Tir. L Donnerstag den 1. Januar 1880» i diener Wyeiger AnMk- unh AmtrM für Wn Kreis Gieße«. | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Mevactionsbureau r tkxpcditisrrsbureau: Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. .....— iTaiiBiMMiim ---rnrwi————~ Amtlicher Hheil. Grünberg, den 1. Januar 1880. Betreffend: Erhebung von Domanialgefällen des Jahres 1879. Die Grostherzogliche Distriets - Einnehmerer Grunberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Dienstbezirks. gnjr erfudien (Sie nackstekende Bekanntmachung in Ihren Gemeinden durch die Schelle veröffentlichen zu laffen: Die Ende December 1879 fälligen Domanialgelder für Grumme(gras, Obst, Holzhandabgaben und Waldnebennutzungen au« den Großh zog! ch Oberförftereien Grünberg und Nieder-Ohmen können roch ohne Kosten bis zum 25. Januar 1880 hierher bezahlt werden. Glock._—------- Bekanntm a ch n n g. Zugelaufen: eine schwarze Dachshündin mit weißer Brust. Gießen, den 31. December 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Glanz deS seltenen begonnen, aber die 1879. — Zum neuen Jahre — 1880. Der Abschluß eines Jahres mahnt uns zu einem Rückblicke auf die Er- eigniste desselben, zur Betrachtung der historischen Bedeutung dieses einzelnen Gliedes in der ewigen Kette der Zeit. Was wir durchlebten, ist erst seit so kurzer Zeit Vergangenheit zu nennen, daß wir es rasch vor unseren Blicken noch einmal vorüber wandeln, daß wir es geistig noch einmal durchleben können. Das wird zu einem Genüsse, wenn die Erinnerung eine frohe ist, zum Lerechtigren Stolz, wenn die Zelt eine große und unsere Theilr.ahme an den Ereign ssin, sei es durch die Waffen oder durch geistige That, eine sörder- liche war. D-e Erinnerung an das Jahr 1879 erweckt derartige angenehme Gefühle nicht. Selbst in die erhebenden Festtage unseres Kaiserhauses, selbst in unsere nationalen Gedenktage, vor Allem aber in das öffeiulicke Leben und in die Erwerbsthätigkeit des Volkes drängten sich grelle M>ßklänge ein. Wie ein Gespenst der nationalen Wohlfahrt tauchte bte Krwgsg fahr im Osten auf, und sicherlich wäre d>e Ruhe Europas gestört worden, hätte unser greiser Kaiser nicht das volle Gewicht seines persönlichen Eir.fluffes in Gastern und in nen zu lenken. Eine neue Aera des wirthschaftlichen Lebens hat Alexandrows in die Wagschale geworfen. Lauter Jubel ertönte bei der Goldenen Hochzeittfeier des deutschen Kaiserpaares, aber wir empfanden gleichzeitig den Druck der schweren Zeit im ganzen Erwerbsleben, als wir den hochherzigen Gedanken des Kaisers und der Kaiserin priesen, von der lauten Freude und allem Glanz des seltenen Festes abzusehen und die reichen Ehrengaben des Volkes in wohlthätige Bah- sicationen im Großherzogthum gesetzliche Geltung erlangt hat, unterstehen die Großh. Hessischen Officiere, welche vor dem 1. Januar 1872 in Pension getreten oder^2' ° gestellt worden sind, der MilitiirgerichtLbarkelt. Es umfaßt btefe ^brrchtsbarkut nach den 2 und 3 der gedachten Strafgerichtsordnung die Sttafsachen mtt Emsch uß der Injurien und ist den Eimlgerichten lediglich die Untersuchung und Entscheidung der Contraventionen gegen Finanz- und Polizeigesetze, sowie gegen Jagd- und Fischer:- Verordnungen in den Fällen überlasten, in welchen Zuwiderhandlungen mit Geldbuße °bei In^Folge "der Ä vom 13 Juni 1871, kraft welcher das Groh- herzogliche Eontingent in den Verband der Königl. Preußischen Armee em getreten ist, hat mit Wirkung vom 1. Januar 1872 die in Art. 14 gedachten Vertrags vorgesehene Aendcrung in der Militärjurisdiction stattgesunden, mit welcher die früher zmAusübung der Militärgerichtsbarkeit berufenen Großherzoglichen Behörden. m Wegfall gc- konl'nei' sind. Da zu jener Zeit eine Vereinbarung oder anderweitige Bestimmung bezüglich der Militärgerichtsbarkeit in Gemäßheit der rm Eingang erwähnten Gesetze über die nicht in den Verband der Königl.ch vor dem l. Januar 1872 in den Ruhestand versetzten Ofsiciere nicht getroffen worden ist, so hat sich das eißentSümlTtie • M-« Zeit eines Jahres war zu kurz, um ihre segensreiche Wtikfamkett erkennen zu laffen; es brocken vielmehr neue Wunden am gesellschaftlichen Körper auf, harte und bittere Nothstände, hier größer, dort geringer, waren Zeichen der socialen Krankheit. Die Hülssbereitschast des Staates und die reiche Privat- wohlthätigkett bekunden Liebe und Humanität, aber sie können nicht die Bitterkeit des Gefühles verdrängen, daß man ihrer bedarf. So haben wir cm Jahr zu Grabe getragen, von dem man richt gern spricht, ein Jahr, das wir am liebsten aus unserer Erinnerung streichen möchten. Ueberall hat es brutal in das friedliche Leben, vernichtend in den Schaffensdrang eingegriffen, es überstürzt sich in H'vbsposten von Tag zu Tag, so daß es uns widerstrebt, hier das entsitzliche Factt zu ziehen, welches es durch Unglückrfälle, durch elementare Gewalt und durch die sociale Roth angehäuft hat. Aber auch harte Zeiten mit ihrem Gefolge von Hunger und Elend, von Arbeitslosigkeit und allerlei Trübsal vermögen uns nicht zu beugen. Das Unglück stählt die Kraft, und je herber die Zeit, umsomehr festigt sich das Vertrauen aus einen Umschlag zum B.fleren, je größer die Roth, je näher die Hülfe. So war es seit Menschengedenken, seit den sieben mageren Jahren des Pharao, und so wird und muß es bis an's Ende aller Zeiten sein. Wie die Sonne nach jedem Unwetter die düsteren Wolken durchbricht, und der Regenbogen die friedliche Natur umspannt, so bricht auch nach dem Dunkel wirthschastlicher Noth uns wieder ein Heller und froher Tag an. Die Sonne Homer's leuchtet auch uns, und bald muß sich Alles, Alles wenden, denn schon kündet sich in vielen Zeichen die Morgenröthe einer befferen Zett an. Darum zaget nickt, Ihr Kleingläubigen, sondern ruft mit uns freudig und vertrauensvoll: Prostt Neujahr! Deutschland. m. Darmstadt, 30. December. Der zweiten Kammer der Stände ging unterm 17. d. M. folgende Vorlage des Großherzogl. Staatsministeriums zu: „Nach den Bestimmungen der Königlich Preußischen Militärstrafgerichtsordnuna vom 3. April 184d — Regierungsbl. 1868 pag. 1099 welche in Gemäßheit der Militär-Conventlon vom 7. April 1867, bezw. des Gesetzes vom 19. April 1868, die Einführung der Königl. Preußischen Militärstrafgesehe betteffend - Regbl. 1868 pag. 776 - mit einigen Modi- schritten, da di- TeanLportmittil wesentlich verbessert sind. Noch auf Jahre Linaus wird diese Aussubr in stetem Wachsen bleiben; es ist al o klar, oatz wir Deutsche auch auf Jahre hinaus immer m hr in die angenehme ^age kommen das Fleisch unseres Riudviehö selber versveisen ,u müssen. Das vcr- mehrte Angebot muß natürlich unbedingt die Preise drücken, und gerade die bessere Qualität, di- bisher nach Enaland Ring, ist es, welche nun auf unseren Markt kommt. Wenn sich unsere Schlächter dabinter verschanzen, daß sie die ante Qualität, welch- bisher verlangt wurde, nicht billiger liefere, konnten, so ist das also eine ungerechtfertigte Behauptung, denn alle Qualitäten sinken im Preise. Wenn man die Behauptung der Schlächtermeister gehört hat, so Lasse man sich einmal von unseren Landwirthen vorklagen, wie reißend die Preise für Fettvieh heruntergegangen sind, und man wird wissen, woran man ist. Also die Herren Metzger haben nicht das Recht, in dem Kampf der Zettungen um billiges Fleisch eine gegen sie gerichtete Chicane zu erblicken, sondern das Bemühen geht dahin, vor Allem dem „kleinen Mann ein gutes Nahrungsmittel in vermehrtem Maße zugänglich zu machen, denn bchere Nahrung läßt die winterlichen Strapazen bester ertragen, da gute Kost bekannt- Berlin, 29. December. Ein Berichterstatter der „Bost. Ztg.". der seine Informationen häufig aus polizeilichen Kreisen bezieht, meldet, daß die Polizei am ersten Feiertage in dem Hause Plan-Ufer 20 eine geheime nibür- stische Druckerei entdeckt und deren Inhaber, einen Sckriftsetz-r Werner, nebst zwei Gehülfen, Handwerkern aus Oesterreich, bezw. Sachsen, verhaftet habe. Zugleich seien Tausend Exemplare einer soeben fertig gestellten social-revolutionären Zeitung mit Beschlag belegt worden. Im Zusammenhang mit dieser Entdeckung soll die Verhaftung eines aus Posen gebürtigen Studenten Namens Eohn stehen, wie denn auch in Folge des gemachten Fundes bei h'er studiren- den Ausländern während der beiden Feiertage zahlreiche Haussuchungen stattgefunden hätten. Die Druckerei, Maschinen, Typen, Papier u. s. w. seien in drei (?) Wagen nach dem Molkenmarkt geschafft worden. Nach Angabe des genannten Berichterstatters soll man einer weitverzweigten nihilistischen Verbindung auf die Spur gekommen sein. Es wird abzuwarten sein, wie viel von diesen sensationellen Mtttheilungen sich bestätigt. Bromberg, 24. Decbr. Eine traurige Wethnachts'Ueberraschung ist zahlreichen, bei den hiesigen Land- und Amtsgerichten bisher beschäftigt gewesenen Diätarien zu Theil geworden und mit ihnen einigen 80 Letdensgenosten tm Oberlandesgertchts-Bezirk Posen. Es ist diesen Beamten, unter denen sich vielfach Familienväter befinden und die zum Theil eine länger als zehnjährige Arbeit im Justtzdienste hinter sich haben, folgendes Rescript zugegangen: „Auf Grund einer Verfügung der Herren Vorstandsbeamten des königlichen Ober- Landesgerichts zu Posen benachrichtigen wir Sie, daß Ihre gegenwärtige Beschäftigung mit dem 31. d. Mts. aushört. Gleichzeitig fordern wir Sie auf, umgehend dasjenige Gericht zu bezeichnen welchem Sie vom 1. Januar ab zur unentgeltlichen Beschäftigung überwiesen zu werden wünschen. (Vlks.-Ztg.) Aus Sachsen, 29. Decbr. Wie dem „Reichsbürger" mitgetheilt wird, ist eine erneute Anklage gegen die Reichstags-Abgeordneten Fritzsche und Haflelmann auf Grund des Soctalistengesetzes, und zwar wegen Bannbruchs erhoben worden. Bekanntlich wurde die Anklage gegen die genannten Herren, daß sie sich als Ausgewiesene während der Reichstagssession in Berlin aufgehalten, zurückgezogen; die neue Anklage stützt sich darauf, daß die beiden Abgeordneten während der Reichstagssession in dem benachbarten Lichterfelde, über welches auch der Belagerungszustand verhängt ist, gesehen worden ist. SerSien. Nifch, 29. Decbr. Die Skupschtina bestätigte die provisorischen Meistbegünstigungs-Verträge mit England, Italien, Rußland, der Schweiz und Belgien, genehmigte die Verlängerung derselben bis zum Abschluß definitiver Verträge und ermächtigte zur Schließung provisorischer Reciprocitäts Verträge mit anderen Staaten. Morgen wird der österreichische Gesandte, Herbert, hier erwartet. _________________________________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspsudenz - Bureair. Wien, 30. Decbr. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel : Layard sollte gestern vom Sultan empfangen werden behufs Erledi- gung seiner Reklamationen. Eine rasche und befriedigende Beilegung des Zwischenfalls wird als gewiß betrachtet. — Die für gestern bestimmte Grenz- Conferenz hat nicht stattgefunden. Der Sultan soll die neue Grenzlinie, welche die türkischen Commiffäre den griechischen vorzuschlagen beabsichtigen, noch nicht genehmigt haben. Paris, 30. Decbr. Gutem Vernehmen nach hat der französische Botschafter in Konstantinopel, Fournier, seine Entastung eingereicht. Ein Gleiches wird von dem Botschafter in Petersburg, General Chanzy, erwartet. London, 30. Decbr. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 29. ds.: Layard verlängerte neuerdings die Frist zur Beantwortung seiner Forderungen bis Mittwoch. Said Pascha und Sawas Pascha werden dem Sultan morgen Arrangements-Vorschläge machen. Wie es heißt, ist die Antwort der Pforte am Dienstag zu erwarten. — Die Sitzung der türkischgriechischen Commission ist bis zum 31. ds. verschoben. — Der Herzog und die Herzogin von Edinburg sind gestern Abend nach Cannes abgereist. Das Handelsamt hat eine Untersuchung in Betreff der Katastrophe aus der Tay-Brücke angeordnet. Die Zahl der Opfer wird auf ungefähr 90 geschätzt. Berlin, 30. December. Heute wurden sämmtliche Prioritäten der Hannover-Altenbekener Eisenbahn, daun die öprocentigen Köln-Mindener und die 4t/2procentigen Berlin-Stettiner 5 und 7. Emission theils zum 1. April, theils zum 1. Juli gekündigt. — Auf Oels-Gnesener Stammprioritäten finden starke Voranmeldungen statt. — Der „Retchs-Anz." publtcirt eine von dem Fürsten Bismarck contra-- stgnirte kaiserliche Verordnung, wonach das Reichskanzleramt fortan den Namen „Reichsamt des Innern", der Vorstand dieser Behörde den Titel „Staats- secretär des Innern" führt. Madrid, 31. December. Gestern feuerte -in Individuum Namens Otero Gonzales zwei Revolverschüsse auf den König und die Königin ab. Niemand ist getroffen. Der Thäter wurde verhaftet. Alexandrien, 30. Decbr. Ein ministerieller Beschluß ordnet die sofortige Beschlagnahme sämmtlicher Güter des Ex-Khedtves zu Gunsten der , Regierung an. Madrid, 30. Decbc. Auf den canartschen Inseln haben am 21. ds. bedeutende Ueberschwemmungen große Verwüstungen angerichtet. Häuser sind eingestürzt und die Ernte vernichtet. London, 30. December. Eine Depesche des Generals Roberts aus Kabul vom 27. ds. meldet: General Baker marschirt mit 1700 M mn Infanterie, Kavallerie und 4 Kanonen in der Richtung nach Kohlstan. In der Umgebung von Kabul wird die Ruhe und Ordnung schnell wieder hergestellt. Madrid, 31. December. Osficiell. Das mittelst zweier P stolen- schüffe erfolgte Attentat fand in der Nähe des Eingangs zum königlichen Paläste statt, als der König und die Königin von einer Spazierfahrt Abends um 5 Uhr im off-neu Wagen zurückkehrten. Der 19jährige Thäter hatte sofort die Flucht ergriffen, wurde jedoch auf der Straße von einem Studenten^ und einer anderen Person ergriffen und zur Hast gebracht. In der ganzen Stadt herrscht die größte Entrüstung. Lokales. Gießen, 3t. December. (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der in der Woche vom 21. bis 27. December in Gießen Gestorbenen betrug 9 und zwar wurde als Todesursache bezeichnet: Recurrensfieber 3mal, Lungenentzündung 2mal, Schlagfluß, Stimmrißenkrampf, Knochenfraß, Rose je Imal Letztere bei einem 2jährigen Kinde. G. Gießen, 31. December. Der „Darmst. Ztg." wird über die Epidemie von Rückfalltyphus im Großherzogthum Hessen des Wetteren berichtet: Seit unserer Mittheilung vom 10. d. M. sind im Großherzogthum weitere Erkrankungen an Rückfalltyphus zur Beobachtung gekommen. Drc Krankheit tritt jetzt nicht mehr auf die Provinz Oberhesscn beschränkt auf, auch in der Provinz Starkenburg sind einzelne zweifellose Fälle derselben bekannt geworden. Eine größere Zahl der neuerdings in Oberheflen vorgekommenen Erkrankungen scheint aus bekannten Jn- fecrtonsheerden zu entstammen, welche in einzelnen Orten in der Umgebung von Gießen bestanden und es betreffen auch diese vorwiegend solche Personen, welche arbeitslos oder vaga- bundircnd hin und her ziehen und in Herbergen Unterkunft suchten; mehrmals wurden übrigens auch in letzteren verkehrende Hausirer vom Recurrensfieber befallen, die dann krank heimkehrend ihre Angehörigen inftcirten, in einem dieser Fälle wurden sämmtliche Familienglieder von der Krankheit befallen. Die Zahl der im akademischen Hospital zu Gießen und dessen als JsoUr haus verwendeter Filiale bis zum 23. d. M. aufgenommenen Recurrenskranken belief sich auf 40, von welchen 3 der Krankheit erlegen sind; im Kreise Gießen überhaupt dürften die beobachteten Erkrankungen die Zahl 50 nicht überschritten haben. Im Kreise Friedberg wurden seit unterer letzten Mittheilung noch 3 Fälle von Rückfalltyphus constatirt, von welchen 2 im Bürger- Hospital in Friedberg und 1 im Johanniter Krankenhaus in Nieder Weisel ausgenommen waren; hiermit beziffern sich die bis jetzt in diesem Kreise constatirten Recurrenserkrankungen auf 9, von welchen bis jetzt keine einen tödtlichen Ausgang nahm. Aus einen neuen Kronkheitsheerd weisen die seit Mitte December in einem Orte des Kreises Alsfeld und in zwei benachbarten Orten des Kreises Schotten bet Vagabunden beobachteten Erkrankungen an Rückfalltyphus hin; diese an Zahl 5, von welchen einer mit tödtlichem Ausgang, lassen sich nicht unschwer auf einen gemeinsamen Jnfectionsheerd, eine höchst unsaubere Herberge des Kreises Alsfeld, zurückführen. Die in der Provinz Starkenburg vorgekommenen Erkrankungen an Rückfalltyphus belaufen sich, einschließlich eines bereits in den letzten Tagen des Monats October beobachteten alSbald tödtlich ousgegangcnen, ursprünglich zweifelhaften Falles, bis jetzt auf 3, welche sämmtlich im städtischen Hospitale zu Darmstadt Aufnahme gtfunden hatten; auch hier waren die Er krankten arbeitslose umherztehcnde Handwerksburschen und Vagabunden, welche theils aus Ober heffen direct, theils in der Richtung von Fulda und Hanau zugewandcrt waren. — Veranlaßt durch das Aufthaunr eines Aborts, wie es ja eben an der Tagesordnung ist, gerieth in dem Hintergebäude einer Hvfraithe auf dem Neuenweg Stroh in Brand, welches einen kurzen Feuerallarm verursachte. Durch rasche Hülfe wurde das Feuer gelöscht, ohne daß es erheblichen Schaden angerichtet hatte. Zwei Herren entdeckten gestern auf der Straße nach Lollar, an einer Waldspitze d,e Leiche eines Menschen, welcher sich an einem Buume erhängt hatte. Die Leiche war gut bekleidet. Bis jetzt sind die Personalien noch nicht festgestellt. Vorüberziehende Zigeuner machten die Herren auf die Leiche aufmerksam. — sLolkskücke.j Verkauft 48 Portionen. Vertheilt an Arme, Kinder und Handwerks burschen 545. Summe 693 Portionen. — Unserer heutigen Nummer liegt der Miniatur - Kalender pro 1880 bei. Möge das neue Jahr segensreicher'sein als das alte! Allen Lesern wünschen wir von ganzem Herzen ein glückliches frohes Neujahr! Vermischtes. Hanau, 27. December. Ein hiesiger Metzgerlehrling fiel gestern in den mit siedendem Wasser gefüllten Keffel und verbrannte sich so fürchterlich, daß er dieselbe Nacht noch verstarb. Er soll sich, um sich zu erwärmen, auf den Rand des Kessels gesetzt haben und dort eingeschlafen sein. Briefträger.) Man meldet aus Paris, 21. December: Das Abgeordneten, haus hat in seiner heutigen Sitzung dem Postmeister Cochery einen außerordentlichen Eredit von 500 000 Frcs bewilligt, welcher dazu dienen soll, den Briefträgern mit Rücksicht auf die Strenge des Winters eine Extrazulage zu gewähren. Eine derartige Maßregel würde sich auch in Deutschland zur Nachahmung empfehlen. Aus Oberbaiern. Vorige Woche wurde auf dem Wege nach Marzoll bei Reichenhall ein Mann, welcher Vieh für einen Bauern nach Hause treiben wollte, im Schnee erfroren aufgefunoen. In der Nähe der Leiche standen die von ibm getriebenen zwei Ochs-n. Ein ihm sehr nahe stehender Verwandter soll bei Mittheilung des Unglücks geäußert haben: „wenn nur den Ochsen nichts passirt ist!" — Elektrische Lampe. Professor Edison hat, tote auL New-York geweidet wird, eine electrische Lampe von außerordentlicher Einfachheit vervollkommnet, die nur auf 25 Cents im Preise zu stehen kommen wird. Das Lickt wird durch das Weißglühen von carbonisirtem Papier erlangt. Eine einzige lichterzeugende Maschine von einfacher Construction und anwendbar für den Hausgebrauch, bedient etwa 50 Lampen. Gingesandt. Bekanntlick ist in der Landgemeinde-Ordnung bestimmt, daß Ortsbürger unter 25 Jahren zwar keine Ansprüche an Gemeinde Nutznießungen erheben können, daß aber hirroon eine Aus nähme gemacht werden kann, wenn ein deßfallsiger Majoritätsbeschluß des Gemeinderaths vor. liegt. In der Gemeinde Steinbach ist nun der Fall vorgekommen, baß einige Jahre hindurch die nicht 25 Jahre alten Ortsbürger ohne Anstand Antheil an den Gemeinde-Nutznießungen erhielten, während solches den in diesem Jahre hinzu gekommenen in gleichem Derhältniß sich befindenden 2 neuen Ortsbürgern verweigert wird. Die ünstandslose Bewilligung m den vor bergehenden Jahren soll sich zwar nicht auf einen Beschluß des Gemeinderaths stützen, sondern vielmehr nur dem Bürgermeister und Rechner bekannt gewesen sein, immerhin aber durst- es nickt mehr als billig erscheinen, eine gleichmäßige Behandlung eintreten zu lassen- Hoffentlich genügt diese Anregung, endlich einmal wenigstens einen Beschluß des Gemeinderaths in dieser Sacke zu provociren, die demselben bis jetzt noch nicht einmal Vorgelegen haben soll. Setelfreberirha. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyt- M. W. Dietz in Gießen. M . Newyork, 29. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Matn, Capitän I- Barre, vom Norddeutschen Llovd in Bremen, welcher am 14. d. Mts von Bremen und am 17. d. Mts. von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abend wohlbehalten hier angefommen._______________________. Verloofungen. Karlsruhe, 30. December. In der heutigen Ziehung des badtschen 35 fl-Loose fielen । auf folgende Nummern ein Gewinn von je 1000 fl.: Nr. 27415 68607 68610 99004 1654^3 194526 256398 271383 279495 294096. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 11) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes morn 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Derr Louis Petri II. zu Gießen unterm heutigen Tage mit dem Bergwerke „Lahnstetn" in der Gemarkung Gieße», jkreise« Gießen, mit «tnem Felde" von 640,750 Quadratmetern belieben worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bet Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Berg- werkseigeuthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht Les Situattonsrisses bet der Bergmeisteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, de» 29. September 1879. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenburg. " Bekanntmachung. 32) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes Dom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Actienverein Gutehoffnungshütte zu Oberhausen unterm heutigen Tage mit dem Bergwerke „Stegwart" in der Gemarkung Wetters- Hain, Kreises Gießen, mit einem Felde von 452,750 Quadratmetern belieben worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bet Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gertcht- Ctche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Sttuationsriffes bet der Bergmeisteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 30. September 1879. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenburg. Bekanntmachung. 33) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Ser Actienverein Gutehoffnungshütte zu Oberhausen unterm heutigen Tage mit dem Bergwerke „Leo" tn der Gemarkung Wetters Hain, Kreises Gießen, mit einem Felde von 534,100 Quadratmetern belieben worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Sttuationsriffes bet der Bergmeisteret Gteßen Jedem gestattet. Darmstadt, den 30. September 1879. Großher;ogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenburg. Bekanntmachung. 26) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes Dom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Actienverein Gutehoffnungshütte zu Oberhausen unterm heutigen Tage mit dem Bergwerke „Herwig" tn der Gemarkung Bersrod, Kreises Gteßen, mit einem Felde von 1,041,690 Quadratmetern beltehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bet Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Berg- Mcisteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 15. November 1879. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenbur g. Bekanntmachung. Die Erhebung der Forst- und Feldstrafen, sowie der directen Steuern, betreffend. Die Berichtigung der im Monat November d. I. gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrasen hat in den ersten 10 Tagen des Monats Januar 1880 und zwar mit Ausschluß des 12., 13. und 14., Dienstags und Samstags Vormittags an Großherzogliche Distrikts - Etnnehmerei Gießen I zu geschehen, als sonsten das Beitreibungsverfahren eingeleitet wird. Die Erhebung der directen Steuern findet in demselben Monat vom 5. bis 25. statt. Gießen, den 29. December 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3) A. Bramm. 27) Von den laut Inserat im Gießener Anzeiger vom 30. Mai l. I. verloosten Obligationen des Gesellschafts-Vereins find die Nummern 54, 66, 78 noch nicht zur Einlösung präsentirt worden. Den Inhabern wird bekannt gegeben, daß die Verzinsung derselben vom 1. Juli d. I. an aufgehört hat. Gießen, den 31. December 1879. Aer Vorstand des Gesellschafts-Vereins. In Anklagesachen gegen Großh. Ortsgerichtsvorsteher Philipp Lüdektng zu Gießen wegen Vergehens im Amte wird durch Urthril zu Recht erkannt: daß Ortsgei ichtsvorsteher Philipp Lüdcktug zu Gießen, 62 Jahre alt, verh, ev., wegen öffentlicher Beleidigung des gerichtlichen Taxators A. Beifuß in eine Geldslrafe von zwanzig fünf Mark, eventuell fünf Tage Haft, sowie zur Kostentragung zu ver- urtheilen sei. Zugleich wird dem Beleidigten die Befugniß ^gesprochen, die Verurtheilung des Angeklagten einmal innerhalb 14 Tagen von Zustellung der Urtheilsabschrift an A. Betfuß an gerechnet, auf Kosten des Angeklagten im Gießener Anzeiger zu veröffentlichen. Gießen, den 21. Oktober 1879. Die Strafkammer Großh. Landgerichts der Provinz Oberhessen. Muth. Dr. von Grolmanu. von Schmalkalder. Steinberger. Hofmann. Für die Abschrift: 2)Engel, Genchtsschreiber. Bekanntmachung. Termine festgesetzt und zwar: 1880. V daher auf- Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende den 3. Januar r/ *• v " A " " 13. " " 14. " „ 15. „ „ 17- „ Die Jnteressenden werden gefordert die Zahlungen an diesen Tage» in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1879. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Keh r. Donnerstag d. 29. Jan. 1880, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Friedrich Weber, als: Flur 40/4i 8/io Hofraithe links der Chaussee meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. December 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 24)Müller. Mein Lager in reingebaltenen Weinen erlaube mir tn empfehlende Erinnerung zu bringen. (14 Gg. Wilh. Weidig. Theeniederlage zu JA. 3,50 das Paar empfehlen Docter von Faber & Co. in London in Originalpaqueten bei (25 ______Gebr. Adami. Feinste Chinesiscbe Ibee’s empfiehlt (13 Gg Wilh. Weibig. Ziehung 24. Fehr. 1880. Lotterie zum Neubau einer kath. Kirche in (22 B ad-Kissing en. Staatlich genehmigt. Hauptgewinne: JL 43,000, zweimal 12,000, 3mal 6000 rc. 11,800 Gewinne mit <,< 230,000 baar Geld. Loose zu 2 JL versendet gegen vorherige Posteinzahlung die General-Agentur A. & B. Schuler in Zweibrücken. (Ctjocoüiben der renomirtesten Fabriken empfiehlt (12 Gg. Wilh. Weidig. Aeilgcöotenes. 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Stockbauer. Mit drei Illustrationen des Puppenhauses im Germanischen Museum. — Wonnige Weihnacht. Erinnerung aus dem Vaterhause von Luise Pichler. — Im rothen Hause. Ein Weihnachtsgesicht von M- F- Kühne. — Auch ein Wartbw gsfest. Mit Originalzeichnung von M. Schaefer: Weihnachtsabend in der Wachtstnbe auf der Wartburg. — Die Ebersschen Schwestern. Von Th- H. Pantenius. Mit einer lllustrirten Beilage: Weihnachtsfreuden auf der Straße. Mit Originalzeichnung von C- Koch: Starkes Angebot. — Die jüngste Königin. — Weihnacht in Neapel. Von Pfarrer Th. Trede daselbst. — Der NothstandinOberschlesien. Von einem oberschlesischen Großgrundbesitzer. Nicht nur jedem Kranken, nein, auch allen Gefunden, besonders aber allen sorgsamen Familienvätern kann die schleunigste Bestellung der Broschüre: Gratis'Auszug aus Dr. Airy's Natu. Heilmethode nicht dringend genug empfohlen werden. 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B ru seinem * stattstndenden 39jähri- heute Mitternacht gen Geburtstage wünsche und ein Neujahr I * »