Freitag den 3. September Str. 208 1880 Meßmer Mmeiaer A^eigr- nb Amtsbiüti flr bt» Kreis Gieße» Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS bis Gießen, den 22. August 1880. PreiO Vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringxrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. bis den der An- Dauer eines gesetzlichen Vierteljahres abgeschlossen zu betrachtenden Dienstverträgen jeder gesetzlichen Berechtigung entbehrt, wenn nicht etwaS Anderes ausdrücklich vereinbart ist. 6) Wenn ein Dienstbote sich an mehrere Dienstherrschaften für dieselbe Zeit vermiethet, so ist er verpflichtet, bet derjenigen Dienstherrschaft auf deren Verlangen einzutreten, mit welcher er den Dienstvertrag zuerst abgeschlossen hat, den übrigen Dienstherrschaften ist er zur Zurückgabe des etwa empfangenen Miethgeldes und zum Schadenersatz verpflichtet. Wenn eine Dienstherrschaft einen Dienstboten, von dem sie weiß oder den Umstanden nach annehmen muß, daß er sich für dieselbe Zeit bereits an eine oder mehrere andere Dienstherrschaften vermiethet, den Dienst aber unbefugter Weise nicht angetreten oder verlassen hat, in ihre Dienste aufnimmt, so ist sie den früheren Dienstherrschaften zum Schadenersatz verpflichtet. Außerdem ist in den ebm angegebenen Fällen gegen die Dienstherrschaften bezw. die Dienstboten eine im Nichtzahlungsfalle in Hast zu verwandelnde Geldstrafe von 10 bis 40 Mark zu erkennen. (Art. 7.) 7) Wenn ein Dienstbote den Dienst vertragswidrig nicht antritt oder unbefugt aus demselben austritt und wenn ein D'.enstbote von der Dienstherrschaft vertragswidrig nicht in Dienst angenommen oder vor Ablauf der Dienstzeit entlassen wird, so trifft die schuldige Dienstherrschaft oder den Dienstboten neben anderen im Gesetze bezeichneten Nach, theilen unter Umständen eine vom Straftichter zu erkennende Geldstrafe von 10 bis 40 Mark. (Art. 19 und 21.) 8) Wenn ein Dienstbote durch Vorspiegelung unwahrer Thatsachen die Dienstherrschaft zur Genehmigung seines vorzeitigen Dienstaustritts bestimmt hat, so trifft den Dienstboten neben anderen gesetzlichen Nachtheilen ebenfalls eine Strafe von 10 bis 40 Mark. (Art. 20.) dieser Bekanntmachung genannten Gesetze enthaltenen polizeilichen Vorschriften Großherzogliche Poltzeiverwaltung Gießen. Fresenius. 1) Der Gesinde-Dienstvertrag ist gültig abgeschlossen, wenn beide Theile sich über die Art der von dem Dienstboten zu übernehmenden Dienste im Allgemeinen und über die Gegenleistung der Dienstherrschaft mündlich oder schriftlich geeinigt haben. (Art. 2.) 2) Die etwaige Einhändigung und Annahme eines Miethgeldes gilt als Beweis des Vertragsabschlusses. Der Betrag des Miethgeldes wird, wenn nichts anders ausgemacht ist, auf den Lohn nicht abgerechnet. Einseitige Zurückgabe oder Ueberlaffuug des Miethgeldes löst den Vertrag nicht auf, (Art. 3.) 3) Ist über die Däner der Dienstzeit nichts vereinbart, so wird der Vertrag als auf die Dauer eines gesetzlichen Vierteljahres abgeschlossen angesehen. Ein gesetzliches Vierteljahr beginnt entweder mit dem ersten Werktag nach Weihnachten, oder mit dem ersten Werktage nach Ostern, oder mit dem Johannistage, oder mit dem Michaelislage und schließt an dem Tage des Beginnes des jeweilig nachfolgenden Vierteljahres. Em im Laufe des gesetzlichen Vierteljahres abgeschlossener Dienstvertrag gilt, wenn nichts anderes vereinbart ist, als bis zu Ende desselben eingegangen. (Art. 7.) 4) Bei dem Gedinge monatlicher Zahlung wird der Vertrag als auf die Dauer eines Monats abgeschlossen angesehen. (Art. 5.) 5) Der Dienstvertrag, welcher bei den auf die Dauer eines gesetzlichen Vierteljahres gemietheten Dienstboten nicht vier Wochen oder bei monatsweise gemietheten Dienstboten nicht 14 Tage vor Ablauf der Dienstzeit gekündigt wird, ist für ein weiteres Vierteljahr bezw. Monat als stillschweigend erneuert zu betrachten. (Art. 8.) Es wird hierbei bemerkt, daß nach Vorstehendem die dahier so häufig beliebte Aufkündigung von 14 Tagen bei den als aus die Wetter nehmen wir Veranlassung, außerdem die in dem zu Anfänge durch nachstehenden Abdruck wiederholt zu öffentlichen Kenntniß zu bringen. Art. 37. Jeder Dienstbote wird, sobald er in einen Dienst etngetreten ist und dieses nochgewiesen hat, von der Ortspolizeibehörde in das von dieser zu führende Gesindereg'.ster eingetragen und erhält zugleich ein vorschriftsmäßiges Dienstbuch, insofern er ein solches noch nicht besitzt. Wer bereits früher ein Dienstbuch erhalten hat, ist zur Vorlage desselben bei der Ortspolizeibehörde zum Zwecke der Vistrung desselben bei Meldung einer.Geldstrafe von 1 bis 10 Mark verbunden. ist berechtigt und ans Verlangen des Dienstboten verpflichtet, die Dienstherrschaften zur wahrheitsgemäßen Ertheilung oder Erläuterung von ertheilten Dienstzeugntssen aufzufordern. Dienstherrschaften, welche dieser Ausforderung nachzukommen sich weigern, werden für jeden Fall des Ungehorsams mit einer Geldstrafe von 1 bis 30 Mark bestraft. Dle auf Erfordern der Ortspolizeibehörde ertheilten Zeugnisse werden von derselben im Dienstbuche ebenso eingetragen, wie die gegen Dienstboten ergangenen rechtskräftigen Strafurtheile. Die Gerichte sind verpflichtet, von derartigen, gegen Dienstboten ergangenen Urtheilen der Ortspolizeibehörde des Ortes, an welchem der Dienstbote zur Zeit des ergehenden StrasurtheilS in Dienst steht, abschriftliche Mit- thetlung zu machen. Die Ortspolizeibehörde hat hierauf das weiter Erforderliche zu veranlassen. Art. 42. Der Dienstbote, welchem ein ungünstiges Zeugniß ertheilt worden ist, kann auf die Ausfertigung eines neuen Dienstbuchs antragen, wenn er nachweist, daß er sich während zwei Jahren tadellos geführt hat. Art. 43. In die Gtsinderegister sind, außer dem Vor- und Zunamen, Alter Und Geschlecht der Dienstboten, den eintretenden Dienstwechseln und den Namen der jeweiligen Dienstherrschaften, die ertheilten Dienstzeugniffe und die gegen einen Dienstboten ergehenden rechtskräftigen Strafurtheile ihrem wesentlichen Inhalte nach einzutragen. Art. 44. Die Ortspolizeibehörde ist verpflichtet, deu Dienstherrschaften auf ihr Nachsuchen, gegen eine von ihnen zu entrichtende Gebühr, die Einsichtnahme der Gesinderegister zu gestatten, bezw. Auszüge aus demselben zu ertheilen. Art. 45. Gestndeverdinger, welche ihr Gewerbe dazu mißbrauchen, Dienstboten zum Wechsel des Dienstes zu verleiten, werden mit einer im Nichtzah- lunassalle in Haft zu verwandelnden Geldstrafe von 5 bis 50 Mark bestraft. Gleicher Strafe unterliegt, wer Dienstverdinger durch Geschenke oder Versprechen zu einem solchen Mißbrauch vorsätzlich bestimmt hat. Art. 47. Auf Dienstboten, die bei der Dienstherrschaft nicht wohnen, finden die Bestimmungen in Artikel 37 bis 43 keine Anwendung. Art. 38. In der Regel darf keinem Dienstboten, welcher schon ein Dienstbuch erhalten hat, ein neues ausgefertigt werden, trenn er nicht das alte vorzeigt, oder auf glaubhafte Weise die Ursache nachwetst, welche ihn an der Vorzeigung hindert. In das vorzuzeigende alte, wie in das neu auszufertigende Dienstbuch muß auf das eine, wie auf das andere durch geeigneten Eintrag hingewiesen, namentlich auch der Tag der Ausfertigung des neuen Dienstbuchs im alten angemerkt werden. Art. 39. Das von der Ortspolizeibehörde ausgestellte ober vtsirte Dienstbuch hat der Dienstbote bei Vermeidung einer Geldstrafe von 1 5 Mark unverzüglich an seine Dienstherrschast abzugeben. Die Dienstherrschaft ist bei Vermeidung einer Geldstrafe von 1 5 Mark verpflichtet, innerhalb 48 Stunden nach erfolgtem Dienstantritt Dienstboten zur Abgabe des Dienstbuches an sie anzuhalten und im Falle Verweigerung der Abgabe desselben hiervon der Ortspolizeibehörde sofort zeige zu machen. Art. 40. Die Dienstherrschaften sind bei Vermeidung einer Geldstrafe von 1 bis 5 Mark verpflichtet, den Tag des Dienstemtrittes und den Tag des Dtenpaustrittes ihrer Dienstboten in deren Dienstbücher einzutragen. Es bleibt dem Ermessen der Dienstherrschaften überlassen, ob dieselben bei dem Dienstaustrttte ihrer Dienstboten mit jtncm Einträge in das Dienstbuch zugleich auch ein Zeugniß über die Ausführung der Dienstboten verbinden wollen, in welchem Falle dieses Zeugniß der Wahrheit gemäß auszustellen und von der Dienstherrschast eigenhändig zu unterschreiben ist. Art. 41. Die Ortspolizeibehörde ist jeder Zeit, auch während.der Dauer deS Dienstes, befugt, die Einsicht des Dienstbuchs zu verlangen. Sie Da wir schon oft die Wahrnehmung gemacht haben, daß die durch das Gesetz vom 28. April 1877, die Gesindeordnung betreffend, bezüglich der Rechtsverhältnisse zwischen Dienstherrschaften und Dienstboten, insbesondere bezüglich der Dienstzeit, des DienstwechfelS und der beiden Seiten zustehenden Kündigung festgesetzten Bestimmungen in den weitesten Kreisen nicht gekannt sind, sehen wir uns bei dem Herannahen des am Michaelistage pattfindenden gesetzlichen Dienstwechsels veranlaßt, in Nachstehendem auf einige Bestimmungen deS genannten Gesetzes besonders aufmerksam zu machen. ehEKfriiieMlmtcau: / Schulstraße v. 18. Drum strebe vorwärts unverzagt, Mein theures, deutsches Vaterland I Lokales. Gießen, 2. Septbr. Im Monat August wurden von der Schutzmannschaft Anzeigen erstattet: Wegen schädlicher Ausdünstung 4, Lebcnsmtttelfälschung 15, bösartiger Thiere 4, sonstige Sanitätspolizei 2. Sicherheitspolizei: Bettler 38, Trunkenheit 10, Ruhestörung 106, Diebstahl 22, Betrug und Unterschlagung 2, schwere Körperverletzung 1, Verstoß gegen das Meldewesen 13, sonstige Sicherheitspolizei 16. Ferner im Interesse der Sittenpolizei wegen Thierquälerei 5, gegen Prostitmrte 10, wegen Störung der Sonntagsfeter 1, wegen Ueber- tretung der Feieräbendstunde 24, sonstige Sittenpolizei 9. Gewerbepolizei: Droschken ordnung 5, Dienstmannsordnung 1, sonstige Gewerbepolizei 28. Stratzenpolizei: wegen unterlassener Straßenreinigung 8, Fabrordnung 12, sonstige Straßenpoitzet 52. Baupolizei 8, Feuerpolizei 5, Steuerdefraudation 7. Arretirt wurden: 37 Bettler, 5 Obdachlose, 8 Betrunkene, 8 Prostitmrte, wegen Widerstand 2, wegen Diebstahl 8, 1 wegen Betrug und Unterschlagung, sonstige Verhaftungen 3, auf Requisition 2, Schulkinder 2. Ferner hatte die Schutzmannfchaft nachfolgende Besorgungen anszuführen: Sie hatte 81 Ladungen zu bestellen, 197 Briefe auszutragen, 1033 Steuerzettel zu befördern und 169 Anforderungszettel zu in- sinuiren. An Impfpflichtige wurden 1 und außerdem noch sonstige 10 Meldungen besorgt. Umfragen bei sammtltchen Goldarbeitern, Uhrmachern und Händlern wurden 9 gehalten, außerdem hatten 36 Vernehmungen bei Gericht zu erfolgen. Nachdem noch 68 Verfügungen, 47 Ermittelungen, 49 Ausschreiben und Transportpapiere zu besorgen waren, schließt der Bericht mit 1 Vorführung im verflossenen Monat. — DerruischteS — sDom deutschen Kronprinzen 1 Gelegentlich der Anwesenheit des deutschen Kron- Prinzen in Ulm wird folgende kübsch- Episode erzählt: .Zum Dejeuner, da« der Kronprinz im Mrstensalon de« Babnbof« -innahm, war anfanq« für 12 Personen gedeckt. Unerwartet kam nock W »• Stauffenderg aus Reissen, um den Kronprinzen zu begrüßen und wurde alcickfall« zur Tafel aelaoen. Damit «ar aber d,e omino>e Zahl „13 »oll und man befand sich in eeni er Verlegenheit, wie dem abzuhelfen wäre In diesem «ugenblicke kommt d.e Frau ines Unterosficier« de« 5. Regiments mit ihrem ,n die wurttembergische Uniform g-kl- oetm 6jähr,gen Knaben und bittet um die Erlaubniß, dem Kronprtnzen durch die Hand des Klemen einen Blumenstrauß überreickcn zu dürfen. Der Kronprinz nahm das Bouquet freundlich an ^sef.Echelnd den jungen Krieger als Vierzehnten an den Trsch, wo es sich dtefer denn auch trefflich schmecken ließ " Dlt 5 sofort um daß Itl« ®öU a _ großer “SÄ Diamanten, " «'S Mel>271 nnnbt werden zu Ml itt Lid- 9«“$ a Lolfsanger tm jog- Hannover gehörig) ' brüte geliefert hat. iosit Knochenreste. MW über dem mften jedenfalls de Wtenden Zuwacht Wgebung erhaltm Mainz. 2- tin Jusammenlauf zesangen, es sti ihr habe. Das Körbch schiedene Umstände Geld gewesen sei. gestand dastelbe $in, Derlust des Hunde: - IJbJ Bauer mit dem E es reif sein wird, ist Hanf." Deutschland. Darmstadt, 1. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog wohnten heute Vormittag der Jnspicirung des zweiten Großberzoglichen Jnfan- terie-Regiments (Großherzog) Nr. 116 aus dem Griesheimer Schießplatz bei, nahmen darauf im Großherzoglichen Schlosse militärische Meldungen entgegen und empfingen den Oberhofprediger Bender, den Steuer-Jnspector Weigel, sowie den Pfarrer Matthes von Jugenheim; zum Vortrag den Staatsmtnister Frhrn. v. Starck und den Mintsterial-Prästdenten Schleiermacher. Berlin, 30. August. Die Residenz der Majestäten wie der Prinz, lichen Herrschaften wird am 9. September aus Potsdam nach Berlin verlegt. An demselben Tage treffen auch die bislang noch nicht anwesenden fürstlichen Gäste des Hofes in Berlin ein. Nach Beendigung der Manöver geht der Kaiser bekanntlich an den Rhein. Am letzten Septcmbertage feiert die katser- liche Familie das Geburtsfest der Kaiserin in Baden und von dort kehrt der Kaiser im October bittet nach Berlin zurück. — Die Annahme, daß die Uebernahme des preußischen Handelsministeriums durch den Fürsten Bismarck persönlich nicht auf bloßer Zufälligkeit beruhe, sondern mit der beabsichtigten Revision der Gewerbeordnung zusammenhänge, gewinnt Bestätigung. Wie weiter verlautet, hätte vor längerer Zeit zwischen dem Reichskanzler und dem Staatsmintster Hofmann gerade der Umstand zu Differenzen geführt, daß der letztere die Vorschläge über das Jnnungswesen selbstständig und ohne vorherige Verständigung mit dem Fürsten Bismarck ausgearbeitet hatte. — Fürst Hohenlohe verläßt morgen Abend Berlin und begibt sich auf seine Besitzungen; seine Abwesenheit dürfte 4 Wochen dauern. Der Fürst kehrt sodann hierher zurück und wird die Leitung des Auswärtigen Amtes so lange weitcrführen, bis in dieser Beziehung endgültige Bestimmungen getroffen sind. Berlin, 1.September. Das Armee-Verordnungsblatt bringt folgende Ansprache des Kaisers an die Armee (von uns bereits gestern auszugsweise mitgetheilt): Soldaten des deutschen HeereS! Es ist Mir heute ein tief empfundenes Bedürfniß, Mich mit Euch in der Feier des Tages zu vereinigen, an welchem vor zehn Jahren des allmächtigen Gottes Gnade den deutschen Waffen einen der glorreichsten Siege der Weltgeschichte verliehen hat. Ich rufe denen, welche in jener Zeit schon der Armee angehörten, die ernsten Empfindungen in die Erinnerung zurück, mit denen wir in diesen Krieg gegen eine uns in ihren ausgezeichneten Eigenschaften bekannte Armee gingen, ebenso aber auch die allgemeine Begeisterung und das erhebende Gefühl, daß alle deutschen Fürsten und Völker eng verbunden für die Ehre des deutschen Vaterlandes eintraten. Ich erinnere an die ersten Tage banger Erwartung, an die bald folgenden ersten Siegesnachrichten, an Weiße, bürg, Wörth, Sptchern, an die Tage vor Metz, an Beaumont und wie endlich bann bei Sedan die Entscheidung in einer unsere kühnsten Hoffnungen und größten Erwartungen weit übertreffenden Weise fiel. Ich erinnere auch mit wärmstem Dankgesühl an die bochverdtenten Männer, welche Euch In jener Ruhmeszeit geführt haben, und Ich erinnere endlich an die schweren, schmerzlich betrauerten Opfer, mit denen wir unsere Stege erkämpften. MtfWtnei Tmfiag b( "Mm «)* Dn Ach«, WuseS der dm Dnjeld oemjenigen hi mittag« 5 Wieseck, btn > 5722) Mene Verss *igt worl Debit, Mer dch„ U Szenen «us । ft »Nb J Hh Da« Mas. Ji3fn @4 Montag b. 1‘ Ntt. J1 b C'^ea Tharen ihrer Vorfahren erfüllen. Wie in Mir die Gefühle des tiefsten Dankes für des gütigen Gottes Gnade und der höchsten Anerkennung — insbesondere für Alle, die in dieser Zeit mit Rath und That hervorgetreten sind — leben, das habe Ich oft ausgesprochen, und Ihr kennt das Herz Eures Kaisers genug, um zu wtflen, daß diese Gefühle in Mir dieselben bleiben werden, so lange Gott Mir das Leben läßt, und daß Mein letzter Gedanke noch ein Segenswunsch für die Armee sein wird. Möge die Armee aber in dem Bewußtsein des Dankes und der warmen Liebe ihres Kaisers, wie in ihrem gerechten Stolz auf ihre großen Erfolge vor zehn Jahren auch immer dessen eingedenk fein r daß sie nur dann große Erfolge erringen kann, wenn sie ein Musterbild für die Erfüllung aller Anforderungen der Ehre und der Pflicht ist, wenn sie unter allen Umständen sich die strengste Dtsciplin erhält, wenn der Fleiß in der Vorbildung für den Krieg nie ermüdet und wenn auch das Geringste nicht mißachtet wird, um der Ausbildung ein festes und sicheres Fundament zu geben. Mögen diese Meine Worte jederzeit volle Beherzigung finden — auch wenn Ich nicht mehr sein werde — dann wird das deutsche Heer in künftigen Zeiten schweren Ernstes, die Gott noch lange von uns fern halten möge, jederzeit so wie vor zehn Jahren der feste Hort des Vaterlandes sein. Schloß Babelsberg, 1. September 1880. gez. Wilhelm. Vorstehende Ansprache Sr. Majestät des Kaisers ist am 1. September bekannt zu machen. Kriegsministerium, v. K a m e k e.__ Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Correspondenz-Burrau. London, 1. Septbr. Unterhaus. Lord Hartington informirt Lawson, daß im Interesse bes Staatsbienstes eine Debatte über bie orientalische Frage nicht erwünscht fei. Lawson vertagt hierauf seine Anfrage vorläufig bis mor- gen. Lord Hartingion erklärt außerdem, bie Regierung habe neuerbings keine I Nachrichten aus Afghanistan erhalten. Paris, 1. Septbr. Der „Temps" sagt, alle Vorstänbe bet Sengte» 1 gattonen haben eine Erklärung unterzeichnet, die officiell durch den Cardinal Guibert dem Ministerpräsidenten Freycinet alsbald nach dessen Rückkehr nach Paris überreicht werben soll. — Heute Vormittag fanben sich in ben Lehranstalten bei Jesuiten zu Paris, Lille, Poitiers, Toulouse, Montpellier rc. Polizeicommissäre ein. Die- selben trafen dort bie Repräsentanten bet bez. Civilgesellschaften an unb con» statirten die Abreise der Jesuiten. Nut in Poitiers fand der Commiflar I 6 Jesuiten vor, von welchen 3 sich als Eigentümer des Hauses erklärten; I die 3 anderen wurden von dem Commiflar ausgewiesen. Es kam hier zu unbedeutenden Manifestationen, indem sich die Rufe vernehmen ließen: Es leben bie Jesuiten 1 unb anbererseits: Nieder mit den Jesuisen I An allen anderen I Orten erfolgte die Ausführung der MSrzdecrete ohne Zwischenfall. London, 1. Septbr. Die „Times" meldet aus Quetta von heute: General Roberts ist gestern in Kandahar eingetroffen. Ayub Khan machte einen Versuch, Verhandlungen anzuknüpfen. General Phayre ist mit seiner ganzen Streitmacht abmarschirt, da ein Zusammenstoß bei Taktipul zu erwarten steht. ~ t Bukarest, 1. Septbr. Das ministerielle Journal „Romanul" demen- tirt bie Sensations-Nachrichten bezüglich bulgarischer Banben in b-r Dobrudscha. Die vereinzelt auftauchenben Räuberbanden hätten gar keine politische Bedeutung, beständen nicht aus Bulgaren, sondern aus brodlosen und heimathlosen Türken und leisteten den rumänischen Soldaten niemals Widerstand. London, 1. Septbr., Abends. Unterhaus. Die irischen Deputirten verhindern die zweite Lesung der Finanzbill, in der Tendenz, dadurch gegen bie heute erfolgte Verwerfung ber irischen Wähler-Registrirungsbell Seitens bes I Oberhauses zu protestiren. , „ — Laut Melbung aus Simla vom 1. Septbr. würbe heute bei Angiiff des Geneials Robeits auf Ayub Khan eiwaitet. Straßburg, 1. Septbr., Abenbs. Der Statthalter Generalfelbmar- schall v. Manteuffel ist heute Abend 9 Uhr nach Gastein abgereist. Ragusa, 1. Septbr. Nach hierher gemeldeten Gerüchten richteten bie Albanesen gestern ein Telegramm an den Sultan, worin sie ihren Patriotismus befeuern und versichern, sie seien entschlossen, bis aus's Aeußerste zu kämpfen, um die Integrität ihre? Gebietes aufrechtzuerhalten. Die Dsteae des Patriotismus. Es war eine große Zelt, die wir vor zehn Jahren durchlebt haben; die , r . „ ,.(,,.,(1. (■«,., < r . ! Erinnerung an sie läßt unserMller Herzen bts zum letzten Athemzuge hoch Die vaterländischen Erinnerungen sind das köstlichste Gut der Volker, j f,( unb ftc wird noch unsere späteren Nachkommen mit Stolz auf die wohl ist es ein Idealismus, der da lehrt, bie Jugend durch die Schilderung - - - der Heldenthaten zu begeistern, aber er trägt wirkliche, sichtbare Früchte. Gerechter als die weisesten Fürsten und die entwlckelistm Völker ist die Weltge- . schichte, die unS den Sieg der Ideen lehrt und darum ein lebendiger Protest | gegen jene nüchterne Real- und Machtpolitik ist, weiche eines gesunden Jdea- j Usrnus entbehren zu können glaubt. Es ist In Deutschland kaum ein Dezen- j nium, welches uns von den großen historischen Tagen trennt, in welchen die Tapferkeit der vereinigten deutschen Armeen und die Opferwilligkeit des ganzen deutschen Volkes das einige Vaterland zur Wahrheit machte, und doch beginnt sich bereits eine Tagesströmung bemerkbar zu machen, welche jene Erfolge zu verkleinern bemüht ist. Die Einen meinen, ehe Deutschland jubilire, möge es erst seinen Frieden mit der Kirche machen, die Andern sagen, man solle mehr an bie Gegenwart, als an bie Vergangenheit benten und den nationalen Wohlstand erstreben, bie Dritten enblich, es gebühre sich nicht, Schlachtentage zu feiern, welche Frankreichs Empfindlichkeit wachrufen könnten. Aber alle diese Einwände find hinfällig, denn ein großes Volk hat keine Rücksichten zu nehmen auf Feinde im Innern und Gegner an den Grenzen. Das ist eben ber große Erfolg jenes weltgeschichtlichen Kampfe?, welcher Deutschland. zu feiner Machtstellung in Europa erhob, daß wir nicht mehr nöthlg haben, ängstlich nach Paris und Petersburg, nach Rom oder nach Wien zu blicken, wenn wir unsere nationalen Feste feiern. Unser Patriotismus kann ruhig seinem innersten Gefühl folgen, unb es ist unsere Pflicht, ihm ge» recht zu werben, nicht um unserer selbst willen, bie wir begnadet waren, eine denkwürdige Zeit zu durchleben, sondern unserer Jugend, der späteren Generationen halber, welcher wir die patriotischen Erinnerungen, welcher wir unseren Patriotismus als ein Erbgut zu hinterlaffen haben. Die neueste Geschichte, die wir selbst geschmiedet haben, wird für alle Zeiten denkwürdig bleiben, weil sie den größten Wendepunkt in den Geschicken Deutschlands bezeichnet, und wenn man dies noch feiern unb besingen wirb, wenn einst um Kaiser Wilhelm unb feine Palabine bie Sage ihren halben Mythenkreis weben wirb, so soll man in ferner Zukunft auch bavon fingen unb sagen, baß bas beulsche Volk von Anfang an bie Größe bet neuen Zeit begriffen und gewürbigt hat. In ber Pflege unserer patriotischen Erinnerungen bedürfen wir keiner Rathschläge anderer Völker; mir sollen uns aber auch in dieser Pflege des Patriotismus nicht durch eigenen Pessimismus beeinflussen lassen. Es ist in Deutschland nicht Alles so gekommen, wie die nationalen Optimisten erwartet haben; bas verflossene Jahrzehnt hat manche Enttäuschungen gebracht, aber es ist nicht mehr bie Zelt, wo ber Dichter fang: „Untröstlich ist's noch aller» wärts l" Im Gegentheil winkt uns bie tröstliche Zuversicht, baß bas Mor- genroth einer besseren Zeit anbricht, von bei es heißt: Die Zukunft steht in Gottes Hanb, Doch ahnt mii, baß sie schön dii tagt, Liei Wr bie Wge! weiße, wollene 6e Men. Lieferung W Musterteppi 11. September b. portofrei einreichei b'MWn jeber; tonnen. Die Lün unb bie Breite 1; Mamnschloß, 1 Großherzogl. ßai M) K a Belm > - auch in fünfte jeber. fein. [,bt Haie,., v '^iuge'hch 6loli aus bl ’*> Ootttf ch, Jxin dieser n $ °ff auz- itt’S sßtij “toi" dann ftt0L aller An, ± Ninbtn blb""9 füt ben ) u uin der ilhelm. Im September lnsonnttt Swfon, DTientalijte grage ’oüiu^ 6i8 mor» e vrurrdtnzs keine Habe der Kongre- ^rch den Cardinal eßen Rückkehr nach in der Jesuiten zu uniffLre rin. Die« faften an und ton« mb der Loannissar Hauses erklärten; cs tarn hier ju um ließen: Ts leben An allen anderen hensall. Quetta von heute: Äpub ^khan machte nvrr ist mit seiner ; bei Taktipul )ll .Manul" demen« in der Dobrudscha- e politische Bedeu« a und heimathlosea lderßand. irischen Lryutirten , dadurch gezen die zSdill Seitens des it heute der Angriff [ter ©eneralfelbma^ t§n^richtetea die sie ihren Patriot z aufs Aeußerste -v it*&___________ < Lerstoh «Esten lerbepoj1!0 ' n untfl goUfO(l|r, Reallehrer. Es wird auf den 1. October für eine berechtigte Lehranstalt nebst Pensionat ein unverheiratheter Reallehrer (wennmöglich Zeichner) oder Candidat der Philologie gesucht. Näheres ohne Zusendung von Zeugnissen unter 8. 61780 an Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M. (5591 s Lumpen werden angekauft. Judenga fr. -A t.v Städtisches Technikum Seesen (Herzogthum Braunschweig) für Bauhandwerker, Maschinenbauer , Architekten, Ingenieure, Geometer. 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TheiL Alpenliedermarfch, für 6 Schlagzithern, Flöte, Guitarre und Holz- und Strohinstrument ...... . „ Erinnerung an Wien, Solo für Streichzither......„ Rendezvous im Zillerthal, Potpourri,.......arr. „ Wie der Wind, Galopp .......„ Hünn. I Bartl. Brand. Darr. Sonntag, den 5. und Montag, den 6 September: MlH m eUest zu Mm-Lind en wozu freundlichst einladen 5736) die Wirthe ____________Fhil. Rinn und Friedr. Runge. 5737) Bei bevorstehendem Kirchweihfest ju Klem-Nnden empfehle meine Wirthfchaftsloealitäten aufs Beste. Musik, der Giessener Civilcapelle. Freundlichst ladet hierzu em Wilhelm Rinn. Sonntag den 3. und Montag den 6. Septbr.: KirWifat zu klein-Linden und zugleich Cinweihung meines neu erbauten Saales, wozu ergebenst einladet (5726 Jg. Hinterlang. Sonntag den 5. und Montag den 6. Septbr.: Mwellifet zu Krofilorf. 7 wozu ergebenst einladet (5721 K. Kahlert. Geld - Cours 16 16 20 16 16 9 4 17- 21 17-21 38-42 70-75 65 60-65 20-23 W Gesucht auf sofort ein tüchtiges Dienstmädchen. 5662) M. Rothenberger, Kaplansgasse. Todes-Änzeige. 5735) Statt besonderer Anzeige machen wir Verwandten und Bekannten die traurige Mitthetlung von dem gestern Morgen 5j/2 Uhr nach langem schwerem Leiden erfolgten Ableben unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Wilhelmine Rinkler und bitten um stille Thetlnahme Wilhelm Krämer und Frau. Gießen, den 2. September 1880. Die Beerdigung findet Freitag Morgen 9 Uhr vom Sterbehaus, Neustadt D- 205, aus statt. 5728) Für ein auSgebretteteS Mode- waaren u. ConfcktionSgefchäft wird ein tüchtiger Vertreter oder Agent gesucht, welcher hier und in der Umgegend bekannt ist; in ähnlicher Branche Etablirte erhalten den Vorzug. Offerten mit Angabe der seitherigen Stellung *unt> Referenzen befördert sub Nr. 852 Rudolf Möwe, Frankfurt a. 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Da v werben nicht nu Officim zm E Strategen der £ es wirb neben I Neue stubirt uni Die Armee baff mus, ber nicht n beit »erben muß Jfi bie ßorfäule es sich nicht um j Qvinteffenz aller (i chnben Menschei Man bxaW eine ganz neue A hat Lust, bas ne stitutionen war [ Armee; was her flen, um neuen i bei Berlin treffen ^n, bentn man ii ihr« „neuen" An mi^en Verbesterun H <6 Httntri tw Mr abkühlen. *456 »...Sg ^chnischen Hoch, c 2. Uebeffu ¥ Innern nn 'kommunal - sge^ Ordens^ | Erviächt “■ Namens! pW S" ' H $larr(t J “Ertragen • m ^°"°n>-° unb! sö* SÄ äs«*? in M^tt,