k-»c kltan, Tribus. ■ W Ihn blt ngebtne eutzadt U, eim äst ’tHigtt BedtenuM bien. Nr. 32. Samstag den 7. Februar 1880. Kießener Wyeiger Ayrtzr- Bii AMglillrtt fit de« Kreis Gieße«. «rpedlttooKvorech« r j Echulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit L ingerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Nachdem Philipp Größer II. von hier die Aemter eines Experten in Brandoerstcherungs- und Brandschaden--Abschätzungsangelegenheiten, sowie eine-Feuervisitators niedergelegt hat, ist der Beztrksbauaufseher Ludwig Hahn von Großen - Buseck mit Wirkung vom 9. l. M. zu seinem Dienstnachsolger ernannt worden. Gießen, den 5. Februar 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. den reiben, Inserate ite Aus- I f I 4 * L g sbhard. m heute au ■Bazar. M Ä 18 tutHäU • ^L'ubw gl20n' .t ^PreisstE ** (73» Deutschland. Darmstadt, 4. Februar. Zugleich mit Vorlage des -wischen der diesseitigen und der König!. Preuß. Regierung wegen Abtretung des Hessischen AnthetlS an der Main-Weser-Bahn abgeschlossenen Stoatsvertrags wurde s. Z. von Großh. Finanzministerium daS Anfinnen an die Stände gerichtet, ihre Zustimmung dazu zu erklären, daß für den Fall des Perfectwerdens obigen Vertrages der stipulirte Kaufpreis zur vollständigen Abtragung der älteren Eisenbahnschuld und, soweit er hierzu nickt erforderlich, zum Rückkauf von Obligationen des für die Erwerbung der Oberhessischen Bahnen ausgegebenen Anlehens verwendet werde. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer stimmt nach einem soeben erschienenen, von dem Abg. Wolsskehl erstatteten Berichte dieser von der Regierung vorgeschlagenen Verwendungsart zu. Der Bericht sagt u. A. wörtlich: „Daß es schon an und für sich richtig ist, eine derartige außerordentliche, aus der Veräußerung von Staatsvermögen herrührende Einnahme zur Schuldentilgung zu verwenden, bedarf keines Nachweises. Hierzu kommt, daß den Inhabern von Obligationen der älteren Eisenbahn- schuld, nach den über die Ausnahme der letzteren erlaffenen gesetzlichen Bestimmungen, ein kaum bestreitbares Recht darauf zusteben dürste, wenigstens diejenigen Obligationen, die zur Erbauung der Main-Weser-Dahn ausgenommen worden find, aus dem Erlöse zurückgezahlt zu erhalten. Aber auch abgesehen von dieser rechtlichen Frage, empfiehlt sich die vollständige Tilgung der älteren Eisenbahnschuld schon um deswillen, weil dadurch der jährliche Reinertrag der Main-Weser-Bahn frei würde, d. h. zur Deckung der laufenden Staatsausgaben hrrangezogen werden könnte. Ebenso sind wir der Ansicht, daß auch der zur Heimzahlung der älteren Etsenbahnschuld nicht erforderliche Rest des Kaufpreises unbedingt zur Schuldentilgung zu verwenden ist. Es könnte sich hierbei nur fragen, ob nicht neben dem Oberhessischen Anlehen, deffen Inhaber bekanntlich kein Recht auf Tilgung haben, andere Staatsoblt- gationen, bet denen eine Verpflichtung des Staates zur Tilgung ausgesprochen ist, gleichfalls heimzuzahlen wären. Als solche bestehen bekanntlich die 4pro- centtgen Staatsrentenobligationen, von denen nach Angabe der Großh. Regie- - rung in dem Hauptvoranschlage für 1879—82 Ende 1878 2 588,237 «X in Umlauf waren. Würden dieselben sämmtlich zurückgekaust oder gekündigt werden, wozu unseres Wifiens der Staat berechtigt ist, so hätte dies eine jährliche Ersparniß von etwa 25,000 JL zur Folge. Indessen glauben wir diese Maßregel nicht empfehlen zu sollen, weil einmal die dadurch geschaffene Erleichterung des Budgets eine nicht bedeutende wäre, ferner die Staats- rentenobligattonen auf einen ganz besonderen, von dem übrigen Staatsschuldenwesen getrennten Fonds bafirt sind, endlich eS auch nicht rathsam erscheint, mit einem Male alle regelmäßige Tilgung von StaatSobligationen abzuschaffen. Auch ist zu berücksichtigen, daß durch Rückkauf von Oberhessischen Eisenbahn- obligationen ein Coursgewtnn zu erwarten steht, der wegen des höheren Eours- standes der auf Guldenwährung lautenden Hessischen Staatspapiere bei den Staatsrentenobligationen ganz oder doch zum größten Thetl wegsallen würde. Weit höher tourte, allerdings nur für die nächsten Jahre, die Ersparniß sein, wenn man die noch ausstehenden Zi/zprocentigen Provinzialstraßenbau-Obligationen sämmtlich zurückzahlen wollte. Freilich repräsentiren dieselben keine eigentliche Staats-, sondern eine Provinzialschuld, allein nach den mehrfach und auch für die lausende Finanzperiode gefaßten ständischen Beschlüffen, wonach dieser Fonds ausschließlich aus Staatsmitteln dotirt wird, dürste ! diese Schuld, welche voraussichtlich im zweiten Jahre der bevorstehenden Finanzperiode mittelst regelmäßiger Verloosungen getilgt sein wird, thatsächltch doch als Staatsschuld aufzusaffen sein. Eine sosorttge Tilgung des Restes, welcher Ende 1878 906,862 «X betrug, würde sür die Staatskaffe während der nächsten 4 bis 5 Jahre eine jährliche Ersparniß von 156,000 des vierten Ausschusses der zweiten Kammer in dieser Materie nunmehr erstatteten Bericht hat die Regierung, um ihre Meinungsäußerung ersucht, das Folgende mitgetheilt: „Die Anlage der Oberhessischen Eisenbahnen ist sür den Localverk.hr dieser Provinz, und insbesondere deren Verkehr mit Frankfurt a. M. und den diesseitigen Provinzen wenig günstig. Verbindungen der beiden Hauptlinien der Oberhessischen Eisenbahnen unter einander, sowie mit der Main-Weser-Bahn, resp. auch der Friedberg-Hanauer Bahn, würden manche Wege, welche Menschen und Producte jetzt zu nehmen haben, abkürzen und den Verkehr fördern. Indessen wird man sich von der Hebung dieses Verkehrs keinen zu großen Erwartungen hingeben dürfen, und man wird bei allen Projectcn, welche zur Verbindung der bestehenden Bahnen und zur Belebung des Localverkehrs in's Auge zu fassen sind, auf die thunlichst einfachste und billigste Herstellung, sowie auf den ökonomischsten Betrieb Rücksicht zu nehmen haben. Die Begriffe, welche mit dem Ausdruck Secundärbahnen verbunden werden, sind verschieden. Im Wesentlichen können vier verschiedene Systeme darunter verstanden werden, nämlich: a. Normalspurig gebaute, für geringen Verkehr berechnete und mit Fahrgeschwindigkeiten bis höchstens 30 Kilometer per Stunde betriebene Bahnen. Die Anlagekosten solcher Bahnen können dadurch ermäßigt werden, daß sie nur eingeleisig, ohne Vorbereitung sür zweigeleisigen Betrieb, hergeftellt werden. Im Allgemeinen berechnen sich indessen die Anlagekoften solcher Bahnen, abgesehen von größeren Bauwerken, nicht wesentlich geringer, als diejenigen von sogenannten eingeleisigen Vollbahnen. Dagegen lassen dieselben Ersparnisse an Betriebskosten zu, weil nur mit geringerer Geschwindigkeit gefahren wird, und auch an dem Bahnbewachungs-Personal rc. gespart werden kann. b. Normalspuriae Secundärbahnen für Locomotiv- oder Pferdebetrieb, mit Geschwindigkeit bis zu höchstens 20 Kilometer per Stunde Derartige Bahnen mit Locomotiv-Betrieb eignen sich vorzugsweise für den Transport von Massegütern, welche dem Großverkehr zugeführt und an Stationen von Hauptbahnen abgegeben werden sollen. Die Bahnanlagen können in der einfachsten Weise, theilweise mit Benützung vorhandener Straßen, und mit Anwendung von Curven bis zu 180 Meter Radius im Minimum, erfolgen, c. Schmalspurige Bahnen mit thunlichster Benützung vorhandener Chausseen, mit Fahrgeschwindigkeiten von 15—20 Kilometer auf geraden Strecken, von 7—8 Kilometer innerhalb Ortschaften und bei dem Begegnen von Fuhrwerken. Die Anlagekosten solcher Bahnen stellen sich bedeutend billiger als diejenigen von normalspurigen Bahnen, weil Curven bis zu 50 Meter Radius noch angewendet, die Staatsstraßen benutzt und in vielen Fällen theure Kunstbauten vermieden werden können. Es sind in Deutschland bereits mehrere derartige schmalspurige Bahnen in einfachster Weise, so auch die sogenannte Felda-Bahn in Thüringen, ausgeführt worden. Für den Personenverkehr, wo das Umsteigen beim Anschluß an normalspurige Bahnen sich leicht vollzieht, genügen diese Bahnen einfachen Bedürfnissen; dagegen ist das Umladen von Gütern erforderlich und ebenso zeitraubend als kostspielig, d. Schmalspurige Straßenbahnen mit Locomotio-Betrieb und Truks für den Transport normalspuriger Güterwagen. Es werden vorzugsweise die Landstraßen, auch innerhalb der Ortschaften, benutzt; die Personen werden in schmalspurigen Wagen befördert; die Güter werden dagegen in normalspurigen Wagen verladen und letztere werden auf ganz niedrige Wagengestelle, Truks, welche schmalspurig laufen, angefahren und befördert. (Schluß folgt.) m. Darmstadt, 5. Februar. Die Abgg. Osann und Baur haben in heutiger Sitzung der zweiten Kammer folgenden auf Erbauung einer Brücke über den Main bei Kostheim gerichteten Antrag eingebracht: „Schon lange empfinden die zahlreichen Bewohner der Mainspttze, einschließlich der Stadt Groß-Gerau mit ihrer näheren und entfernteren Umgegend, sowie ein großer Theil der Bevölkerung des sogenannten Rieds, den Mangel einer festen Ueberbrückung des Mains bei Kostheim. Die Verbindung zwischen den genannten Gegenden, bezw. der Provinz Starkenburg Überhaupt mit dem rechtsseitigen Mainufer wird von Frankfurt, wo bereits eine Reihe stehender Brücken über den Main führt, abwärts nur durch Vermittelung von Schiffen, bezw. fliegenden Brücken, so auch bei Kostheim, hergestellt; zur Winterszeit ist oft lange Zeit jede Verbindung der Natur der Sache nach abgeschnitten. Der ganze Wagenverkehr eines großen Theiles der Provinz Starkenburg nach Mainz, welcher mit seinen natürlichen Zubehörden bereits zu aroßer Bedeutung emporgewachsen ist und dessen weitere Entwickelung eine große Zukunft bat vollzieht sich durch Ueberschreitung des Mains bei Kostheim. Die Darmstadt Mainzer Staatsstraße geht bis an den Main, Kostheim gegenüber, und setzt sich auf der andern Seite des Mains nach Mainz, Wiesbaden rc. fort. Die feste, sichere Verbindung bei Kostheim fehlt. Die daselbst befindliche fliegende Brücke vermag den Verkehr oft kaum unb jedenfalls auch nur zum Nachtheil Derer, welche sie benutzen, zu bewältigen. Diese Brücke kann nur wenige Wagen aufnehmen; oft stehen Hunderte von Wagen zur Beförderung Stunden, ja halbe Tage da. Die Nächte werden benutzt, um rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein, und doch gelingt es oft nur mit Mühe, die gesammten Wagenmassen der Art zu bewältigen, daß die Wagen noch rechtzeitig zu den Märkten nach Mainz, Wiesbaden rc- gelangen. . . . Dre in Aussicht genommene Ueberbruckung des Rheines bei Mainz verbindet Mainz mit dem gegenüberliegenden kleinen Hessischen Landesthell und Preußen. Naturgemäß muß aber diese Verbindung auch mit der Provinz Starkenburg stattfinden und diese vollzieht sich durch Ueberbrückung des Mains bei Kostheim. Die Provinzen Rheinhessen und Starkenburg sind hierbei auf's Höchste interessirt; Mainz ganz besonders wird die Notwendigkeit auch dieser Ueberbrückung fühlen. Der Verkehr der Rheinbrücke wird wesentlich durch die Bewohner der Mamspitze und des Rieds, welche in hohem Grad ihr natürliches Absatzgebiet nach Mainz, Wiesbaden rc. haben,' verstärkt werden. . Wir vereinigen uns deßhalb in dem an hohe zweite Kammer gerichteten Anträge: Der Großh- Staatsregierung den Wunsch auszusprechen, daß der Marn bei Kostheim durch eine stehende Brücke überbrückt werde, und Großh. Staatsregierung um Einbringung einer entsprechenden Vorlage bei den Ständen des Großherzogthums zu ersuchen." m. Darmstadt, 5.Februar. Zweite Kammer der Stände. 39. Sitzung. Der zweite Präsident Muhl eröffnet die Sitzung und verkündigt als neue Einlaufe eine Vorlage der Regierung, wonach der Regierung 100,000 JL aus den parates: en Mitteln der Hauptstaatskasse zur Linderung der in den ärmeren Gegenden des Landes herrschenden Noth zur Verfügung gestellt werden sollen, weiter einen Antrag der Abgg. Osann und Baur auf Erbauung einer Brücke bei Kostheim und endlich einen Antrag der Abgg. Kugler und Böhm, die Regierung zu ersuchen, noch in dieser Session der Kammer eine Vorlage wegen Erbauung einer stehenden Brücke über den Main bei Offenbach zugehen zu lassen. Sämmtliche neue Eingaben werden dem Finanzausschuß zur Berichterstattung überwiesen. — Es folgt Forschung der Berathung des Entwurfs der allgemeinen Bau«Ordnung. Art. 13 wird mit einigen Modifikationen angenommen und zu Art 14 der Zusatz beschlossen: „Durch Ortsstatut kann bestimmt werden, welche Fläche zur Benutzung als Bauplatz nicht mehr geeignet ist." Dre von dem Ausschuß beantragten beiden Zusatzartikel 14a und 14b, welche im Interesse der Gemeinden einige Bestimmungen bezüglich der Expropriation von Straßengelände enthalten sollen, werden nach kurzer Debatte abgelehnt. Art- 15 gelangt mit einem von dem Abg. Bockenheimer beantragten Zusatz zur Annahme, ebenso die Art. 16—19 des Entwurfs mit einigen von dem Ausschuß beantragten Modifikationen. Mit Rücksicht aus das langsame Voranschreiten der Berathung des aus 84 Artikeln bestehenden Gesetzentwurfes wird am Schluß der heutigen Sitzung von einem Mitglnde das Abhalten von Nachmittagsfitzungen angeregt, von dem zweiten Präsidenten Muhl darauf jedoch mit Recht entgegnet, daß bei der Schwierigkeit der zur Verhandlung stehenden Materie das Abhalten von zwei Sitzungen täglich zu einer vollständigen Abspannung der Mitglieder führen würde und deßbalb unthunlich erscheine. — Fortsetzung der Berathung morgen. Wiesbaden, 4. Febr. Die „Nass. Volksztg." schreibt: Der Wald ist geschloffen. — Am Samstag, den 31. Januar 1880, hat das preußische Abgeordnetenhaus „mit großer Majorität" den Wunsch der Regierung erfüllt und das neue Forstgesetz angenommen. Da wir namentlich in den waldreichen Provinzen Heffen-Naffau und Hannover bisher glaubten, ein Recht dazu zu haben, in den Wäldern uns zu ergehen und den ersten grünen Zweig nach Haus zu holen und uns an der Walbluft und an den Waldfrüchten zu erquicken, so ist es nöthig, daß wir wiffen, daß es jetzt verboten ist, den Wald zu betreten. Wir schlagen daher vor, in allen Schulen des Königreichs Preußen das neue Forstgesetz die Kinder auswendig lernen zu laffen, um es zu Hause ihren Eltern und Geschwistern mittheilen zu können, damit sie nicht versucht werden, in den Wald zu gehen, denn der Frühling nahet und mit chm die Waldeslust. Daß der famose „Beeren- und Pilz-Paragraphs einer späteren Gesetzgebung Vorbehalten ist, nützt nichts: da wir den Wald nicht betreten dürfen (siehe § 9), können wir auch keine Beeren und Pilzen sam- meln. Bezüglich des bestrittenen Herkommens zum Sammeln derselben ist eine Stelle in Tacitus Germania nicht unerheblich. Dort heißt es in Cap. 23 über Trank und Speise der alten Deutschen: Cibi simplices: agrestia poma, recens fera aut lac concretum, sine apparata, sine blandimentis expellunt famem — und in der Anmerkung der betr. Ausgabe zu agrestia poma: Gartenobst hatte man noch nicht. Poma umfaßt alle Arten des Obstes, selbst Nüsse und Beeren. — Die Stelle heißt nach Rath's Uebersetzung deutsch: „Ihre Kost ist einfach, wilde Baumfrüchte, frisches Wildpret oder saure Milch; ohne Aufwand, ohne Gaumenkitzel treiben sie den Hunger aus." Das war vor etwa 1700 Jahren bei uns zu Land Herkommen! Leider waren alle Anstrengungen der Abgeordneten aus Heffen und Naffau ohne Erfolg. Unser Abg. Dr. Petri, der nichts versäumte, um durch Amendements das Gesetz weniger gefährlich zu machen, sagte ganz treffend bei Berathung des § 36: Der Präventiv-Charakter des Gesetzes, der ihm namentlich in Heffen so viele Feinde gemacht, tritt besonders in diesem Paragraphen hervor. Wenn Jemand, der Werkzeuge nach einem Ort jenseits eines Waldes schaffen muß, den Waldweg also gar nicht vermeiden kann, bestraft wird, so hört für uns Alles auf. (Oho! rechts). Das Gesetz ist vielmehr zum Schutze des Waldes, als des Waldes und Feldes gemacht. (Widerspruch rechts). Es wird Haß in der Bevölkerung erregen, und dieser wird sich nicht gegen das Gesetz, sondern gegen den Wald und die Waldbesitzer wenden. Ich «n pfehle den Conservativen das Studium der Werke des von. ihnen hochverehrten Culturhtstorikers Riehl, deffen Bemerkungen über den Wald nicht in der Studirstube ausgedacht sind; ich selbst habe ihn manchen Tag auf seinen Zügen durch den Tannus begleitet. Die Ansicht, die diesem Gesetz zu Grunde liegt, daß die Feld- und Forsthüter alle Engel und alle anderen Menschen prädestinirte Walddiebe und Waldsrevler seien, wird sich nicht Bahn brechen. Sie rechnen aus den Verstand der Waldbesitzer und Beamten. Aber der Unverstand ist in der Welt immer größer gewesen als der Verstand. (Unruhe rechts). Schwitz. Bern, 4. Februar. In der Conserenz, welche zwischen Delegtrten der italienischen Regierung einer- und des Bundesrathes und der Gotthard- bahn-Gesellschast andererseits behufs Errichtung eines internationalen Bahnhofes jenseits des Gotthardtunnels neuestem Vernehmen nach am 3. nächsten Monats zu Arona abgehalten werden soll, wird die erstere durch den Jnspec- tor der oberitalienischen Eisenbahnen, Herrn Commandant Biglia, der Bundes- rath aber durch Herrn Gotthardbahn-Jnspector Dapples und die Gorthard- bahn-Gesellschast durch Herrn Sections-Jngenieur A. Schrafl in Bellinzona vertreten sein. Der internationale Bahnhof soll zu Luino erbaut werden, während der Anschluß der Gotthardbahn an die italienischen Eisenbahnen be- -anntlich bei Ptno stattfindet. England. London, 4. Februar. Ein Versuch, durch welchen die Leuchtkraft des elektrischen Lichte- unter Waffer festgestellt werden sollte, ist von gutem Erfolge begleitet gewesen. Das elektrische Licht wurde in einer Glaskugel in bedeutende Tiefe Hinabgelaffen und in einer Entfernung von etwa 100 Meter von der Batterie angesteckt. Das Waffer wurde in weitem Umkreise auf lange Zeit stark erhellt. Man wird jetzt zu ermitteln versuchen, wie weit sich dteses unterseeische Licht als Schutzwehr gegen Torpedos anwenden läßt. Amerika. Philadelphia, 5. Februar. Die republikanische Convention von Pennsylvanien hac ihre Delegtrten bet der National-Conoention tnstrutrt, die Ausstellung des Generals Grant zum Candidaten für den Präsidentenfitz der Vereinigten Staaten zu befürworten. Die von der Convention angenommenen Resolutionen bekämpfen jedwede Aenderung des gegenwärtigen Finanzsystems deS Landes, pcotestiren gegen jeden Versuch, einen neuen Zolltarif vermittelst der Handelsverträge einzuführen und sprechen sich gegen das Princtp des Freihandels und zu Gunsten der Zollpolitik aus, welche in den letzten 20 Jahren befolgt wurde. Telegraphische Depeschen. Waguer'S telegr. Correspondeur • Bureau. Mainz, 5. Februar. Das Rheinets hat sich heute Morgen vor unserer Stadt festgesteüt. Es ist wieder eine vollständige Unterbrechung des Verkehrs mit Kastel und Wiesbaden etngetreten. London, 5. Februar. Die Eröffnung des Parlaments durch die Königin im Oberhause erfolgte um 2y4 Uhr Nachmittags in glänzender Weise. Der Lord-Kanzler Earl of Cairns verlas die Thronrede. Die Botschafter Graf Münster, Fürst Labunoff und Gras Karolyi wohnten der Eröffnung bet. Die Prinzessin von Wales war von der Herzogin von Connaught und der Prinzessin Heinrich der Niederlande begleitet. — Die Thronrede, mit welcher die Königin heute das Parlament eröffnete, besagt ihrem wesentlichen Inhalte nach: Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten sind freundschaftlich. Die Ereigniffe seit der Vertagung des Parlaments sind dazu angethan, den Frieden auf den Grundlagen des Berliner Vertrages zu sichern, obgleich noch Vieles übrig bleibt, um die Unordnung in vielen Theilen der Türket wieder gut zu machen. Die verwirrte Lage in Afghanistan macht die Rückberusung der Truppen vorläufig unmöglich; aber die früheren Grundsätze der Regierung sind unverändert. Dieselbe ist ent- schloffen, eine starke Grenze zu sichern, hegt jedoch zugleich den Wunsch, freundschaftliche Beziehungen mit dem Herrscher und Volke Afghanistans zu unterhalten. — Die Thronrede gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die Zeit nahe sei, wo ernstlichere Schritte gethan werden könnten behufs Herstellung der südafrikanischen Conföderatton, erwähnt der zur Linderung des Nothstandes in Irland getroffenen Maßregeln und kündigt eine Vorlage an, betr. einen Fonds für Vorschüffe aus den Ueberschüffen der kirchlichen Einkünfte. Berlin, 6. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Behauptungen der Petersburger „Nowoje Wremja" über angebliche 1863 stattgehabte preußische Verhandlungen mit der revolutionären polnischen Regierung, betreffend ein unabhängiges Königreich Polen unter Boguslaw Radziwill, als ebenso erlogen wie frühere Angaben aus Warschau. Das Blatt fügt hinzu: Wenn dies für den deutschen, namentlich die bezüglichen Verhältniffe kennenden Leser überflüssig ist, hat es doch für uns Jntereffe, zu constatiren, in welcher Weise die russischen Blätter, wie die „Nowoje Wremja", das unsaubere Gewerbe politischer Erfindungen, welche den rusfischen Leser gegen Deutschland nur verstimmen sollen, ungestört sortsetzen. Die „Nowoje Wremja" zieht auS ihrer eigenen Fabel zum Nutzen der rusfischen Leser den Schluß einer unaufrichtigen feindlichen Politik der deutschen Regierung in ihren Beziehungen zu Rußland. Der einzige berechtigte Schluß, der sich ziehen läßt, ist die Thatjache, daß in Rußland die Hetzpreffe gegen Deutsch- land heute wie seit Jahr und Tag auch für die plumpesten Lügen Leser und Gönner findet. Paris, 5. Februar. Man befürchtet, daß die Zahl der bei dem Eisenbahn-Unfall bei Argenteuil Verunglücken größer sei, als bisher angegeben worden. Eine große Zahl der Verunglückten soll den Pariser Finanz-, Industrie und resp. Handelskrisen angehören. Lokales. Gießen, 6. Februnr. Gelegentlich der Kammerverhandlungen über den Verkauf der Main-Weser-Bahn hessischen Antheils an Preußen nahm der Abgeordnete Haustein Veran- lasiung, die Stadtverordneten - Versammlung in Gießen vor dem Ansinnen sog. Kirchthurms- polttik in Schutz zu nehmen. Da nun theilweise in verschiedenen Blättern irrthümliche Referate über dessen Rede erschienen sind, lassen wir dieselbe nach der stenographischen Aufzeichnung im Nachstehenden folgen: Abg. Haustein. Ich will über den Verkauf der Matn-Weser-Bahn selbst nicht weiter sprechen und nur bezüglich der Vorstellung der Stadtverordnetenversammlung zu Gießen erlaube ich mir einige Worte zu Richtigstellung anzufügen, umsomehr, weil ich bei dem fraglichen Beschluß selbst mitgewirkt habe. Wir hatten s. Z beantragt, die Regierung möge dem Vertrag über Verkauf der Main-Weser-Bahn die Genehmigung nicht ertheilen; wenn aber die Regierung gewillt sein sollte, den Vertrag zu genehmigen, so möge sie die Bedingung daran knüpfen, daß die schon 1861 oder 1862 dem damals hessischen Hinterland von der hessischen Regierung zugcsagle Bahn von Alten Hunden über Laasphe, Biedenkopf, Gladenbach und Kinzenbach mit direkter Einmündung in die Oberhessischcn Bahnen gebaut werde. Es ist nun in dem 1. St- richt der Ausschußmehrheit II. Kammer gesagt: „Auch über diesen Punkt fand eine Besprechung des Ausschusses mit Großh. Regierung statt. Es wurde hierbei zwar von keiner Seite verkannt, daß die Linie Alten-Hundem-Kinzenbach-Gießen für letztere Stadt von wünschenswertbcm Dorthei! sein würde, allein es schien — wie man sich im Uebrigen auch dem Verkaufsobject gegenüber verhielt — nicht angemessen, bei einer staatlich so hochwichtigen Frage locale Interessen in den Vordergrund treten zu lassen. Ebensowenig konnte man der Auffassung zustimmen, als ob mit der Erbauung erwähnter Linie Gewähr dafür geboten werden könne, daß der betreffende Güterverkehr alsdann auch wirklich den „Oberhesflschen Bahnen" zufalle" Ich wollte bei dieser Gelegenheit die Stadtverordneten-Versammlung in Gießen dagegen verwahren, daß sie mit ihrer Eingabe locale Interessen verfochten hätte und könnte ich aus den Verhandlungen, welche die hessische Staatsregierung mit der Großb. Handelskammer in Gießen von 1875 bis 1877 gepflogen hat, nachweisen, daß die Großh. Hess. Regierung selbst anerkannt hat, daß die erwähnte Bahn, die der Hinterländer Bevölkerung — wie schon bemerkt — schon 1861 zugcsagt war, sehr wichtig für die Verkehrsverhältnisse der Ober- h e s s i s ch e n B a h n e n s e i. Es ist dies in vier Schreiben der Großh. Hess Regierung an die Gießener Handelskammer ausdrücklich anerkannt worden. Die Hess. Regierung ist sogar so weit gegangen, zu den Vermcssungsarbeiten genannter Bahn 1000 JL aus der Staatskasse zuzusichern resp. auszahlcn zu lassen. Es scheint mir dies Angeführte im Widerspruch zu sein mit der zustimmenden Erklärung der Regierung, die in dem Ausichußbericht niedergelegt ist, wo gesagt wird, daß in und mit der Vorstellung der Stadt Gießen nur locale Interessen gefördert werden sollen und daß die Erbauung der Alten-Hundener Bahn keinen Einfluß auf die Verkehrsverhältnisse der Oberhessischen Bahnen üben werde. Es ist die erwähnte Bahn, wie schon nachgewiesen ist, die Bahn, welche direct aus dem Kohlenrevier führt, während die Köln-Gießener Bahn im VerhLltntß zu »n Lenne-La B-bnen wW in ihrer M 3»f 1868, W.f «rlH1 *' A-mW-IN-» M ih« 8 traft i»tM ilrigt" W ES WO«”' ® Ai» 9*' verden könne. SS w selbst eine hergebrachten - Sieße M Symsiic «W- Mb evangelischen ® Sieße Sohn Ost-A Seltenheit we über ihn in Dasserschtvenki Ebinesen ja bi ^un Fürsten Bi ihfl eine Mtion zu - Biel «Mrheaters bin miresfen u «on hüt G -Die W, 903 Porti Sießen ein imb wurden $on Se kanzln in Dnli Denn 5 X - Mm Beittäk ') Die Eupecktendent 3 1804) Auf Stufen (fünf. Mad)(oierjc Race, ohne Ab stei und zu jed stmer eine j1 fpännigt Chai Lich, den 4. Ein slt noch neu, wir fraqtn bei AW ne» billigen >ruch Dr-». Barr Ä"1» »o ” tog reell Du Wils e Tk Alk Empfiehlt -7L 64t B, ’I'ÄS Mait ' », । Ährt w verlas * « kein Btto fr*”* Morgen vor uD. lnterbrechung beS Iwtntf durch bk 1 flNnbtr Weise. Die B-lschafter oer Tröffaung bei. "rnnaughl und der i Parlament eG rogen zu den aus. der Vertagung bei dlagen des Berliner die Unordnung in verwirrte Lage in I unmöglich; aber Dieselbe iß ent. den Wunsch, sreund- ßaus zu unterhalt«. B die Zeit nahe k ßellung der südasri- Zrothßandes in K> bett, einen gontö aste. znchnet die Behaus' >t 1863 ßallgrhabl! hea Legierung, ie> i® ÄabjfoiQ, aL Blatt fügt hch: i PnMche fe> tfit, tu covßM' reit Wremja", das ren rusßschen Les«' »gen. Die rusßschen Leser d°' Men Aegiemng «1 « SW »» ft reffe M«1 >tn Lüzm Lis« uni ßapl dn 6« d'° ill bisher angezem ßariser $nanl?' , finntt i* -v;‘S ^8 Hii «onoention 6og BriÄhht' bl' Ä** b« £,8"®lWtal ~ailf V-MiIW ■*» 20 J«hn, itrr.3 ta »P e'*"r, i-s-- B*t' ’St«»«!?! -'^. 'Jbcm500^ ' t ''' -•(*< '‘""“uff i' ■ AeUgebotenes. M804) Auf der Bergermühle bei Sich 'stehen Abzugshalber zwei dunkelbraune Stuten (fünfjährig) und ein hellbrauner Wallach (vierjährig), sämmtlich norddeutsche Race, ohne Abzeichen, gut gefahren, fehlerfrei und zu jedem Gebrauch geeignet, sowie ferner eine zweispännige und eine ein- fpännige Chaise zu verkaufen. Ltch, den 4. Februar 1880. Winbelm. h Ein schwerer Magen, noch neu, wird billig abgegeben. 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Haubach. tot Lenne-Lahn-Bahn einen ganz bedeutenden Umweg zur Einmündung in die Oberhessischen Bahnen macht. — Mit Vorstehendem glaube ich nachgewtesen zu haben, daß die Stadt Gießen in ihrer Vorstellung nicht locale Intereffen verfechten wollte. Zum Schluß möchte ich mir noch eine Bitte an die Großh. Regierung erlauben. Ich weiß, daß mit einem Antrag nichts mehr erreicht werden kann. Durch den Vertrag vom Jahr 1868, den Hesien mit Preußen abgeschlosien hat, ist eine Anzahl hessischer Beamten in den preußischen Staatsoienst getreten. Viele dieser Beamten sind schon bei der Erbauung der Matn-Weser-Bahn beschäftigt gewesen, sie sind in diesem Dienst alt und schwach geworden, sie haben ihre Gesundheit mitunter eingebüßt und sie werden, wenn jetzt keine Arnderungen beantragt werden, laut ves Vertrags von 1868 nach dem Pensionsgesetz von 1858, während die übrigen hessischen Beamten nach dem viel günstigeren Pensionsgesetz von 1875 behandelt werden. Es waren, wie ich nicht leugnen will, eine Anzahl der fraglichen Beamten bet mir und haben mich gebeten, ich möge der Regierung an's Herz legen, ob es nicht noch jetzt möglich gemacht werden könnte, daß auch für sie da« bessere Pensionsgesetz von 1875 in Anwendung kommen könne. Es macht dies bet 40 Dienstjahren eine Differenz von etwa 20 Procent. Ich kenne selbst eine ganze Anzahl btefet Beamten, die tm Dienste der Main-Weser-Bahn ihre Gesundheit rtngebüßt haben und bitte Großh. Heff. Regierung wiederholt dringend um Berücksichtigung der vorgebrachten Wünsche. Gießen, 6. Februar. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde Herr Gymnasiallehrer Dr. Naumann aus WormS einstimmig zum 1. Stadtpfarrer erwählt. Wir begrüßen diese einstimmige Wahl und wünschen von ganzem Herzen, daß sie der -evangelischen Gemeinde zum Segen gereichen möge. Gießen, 6. Februar. Kommenden Sonntag wird in Wenzel's Saalbau ein achter Sohn Ost-LsienS, der Chinese Arr You, eine Produktion geben, auf die wir schon ihrer Seltenheit wegen besonders aufmerksam machen wollen. Derselbe leistet nach Allem, was wir über ihn in den Blattern lasen, wahrhaft Staunenswerthes, namentlich im Mefferwerfen, Wafferschwenken, Meffer- und Etersptelen, Zauber- und anderen Jongleurkünsten, in Denen die Chinesen ja bekanntlich Meister sind- Arr You hatte im letzten Sommer auch die Ehre, vor dem Fürsten Bismarck und deffen Familie im Bad Kisfingen sich productren zu dürfen. Außerdem -steht ihm eine große Zahl der besten Zeugniffe über seine Leistungen zu Gebote, so daß deffen Production zu zahlreichem Besuche empfohlen werden kann. — Vielleicht schon im Laufe der nächsten Woche dürften wir wieder tm Besitze eine« guten Theaters sein. Herr Director Schubert aus Schweinfurt wird mit einer guten Truppe hier etntteffen und im Saale des Cafö Leib seine Vorstellungen beginnen. Hoffen wir, daß er u n s nur Gutes bieten und e r seine Rechnung finden wird. — Die „Volksküche" vertheilte heute 1033 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 130, 903 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Gießen, 6. Januar. (Herberge zur Heimath.j An einmaligen Beiträgen gingen weiter ^n und wurden gezeichnet: Don Seiner Erlaucht dem regierenden Grafen Otto zu Stolberg - Wernigerode, Vice- kanzler in Berlin 100 X, Prälat Dr. Simon dahier 30 X.*) A. St. 20 X, Postseeretar Meyer 5 X — SKit Dem in voriger Nummer aufgeführten Betrage zusammen 2706 X 30 Weitere Beiträge nimmt Kreisamts-Gehülfe Döring dahier entgegen. *) Die in voriger Nr. quittitten 5 X hat nicht Hr. Prälat Dr. Simon, sondern Hr. Superintendent Habicht in Darmstadt gegeben. Vermischte-. Falkenberg, 31. Januar. Heute starb zu Falkenberg (bei Homberg) der JSraeltt Mendel Tannenberg in dem seltenen Alter von 103 Jahren. Trotz Dieses hohen Alters mußte er doch gleich wie der Erzvater Jacob sagen: Die Zeit meiner Wallfahrt ist 103 Jahre und langet nicht an die Zeit meiner Väter; haben doch seine Großeltern das Alter von 108 und 109 Jahren erreicht Tannenberg, obgleich klein von Person, erfreute sich bis an sein Ende einer ausgezeichneten Gesundheit, noch fast aller Sinne mächtig, konnte er noch bis vor wenige« Wochen an den sabbatlichen Gottesdiensten Theil nehmen. Auch zeigte er ein noch reges Jntereffe am Geschäftsleben und fast jeden Abend ließ er sich von seinem vom Geschäft heim- gekehtten Sohn erzählen und sprach dann fast regelmäßig seine Verwunderung aus über die Preise jetzt gegen diejenigen zu Anfang dieses Jahrhunderts. Auf Befragen nach seinem Befinden anwortete er fast regelmäßig: „Es gefällt mir bald nicht mehr!" Seit einigen Jahren bezog Tannenberg ein jährliches Gnabengehalt im Betrage von 180 X aus der Chatulle Sr. Maiestät des Kaisers. Auch liefen in letzterer Zeit in Folge eine« Aufrufes des Herrn Land- rabviners Dr. Adler in Kassel zahlreiche Gaben hier ein, wofür nochmals den edlen Gebern herzlicher Dank ausgesprochen wird. Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 8. Februar. Ludwig Kroneberg, Neustadt. Karl Plank, Wolkengaffe. Gustav Eger, Lindenplatz. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde ?uGiesten. Gottesdienst: Sonntag den 8. Februar. Morgens: Pfarrverwalter Schöner. — Nachmittags: Pfarrer Schlosser. Mittwoch, den 11. Februar: PaffionsgotteSdienst in der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. (Der Zugang ist nur zum Schiff der Kirche gestattet. Die Texte der Gesänge sind bei Herrn Buchhändler Ferber zu haben.) Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 8. bis 14. Februar besorgt Pfarrverwalter Schöner. (811 empfiehlt Emil Fischbach 408) von 44. Der echte VERITABLE LIQUEUR BtiNäBICTINE Brevetee en Trance et a IEtraußer. haben, dieses (249 721) Eine Hofraithe, mitten in der Stadt, aus Vorderhaus, Nebenhaus und Garten bestehend, ist zu verkaufen. Auskunft ertheilt Herr Rechts-Anwalt Batst. Ä ßommissions-^ager \ fertiger \ ans der Fabrik \ MMl. C. König &. Ebhardt Hannover. Muslmrg 44. Fr* Seibel Mäusburg empfiehlt KafEee, roh, im Preise von Mk. 1 bis Mk. 1.60 per ‘/2 Kilo, sowie stets frisch gebrannten Kaffee ä Mk. 1.20 bis Mk. 1.80 per ‘/2 Kilo. unter Garantie für reinen Geschmack. Echter Benediotioer Liqueur der Benedictiner Mönche der Abtei zu Fecamp der beste aller Liqueure, vortrefflich stärkendes Verdauungsmittel. Zum Schutze gegen Fälschungen trägt Flasche äusser den Schutzmarken die Unterschrift des General-Direktors. _________________ Feinste Franks. Würstchen Vorläufige Anzeige. Dom 15. Iebruar ab Großer Ausverkauf von AL. Marx aus Wetzlar im Darmstädter Haus. 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Buchen-Sckettholz, 469 u Der Vorstand 810) 17 8 Gustav Gerhardt, 800) 100 49 Rmtr. Buchen-Stockholz. 752) Ranft. n 9*. Wagner. 784) Verantwortliche Redattion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gieße«. 146 162 98 If tt ff n tt tt 192 35 41 4700 100 6050 98 n tf ff n ti Schippen, Ketten, 10 317 8 31 5 76 10 4150 250 8 109 24 103 96 3700 48 B. Bau-, Werk- und 39 Eichen-Stämme mit 56,84 0,71 80,32 ist an n u m m e 148,3 4,6 2 Nutzholz: 13,85 Fstm. Buchen- und Eichen »Wellen, Etchenstämmevon 16—116Ctm. Durchmesser, von 4—13 Mtr. Länge, worunter sich Eichen herunter 12 Hainbuchen, sehr brauchbar für Müller Eichen-Schettholz, Buchen-Knüppelholz, Eichen'Knüppelholz, Buchen-Stockholz, Etchen-Stockholz, Eichen- resp. Buchen Scheit resp. Knüppel, Stock- und Resserholz. tf tr tt der Drr Jer 1858, gex Begonnen wird mit dem Stammholz im Weidenhäuser Gemeindewald. Groß-Rechtenbach, 5. Febr. 1880. Das Bürgermeister-Amt: Rmtr. H Wellen tt Wir 1878 Md 1 versteigert werden. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde im District Dorfwiese. Großen-Buseck, am 4. Febr. 1880. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Eichenstämme von 22—48 Etm. Durchmesser und 5—11 Mtr. Länge, Buche.stämme von 29—63 Etm. Durchmesser und 3—6 Mtr. Länge, Nadelstämme von 15—31 Etm. Durchmesser und 4—10 Mtr. Länge, Erl-nstämme von 21—34 Etm. Durchmesser und 6—10 Mtr. Länge. Gesangverein Liederkranz. Sonntag den 8. Jebruar c., Abends 8 Mr: flüenöuntertjaltunfl « Letti schen Saale Strangswtese. Gießen, am 31. Januar 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünshausen. Beuern, den 2. Februar 1880. Großh. Bürgermeisterei Beuern. 4«, 78*, 96. (67 Rau Radel 63,3 Eichen 3,2 Aspen 0,6 Köln-Gießener Bahn. Abfahrten von Gietzen nach: Holzversteigerunq. Donnerstag den 12. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeinde-Wald, District Dorswiese: 14 Eichen-Stämme von 5—18 Mtr. Länge und 20—92 Etm. Durch- Holzverfteigerung Montag den 9. Februar er., von Morgens 9 Uhr an, soll im Grüninger und Dorfgiller Markwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Holzversteigerung. Donnerstag den 12. Februar, von Morgens 9 Uhr an, soll in den hiesigen Gemeindewaldungen, DistrictHard, Steinesberg und Rothen- trisch nachverzeichnetes Holz versteigert werden: „ u. Nadel-Knüppel „ Erlen- u. Nadel- Stockholz, Buchen-, Erlen u. Nadel- Reiser, Mein Gefchäftslocal befindet fich von heute Ecke des Kirchen- und Lindenplntzes. Bekanntmachung. Dienstag den 10. Februar, Nachmittags von 1 Uhr ab, sollen auf dem Rathhause zu Langsdorf folgende Gegenstände: 8 Oefen verschiedener Sorte, eine Quantität Kroppen, „ „ Thür-, Thor-und Laden- Bänder, eine große Quantität Wagenbalken, eine Quantität Zimmerbecke und Aexte, „ „ Kuchenformen, Deutz 6", 12 4*3. Dillenburg 641, 12, 4ti, Siegen 641, 12, 4,«. Wetzlar 6*1, 8«, 10, 12, * bedeutet Schnellzug. 407) Empfehle Geschälte Victoria-Erbsen, Tbürtnger kleine weiße Bohnen, Heller-Linsen, von vorzüglicher Kochart. Fr. Seibel, Mäusburg. ein Zuber öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden. Hungen, den 4. Februar 1880. 802) Detzberger, Gerichtsvollzieher. Holzversteigerung. Donnerstag den 12. Februar, Vormittags von 9 Uor an, sollen in dem Beverner Gemeindewald, Dlstrtct Langenbruch und Burghain, folgende Holzsorttmente versteigert werden, als: Die Zusammenkunft ist im Ort. Ober-Bessingen, am 2. Febr. 1880. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessingen 745)_______Serth. Messer, zus. 20,84 Fstm., Buchen-Stämme zus. 10 Fstm., Rmtr. Buchen-Scheitholz, finden von 3—8 Fesirtz. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee von Dorfgill nach Garbentetch y4 Stunde von der Bahnstation Garbentetch. Der Anfang wird mit dem Brennholz um 9 Uhr gemacht, mit dem Bauholz um 11 Uhr im Fliegestellt bet Nr. 1. Grüntngen, den 2. Februar 1880. Großh. Bürgermeisterei Gröningen. Mein noch vorräthiges Lager in Wolltüchern, Cspuhen, Westen u. Hsndschuhrn verkaufe zu bedeutend ermäßigten Preisen. 491) A. Fangmann. Wrtlti»» Bekanntmachung 806) Die Holzversteigerung vom ü. Februar d6. Js. in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Absuhrschetne können vom 14. l. MtS. ab bei Großh. Rentamt Gießen in Empfang genommen werden. Die Ueberweisung d s Holzes findet Montag den 16. d. Mts. statt. Gießen, den 5. Februar 1880. Großh. Obersörsterei Schiffenberg. I. V. d. O.: Bücking, Forstaccesstst. Hostversteigerung in der König!. Oberförsterei Krofdorf. Montag den 16. d. Monats, Vormittags 10 Uhr anfangend, werden bei Wirth P. Theis auf dem Kirschwäldchen bei Wetzlar folgende Holzsortimente aus dem fiscalischen Waldort Stoppelberg öffentlich meistbietend versteigert : Distrikt 91, Schlag XV. Eichen: 1 Stamm mit 0,27 fm, 2 rm Knüppel, 4 rm Reiser. Nadelholz (Kiefern u. Fichten) 55 Stämme mit 41,43 fm, 7 Stangen, 6 rm Kiefern- Scheit, 5 rm Kiefern - Prügel, 10 rm Kiefern-Stockholz und 138 rm Reiser. Distrikt 94, Schlag XVIII. Eichen: 146 Stämme, mit 123,39 fm, 3 Stangen 107 rm Scheid, 46 rm Prügel, 418 rm Reiser u. 1 Kiefern-Stamm, mit 0,30 fm. Krofdorf, den 4. Februar 1880. Der Königl. Oberförster: 796)_______________Müller. e r. Wellen. 85 5670 4,9 180 Holzversteigerung. Samstag den 14. ds. Mts Vormittags von präcts 10 Uhr ab, soll das nachverzeichnete, unmittelbar zujammenliegende Holz aus den Waldungen von Klein-Rechtenbach, Vollnkirchen und Weldenhausen öffentlich versteigert werden: 43 Stchenstämme = 53,44 Fstm., 1 Nadelholzstamm = 0,06 Fstm., Bürger-Club. 727) Das auf der Karte unterm 8. Februar angesetzte Maskenkränzchen findet nicht an diesem Tage, sondern Montag den 9. Februar in dem auf der Karte bezeichneten Locale statt. Der Vorstand. Darmsta ^nNordkck i t-ksrs Blattes.) ^poltsweiler Frage, ob ii A" den Porzr erwartens W als in j 'illehr ist, wie t m teilweise, o immer w I-tzt-re ( 'Mdenen Ansn mit bestes S-L iw noch in' * tzri: ÄZZ »weiten ff-° Nuitat Si-nbfcN, Wellen Buchen-Reisholz, „ Eichen-Reisholz 765) Ein Mädchen sucht Stelle ads Ladenmädchen für hier oder auswärts. Offerten unter 765 durch die Exp. d. Bl. 775) 1580 c/M liegen gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________________ 791) Ein Dienstmädchen, mit guten Zeugnissen versehen, zu miethen gesucht. Näheres Frankfurterftraße E. 30y10. ilrtfmrrh billigst zu verkaufen bei jmilUUn Louis Rothenberger, 673) Neuenweg 193. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 9. Februar 1880, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Distrikten Strangswiese und Unterwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheich. Prügelh. Stockh. Reish. Eichen- „ Buchen-Knüppelholz, Eichen- „ Buchen-Stockholz, Eichen- „ WenzeFs Garten (Saalbau). Neu! Nur zweimal/ Neu! Sonntag den 8. Februar 1880: Zwei grosse Vorstellungen der berühmten original-chinesischen Künstler-Gesellschaft 815) (Akrobaten und Jongleurs ic.) Mr. und Miss Arr-You, Hof-Künstler Lr. Majestät des Kaiser» von China. Entree 30 Pfg. Kinder 20 Pfg. NB. Nachmittags 3*/2 Uhr: Kinder-Vorstellung. Abends TVa Uhr: Große Gala-Vorftellung für Erwachsene 3W Näheres Placate und Programme. Mustk vou einem Thetl der hiesigen Regiments-Musik. Buchen-Scheitholz, „ -Knüppelholz, Nadel- „ Buchen-Reifer, , Eichen- „ Nadel- „ und 142 Fichten- „ 10 Eichen-Stangen 1030 Fichten- „ «Ä"n fei, SÄ’ KL 776) Ein heizbares Stübchen mit Bell zu vermiethen. Wctzsteingasse A. 33. 762) Möblirres Zimmer nebst Schlafstelle zu vermiethen. _______________Flügelsgasse Lit. A. 87. 55) Laden mit Logis in der Mitte der Stadt zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl.____________________________ ~ 801) Ein Laden in bester Lage der Stadt zu vermiethen bei Gustav Gerhardt. im hiesigen D Desnleur ii Da' Sefunbtni grlti Wgtlauf« Dir <ä 5,50 „ 14 „ vermischte Anzeige». 807) Ein junger Mann mit guten Zeugnissen und besten Empfehlungen sucht unter bescheidenen Ansprüchen Stellung auf einem Comptoir. Off. u. A. Z. 1 an die Exped d. Bltts.____________________________________ Buchbinder-Mrling gesucht. (803)______Paul Adam. 812) Für eine hiesige Cigarrenfabril wird ein angehender Commis für Compt. und-kleinere Reisen gesucht. Schriftliche Offerten unter B. 24 niederzulegen bei der Exped. d. Bl._____________________________ 798) Ich suche einen Lehrlinge August ALröll^ Seltersweg. 813) Für ein Gasthaus wird ein ordentliches Mädchen, welches im Kochen erfahren ist, gesucht. Näh, bei der Exped. d. Bl. Jerrnietyungerr. 797) Eine Parterre-Wohnung, 4 bis 5 Zimmer mit Zubehör, auf Verlangen auch ein Mansardenzimmer mit angrenzendem Cabinet, beziehbar am 1. April, zu vermiethen. G. Volk am Ludwigsplatz. 486) Die seither von Herrn Gerichtsdiener Seitz innegehabte Wohnung, best. aus 5 Zimmern mit Zubehör ist zu vermiethen. C. Port, Pflasiermeifter, _________________ Lindengasse 229.______ 675) Ein Logis von 3 Zimmern zu vermiethen Näheres in d. Exp. d. Bl. 82) Möblirre Zimmer mit Cabinet aus sogleich billig zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl._________________________ 444» Eine kleine sreundl. Wohnung ist wegzugshalber zu vermiethen und alsbald beziehbar. Näheres Universitätsftraße 78'. Thealer-perücken jeden Zeitalters und Genre's in großartiger Auswahl, sowie Bärte und alle sonst. Haararbeiten billigst verliehen. 808)______Georg Petri, Scttcrsweg. Feuer! 595) An allen Orten werden Agenten für eine ein geführte Feuerv.-Gesellschaft unter günstigen Bedingungen angestellt. Adressen unter P. 8. 16 postlagernd Darmstadt erbeten._____________________ 674) Lumpen, altes Eisen, Zinn, Zink, Papier und Glasscherben kauft IjOiiiB Rothenberger, __Neuenweg 193._________ 724) Für einen Jungen von 12 Jahren wird ein Lehrer gesucht, welcher täglich zwei Stunden Unterricht ertheilen kann Mathematiker erhalten den Vorzug. Wo? sagt die Exped. d. Bl.___________