe, ohne sich mit den einzelnen Forderungen Layard'S zu identtficiren, Anlaß gehabt, sich für den Fall zu interessiren, weil Köller Reichsangehöriger sei und das Verhalten der türkischen Behörden dem § 62 des Berliner Vertrags (Aufrechterhaltung des Prtncips der religiösen Freiheit) nicht entsprach. Abgesehen von diesen besonderen Gründen sei es übrigens nur die natürliche Conscquenz der freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands und Englands, baß der deutsche Vertreter in Konstantinopel im Sinne der Verständigung mit England auf die Pforte einwirkte. Frankfurt, 5. Januar. Wie man hört, haben die hier im „Frankfurter Hof" stattgefundenen Berathungen der Vertreter der Mainufer-Staaten, betr. das Mainkanaltstrungs'Project, zu einem befriedigenden Resultat geführt, so daß die Einbringung einer entsprechenden Nachtrags-Ereditsorderung im preußischen Abgeordnetenhause schon bald nach Neujahr mit Bestimmtheit zu erwarten ist. Es sollen in einem Nachtragsetat zur Ausführung des Main- kanaltsirungs-Projectes 4 Mill. JL im Ganzen gefordert werden, von denen 1 Mill. vH. als erste Rate zu bewilligen sein würde. — Die Verlegung der Centraleisenbahn-Direction nach hier ist nunmehr sicher; einer sehr großen Anzahl von Beamten der königl. Etsenbahndirectton in Wiesbaden ist ihre bevorstehende Versetzung bereits angekündtgt worden. Kesterreich. Wien, 5. Januar. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstanti- nopel. Bezüglich des engltsch-türkischen Uebereinkommens über die Angelegenheit Köller rc. sind nur noch einige Details zu regeln. — Zwei ehemalige bulgarische Deputtrte petitionirten bei der Pforte um Schutz für die mohameda- ntschen Bewohner Bulgariens und gaben dabei an, Beamte des Distrtcts Siltstria hätten zweimal die Feuertortur gegen Muselmänner angewendet. — Mukhtar Pascha ist angewiesen, einen Commiffar zu ernennen behufs Austausches der osfictellen Grenzabiretungs-Acten mit dem monteiiegrinischen Commiffar. Dem genannten Pascha ging auch eine neue Proklamation der Pforte an die Bewohner Gussinjes zu. Wien, 5. Januar. Die „Presse" meldet von gestern: Bei der heute stattgesundenen Offeriverhandlung im Finanzministerium wegen der Begebung von 15 Mill. Gulden Papterrente blieb die Unionbank im Vereine mit der Frankfurter Effekten- und Wechselbank die Ersteherin zum Course von 69,51. Die Angebote der übrigen Offerenten waren nur um Vio bis 3/10 pCt. niedriger. Zum Erstehcr-Consortium gehören noch als ungenannte Mitglieder die Rheinische Creditbank (Mannheim), die Dresdener Bank, der Schlesische Bankverein nebst mehreren österreichischen, italienischen, belgischen und schweizerischen Instituten. Irankreich. Paris, 5. Januar. Das Journal „L'Arm^e srancatse^ bespricht die s &<£ neue, jetzt tn pcobewei.em Gebrauch befindliche Utüformirung der französischen Infanterie. Dieselbe besteht aus Schnürstiefeln, Waffenrockblouse mit Schul- bo terklappen nach preußischer Art, Helm von Kork mit blauem Tuchüberzug, hi Lederbesatz und Kinnriemen. Die Pantalons sind nicht geändert. Die Schulst lerklappen endigen in einem olivensörmigen Zierrath, der die Nummer des k Bataillons trägt; sie sind blau für das 1. Bataillon, klapproth für das 2., gelb für das 3. und grün für das 4. Der Helm mit seiner kleinen Granate und seinem Lederbesatz ist nach „L'Armee francatse" häßlich, was nicht anders sein kann, da man weder den deutschen noch den bayerischen, noch den russischen Helm am ehmen wollte, weil sie zu viel Analogie mit dem preußischen Helm haben. „L'Jllustratton" bekämpft den Helm, weil er dem französischen Soldaten ein gar zu preußisches Aussehen verleihen würde. „L'Arm^e franc." wirft dagegen ein, daß der Helm nur einfach aus dem Grunde häßlich sei, weil er dem der deutschen Nachbaren zu wenig gleiche, denn ein Helm ohne 0 Spitze und ohne Schmuck werde stets widerwärtig aussehen. $ — Justizmtnister Cazot empfing heute die richterlichen Beamten; die Präsidenten des Caffattonshofs und des Appellhofs betonten, es sei ihr fester Entschluß, allen Gesetzen Achtung zu verschaffen, namentlich den Verfaflungs- gesetzen. — Der ständige Senator Montaltvet, ehemaliger Minister Louis 5, Philipps, ist gestorben. t England. London, 2. Januar. Das Wetter war gestern wieder den Taucher- Arbeiten tm Taystrome nicht günstig und es hat sich also die Forschung nach - dem uyglückltchen Eisenbahnzuge nicht viel weiter führen lasten. Taucher haben indesten festgestellt, daß die Wagen am Hinteren Theile des Zuges tn zerschmettertem Zustande auf dem Grunde angekommen sind. Mittlerweile halten die Stürme an der Küste und tm Lande an und für nächste Woche sind uns von New-Dork aus bereits aus's Neue heftige Stürme mit Regen und Schnee angesagt. Dundee, 2. Januar. Vier Taucher sind jetzt beschäftigt, den Boden des Flufles Tay zu untersuchen, da wo die Brücke und der Zug in den Fluß hinabgestürzt sind, indeß unruhiges Wetter und trübes Master haben nur geringe Ergebnisse gestattet. Die heutigen Nachforschungen haben zu der Ueberzeugung geführt, daß die Hintere Hälfte des Zuges nicht aufgesunden ist. Außer einigen Lampen, Kiffen und Wachstuchdecken ist noch nichts mit heraufgebracht. Dagegen ist vielerlei an dem User angetrieben und die Einwohner haben sich desselben, namentlich des Holzwerks, als guter Beute bemächtigt, so daß in den betr. Ortschaften den Bewohnern angekündigt werden mußte, daß die Aneignung dieser Trümmer als Diebstahl verfolgt werden würde. London, 5. Januar. Den neuesten Berichten aus Afghanistan zufolge hat sich die Lage daselbst tm Laufe der vergangenen Woche sehr erheblich zu Gunsten der Engländer verbessert, und obwohl — wie ein angesehenes militärisches Fachblatt heute bemerkt — die feindliche Kette in Stücke gebrochen , welche sich wieder vereinigen lasten, und nicht eigentlich zerstört ist, so scheinen die Nachrichten über die Sicherheits- und Vorsichts-Maßregeln, welche General Roberts allerwärts treffen läßt, doch die Hoffnung zu gestatten, daß die zertrennten Glieder der Kette so gar bald nicht wieder zusammengeschmiedet werden. Die Verbindung mit Peschawer gilt als gesichert. In Kabul ist die wilde Art, in welcher die aufständischen Afghanen dort dem Theile der Bevölkerung gegenüber, der sich nicht auf ihre Seite stellte, gehaust haben, den Engländern wesentlich zu Statten gekommen, insofern letztere von den Mißhandelten nicht als Feinde, sondern als Freunde und Retter begrüßt werden. Telegraphische Depeschen. Wagrrer'S telegr. Correfpondenr • Bureau. ' London, 6. Januar. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel von heute: Der britische Botschafter Layard erhielt ein von ihm tn der Angelegenheit Köller verlangtes formelles aufklärendes Schreiben des Poltzetmtnl- sters und erklärte dastelbe für vollkommen zufriedenstellend. Zugleich einigte sich Layard mit der Pforte, daß Achmed Tewfik nicht nach Asten, sondern nach einer Insel mit christlicher Bevölkerung verwiesen wird. Die Differenz zwischen Layard und der Pforte ist somit vollständig ausgeglichen. — Eme Depesche des Generals Roberts aus Kabul vom 4. ds. meldet: Die Stadt ist vollständig ruhig. Es wurde eine Amnestie proklarytrt, von welcher nur die Führer des Aufstandes ausgeschlossen wurden. Petersburg, 6. Januar. Der „Regier.Anz." veröffentlicht die kai- serlichen Dekrete, betr. die Ernennung Walujeff's zum Prästdenten des Mini- ster-Comite-r und gleichzeitig zum Präsidenten der Btttschristen-Commission. Paris, 6. Januar. „Rappel" schreibt, das Programm des neuen Sabinets werde besonders hervorheben die Reform des Richterstandes, sowie die wettere Entwickelung der Freiheit der Presse und des Vereins- und Versammlungsrechts. Ferner werde dasselbe sich über den friedlichen Charakter der auswärtigen Politik Frankreichs äußern. — Ein der chilenischen Gesandtschaft zugegangenes ofstcielles Telegramm meldet, daß General Daza, Präsident von Bolivien, gestürzt und ae- flüchtet sei. a Petersburg, 6. Januar. Aus Cannes wird vom 4. ds. gemeldet: Die Kaiserin befand sich während des ganzen gestrigen Tages schwächer, hustete stärker und klagte über Herzklopfen. Der Appetit war geringer. Die Verschlimmerung fällt mit dem verstärkten Krankhettsproceß der Lungen zusammen. Paris, 6. Januar. Entgegen den Versicherungen verschiedener Journale ist, wie die „Agence Havas" meldet, über die Wahl des Botschafters für Berlin noch keine Entscheidung getroffen worden. London, 6. Januar. Lord Salisbury empfing eine Deputation der Inhaber türkischer Bonds von 1858 und 1862, welche die Unterstützung ihres Protestes gegen die jüngste Finanzoperation der Pforte nachsuchte. Lord Sa- lisbury erklärte, er glaube, daß ihre Ansprüche wohl Erwägung, jedenfalls Thetlnahme verdienten, jedoch werde das englische Cabinet nicht versuchen, die Pforte zur Zahlung ihrer Schulden zu veranlassen. Wenn er (Salisbury) einen Rath geben dürfe, so ginge derselbe dahin, daß die Pforte jetzt Niemandem Zinsen bezahle, da die Hülfsquellen des Staates in erster Linie einer guten Verwaltung des Landes gewidmet werden müßten. Ec würde der Pforte rathen, ihre Finanzen auf guten Fuß zu stellen und alle Elemente des X Friedens und der Wohlfahrt zu ermuthigen; wenn genug Material vorhanden sei, um billig allen Gläubigern gerecht zu werden, sich mit denselben zu einigen, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Forderungen und deren Priorität. London, 6. Januar, Nachts. Reuters Bureau meldet aus Cipetown, der Secretär des Boers-Comttes, Bok, sei wegen Hochoerraths verhaftet, aber gegen Cautron in Freiheit gesetzt worden. Der Zug des Todes - 1879. „ , F^und Hain hat eine reiche Ernte im verflossenen Jahre gehalten und Charons Nachen mit einer bunten Schaar bevölkert. Er schont nicht Land nicht Stand, nicht ^ung Nicht Alt, nicht Hoch und Niedrig, aber wie bei einer Revue von Truppen fallen uns bet dem scheidenden Jahre, welches dem Zug des Todes soeben noch den alten Freund ^ahns, Dr. Marggraf, im Alter von 92 Jahren und seine Gattin, die 62 Jahre leine treue Gefährtin war, sowie den berühmten Verfasser der Seelenbräute, den eng- lischen L-chnftstellcr Hepwort DIxen beigesellt hat, bic Berühmtheiten und allerlei Großen verflossener Tage auf. m ihu Buritt, der bekannte Friedensapostel, schreitet voran, die Opfer von »'nen, Kabul und aus dem Zululande hinterher; der blasse Jüngling ist Prinz Louis Bonaparte. Der Komg von Korea und Schir Ali von Afghanistan marschiren neben dem alten spanischen Streiter Espartero und Miniä, dem Er- ftnder der nach ihm benannten Büchse. General v. Podbielski meldet: Nichts Neues vor dem Paradies, und es grüßen sich alte Waffengefährten, der Feldmarschall Graf Roon, der Eroberer von Schlettstadt General v. Schmeling und der alte Commandant von Berlin General v. Neumann. Dort steht der Senior des eisernen Kreuzes von 1813 Freiherr v. Willis en mit fremden Admiralen und Generalen unter ihnen der Besieger Schamyls Marschall Bariatinski, General Douay von Paris der russische General Lazarew und der dänische Generalstabschef Sternholm . Von Fürsten seien genannt Prinz Heinrich der Niederlande, Waldemar, der dritte Sohn des deutschen Kronprinzen, Herzog Wilhelm von Mecklenburg, Prin- zctsm Amalie von Waldeck, die Gräfin Hohenau, Wittwe des Printen Albrecht öoa Preußen Fürst Bismarck verlor seinen getreuen Adlatus v. Bülow, in Odessa starb der begabte Generalkonsul Dr. Blau. Unter den zahlreichen Würdenträgern fremder Staaten finden wir Str Henry Lawrence, einst Vicekönig von Indien, Dr. Dubs, Präsidenten der Schweiz, den ehemaligen französischen Finanzminister Pierre Magne, den österreichischen Minister Dr. Giskra und Derwisch Pascha vom türkischen Kriegsrath. Viele Kardinäle und Bischöfe, unter ihnen Graf Carlo Pecci, der Bruder Leo XIII., Dr. Gobat, Bischof von Jerusalem, ziehen vorüber, ausgesöhnt mit den protestantischen Collegen, an deren Spitze sich der geistvolle Präsident des Münchener Ober-Consistoriums Dr. A. v. Harleß befindet. Das Judenthum vertritt der wohl- thatige Chef des Londoner Hauses Lionel v. Rothschild. Die Gelehrtenwelt beklagt besonders herbe Verluste, den berühmten Meteorologen H. W. Dove, den bekannten gerichtlichen Chemiker Dr. Sonnenschein in Berlin den Nestor der Universität Göttingen Dr. Ulrich, den Philosophen Prof. Huber in München, Dr. H. Geißler in Bonn, den Erfinder der Geißler'schen Röhren den berühmten Gynäkologen Dr. H. B e i g e l in Wien, den Botaniker Geh. Hofrath Reichenbach in Dresden, den trefflichen Volkswirth David Born, den Forschungsreisenden Dr Ruten berg aus Bremen, der auf Madagascar starb, den Geschichtsforscher Karl v. Weber, den Prof. Andersen in Breslau, Europas größten Schachspieler, den Astronomen Dr. Lamont in Münster, den Pharmaceuten Prof. Dr. Fr. Mohr in Bonn, und viele Andere; ferner den Orientalisten Lindgren in Schweden, die berühmten Mediciner Tardieu und Chaffard in Paris den Phrenologen Otto in Kopenhagen, den 101 Jahr alten Arzt L i n b e t s k i in Warschau, den belgischen Afrikareisenden Vanthier, den französischen Nationalökonomen Michel Chevalier und das geistige Haupt des Schutzzolles Charles Carny in Philadelphia, den Professor der Pharmakologie Dr. Rudolf Buchheim in Gießen. Aus der Künstlerwelt nennen wir: G o ttfr i cd Semper, den Meister des Theatenbaues, den Erbauer des Berliner Nathhauses Wans e mann, den Genremaler F. E. May erheim, den Maler Ehrentraut in Berlin, Prof. Hübner und I llenb a ch in Düsseldorf, den Bildhauer Rud. Schwanthaler in München; ferner den Prof, des Leipziger Conservatoriums C. F. Richter, Jan de Sweerts in Prag, den ehem. Director den Hoftbeaters Hein, den Vorkämpfer Richard Wagner's Hofkapellmeister Eckart in Berlin, den Theaterschriftsteller Hofrath Fr. Tietz, den Sänger Franz Diener in Berlin, F. Pr6 vost in Paris, G. Roger, den einst gefeierten Violinvirtuosen v. Kontsky m Warschau, Ninna Sonntag, einst Schauspielerin, dann Nonne, eine Schwester der unvergeßlichen Henriette Sonntag. Auch die deutsche Presse und der Buchhandel beklagen harte Verluste: Die bekannten Verleger Wester mann tn Braunschweig und Hallb erger in Stuttgart, die Redacteure F. Presen (deutscher Rcichsanzeiger), G. Seuffart (Wiener Leitung) Dr. Weis (Breslauer Zeitung), Dr. I. P i z a (Hamburger Reform), P h. P f e u f f e r (Neue Augsb. Zeitung), Hofrath I. Hartmann (Dresdener Journal), E. Chevalier (Jllust. Jugendzeitung), ferner Mich. Etienne, Herausgeber der Neuen Freien Presse in Wien, und Dr. Beruh. Wolff, Gründer der Nationalzeitung in Berlin. In Paris starb I. H. de V: l l e m e s s a n t, Herausgeber des Figaro Endlich beklagen wir das Htnscheiden der Schriftsteller Adolph Strodtmann Biograph von Heinrich Heine, H. Salingrs, Berliner Possendichter, Theaterdichter Find eis en in Wien, Carl Beck daselbst, der gefeierte, im Elend gestorbene Lyriker, Heinrich Leuthold, Dichter, Dr. H e r m a n n U h d e , Dr. Ferd Kürnberger. Auch eine Todtenliste hat ihr „Vermischtes" und dahin gehören der bekannte Zwerg Admiral Tom Pouce, Elisabeth Patterson, die erste Frau des Jerome Napoleon, Pastor K. Horn, der Stifter der allgem. deutschen Burschenschaft der bekannte Fortschrittsmann Klassen-Kappelmann in Köln, der Mäcen der Maler L. Rav en 6 in Berlin, die Mutter der Kaiserin Eugenie, Gräfin Manuela von Montijo, Sir Rowland Hill, der Begründer des Penny-Postsystems Louis Favre, der Unternehmer der Gotthardbahn, der Socialist Aug Geib' der durch einen Tigerbiß gestorbene Thicrbändiger Rice, der einst vielaenannte Polizei-Oberst Patzke und Baron Taylor, Kunstmäcen in Paris. 0 Der Tod hat aber nickt nur Einzelne zu sich gerufen, sondern im Born Hekatomben von Opfern geschlachtet — tief in den Emgeweiden der Erde im stillen Schacht im prasselnden Feuer und in Sturm und Graus der Wogen auf der See durch cirr stürzende Häuser und überflutbende Ströme, durck Seuchen und durch Hunger und Roth! Es ist eine trübe Umschau, die wir gehalten haben, aber sie gehört zu den ernsten Pflichten der Tageschronik. Lokales. Gießen, 7. Jan. Die „Volksküche" vertheilte heute 849 Portionen. Verkauft wurden hiervon 152, die übrigen 697 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Vermischtes. Lus dem Kreise Wetzlar, 4. Januar. Dem strengen Vorwinter ist fast ein Frühling gefolgt, aber er hat leider Spuren großer Zerstörung hinterlaffen. Durch die Stauung des Eises bet Werdorf war oberhalb das Thal einem See gleich; in Ehringshausen ist Sturm geläutet worden, das Wasser drang in Häuser und Ställe, so daß nur mit Mühe das Vieb gerettet werden konnte. Mehrere Brücken über die Dill sind unfahrbahr oder weggeriffen worden, im oberen Thal ist weniger Schaden vorgckommen. Bonn, 2. Januar. Eine gefahrvolle Fahrt von Plittersdorf nach Bonn machte nach der „Bonner Ztg " heute Vormittag ein junger Mann von 1h Jahren. Derselbe war am Plittersdorfer Ufer auf dem Saumets damit beschäftigt, Treibholz aus den Fluthen zu fischen, als sich plötzlich die Scholle, auf der er stand, in Bewegung setzte, so daß er das Ufer nicht mehr zu erreichen vermochte. Nun ging die Fahrt weiter bis nach Bonn, und es ist wahrhaftig kein kleiner Glücksfall, daß der Mann gerettet wurde. Als derselbe in der Nähe der Holzschnetdeanstalt von Mosel & Salzig tn der Gronau vorbettrteb, gewahrten ihn dort die hte- 'Sä* «MS* 1* O*i>on Egling t|t Prinr Äiniftan« ,, ln 6- dcm Er- J Ä: Bichls *?;sä! •Sä ■Ciuti) von Paris, 5 Ql6tm&r der ÄenbuTö* M PrmM älbrtdjt ' ln Odessa starb der Lirbeirträgern frember v'nbicn, Dr. Dubs, lnimmister Pierre oisch Pascha vom Pecci,^ der Bruder ausgesöhnl mit dm -deut des Münchener it vertritt der wohl- übmttn Meteorologen enschein in Berlin, den Pros. Huber in i'er'schen Röhren den ::niftr Seh. Hofrath Born, den Forsch- aecar starb, den Ge- t Breslau, Europas er, dm Pharmaceuten Lrimtalisten Lind- basfard in Pans, Ärjf MinbetSfi in höfischen Rational- luyzolles Charles - 'iudolf Luch- gcjören er, den Meister des nn, den Genremakr Pros, Hübner und Haler in München; ) an de Lweerts vier Marb MMs rttath Fr. kietz, den .. flogtr, den einst fl Lonntag, einst Triette Sonntag. 7luste: Die bekannten ,l Stüttgart, die Re- t (jßientr Zeitung), m> Ph-Pseusser Journal), T.EHe' rcu^tbn der Neuen , Ranonalzeitang m r IU5fltbtr des Wro. gtribtmann, lh *Ier Iheaterdlchter bcr Macen der “ ^rin Manuela S vielgenannte -rr-n '^Schacht, bt l®Äd) et«5 ceJrfA Hunger und ld ^Fsrt ju de« n der bekannte erste Frau des Hurschenschast' 5« ti1 N । ßrtffloft wU,bflt ^«»tttrichen- ____ -♦ »i»< w Arbeiter, und eS gelang den vereinten Anstrengungen, den Bedrängten ans Land zu bringen. Die Schotte, auf der er bie Schreckensreise zurückgelegt, hatte nur eine Größe von vier Quadratfuß und knapp die nothwendige Tragkraft für den Menschen. Bischofsheim, 5 Januar. Die Rheinbrücke der Hess. Ludwlgsbahn, welche bet dem Letzten Eisgang mehr gefährdet war, als man jetzt vielleicht zuzugestehen für gut findet, repra- sentirt einschließlich Der zweiten Geleisanlage dermalen ein Baukapital von etwas mehr als 6 Millionen Mark. r M. H-V.) Darmstadt, 5. Januar. Der am 24. December vorigen Jahres zwischen Darmstadt -und Frankfurt verübte Postdiedstahl, bezüglich desten die Postbehörde inzwischen eine Belohnung von 75u vM für Ermittelung des Thätcrs und Herbeischaffung des Gestohlenen öffentlich ausgeschrieben hat — dieser Postdiebstahl betraf auch die Erbschaft des Obersten Wilhelm und zwar in einer so seltsamen Weise, daß wenn man das Factum in einem Roman erzählt fände, Solches Niemand glauben würde. Nachdem die in der Rheinpfalz lebenden, der Erbschaft sehr bedürftigen Erben während drei und einem halben Jahre die unsäglichsten Anstrengungen und Widerwärtigkeiten zu überwinden hatten, um in den Besitz der in Amerika befindlichen Erbschaft zu gelangen (Oberst Wilhelm, der sich in Alsbach an der Bergstraße angekauft hatte, war bekanntlich im Mai 1876 zu Jugenheim im Hotel zur „Krone" von einem Schlagfiuß getödtet worden als er im Begriffe stand, in wenigen Tagen seine letzte Reise nach Amerika anzutreten, um seine daselbst befindlichen Werthpapiere re. nach Deutschland zu verbringen) — und nachdem es den Erben jetzt endlich gelungen war, auf dem Wege des Vergleichs von der in Amerika noch lebenden, aber zu Lebzeiten Wtlhelm's vollständig abgcfundenen Ehefrau desselben einen Theil der Erbschaft zugesichcrt zu erhalten und dieser Vergleich hier denn auch wohl oder übel genehmigt werden mußte, da die Erben, insbesondere Angesichts der ihnen Seitens der Legatare drohenden Prozcffe, und unfähig in dem theueren Amerika weiter Prozeffe zu führen, absolut nicht länger warten und ausharren konnten und deßhalb mit der verhältnißmäßtg sehr geringen Vergleichssumme von 72,000 JA sich zufrieden erklärten, wogegen die Legate von Amerika aus gezahlt werden sollten — nach Alledem, was horrende Mühen, Unannehmlichkeiten und Kosten -in Europa und Amerika während langer Jahre in Anspruch nahm — nach Alledem langten die 72 000 ja Vergleichssumme denn endlich an den im Wilhelm'schen Testamente bestimmten, in Darmstadt wohnenden Testamentsvollstrecker an. Doch war noch ein kleiner Anstand zu beseitigen. Der amerikanische Anwalt der Erben hatte die Papiere nämlich auf seinen Namen überschreiben lassen, ohne zu bedenken, daß hiermit die Papiere in Deutschland schwerlich verkäuflich seien. Der Testamentsvollstrecker schickte zu deßfallsiger Prüfung die Papiere an die Genoffenschaftsbank zu Frankfurt a. M. — und zwar unglückseliger Weise befanden sich dieselben, und hiermit die ganze Wilhelm'sche Erbschaft, insoweit sie aus den Klauen der Amerikaner zu retten war, in dem entwendeten Postbeutel vom 24. December 1879! Das betreffende Packet war bet der Post nur für 600 JA declartrt, ist dagegen mit seinem vollen Werthe von 72,000 JA bei der Transportgesellschaft „Providentia" zu Frankfurt a. M. versichert und müßte diese Gesellschaft, gemäß ihrer Statuten, hiernach innerhalb 4 Wochen für den betreffenden Verlust aufkommen. Die Versicherung ist also jetzt noch der einzige und legte Rettungsanker der verzweifelten Erben! (N. Heff. V.) — Ein Act hochherziger Gesinnung wird aus Nürnberg mttgethetlt: Der Besitzer der renommirten Faber'schen Bleistrftfabrik, Herr Lothar v Faber in Stein hat dem dortigen Stadtmagistrate den Betrag von 125,000 JA zur Errichtung einer Stiftung Übermacht, deren Zinsen alljährlich an einen unbemittelten, aber geschickten und in hervorragender Weise geistig befähigten jungen Mann, der sich einem Gewerbe gewidmet hat, zur Begründung seiner Selbstständigkeit ausbezahlt werden sollen. Zum Empfange berechtigt ist nur derjenige, welcher entweder in Nürnberg oder in Stein geboren, dort oder in Stein die Schulen besucht und die Lehrzeit bestanden und sich dort oder in Stein niederlaffen will und noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht hat. — lieber das Eisenbahn-Unglück in Schottland liegt folgender Bericht eines Augenzeugen vor: Ich saß am Sonntag Abend am Kamin, dem Getöse des draußen wüthenden Sturmes lauschend, als ein Windstoß, wüthender als alle vorhergegangenen, die Schornsteine eines fast gegenüberstehenden Hauses erfaßte und sie mit einem Krach zu Boden warf, der uns Alle aus die Füße schnellte. Zum Fenster schreitend, schaute ich auf die Straße hinaus; in dem Augenblicke erleuchtete ein Mondstrahl die breite Ausdehnung des unterhalb fließenden Tay, und die lange, weiße, geschlängelte Linie der Brücke kam in Sicht. Unwillkürlich zog ich meine Uhr aus der Tasche. Es war gerade 7 Uhr. „Der Edinburger Zug ist sogleich fällig," rief ich meiner Frau zu, ,,ksmm und laß uns sehen, ob er es wagen wird, in einer solchen Nacht durchzufahren." Das Mondlicht war um diese Zeck höchst veränderlich geworden, große Wolkenmassen zogen über den Himmel hin, die zuweilen das Licht des Vollmondes gänzlich verdunkelten. „Da kommt er", rief eines meiner Kinder, und in demselben Augenblick konnte man sehen, wie die langsam sich bewegenden Lampen des Edinburger Zuges die Krümmung bei Wormit passirten. Dann fuhr er bei dem Signalhäuschen an der Südseite vorüber und betrat die lange grade Linie dieses Theiles der Brücke. Nachdem er einmal auf der Brücke war, schien er sich mit größerer Schnelligleit fortzubewegen, und als die Locomotive die tunnelförmigen Bogen der großen Bindebalken beschritt, rief meine kleine Tochter aus: „Sieh', Papa, sieht es nicht aus, als ob cs blitze?" Alles dies nimmt Zeit zum Niederschreiben in Anspruch, aber dem Auge schien es, als ob fast gleichzeitig mit der Einfahrt des Zuges in diesen Theil der Brücke ein Comet mit feurigem Schweife von der Locomotive gewaltsam in die Dunkelheit geschleudert worden wäre. Der Feuerstreifen wurde in einem langen sichtbaren Schweife gesehen, bis er in dem stürmischen Gewässer darunter erlosch. Dann war gänzliche Finsterniß auf der Brücke. Schweigen herrschte unter der gespannt hinsehenden Gruppe am Fenster, dis mir ein entsetzlicher Gedanke kam und ich ausrief: „Himmel, ich fürchte, der Zug ist über die Brücke!" Mit wachsendem Entsetzen beobachtete ich die Krümmung an der Nordsccke, um zu versuchen, ob ich dort oen Zug vorüberkommen sehen könnte; aber nachdem mehrere Minuten verstrichen und kein beweglicher Gegenstand an diesem Punkte sichtbar wurde, ergriff ich meinen Hut und eilte über den Magdalenenplatz, wo ich mehreren Personen begegnete, die alle dieselbe Richtung einschlugen wie ich. Wie schrecklich der Sturm um diese Zeit tobte, mag man daraus schließen, daß ich, als ich die Abdachung des Platzes hinabstieg, mich auf das Gras kauern mußte, um nicht hinweggeweht zu werden. Es schien, als ob der Wind eine solide Fortbewegungskraft geworden wäre. Der massive Signalposten neben dem Signalhäuschen am Nordende der Brücke war vom Winde wie eine Weidenruthe geknickt worden. Auf der Esplanade wurden Sand und Kieselsteine mit solcher Macht umhergeschleudert, daß meine Hände und mein Gesicht tatsächlich wund wurden. In der Richtung nach dem Flusse konnte ich nichts klar erblicken. Das Wasser aus dem geborstenen Newporter Wasserrohre auf der Brücke strömte in den Fluß hinab, und da es im Hinabfließen vom Winde erfaßt wurde, nahm es die Form einer nebelhaften Wassersäule an, welche die schreckliche Lücke, die um diese Zeit in dem eisernen Hochweg entstanden war, verhüllen half. Einer der Herren, die sich unter der Brücke auf der Esplanade eingefunden, kletterte in das oberhalb gelegene Signalhäuschen und hörte dort, daß der etwa 1500 Meter vom Schauplatz des entsetzlichen Ereignisses stationirte Beamte nicht mehr von dem Vorfälle wußte, als daß der Zug, der, wie ihm signalisirt worden, volle fünfzehn Minuten vorher die Brücke betreten habe, feine Station niemals erreicht hatte und daß die telegraphische Verbindung mit der anderen Seite unterbrochen war. Was wirklich geschehen, wird man wohl nie bestimmter erfahren, als man es jetzt weiß. — Eine Verfügung des Berliner Magistrats, welcher die Beamten änweift, bei Vervielfältigung von Schriftstücken auf dem Hektographen Dokumente von bleibendem Werth auszuschließen, ist soeben erlassen worden. Auch die Anferttgung solcher Dokumente mit bläulicher anilinhaltiger Tinte ist untersagt, da es sich herausgestellt, daß so angefcrtigte Dokumente nach nur sehr kurzer Zeit ganz unleserlich und unbrauchbar geworden sind. Es ist daher angeordnet worden, oben erwähnte Schriftstücke mit Gallustinte zu schreiben. Eine gleiche Verordnung erwartet man von Seiten der Ministerien. Hersfeld. Wie man jetzt am sichersten die Füchse fängt, dürste für manchen unserer Leser nicht uninteressant fein. Man stecke zwei.Gänse in einen Stall und verschließe die Thür so, daß es Meister Reinecke nur unter großer Mühe gelingt, sich durch die offene Spalte durchzuzwängen. Der Fuchs wird zwar beide Gänse auffressen, aber vergebens versuchen, mit nun gefülltem Magen durch die enge Spalte wieder zurück- zukommen. Diese Fangmethode hat sich bei dem Müller S- in unserer Nachbargemeinde Sorga bewährt, ob Genannter freilich die Absicht hatte, einen Fuchs zu fangen, vermögen wir nicht anzugeben, auch ist uns bis jetzt nicht bekannt geworden, ob S. ein Patent auf diese Erfindung nehmen wird. — Die Froschzucht und der Froschhandel bilden einen neuen Erwerbszweig in den Vereinigten Staaten Ein Herr Soule in Elgin, Illinois, der seit drei Jahren eine Frosch-Farm von 1’4 Acres Fläche angelegt hat, auf der er, wie „Scientific American" schreibt, den „Goslin-Frosch" eine besonders große Art, züchtet, bringt jetzt seine Waare zum ersten Male auf den Markt. In nächster „Saison" will er St. Louis, Chicago und Cincinnati mit Fröschen versorgen und hofft davon den besten Erfolg. — (Ein Katerfrühstück.) Einige übermüthige junge Männer in G-, welche am Abend tüchtig gezecht hatten, kamen am Morgen zur jungen Gattin eines Bekannten und baten um ein „Katerfrühstück" zur Beseitigung ihres Katzenjammers. Ei gewiß, sagte schelmisch die schlaue Eva, das sollt Ihr haben. Ich habe gerade was von der Art in der Speisekammer. Die edlen Jünglinge träumten von italienischem Salat und Caviarbrödchen, da kam das Küchenmädchen herein und servirte in verdecktem Teller — 4 tobte Mäuse, ein wirkliches Katerfrühstück! — Ein preußischer Hauptmann hat soeben ein scherzhaftes „Instructions-Büchlein für den denkenden Soldaten" herausgegeben In den „Instructionen" heißt es u. A-: Zweck der Körpertheile des Soldaten: 1) Der Kopf ist jener wulstartige Auswuchs zwischen den Schultern, welcher einerseits die Tragart des Helmes erleichtern, andererseits das zu weite Hinaufrutschen der Halsbinde verhindern soll. 2) Die Augen sind kugelartige Körper, welche nicht nur beim Parademarsch nach dem Vorgesetzten und auf Bällen auf junge Mädchen geworfen werden, sondern auch bei fertig gemachtem Gewehre die Höhe des Kornes bestimmen. 3) Die Arme sind astartige Auswüchse an den Schuldern, welche durch ihre pendelartigen Schwingungen den Soldaten beim Parademarsche im Gleichgewichte erhalten und durch Berührung ihrer schwimmhaut- artigen Enden mit der Kopfbedeckung die Ehrenerweisungen möglich machen. Dieselben dienen auch zur Ausfüllung der Rockärmel. 4) Die Nase ist jenes capartig vorspringende knorpelige Gebilde, welches zur Bestimmung der Linie, in welcher dieselbe mit der Helmdecoration und der Helmspitze liegen soll, unentbehrlich ist. Unter Nase versteht man ferner jene deutliche, bestimmte Ausdrucksweise des Vorgesetzten, dem Untergebenen gegenüber, welche keinerlei Mißverständniß zuläßt. 5) Die Ohren sind muschelähnliche Ansätze an beiden Seiten des Kopses, welche zum leichteren Anfassen und zur bequemeren Handhabung desselben durch die Vorgesetzten dienen sollen. Die meisten Soldaten haben ihre Ohrmuskeln zu wenig in der Gewalt, um dem Befehle: „Sperren Sie die Ohren auf!" nachkommen zu können. 6) Die Füße sind kahnartige Auswüchse an den Beinen, welche vor Allem die Verbindung des Infanteristen mit dem Terrain möglich machen. Dieselben stehen richtig, wenn sie mit der Erdaxe einen rechten Winkel bilden und parallel zu dec durch den Aequator gedachten Horizontal- Ebene sind. Ohne die Füße würde der Parademarsch in den Bereich der Unmöglichkeit gehören. — 750 Mark Belohnung! Am 28. v. M. früh zwischen 4 und 5 Ubr ist auf dem Bahnhofe ^n Straßburg i. E. ein Werthpaket mit 13,000 JA, adressirt an die Steuerkasse in L>ulz und Wald, verloren oder gestohlen worden. Der Werthinhalt bestand in 10,000 JA Gold (Zwanzigmarkstücke, verpackt in einem Beutel der Reichsbankstelle Lübeck) und in 3000 JA Pavier (30 Hundertmarkscheine, deren Nummern nicht angegeben werden können). Obige Belohnung von 750 JA erhält nach Bekanntmachung des Kaiserlichen Ober-Postdirectors Derjenige, welcher Umstände zur Anzeige bringt, die zur Ermittelung des Thäters und zur Wiedererlangung des gestohlenen Geldes führen. Allgemeiner Anzeiger. Ausverkauf Von k Wwamn zu ganz erstaunlich billigen Preisen bei 41)I. Bärmann, Hotel Einhorn. Vom 4. Januar an befindet sich mein Leinen- und llläsche-ffeschnst im Hause des Herrn Dr. Dornseiff, Schulstrafte. Mit Hochachtung Hera». Aug. Muller. üa|i|ii!ii von 1 Mk. an empfiehlt (90 Th. Schmidt, Wallthorstr. 139) Ein junge- Pferd, für Oeco- nomiearbeit recht brauchbar, ist billig zu verkaufen. 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Direktion der Berlinischen Lebens-Dersicherungs-GeseUschaft^ tx>" 2 Zur gefälligen Beachtung. 124) Meinen geehrten Kunden hiermit zur Nachricht, daß ich das vor?- mir seither unter der Firma Marie Lang betriebene Schirmgeschäft von heute ab unter der Firma: Joltatmes Zufall ganz in derselben streng reellen Weise, im früheren Bepl er’scheu Hause, Sonneustrasse Nr» 106, fortführen werde und halte mich bei Bedarf in Schirmen aller Art bestens empfohlen. Das Ueberziehen u. Repariren der Schirme wird schnell und billig besorgt Achtungsvoll Marie Zufall, geb. Jang. Bekanntmachung. Die rückständigen Cowwunalsteuern pro 1879, worauf „och kein Executionsverfahren eingeleitet worden ist, können in den nächste» 8 Tagen, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten bezahlt Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar: 8. Januar legitimsten. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten. Gießen, den 28. November 1879. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. nOOODOOODDOOO 00000000000 n 203) Unserem 3l Seh. zu seinem A O am 8. d. M. stattfindenden 47jährigeü O O Geburtstage die herzlichsten Gluck- Q § wünsche. Oda. 5 0030000000000 CCCOOODCOOO Die Dampf-Naffee-Rreimerei von G. Daniel Wwe. in Godesberg empfiehlt ihren bis jetzt an Kraft und Aroma unübertroffenen Kaffee in Vi und 2/2 Psund-Paqueten mit Firma. Derselbe zeichnet sich in Bezug auf feine Feinheit, als auch durch seine.-, kräftigen Geschmack gegen allen andern Kaffee aus, demzufolge hat sich mein Kaffee in weiten Kreisen großes Renommb erworben. 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