Mr. 232. Dienstag den 5. October isso. Krchener WWeW Mkize- mä AmiMit für iitn Kreis Gieße«. WiMtoru«! / Echulstr-tz- B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. PreiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohiu Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Amtlicher Hheit. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Vorstand des Gewerbhalle - Vereins in Darmstadt die Erlaubniß ertheilt, zu Weihnachten l. I. eine Verloosung von Industrie'Gegenständen abzuhalten und die Loose im Großherzogthum abzusetzen. Es dürfen höchstens 6000 Loose i 2 JC. ausgegeben werden und es sind mindestens 75°/0 des Brutto-Erlöses hieraus zum Ankäufe von Gewinn-Gegenständen zu verwenden. Gießen, am 1. October 1880. Großherzogliches Kretsamr Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Betreffend: Die Reinhaltung der Straßen und Plätze rc. in der Provinztalhauptstadt Gießen. Wir sehen uns veranlaßt, darauf htnzuweisen, daß nach dem Localreglement vom 10. November 1879 in den Wintermonaten (1. October bis 31. März) das Reinigen der Straßen rc. Dienstags und Donnerstags bis 10 Uhr Vormittags und Samstags von 1 bis 3 Uhr Nachmittags vorzunehmen ist. Gießen, den 1. October 1880. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius.1 Deutschland. m. Darmstadt, 3. October. Der Bcschwerdeausschuß der zweiten Kammer hat vor wenigen Tagen eine bereits im November 1877 von dem Gemeinderathe der Stadt Bensheim eingereichte Beschwerde in Betreff des historisch hochinteressanten Rinnen« Ihores in Bensheim berathen und darüber Bericht erstattet. Der Gemeinderath von Bensheim beschloß bereits 1876 die Niedcrlegung dieses Monumentes mittelalterlicher Baukunst; dieser Beschluß wurde von dem Kreisamte Bensheim auf Grund des Art. 47, Pos. 2 der Landgemeinde-Ordnung beanstandet und die Sache wurde so dem Kreisausschuß, dem Provinzialausschuß und dem Großherzoglichen Ministerium des Innern auf dem Wege des Recurses vorgelegt. Sämmtliche Behörden sprachen ihre Ansicht dahin aus, daß die kreisräthliche Beanstandung des Gemeinderathsbeschlusses gerechtfertigt sei. Der Gemeinderath von Bensheim behauptet in seiner Beschwerde nicht, daß das Rinnentbor keinen historischen Werth habe, hält denselben aber für nicht so bedeutend, daß er die Beibehaltung des Thores, entgegen dem Willen der Gemeinde, rechtfertigen könnte, zumal durch die Niederlegung der Gemeinde erhebliche Vortheile durch Schaffung von Luft und Licht und leichtere Verkehrsverbindung zwischen zwei Stadttheilen erwachsen würden. Der Referent des Beschwerdeausschusses, Abg. Wadsack, welcher die Regierung um ihre Meinungsäußerung in dieser Angelegenheit gebeten, erhielt von dorten die Antwort, die Regierung sei der Ansicht, daß der Beschwerde eine Folge nicht zu geben sein dürste. Die den Organen der Gemeinde durch die neuere Verwaltungsgesetzgebung gewährte größere Selbstständigkeit in der Verwaltung der Gemeindeangelegeuheiten könne nach dieser Gesetzgebung selbst keineswegs als eine unbeschränkte ausgcfaßt werden; die Gesetze bezeichnen vielmehr gewisse Beschlüsse des Gemeindevorstandes, die der Genehmigung der Aufsichtsbehörde zur Ausführung bedürfe. Dadurch aber, daß sie die Entschließung über die Genehmigung, falls der Kreisrath Anstand nimmt, sie zu crtheilen, den für die Selbstverwaltung der Kreise und der Provinzen constituirten Körpern, dem Kreis- und Provinzial-Ausschuß überweise, trage sie dem Grundsätze der Selbstverwaltung der Gemeindeangelegenhelten möglichst Rechnung Der Ausschußbericht citirt ein Schreiben des Ausschusses des historischen Vereins für das Großherzogthum Hessen an den Vorsitzenden des Kreis- Ausschusses des Kreises Bensheim. Derselbe erachtet die Erhaltung des Rinnenthores im Interesse der geschichtlichen und archäologischen Wissenschaft für unbedingt geboten. Dasselbe sei ein Theil der Vorstadtbefestigungen von Bensheim gewesen und dürfte seine gegenwärtige Gestalt im 15. Jahrhundert empfangen haben. Die Stadt Bensheim, e>nst hervorragend durch eure Fülle monumentaler Bauten, habe dieselben bis auf wenige eingebüßt und von diesen dürfe das Rinnenthor als das denkwürdigste bezeichnet werden. Es entstamme einer ehrenvollen Epoche der Geschichte der Stadt und lege Zeugniß ab von der Bauweise und dem architectonischen Geschmack der Vorzeit Bensheims und es trage gleich allen solchen unmittelbaren Erinnerungen einer vergangenen, viel Großes in sich bergenden Zeit seinen Theil dazu bei, die Hinneigung zur engeren und weiteren Heimath anzuregen und zu beleben- Hierzu komme das archäologische Interesse, da es keinem Zweifel unterliege, daß man in dem Rinnen- thore ein heute in seiner Art äußerst seltenes Bauwerk, den befestigten Auslaß eines Baches (des Winkelbaches) zu erkennen habe. Der Beschwerdeausschuß der zweiten Kammer beantragt auf Grund des vorliegenden Materials, der Beschwerde des Gemeinderaths von Bensheim keine Folge zu geben. m. Darmstadt, 3. October. Der Verein der hessischen Fortschrittspartei für Darmstadt und Besiungen wird auf Einladung seines Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Dr. Osann, Dienstag den 5. d. M. im Saale des Schützenhofes eine Versammlung zur Besprechung der Frage der Stellung des Vereins gegenüber dem Austritt verschiedener Reichstagsmitglieder aus der national-liberalen Fraction abhalten, zu welcher Freunde der national-liberalen Partei eingeführt werden können. — Der Leiter der Ausgrabungen zu Olympia, Herr Professor E. Curtius, weilt seit einigen Tagen zum Besuche seiner Tochter, Frau Professor Lepsius, in unserer Stadt. Derselbe regte bekanntlich 1852 nach mehreren wenig erfolgreichen Expeditionen von Engländern und Franzosen den Plan zu Nachgrabungen von Neuem an, dessen Verwirklichung endlich in unseren Tagen vom deutschen Reiche aus, nach Vereinbarung mit der griechischen Negierung, in Angriff genommen worden ist. Die Ausgrabungen begannen im October 1875 unter Leitung von E. Curtius und Baurath Adler, als nächstes Ziel die Bloßlegung des Zeustempels verfolgend, und sind seitdem mit überraschend günstigem Erfolge fortgesetzt worden. Berlin, 1. Octbr. In einer Rede, die der Reichstags-Abgeordnete Graf Wilhelm Bismarck, dieser Tage vor seinen Wählern in Mühlhausen gehalten, ist das Beachtenswertheste wohl die Stelle, worin er sich über die Steuerreform ausspricht. Graf Bismarck wies zwar die Vermuthung zurück, daß in Folge seiner persönlichen Verhältntffe seinen Mttthetlungen ein osficiöser Charakter tnnewohne, allein „gute Informationen" wird mau ihm doch immer zutrauen dürfen. Der Redner meinte, hundert Millionen Mark neuer Steuern würden zur Erreichung des angestrebten Zieles der Entlastung an direkten Steuern noch nöthig fein, und will diese Summe in erster llnie durch die längst bekannten beiden Steuerprojecte aufbringen, die Stempelsteuer, die hinsichtlich der Börsensteuer noch etwas höhere Sätze als die der früheren Vorlage vertragen könne, und die Erhöhung der Brausteuer. Dagegen sprach sich Graf Bismarck über die Erhöhung der Branntweinsteuer in einer Weise auS, die, wenn seine Ansichten mit denen des Reichskanzlers überetnstimmen, wenig Aussicht eröffnet, daß auch diese Steuer dem Reichstag vorgeschlagen werden soll. Der Redner meinte, der Branntwein sei jetzt schon unverhältntßmäßig hoch besteuert; im Nothfall könne man vielleicht später einmal auf das Project zurückgreifen. Nachdem noch jüngst Herr v. Bennigsen die höhere Belastung des Branntweins als Bedingung für eine neue Brausteuer bezeichnet, und nachdem man bis tief in's conservattoe Lager hinein die Gerechtigkeit und Nothwendigkeit dieser Maßregel anzuerkennen begonnen hat, ist es nicht erfreulich, diese populäre Steuer, für die sich so zahlreiche wirthschastliche und moralische Gesichtspunkte geltend machen taffen, jetzt wieder so kühl abgewiesen zu sehen. Wenn der Abgeordnete für Mühlhausen ferner die Regierung gegen den Vorwurf in Schutz nimmt, daß sie das Versprechen einer Steuerermäßigung nicht gehalten habe, indem er fragt: wie man alte Steuern erlaffen könne, wenn der Reichstag in den letzten Sessionen die vorgelegten Steuerprojecte zurückgewiesen habe, so vergißt er dabei ganz die Bewilligungen des vorigen Jahres, des neuen Zolltarifs und der Tabaksfteuer. Die Ueberzeugung, daß in der Steuerfrage jetzt endlich ein Weg etngeschlagen wird, der diese so lange schwebende Angelegenheit zu einem befriedigenden Ziele führt, wird man aus den Darlegungen des Grafen Bismarck nicht gewinnen können. Berlin, 1. Octbr. Dem „Tagebl." zufolge verlautet, daß Bismarck die geplante Arbetterversicherung durchaus unter Garantie und Aufsicht des Reichls stellen und jede Privatverstcherung ausschließen will. Geheimrath Tiedemann ist zu legislatorischer Vorarbeit ausersehen. — Der bayerische Gesandte beim Qutrtnal, Freiherr von Bibra, ist vorgestern plötzlich in Perugia gestorben. — Die neue Instruction des französischen Admirals in Ragusa geht dahin, im Einvernehmen mit den Mächten zu bleiben. — Der „Nat.-Ztg." zufolge hätte der König von Sachsen von Anfang an die Einladung des Kaisers zum Dombaufest acceptirt. Zu hoffen sei, daß die Mehrzahl der deutschen Souveräne den Kaiser in Köln umgeben wird. Berlin, 2. Octbr. Eine kaiserliche Verordnung aus Baden-Baden vom 29. September beruft den Bundesrath zum 20. October ein. Berlin, 2. Octbr. Einer Mitteilung verschiedener Zeitungen gegenüber kann die „Nordd. Allg. Ztg." versichern, daß der Erhöhung der Brannt- weinsteuer in dem Staatsministerium keine prtvcipiellen Bedenken entgegenstehen, an eine solche aber nur gedacht werden kann, wenn gleichzeitig die dtrecten Steuern den indirecten soweit Platz gemacht baben, daß die zwei- und dreifache Besteuerung des Grundbesitzes wegfällt. — Die „Elsaß-Lothr. Ztg." meldet die heute Mittag erfolgte Ankunft des Staatssecretärs Hofmann mit Familie. Außerdem veröffentlicht das Blatt eine Anzahl Ordensverleihungen an den Präsidenten und die Mitglieder des Landesausschusses bezw. des Staatsrathes. Hesterreich. Wien, 2. Octbr., Nachm. Das Einverständnis ber Mächte betreffs der DulcignoAffaire dauert fort. Maßnahmen, welche ihr« Natur nach eine allseitige Billigung nicht hätten finden können, sind bis jetzt von keiner Seite in Anregung gebracht worden. Nagusa, 2. Octbr. Die russische Corvette „Zemack" ist nach den albanesischen Gewässern abgesegelt behufs Recoguoscirungrn. Der Zuzug von Albanesen nach Dulctgno dauert fort. Riza Pascha hat die Einwohner von Dultigno erfolglos aufgefordert, ihre Familien zu entfernen, um sie vor einem Bombardement zu schützen. Die Stimmung ist sehr erregt und kampfbereit. Montenegro forderte die albanesischen Kaufleute in Cettinje und Rika auf, ihre Geschäfte zu schließen und sich zurückzuziehen. Die Albanesen erheben durch den türkischen Lonsul Entschädigungs-Ansprüche. Krankreich. Paris, 2. Octbr. Die „Agence Havas" meldet aus Konstantinopel: Demnächst wird eine türkische Note abgesendet, welche die Uebergabe von Dul- ctgno anbietet gegen das Aufgeben der Flottendemonstration, spätere Regelung der Frage und Erhaltung des Status quo im Osten deS Sees Skutari; die Note verlange ferner eine Frist von 2 Monaten für Regelung der griechischen und von 3 Monaten für Regelung der armenischen Frage. Pari-, 2. Octbr. Die für Sonntag beabsichtigte von Rochefort betriebene Kundgebung gegen die Flottendemonstration erhielt nicht die Genehmi- gung der Behörde. England. London, 2. Octbr. Eine Schachtel mit einer beträchtlichen Menge Schießbaumwolle und Zündhütchen, sowie ein Kautschuckschlauch wurden am Donnerstag Abend in einer Vorstadt Londons, in Brook Green, gefunden. Die Polizei stellt Erhebungen an. Man legt der Affatre keine große Be- deutung bei. Dublin, 2. Octbr. Der Vicekönig hat eine Belohnung von 1OOO Pfd. Sterl. für Ergreifung des Mörders des Lord Mounthmoris ausgesetzt und allen Mitschuldigen volle Amnestie zugesagt, welche Mtttheilungen machen würden, die zur Verurtheilung des Mörders führen könnten. Staken. Nom, 2. Octbr. Eine Encyklika des Papstes dehnt das Fest der Slavenapostel Cyrill und Methodius auf die ganze katholische Kirche auS und bestätigt den von PiuS eingesetzten Festtag vom 5. Juli. Die Encyklika erm- nert an die diesbezüglichen Bitten mehrerer Bischöfe an die Concile, verweist auf die veränderte politische Lage mehrerer slavischer Länder, erzählt die Geschichte des Apostolates dieser Heiligen in Bosnien, der Herzegowina, Bulgarien, Serbien, Galizien und Rußland und gedenkt der Sorgfalt des Papstes für die slavtschen Länder. Der Papst dankt der Vorsehung für die Gelegen- hett, den slavischen Ländern seine väterliche Zuneigung bekunden zu können. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau. Paris, 3. Octbr. In der Wohnung deS Seinepräfekten ist gestern Abend eine anscheinend erheblichere Feuersbrunst ausgebrochen; über den Umfang des Feuerschadens ist Näheres noch nicht bekannt. — Das Verbot des Meetings gegen die Flottendemonstration soll erfolgt sein, weil die Veranstalter derselben den gesetzlichen Erforderntsien für Abhaltung einer öffentlichen Versammlung nicht entsprachen. Antivari, 3. Octbr. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge sind 620 Skutartsten und 180 mohamedantsche Mittel-Albanesen, sowie 220 Dibra- ner in Dulcigno etngetroffen; dagegen soll daselbst kein einziger Malsowe oder Mtrtdtte sein, da erstere in Tust stehen, während letztere mit der albanesischen Liga gespannt sind. Die Zahl der Albanesen in und um Dulcigno dürfte 4000 keinenfalls übersteigen. Die Zahl der Türken schätzt man auf 6000. Wien, 3. October. Die „Montags-Revue" schreibt: Wenn die Pforte einigermaßen Ernst mache, ihren Verpflichtungen nachzukommen, würden auch die Mächte es an billigem Entgegenkommen nicht fehlen lasten. Man habe überall die Empfindung, daß selbst der Feuereifer des Ministeriums Gladstone abgekühlt sei. Nichts dränge zu einer Ueberstürzung der orientalischen Frage. Allerdings sei es möglich, daß im Falle der Weigerung der Pforte die von Gladstone zuerst angeregte Verschärfung der Pressionsmaßregeln nicht die Billigung und Betheiligung anderer Mächte fände. Allein die Auflösung der europäischen Verständigung geschehe dann nicht in -dem von der Pforte angeftrebtem Sinne, denn England würde kaum ohne Bundesgenosten bleiben. — Nach der „Montags-Revue" wird der Reichsrath auf den 22. November einberufen. Paris, 3. Octbr. Der Ministerpräsident Ferry hatte beute Vormittag eine längere Unterredung mit dem österreichischen Botschafter Beust. Gestern hatte Barthelemy St. Hilaire eine Besprechung mit Lord Lyons. — Die „Agence Havas" meldet aus Gravosa: Das französische Geschwader segelt morgen nach der Bucht von Cattaro. Admiral Seymour geht morgen auf der Pacht „Helikon" über Cattaro nach Cetttnje. New-Uork, 3. Octbr. Einer Depesche aus Panama zufolge sollen die Peruaner das chilenische Kriegsschiff „Govadonga" im Fluste Chancay durch einen Torpedo zerstört haben. Lokales. Gießen, 4. Octbr. Im Monat Septbr. wurden von der Schutzmannsckaft Anzeigen erstattet : Wezen schädlicher Ausdünstung 13, LebenSmtttelsälschung 0, bösartiger Thlrre 3, sonstige Sanitälspolizci 0. Sicherheitspolizei: Bettler 42, Obdachlosei, Trunkenheit 3, Ruhestörung 55, Diebstahl 8, Betrug und Unterschlagung 2, schwere Körperverletzung 4, Verstoß gegen das Melbewesen 8, sonstige Sicherheitspolizei 35. Ferner tm Interesse der Sittenpolizei wegen Thierquälerei 5, gegen Prostitutrte 5, wegen Störung der Sonntagöfeter 2, wegen Uebeihetung der Feierabendstundc 10, sonstige Sittenpolizei 5. Gewerbepolizei: Falsche Maße und Gewichte 6, Droschkenordnung 8, D'enstmannsorvnung 0, sonstige Gewerbepolizei 2. Straßenpolizei: wegen unterlaßener Straßenreintgung 6, Fabrordnung 17, sonstige Straßenpoltzei 27. Baupolizei 6, Feldpolizei 11, Steuerdefraudation 10. Arretirt wurden: 42 Bettler, 5 Obdachlose, 1 Scandalsüchtiger, 7 Betrunkene, 2 Prostttuirte, wegen Widerstand 0, wegen Diebstahl 2, 1 wegen Betrug und Unterschlagung, sonstige Verhaftungen 2, auf Requisition 9, Scbulkinder 0 Ferner hatte die Schutzmannjchaft nachfolgende Besorgungen auszuführen: Sie hatte 58 Ladungen zu bestellen, 196 Briefe auszutragen, 48 Steuerzettel zu befördern und 122 Anforderungszettel zu tnsinuiren. An Jmpfpflichtige wurden 2 und außerdem noch sonstige 12 Meldungen besorgt. Umfragen bei sämmtlichen Goldarbeitern, Uhrmachern und Händlern wurden 12 gehalten; außerdem hatten 25 Vernehmungen bei Gericht zu erfolgen. Nachdem noch 125 Verfügungen, 59 Ermittelungen, 42 Ausschretben und Trans- portpapicre zu besorgen waren, schließt der Bericht mit 8 Vorführungen tm verflossenen Monat. — Kiepen, 4. October. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in einem Hause tm Gartfeld ktngestiegen und mehrere Kleidungsstücke gestohlen. In derselben Nacht mußten in der Lindengafle mehrere Ruhestörer, worunter sich auch Soldaten befanden, nottrt werden. Bei derselben Gelegenheit scheint auch die Dekoration vor dem Frankfurter Hof den Ruhestörern tm Wege gewesen zu fein, denn was der Wirth E- Schmoll mit Mühe und Kosten aufbaute, tag gestern Morgen auf der Erde. — Gestern Mittag schlugen sich in der Babnhofstraße zwei Bahnbedienstete, das Gleiche thaten Abends zwei junge Herren in der Marktstraße. In beiden Fällen ist seitens der Schutze Mannschaft Anzeige erhoben worden. — Ein Soldat und noch ein junger Mann von Gießen wurden in vergangener Nacht abgefaßt, als sie sich mit dem Zertrümmern einer Straßenlaterne beschäftigten; auch wurden außerdem noch diverse Herren wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung nottrt. Bemerkt wird, daß der junge Mann, welcher die Laterne zerschlug, schon einmal wegen demselben Vergehen in diesem Sommer vom hiesigen Schöffengerichte zu 70 JL und den Kosten verurtheilt wurde. — Einem Wirthe auf dem Linbenplatze wurde beute Nacht eine Fahne hcruntergeriffen und fortgeschleppt. — Einen ausführlicheren Bericht über das Stiftungsfest unserer frei«, städt. Feuerwehr werden wir demnächst veröffentlichen. Schon heute können wir die Versicherung geben, daß das Fest in allen seinen Thetlen als ein gelungenes zu verzeichnen ist. Vermischtes. Darmstadt, 1. October. sPost-Personal-Nachrichten.) Ernannt ist der com- missarische Ober-Postdirector, Postrath Hagemann in Darmstadt zum Ober-Postdirector. Versetzt sind: Der Poftkassirer Heft von Darmstadt nach Frankfuit a. M-, die Ober- Postdirectionssecretaire Görke in Berlin nach Darmstadt und Pfähler in Darmstadt nach Frankfurt a. M-, die Postsecretaire Venus in Gidßen und Schrader in Mainz nach Darmstadt und der Telegraphensecretair Wiesner von Mainz nach Magdeburg. In den Ruhestand ist getreten der Postsecretair Weller in Worms. Handel und Verkehr. Frankfurt, 2. October. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. JL 3.00—4.00, Stroh 3.00-0.00. Butter das Pfd tm Großen 1. Qual. JL 0.90—00, 2. Qual JL 0.85—00, tm Detail daS Pfd. 1.20—00, 2. Qual. JL 1.10—15. Eier das Hundert ital. JL 8.00, deutsche Eier 6.00 vtL OchsenfleNch per Pfund 65—70^, Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45—60 H, Kalbfleisch 45—55 Hammelfleisch 45—65 Schweinefleisch 75 80 ein Hahn JL 1 80 bis 2.20, ein Hutm JL. 1 80—2.30, eine Ente JL 2.50-3.00, eine Taube 45—50 H, Gans JL 5.00—6.00, Hasen das Stück JL 3.50—4.00, Feldhuhn JL 1.00-1.50, Rehbock das Pfd. 75—80 ,5), Kapaunen Jt 0 — 0.00, Wälscher Hahn JL o—0. Kartoffeln 100 Ko JL. 5.50—6, Kohlrabi 5—8 H, Blumenkohl 1 St. 40—80 H, Wirsing 00—0 Gelberübcn 1 Bund 10—15 H, Zwiebeln 1 Bund 6 H, Sellerie das Stück 6 Meerrettig 1 Stück 00 -00 Spargel das Pfund 00—00 H, Romain-Salat 30 00 H, Endivien 8—10 Rothkraut 15—00 H, Weißkraut 15—20 H, Artischoken 50 H, Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 Etr 10—14 Gurken das Hundert J4‘O.5O—1.50, Essiggurken das Hundert 00 H. Temperatur in (gieren. September 1880. Niederste..........q- 1,3 o R. Mittlere..........4-11,66 „ Mittel früherer Jahre........4-10,91 „ Höchste...........4-23,5 „ Niederschlag an 15 Tagen.......1,76 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 12 Tagen - 1,79 „ Berichtigung. — In der Besprechung des „Geometrischen Planes der Provinzialhauptstadt Gießen" in voriger Nummer sind zwei sinnentstellende Druckfehler unterlaufen, welche hietmit berichtigt werden. Statt „umständliche Karre" ist zu lesen „inhaltreiche Karte". In der 12. Zeile von unten haben die Worte: „Straßenanlagen bis Denkmäler re " zwischen Klammern zu stehen, so daß sich der Nachsatz auf die „bauliche Entwickelung" bezieht. Main-Weser-Bahn. 6502) Der am 18. September er. stattgefundene Verkauf alter Bahnschwellen Ist genehmigt worden. Gerhard, Bahnmeister. Montag den 18. Oktober, Vormittags 11 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgcricht die Hof- raithe des Tapezier Heinrich Bepler, dahier, als: Flur. Nr. Mir. 27 139/6o 519 Hofraithe in der Stefans- mark, 27 139/65 254 Grabgarten daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. September 1880. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5801) Müller. Ieikgeöotenes. Einmachfässer in jeder Größe empfiehlt (6471 Carl Hell) Schloßgaffe. Allgemeiner Anzeiger. Blütlienmehi per Pfund 24l Pfg., offerirt (6507 Carl Schulze II., Neue Baue. Strickwolle bester Qualität, wobei eine große Parthie zu außergewöhnlich billigen Preisen empfiehlt (6508 _____Carl Hoffmann. 6413) Eine größere Steinfammlung mit schönen Versteinerungen billig zu ver- kaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Engi. Bückinge zum Rohesten eingetroffen 6440) 6g. Wilh. Weidig. Zu verkaufen. Ein Wohnhaus mit Bleiche, an der Lahn gelegen, ist billig zu verkaufen durch 5882)___I. Blitz. Trockenes Brennholz empfiehlt (6255 S. Katzenstein, Holzhandlung. Zn habeninallenColonial-n. Material waaren-Handlungen. Unentbehrlich in Jedem Haushalte. Blendend weisse Wäsche ohne ___________Bleiche! , stanae y^y ist und y^7 von Qllen bleibt: schädiichen /c$^/ Substanzen! Das beste u. billigste yc^/7 Mittel z. Waschen /'&// und schnellen Reinigen al- / Ty1 ler Gegen- Neue marinirte Häringe per Stück 12 Pfg., bei (6212 C. Roth, Neue Baue. Regulir-Füllofen, Wormser Ofen, Patent-Kochherde in schöner Auswahl empfiehlt (5404 A. Kröll. Stets frisch gebrannten reinschmeckenden TTa-FFmi per Pfd. Mk. 1,30, AAUWW 1,80,1,70 und 1,90 empfiehlt (6167 Robert Stuhl, ____Markistraße 23._______ 5851) Eine Hofraithe, bestehend aus Wohnhaus, Nebenhaus, Scheune und Stallung, Hosraum und Garten, zu jedem Geschäft geeignet, in sehr schöner Lage gelegen, preiswürdig zu verkaufen durch __3 Blitz. la. neue Häringe, marinirte Häringe, Sardinen, Salz- und Essiggurken empfieblt (6429 Rud. Göbel. 6415) Eine Obstleiter, eine Stehleiter und ein Schubkarren billig abzugeben. __Vit. C. 104. 6286) Wagen Decken aus impräg- nirtem Segeltuch empfiehlt Louis Senner. Gebrauchte Decken werden wieder neu imprägnirt und wasserdicht gemacht. IW * * <5v u 2 o Zn der Garten wa'i M Dasselbe enlhä Säugethien linge und au Gallerte M fine Sammlr Völker, Ha Täglich i Besuch grölet Avis! Käser und Sä weiden. Muj 6446) 6497) \ Veränderungen 'Wsühlt sind, Wer, reiner W vvrrälhig, N Dani Stoa turei bil Uh6( Jbtn w fpt, reellen Preise zu verkaufen 6077 Docter & Katz, Seltersweg, Gießen (rses H. Flatow. 6446) empfiehlt billigst © +> o srchMziq qUN 3)131 -UNSj ' 3)13® et- 45—60 4, Halbem Hahn X t 80 45-50 j), GanS «ehbvck dab M iKi Ro. X 5.50-6, ®tlbrriibtn t Bund Stück 00-00 H, -10 5|. «otbhiut H H, Söhnen 1 Ktl it oo 4. Jas Neueste in Damen- und Mädchen-Filzhiiteii-Fayoiis, Stoffen, Sammet, Pelusehes, Huttourni- turen, sowie besonders große Auswahl in Federn, . 1,3 ’K. -11,66 , -10,91 , b23,5 1,76 Par. 3oIL 1,79 » (6504 A^Fangmann. Danksagung 6565) Allen, welche bet dem uns so hart betroffenen Verluste unseres unvergeßlichen Töchterchens Eleonore liebevoll zur Seite standen und demselben die letzte Ehre erwiesen, sowie so reichliche Blumen spendeten, sagen hiermit den herzlichsten Dank Schutzmann Hinter und Familie. In der großen eigens dazu errichteten Bude auf dem Oswald'schen Garten während der Woche vom 3. bis 10* «Oct. dahier ist zu sehen: Musee Variete, Dasselbe enthält tausende von naturhistorischen Seltenheiten: überseeische Säugethiere, Vögel, Amphibien und Fische, Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten, Muscheln und Korallen; ferner eine Gallerie Menschenraeen, Mumien, Kunst- und Mustkwerke, eine Sammlung Kriegs- und Bekleidungsgegenstände wilder Völker, Haus- und LuxuSgegenstände aller Art. Täglich von Morgens 10 bis Abends 8 Uhr zum gütigen Besuch geöffnet. Entree So Psg., Kataloge 13 Pfg. Avis! Liebhaber mache ich ergebenft darauf aufmerksam, daß exotische Käfer und Schmetterlinge, Korallen, Antiquitäten rc. verkauft oder umgetauscht weiden. Muscheln und Korallen für Aquarien sehr billig. Wegen Gescpästsveränderung empfehlen wir einen Posten reinwollene Buckskin-Knaben - Anzüge, neueste Fayon, von 6 Mark an, in Halbwolle von 3,50 Mark an. Buckskin-, Kammgarn-Cheviot-Winter-Anzüge gfur Herren, von 22 Mark an, in gediegener, solider Arbeit. Ueberzieher für Herren, in den neuesten Stoffen und Fayons, von 12 Mark an; desgleichen für Knaben staunend billig. Schlafröcke in guten Stoffen und schöner Ausstattung, von 12 Mark an. Jaguets, Sackröcke, Joppen, Hofen, Westen, in den neuesten Fayons und modernsten Stoffen, außergewöhnlich billig. Die neuesten Damen-Winter Paletots, Havelocks, Jaguets rc., sowie Regenmäntel in allen möglichen Stoffen, Farben und Faeons, zu auffallend billigen Preisen. Ebenso findet ein Ausverkauf unseres Scliiiti- und Stiefellagers zu Fabrikpreisen statt. Durch außergewöhnlich vortheilhaften Einkauf ist es uns möglich, vorstehend bezeichnete Waaren 3OpCt. unter dem IhaultfloM AW de hiermit bmchltz Karte" 3"N! • zwilchen Alainum Für Wirthe. 6497) Unterzeichneter erlaubt stch die Herren Wirthe auf die neuesten Veränderungen an den Bierapparaten, wie solche durch Gesetz in ganz Preußen eingrführt sind, aufmerksam zu machen. Dieselben garantiren außer Zuführung frischer, reiner Luft, auch die absolute Trockenheit des Luftkeffels. Apparate stets vorrälh'g. FF. Schaffstädt, Metallgießer. Danksagung. 6500) Allen Denen, welche unseren unvergeßlichen Gatten, Vater, Schwieger« und Großvater Joh. Peter Schwarz, Csnzlkidiener, zur letzten Ruhestätte geleiteten, sowie für die zahlreichen Blumenspenden unseren innigsten Dank. Gießen, den 3. Oktober 1880. Die trauernden Hinterbliebenen. juno 4 /"he- S' kei «Ai S n ?f: l.4fol9mbe / 1 SäS ».“SS lm ‘"N-nn ÄS 11 mlt Mühe unb "stitk, ba8 (S[e|4, ffltenfi drr Stfyuj 6er8«naener Dfaft «n; aud; wutboi '• Bemerkt wird "lilben Vergehe» »nurtheilt wurde. nt hnuntergeriffen Bl T'u.rwehr imeninj 9tbtn, drtz ^-**^**Ä*^* ^*^^^^M?,*^^^^**1***^*Ä ^**^^^**^to^**^^ ff § Docter & Katz, Seltersweg, Gießen. $ k6 Ä ^vöu-yi-M MJioit ydiopnu ua|)ai& uatitiiniq nk aj^ajctiud ^uojOMds-pnof«*! s^eAejtSsnpi udqudjd^ia udßb}Q)9 uaösgunv uapvaz «rZ s-gv laqn 'uatioYaq i}iu uoa ach;am ^uawapgz lapia qun aqighagivsiusqargz uagPgh i»q jp^in lnvz *a)($ •a^AVHHAS-ASSA.3 in u. außer Abonnement. 6496) Apfelkraut, Zuckersyrup, feines Obstgette bei Emil Pistor. Akademischer Gesangverein. Die Proben zu dem im nächsten Monat stattfindenden Kirchenconcert beginnen ausnahmsweise schon am Donnerstag den 7. Oktober er., Abends *1 Uhr, in der kleinen Aula des neuen Unioersttätsgebäudes. Anmeldungen neuer Mitglieder nimmt der akademische Mustkdirector bis zum 7. Oktober in seiner Wohnung, Nordanlage 1167 II., täglich von 8—9 Uhr früh, später im UebungSlocal am Montag und Donnerstag von 7—9 Uhr entgegen. «490) Der Vorstand. ■ W(- t Stuhl' \xW* S'." 't» (6«’ Tokles-Anzeige. 6494) Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann Daniel Moog, Rentner, nach kurzem Leiden im Alter von 64 Jahren am 2. October Morgens 3/<9 Uhr sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Die trauernde Gattin G. Moog. Mittagstisch. Restauration Fr. Lony, 6418) Marktftraße._____ Sommersprossen Scffc bei Gustav Gerhardt, 4013) Lindenplatz. eblt Cöln - Giessener Eisenbahn Fahrplan der Personenzüge vom 13. Oktober 1880 ab Königliche Direction 6503) Der Ausverkauf lllTffll- f KinMItMH 'S 6083) X geschlossen (6492 XXXXXXXXXXXXIXXXXXXXXXXXXX uickc'S Schulbuchh«»dUrvM in Leipzig, sowie durch jede Buchhandlung 8*'H, IVM/.v . in Gießen. (5865 VerarstworUicke Redaciio»: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüjhl'schen Univ^Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen. Emil Schmall fm frankfurter Hof. Jermiethungen. 6499) Zwei kleine moblirte Zimmer zu vermietbeu.__________Lindenplatz A- 242. Bemerkungen. Die eingerahmten Zahlen bedeuten die Nachtzeiten von 6 Uhr Abends bis 550 Morgens. — Wegen der Anschlüsse an die benachbarten Bahnen und der Abfahrtzeiten von den Zwischen- Stationen wird auf den Plakatfahrplan verwiesen. Köln, 30. September 1880. Zum Nn-cnhos. Vorzttgl. IJltitsslisrh | in u. außer Abonnement. Zu vermiethen moblirte Zimmer, auf Verlangen auch mit Kost. >6401) Rothenberger, 63plan8g2886. 6267) Ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen. Sonnenstraße B. 59. rLxrettrrrrrrZtzIrrermm«ZrnrmrmrrsmKR x x l’it A6« 6422) Eine der leistungsfähiasten GaS- und Flammenkohlen-Zechen des Gelsenkirchener Reviers sucht für Gießen und Umgegend einen durchaus routinirten, mit der Kundschaft vertrauten und tüchtigen Vertreter. Offerten unter 8. 2799 befördert Ru dols Mosse in Frankfurt a. M. Dar« fr. 24)