lUt'j Slr. 207 Erstes Blatr. Sonntag den 5. September isso r«l|< r Abemig. «Ubactixm«6ureaut l K ]S *rpeditt»«Sbur«a»r / Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohs^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 (573t °°° tintig : «S**- ■ kcheffl. ' | heilige. - ®ö9ner. ■ P Atnl. " hnrri Gramer. * J Sattl. » Sram>. » Darr. Septbr.: A, (5751 ien WMslh". Teptbr.: •Mm iten &aate$, (5726 lang* iqMhtr: Wm . Runge- (wirthsch. s. Cassel Sdilofit zu Hanau, „Feld-, toten: xö , Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—6, Zwiebeln P- Ctr. J4 6 7.00, Milch per Liter 16 und 18 H. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen - Vom 28. August bis 3. September 1880. Aufgebote. September. 1. Landwirth Wilhelm Roth I. von Langsdorf mit Elisabeth Müller, Tochter des verst. Bürgermeisters Johann Kaspar Müller von Birklar. Eheschließungen. September. 3. Wirth Hemrick Bräuning, Wittwer, von Odenhausen mit Katharine Dorothea M-.chel, geb. Bell, Wittwe des Aufsehers Paul Michel von Staden. Geborene. _, . . Auaust. 23. Friedrich, Sohn deS Genßdarmen Philipp Schwarz. 25. Dem Schmudc- meistcr Johann Kaspar Heß ein Sohn, Ludwig A-bert. 24. Ein Sohn, Carl ®Wtan- von auswärts. 24. Ein Sohn, Carl, von auswärts. 27. Dem .Holzhandler Jacob Wagner II. ein Sohn, Ludwig Hermann. September. 1. Dem Taglohner Christian Alt ein Sohn. August. 28. Dem Stetnhauer Johann Joseph Wolf ein Sohn. Gestorbene. August. 27. Friedrich Ludwig Karl, 1 Jahr alt, Sohn des Schreinermeisters Junus Seck. 27. Elisabeth Noll, geb. Getßlcr, 62 Jabre a.t, Wittwe des Oeconomen Conrad Noll II 26. Wagner Hemrick Faust, 43 Jahre alt, von Engclrod. 28. Arrguste, 19 Jahre altz Tochter des Oeconomen Christian Weber von Londorf. 2*. Louis Karl, 11 Monate a't, Sohn oe« Cigarrenmachers Louis Reuter. 29. August, 2 Monate alt, Sohn des Fuhrmanns Luow.g Leukel. 31. Elisabeth Karoline Christine Margarethe, 2 Jahre alt. Tochter dcs Backermersters Luvwia Kroneberq. 3l. Sophie Eberhart, geb Nispel, 45 Jahre alt, Ehefrau des Rentners Heinrich Eberhart. 31. Gustav, 3 Jahre alt, Sohn des Arbeiters Melchior Wadenphuhl. September. 1. Wilhelm Rinkler, 69 Jahre alt. Auszug aus den Kirchenbüchern der StM Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte Den 29. August. Dem Kürschner Gcorg Schultheiß eine Tochter, Emilie Hermine »erben j„ St leifditn 5 nügend informirt tst, wird er zum Angriff übergehen. Der Gesundheitszustand der Seplbr.,^Abends. Oberhaus. Unterstaatssecretär Enfield verliest eine Depesche solgenden Inhalts: General Roberts hat Ayub Kqan S Streitkräste angegriffen und zerstreut unb 27 Geschütze genommen. London, 3. Septbr-, Abends. Unterhaus. Lawson kündigt für morgen die Anfrage an, ob die Regierung dem Parlamente Gelegenheit geben werde, seine Ansicht auszudrückcn, bevor bewaffneter Zmang im Orient ange- wendet werde. Lowsen möchte morgen dte Versicherung vernehmen, daß Englands Flottenmacht, wenn dieselbe zu Gunsten der montenegrinischen Nationait ä verwendet werde, nicht gegen dte albanestsche Rationalttär aufgeboten u^rde. Derselbe wird auch morgen die Frage stellen, ob bie Regierung eme weitere Versicherung betreffs Verbürgung des Restes dcs türkischen Reiches geben könne. Churwtll wird morgen ein Tadelsvotum gegen die indische Executive beantragen, deren Mangel an Vorsicht die beispiellose Niederlage Burrow s zuzuschreiben sesi September. Es heißt, Riza Pascha habe dte Verhandlungen mit der albancsischen Liga abgebrochen, sei entschlossen, den' Kampf zu beginnen und habe bereits Truppenbewegungen gegen das albanestsche Lager vorbereitet. ----------- ------ Glesien, 4. September. Im Nachstehenden geben wir die Rede bei der Gedächt- nißfeier für die gefallenen Krieger auf dem Friedhöfe zu Gießen am 2. September MO, gehalten von Herrn Pfarrer Dr. Naumann: Geehrte Anwesende! Werthe Kameraden! Auf einen deutschen Feiertag scheint beute d7r Sonne klares Licht herab. In viel lausenden von deutschen Dörfern und Städten vom Fels zum Meer hin feiern heute die Deutschen den zehnfahrtgen Gedenk- des ^w7lt5gtadt ihren Wunden und Schmerzen erlagen und hier zum Todesschlafe sanft gebettet wurden unter unseren eigenen theueren Todten. Mit ihnen aber gedenken wir zugleich all der edlen Opfer, bu der grause Krug gekostet hat, all der tapferen Manner, der blühenden Jünglinge, der theuren Gatten und Väter, Söhne und Brüder aus unserem Vaterland, d e den deutschen Sieg mit ihrem Herzblut bezahlt und nah oder fern ^^H^bbngrab gefunden haben Eine^große, große Zahl geliebter Todten, die unser Gedachtnißbegebrem Unb mit ihnen sei auch der franzosncheu ©olbaten gibad)t, bte, tm S.ben bittere Feinde, hier in den Gräbern friedlich ruhen der ihren deutschen Kameraden. Und sagt wer sind wir, die diese Trauerfeier halten. Es sind vor allen^d-.ese Krieger und Mitglieder des Kriegervereins, die in treuem, kameradschaftlichen Smne und in recht verstandener deutscher Liebespflicht ihren gefallenen Kameraden diese Gedächtnißstunde veranstaltet haben und als Vertreter und :m Geist und Warnen de ganzen deutschen Armee ihre Todten ehren auch an diesen Kriegergräbern. Und unter diese seine Krieger tritt im Geiste auch unser theurer Kaiser, der in seinem Sedangrutz an das deutsche Heer auch der schweren, betrauert^ mit denen unsere Siege erkämpft wurden. Es feiern diese Gedächtnißstunde ^rner dle Anaehörioen der hier begrabenen und aller gefallenen Krieger unserer Staot und d o garrzen Vaterlandes, die Angehörigen, die mit hierher gefommm tmt) Dber'rI”?Jle^1,lCl^1, im Geiste an theuren Gräbern weilen. Und mit ihnen feiern nur allzumal als Olied des deutschen Volkes dos Gedächtniß der Todten, die aus diesen Grabern dem ganzen •“"TiSWÄÄmS ««"‘S| mW» &rie(ter. ^ehn Jahre sind dahin gegangen, seit sie schlummern nr der Er,de rLchooß. Wohl ist in dieser Zeit manche Wunde vernarbt und geheilt und nicht federn emrelnen Todten fällt heute in liebender Erinnerung eine Thrane auf das Grab ^ber gar manche Wunde fängt auch auf's Neue an zu bluten an diesem Gedachtnißtage, wenn der Vater die Mutter des in den Krieg gezogenen Sohnes neu gedenkt, dessen Tod Jahr um'Jahr den Kelch des kinderlosen Alters bitterer macht; wenn so viele grauen, deren Männer blutend dahinsanken, die Trübsal des Wlttwenstandes Ja^r um Jahr nur schwerer empfinden, und wenn verwaiste Kinder fort und fort vergeblich fiagen nach dem gefallenen Vater; und wenn so manche Braut heute noch auf den Drummern ihres Lebensglückes nach dem Geliebten sich sehnt, der dahmglng und nicht wrederkam, wenn Brüder und Schwestern und treue Freunde das Gedachtntß wehmuthig erneuetn an den nie vergessenen Bruder und Freund! Doch ob auch manche Wunde geheilt fei und manche andere von Neuem schmerzt bei den einzelnen Gliederndes Volkes/Jo darf und will doch das ganze Volk, das deutsche Vaterland, es will die treue Mutter Germania keinen ihrer Heldensöhne je vergessen. Denn sie, die braven Krieger, die ^rchttos^^und treu ihr Leben ließen sür des Vaterlandes Wohlfahrt und Frieden sie sind es werth, daß man ihrer in Ehre stets gedenkt. Smd doch auch mit shnen, bin kräftigen, muthigen Männern und Jünglingen, fo viele edle Kräfte, berrliche Gaben, schöne Hoffnungen dahingesunken unter der Schnitt^hand des grausen ^ode^. Ja wahrlich, ra ist's billig und recht, daß auch heute noch, nach zehn Zähren, der Snges- iubel auch zur Geltung kommen läßt die Todtenklage. , Aber doch keine Klage ohne Trost. Denn sie, die theuren Helden, find ja gefallen für das bedrohte, geängstete Vaterland; sie sind geopfirt für Hcms und Herd, für die schöne, große, heilige Sache Deutschlands! Und nicht vergeblich ist ihr Blut aeslofsen, denn des Vaterlandes Rettung, des Reiches Einheit und Freiheit, feine Große und Macht war ihres Opfers herrlicher Preis. Da sagen wir auch an unseren Helden- aräbern: „Süß ist's und ehrenvoll, sür's Vaterland zu sterben. ü Aber je aufrichtiger wir so in Trauer und Ehren unserer gefallenen Krieger gedenken desto ernster tönt auch aus ihren Gräbern die Frage uns entgegen: Wie habt ibr Lebenden das einige deutsche Vaterland bewahrt, das wir mit unserem Blute euch gerettet und geschafien haben? O, das ist heute eine ernste Gewnsensfrage, aus ftriegergräbern hineingerufen in allen Zwiespalt unb Unsneben unseres Volkes, in alles eigennützige nur bie ©onberintereffe sucheaben We>en, m bte schmachoollen Verirrungen unbeuttoen Sinnes ber in biefen Tagen uns sogar bie Schanbe erleben ließ, baß bte ÄtscheRe^fahne bie geweiht ist bmch bas Blut beutscherHelbenfohne, auf beutschem Voben von Deutschen geschänbet würbe! Wahrlich, bei solchen Erscheinungen w,rb unsere ” obten eie'r für uns auch zu ber ernsten Mahnung: „Soll bas Blut ber theuren Geiallenen boch umsonst geflossen fein?" Unb jebes Kriegergrab ruft barum mächtig hinein in alle brutschen Stämme: „Seib beutsch, seib beutlch, sei^b einig, ; " ; n e i n i a' Unb bes greifen Kaisers Stimme, ber gestern wie in einem Schwanen- gefang” ju seiner Armee feierlich gerebet bat, vereinigt sich mit bem Ruf ber Helben- gräber an bas Volk unb weist bas beustche »eer für immer hm auf ben Weg ber Pflicht, der Ordnung und der Ehre. Darum verehrte Anwesende, werthe Kameraden, wollen auch wir an diesen Gräbern heute unsere gefallenen Krieger ehren mit dem treuen, deutschen Gelöbmß: Wir wollen sein ein einig Volk von Brudern, In keiner Roth uns trennen und Gefahr! GS SÄ üel 5513) (1260 nach Amerika erhalten billige und reellste Beförderung durch die J. M. Schulhof Maurerarbeit, veranschl. 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September, Nachmittags 2 Ubr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Pumpenmachers Weber dahier als Flur 40/41/8 659 Meter Hofrmthe links der Chaussee meistbietend verireiaert werden. Gießen, den 22. August 1880. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 5532) Müller. ________ Montag den 6. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Hofrathe des Herrn Flett „Gasthaus zum Schwanen" dahier folgende Gegenstände versteigert: 1 Schrank, 2 Commoden, 1 runder Tisch, 1 Kleiderschrank, 4 Stühle, 1 Spiegel, 2 Küchenschränke, 1 Schränkchen nut Pult, 145 Schreiner-Hobel, 24 Kartätschen. Gießen, am 27. August 1880. 5755) Bühner, Gerichtsvollzieher. g Kohlen und CoaKs osferirt_________W. Junius, Hoerde. Qooooooiooooon oHemden rnieii Maas,® Q gut passend und aus soliden Stoffen Q A gearbeitet,liefertdas Stück von 4 «Xan Q q 5697) J. llärniann. q aoooooooooooD WeieisaaL 5793) Hierdurch einem hiesigen, sowie auswärtigen Publikum zur gefl. 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