’x $•' Nach. l6cn soll mit ^Wnai ÄAj> t toV Mven. jWe.ten Kampfs knb(n iß, ftbrt ®e[unb« unb baburch ia fl^laffen haßrn. er ©onfbMhit. 4 die Redactioa ließen: aberkorn, Sierunzsrath. nb, ter Krieger- Die Bürgerschaft Uhr: ie-hof. (5630 Laalbau: ugcrvereins. DtrSmin wirb tn= unb B-ttins- ftin SinttittsgkÜl. obnung l‘, , . Großer L? z^oeüiitätell» \nger. t, W-h»«»« :atz._ rqW8Q 0. b^' ^eanstalt zttinbnläkl" pruckarbo*01' •**5**’ S»«*- .a<1hl 'M» P,PlereB'. Material1'”' ihnenJ” 5375 Mr. 201. Donnerstag den 2 September 188«. AsMe- ini AÄshlM für den Kreis Gießen. rl. GxpeSitisttSdttreMr r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MorrtagS. Prell vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerloh.^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Betreffend: Ortstafeln. Gießen, den 30. August 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Mit Bezug auf die früheren Ausschretben obigen Betreffs benachrichtigen wir Sie, daß im Zusammenhänge mit der im nächsten Jahre erfolgenden Errichtung deS 2. Bataillons des Landwehr-Regiments Nr. 116 eine veränderte Landwehr-Bezirks.Eintheilung des Großberzogthums in Aussicht steht. Mit Rücksicht hierauf empfiehlt es sich, die Bezeichnung des Landwehr-Verhältniffes auf den Ortstafeln bis nach erfolgter Aenderung der Landwehr- Bezirke zu verschieben, da sonst bei manchen Gemeinden eine alsbaldige Abänderung der Bezeichnung wieder nöthig werden wurde. Die Gebrüder Buderus in Hirzenhain, bei denen die meisten Gemeinden neue Ergänzungstafeln bestellt haben, sind von Großhcrzogltchem Ministerium Bekanntmachung ,»Glich,ndmrft«M«t Tamdutai. «-Ich, Me T-stl» -»dl,-»» bestell, habe,,, hat »11 büreffende Bärgermeisterei dem z-iii>-»tl» ,» bemerken, daß mit dl, Fertigung der Tafeln vorerst noch zu warten sei. $ ffir. Hoffmann, Regierungsrath. _ Gießen, den 1. September 1880. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Im Anschluffe an unsere Bekanntmachung vom 28. Mai l. I. - Anzeiger Nr. 126 - bringen wir weiter zur öffentlichen K-nntniß. daß wir dem practischen Veterinärarzt Dr. Schneider in Sich gestattet haben, die nach dem Polizeireglement vom 28. April l. ^™6r*ct^ Nr. 102 und 201 — den Großhlrzoglicken Kreisvetertnärärzten obliegenden Functionen auch in den Orten Langd, JiabertSyarrsen, Jtoöpetm, Steinheim auszuüben, sofern er zur Behandlung des betreffenden Thieres von dessen Eigenthümer zugezogen war. Die Großherzogltchen Bürgermeistereien der genannten Orte wollen dies auf geeignete Weise zur Kenntntß ihrer Gememdeangehorigen bringen. Gießen, am 30. August 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. Betreffend: Die Einsendung der Sterbsallszählkarten. . Das Großhcrzogliche Kreis-Gesiindheltsamt Glcßen an die GroHherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Um Verzögerungen und Unannehmlichkeiten vorzubeugen, machen toir Sie jetzt schon darauf aufmerksam, daß die Sterbfallszählkarten und Todes- zeugniffe aus den beiden letzten Monaten bis zum 10. d. M. bei uns einzusenden sind. Dr. G l asor. Zum Sedantage. 2. September 1880. Ein zehnjähriger Gedenktag I — er hat schon sprachlich nur dann die richtige Bedeutung, wenn wir bei ferner Feier uns nicht nur deflen erinnern, was vor zehn Jahren geschehen ist, sondern auch in großen Zügen der Ereignisse und Wandlungen gedenken, welche da« veifloffene Jahrzehnt gebracht hat. Im Meer der Ewigkeit sind auch diese zehn Jahre nur ein Tropfen, aber in tei Geschichte des deutschen Reiches werden sie verzeichnet bleiben als die ein. zige und nie wiederkehrende Zeit der Jugend des geeinigten Deutschlands. In dieser Kindheit des neuen deutschen Reiches war jeder Schritt in der Erziehung des Volkes von Werth, hatte jede Maßregel einen bestimmenden Ein- fluß auf die Zukunft und erst spätere Geschlechter werden anerkennen, wie das neugeborene Reich mit jugendlichem Eifer, aber auch mit fester Hand und mit weiser Voraussicht sich ein trauliches Heim gezimmert, eine feste Hausordnung geschaffen und versucht hat, den Sturm und Drang der Entwickelungsperiode so zu leiten, daß auch die Zukunft in der festen Bahn wandeln kann. Es ist dabei vielleicht nicht Alles so gekommen, wie wir es geplant und erhofft haben, denn der kalte Reif der Enttäuschung, der giftige Mehlthau widriger Geschicke und der Sturm reichsfeindlicher Gewalten hat Manches gestört, was treue Vaterlandsliebe und redliche Arbeit der Regierungen und des Volkes zu schaffen gedachte, aber „trotz alledem und alledem" — trotz Milttärlast und Steuern, trotz Zwietracht und Neid, trotz Ultramontanismus und Socialis- mus, trotz mancher geschäftlichen Bedrängniß und wirthschastlicher Calamität, ja trotz Roth und Elend können und dürfen wir uns der nationalen Errungenschaften von Herzen freuen. Und welcher Tag wäre geeigneter, dieser Freude des Volkes, den Hochgefühlen der Dankbarkeit gegen die gütige Vorsehung, der patriotische» Erinnerung, der Treue an Kaiser, Landesfürst und Reich, wie endlich dem Vertrauen auf eine bessere Zukunft Ausdruck zu geben, als der Sedantag? Die Sedan- feier ist längst nicht mehr eine Verherrlichung der Tapferkeit und des Schlachtenglück« allein; sie ist nicht mehr ein Triumph über die äußeren Erbfeinde des Reiches, über den Sturz Napoleons, der längst in kühler Erde ruht, nein, sie ist die Verherrlichung der Geburt des Reiches, sie ist das Symbol für unsere Einigkeit und für unser Selbstvertrauen, für die innere Kraft des Volkes, die in Jubel austönt, weil sie hoffen darf, wie einst über den Erbfeind endlich auch über die inneren Feinde des Reiches, über Alles, was seiner gedeihlichen Entwickelung feindselig sich gegenüberstellt, zu triumphiren I In diesem Sinne begehen wir die Sedanfeier, und nur in diesem Sinne kann sie sich als Nationalfest erhalten. Möge der Tag nicht mehr fern sein, • ve' alle Glieder unseres starken Volkes sich zu einer würdigen Nativ« nalfeier einig zusammenfinden, mögen auch die jetzigen Feinde unserer inneren Entwickelung mit ihrem Vaterlande Frieden machen unb reuig und versöhnt in die Arme der großen liebenden Mutter „Germania" eilen, unb mögen endlich künftige Zeiten rasch die Wunden heilen, welche widrige Verhältniffe und düstere Naturgewalten dem Vaterlande und dem Volke geschlagen haben! Der Ruf nach befferer Zeit, das Sehnen nach äußerem und innerem Frieden, nach Glück und nationalem Wohlstand wird erfüllt werden, wenn wir auch ferner treu zu Kaiser unb Reich, treu zu uns selbst stehen, treu ber Arbeit, Redlich- fett unb Sparsamkeit bleiben I Das walte Gott! Deutschland. Berlin, 30. August. Die Erklärung, mit bei bie Herren Rickert, Lasker, v. Forckenbeck, v. Stauffenberg unb Genossen ihren Austritt aus ber nationalliberalen Partei begrünben, lautet wie folgt: Die Erfahrungen ber letzten zwei Jahre haben in steigendem Maße uns die Ueberzeugung ausgedrängt, daß bie nationalliberale Partei gegenüber beu wesentlich veränderten Verhältnissen nicht mehr von ber Einheit politischer Denkart getragen wirb, auf ber allein ihre Berechtigung und ihr Einfluß beruhten. In dieser Ueberzeugung erklären die Unterzeichneten hiermit ihren Austritt aus der nationalliberalen Partei. Eine in sicheren Bahnen ruhig fortschreitende Entwickelung unserer in Kaiser und Reichsversaffung ruhenden Einheit wird nur ans ber Wirksamkeit eines wahrhaft constitutionellen Systems hervorgehen, wie es bie bentsche liberale Partei feit ihrer Existenz unverrückt erstrebt hat. DaS einige Zusammengehen ber liberalen Partei in ben wesent- tick en Fragen, das Aufhören verwirrender unb aufreibender Kämpfe verschie- bener liberaler Fraktionen erscheint uns aber als bie unerläßliche Voraussetzung für bas erstrebte Ziel. Fester Widerstanb gegen die rückschrittliche Bewegung, Festhalten unserer nicht leicht errungenen politischen Freiheiten ist die gemein, schafiliche Aufgabe der gefammten liberalen Partei. Mit der politischen Frei- heit ist bie wirthschaftliche eng verbunden; nur auf der gesicherten Grundlage wirthschastlicher Freiheit ist bie materielle Wohlfahrt ber Nation bauernb »er» bürgt. Nur unter Wahrung ber constitutionellen Rechte, unter Abweisung aller unnöthigen Belastungen bes Volke« und solcher tnbirecten Abgaben und Zölle, welche die Steuerlast vorwiegend »um Nachtheil ber Ärmern Klaffen veischieben, bars bie Reform der Reichssteuern erfolgen. Mehr wie für jedes andere Land ist für Deutschland bie kirchliche »ob religiöse Freiheit dieGrund- bedingung bes Innern Friebens. Tiefelbe muß aber ^irch eine selbstständige Staatsgesetzgebung verbürgt unb geordnet sein. Ihre Durchführung darf nicht von politischen Nebenzwecken abhängig gemacht werdew Die unveräußer ichen Staatsrechte müffen gewählt unb bie schule darf nicht der kirchlichen -luto- rität untergeordnet werden- Wir sind bereit, einer Emigung auf dieser Grundlage zuzusttmmen; für uns aber alS Mitglieder der liberalen Partei weiden unter allen Umständen diese Anschauungen die leitenden sein. (Folgen die Namen, die wir in einem gestrigen Telegramm veröffentlichten'». — Laut einer Cabinetsordre vom 25. ds- ist die Feier der Vollendung des Kölner Domes auf den 15. October, den GebariSlag des verstorbenen König Friedrich Wilhelm IV., festgesetzt und wird das Kaiser!. König!. Haus, sowie noch zu ladende Gäste der Feier anwohnen. Arankreich. PariS, 30. August. Gambetta wird Anfangs September auf vierzehn Tage nach dem Schlöffe des Cretes in der Schweiz gehen und dann nach Nizza, wo seine Familie sich befindet. — Der Deputirte des Finistöce, de Pom- pery, Republikaner, ist gestorben. — Morgen findet die Schließung der Jesuitenschulen statt. Da die Jesuiten überall ihre Anstalten verlaffen und sie an Laten oder Weltpriester übergeben haben, so wird der Vorgang kein großes Interesse bieten. Die Polizei wird lediglich zu bestätigen haben, daß die Schulen nicht mehr mit Jesuiten besetzt, sondern in den Händen von CtviUe- sellschaften sind. Nach Wiedereröffnung der Schulen wird die Regierung die Ccsstonsacten über die Jcsuitenschulen prüfen, welche nur Versuche zur Um« gehung der Gesetzes und nicht rechtmäßig gültig sind. Die Jesuiten rechnen natürlich auf die Gerichte, welche fast alle unter ihrem Emfiuffe stehen. — Der Minister des Innern empfing heute den Erzbischof von Sens. tzngland. London, 30 August. Oberhaus Staatssecretär Granville erklärt: Die Antwort der Pforte auf die Collectivnote der Mächte bezüglich der montenegrinischen Frage ist ungenügend. Die Mächte erwägen noch die zu erlassende Erwiderung und haben inzwischen eine Anzahl Kriegsschiffe nach Ragusa beordert, so daß letztere in der Nähe des Gebietes von Dul- cigno find. Granville erklärt: Der Hafen von Ragusa ist von der österreichischen Regierung den Mächten geöffnet, weil derselbe in der Nähe der abzutretenden Küste liegt. Die Instructionen für den britischen Admiral sind vorbereitet und den Mächten mttgctheilt. Der bez. Schriftwechsel, mit Ausnahme der Instructionen, wird demnächst vorgelegt werden. In der zweiten Collecttv« note betreffs der griechischen Grenze verweigern die Mächte die Wiedereröff« nung von Unterhandlungen über die Grenzlinie in Konstantinopel, drücken aber ihre Bereitwilligkeit aus, jeden Vorschlag der Pforte, betr. den Modus der Räumung des bez. Gebietes durch die türkischen Behörden und deffen Aushändigung an Griechenland, zu erwägen. Die Note wird dem Haus« vorgelcgt. Die Botschafter der Mächte in Konstantinopel sind über eine Note an die Pforte bezüglich der Reformen in Armenien überetngekommen. Voraus« sichtlich wird diese Note der Pforte sofort überreicht und dann dem Parlamente vorgelegt werden. Die Arbeiten der internationalen Commission sind zu einem befriedigenden Abschlufle gelangt. Die Mächte kamen überein, einen Gesetzentwurf für die europäische Türkei zu empfehlen. — Anläßlich der zweiten Lesung der Bill über die Jagd auf Hasen und Kaninchen bekämpft Beaoons- field den Antraa Redesdale's auf Verwerfung, obwohl er die Bill tadelt, welche bet der Einzelberathung modificirt werden muffe. Das Haus habe die Resultate eines Confltctes mit dem Unterhause nicht zu fürchten, wenn eine große constitutionelle Frage vorliege; aber bet untergeordneten Fragen sei ein Confltct nicht räthlich. Die Bill wird in zweiter Lesung mit 68 gegen 20 Stimmen angenommen. — Abends. Unterhaus. Der Rest der Positionen des Budgets der Ausgaben einschließlich der Position für die irische Polizei und der Nachtrags. Credtte wird erledigt. Bei der Berathung über die Position für die irische Polizei erklärt Forster: Seit 30 Jahren sei es das erste Mal, daß eine Regierung versuche, ohne Ausnahmegesetze Irland zu regieren; dieser Moment sei nicht geeignet zur Entwaffnung der Polizei. Die Regierung überwache mit einiger Sorge die Waffeneinfuhr in Irland. Telegraphische Depeschen. Privat-Depesche des Gießener Anzeigers. Berlin, 1. September. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm hat heute eine Proklamation an die Soldaten des deutschen Seeres erlaßen. In derselben erinnert der Kaiser an die reigniffe vor zehn Jahren, an die Großthaten des deutschen Heeres, sowie an den Sieg von Sedan. Der Kaiser spricht wiederholt den tiefsten Dank und die höchste Anerkennung der Armee aus. Dieselbe möge ein Musterbild bleiben sür Erfüllung aller Anforderungen an Ehre nnd Pflicht, flch strengste Diseiplin erhalten und nie ermüden im Fleiß zur Vorbildung für den Krieg. Dann werde das deutsche Heer in künftigen Zeiten schweren Ernstes, die Gott noch lange fernhalten wolle, jederzeit ein fester Hort des Vaterlandes sein. Wagner'S telegr. Correspondenz-Burearr. Berlin, 31. August. Der Fürst und die Fürstin Bismarck sind heute Nachmittag nach Friedrichsruhe abgereist. Der Fürst und die Fürstin von Rumänien verabschiedeten sich heute Vormittag von der kaiserlichen Familie in Potsdam und reisten Nachmittags 5 Uhr nach Dresden ab. Straßburg, 31. August. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." schreibt mit Be- zugnahme auf einen Artikel in der „Augsburger Allg. Ztg.": Es sei ein dringliches, ja ein vitales Jntereffe süe Elsaß-Lothringen wie sür die Beamten des Laubes, das die heimathlicken Regierungen ihnen die Rückkehr in den Dienst des Heimathlandes in liberalster Weise offen halten. Die Beamten haben hier große Ausgaben, und, wie in einem kleinen Lande unvermeidlich, trete ein häufiges und längeres Stocken im Avancement ein. Da erscheine es im Jntereffe des Landes, der Beamtenschaft und somit des Reiches selbst dringend nothwendig, daß den Beamten die Fortsetzung ihrer Carrtere im heimath- lichen Staatsdienste nicht nur offen bleibe, sondern ihnen die Rückkehr dorthin auch thunlichst erleichtert werde. Petersburg, 31. August. Dem Vernehmen nach stehen weitere Aenderungen in den höheren administrativen Kreisen bevor; namentlich ist von solchen auch bezüglich der jetzigen Preßverwaltung die Rede. PuriS, 31. August. Sämmtliche Jesuiten der hiesigen drei großen Unterrichts-Institute haben Parls verlaffen. Die Eingänge zu den Capellen der Jesuiten wurden zugemauert und sür die Unterrichts-Institute Ctvildtrec- roreu eingesetzt. Bezüglich der anderen congregantstischen Schulen, worauf die Decrete anzuwenden waren, verlautet gerüchtweise, daß die Regierung und die Congregationen sich über die Absaffung eines Schreibens geeinigt hätten, welches als ein Gesuch um staatliche Autorisirung angesehen werden solle, worin die congreganistischen Schulen die Verpflichtung übernähmen, sich mit der Politik nicht zu beschäftigen und nichts Feindseliges wider die bestehende Ordnung zu unternehmen. Auf Grund dieses Schreibens würde die Regierung die Congregationen sür gesetzlich autorisirt betrachten. London, 31. August. Unterhaus. Lawson meldet an, er werde morgen die Aufmerksamkeit des Hauses auf Englands bewaffnete Einmischung in fremde Angelegenheiten lenken und Aufklärung hierüber verlangen. Hry weist auf die Unzulänglichkeit der Panzerflotte hin. — Admtralttäts-Secretär Leseore erklärt, der Zustand der Flotte sei nie befriedigender gewesen als gegenwärtig; dieselbe entspreche allen Anforderungen und sei den fremden Flotten in jeder Hinsicht gewachsen. London, 31. August. Der Vicekönig von Indien meldet: Gestern ist General Phayre in Chaman angekommen. Ayub Khan retirirte mit seiner ganzen Streitmacht und bezog eine Stellung an Arzandab, nördlich von Kandahar. — Abends. Oberhaus. Die Bill betreffs der Haftpflicht der Arbeitgeber wird in dritter Lesung angenommen. Hang, 31. August, Abends. Die Königin der Niederlande ist heute von einer Prinzessin entbunden worden. Lokales. Gießen, 1 September. ^Sterblichkeit in Gießen.j In der Woche vom 22. bis 28. August ereigneten sich hier 13 Todesfälle, davon 3 bei Kindern im ersten Lebensjahre, 5 bei Kindern vom 2. bis 15. Jahre und 5 bei erwachsenen Personen. Von den jüngsten Kindern starb je eins an Krämpfen, Abzehrung und Brechdurchfall; bei dm älteren Kindern war Todesursache: Masern, Diphrheritis, Darmcatarrh, Gehirnentzündung, organisches Herzleiden je ein-- mal. Von den Erwachsenen starb je eine Person an Lungenschwindsucht, Leberkrebs, eingeklemmten Bruch, Herzfehler. Ein Mann suchte freiwillig den Tod durch Ertränken. G. — Ein junger Herr, welcher in voriger Nacht eine freiwillige Fahrt mittelst eines in der Wagengaste stehenden Schtebkarrens durch die Straßen unternahm, wurde von den Schutzleuten bei seiner Arbeit gestört und hatte noch obendrein das Vergnügen, den Schiebkarren unfreiwilliger Weise wieder an seinen früheren Ort zu bringen. — Ein gleiches Manöver machte eine junge Gesellschaft mit einem Dtenstmannskarren, wurde aber auch auf der That ertappt. Hoffentlich wird der Muth der Fahrlustigen durch eine gehörige Polizetstrafe etwas gekühlt werden. Vermischtes. Darmstadt, 31. August. Bei sämmtlichen Bäckern und Backwaarenhändlern wurde heute unvermuthet durch die Schutzmannschaft eine Revision vorgenommen und dabei eiue große Menge Brod, welches ein Mindergewicht, zum Theil bis zu 200 Gramm per Laib hatte, confiscirt. — Eine kaum glaubhafte Nachricht ging dieser Tage durch Petersburger Blätter. Bet oem schon gemeldeten Brande in der Schapschal'schen Cigarren-Fabrik zu Petersburg verunglückten viele der jugendlichen Arbeiterinnen, indem stein ihrer Todesangst aus den Fenstern des vierten Stockwerks sich herabstürzren. Man glaubte allgemein, daß die unglücklichen Mädchen die von der Etage herabführende Treppe nur deßhalb nicht benutzt, weil sie in ihrem Schrecken vollständig den Kopf verloren. Jetzt aber verlautet, daß die Aermsten diesen Rettungsweg, d. h. die Thüre zu jener Treppe, als sie diese benutzen wollten, verschlossen fanden und zwar, erklären übereinstimmend verschiedene Petersburger Zeitungen, „hätte es die Administration Der Fabrik, als das Feuer ausbrach, für nothwendig befunden, die Tbüre zu verschließen, um Niemand ohne vorherige Untersuchung herauszulasten; nach bestehendem Gebrauch wird stets jeglicher Arbeiter vor dem Verlaffen der Fabrik untersucht ob er sich auch nicht an dem Elgen- thum derselben vergriffen." Hoffentlich wird eine schnelle Untersuchung bald Licht in diese Angelegenheit bringen. — Das Resultat dieser Manipulation waren 15 rheils sehr schwer beschädigte Arbeiterinnen, von denen 7 bereits gestorben sind. — Der Brand selbst wurde sehr schnell gelöscht. — Heber einen Kampf zwischen russischen Polizisten und Nonnen wird dem Petersburger Strana geschrieben: Der Gouverneur von Poltowa brachte in Erfahrung, daß die Nonnen des Klosters Welikobudischtsche im Bezirk Senkow, des Gouvernements Poltawa, die Bauern gegen die gegenwärtig im Gouvernement Herumreisenden Sanitätscommissionen und barmherzigen Schwestern hetzten, sie für Teufel ausgeben und dem unwlffenven Volke predigen, daß die Desinfektionsmittel der genannten Commission direct vom Teufel aus der Hölle geholt seien. Der Gouverneur entsandte daher neulich nach dem genannten Nonnenkloster einen Jsprawntk (Kreisrichter) mit dreizehn Polizisten, um die abergläubischen oder boshaften Nonnen zur Ratson zu bringen. Als der Jsprawntk tn's Kloster kam, wurde gerade eine Meffe celeb- rirt. Der Jsprawntk stellte die Poltztsten um das Kloster herum und ging selbst in bie Kirche, wo er der Meffe beiwohnte. Als diese zu Ende war und die Volksmenge herauszugehen begann, ging auch der Jsprawnik hinaus, hielt vor der Kirche die Menge zurück und begann derselben vorzupredigen, wie irrthümlich es sei, daß sie, die Bauern, den Sanitätscommissionen das Destnfictren verwehren und daß tue Nonnen dies für ein Werk des Teufels erklären. „Um Euch das Gegcntheil deffen zu beweisen/' schloß der Jsprawnik seine Predigt, „werde ich jetzt das ganze Kloster und alle Nonnenzellen destnficiren lasten." Kaum hatte der Redner geendigt, als unter den Nonnen ein heilloser Lärm entstand und zugleich alle Sturmglocken Sturm zu läuten begannen. Gleichzeitig stürzten sich die Nonnen auf die Poltztsten, indem sie denselben den Eintritt in die Zellen verwehren wollten und dabei von den Bauernwetbern wacker unterstützt wurden. Dem Jsprawnik blieb nun nichts anders übrig, als die Polizisten von ihren Waffen Gebrauch machen zu lasten. Doch das empörte die Nonnen noch mehr und wie wüthend balgten sie sich mit den Polizisten herum. Jndesten eilte eine ganze Menge anderer Weiber herbei, welche nun mit Besen, Feuerhaken und Heugabeln u dgl. auf die Poltztsten dretn- zuschlagen begannen. Nachdem viele der Polizisten kampfunfähig gemacht worden, mußte der Jsprawnik mit seinen Polizisten flüchten, sonst wären sie noch von den Weibern in Stücke zer- rlsten worden. Bochum, 25. August. Am Morgen des 7. Juni wurde der Bergmann August Jöckel, Ferdinandstraße 14 hier, auf dem Wege zur Zeche Frtederica von einem tollen Schäferhunde in die linke Hand gebisten. Der Unglückliche, der mit vollster Klarheit sein elendes Ende voraussah, litt seitdem an dem Wuthgifte, dos in seinen Körper gedrungen, und wurde am vorigen Freilag zur größeren Sicherheit und Pflege im katholischen Krankenhause untergebracht. Dort ist er gestern Nachmittag 31/? Uhr nach viertägigem unsäglichen Leiden der Wafser- scheu erlegen. Eingesandt. — Auf vielseitige Anregung findet sich der Gießener Zither-Kranz veranlaßt, Samstag, den 4. September im L e i b'schen Saale ein großes Concert zum Besten der Klein- ktnder-Schule zu veranstalten. r r . ,, Bet dem letzten in Lony's Biersaal stattgehabten mußten sehr Viele wegen überfülltem Raume auf den genußreichen Abend verzichten, weßhalb dieses Local ein gut gewähltes ist. Da genannter Verein aus 10 Herren und mehreren Damen bestebt, so dürfen wir uns diesmal auch an dem Spiel der letzteren erfreuen, was uns bis jetzt nicht zu Theil wurde. In Anbetracht des guten Zweckes wünschen wir dem Verein ein volles Haus. Mehrere Freunde der Zither-Musik. Artern», -fÄ 484t 598' 739- 2523 2552 257 3515 <3 357 4144 4ia8 4-3 4836 4843 5397 5398 346 5958 5970 .6642 6701 7378 7379 WÄ 5705) D Lumda und 6i rungsschleuße n vorkoninienven Maurerarbeit, SteinhaueraM Zimmerarbeit, Schlosserarbeit, gtbdibeit, sollen auf dea geben werden. ManschlaM hole find unte ansReguliruns versiegelt und Mittwoch Dora in unserem B auch die Plä hest zur Eins Gießen, d« Großb- Sl Mtulir Gm Freitag bt DvcmiW W ba& bitiji ben dem Maj circa 100 $ Wartungen ( W-igm irn/it Da Anfang W «n der Sti Antag am Sch rin neuern t'ommobe ®IeBen, den 1 Wen4 n QnerfQ N U "*♦«5 ■’Ä** »W hitt'E *?'** »Ä* vlc Xegit* i?"bt 1,1 frembt »tiß an J««’ s, 8'8‘n®4rtt8; Nltn in |,b„ '^et: Echttn ig mit feinet >i niidiich noa W btt arbeit. rfanbt iß hea,e vom 22. big 28. kbmSjahrr, 5 bei :rn jüngsten Kindern Indern war Lvdes: tS Herzleiden je ein-. . Leberkrebs, ringe- Trtränkrn. 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Bredow, vom Noro- deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. August von Newyork abgegangen war, ist heute 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt Derselbe überbringt 134 Passagiere und volle Ladung. Derloofungerr. Karlsruhe, 31. August. Ziehung der badischen fl.-35-Loose. Serie 39 158 162 170 235 280 332 383 394 427 437 464 528 566 586 633 655 675 7I2 736 807 913 1022 1184 1235 1236 1299 1319 1401 1717 1727 1925 2170 2237 2242 2386 2456 2483 2523 2552 2577 2612 2733 2758 2773 2774 2959 3027 3077 3152 3197 3391 3448 3512 3519 3543 3571 3620 3628 3636 3757 3772 3798 3865 3977 4018 4<>30 4064 4076 4106 4144 4158 4254 4370 4371 4452 4471 4531 4574 4600 4608 4665 4675 4710 4738 4770 4836 4843 4848 4893 4927 4956 5000 5001 5031 5142 5150 5178 5341 5369 5381 5387 5397 5398 546r 5574 5605 5612 5625 5644 5715 5736 5759 5777 5800 5846 5849 5903 5958 5970 5981 6072 6088 6130 6137 6211 6271 6289 6400 6437 6470 6487 6596 6611 6642 670! 6833 6943 6946 7050 7106 7236 7242 7250 7271 7279 7280 7334 7341 7450 7378 7379 7394 7421 7516 7559 7579 7619 7712 7839. Die zu erhebende Collecte ist zum Besten des Vereins für Unterstützung der Invaliden und der Hinterbliebenen gefallener Soldaten bestimmt." Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde ruGiehen Gottesdienst zur Feier des Sedansfestes. Donnerstag, den 2. September. Vormittag« 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Arbeitsversteigerung. 5705) Die bei Regulirung der Lumda und Erbauung einer Bewässe- rungsschleuße in der Nähe von Lollar vorkommenoen Arbeiten, nämlich: Maurerarbeit, veranschl. zu 637,40 Steinhauerarbett, „ „ 568,25 Zimmerarbeit, „ „ 385,— Schlosserarbeit, „ „ 134,50 Erdarbeit, „ „ 1385,— sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Die in Procmten der "Voranschlagslumme ausgedrückten Gebote sind unter Aufschrift „Submission auf Regulirungsarbeiten ander Lumda" versiegelt und portofrei längstens b.s zum Mittwoch den 6. September, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau abzugeben, woselbst auch die Pläne und das Bedtngntß- heft zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 31. August 1880. Großh. Kreisbauamt Gießen. I. V.: Neuling, Bauaccessist. Grasverstei^eruog. Freitag den 3. September, Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Martenstift Lich zustehenden circa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober- Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 30. August 1880. 5676) Winheim. Freitag den 3. September, Nachmittags 2 Uhr, werden im größeren Laden meines Wohnhauses am Seltersweg ein neuer Ladenlisch, ein neuer zweithüriger Kleiderschrank, eine (Kommode, eine Bettlade, eine Partie Reale, 4 Fenster mit Fensterläden und sonstige Gegenstände freiwillig versteigert. Gießen, den 1. September 1880. A. K. Worms. Aeikgeöotenes. 5579) Ein gutes Zug-Pferd, braune Stute, preiswerth abzugeben bei Gilbert Same» in Dorf-Gill Nähere Auskunft bei Herrn Kaufmann Spruck in Gießen.______ Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung eder DecorationS-Arbeit in ge> chmackvollster Ausführung bei (4458 Th. Briicky Achloßgasse §. 1. 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Der Dorstand des AweighülfSvereins Gieße«: Dr. Stammler, Dr. Diehl, Haberkorn, Landgertchts-Director. Gymnasiallehrer i. P. Regierungsrath. Pfannmüller, Dr. Milbrand, Landgerichtsrath. Profeffor. Kleinkinderschule. Wir laden hierdurch alle Mitglieder des „Vereins zur Unterhaltung der Kleinkinder-Bewahranstalt in Gießen" freundlichst ein zu einer Generalversammlung, die am Freitag den 3. September d. I., Nachmittags 5 Uhr, in dem Saale der Kleinkinderschule stattfinden soll mit folgender Tagesordnung: 1) Jahresbericht über den Stand der Anstalt. 2) Wahl einer Dame in den Vorstand an Stelle der weggezogenen Frau Noll. Wir bemerken noch ausdrücklich, daß nach den Statuten „Mitglied unseres Vereins jeder erwachsene Einwohner unserer Stadt dadurch werden kann, daß er sich in das Mitgliederverzeichniß eintragen läßt und zu einem jährlichen Beitrag verpflichtet, deffen Höhe In sein Belieben gestellt ist". Wir laden zu zahlreicher Betheiligung ein. Gießen, den 31. August 1880. Der Dorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. __Dr, Naumann, Pfarrer.__________________ Grossh. technische Hochschule zu Darmstadt mit folgenden Fachabtheilungen: Bauschule, Ingenieurschule, Maschinenbauschule, Chemisch-technische Schule, Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule. — Anmeldungen bis zum 7. October. Beginn der Vorlesungen 13. October. Programme gratis vom Secretariat. Die Direction. 5456)H. Wagner. M Gewerbliche und landwirtschaftliche Ausstellung des Pfalzgaues zu MANNHEIM 1880. Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs Friedrich von Baden. Geöffnet bis October 1880. Eintritt 11k. 1.— (4615 Fahrpreis-Ermässigung bei der Badischen, Pfälzischen, Hessischen u. Main-Neckar-Bahn Loose ä 2 Mark. (Auf 10 Loose 1 Freiloos) durch Herrn F, Nestler E. 5,2. Don heute an befindet sich meine Wohnung Jranlifurter Straße 59®, im Hause des Herrn Bauunternehmers Ph. 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