bet Samstag den 5. Juni srr. 128 1880 est Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. bach Gießen, am 2. Juni 1880. I i Darmstadt, am 19. Mai 1880. Zu Nr. M- I. 11254. •f Schaum. tem v. Bismarck. Preis »lerteEjührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh-r. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Sommunal» ^sverfichette autionni. rechnungs- ilgung und i CautionS- blungen in Sautions« ft rf ift. an dem i, sagen ortete und Vertreter, e, Baden, (3484 I lmN, (3794 $r Kaiserlichen Jnsiegel. Gegeben Berlin, den 24. Mat 1880. (L. 8.) Wilhelm. i?ia; Berlin, 2. Juni. Die Frage: „Haben die Freihäfen sich überlebt?" wird von der „Hamb. Börsenh." einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Wir entnehmen den interessanten Artikeln Folgendes: „Jene Art von Seehäfen, die lediglich dazu dienen, die vom AuSlande für den Bedarf des Küstenstrichs, an welchem der Hafen liegt und fernes Hinterlandes bezogenen Maaren zu landen und direct den Consumenten zuzuführen, spielt in der Gegenwart eine ganz untergeordnete Rolle. Sobald der Hasenplatz sich zu irgendwie größerer Bedeutung emporgeschwungen har und einen eigenen Jmporthandel zu treiben beginnt, entsteht daS Bedürfntß, für diesen Handel Räume zu schaffen, in denen die über See importiere i Maaren gelagert werden können, ohne sofort der Verzollung zu verfallen. Die Gründe dafür sind mannigfaltiger Art, namentlich aber kommen zwei Rücksichten in Befracht: ES soll die Möglichkeit gewahrt werden, die eingesührten Maaren wieder nach dem Aus- lande oder nach anderen Plätzen der eigenen Küste abzusetzen, wenn die Um- stände dieses wünschenswerth erscheinen lasten, oder der Importeur soll in den Betreffend: Irren- und Siechenzählung im Großherzogthum. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Mir laffen Ihnen nachstehende Verfügung zur Kenntntßnahme und Mittheilung an die Lehrer zugehen. Die betreffenden Zählblätter werden den Lehrern auf den Bezirks-Conferenzen zugestellt werden. Dr. Boekmann. Art. 3. Verträge, welche gegen die Vorschriften der §§ 302a, 302b des Strafgesetzbuchs verstoßen, sind ungiltig. Sämmtltche von dem Schuldner oder für ihn geleisteten Vermögensvor- theile (§ 302a) müssen -urückgewährt und vom Tage deö Empfanges an ver- zinst werden. Hierfür sind Diejenigen, welche sich des Wuchers schuldig gemacht haben, solidarisch verhaftet, der nach § 302c des Strafgesetzbuchs Schuldige jedoch nur in Höhe des von ihm oder einem Rechtsnachfolger Empfangenen. Die Verpflichtung eines Dritten, welcher sich des Wuchers nicht schuldig gemacht hat, bestimmt sich nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts. Das Recht der Rückforderung verjährt in fünf Jahren seit dem Tage, an welchem die Leistung erfolgt ist. Der Gläubiger ist berechtigt, das aus dem ungiltigen Vertrage Geleistete zurückzusordern; für diesen Anspruch haftet die für die vertragsmäßige Forderung bestellte Sicherheit. Die weitergehenven Rechte eines Gläubigers, welchem nach den Bestimmungen des bürgerlichen Rechts die Ungtltigkett des Vertrages nicht entgegengesetzt werden kann, werben hierdurch nicht berührt. Urkundlich unter Unserer Höchstcigenhändigen Unterschrift und beigedruck- Betreffend: Wie oben. Das großherzogliche Ministerium öes Innern unö der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, an die Großherzoglichen Kreis-Schulcommisfionen. Im Laufe des diesjährigen Sommers, während der gesetzlichen Jmpfperiode, soll in allen Gemeinden des Großherzogthums eine Irren- und Siechenzählung nach folgenden Kategorien: 1) Erworbene chronische Geisteskrankheit; 2) Angeborene Geistesstörung; 3) Eretinismus; 4) Epilepsie; 5) Taubstummheit; 6) Blindheit; 7) Verkrüppelung und Lähmung; 8) Stechthum; und zwar in der Weise vorgenommen werden, daß durch den Großherzoglichen Kreisarzt, beziehungsweise den öffentlichen Jmpfarzt des betreffenden Orts ein Zählblatt, dessen einzelne Rubriken hierunter abgedruckt sind, für jeden einzelnen Irren oder Stechen ausgefüllt wird. Die ärztlichen Beamten sind angewiesen, wegen Beschaffung der nöthigen Daten sich außer mit den Bürgermeistern, Armenpflegern, Ortsgeistltchen, praktischen Aerzten und Apothekern, namentlich auch mck den Lehrern in Verbindung zu setzen, welche durch ihren Beruf vielfach Gelegenheit haben, die einschlägigen Verhältnisse eingehend kennen zu lernen, und derer» Mitwirkung daher für die praktisch im höchsten Grade wichtige genaue Ermittelung der Zahl der Irren und Siechen von größter Ersprießlichkeit sein wirb. Am geeignetsten wrrd sich diese Mitwirkung in der Weise vollziehen, daß die Lehrer schon jetzt mit der Anfertigung von Notizen über Irre und Steche ihres Wohnorts beginnen, damit sie solche demnächst dem Kreis- beziehungsweise Jmpsarzte bet der Besprechung mit demselben, die in den meisten Fällen gelegentlich der Impftermine stattfinden wird, übergeben können. Auf Wunsch können die Lehrer zu diesem Behuf auch Zählblätter von den Großherzoglichen Kreisärzten erhalten. Wir empfehlen Ihnen, die Schulvorstände und durch diese die Lehrer in diesem Sinne zu instruiren. Knorr. Deutschland. Berlin, 31. Mat. Der „Reichs-Anz." publictrt heute das Wuchergesetz, welches nunmehr laut Art. 2 der Retchsverfassung nach Ablauf von 14 Tagen tn Kraft tritt. Wir lassen den Wortlaut desselben hier folgen: Art. 1. Hinter den § 302 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich werden die folgenden neuen §§ 302a, 302b, 302c, 3026 eingestellt: § 302a. Wer unter Ausbeutung der Nothlage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenheit eines Anderen für ein Darlehen oder im Falle der Stundung einer Geldforderung sich oder einem Dritten Vermögensvortheile versprechen oder gewähren läßt, welche den üblichen Zinsfuß dergestalt überschreiten, daß nach den Umstünden des Falles die Vermögensvortheile in auffälligem Mißverhältnisse zu der Leistung stehen, wird wegen Wuchers mit Gefängniß bis zu sechs Monaten und zugleich mit Geldbuße bis zu dreitausend Mark bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. § 302b. Wer sich oder einem Dritten die wucherlichen Vermögensvortheile (§ 302a) verschleiert oder wechselmäßig oder unter Verpfändung der Ehre, auf Ehrenwort, eidlich oder unter ähnlichen Versicherungen oder Be- theuerungen versprechen läßt, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre und zugleich mit Geldstrafe biö zu sechstausend Mark bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. § 302c. Dieselben Strafen (§§ 302a, 302b) treffen denjenigen, welcher mit Kenntniß des Sachverhalts eine Forderung der vorbezeichneten Art erwirbt und entweder dieselbe weitere veräußert oder die wucherlichen Vermögensvortheile geltend macht. § 3026. Wer den Wucher gewerbs- oder gewohnheitsmäßig betreibt, wird mit Gefängniß nicht unter drei Monaten und zugleich mit Geldstrafe von einhundertsünszig bis zu fünfzehntausend Mark bestraft. Auch ist auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen. Art. 2. Der § 360 Nr. 12 des Strafgesetzbuchs in der durch das Gesetz vom 26. Februar 1876 sestgestellten Fassung wird durch nachstehende Bestimmung ersetzt: § 360 Nr. 12. Wer als Pfandleiher oder Rückkaufshändler bei Ausübung seines Gewerbes den darüber erlaffenen Anordnungen zuwiderhandelt, insbesondere den durch Landesgesetz oder Anordnung der zuständigen Behörde bestimmten Zinsfuß überschreitet. ntm * ] Schu-straß- B. 18. Kießener 'Ameiffer AllMk- «0 Amtsblatt fit bea Kreis Gieße«. Stand gesetzt werden, den Moment des definitiven Absatzes an den binnen- ländischen Händler und Consumenten abzuwarten, bevor er gezwungen wird, durch Bezahlung des Zolles weitere, unter Umständen sehr erhebliche Lummen in die von ihm importtrten Waaren hinetnzustecken, deren Realisation vielleicht lange auf sich warten läßt, während durch Zinsenverlust auf den vorausbezahlten Zoll v. s. w. der Einstandspreis der importirten Waaren sich inzwi- schen merklich veriheuert. Diese zollfreien Lager sind mit der Zett ein unentbehrliches Bedürsniß für jeden größeren Hafenplatz, ja sogar für manche Btnnenstadt geworden, die einen ausgebreiteten Zwischenhandel betreiben will. Einen drastischen Beweis für die Nothwrndtgkeit solcher Anlagen erleben wir in diesem Augenblicke vor unseren Augen. Kaum ist der Beschluß gefaßten bisherigen Freihafen Altona in die Zolllinie etnzuverleiben, so ist die erste Sorge, aus dem neu geschaffenen Zollgebiete wieder ein Stück auszusondern, um ein neues Freihafen-Terrain zu schaffen, aus welchem der Altonaer Han- delsstand versuchen kann, auch nach der Einverleibung des übrigen Sradttheils den bisherigen Jmporthandel derselben fortzusühren. während Jedermann darüber einverstanden ist, daß, wenn Altona eine solche Einrichtung nicht erhält, es aushören muß, ein Jmportplatz für den Großhandel zu sein. Ja, um die Bedeutsamkeit dieses Falles für die Jüustrtrung der ganzen, jetzt zur Dtscusston stehenden Frage noch klarer zu machen, wird als verhältnißmäßtg wirksamstes Mittel für den in's Auge gefaßten Zweck nicht die Errichtung neuer Entrepot- baulichketten, sondern die Aussonderung eines bestimmten Stadtthetls aus dem Zollgebiete vorgeschlagen, um denselben nach wie vor dem eigentlichen Seehandel dienstbar zu machen. Mit einem Worte, es gibt keinen größeren Handelshafen, der nicht zum Theil auch Freihafen wäre und sein Frethafengebtet hätte, und nur die Namen sind verschieden. Was wir bei Hamburg und Bremen Freihafen nennen und bei Altona bisher Freihafen nannten, das nennt man in London die Docks mit ihren „bonded warehouses“, in Havre und Antwerpen, die Docks-Entrepots, anderswo zollfreie Niederlagen u. s. w. In Hamburg und Bremen nur sind diese zollfreien Niederlagen nicht in bestimmte Gebäude, in einem eng begrenzten Bezirke zusammengedrängt, sondern man hat sie sich nach dem Bedürsniß der einzelnen Geschäftszweige und der einzelnen Geschäftstreibenden beliebig über die ganze Stadt verbreiten lasten, tote es in jedem Falle am besten und sparsamsten einzurichten war. Es besteht demnach gar kein prirctpieller Unterschied in dieser Frage zwischen den zollfreien Niederlagen Londons und Antwerpens und denjenigen Hamburgs oder Bremens, sondern nur ein räumlicher, und auch dieser ist gar nicht einmal so sehr groß, denn die Londoner Docks bedecken ein Areal, das in seiner Gesammtheit der Größe unserer inneren Stadt nichts nachgibt." — Es bestätigt sich, daß eine Viehzählung und Aufnahme einer land- wirthschaftltchen Bodenstatistik mit der Volkszählung am 1. December d. Js. nicht verknüpft wird. Der Bundesrath hat in Folge der Hinweise des Reichskanzlers die Vorlagen abgelehnt. Jedenfalls dürfte man im Reichstage wieder aus die Angelegenheit zurückkommen, zunächst aber werden wir auf eine Viehzählung und Bodenstatistik verzichten muffen. Asien. Kalkutta, 2. Juni. Vier Compagnien britischer Truppen erhielten Befehl, zum Zwecke der Einnahme von Stellungen zum Schutze der englisch- birmanischen Grenze sich zum sofortigen Abmarsch bereit zu halten. tletegraphische Depeschen. Waguer's telegr. Eorresp-uderrr ■ «Beteetu Petersburg, 3. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland ist heute gestorben. (Wiederholt, weil nicht in allen Nummern des gestrigen Blattes enthalten). — Nach officieller Mttlhetlnng ist die Kaiserin heute früh in der achten Morgenstunde sanft ohne Todeekampf entschlafen. Berlin, 3. Juni. Durch Bekanntmachung des Ministers des königlichen Hauses tm „Reichs Anz." wirb auf kaiserlichen Befehl die Verlobung des Prinzen Wilhelm mit der Prinzessin Augusta Victoria von Schleswig- Holstein-Augustenburg publicirt. — Eine weitere Bekanntmachung des Ober- Ceremonienmetster-Amtes ordnet eine vierwöchentliche Hoftrauer für die Kaiserin von Rußland an. — Fürst Gortschakoff ist heute Vormittag nach Frankfurt a. M. abgereist. Fürst Bismarck hat gestern Abend den ihm von dem Fürsten Gortfcha- koff vorgestern abgestatteten Besuch erwiedert. München, 3. Juni. Der König hat dem bayerischen Gesandten in Berlin, p. Rudhart, einen zweimonatlichen Urlaub erthetlt und mit der interimistischen Führung der gesandtschaftlichen Geschäfte den Legations-Secretär, Frhr. v. d. Pfordten, beauftragt. London, 3. Juni. „Standard" erfährt, daß die identische No^e an die Pforte schon redigtrt sei und Ende der Woche überreicht werde. Konstantinopel, 3. Juni. Der britische Botschafter Layard ist abgereist. Der Empfangstag Göschen's wurde durch den Sultan noch nicht festgestellt. — Midhat Pascha hat seine Demission gegeben. Dem Vernehmen nach hat der Sultan dieselbe noch nicht angenommen. Gens, 3 Juni. Rochefort erhielt in dem heutigen Duell mit Köchlin einen Degenstoß in den Magen. Die Verwundung ist eine schwere. Köchlin ist unverletzt. Berlin, 3. Juni. In der heutigen Sitzung der Kirchengesetz'Corn- Mission beantragte Bruel zu § 2 anstatt „die Berufung an die Staatsbehörde gegen Entscheidungen der Kirchenbehörden steht nur dem Oberpräsidenten zu", zu setzen: „steht nicht denjenigen zu, gegen welche die Entscheidung ergangen ist." v. Zedlitz beantragt, als zweiten Satz einzufügen: „die Berufung ist einzulegen, wenn derjenige, gegen welchen eine disciplinarische Entscheidung erging, sie beantragt und der Antrag von vornherein nicht als unbegründet erscheint." v. Limburg-Styrum bezeichnete den Antrag v. Zedlitz für unzulässig. Die Commission lehnte den Antrag v. Zedlitz mit 11 gegen 10 Stimmen und den Antrag Bruel mit 15 gegen 6 Stimmen ab und nahm den $ 2 tn der Fassung der Regierungsvorlage mit 11 gegen 10 Stimmen an. Nach der „Germania" frug Reichensperger, ob die Regierung die Verweigerung der Absolution noch als strafbares Zuchtmittel betrachte. Der Cul- tusminister erklärte, die Verwaltung habe de lege lata nichts zu sagen. Das Obertribunal habe in mehreren Fällen entschieden, daß die Verweigerung der Absolution ein kirchliches Zuchtmittel sei. Den Antrag Bruel erklärte der Das Eisenbahn-Unglück bet Oschersleben- Am 1. Juni ist auf der Strecke Magdeburg-Oschersleben zwischen den Stationen Blumenberg und Hadmersleben der Schnellzug 43 Berlin-Aachen entgleist. Telegraphisch wurde über dieses Ereigniß aus Magdeburg berichtet: „Die Maschine und alle Wagen geriethen von den Schienen und stürzten um. Zwei Passagiere (aus Breslau) blieben tobt, vier, darunter ein Postschaffner und ein Eisenbahnschaffner, wurden schwer, dreißig leicht verletzt. Fünf Verwundete befinden sich schon im hiesigen Krankenhause. Ein leicht Verwundeter brachte von der Bahn eine Schwelle mit, die ganz verfault war. Die Gegend, in welcher die Entgleisung stattfand, ist flach, die Bahn hat aber dort starke Cmven " Eine amtliche Mlttheilung. welche in den That- sachen mit obiger Meldung übereinstimmt (nur daß der faulen Schwelle keine Erwähnung geschieht und statt dessen bemerkt wird, die Ursache des Unfalles sei noch nicht ermittelt), nennt als die Umgekommenen den Kaufmann Kaltinich und den Rentner Volkmar Kuschel, beide aus Breslau. Die im Krankenhause zu Magdeburg aufgenommenen Schwerverletzten sind: Schaffner Brand, Verbands-Packmeister Lange, Postschaffner Andrup, unverehelichte Selle, sämmtlich aus Berlin, und Anna Benar aus Petersburg. Von den Leichtverletzten konnten in ihre Familien oder in die Heimath sofort zurückkehren: Frau Höppner aus Magdeburg, Frl. Göpel aus Potsdam, Frau Regierungsrath Zimmermann aus Berlin, Frau Bloch aus Frankfurt a. M., Geh. Regierungsrath Bensen aus Berlin, G- Metzenberg, Kaufmann aus Breslau, W. Zarecki, Kaufmann aus Breslan, Graf Milloradowitsch aus Petersburg. Inzwischen bringt die „Magdeburger Zeitung" einen ausführlicheren Bericht, dessen Einsender auf der Fahrt von Halberstadt nach Magdeburg tur9 nach dem traurigen Ereignisse an der Unglücksstätte angekommen war. „Schon von Oschersleben ab", schreibt derselbe, „wurde vielfach die Bcrspätung des Schnellzuges im Coupe besprochen, bis wir zwischen Hadmersleben und Blumenberg, zwischen Wärterbude 26 und 25, die Ursache erfahren sollten, indem plötzlich unser Zug mitten im Felde, gerade dem Dorfe Bottmersdorf gegenüber, anhielt. In nicht geringer Entfernung bot sich uns ein kaum zu beschreibender schrecklicher Anblick dar. Auf der linken Seite lag im Abgrunde auf der Kehrseite die dampfende Locomotive, welche vom rechten Fahrgeleise quer über den Eisenbahnkörper sich hinweggewälzt, die Eisenbahnschienen zertrümmert und einen Graben an der etwa fünfzehn Fuß hohen Böschung gewühlt hatte. Auf der rechten Seite lagen die zertrümmerten sechs Personenwagen, der vorderste Packwagen wie der Briefpostwagen vollständig zertrümmert, theils umgekehrt, theils inemander- geschoben und zermalmt. Ein schreckliches Bild der Verwüstung! In unmittelbarer Nähe waren die mit großer Mühe geretteten, vielfach auch sehr beschädigten Passagier- und Postgüter. Auf jedem Schritte begegnete man verwundeten Reisenden, Kmdern und Frauen, von Blut triefend und wehmütbig klagend und nach Hülse suchend. Aus einem Coupe zweiter Classe wurden zwei Kaufleute, tm besten Mannesaller, tobt herausgezogen, welche den Anzeichen nach jedenfalls zerqnetscht waren, da man keine erheblichen äußerlichen Verletzungen bemerkte. Ein schreckliches Bild bot auch die Verstümmelung des Postschaffners (der Postsecretär ift glücklicherweise gerettet), welchem die Kinnbacken auseinandergerissen waren und der die schrecklichsten Schmerzenstöne hervorbrachte. Ferner waren mehrere 2)amen, darunter angeblich eine Französin, in jammervoller Weise beschädigt. Einem Schaffner war das Bein gebrochen, während der seit 28 Jahren im Dienste stehende Packmeister, welcher im Augenblick der Gefahr sich fest angeklammert hatte, eine Armverrenkung davontrug. Locomotivführer und Heizer sind gerettet. Zum Glück war zufällig in der Nähe der Unglücksstätte Dr. Boye aus Wanzleben, welcher in Gemeinschaft mit dem von Oschersleben kommenden Heil- gehülfen Robert Winkelmann in aufopfernder Weise Hülse reichte. Wir sprechen diesen Herren Namens der unglücklichen Verwundeten den herzlichsten Dank aus. Ebenso gebührt auch den Bewohnern von Bottmersdorf, welche rasch zur Stelle waren und in gleich uneigennütziger und hingebender Liebe sich der Unglücklichen annaha en, der innigste Dank. Die beiden tobten Brüder wurden nach Bottmersdorf gefahren, während die Schwerverwundeten nach fast dreistündigem bangem Harren unter den größten Schmerzen nach Magdeburg in's Krankenhaus überführt wurden. Während von Oschersleben aus sehr pünktlich eine Lokomotive zur Stelle war, war von Magdeburg anfänglich fein Expreßzug gestellt, so daß die Passagiere, sowie die Verwundeten erst um 4 Uhr, anstatt 121/? Uhr in Magdeburg eintrafen. Heber dic Ursache des Unglücks hat man selbstverständlich keinen sicheren Anhalt; die meisten anwesenden Passagiere waren aber der Ansicht, daß die Entgleisung infolge eines Schienenbruches geschehen ist. Die bloßgelegten Eisenbahnschwellen zeigten auf dem Schnellzuggeleise an dem Orte des Unglücks allerdings vielfach morsche Stellen. Eine gründliche Untersuchung der Beschaffenheit des Bahnkörpers halten wir für dringend geboten. Nicht ohne Schaudern werden wir noch lange an die so schrecklich verlebten Stunden des 1. Juni zwischen Blumenberg und Hadmersleben zurückdenken. Zum Glück hatte der von Thale kommende Personenzug eine Verspätung von etwa 10 Minuten, sonst hätte auch dieser Zug gerade an dieser Stelle zertrümmert werden müssen." Lokales. Gießen, 4. Juni. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Prov-nz Oberbessen für das 2. Quartal beginnen Montag, den 28. Juni- Zum Vorsitzenden desselben ist der Großb. Ober-Landesgerichtsrath Herr Maurer ernannt worden. Gießen, 4. Juni. Am 8. Juni, Vormittags 11 Uhr wird im Gasthaus zu Einhorn zu Gießen eine Ausschußsitzung des landw. Provtnzial-Vereins für Oberhesien stattfinden mit folgender Tagesordnung: 1) Aufnahme neuer Mitglieder. 2) Berathung des Commtssions- gutachtens, betr die Organisation des Ausstellungs- uno Pramiirungswefens tm Großherzog- thum 3) Wahl der Delegirten zum deutschen Landwirthschaftsrath für die Periooe 1881/83. 4) Beschlußfassung über Verwendung der 600 welche nach Beschluß des Ausschußes vom 10. Februar d. I. demjenigen landw. Bezirksveretn zur Verfügung gestellt werden sollen, welcher tm Laufe dieses Jahres eine Vtehpreisvertheilung abhält und aus Bezirks-Vereinsmitteln mindestens 250 JL zu Preisen zuschießt. 5) Geschäftliche Mitthetlungen. _ (*$■ Z) Gießen. 4. Juni. Das Madborn-Mannchen (Marktbrunnen-Männchen) jeoem alten Gießener von feinem Standpunkt auf dem Markrbrunnen bekannt, (seit langen Jabren im Besitz des Herrn I. Rothenberger), welcher es durchaus für unsere Stadt erkalten wollte, schaut jetzt gar traulich im Garten des Herrn JuliuS Hoch (neben der Wieseck-Brücke am Seltersthor) nach seinem früheren Standpunkte und wird es gewiß einem Jeden, der dasselbe kannte, eine freundliche Rückerinnerung an die Jugendjahre bieten. — Gestern Abend wurde ein Arbeiter verhaftet, welcher seinem Nebenarbeiter eine Hose gestohlen batte; desgl. wurde ein Waschdiebstahl ermittelt und Anzeige erbobeM— Vermischte-. Eberstadt, 30. Mai. Auf einem ganz in der Nähe des Ortes befindlichen Sandhügel waren gestern einige Jungen mit Spielen beschäftigt, als sie plötzlich zu ihrem nicht Minister für unannehmbar. Der Antrag v. Zedlitz sei eine unerwünschte Abschwächung des Gedankens der Vorlage. Der „Germania" zufolge erklärte Wmdthorst, bei Ablehnung des Antrags Bruel werde das (Zentrum für den Paragraphen stimmen, obwohl es sachlich mit ihm nicht einverstanden sei und den Gerichtshof perhorrescire. Das Centrum wolle aber Schlimmeres verhindern und behalte sich sein Schluß wtum vor. Prag, 3. Juni. In Folge des Todes der Kaiserin von Rußland ist der h.utlge Besuch der Festoorstellung tm deutschen Theater Seitens des Kaisers abgesagt. Der Kaiser sprach gegenüber dem Bürgermeister den Wunsch aus, daß morgen Fackelzug und Serenade unterbleiben möchten. Magdeburg, 3. Juni. Das Jubelfest wurde heule Abend 51/2 Uhr mit sämmtllchen Glocken feierlich etngeläutet. Hierauf fand ein zahlreich besuchter Festgottesdienst in der Johanniskirche fhtt. Alle Häuser sind bereits festlich geschmückt, besonders an dem Weg, den der Kaiser passirt, sowie die Tribüne, bei w lcher dec Festzug der Gewerke vorüber; eht und das Rathhaus. Der Zuzug von Fremden ist außerordentlich groß. Um 9 Uhc findet großer Zapsenstteich statt. — Der Kaiser wird der morgigen Festlichkeiten wegm des Todes der russischen Kaiserin nicht bis zum Schluß beimobnen. Beim Festdiner und bet der Festvorüelluna im Tbeater wird der Kronprinz den Kaiser vertreten. 1350 l Wit, ai werden. Srofbutfj Die Beck Forst- und F Gichm I in der 13. und 14, ar Bormittags bei Gießen, Arbeitsi & -" fi w!" sm Ä, SÄ^eit, Schtkära * 31 Litinsen; Lj if.y» Xtf das Ros ^it Wucht heraus, Mrrweii- r«sl' Weder 41W Autsch» fröhliche betagten „ wr-ndenrn MM Deutschlands, sogar ÄÜnfchungstelegram ehemaligen ReichSta stützen Morgenstun Speisen und vorzüc Eaprlle des 88. Äeg Baunack trugen nid Köln, 1. stimmte Kreuzblum repräsentirt ein gan den beiden unter Mätterlagen empor; Thurm steht, nur v 3813) Ach/W 3814) MrrBezr Hessisch - Rhrmsch bahnverbandes un im Deutschen Stic kanntmachung we Tarif vom 1. Mai trägen enthaltenen pottpreise für B. Fahrzeugen und V ölt hierdurch zur Estrigen Tage ein ^ung von Leiche, WestphaiischEii von lö L pri) Ms" ck zur A Nu, den 2 5 ___.Großherzo^ Mgdvri Samstag de, -tachan, to-torom ^ Jagden bi *• WM, i A* *«'«*** "*Me atl '""'S bei «,. oöivo^ e» ßch fei, „M"««6hnb " a-Utni bei 11 Wimfch **?* Uhr n ^ahlreilh be- ?r silld bereits ’lrr- sowie die ba* ^ichhaus. 1 w großer des TodeS der 'stdinrr unb bet vertreten. m den Stationen , rnlgieist. Tele- ^ie Maschine | ",Passagiere (aus trsenbahnschaffner, idjon im hiesigen schwelle mit, die and, ist flach, die !lchc m den Hat- ! schwelle feine tzr- llniailei sei noch ! ainntch und den ; st zu Magdeburg ! backmeister Lange, | unb Anna Senat I >n m dir Heimch s Potsdam, Frau hurt a- M., Geh. aus Breslau, ffi. JUIft- übrlichnen Bericht, 7g kur, nach dm :cho'.i von Oschers- neüzuges im Goupt hen Atärterdube 26 en im Felde, gerade Entiernung bot sich infcn Seite lag im rechten Fohrgeleise hienen zertrümmeN M baut- Auf der irbtrjtt Packwagen theils ine nander- )n unmiltelbmtT jS'ftun Passagin- Uessenden. I ndern We suchend. As rsalicr, todl heraus- da man keine erhrb- bot auch die M it gerettet), welchem ften Lchmerzenstonl j cm- FranM,°> »etaien, *™ jgentoif d-r ®1"? MM- ®r- 8 n foinmenden N V<. Wir sprech? Tank aus- « , 7teUe waren w fuhren, wahres unter den fl# ,, Zabrend -> M oon MagdcbuZ nern-unoeten.es Madie des W® MdenE Anbruches an de» S--M S.^iS * der r>vn 5S?*** 6erheße" UM «" %W*t O* ** .*n».si- f-" < \ f.tirn J e: «h-tf "' jm» H* " -fi äOfW’® Bekanntmachung Keller, Beigeordneter. 3813) ?. Bau-, Merk- und NMch: Ä37 Fichten-Stangen 'mit 53,o2 fm und darunter ca. 3000 Bohnen- 3 in (A C 0 ln 0 t. 3828) Maurerarbeit, veranschl. ? inen Medaille prüderen wir schon an 100 (tiilfltahJllilridsoriDib.htifflSüiigen. >-L) (8676 — Kleine Dampf-Drosch.-) PH. NIAYFARTH & tÄ./MäSthlnbnlata’ik! in Frankfurt a. M Zimmerarbeit, Schlofferarbett, Schreinerarbeit, 1 1 Weißbinderarbeit, Schreinerarbeit, H II 2 5 1 4 12 11 n fi Commoden, Taschenuhr mit 2 Medaillons und Kette, Sopha, Schränkchen, zu ft tf n Flur. L18/S71,2 ,5/429 10/b3 15/mi 43,98 34,31 4,20 10,— Holzverfteigerung im Gießener Stadtwalde I. A.: L. H ahn, 3820) Bezirksbauausseher. I. A.: L. Hahn, 3821) Bezirksbauausseher. von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Bannwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Betten, Fenster, Gartenmeubles, 1 1 transportable Gartenhütte von Eisen mit leinenem Dach und Vorhängen, rc. rc. ___ Mtr. 862 Acker am Hollerbusch aus den Gießener Weg, 788 Wiese in den Gräben, 681 Acker am Gleiberger Pfad, auf der Hardt, 144 Acker am Zollstock bei den Kropbachswiesen Accord gegeben werden: Steinbrechen, Anfahren, Aufsehen und Zerschlagen derselben, veranschlagt zu 680 <74 Herstellen der Graben und Banquets an den Wegen, veranschl. zu 192 Jl. Mainzlar, drn 4. Juni 1880. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Arbeitsversteigerung. Dienstag den 8. Juni l. I., Vormittags 10 Uhr, sollen aus dem Rathhause zu Mainzlar nachverzeichnete Arbeiten öffentlich Sichten zusammengesetzt. Die zweite Blume hat man schon in Angriff genommen und wett gefördert. An dem Hauptetngang des Westportals stellt man über der Thür zur Zett das Relief auf und in dem Dom bringt man an den Pfeilern die letzten Baldachine über den Heiligen-Statuen an. Die Mittelwand zwischen der Thurmhalle ist völlig ntedergelegt, allent halben sieht man die Vollendung dieses Riesenbaues nahen und doch hat man den Tag für das Fest der Fertigstellung noch nicht anberaumt. Es gtebt eben Leute, welche der Ansicht sind, daS Fest dürfe erst nach Wiederherstellung des kirchlichen Friedens in Scene gehen; der Dom soll eben als schwerwiegendes Motiv zur Beendigung des Culturkampfes verwendet werden. Man vergißt eben, daß bet dem Bau alle confesflonellen Rücksichten schwiegen; daß Heiden, Türken und Juden ihr Scherflein beitrugen, sei cs in der Lotterie oder auf dem Teller, zum Fortbau. Ueberhaupt muß sich das Fest an den Tag der Vollendung, nicht an den Abschluß des Culturkampfes anschließen, sonst verliert die Festivität ihre Bedeutung, sie soll national, . nicht konfessionell sein. Man möge sich zudem sputen, dem deutschen Kaiser, dem Protector des Dombaues, die Freude zu bereiten, möglichst bald den Bau in seiner Vollendung zu zeigen. A. Brennholz: 14310 Wellen Nadel-Durchsorstungs- reifer. 3 3 1 1 1 Zinsser <£ Schmidt in Liquidation. & _____________ 1U- Versteigerungs- Anzeige. Donnerstag den 10. Juni d. I., von Vormittags 9 Uhr an, läßt die unterzeichnete Firma folgende Jnventargeger.stände einer öffentlichen richtung. Gießen, am 27. Mai 1880. 3830) Bühner, Gencktsvollzieh Versteigerung. Montag den T Juni l. IS., Mittags 1 Uhr, werden in der Hofraithe des Herrn Fle w „Gasthaus zum Schwanen" dahier, folgende Gegenstände öffentlich melstbietend Arbeitsversteigerung. 3822) Die an der Synagoge zu Großen-Buseck erforderlichen Repara- turarbeiten, bestehend in: Maurerarbeit, veranschl. zu 183,70 Versteigerung aussetzen: Lagetfäffer (Vi, V2 und Vi Stück), Transportsäffer verschiedener Größe, Flaschen, Kisten, Brenken, Stützen, Trichter, verschiedene Fiaschenkörbe, 1 Centrifugalpumpe mit Schlauchgeschirr und verschiedenen Krahnen, 1 Kork-, Kapsel- und 1 Klärmaschine, Küferwerkzeug, Stoß- und Kastenkarren, Pulte, 1 Kaffenschrank, Stühle, Tische, Schränke, Leitern, Blei und Röhren, 2 vollständige 2 Gänse. Gießen, am 27. Mai 1880. 3829) Bühner, Gerichtsvollzieher. gegen Baarzahlung versteigert: Kleiderschränke, Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen. Gottesdienst: Sonntag, den 6. Juni. Morgens tiVz Uh'r: Pfarrer Schlosser. (Katechismuslehre für die weibliche Jugend.) Nachmittags 2 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. Am Sonntag, den 13. Juni, findet die Feier des heil. Abendmahls statt, die Beichte am Samstag zuvor Nachmittags 2 Uhr. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 6. biS 12. Juni besorgt Pfarrer Schlosser. Irischbäcker in Metzen. Sonntag, den 6. Juni. Daniel Rühl, am Rathhaus. Heinrich Kuhn, am Kreuz. Konrad HaaS, Wallthor. stangen- Bei dieser Gelegenheit soll auch die diesjährige Grasnutzung von den Blösen und Schneisen des Schutzbezirks Femewald versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf dem Müllerweg am Weg nach Oppenrod. , Gießen, am 1. Juni 1880. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Keller, 3776) Beigeordneter. Oberhesslsche Eisenbahnen. 3814) Unter Bezugnahme aus die durch Äie geschäftsführende Verwaltung des Hessisch - Rheinisch - Westphälischen Eisenbahnverbandes unterm 10. Apnl ds. ^5. int Deutschen Reichsanzeiger erlassene Bekanntmachung wegen Aufhebung der tm Tarif 00m 1. Mai 1872 und in dessen Nachträgen enthaltenen Vorschriften und Trans- Portpretse für Beförderung von Leichen, Aahrzcugen und lebenden Thieren bringen wir hierdurch zur Kenntniß, daß mit dem 'gestrigen Tage ein neuer Tarif für Besor- derung von Leichen rc. im Hesstsch-Rhem-- WestphälischenVerband, welcher zum Preise Don 15 H pro Exemplar käuflich zu erhalten ist, zur Einführung g langte. Gießen, den 2 Juni 1880. G-oßherzogliche Direktion.__ Iagdverpachlung. Samstag den 12 ds. MtS., Nachmittags 2 Uhr, sollen im Bürgermeisterei'Locale dahier Lie Jagden der Gemarkungen: 1. Atzbach, ca. 800 Hect., auf 6 Jahre; 2. Krofdorf Gleiberg mit Vetzberg, ca. 1350 Hect-, in 4 Reviere getheilt, auf 3 Jahre verpachtet -verden. Crofdorf, den 3. Juni 1880. Der Bürgermeister, sollen Montag den 7. d. MtS., Nachmittags 5 Uhr, in der Gengnagel'fchen Wirthschaft öffentlich weuigstnehmend in Accord gegeben werden. Großen-Buscck, den 4. Juni 1880. I. A-: L. Hahn, Bezirksbauausseher. Samstag den 19. Juni, Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Grundstücke des Heinrich Waldschmidt II. Ehefrau, als: PkilgeSoleues. 3810) ÄÜ^Sorten Pflanzen bi bei Emil LooS, Wieseckev. WeU'. ------t. ----lEJEf-1- ff 3818j Ein gespieltes, adrr noch gut erhaltenes zu verkaufen bsSrn>H -nMfoiitnr/■ fit Farstiirf' jJßinwjiewnrrl __________in ’■■ 3824) SpifirkniiSiCie,"üntf, wie Lauch uich' AorttP -GcMft und Dick- wurzpflanzen bet . / ‘ epttUch Helfend ein, Märbrnkgetstr. Die Berichtigung der im Monat April d. I. gerichtlich erkannten . Forst- und Geldstrafen hat an Großberzogliche Dtstricts - Einnehmerei Montag den 7. Juni 1880, Gießen I in den ersten 25 Tagen d. Mts. und zwar mit Ausschluß des 12., Nm-niittaas 9 Ubr an. 13. und 14. an den gewöhnlichen Zahltagen Dienstag und Samstag Vormittags bet Meldung der Beitreibung zu geschehen. Gießen, den 2. Juni 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V. d. B.: Arbeitsversteigerung. Montag den 7. dS. MtS., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wirthschaft des P hl. Krämer zu Alten-Buseck nachstehende an der Synagoge daselbst ersorder- ltchen Arbeiten öffentlich wenigstneh- wnb in Akkord gegeben werden: «/& „ 12,- . 45,- ,Hingen in dem -ufgesvielte» Sand ben eine« men,chlichen Leichnam« gewahrtem Nach erfolgter Anzeige und «ollstäudiger Freilegung des Körper« wurde derselbe al« em Knabe ■Bon ciTcan' 10—12 Jahren erkannt, dessen Kopf ganz in ein Tuch gehüllt und schon stark von der Lerwesuna ergriffen war. Wie man »ermuthet und auch die Wahrscheinlichkeit nahe liegt, soll di- Leiche mit einem elternlosen bei einem hiesigen Anwohner in Kost gewesenen, plötzlich jedoch spurloö uerschwuuoenen Jungen identisch lein. Ob «in Verbrechen «orliegt, wird die Unteriucbuna boffentllch an ben Tag bringen. Ma?nz, 30 Mai. Ein grausiger Unfall ereignete sich vor einigen Tagen auf dem Svießbeimer Berge tm Amtsgerichtsbezirke Oppenheim. Die beiden Wetnhandler W. und Z. von hier fuhren mit ihrem eigenen einspännigen Gefährte von Spiesheim in der Richtung nach Bovenheim heimwärts. An dem Spiesheimer Berg angdangt, wollte W. den kleinen Wagen bremsen ; allein zu spät! schon begann das an sich feurige Pferd durch das Geschirr an den Hinterbeinen gefaßt die Höhe herabzusausen; W. wurde aus dem Wagen geschleudert unb bort- log er schwer am Kopfe verletzt auf der Straße. Z. hielt die Zuget aber unaufhaltsam iaate das wilde Roß weiter; der hintere Theil des Wagens zerbrach und loste sich los. Noch faß auf dem vorderen Theil. mit verzweifelter Anstrengung die Zugel halteno; nun aber -rannte das Roß quer über die Felder, setzte über einen Zaun und schleuderte endlich den Z. mit Wucht heraus, so zwar, daß ihm die Brust zerschmettert wurde. W. und Z. sind begreiflicherweise rettungslos verloren. — Wie wir hören, war die Fahrt eine Brautfahrt und mit solchem Endet . X ’ut . Bingen, 2. Juni. In dem festlich geschmückten Saale des „Pariser Hofes fand Leute der 41iähriqe Sttftungs-Commers der Gießener Teutonia statt. Eine stattltche Schaar Hesttheilnehmer aus allen Gauen Deutschlands hatte sich h^rzu eingefundenund em echt -deutscher fröhlicher Studentenion zog sich durch die ganze Feier so daß die theilweise hoch- betagten älteren Mitglieder neu aufleben unb mit jugendlichem Frohsinn sich der langst ent, wundenen schönen unb sorgenfreien Stubentenzeit erinnerten. Aus allen größeren S ad m Deutschlands, sogar aus Palermo, Brüffel unb mehreren schweizerischen Stabten, liefen Beglück, -wünschungstelegramme ein, von denen besonders der telegraphische Gruß des Corpsbrubers unb ehemaligen ReichstagSpräsidenten v. Forckenbeck allsettige Begetsterunq hervorrief. Bts zur frühen Morgenstunde waren die Festtheilnehmer vergnügt zusammen und die^.ausgesuchten Speisen und vorzüglichen Weine des Besitzers des Pariser Hofes, sowie die bewahrte Mufik- rap-lle des 88. Regiments von Mainz unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Baunack trugen nicht wenig zur allgemeinen Hebung der Stimmung bei. Köln, 1. Juni. Die erste zur Krönung der beiden 500 Fuß hohen Domihurme bestimmte Kreuzblume ist vollendet und an der Nordsette in der Bauhütte aufgestellt. St repräsentirt ein ganz entschiedenes Kunstwerk unserer Steinmetzen. Leicht und elegant steigen -an ben belben rmtersten Absätzen bieser 26 Fuß hohen und 12 Fuß breiten Riesenblume sieben Blätterlagen empor; der oberste Absatz läuft in einen Knauf aus unb wird, wenn er auf dem Thurm steht, nur von dem Blitzableiter überragt werden. Die ganze Blume ist aus zwanzig Commode, Ofen, Schränke, politte Stühle, mai hhid 2 Standuhren, 1 Wanduhfn^Lttvlch§ 1 Ä, 1 Kl-id-rschE^ „Gasthaus zum Schwanen" dahier, nachstehende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 2 runde politte Tische, ee 3 Sopha'8, »II 2 Consolschränke, Tischchen mit Marmorplatten, FlI meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Mai 1880. Grvßh. Ortsgericht Gießen. 3191) M ü l Ve r.__ Kerfleigerung. Montag den 7. Juni L IS., Mittags 1 Uhr, werden in der Hofraithe des Herrn Flett, Stähmaschine, 1 NähtMHsy^A großes Oelbild in OoldttchrffE' o Stahlstiche in Goldrahmem 1 Küchenschrank mjt^GtHauMtz, 1 Petroleumapparat «LMLsde Weißbinderarbrit, „ •» ^^4 Alten-Buftck, am 4. Juni 1880. l-lnxlisdie Satz aböfsÄft ha gottir"" " miirt bind, halten geossesjfea^M^^^Ji W - Kleine Dampf-DrosoleWSffieR Wn Kthk. 2450.- eW. für Damen und Herren empfiehlt billigst (3650 A. Fangmann -franksurler Hypothekenbank auch bei IV, VIII & x von Wo sagt die Exped. d. Bl- (3826^ Lit. Die Direction. versendet. (550 (1180 für alle Arten Druckarbeiten Herren-Slroliliote in großer Auswahl billigst bei fl. Fangmann 1880 1880 B. (fl. 500.) C. (fl. 100.) 1. März 15. Mai o> TT CO CO Vorräthig in 91. Goldstein s Buchhandlung, Frankfurt a. M-, welche jedes Buch für 60 H in Briefmarken franco P. ML 500.) No. 110. 508. 1367. Q ML 200.) No. 1203. Lit. w vermischte Anzeigen. Ein Mädchen wird auf sofort gesucht. 3819) Zwei große Fenster mit Begleitung und Läden sind zu verkaufen im Darmstädter Haus. _ _ sich mein Kaffee in wenig Jahren nicht nur durch ganz Deutschland zahlreiche Freunde im Rheinlande, sondern erworben. Alleinige Niederlage Jahrgang 1865. A. (fl. 1000) No. 59. B. (fl. 500.) No. 22. 92. C. (fl. 100.) No. 593. 676. 853. 949. 1031. 1072. Jahrgang 1872. 3772) In meinem Hause, Seltersweg. C- 66. sind die Keller- und Lagerräume nebst Comptoir vom 1. Juli, eine Familien- wohnung । allein stehendes Haus) von jetzt, ab und die von mir bewohnte größere Familienwohnuna vom 15. Juli ab zu- vermicthen. Auf Wunsch mit Gartenan- theilen. Otto Schmidt. 4V2%ige Guldenpfandbriefe. Jahrgang 1863. No. 287. 437. 4o8- No. 22. 59. 143. 244. 476. 727. 824. Jahrgang 1864. No. 62. 72. 475. No. 401. 426. 451. 506. 577. 703. 1459 1695 bis 1698. Von unseren gekündigten 5®/o Pfandbriefen eu. die Moriz Stiebei Söhne Bankgeschäft in Frankfurt a. M. besorgen reell und billigst den An- und Verkauf aller Staats- und Werthpapiere, Serienloose, Wechsel auf Amerika rc., Jncafso rc., und ertheilen fachmännischen Rath und jede zu wünschende Auskunft 3668) gratis. J. M. Schulhof, Marktstraße. 9 Pfund Franco - Zusendung nach auswärts- Louis Wenzel, «stichm, Leltersweg C. 63, Lithographische Anstalt, Buch Lit. B. „ c. und SteirrdrmLerei Gebrannten Zana-Kaffee 1. Qualität ft 1,70 Mk. per Pfd., empfiehlt (fl. 500.) No. 591. (fl. 100.) 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