Mr AK Freitag den 5. Marz Mchemr HtiMigrr AiM- Md Amtsblatt stl in Kreis Gießen._________ ~---------- ■■-■ ■ -■■■■-■■ -----*--------------- ™ ■ " Drei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit ktngerlchn. l Schulstratze B. 18. Erscheint täglich mit AuSnchme bei, MontagS. Durch die Post beioaen viertelMritch 2 Mark 50 Pf. r j _______ _____- m -- 7mi......■■■■«■■■i....-.. — Amtkich-r Hh - il. . An die Groftherroalicherr Ortsgerichte des Amtsgerrchtsbezrrks Gresten. Wir fordern Sie auf, mit der Vor-Reviflon der Hypothekenbücher zu beginnen, sodaß Sie dieselbe vollendet haben, wenn wir demnächst zur Revision bei Ihnen eintreffen. Gießen, am 1. März 1880. Großherzogltches Amtsgericht Gießen. ' __Langsdorfs. Die russische Diktatur. Ezar Alexander IL hat am 2. März mit Unrecht fein Regierungs-Jubiläum gefeiert, denn er regiert nicht mehr. Die Ernennung des Generals Loris-Mrlikosf zum Dtctator bedeutet eine zeitweise Abdankung des Czaren, der, wie man sagt, sogar die Absicht hat, auf längere Zeit außerhalb des Landes zu gehen. Man kann darüber streiten, ob die jetzt thatsächlich als ultima ratio eingeführte Miliiärdespotie das Richtige ist, ob es nicht für Rußland, für die Dynastie und für das Volk besser gewesen wäre, wenn der Absolutismus noch in letzter Stunde eingelenkt Härte, da er es schließlich doch einmal wird thun wüsten und das alte Wort „der Klügste giebt nach!" auch hier seine Wahrheit behalten wird, aber man kann nicht umhin, anzu- erkennen, daß wenigstens die Sachlage durch einen energischen Beschluß der russischen Regierung geklärt worden ist. Es heißt jetzt nicht mehr Biegen, sondern Brechen. Jedes Uri heil über den E'folg der Dictatur ist voreilig, denn nicht die Macht und Energie des schneidigen Soldaten allein, der jetzt Rußland beherrscht, hat den Erfolg in der Hand, es hängt vielmehr heute wie bisher ebensoviel von der Macht und Energie der revolutionären Elemente, wie von der Haltung des russischen Volkes ab. Unterstützt das Volk die Dlctatur nicht, so ist sie schon halb lahm gelegt, ist ferner die geheime Revolution ausgebreiteter, als man bisher anzunehmen scheint, gleicht sie auch in der Zukunft der Hydra, der stets neue Köpfe wachsen, wenn einer abgeschlagen wird, so wird auch die Militäidetpotie, welche überhaupt nur die Ruhe deS Kirchhofs herzustellen vermag, das Land nicht dauernd pacificiren, vor Allem aber nicht die versöhnliche Stimmung schaffen können, aus der allein der innere Friede für die Zukunft er- blühen kann. r t r c . Für Deutschland ist der Umstand beachtenswert^ daß der Vorschlag der Militärdictatur aus dem Lager der Panslavisten stammt. Man hegt die Be- sorgntß, daß General Lorts-Melikoff, der mit so großer Machtfülle ausgestattet ist, den panslavisttschen Wünschen willfährig werden könnte, welche, wie die „Provinzia'-Correspondenz" bemerkte, die Gemüther des russischen Volks für einen Kampf nach Außen zu erhitzen suchen. Man befürchtet, daß der persönliche Einfluß des Czaren auf die Erhaltung des Friedens geschwächt werden könnte. Fürst Gortschakoff und Gras Miljutin, die Gegner Deutschlands, find im Amt geblieben, und daß der Dritte im Bunde, der neue Dictator, ebenfalls Panslavtst ist, kann allerdings nicht friedlich gedeutet werden. Deutschland. Darmstadt, 3. März. Die erste Kammer der Stände hält am Samstag, den 6. März 1880, (nicht, wie wir gestern meldeten, den 13. März) Vormittags 12 Uhr, eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen: I. Reue Emgaben. II. Berichterstattungen. III. Berathung und Abstimmung über: 1) die Vorlage Großb. Ministeriums des Innern und der Justiz, betr. die Verwtlligung von 100,000 «X zur Abwehr eines Nothstandcs in den ärmeren Theilen des Landes, sowie der Antrag des Abg. Herrn Heidenretch, die staatliche Subventionirung des Ausbaues der projectirten Verbtndungsstraße zwischen der Mörlenbach. Hirschhörner und der Fürth^Erbacher Staatsstraße betr.; 2) die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Gesetzentwurf, die Anwendung des Stempels in der Provinz Rhetnheffen betr.; 3) die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern, die Uebcrsichten der Einnahmen und Ausgaben der Provinzialftraßenbau.Schuldentilgungskasie für Starkenburg und Oberhessen in der Periode 1873—75 betr.; sowie über die für den Bau der in Gemäßheit der Vereinbarung aus dem 15. und 16. Landtag in Rheinhessen noch nachträglich zur Ausführung gekommenen Provinztalstraßen gemachten Aufwendungen. Die Berichte über vorstehende Gegenstände werden mündlich erstattet. m Darmstadt, 3. März. Der Voranschlag für den evangelischen Cenlral-Kirchen- sonds für die^ahre 1880-1884, welcher gestern Seitens des Großh. Ober-Eonsistoriuins der 2 ordentlichen Landessynode vorgelegt wurde, schließt in Einnahme und Ausgabe für eiu ^abr der Periode mit 827,314 X-. 42 ab. Die Einnahme-Posten sind folgende: i kafsevorratk) 210,034 X, 2- Ausstände 6,123 X, 3. Beitrag des Staates zu den Bedürfnissen der evangelischen Kirche 174,257 W M' Vermischtes. Darmstadt, 29. Februar. ^Postpersonalnachrtchten.j 1) Ernannt ist der Postmeister Bit,ch m Darmstadt zum Ober-Postkassrn-Buchhalter; 2) versetzt sind der Postsecretär Stoll von Heppenheim nach Mainz und der Postvcrwalter Kleiß von Grebenhain nach Neustadt i. SD.; 3) gestorben ist der Postverwalter Döhn in Ober-Ingelheim. Bad-Nauheim, 3 März. Gelegentlich der Reparatur der Gasröhren vor dem Amtsgericht explodirte gestern das Gas uno riß die Straße auf die Länge von 5 Meter auf. Ein Arbeiter wurde leider dabet verbrannt, docy scheint ihm kein dauernder Schaden zu erwachsen. £ u B er l in, 1. März Ein furchtbares Feuer, das gestern Nachmittag gegen 61/2 Uhr oul dem Grundstuck Alexanderstraße 26 au^gebrocken und sich durch einen weithin sichtbaren Feuerschein ankündete, brachte nicht nur unseren gesammten Löschapparat, sondern auch nahezu halb Berlin auf die Beine. Auf dem genannten Grundstück befindet sich außer dem massiven vierstöckigen Vorderhaus? und zwei gleich hohen Seitenflügeln ein Qucrgebäude, das den ersten von dem zweiten Hofe trennt, und der in seinen sämmtlichen Etagen zu Fabriken, bezw. Geschäftsräumen benutzt wird; in der ersten Etage befindet sich die Gasbrennerfabrik von Silbermann, in der zweiten die Knopffabrik von Brandt, in der dritten eine Weberei von Friedländer und schließlich in der vierten die Buchdruckern von Cohn mit einem ausgedehnten Lager von Papieren. Sämmtiiche Fabrikräume stehen dadurch untereinander in Verbindung, daß die Treibriemen der in einem besonderen Gebäude auf dem Hofe arbeitenden Dampfmaschine bis in die vierte Etage geführt werden In der zweiten Etage, nach einer anderen Version in der vierten Etage, woll'n nun die Hausbewohner um die angegebene Zeit plötzlich einen Feuerschein wahr- gcnommen Halen, der beim Eintreffen der durch das 21. Polizeirevier herbeigerufenen ersten Compagnie unserer Feuerwehr die Ausdehnung eines respectablen Mittelfeuers angenommen hatte. Es wurde sofort „Mittel" und „Groß" nachgemeldet, und erschienen nun auch die 4. und 2 Compagnie, der Centralzug aus der Hauptwachs und beide Dampfspritzen auf der Brandstelle. Durch die oben erwähnten Verbindungen hatte sich das Feuer von einer Etage in die andere fortgepflanzt, so daß nun die drei oberen Stockwerke nur noch ein Flammenmeer waren. Um namentlich di? anstoßenden bewohnten Baulichkeiten zu scbützen, ließ man sofort sechs große Handdruck'pritzen in der Front zum Angriff vorgehen, während die beiden Dampfspritzen, von denen die eine in der Alexanderstraße aus dem Hydranten gespeist wurde, die andere in der Brücken- svaße Aufstellung nahm und aus der Spree Waffer pumpte, diesen Frontalangriff unterstützten. Gleichzeitig begannen zwei große Handdruckspritzen, die in der Blumenstraße Posto gefaßt, dem Feuer im Rücken zu Leibe zu gehen Trotz dieses energischen Vorgehens und der ungebeueren entsandten Wassermaffen schien das Feuer, das reichliche Nahrung an den vielen vorhandenen Papiervorräthen und Rohstoffen zur Herstellung der Knöpfe fand, eher an Umfang zu als abzunehmen. Endlich, es war inzwischen 3/49 Uhr geworden, schien die Macht des entfesselten Elements gebrochen, und die anstoßenden Gebäude, deren Bewobner bereits an die Räumung der Wohnung dachten, aus der größten Gefahr befreit. Gegen 10 Uhr konnte das Gros abrücken, eine Dampfspritze und zwei Handoruckipritzen zur Ablöschung ter im Innern noch fortwährend brennenden Räume zurücklassend. Tausende von Neugierigen standen auf den Straßen, den freien Plätzen und den Dächern der angrenzenden Häuser, um den Kampf der Elemente mit anzuschen. Um 11 Uhr konnte mit den Aufräumungsarbetten, nachdem das Feuer sogar auch die erste Etage in Mitleidenschaft gezogen und tbeilweise sehr beschädigt hatte, begonnen werden. — sMerksprüche für Brustkranke und solche, die es nicht werden wollens Von Dr. Paul Niemeyer. Was Speise und Trank für den Magen, daß ist reine Luft für die Lunge; was Gift für jenen, das ist unreine Luft für diese. Wie man den Magen nicht von der Lunge aus kurirt, so hilft es auch der Lunge nichts, wenn man für sie mit dem Maaen einnimmt. Frische Luft, ordentlich etngeatbmet, ist das Lungen-Universalmittel — Der Lunge zu Liebe müssen wir unsere Haut zu Markte tragen, uns abhärten. Von der Lunge her kann man sich nicht erkälten, wohl aber erhitzen. — Weg mit dem Jeffrey'schen Respirator! Die Tbüren sind dazu da, daß sie geschlossen, die Festern, daß sie aufgemacht werden Die Gesundheitslebre verlangt für jede Person im Binnenraum einen Luftwechsel von 60 Kubikmetern in der Stunde. — Ventilation und Zug sind zweierlei. — Schlafen bei offenem Fenster heißt nicht: stets alle vier Flügel sperrnagelweit, sondern je nach Umständen nur die oberen oder auch nur einen ganz oder nur theilweise offen lassen. — Kinder legen sich Nachts nür bloß, wenn die Schlafstube zu warm, kein Fenster offen ist. — Stickhusten kommt meistens von Staubluft. - Nicht auf dem Wege zu oder von der Schule, sondern in der Schulstube werden die Kinder krank. — Tänzerinnen bekommen Auszehrung nicht vom kalten Trinken, sondern von der heißen staubigen Luft und vom Schnürleib. — Blutsturz darf nicht lüft- und wasserscheu behandelt werden. Briefträger bleiben gesund, weil sie sich stets in freier Luft bewegen, Stubenhocker werden brustkrank, weil sie das Gegentheil thun. — Die Lungenschwindsucht hat sich die ctviltsirte Gesellschaft selbst als „Geißel" aufgebürdet; nicht die Stadtluft, sondern die städtische Lebensweise erzeugt sie. — An Luftkur- oder Brunnenortcn wird man gesund, weil man beweglich und nüchtern lebt; draußen fleißig athyiet, Wasser trinkt und badet, anstatt sich tn's Bett zu legen und Arzenci einzunehmen — Lungenschwindsucht ist heilbar, wenn der „Candidat" gleich daheim eine Athmungs- und Bewegungskur gebraucht, nachher ist'S oftmals zu spät! In Räumen dagegen, in welchen der Mensch gezwungen ist, den ganzen Tag über schlechte Luft oder sogar Kohlendampf etnzuathmen, müssen bald Krankheiten eintreten, die gewöhnlich den schlimmsten Verlauf nehmen. Vreden, 29. Februar. Folgender ergötzliche Vorfall passirte jüngst in einer westfälischen Schöffengertchtssitzung. Ein Angeklagter wurde vom Richter gefragt, ob er schon in Untersuchung gewesen sei, worauf derselbe ganz naiv erwiderte: „Jawohl, aber als untauglich entlassen worden." — fDie hungrige Scheuerfrau.j Ein Engländer, der eine Villa in der Nähe von Dresden gemiethet hatte, verhandelte mit einer Scheuerfrau, welche die Wohnung vorher reinigen sollte, über den Preis dieser Arbeit Dabet entspann sich das folgende Gespräch: „Ich fange 6 Ubr Morgens an zu arbeiten", sagte die Scheuerfrau, „bekomme dann gewöhnlich um 7 Uhr 2 bis 3 Tassen Kaffee mit ebenso viel Semmeln, um 9 Uhr Butterbrot, mit Wurst oder Käse und 1 Glas Bier, um 12 Uhr das Mittagessen, um 2 Uhr Kaffee mit 2 bis 3 Semmeln, um 4 Uhr wieder Butterbrod mit Wurst und 1 Glas Bier, um 7 Uhr das Abendbrot», und ehe ich fortgche noch einige Tassen Kaffee; außerdem 2 Mark Tagelohn." Der Engländer hatte kopfschüttelnd zugehört. Als die Frau nun schwieg, fragte er: „Uas muß ich Sie geb, uann Sie den ganzen Tag freß?" „ r „ ** n f a l l - S t a t i st i k.j Im Monat Februar er. wurden bei der Allgemeinen Unfall-Versicherungs-Bank in Leipzig 12 Todesfälle, 3 lebensgefährliche Verletzungen, 6 Unfälle, die ihrer Natur nach eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Beschädigten erwarten lassen, und 611 Unfälle, aus deren Ursache sich für die Verletzten nur eine vorübergehende ____^^rdsunfähigkcit Vorhersagen läßt, zusammen 632 Unfälle angemeldet. Von den 12 Todesfällen ereigneten sich 2 in Steinkohlenwerken und je einer in 1 Maschinenfabrik, 1 Braunkohlenwerke, 1 Walzwerke, 1 Locomotivbauanstalt, 1 Reisstärke- fabrif, 1 Thonwaarenfabrik, 1 Brückenbauanstalt, 1 Gußstahlfabrik, 1 Seifenfabrik und 1 Eisenbahnbedarfsfabrik. D i e 3 lebensgefährlichen Verletzungen entfallen auf 1 Stahlwerk, 1 Straßen- eiscnbahn und 1 Cementfabrik, während die 6 Jnvaliditätsfälle in 1 Eisensteingrube, 1 Gasfabrik, bei 1 Eisenbahnbauunternehmcn, in 1 Buchdruckerei und in zwei Walzwerken vorgekommen sind. I I ■ . i Li-iburg 7,5“; CS* LÄZ 40—50 DB Mitteln t bMt Lokales Gießen, 4. März. Dr. Wintber, Assistenzarzt 1. Kl. vom 2. Großh Inf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, ist zum Stabs- und Bataillons-Arzt des 2. Bat. 8. Pomm. Jnf.-Regts. Nr. 61 befördert worden. M Gießen, 4. Marz. Ein schauerliches Unwetter herrschte gestern Abend und heute Nacht. Ein furchtbarer Sturm, vermischt mit wolkenbruchartigem Regen ließ an den 12. März 1876 zurückdenken, an welchem unsere schönen Walvungen so arg verwüstet wurden. Lahn und Wieseck haben rapid eine ungewohnte Höhe erreicht und übertrifft der Wasserstand der letzteren wohl noch denjenigen vom vorigen Jahre. -o „Volksküche" vertheilte heute 991 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 59, 932 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen. Äaufeilb^k A» Dißnck e£ I. Bau- l .Montau i Elcheii-Tsi 9 vudjen.§t »LZ im । Montag d von Honr fttt im Wen, Micken lichte mchverzeichnelei aerben: IW. R° Mhlff« < S. IktVitN, S,6,v fpU*1 Telegraphische Depeschen. Waguer's telegr. Correspoutzenr - Bure««. Berlin, 3. März. Der „Reichsanzeiger" publieirt eine Verfügung des Kaisers an den Reichskanzler vom 23. Februar, wodurch genehmigt tvlib,. daß für das Reffort te8 Generalpostmeisters eine dritte Abtheilung errichtet werde, die oberste Reichsbehörde für die Verwaltungszweige dieses Ressorts künftig die Bezeichnung „Reichspostamt" erhalte und der Generalpostmeistcr künftig den Titel Staatssecretär führe. Wegen Errichtung einer dritten Directorstelle hat der Reichskanzler endgültige Feststellung durch den Etat he» - betzuführen. Dresden, 3. März. Bei der Reichstags vahl im Wahlkreis Glauchau- Meerane wurde von 15,000 abgegebenen Stimmen der Socialist Auer (Himburg) mit einer Mehrheit non ca. 1000 Stimmen gewählt. Konstantinopel, 2. März. Die Ermittelung der Individuen, welche auf den russischen Botschaftsrath Onou und den Obersten Komaroff geschossen, ist in der Person von drei Bosniaken gelungen. Dieselben widersetzten sich bei ihrer Verhaftung durch Gensd'armen. Sie behaupten, in Folge eines Streites sich der Waffen gegeneinander bedient und den vorbetreitenden Komaroff nur zufäll'g verwundet zu haben. Petersburg, 3. März. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr wurde auf den General Loris-Melikoff beim Gingang in dessen Wohnung auf der großen Morskoi von einem jungen Mann aus nächster Nähe ein Schuß abgefeuert. Loris- Melikoff blieb unversehrt. Der Thäter ist verhaftet. Petersburg, 3 März. (Ergänzende Meldung). Ein unbekannter etwa 30jähriger Mann schoß mit einem Revolver aus unmittelbarer Nähe aus Loris - Mel'koff, als dieser vor seinem Hause in den Wagen stieg. Der General blieb unverletzt, seine Uniform wurde durchschoffen. Er selbst ergriff den Verbrecher. Petersburg, 3. März. (Weitere Meldung.) Loris-Melikoff ergriff den Attentäter selbst; Letzterer machte einen Fluchtversuch, wobei sich aber ein Junge ihm entgegenwarf, so daß jener zu Boden stürzte, worauf seine Verhaftung erfolgte., Die Untersuchung ist im Gange. Der Großfürst-Thron- folger, sowie die übrigen Großfürsten und zahlreiche hohe Würdenträger statteten Loris-Melikoff sofort Besuche ab. — Der Kaiser begab sich gestern nach 3 Uhr mit dem Großfürsten- Thronsolge- nach der Kasan'schen Kathedrale, wo er ein Dankgebet verrichtete und unternahm dann eine Spazierfahrt. Die Illumination war die glänzendste, welche jemals hier stattgefunden hat. Auf den Straßen spielten Musik- Corps und unzählige Equipagen und Droschken, buntgemischt, hielten eine Corsofahrt. Auf den Trottoirs bewegte sich eine Kopf an Kopf gedrängte, Hurrah rufende Menschenmenge. Das Fest verlief bis zu seinem Ende in ungetrübter Freude. Nirgends fand irgendwelche Störung statt. Brüssel, 3. Mär-. Gestern Abend nach Schluß der Vorstellung im Theater ^e la Monnaie erfolgte in dem Augenblicke, wo der Hofwagen mit der Königin um die Ecke der Rue d'Eeuyer bog, tute heftige Detonation. Es verbreitete stch alsbald oas Gerücht, es sei auf den Wagen der Königin geschossen worden. Die sofort angestellte Untersuchung ergab, daß es stch um die Explofion einer von einem Individuum geworfenen Petarde handelte. Karlsruhe, 3. März. Die Erste Kammer hat den Gesetzentwurf, betr. das Examen der Geistlichen, gemäß den Beschlüffen der Zweiten Kammer mit allen gegen eine Stimme angenommen. Konstantinopel, 3. März. Der russische Oberst Komaroff ist an seinen Wunden gestorben. Washington, 3. März. Der Finanz-Ausschuß des Repräsentantenhauses sprach sich gegen jedwede Revision der Tarifgesetze während der gegen- wärtigen Congreß-Sesston aus. Berlin, 3. März. Die Budget-Commission des Reichstags strich folgende Positionen des Extra-Ordinariums des Militäretats: 130,000 als erste Rate zum Neubau einer Garnisonbäckerei in Altona, 25,000 als erste Rate zum Neubau eines Fourage-Magazins in Parchim, 100,000 zum Neubau eines Gebäudes für die Intendantur des Gardecorps in Berlin und 110,000 zur Vollendung des Generalstabsgebäudes in Berlin, 125,000 für die Dienstwohnung des Diviflons-Commandeurs in Bromberg. Die Commission übertrug ferner die Posi'ion des Extraordinariums von 1,000,000 JC. zur Anschaffung von Schanzzeug auf die Anleihe. Paris, 3. März, Abends. Die Commission für die Rekrutirungsvor- lage sprach stch für Aufhebung des Freiwilligendienstes aus und stimmte der Verlängerung der activen Dienstzeit auf 40 Monate zu. London, 3. März. Das Unterhaus verurtheilte einstimmig ohne vor- hergegangene Debatte Grisell, welcher im vorigen Jahre die Privilegien des Hauses verletzte, damals der Strafe auswich, sich erst zwei Tage vor Parlamentsschluß stellte und dann eine Nacht im Gefängniß Newgate verbrachte, zur ferneren Gefangenhaltung in Newgate. Vor der Verurtheilunq batte Grisell eine Abbitte verlesen. Brüssel, 3. März, Abends. Repräsentantenkammer. Der Justizminister erklärt, die gestern Abend siattgehabte Detonation trage nicht den Charakter eines Attentates. Der Minister des Auswärtigen äußert sich über den Meinungsaustausch mit dem Vatikan und bebt hervor, durch die Beibehaltung der Gesandtschaft bei dem päpstlichen Stuhle sei durchaus kein Zugeständniß gemacht und nicht das geringste Recht aufgegeben worden. Petersburg, 3. März, Abends. Es heißt, der Attentäter habe noch einen zweiten Schuß auf Loris-Melikoff abfeuern wollen, dieser ihn ober durch •Ufe. 1 88 Scheith. Prügelh. Stockh. t e r. m m e t e r. Wellen. u 2 52 1463) 3. Bau-, Werk- und Nutzholz: 340 rr i 214 Stöcke 8 J wer- 30 45 Rmtr. Buchen-, Birken- unb Mit dem Eichen-Nutzholz (Hainstruth), das zu Werkholz (Wagnerholz) 20 und vorzüglich geeignet ist, wird der Anfang gemacht. tt 2000 und 9 21 und 318 49 5 5 Buchen-Scheit, 81 474 1428) Stern. ver- der tt besten Qualitäten, auch 1356 Homberg, am 1. März 1880. I. Engel, Curator. 1449) 744 8758 Eichen« Scheitholz, Buchey-, Birken- Nadel-Knüppel, 21 10 45 154 135 1269 1369 1056 263 11 10 55 201 37 288 // H ff ff Erchen-Stämme bis zu 68 cm Durchmesser und 16 m Länge, Buchen-Stämme bis zu 79 cm Durchmesser und 6 m Länge, Nadel-Stämme bis zu 31 cm Durchmesser und 18 m Länge, Stück Fichten-Derbstangen, Reish. Wellen. 2470 2780 2650 400 mm e 183 36 3 ■ Eichen-Stämme mit 220,12 Fstm. darunter Stämme bis zu 71 Ctm. Durchmeffer, Flchten-Stämme mit 18,33 Fstm. und bis zu 47 Crm. Durchmesser, Buchen-Stamm mit 1,23 Fstm., Erlen-Stamm mit 0,57 Fstm., Fichten-Stangen mit 7,91 Fstm. ■ Die Zusammenkunft ist im Dtstrict Langebruck bet Nr. 1. Climbach, am 1. März 1880. Großh. Bürgermeisterei Climbach. Bekanntmachung. Samstag den 13. ds. Mts. Vormittags von 10 Uhr an, Rau Buchen- 2 Eichen- — Nadel- — Wetchholz — Buchen-, Eichen-, Btrken- Erlen-Wellen, Rmtr. Buchen-, Btrken- Etchen-Stöcke, r 45-60 Kuhflchch 45-60 Kalbfleisch 45-55 A Hammelfleisch 40—6o Schwemefleisch 65—70 >4, ein Hahn JL 0.96—2.00, ein Huhn JLl 50-2 30 eine Ente Jk 2.50-3, eine Taube 50-60 Eichen-Stämme von 14—91 cm Durchmesser und 5—16 m Länge, Birken-Stämme von 1—28 cm Durchmesser und 5—8 m Länge, Birken-Derbstangen von 0,21 cm Durchmesser und 3—5 m Länge, Nadel-Derbstangen von 3,03 cm Durchmesser und 7—10 m Länge, Nadel-Retsstangen von 10,07 cm Durchmeffer und 5—10 rn Länge. 88 54 98 22 225 7200 113 29 51 Sichertshausen, bei der Sahlenwtese. Staufenberg, am 1. März 1880. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. 1397) Vogel. Wellen Eichen- u. Nadel-Retsh. Rmtr. Buchen'Stöcke, Die Gerichtsvollzieher: Geißler. Bauer. Hofraithe, Grasgarten daselbst, Grasgarten, die Kirschgasser- garten, Acker vor dem Schulbaum, Acker auf der dicken Heck, Acker daselbst. Grasgarten in der Schmiedwiese, Wiese auf dem Bruch. Holzverfteigerung in der Fürstl. Merförsterei Ltch. Dienstag den 9. März soll in den Distrikten Riedwald und Meilbach nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Holzverfteigerung im Staufenberger Gemeinde Wald. Im Distrikt Schabmberg, Mark und Maistrauch. I. Bau- und Werkholz: Messina- und Blutorangen in schöner Frucht empfehlen (1451 I. A. Busch Söhne. 2 100 Wald, Distrikt Langebruch und Thal, nachverzetchnetes Holz versteigert den, als: tt empfiehlt in im Anschnitt -Mbe! V, ‘ bt« ««i|3 sollen auf dem Ortsgerichtsbüreau zu Bleidenrod die dem Konrad Friedrich zu Bleidenrod gehörigen Immobilien steigert werden, als: 212 — - - - • - Bekanntmachung. 1459) Die Erhebung der direkten Steuern findet bei Großherzoglicher Districts-Einnehmerei Gießen I an den Wochentagen vom 5. bis 25. b. M. statt. Gießen, ben 3. März 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Gesuche um Erlaß von Zahlungsbefehlen und Vollstreckungsbefehlen nicht bei den Geltchts- vollziehern, sondern bei dem Amtsgerichte etnzubringen find; ebensowenig können Klagen rc. bei den Gerichtsvollziehern angestellt werden. Gießen, am 4. März 1880. 76 Eichen u.Nadel 2510 34 136 2600 14,7 — - Gießen, 1. März. Herberge zur Heimath.) Für die Herberge wurden ferner gegeben bezw. gezeichnet: ö ö ^-Einmalige Beiträge: Von Herrn Pfarrer Lindenborn in Odenhausen 15 JL Pfr. Welker in Kirchberg 3 JL., Prof. Dr. Streng 10 JL, F. N. 25 JL, A. S. 20 JL Frau Landrichter Bücking 10 jk, H. 2 JL, Otto Bergen, Gastechniker 3 JL, Pfr. Müller in Nieder-Rosbach 25 JL, H. W. das. 5 jk, Rechtsanwalt Dornseiff 60 JL, Apoth. Dr. Hempel 10 JL, Pfr. Bernbeck in Höchst a. d. Nidda 5 JL, Gymnasiallehrer Dr. Weiffenbach 10 Jk Fabrikant Otto Kempff 20 jk, Frl. v. Tttzenhofer und Frl. Bansa 10 Jk, Frau Adami 10 JL, Prof- Dr. Kretschmar 20 Jk, Pastor Dreier in Neuenkirchen 10 JL, Canzleirath Clemm 30 JL. Büdinger Missionskranz 7,90 jl, Decan Thylmann zu Büdingen 5 JL, Pfr. Oeier in Rodheim 10 JL, Pfr. Dr. Römheld in Bingenheim 5 JL, Pfr. Möller in Ramstadt 2 JL., Pfr. Frank in Ober-Lais 2 JL, Baumeister Calmann in Nidda 3 JL, Pfr. Hohmeyer das. 5 JL. Prof. Dr. Kattenbusch dahier 30 Jk b. Jahresbeiträge: Von Herrn Prof. Lemcke dahier 10 Jk, Rechtsanwalt Batst 2 JL Pft. Eckstein in Ridda 5 Jk., Buchhändler Ferber daher 5 Jk Zusammen mit den früheren Beträgen 4191 Jk 40 Weitere Beiträge nimmt Kreisamts-Gehülfe Döring zu Gießen entgegen. Dienstag den 9. Märzr 218 Rmtr. Montag den 8. März: Die Zusammenkunft ist- auf der Shauffee nach Rödgen an den Ochsenwiesen. Gießen, am 28. Februar 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 1381) A. Bramm. Holzversteigerung in den Ireih. von Nordeck Mr Kabenau'schen Waldungen. Es wird versteigert in den Distrikten Hainstruth, Kahleberg, Katzen- geheg, Rtnnwege 7 und Ziberg: Dienstag den 9. März d. I.: Nehiffeberleht. Mitgetbeilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd <♦ ÄL. Dietz in Gießen. Bremen, 3. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weser, Eapttän C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Februar von Rewyork abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton an- gekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 7 Uhr ÄbendS die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 68 Passagiere und volle Ladung. Gothaer Cervelatwurst, Zungenwurst, Zeberwurss Mtr. Hofraithe im Ort, „ Grabgarten daselbst an Ss,*» o „$QJI 1876 ,‘7 u"‘®ieW " itcji ""dk, him», i, „ -Reisstangen. II. Brennholz: Stoll Neustadt i. £>,. ^öbrrn vor dem >n ö Meter auf. Ctn r» «wachjtn. 1 6% Uhr sichtbares auch nahezu dem massiven *i M den eisten dnken, beztz Te- ’qM van Stlbrr- i ton Friedländer chnten öaqer von R daß tie rreib: i'chine 616 in die en in der vierten sruerschein wahr- tiqmihnen ersten nzruommen batte, ich tit 4. und 2. f der Vrandstelle. i« m tit andm men warm. Ihn ofort secks große s'vrrtzm, von denen re in dn örüeken- noriff ullterßüßten. Posto gefaßt, dem d der unsebeunen sielen vorhandenen nfanz zu alb ab- tt teS enckflklten an di, Ääumnng itt das 9ro8 ab- ’nrmt noch fertig den Straßen, ps der fcltmmtt datz sog« hatte, be- i. Don Dr. Paul i tit Lunge ; war oen ter Lunae aus rnminnnt Frische jt zu Liebe müssen ann man sich nW . röüren sind dazu dkitSlebre verlangt , cet Stunde. - cht: stets alle vier :r einen ganz oder :i( Schlafstube zu 1 Nicht auf dem kinver kant. - r heißen staubig« bcbandelt werden. jbenbocftT werden tu ctviltstrte Oe- U,che Lebensvast n beweglich und j Bitt zu lege- edidat- gl-ich d°' ftät! ^-«anmm , Mt oder sogar ’ c(n schlimmsten t tl schon « ,,x fli| untauglich , taw *5 i " A S> atrfniM W I , ßhendbrod' , Jl»61'9“' tn lO9