Mittwoch den 1. September srr. 203 1S8O Kießener Htn^eiger AMge- ixi AmtsdlE str des Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS er b ar bt, f vbeUack, lhirieger- II. d- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark 50 Pf. andlung iltlt 8. Gästen des Kaisers bei den bevorstehenden Herbstmarövern wird, wie jetzt feflsteht, auch der Herzog von Cambridge gehören, der dtrect von Ktssingen hierher reist. Der Herzog war seit langen Jahren nicht am hiesigen Hofe. • Als Sproß des Welfenhauses hat er, wie genugsam bekannt, nicht gerade lebhafte Sympathien für Preußen und seinen Hof, um so mehr ist seine Anmeldung zu den bevorstehenden Manövern bemerkt und freundlich begrüßt worden. (Köln. Ztg.) Metz. (Deutschfeindliche Demonstration in Pont-L.Mousson). Einige Herren aus dem Königreiche Sachsen, welche zur Feier der zehnjährigen Wte^ derkehr der Kämpfe bei Metz und um die von den Glauchauer Mllttärvereinen gewidmeten Kränze auf dem den sächsischen Truppen gewidmeten Denkmale ntederznlegen, sich nach Metz begeben hatten, benutzten die Gelegenheit zu einem Besuche Pont. L- Mousions und hatten dort allerhand Widerwärtigkeiten zu erleiden. Die Herren berichten hierüber im „Glauchauer Anzeiger" wie folgt: „In Pont - K-Mouston stiegen wir im Hotel de France ab, in welchem 1870 das Hauptquartier unseres Königs Albert war, und wo wir auch persönlich verkehrt hatten. Die Besitzerin des Hotels empfing uns in liebenswürdigster Welse und erinnerte sich auch, nachdem wir einige Erklärungen und Erläuterungen gegeben, einzelner Momente unseres damaligen Aufenthalts. Den ganzen Nachmittag über blieben wir im Hotel und enthielten uns jeder Aeußerung, welche in irgend welcher Weise als Demonstration hätte gedeutet werden können. Die Bevölkerung hatte jedoch trotzdem in uns ehemalige Soldaten von 1870/71 erkannt unV sich in Gruppen vor dem Hotel angesammelt. Als wir nun nach dem Abendeffen aufbrachen, um mit dem 8-Uhr-Zug nach Metz zurück zu fahren, mußten wir gleichsam durch Spaliere von Blousen- Männern schreiten, welche uns murrend und höhnend nachfolgten. Die Anhäufung der Leute nahm rapid zu und einen so gefahrdrohenden Charakter an, daß sich sechs Polizei-Sergeanten genöthtgt sahen, uns in ihre Mitte zu nehmen. In fold/ angenehmer Begleitung gelangten wir glücklich auf den Bahnhof. Auch dieser war bereits von revanchelustigen Fraezosen dicht besetzt, deren grobe Insultationen in Wort und Geberde wir geduldig über uns ergehen lassen mußten. Die Gefahr für uns wurde immer größer, bis die Polizei Verstärkungen holte und die ganze Volksmafle — bis auf die Pafla- giere — aus den Bahnhofs -Localttäten htnausdrängte. Mit besonderer Anerkennung verdient hier das thatkräfttge Eingreifen der Polizeimannschaften hervorgehoben zu werden. Um den unö zugedachten Insultationen die Krone aufzusetzen, sprang, als wir bereits im Eisenbahnzug saßen, ein sehr anständig gekleideter, anscheinend den gebildeten Ständen angehöriger Mann in unser Coupä und gab in gemeinster Weise seinen Rachegedanken Ausdruck. Nur die schnellste Abfahrt des Zuges und unsere in all' den peinlichen Lagen fortwäh- rend beobachtete Kaltblütigkeit und Besonnenheit konnte uns vor weiteren Unannehmlichkeiten schützen und verhüten, daß irgend ein ernster Unglücksfall herbeigeführt wurde." Diese Ergebnisse zeigen nur allzugut, wie sehr die französische Bevölkerung auch in der Provinz noch von Haß gegen.Deutschland und die Deut- scheu beseelt ist. Telegraphische Depeschen. Wagncr'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 30. August. Das Programm der neuen liberalen Partei ist heute erschienen. Die Unterzeichner erklären ihren Austritt aus der national- ltberalen Partei. Das Programm betont ferner den Widerstand gegen die rückschrittliche Bewegung und daS Festhalten an den erriingmeii politisch.n Freiheiten; nur auf der gesicherten Grundlage wirthschaftlicher Freiheit sei die materielle Wohlfahrt dauernd verbürgt. Nur unter Wahrung dcr constitutio- nellen Rechte, unter Abweisung aller unnöthigen Belastungen des Volkes und solcher indirccten Abgaben und Zölle, welche die Steuerlast vorwiegend zum Nachtheile der ärmeren Elasten verschieben, dürfe eine Reform der Rrichssteuern erfolgen. Das Programm verlangt kirchliche und religiöse Freiheit, verbürgt durch selbstständige Staatsgesetzgebung und Wahrung der unveräußerlichen Rechte des Staates. Die Schule dürfe nicht der kirchlichen Autorität untergeordnet werden. — Unterzeichnet haben das Programm: Bamberger, v. Baumbach, Beisert, Berltng, Braun (Glogau). v. Bunsen, Drawe, v. Forckenbeck, Lipke, Meyer (Breslau), Pflüger, Platen, Rickert, Sachse, Schlutow, Slyfarth (Liegnitz), v. Stauffenberq, Struve, Thilenius, Trautmann, Vollerthun, Weihermel, Westphal und Witte (Rostock). !e vou > Hnblifyu a8e, als: Ep-msägrn, Klagen ic.; ^räykeisen^ uutu und Garantie, ?6 (ordinär^ N, idllrr- lrniere, Ar- ^ülltelhaken, len, Aufhalten, Revolver, lenmarrnsach a..Hf). t zu erhalten Deutschland. Berlin, 28. August. Schon während des Felozuges 1864 und in noch höherem Maße während des Winters 1870—71 hatte man die Roth« Wendigkeit anerkannt, für die deutschen Truppen ein Kletdungsstück einzusühren, welches geeignet ist, zu gegebener Zeit Kopf und Genick gegen die Einwirkungen der Kälte zu schützen. Die versuchsweise an den Mänteln angebrachten sog. „Capuchons" leisteten nur unvollkommene Dienste, und hat sick in Folge besten das Kriegsministerium entschlosten, für den bevorstehenden Winter versuchsweise die russischen „Baschliks" einzuführen. Es sind demzufolge eine hinlängliche Anzahl dieser russischen Kapuzen von etwas veränderter Form und befferem Stoffe zur Anfertigung aufgegeben worden, die versuchsweise den Truppen Norddeutschlands zur praktischen Prüfung rugewtesen werden sollen» Fällt diese Probe zur Befriedigung aus, dann ist auch die weitere Einführung dieses neuen UniformstückeS in der ganzen deutschen Armee schon jetzt als feststehend zu erachten. Berlin, 29. August. Dem Vernehmen nach gehen die preußische und die hessische Regierung mit dem Plane um, die an Preußen gekommenen, zur Diöcese Mainz gehörigen Pfarreien Kirdorf, Homburg und Rödelheim nebst den im Kreise Biedenkopf wohnhaften Katholiken den Bisthümern Fulda und Limburg zu überweisen, dagegen die hessisch gewordenen Orte Harheim und Dornaffenheim dem Bisthum Mainz zu incorporiren. — (Reichsgerichts-Entscheidung). Tie in vielen Feuerversicherungs-Verträgen enthaltene Bestimmung: „Der Versicherte verliert im Falle wahrheits- widriger Angaben in der Schadensliquidation jr'oen Anspruch auf Entschädigung und zwar für alle an dem betr. Brande betheiligten Versicherungen" — ist nach einem Erkenntntß des Reichsgerichts, ersten Civilsenats, vom 23. Juni 1880 ohne Weiteres so zu verstehen, daß der Versicherte sowohl jeden An- spruch auö der Versicherungs-Police verliert, welche dem Versicherungs-Gegen- stände, in Bezug auf den eine wahrheitswidrige Liquidation nachgewiesen ist, zum Grunde liegt, als auch seine aus anderen mit derselben Versicherungs- Gesellschaft abgeschlossenen Feuerversicherungs-Verträge in Bezug auf andere Gegenstände sich ergebenden Ansprüche. Hat beispielsweise der Versicherte seine Mobilien laut einer Police und seine Immobilien laut einer zweiten besonderen Police unter der oben erwähnten Bedingung versichert, so verliert er bei einem auf seine Mobilien und Immobilien sich erstreckenden Brandschaden jeden Anspruch aus Ersatz der beschädigten Mobilien und Immobilien, wenn er in der Schadensliquidation sich auch nur in Bezug auf einen einzigen Gegenstand eine Wahrheitswidrigkeit zu Schulden kommen läßt. — Das Journal „Die Vereinigten Staaten von Europa" veröffentlicht ein Schreiben des deutschen Reichstags-Abgeordneten Bühler an den Präsidenten der internationalen Friedens- und Freiheits'Liga, sowie die Antwort des Letzteren an Bühler. Der Erstere giebt dem Gedanken Ausdruck, daß Frankreich, um daS Mißtrauen der Deutschen zu zerstreuen und den Frieden zu sichern, spontan eine kleine Friedensmanisestation ohne Hintergedanken auf Grundlage des uti possidetis machen soll. Der Prräsident der Liga erwidert, Frankreich könne in dieser Weise die Eroberung Elsaß - Lothringens nicht rati- ficiren. Uebrigens wäre eine solche Manifestation Frankreichs nichtig. Man müfle Elsaß'Lothringen selbst fragen, ob es deutsch oder französisch ober selbstständig sein wolle. Frankreich und Deutschland sollten alsdann die Entscheidung annehmen. Der Präsident der Liga räth Bühler, dies dem Fürsten Bismarck anzuratben. Die „Magdeb. Ztg." bemerkt dazu: „Weiter hat der Herr Präsident keine Schmerzen?" — Seit geraumer Zeit hat kein Vorgang hier in weiten Kreisen ein so großes Aussehen gemacht, als die veröffentlichte Entlaffung des nunmehrigen Etaatssecretärs für Elsaß-Lothringen, Hofmann, aus seinen bisherigen Aemtem im neulichen „Reichs-Anzeiger." Man sucht vergebens nach einem ähnlichen Vorgänge: Entlaffung eine- Staatsministers ohne besten eigenen Antrag, und man fragt sich, wie es zugehen mochte, daß die Entlastung Hosmann's aus feinen bisherigen Aemtern erst zwei und eine halbe Woche nach seiner Ernennung zu einem neuen Amte erfolgen konnte. Noch überraschender ist die lieber* nähme des Handelsministeriums Seitens des Fürsten Bismarck; ein dahin gehende- thatsächlich vor einigen Tagen verbreitet gewesenes Gerücht begegnete so lebhaften Zweifeln, daß man allseitig Anstand nahm, daffelbe zu berichten. Man glaubt, dieses neue Amt eines Handelsministers für Preußen werde Fürst Bismarck nur provisorisch führen, zumal da es heißt, derselbe wollte vor seiner Abreise von Berlin die Angelegenheiten der erledigten Posten, und zwar auch des Leiters des Auswärtigen Amtes, erst ordnen. Zu den Gießen, den 30. August 1880. Das Großherzoglichc Rentamt Gießen an bü Großherzoglickt'N Bürgermeistereien des Bezirks. Sie wollen den Rechnern Ihrer Gemeinden alsbald eröffnen, daß die Entrichtung der Beiträge für das zur Bewirthschaftung der Communalwaldungen im Jahr 1879 verwendete Formularpapier bis längstens 16. kommenden Monats zu geschehen habe. e 'erb, Ub-gin- yrawiz, sowie btt d^truhr and. Redactt-ttSbirrtanr ] ®*ulflia6e B" 18‘ ineider. Wu, Petersburg, 30. August. Der Kaiser ist gestern Abend 7 Uhr von Zarskoe-Selo nach Livadia abgereist. Berlin, 30. August. Die „Nordd. Allg. Ztq." hört, die in Malta stationtrte Corvette „Victoria" sei deutsch'-rseits zur Thetlnahme an der Flor- tendemonstration bestimmt und habe Befehl erhalten, sich in diesen Tagen nach Brindisi zu begeben. — Der König von Griechenland und der Großherzog von Hessen werden am 9. September zum Manöver hier erwartet. Stuttgart, 30. August. Eduard v. Hallberger, der Chef der be. kannten Buchhandlung, ist auf seinem Schloßgute Tutzing bei Starnberg gestorben. — Gestern starb der Regterungs. Präsident des Schwarzwaldkreises, v- Schwandncr, Vtccprästdent der Kainmer der Abgeordneten- Ragufa, 30. August. Das russische Kriegsschiff „St. Anna" mit dem russischen Admiral an Lord ist hier angekommen. Es heißt, Riza Pascha habe sechs Führer der albanesischen Liga verhaften lasten wollen, dieselben seien aber geflohen. Die Einwohner von Dulcigno lagerten in Gemeinschaft mit albanesischen Streitkräften bei Mazur, um Widerstand zu leisten gegen die Uebergabe von Dulcigno; reguläre türkische Truppen sraternisiren angeblich mit ^""' Berlin, 30. August. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge richtet- der Kaiser anläßlich des Wtttelsbachjubiläums folgendes Telegramn an den König von Bayern: Ew. Majestät feiern heute einen zweifachen Ecinnerungstag, den Ihrer Geburt und den 7OOjährigen Jubiläumstag der Wittelsbacher Dynastie. Die Vorsehung, welche Ew. Majestät noch fernere Jahre gnädig segnen und schützen wolle, begnadigt Sie sichtlich, Sie den hohen, fast einzig tu der Geschichte dastehenden JubiläumStag erleben zu lasten. Die Geschicke Deutschlands, so wechselvoll ste in dem so langen Zeitraum auch sein mußten, sind immer mit der Geschichte der Wittclsbachec verbunden, wie in neuester Zeit durch Ew. Majestät erneuert in den Vordergrund getreten und in herzlicher Dankbarkeit erkennt Ew. Majestät treu ergebener Vetter, Bruder und Freund Wilhelm. — Der König von Bayern antwortete hierauf: Ew. Majestät spreche Ich für Ihr so freundschaftliches und gütiges Glückwunschtelegramm aus Anlaß Meines heutigen Doppelfestes und des 7OOjährigen Jubiläumsfestes Meines Hauses Meinen tiefinnigsten Dank aus dem Grund Meines Herzens aus. Ew. Majestät treu ergebener Vetter, Bruder und Freund Ludwig. Paris, 30. August, Abends. Die Abendblätter melden: Polizei-Eom- 'mistäre würden in ganz Frankreich sich in den Jesuitenschulen einfinden, um die Märzdecrete zur Ausführung zu bringen. Man glaubt, überall werde dastelbe geschehen, wie heute in Dijon, wo der Polizet-Commistar bei seinem Erscheinen nur einen Ordensgeistlichen, den neuen Director der Anstalt, und einen Jesuiten als Repräsentanten der Civilgcsellschaft, weiche Besitzerin der Immobilien ist, vorfand; die übrigen 22 Jesuiten waren abgereist. Dem Vernehmen nach würde in ganz Frankreich in Folge gemeinsamen Ueberein- kommens die Räumung der Jesuiien-Niederlaffungen in ähnlicher Weise erfolgen. London, 30. August. Der „Standard" meldet aus Chaman von gestern: General Roberts hat Khelati-Ghilzai am 25. d. verlassen und die ganze britische Garnison mitgenommen, welche das Fort räumte und es an Beamte des Emirs übergab. General Roberts hofft am 30. d. in Kandahar einzutreffen und am Tage darauf Ajub Khan anzugreifen.__ Vermischtes. Mainz, 27. August. Vor einigen Tagen kam ein fremder Arbeiter auf das städtische Neinigungsbureau mit der Bitte, man möge ihm doch Arbeit verschaffen, er wohne schon 2 Jahre in Mainz, seine Frau sei vor 14 Tagen gestorben und er habe 2 Kinder zu ernähren. Auf die Frage des Vorstehers des Reinigungsburcaus, wie alt die Kinder seien, gab der Arbeiter zur Antwort, daß er dies nicht wiffe, er müsse erst seine Braut fragen, er wolle dem^ nächst wieder heirathen und die beiden Kinder bringe seine Braut mit in die Ehe. Daß diese, seine Verlobte, auch ke'nen Pfennig Geld besitze, gab der Arbeiter vollständig zu. Dieser Vorfall characterisirt so recht den grenzenlosen Leichtsinn gewlffer Menschen. Die Frau des Arbeiters ist kaum 14 Tagen gestorben und schon steht der Wittwer wieder im Begriff, sich eine andere Frau zu nehmen, die ihm noch obendrein 2 Kinder mitbnngt. Der Mann ist arm wie eine Kirchenmaus und ohne feste Beschäftigung, will sich aber doch verheirathen, um einem vielleicht noch glänzenderen Elende entgegen zu gehen. Ganz unverblümt pocht auch noch der Arbeiter, da er schon 2 Jahre hier wohne, auf das,Untrrstützungswohnsitzgcsetz, dem die Stadt Mainz ohnedies schon so enorme Ausgaben für Armenunrerstützung zu verdanken hat. Daß der Arbeitsuchende unter diesen Umständen abgewtesen wurde, brauchen wir wohl nicht zu erwähnen. _ Butzbach, 28. August. Gestern Abend wurde unsere Stadt in Aufregung versetzt. Das ca. 4 Jahre alte Kind einer in der Roßbrunnengasse wohnenden Wittwe wurde, nachdem es noch nach 7 Uhr auf der Straße spielend gesehen worden war, vermißt. Eifrige Nachsuchungen in der Stadt und der Umgebungen blieben bis Nachts 11 Uhr fruchtlos, bis endlich einer Frau der glückliche Gedanke kam, man möge doch einmal in der früher von einer befreundeten Familie am Marktplatz innegehabten Wohnung Nachforschungen anstellen, möglicherweise könne sich das frührer öfters daselbst verkehrende Kind in seiner Unschuld dahin begeben haben und da die Nacht'hereingebrochen, eingeschlafen sein. Dieser Vorschlag, welchem sofort Folge gegeben wurde, war ein glücklicher, denn man fand alsbald in einem unbewohnten Zimmer daselbst das betreffende Kind tiefschlafend auf dem Fußboden liegend. Unter dem Triumph des zahlreich auf den Straßen befindlichen Publikums wurde das Kind seiner in größter Verzweiflung gewesenen Mutter überbracht. Die Freude des Wiedersehens war groß. Essen, 23. August. Eine Maffendenuneiation erregt in hiesigen Lehrerkreisen großes Aufsehen. Ein hier erst seit einigen Jahren angestellter evangelischer Lehrer, Namens Fuchs, hat dos ganze Lehrercollegium der evangelischen Gemeinde mit dem Rector an der Spitze, mit Umgehung der Local- und Kreisschulinspection, direct bei der königlichen Regierung in Düffel dorf denuncirt und zwar wegen unerlaubten „Handels", „Schachers" und „schmählichen Wuchers" mit den in den Schulen zum Gebrauch kommenden Schulbüchern. Die Veranlaffung zu diesem fast unglaublichen Schritt findet die Denunciation darin, daß die Lehrer aus dem Verkauf der von ihnen herausgegebenen oder in den hiesigen Schulen eingeführten Schreibhefte und Schulbücher einen kleinen Vortheil zu Gunsten der hier bestehenden Lehrer-Wittwenkasse ziehen. Die Anklageschrift liegt den Lehrern gegenwärtig zur Beantwortung vor. Uebrigens ist man sich hier sehr klar darüber, daß der als Streber^ bekannt Denunciant mit seinem fflor gehen noch einen ganz anderen Zweck verfolgt- Kissingen, 21. August Vorgestern kam es, wie wir in der „Fränk. Ztg." lesen, in den beiden Cursälen zu einem Tumulte. Schon seit längerer Zeit herrschte unter dem Badepublikum eine gewiffe Animosität gegen einander, und zwar zwischen dem Adel und dem Bürger- thum, welche hauptsächlich durch die Einrichtung separater Reunionen für den Adel hervorgerufen wurde. Vorgestern nun war wieder eine solche adelige Reunion, bei welcher es diesmal sehr laut zuging, wodurch sich die im unteren Cursaale befindlichen Bürgerlichen gestört fanden und demnach um „Ruhe" ersuchten. Darauf entstand ein fürchterlicher Tumult, es schallten Stockhiebe auf den Tischen, Gebrüll, Gejohl und Stampfen füllte die Zwischenpausen aus; vergebens suchte der Bavecommiffär Ruhe zu stiften. Zuletzt gingen bcibe Theile erbittert auseinander. Bern, 26. August. Wie bereits gemeldet, ist gestern das am 25. Juli im Bieler See gesunkene Dampfschiff Neptun mit einem Zangenapparat aus einer Tiefe von 246 Fuß gehoben und an den Strand bei Tüscherz geschleppt worden. Schrecklich war der Anblick der Tobten; acht Leichen lagen in der Kajüte, drei außerhalb derselben, alle noch kenntlich, nur etwas aufgedunsen ; vier liegen noch auf dem Grunde des Sees. Die Uhren zeigten auf 7 Uhr 40 Minuten. Das Schiff selbst scheint wenig gelitten zu haben. Köln, 28. August. Nachdem der gestrige Morgen uns gleich mehreren seiner Vorgänger eine fast tropische Hitze gebracht, zog am Nachmittag ein heftiges Gewitter Über unsere Stadt bin Auf dem Neumarkt traf ein sogenannter kalter Schlag einen Baum, in der Frank-, straße fuhr ein zweiter nieder und beschädigte den Dachstubl eines Hauses. Der Dom, bfff en Steine und Gerüstbalken durch die Sonnenstrahlen erhitzt waren, wurde bei dem plötzlich eintretenden Regen von einer Rauchwolke eingehüllt, wodurch sich bald das irrige Gerücht verbreitete, der Blitz, der in die Gerüste niedergcfahren sei, habe daselbst gezündet. Unglücke oder großen Schaden hat bas Gewitter nicht angerichtet. Kassel, 27. August. In dem Abends kurz vor 10 Uhr von Hannover hier eintreffenden Zuge befand sich vorgestern auf dem Transporte von Bremen hierher der von Karlshafen flüchtig gewordene Kaufmann L, welcher in Bremen verhaftet worden war und nun in Begleitung eines Sicherheitsbeamten hierher gebracht werden sollte. Als der Zug die Kragen- höfer Brücke passtrt hatte, hinter welcher die Bahn eine gelinde Steigung zu überwinden hat und in Folge dessen der Zug etwas langsamer suhr, sprang L., welchem das langsamere Tempo des Zuges an dieser Stelle wohl bekannt sein mochte, plötzlich aus dem Coupe, um zu entfliehen. Er hatte aber die tolle Rechnung ohne den Wirth gemacht, denn wie der Blitz sprang der ihn begleitende Sicherheitsbeamte hinter dem Flüchtlinge her. Beide stürzten auf Den Bahnkörper und blieben hier schwer, namentlich am Kopfe, verletzt, bewußtlos liegen. Der Vorfall war von den übrigen Insassen des betreffenden Waggons zwar bemerkt worden, allein man konnte, da der Zug inzwischen schon eine weite Strecke entfernt war, nicht mehr anhalten. Die beiden auf dem Bahnkörper Liegenden wurden bald danach von einem Bahnwärter auf» gefunden. Da der verletzce Sicherheitsbeamte inzwischen die nöthigen Angaben machen konnte, so wurde der in der Nähe stattonirte Gensdarm benachrichtigt und sodann die Ueberführung der Verletzten in das hiesige Landkrankenhaus veranlaßt. (Kass. Tagbl.) — (Ein Fürst gepfändet.^ Man schreibt aus Prag, 25. ds.: Belm Fürsten von Hanau wurde gestern in dessen Wohnung in Smichow unbeglichener Schulden wegen die Pfändung vorgenommen. Die reiche fürstliche Einrichtung, die werthvollen Gemälde, Cabinets- stücke, Antiquitäten, Alles, selbst die Ordensabzeichcn kamen unter Sperre. — (Arger Verstoß.) Eine junge Verwandte, ein Mädchen von 18 Jahren, ist zum Besuche bet der Familie. Beim Schlafengehen ruft das siebenjährige Töchterchen der Mama zu: „Steh' nur, Mama, Tante Mariechen legt sich mit den Zöpfen zu Bett." — [®er die Wahrheit hören toitt] Eine sehr nervöse, ewig kränkelnde Dame sollte Bad Ems besuchen, verlangte aber von ihrem Hausarzte, daß derselbe den Emser Badearzt auf's Genaueste Über ihre Krankheit instruire. Der Hausarzt gehorchte und händigte der Dame bet ihrer Abreise einen Brief an den Kurarzt ein. Unterwegs konnte die Kranke der Versuchung nicht widerstehen, den wirklichen Grund ihrer Leiden zu erfahren und erbrach dm Brief. Derselbe enthielt Folgendes: „Lieber Herr College! Ich schicke Ihnen hier einen weiblichen verschrobenen Pavian mit allen Untugenden seiner Race ausgestattet. Nehmen Sie diesen Quälgeist tüchtig in's Gebet. Sie hat eine Gesundheit wie ein Rhinoceros und einen enormen Geldbeutel." Die Gesellschafterin der Dame, welche das Gesicht derselben wahrend des Lesens beobachtete, fiel in Ohnmacht. — Friedrich August III. von Sachsen durchreiste bei seinem Regierungsantritte seine Lande, und wurde von Bauern häufig mit Bittschriften bestürmt, in welchen sie ausführlich schilderten, wie nachthcilig drs Wild ihrem Ackerbetriebe sei. Bei einer Jagd in der Nähe von — näherte sich ihm auch ein Bauer und übereichte ihm eine Supplik. Der Kurfürst hält sie für eine Beschwerde über erlittenen Wildschaden, wirft einen flüchtigen Blick auf den mit großen Lettern geschriebenen Titel, und entgegnete kurz: Schon gut, Alles soll tobt geschossen werden. Bei diesen Worten sinkt der Bauer todtenbleich mit dem Schrei: Jesus Maria! zusammen. Ein anwesender Kammerherr bittet den Kurfürsten auf französisch, gnädigst das Pro- memoria noch einmal zu lesen, weil hier wahrscheinlich ein Mißverständniß obwalte und da findet sich denn daß der Bauer den Kurfürsten zu einem neugeborenen Zwillingspaar zu Gevattern bittet. Lächelnd macht derselbe fein Versehen gut, und entläßt den entzückten Gevatter mit einem reichen Pathengeschenk. — [@in Abenteuer des Professors Jäger ] Ein seltsames Abenteuer erlebte dieser Tage der berühmte Erfinder der Seelen-Riechtbeorie, Professor Jäger. Herr Jäger wurde auf einer Fußparthie, die er über die Alp zu machen beabsichtigte, von irgend einem scharfsinnigen Polizisten — der Ort, wo dies geschah, heißt nicht etwa Schilda oder Schöppenstedt, sonvern Münsingen im Schwabenland — weil wahrscheinlich seine Kleidung in Folge der längeren Fußparthie, für welche sie nicht berechnet war, in ziemlich desolatem Zustande sich befand, für einen Vagabunden gehalten und als solcher aufgegriffen und in das Gefängniß des Ortes gesteckt, wo er als Landstreicher behandelt wurde. Wie lange seine Gefangenschaft währte, wird uns nickt gemeldet, wohl aber, daß es großer Anstrengungen und der Intervention eines Freunoes des Verhafteten bedurfte, um demselben die Freiheit wieder zu verschaffen. Vielleicht hat Herr Jäger bet dieser Gelegenheit neue Belege für seine Riechtheorie gefunden. Der Polizist des Städtchens scheint aber freilich kein großer Seelenriecher vor dem Herrn zu fein, sonst härte er allenfalls einen Stuttgarter Professor von einem vagirenden Landstreicher auch schon durch den Geruch unterscheiden können. — sBienenrache.) Vor einigen Tagen fuhren zwei Handelsleute in einem Gefährt von Hardheim nach Wertheim in Baden. Unterwegs stieß das Gefährt beim Passiren eines Ortes an einen Bienenstand, einige Bienenkörbe fielen herant-, unv die hierüber wütbenden Dienen machten sich nun über die Insassen des Gefährtes wie über das Gefä'.>rt her. Die Fahrgäste konnten sich in ein benachbartes Gebäude retten, das Pferd jaber wurde von den Bienen so zerstochen, daß es nach einer halben Stunde verendete. Handel und Verkehr. Gießen, 31 August. Auf dem heutigen Wochenmarktc kostete: Butter per Pkd. X 1 05 x 120, Hühnereier 1 Stück 5—6 2 St. 00 H, Enteneier 1 Stück 6—0 H. Käse per Stück 4—8 H, Kasematte per Stück 3—0 Erb'en 1 Liter 00 Linien 1 Liter 00 Tauben bas Paar 40—60 H, Hühner p. St. X 0.90—1.20, Hahnen p. St. X 0.40—0.70, Wälsche X 0.00—0 00, Enten per Stuck X 1.20—1.80, Ocksenllrilck 66-68 H ver Pfd-, Kuh. und Rindfleisch 50—00 Kalbfleisch 46—50 H, Hammelfleisch 60—70 H Schweinefleisch 68—00 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00- 5 Zwiebeln p. Etr. X 6—7.00, Milch per Liter 16 und 18 H. Frankfurt. 30. August. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 41, Nr. 2 X 39, Nr .3 X 33, Nr. 4 29, Nr 5 X 23, Roggenmehl ^Berliner Marke) X 28 50—29, do. I (Berliner Mark") X 27.00—27.50, do. II (Berliner Marke) X 22.50—00.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 21.50 21.75, ab unserer Umgegend 20.75—2t.00, bo. fremder je nach Qualität X 00.00—00 00, Roggen, je nach Qualität X 20.00—20.25, Gerste X 17.75 — 19, Hafer X 13—13.50, Kohlsamen X 27 25 — 50, Erbsen X 19—27, Wicken X 16—18, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Nüböl, detail, X 63. Stimmung ruhig. Hauptsächlich gefragt war: —- Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo ) Frankfurt, 30. August. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 250 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—69, 2. Qual. X 62—64, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 58—60, 2. Qual. X 50 -52, Kälber 1. Qual. X 50-55, 2. Qual. 40 -50, Hämmel 1 Qual. X 58—60, 2. Qual. X 48 52 per 100 Pfd. Schlacht gewickt. Schweine je nach Qualität das Pfund — Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGiehen. Gottesdienst zur Feier des Sedunsfestes. Donnerstag, den 2. September- Vormittags 91/3 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Die zu erhebende Collecte ist zum Besten des Vereins für Unterstützung der Invaliden und der Hinterbliebenen gefallener Soldaten bestimmt. °«n üb'"" Du kb" 8i«nk t!" L?'° ?Ä: fl^ucfe oDtx ä5* Fr?s bL ,!'MÜ b?'1” Mn #M ä,^'" ®‘9tn di, ®fn,Qft«i Labiims- iß jum B,- ®tn tot Maina zu: Mnbt Dame joflte ’n Emser Badearzt ^d'Fte der Dame Kranke bei Lcr- unb erbrach dm L3bntn hier einen 1et- Nehmen Sie moceroS und einen toxWiv während m^anhitti seine 4m sie auSsühüiL i )^)b in dir Nähr | Der kuqiusi hält j 'Biid auf den mit 1 i ivll todl geschasien )esus Maria! zu- ), ?näbigft daS Pro- tm? obwalte unb da Zwillingspaar zu Te- i entzückten Geratter er erlebte bieser Tage «er wurde auf einer i sckachmnigen Poli- iip»riMt, fonPem ae der längeren Fnß- kch befand, für einen i des Ortes grsieckt, wäbrtr> wird uns \t\tn eines Freundes . vielleicht bat Herr Der Polizist des zu fern, forst bitte iLer aud> >chon durch n c -?m Gefährt von i-üinren eines Ortes fr TÜtbenDen Bienen bet Die FahrMe von den Bienen jo _o j, r-i-pn e« ,, oo». t*ca£6 ü4(1_O.7O, S sn fflb-. W* “® „ s. 64h** 6-7.00, MP« s, r * 39. 51 ■’ . <2*50-29. “• OOM «U U 20 73"*,,vv' :-r- , 2V VO-2OÄ M •* 49—27, jr fttb jämmtlech Sngetrtebn 100 W stc». „y*" Atige meiner Anzeiger. Bekanntmachung. 5679) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft Gebrüder BuderuS zu Lollar unterm heutigen Tage mit den Elsen- und Manganerz-Bergwerken „Lindwurm", „Lindenbaum" und „Ltndenbaum I" in der Gemarkung Groß-Linden, Kreises Gießen, beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bet Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Sttuationsriffes bei der Bergmetsteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 7. August 1880. Großherrogliche Obere Bergbehörde. Jaup. _____________________Tecklenburg. Bekanntmachung. 5680) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 unb 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird bierdurch zur öffentlicken Kenntniß gebracht, daß Herr Johann Anton Waldschmidt zu Wetzlar unterm heutigen Tage mit dem Eisenerz.Bergwerke „Wiederkunft" in der Gemarkung Zeldbetm, Kreises Gießen, beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bet der Bergmetsteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 14. Auaust 1880. Großher;ogliche Obere Bergbehörde. Jaup. ________________ Tecklenburg. GrasversteigeriiDg. Bekanntmachung. 5681) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Johann Anton Eöalhschmitzt zu 28etzlar unterm heutigen Tage mit den Eisenerz.Bergwerken „Gotthard" und „Zuversicht" in der Gemarkung Bettenhausen, Kreises Gießen, beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmetsteret Gießen Jedem gestattet- Darmstadt, den 14. August 1880. Grohher;ogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Zu verkaufen. ______________Tecklenburg. Kein Fest Aepfelwein. Freitag den 3. September, Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Martenstift Lich zustehenden circa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen L-ch, Nieder- und Ober- Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, 30. August 1880. 5676)__Winheim. Arbeitsversteigerunq. Donnerstag den 2. Septbr., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Treis a. d. Lda. die an den Pfarrgebäuden das. erforderlichen Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: Jl. H. Maurerarbeit, veranschl. zu 120 — Schreinerarbeit, „ „21 25 Sodann sollen noch weiter in Accord gegeben werden: Planirarbeit am Weg nach Mainzlar, veranschlagt zu 300 Jt, Maurerarbeit daselbst, veranschlagt zu HO JL Treis a./Lda., d. 80. August 1880. Im Auftrag: L. Hahn, 5691) Bestrksbauaufseher. Nächsten Freitag den"3. d7M., Vormittags 11 Uhr, soll das Grummetgras von den Wiesen der Pfarrei Wteseck, des Herrn Postmeister Kempff Erben, des Herrn Sch lenke, „ „ Labroisse in dem Lenzffchen Garten zu Wieseck versteigert werden. Wieseck, den 30. August 1880. 5692)______Lang, Bürgermeister. Obstverfteigerung. Samstag den 11. September, Vormittags 9 Uhr ansangend, wird auf dem Neuhof bei Lang-Göns die diesjährige Aepfelernte, bestehend in ca. 300 Malter öffentlich versteigert. Zusammenkunft am Hose. Näheres erthetlt der Müll erffche Verwalter. Neuhof, den 30. August 1880. 5693)________C. Schuchard. Donnerstag den 2. Septbr., Vormittags 10 Uhr, sollen in der Fle-tt'schen Hofraithe dahier 24 Paar Pantoffel meistbietend versteigert werden. Gießen, den 30. August 1880. 5666) Geißler, Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 1. Septbr., Nachmittags 2 Ubr, werden in der Flett'schen Hofraithe (Gast- baus zum Schwanen) nachstehende Gegenstände meistbietend gegen Baarzahlung öffentlich versteigert: 1 Regulator, 1 Kleiderschrank, 2Sophas', 3 Kommoden, 1 runder Tisch, 1 Nähmaschine, 6 Oeldruckbilder mit Goldrahmen, 2 vollständige Betten mit Matratzen, 2 Schränke, 1 Waschtisch, 30 Pack »teile, i Pult, 10 Stück Zimmermannsäxte. Gießen, den 26. August 1880. 5672) Bauer. Gerichtsvollzieher. Jeikgeöotenes. 5054) Ein Wohnhaus mit Hinterhaus und Garten in sehr guter Lage preiswürdig zu verkaufen Näheres ______Flügelsgasse A. 87. Jeinllcs Frankfurter Exportbier aus der Brauerei Lefcbhorn Nachf., ä Flasche 23 Pfg. frei in's Haus, liefert (5682 I. Weber, „Stadt Cassel“. Salz von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. G. I>. Bapst aus dem Markt in Gießen. (2687 Großherzogl. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. Kagel- Kaffee- Brenner neuester, wesentlich verbesserter Construction in 7 Größ.n, von 2‘/2 bis 90 Kilo Füllung. Vorzüge: Unsere Brenner werden mit ausgemauerter Feuerung geliefert, sind leicht transportabel, nehmen den möglich, kleinsten Raum in Anspruch und liefern bei überaus leichter Handhabung den rcgelmäsigsten Brand. Spohr & Kruemer, Frankfurt a./M.-Sachsenhausen. 5422) Prospecte gratis. 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Novbr. beginnt. Anmeldungen bis zum 10. October an Director IVIatzat in Weilburg, der auch Programme (kostenfrei) versendet und weitere Auskunft ertheilt. Das Kuratorium 5686) gez. v. Wurmb, Regierungs-Präsident in Wiesbaden. M St enichtung des r Mit Rü tolle zu «erich Die ®t enis-techenb »et? Für ble gertlgung der 5 JmA practischen Bei Nr. 102 nnb 1 Stemheim ®ie ( Sl '1870' Verantwortliche Redactton: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr Pietsch) tn Gießen. Kleittkindcrschule. Wir laden hierdurch alle Mitglieder des „Veretrs zur Unterbaltung ter Kleinkinder - Bewahranstalt in Gießen" freundlichst ein zu einer Generalversammlung, die am Freitag den 3. September d. I., Nachmittags 5 Uhr, in dem Saale der Kleinkinderjchule stattfinden soll mit folgender Tagesordnung: 1) Jahresbericht über den Stand der Anstalt. 2) Wahl einer Dame in den Vorstand an Stelle der weggezogenen Frau Noll. Wir bemerken noch ausdrücklich, daß nach den Statuten „Mitglied unseres Vereins jeder erwachsene Einwohner unserer Stadt dadurch werden, kann, daß er sich tn das Mttgliederverzeichntß etntragen läßt und zu einemjährlichen Beitrag verpflichtet, btfien Höhe in sein Belieben gestellt ist". Wir laden zu zahlreicher Betheiligung ein. Gießen, den 31. August 1880. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. _______________________________Dr. Naumann, Pfarrer.__________________ Zum 2. September! Der Tag, welcher vor 10 Jahren das Schicksal des schweren Kampfes- besiegelte, aus dem Deutschland zur Einheit und Größe neu erstanden ist, kehrt wieder. Gedenken wir an ihm vor Allem der tapferen Männer, welche Gesund« heit und Leben dem Vaterlande zum Opfer gebracht haben und dadurch in- Noth gerathen sind oder ihre Angehörigen in Noch zurück gelassen haben- Deren Loos nach Kräften zu verbessern, ist nur eine Pflicht der Dankbarkeit- Möge sich ihrer gerade heute Jeder bewußt sein! Auch die kleinste Gabe nehmen die Unterzeichneten, wie auch die Redaction, d. Bl. gern entgegen. Der Vorstand des Zweighülfsvereins Gießen: vr. Stammler, vr. Diehl, Haberkorn, Landgerichts-Director. Gymnasiallehrer i. P. Regierungsrath. Pfannmüller, vr. Milbrand, Landgerichtsraih. Professor. Sedrmfeft. Die zehnjährige Feier Oed Sevantags begeht der SrtCflft; Verein Gießen in nachstehender Weise und ladet die Bürgerschaft unserer Stadt zu lebhafter Betheiligung ein. Am 2. September, Abends 6 Uhr: Gedächtnisfeier auf dem Friedhof. R'de des Herrn Pfarrers Dr. Naumann. (5630 Von Abends 71|2 Uhr ab in Wenzel s Saalbau r Banket» Eintrittsgeld 25 Pfg. Der Vorstand des Kriegervereins. Zur Nachricht für die Mitglieder des Kriegervereins: Der Verein Wirdum 51/2 Uhr an der alten Realschule gestellt; Orden, Ehren- und Vereinsabzeichen sind anzulegen. Die Mitglieder zahlen zum Banket kein Eintrittsgeld- Don heute an befindet sich meine Wohnung JranlifiirhT Struße 59’, im Hanse des Herrn Bauunternehmers Ph. Größer I.r cm Eck der Einfahrt zu meinen Geschäftslocalitäten. 5659) ÄMfjwst Ne/i Von beute an befindet sich mein Laden nebst Wohnung bei Herrn Textor im Darmstädter Haus. 5572) W. Katz. 5690) Kleines Landhaus (feine Villa) mit größerem Garten, event. etwaS Land ganz in der Nähe einer Gymnasialstadt gesucht. SofortigerAntritt erwünscht. Reflectant würde um sich zu be schäftigen event. oucb eine Beaufsichtigung übernehmen. Off. sub 0 6656 an Rudolf Nlosse, Cöln erbeten. Für Maurer und Brunnenbauer. Unrerzeichueler emvfiehlt leihweise seine doppelt wirkende Säugpumpe. Ohr. Zimmer, 5557)__________Kupferschmied._______ 5663) 3500 Mark werden auf sofort zu 5 % unter genügender Sicherheit zu lechen gesucht. Offerten unter 1012 an die Exped. d. Bl.______________________ Aricklumpen Ä £,»,*! men. (5671) Judengasse. 5416) Eine Wittwe in den besten Jahren sucht als Gesellschafterin oder Pflegerin Stelle bei einer älteren Dame oder Herrn- Nähere Auskunft ertheilt die Exped- d. Bl LOUIS WENZEL" Giessen, Seltersweg C. 63. LITHOGRAPHISCHE ANSTALT Buchdruckern ä- Lteindruckerei für alle Arten Druckarbeiten. Schnellste Anfertigung von Verlobungsanzeigen, Visitenkarten Einladungskarten, Todesanzeigen etc. Siegelmarken. Iabrilrlager fertiger Geschäftsbücher von Edler & Krieche in Hannover. Grosse Auswahl in mittelfeinen & feinen Papieren. Schreib- und Zeichnen - Materialien. COPIRPRE8SEN. 5375 O 3/9 8 N. Conf. (5694 (5687 5513) ff: Exped. d. Bl. erbeten. (5599 5142) bet Wilhelm Klee. Wiederverkäuser erhalten hohen Rabatt. Schnellste und Beste zu bedienen. Giessen, im August 1880. Verspätet. Unserem lieben Freunde vermischte Anzeigen. 5683) Gestern Mittag ist beim Ausladen am Bahnhof ein jähriges Rmd (dunkelroth, weißköpfig' entsprungen. Wer dasselbe auffängt wnd gebeten, es gegen entsprechende Belohnung bei Herrn Oeco- nom Kost in Gießen abzuliefern. Abraham aus Katzenfurt Kbens-Derficherung. Eine alte bedeutende Lebensversicherungs- Gesellschaft sucht für Gießen einen Vertreter als Hauptagenten unter sehr günstigen Bedingungen. Gefl. Offerten unter A. Z. 50 an die Wahrer hinkende Bote, Dandkalender, Reichsbote. 5556) Den Empfang sämmtlicher Neuheiten in Knöpfen und Besatzartikeln für die Herbst-Saison zeigt hierpiit ergebenst an Robert Haas, Seltersweg C. 59. Hochachtungsvoll Ludwig Orth Photograph» Zum Jahrmarkt in Gießen. 5677) Auf meiner Durchreise nach Metz wurde mir gerade Gelegenheit geboten, den Jahrmarkt mit Möbel- und Vorhangstoffresten zu beziehen und zu allen Preisen zu verkaufen. Ich ersuche Ole hochgeehrten Damen von Obengenanntem gefl. Notiz nehmen au wollen. S. Schrdlonsky Ludwig H . n, zu seinem gestrigen Wiegenfeste ein drei- fach donnerndes Hoch.Humor. . Plytechmsche Wit der Stadt kangeusaha. 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Oktober, auf Wunsch auch früher, zu vermiethen. 5195) Ein Logis, 2 Zimmer, Cabinet, Küche, zu vermiethen. __________Adolf Hoß, Schießgärten. 4346) Das von Herrn Verwalter Krebs bewohnt gewesene Familienlogis, im früher Thorn'schen Hause in der Frankfurterstr., ist zu vermiethen und am 1. October zu beziehen.__ 4347) Familienlogis zu vermiethen. ____________Knoll, Kirchendiener. 5632) Ein kleines Logis zu vermiethen bei Schreiner Lenz, Frankfurterstr. 5160) Zwei möblirte Zimmer und ein desgleichen mit Cabinet zu vermiethen. Bismarckstraße B. 170,12- 5093) Die dritte Etage meines Hauses in der Bahnhofstraße, bestehend aus sieben Zimmern mit Zubehör und allen Bequemlichkeiten, ist zu vermiethen ______________Aug. MontanuS» 5427) Ein kleines Logis an eine ruhige Familie zu vermiethen bei W. Böger. Seltersweg. "5582) Eine hübsche Mansardenwohnung zu vermiethen. _______W. Seuling. 5603) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen bei Kennel am Riegelpfad. Um B zeugniffe aus b< oll ®n zchiP iio)tige Sebtutui vor zrhn( O unb Bubi 3m M«i bet i bet Telchlchte j W ur,b nie , 9« bieht filnbl rtnj bei $( M auf bie Z neugeborene gj, »ch'r Lorani! schaffen unb