Samstag, den 31. Mai Nr 12S 1879 Kießener Myeiger «lintN Ail^ize- «O AmtsM für kn Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Cm durchaus Gießen, den 28. Mai 1879. Betreffend: Aussicht über das Faffelvieh. r im Hause lesftan Gießen, den 27. Mai 1879. Betreff: Das Porto für Sterbfallsanzeigen. 7’-’- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Baue. r, Arzt. m geneigten lNgsvollst . Peth. der Grenze errichten, es mag in den Grenzdistricten sogar, wie schon gemeldet wird, zu blutigen Zusammenstößen zwischen türkischen Truppen und griechischen Insurgenten kommen, daS kleine, schwache Griechenland ist doch nicht in der Lage, die Erfüllung seiner Wünsche auf dem Wege der Gewalt zu suchen, heute um so weniger, da die Türket ihre Truppen nicht mehr in Ostrumelten nöthtg hat, dieselben also eventuell ausschließlich gegen Griechenland verwenden kann. König Georg scheint auch persönlich seine Hoffnungen mehr auf diplomatische Unterhandlungen, als auf sein Schwert zu setzen und, wie sein neulicher Toast in Olympia auf den deutschen Kaiser zeigt, am meisten Erfolg von dem Einfluß der ihm günstig gesinnten deutschen Regierung zu erwarten. Im Uebrigen ist die für Griechenland so unerwünschte Spannung zwischen Frankreich und England, so lange die gegenwärtige Gruppi- rung der Mächte im Ganzen und Großen bestehen bleibt, gerade eine Bürgschaft für Erhaltung des Weltfriedens. An die Möglichkeit eines blutigen Conflicts zwischen den Westmächten um Griechenlands und Egyptens willen denkt Niemand. Dagegen befestigt ihre Uneinigkeit das Dreikatser-Verhältniß, in welchem Deutschland, der stärkste Hort des europäischen Friedens, nach wre vor die zusammenhaltende Kraft ist. Deutschlands und Oesterreichs gemeinsamer Protest gegen die durch den Vicikönig von Egypten begangene Rechts. Verletzung, ein Sckritt, der bei der öffentlichen Meinung Europas allgemeine Anerkennung findet, läßt hoffen, daß es gelingen werde, die orientalischen Herrscher zur stricten Erfüllung ihrer vertragsmäßigen Verbindlichkeiten zu veranlaffen und die egyptische Frage ebenso wie die griechische allmählich einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. England speciell wird sich schließlich gezwungen sehen, der Stimmung des französischen Volkes, welches dringend wünscht, daß seine Regierung Griechenland einen Dienst erweise, Rechnung zu tragen. Jedenfalls können wir das bevorstehende Pfingstfest feiern, ohne uns die Freude durch den Blick auf die allgemeine politische Lage trüben zu lasten, denn Frankreichs innere Zustände sind trotz der dort herrschenden Gährung noch nicht zerrüttet genug, um den politischen Horizont zu verdüstern. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und -Zuchteber durch die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählten Commissionen wird an folgenden Tagen stattfinden: 1) Mittwoch den 4. Juni in Röthges, Vtlliugen, Rabertshausen, Nonnenroth, Rodheim, Steinhetm, Langd, Lich, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörgern, Holzheim, Grüningen, Watzenborn-Steinberg, Hausen und Garbenteich, 2) Donnerstag den s. Juni in Hungen, Inheiden, Trais-Horloff, Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Steinbach, Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Münster, Ober-Bessingen und Nieder-Bessingen, 3) Freitag den 6. Juni in Bettenhausen, Muschenheim, Birklar und Langsdorf. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben und die Thiere den Commissionen bei deren Eintreffen vorzuführen, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. Dr. Boekmann. wie naa, ö Zur allgemeinen politischen Lage. Auf der Balkan-Haloinsel lenkt die Entwickelung der Dinge in immer ruhigere Bahnen ein. Fürst Alexander von Bulgarien, der gegenwärtig zum Zweck einer Rücksprache über die äußere und innere Lage des Landes eine Rundreise an den europäischen Höfen macht, hat erklärt, daß er fich ganz auf den Boden des Berliner Vertrags stellen und seine Bulgaren mit allem Ernst von dem Gedanken an eine Vergrößerung ihres Landes durch Ostrumelien abzubringen suchen werde. Ueber die Haltung der Bevölkerung südlich vom Balkan hat sich Europa beruhigt, seitdem es aus der dem Parlament vorgelegten diplomatischen Correspondenz zwischen England und Rußland erfahren hat, daß beide Mächte in Bezug auf Ostrumelien zu einem ,hatsächlichen Einverstäudniß gelangt sind, indem England sich verpflichtet hat, die Pforte zur Aufrechterhaltung der Rechte und Privilegien dieses Landes anzuhalten, Rußland dagegen versprochen, seinen Einfluß aufzubieten, um die bulgarische Bevölkerung zu einer ruhigen Annahme der getroffenen Abmachungen zu bewegen. Die Proclamattouen des Kaisers Alexander und des Generals Obrutscheff, in welchen offen gesagt war, daß Rußland keine Lust habe, noch einen Tropfen Blutes für die Bulgaren zu vergießen, haben denn auch schon den Erfolg erzielt, die Aufregung unter der Bevölkerung merklich abzukühlen. Das Actions-Comit^ für die Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien hat sich ausgelöst und das Häuflein der Jntranstgenten ist nicht groß genug, um ernste Sorge zu erregen. Da die Räumung des Landes Seitens der Ruffen ver- dältnißmäßtg schnell vor sich geht, andererseits aber die türkischen Truppen außerhalb des Landes bleiben, so darf man wohl der Ankunft des neuen General-Gouverneurs, Fürsten Vogorides, welcher Klugheit und Energie mit Mäßigung und Wohlwollen gegen seine Landsleute verbindet, mit begründeter Hoffnung auf eine ruhige Gestaltung der Verhältniffe entgegensehen. Etwas bedenklicher steht es mit der g r i e ch i s ch e n F r a g e. Die Mächte haben sich zwar dahin geeinigt, zwischen der Pforte und der griechische Regierung zu vermitteln, doch soll dies nicht, wie Frankreich es vorgeschlagen, durch eine besondere Eonferenz der Botschafter in Konstantinopel, sondern dem Wunsche Englands entsprechend, durch Vorstellungen der einzelnen Botschafter geschehen. Wie es scheint, soll die Pforte zunächst aufgefordert werden, die Grenzlinie zu bezeichnen, welche sie auf Grund der Berliner Congreßbeschlüffe Griechenland ^uzugestehen geneigt sei. Leider steckt hinter der die Form des Vorgehens betreffenden Differenz die tiefer gehende sachliche, daß Frankreich ben Griechen die wichtige Stadt Janina verschaffen, England dieselbe dagegen ber Türket erhalten wissen möchte, daß die beiden Mächte auch in Bezug auf Egypten nicht dieselben Ziele verfolgen, daß zwischen ihnen überhaupt wegen ber Verschiedenheit ihrer Interessen im Mittelmeer seit einiger Zeit eine Verstimmung obwaltet, welche ein gemeinsames einträchtiges Vorgehen in der griechischen Frage höchst unwahrscheinlich macht. Die Pforte wird daher, aller osficiellen Mahnungen Englands zur Nachgiebigkeit ungeachtet, voraussichtlich in ihrer bisherigen Hartnäckigkeit Griechenland gegenüber beharren. Zu ernsten Befürchtungen sür den Weltfrieden gibt aber diese Sachlage keinen Anlaß. Griechenland mag immerhin ein militärisches Lager an übertreffen duck nf man ickhig K Das Großherzogliche Stadtgericht Gießen an sämmtliche Großherzogliche Örtsgerichte des Stadtgerichtsbezirks Gießen. Auf höhere Weisung setzen wir Sie in Kenntniß, daß die Großh. Ortsgerichtsvorsteher das Porto für Sterbfallsanzeigen vorlagsweise aus eigenen Mitteln zu bestreiten haben, vorbebältltch des Ersatzes von den zahlungspflichtigen Privatpersonen oder Nachlaßmaffen. Die Aufnahme in die Post- Conto-Bücher ist bei Meldung eigener Haftbarkeit des betreffenden Beamten untersagt. Es bleibt übrigens, sofern dadurch keinerlei Verzögerung der Absendung herbeigeführt wird, gestattet, die Sterbsallsanzeigen durch sichere Privatgelegenheiten kostenfrei an die Gerichte zu befördern. _____________________________________________________Langsdorfs, Stadtrichter.__ Seutschland. Darmstadt, 29. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Hofgerichts-Director Hahn aus Gießen, den Hofgerichtö- Advocaten Krug, den Baurath Horst, sowie den Hof Ceremonienmeister v. Werner. — Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 13 enthält die Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Versehung des Sicherheitsdienstes im Großherzogthum durch das Großh- Gensdarmerie-Corps betreffend. m. Darmstadt, 29. Mai. Der von dem Ober-Consistorium der evangelischen Landessnnode vorgelegte Entwurf eines neuen Gesangbuchs wird den ersten Gegenstand der Berathung dieser am 10. Juni zusammentretenden Körperschaft bilden. Nach S 107 und 108 der Kirchenverfassung kann mit Genehmigung der Landessynode das Gesangbuch obligatorisch eingeführt werden, wobei jedoch jeder Gemeinde der Landeskirche freisteht, durch die Gemeindevertretung seine Nichtannahme zu erklären. Das Ober-Consistorium hält indessen in der jetzigen Zeit bei den verschiedenen Strömungen, die in der evangelischen Kirche zu Tage getreten sind, und in Berücksichtigung, daß ge- rajitnnirt- Akk- . nnb 2 !w ___r? RedaetionSbureaur 1 „ 1O ExpeditionSbureaur / Schulstraße B. 18. rade in kirchlichen Dingen jeder Versuch eines Zwanges leicht den Widerstand hervorruft, dieses Verfahren nicht für geboten; man zieht es vielmehr vor, die Einführung des neuen Gesangbuches den einzelnen Gemeinden freizustellen. Es wird sonach an die Landessynode das Ersuchen gerichtet, das neue Gesangbuch zur facultativen Einführung zu genehmigen. Hebet diese Vorlage hat Namens des dritten Ausschusses der Landessynode der Abg. Engelbach Bericht erstattet. Derselbe bespricht kurz die äußeren und inneren Vorzüge des Entwurfs, sowie die ihm nach Ansicht des Ausschusses anhaftenden Mängel und kommt zu dem Schluffe, daß mcht wenige und zum Theil erhebliche Fragen bezüglich des vorliegenden Gesangbuchs-Entwurfes ihrer Erledigung harren. Eine Annahme en bloc dürfte sich hiernach nach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses nicht empfehlen, ebenso wenig aber auch eine Discussion des Einzelnen im Plenum der Synode. Die Mehrheit des Ausschusses beantragt deßhalb, die Synode möge eine aus fünf Mitgliedern bestehende Eommission mit der Aufgabe bestellen, den Entwurf nach den im Berichte erwähnten Gesichtspunkten im Einzelnen zu prüfen und in einer endgültigen Redaetion der Synode zur einfachen Annahme oder Ablehnung vorzulegen. Mit dem Vorschläge des Ober-Consistoriums, die Einführung des neuen Gesangbuches der Gemeinde völlig freizugeben, ist der gesummte Ausschuß emerstanden. Eine Minderheit, bestehend aus den Abgg. Bonhard, Pauli und Curtmann, erklärt sich mit der Bestellung eines nochmaligen Ausschusses ad hoc nicht einverstanden, weil sie darin nur eine unnütze Verzögerung, wenn nicht gar Gefährdung der Einführung des Gesangbuches sieht, und beantragt daher, ohne Weiteres in die Berathung des Entwurfes einzutreten. M r Berlin, 28. Mat. Die „Voß'sche Ztg." schreibt: Der Reichskanzler hob in der Reichstagssitzung vom 8. März d. I. hervor, daß die Bevölkerung der landwirthschaftlichen Provinzen Pommern, Preußen und Posen in höherem Maße auswandere, als die der übervölkerten Fabrikgegenden^und zog hieraus den Schluß, daß das landwirthschaftliche Gewerbe durch die Steuergesetzgebung erschwert worden sei. Hieraus entgegnete der Abg. Richter unter Anderem, daß jene Erscheinung eine Folge der zunehmenden und durch die geltende Gesetzgebung erleichterte Bildung großer Fideicommißgüter sei. Tatsächlich waren schon im Jahre 1867 in den alten Provinzen 6*/2 Mill Morgen ertragsfähiger Flächen im Besitz von Fideicomrmssen und diese Zahl hat sich seitdem fortwährend vermehrt. In Pommern, wo die Auswanderung am stärksten ist, ist ein Drittel, im Regierungsbezirk Stralsund sogar die Hälfte des ertragsfähigen Grundbesitzes im Besitze des Staates, der tobten Hand und der Fldei- commisie. Das hat die Reaction zu Wege gebracht, indem sie den Verfassungs- Artikel aufhob, der die Auflösung der Fideicommifle decretirte. Der Entstehung einer übermächtigen Bodenaristokratie ist es größtenthetls zuzuschreibe., daß der kleine Mann, der Arbeiter, sich nicht auf einer Scholle ansiedeln kann und es schließlich vorzieht, dem Vaterlande den Rücken zu kehren. Darum wird man mit der Theilung von Domänen und der Wiedereinführung der Erbpacht allein eine genügende Vermehrung der ländlichen seßhaften Arbeiter nicht erreichen. — Die „N. Hess. Volksblätter" schreiben: Kaum ist Prinz Alexander von Battenberg zum Fürsten der Bulgarei erwählt, so beschäftigen sich die Zeitungen wieder mit angeblichen Heirathsprojecten für denselben. Während man vor Jahresfrist die Tochter der Großfürstin Marie, die Comtesi? Stroganow, als die zukünftige Braut des Fürsten bezeichnete, wird jetzt die junge Fürstin Aoussonpow als die Erwählte genaniit. Auswärtige Blätter bringen sogar alle möglichen Details, wonach die 20jährige junge Fürstin, welche eine sehr interessante und graziöse Erscheinung und außerdem bereinige Besitzerin eines Vermögens von vielen Millionen sein soll, ihre Verlobung mit dem Fürsten, der sie allerdings von Berlin und Petersburg wohl kennen mag, in Paris feiern würde. Wie uns nun von absolut zuverlässiger und unterrichteter Seite mitgetheilt wird, beruhen alle diese Gerüchte aus Erfindung und sind nur als müßige Combinationen sensationssüchtiger Reporter anzusehen, welche vielleicht durch den rein zufälligen Umstand entstanden sein mögen, daß die erwähnte Fürstin mit ihrem Vater gegenwärtig in Paris weilt, wohin sich Fürst Alexander demnächst begeben wird. Man scheint nun ganz außer Acht gelassen zu haben, daß der Fürst eben aus einer europäischen Rundreise begriffen ist. um bei den Regierungen, welche als Unterzeichner des Berliner Vertrags figuriren, Besuche abzustatten, wie dies bereits in Wien und Berlin geschehen ist und in London, Rom und Paris noch geschehen wird. In letzterer Stadt gilt sein Besuch dem Präsidenten der französischen Republik und dem Minister Waddington ; an eine Brautwerbung denkt der Prinz sicher nicht. — Betreffs der Wahl des Herrn v. Seydewitz zum Reichstagspräsidenten ist noch eines kleinen Zwischenfalles zu gedenken: Die kurze Ansprache, welche der neue Präsident v. Seydewitz bei Uebernahme seines Amtes an den Reichstag richtete, war das Erste, was er überhaupt im Parlament geäußert hat. Das Erste, was er that, enthielt einen Verstoß, welchen wir hier nur erwähnen wollen, während wir das Urtheil darüber den Lesern selbst überladen. Herr v. Seydewitz sah sich nicht zu der Aufforderung an den Reichstag veranlaßt, dem abgetretenen Präsidenten die schuldige Anerkennung etwa durch Erheben von den Sitzen zu erkennen zu geben. Die „Rat.-Ztg." bemerkt darüber: „Die sonst üblichen Danksagungen an scheidende Präsidenten sind diesmal bei den letzten Vorkommnissen unterblieben. Niemand hat daran gedacht, das Haus zu einer bezüglichen Kundgebung zu veranlaffen. Das Maß von Anerkennung, welches man im öffentlichen Lcbeu gewähren will, ist eine Sache des Taktes und der unmittelbaren Empfindung, wir entschlagen uns selbstverständlich jeder Klitik." England. London, 27. Mai. Das Unternehmen des Herrn Albert Rentner, das Panzerschiff „Großer Kurfürst" und auch die „Pommerania" vom Meeresgründe emporzuheben, ist, wie ein hiesiges Blatt berichtet, im B.griff, „gegründet" zu werden. Es ist eine Actiengesellschaft mit einem Capital von 100,000 L. in der Bildung begriffen, welche sich damit befaffcn wird, in allen Theilen der Welt gesunkene Schiffe zu heben oder doch von solchen und von anderen verunglückten Schiffen zu retten, was zu retten ist. Diese Gesellschaft, Wreck Recovery and Salvage Company genannt, übernimmt die Contracte Leutner's und auch das Patentrecht für Pullar's „unbiegsame Pontons." Kriechentaud. Athen, 28. Mai, Abends. Eine ungefähr 500 Mann starke türkische Truppenabtheilung überschritt in Verfolgung einer etwa 150 Mann (toten RLuberschaar die griechische Grenze bei Ktemenion in der Meinung, daß sich die Verfolgten dahin geflüchtet hätten. Da die türkeschen Truppen der Aus- iorderung der griechischen Grenzwache, sich über die Grenze zurückeuztehen, nicht nachkamen, vielmehr Feuer auf die Wache gaben, entspann sich ein gegen drei Stunden dauernder Kampf, worauf die Türken über die Grenze zurückgingen. Die Türken verloren einige Mann. Anf griechischer Seite hat kein Verlust stattgefunden. Telegraphische Depeschen. Waguer's tclegr. Eorrcspouderrr« Bureau. Darmstadt, 29. Mai. Durch Erlaß Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs wird der Fürst von Bulgarien ä la suite des Dragoner-Regiments Nr. 24 gestellt. Marburg, 29. Mai. Heute findet die Hauptfeier anläßlich der Einweihung des neuen Universitäts-Gebäudes statt. Am Vormittag bewegte sich ein großartiger Festzug durch die festlich geschmückten Stcaßen unter großem Andrang des Publikums nach der Universitär, woselbst die Uebergabe der Schlüssel des neuen Gebäudes an den Universttätsrector Prof. Mannkopff erfolgte. Darauf fand die E ithüllung des Bildes Sr. Maj. des Kaisers statt; dem Hoch auf Se. Majestät folgte vieltausendfacher Wiederhall. London, 29. Mai. Acht Compagnien Manne-Infanterie und zwei Compagnien Marine Artillerie, im Ganzen 1130 Mann, erhielten Befehl, sich nach dem Cap emzulchiffen. Messtna, 28. Mai, Abends. Am Westabhange des Aetna haben neue ÄiaterbilOungen mit vehementem Lava-Auswucf stattgefunden. Letzterer bedroht die Ortschaften der Umgegend, deren Bevölkerung sich in großer Be- sorgmß befindet. Kisfingen, 29. Mai. Der deutsche Kronprinz ist mittelst Extrazuges heute Vormittag abgereist. Zur Verabschiedung war Regierungspräsident Graf Luxburg mit den Spitzen der Behörden erschienen. Von dem zahlreich versammelten Publikum ertönten begeisterte Hochrufe. Berlin, 29. Mai. Ihre Maj. der Kaiser und die Kaiserin beabsichtigen morgen nach Babelsberg überzuuedeln. — Der Fürst von Bulgarien dinirte gestern bei dem russischen Botschafter v. Oubril und wohnte heute der Parade bei. Nach dem Parade-Diner begibt sich der Fürst nach Potsdam und reift morgen Abend nach Paris und London ab. Berlin, 29. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine ausführliche Erwiderung des Fabrikanten Schwartzkopf in Berlin auf die Behauptungen des Reichstags-Abgeordneten Richter in Betreff der von Schwartzkopf für die Warschau-Wiener Eisenbahn, resp. der von der Firma Henschel in Cassel für die Oöerschlesische Eisenbahn gelieferten Locomotiven, welche in dem Satze gipfelt, daß die Argumentationen Richter's auf eine tendenziöse und willkürliche Vermengung der Begriffe von offeriren, accepticen, verkaufen und liefern hinausliefen und an deren Schluß Schwartzkopf sich erbietet, Richter oder dem von ihm Bevollmächtigten unter Vorlegung der Geschäftsbücher zu überzeugen, daß seine Quellen unlauter und die Angriffe gegen die Firma Schwartzkopf und die Mitglieder des Locomotiv-Lerbandes ungerechtfertigt leien. London, 29. Mai. Im Oberhause antwortete Lord Salisbury auf eine Frage Colchester's: Gestern sei eine Depesche des britischen Consuls auf Kreta eingegangen. Nichts darin lasse glauben, daß Unruhen daselbst herrschten oder daß die Bevölkerung kein Vertrauen in den neuen Gouverneur setze. In Folge ves Mangels einer starken Gensdarmerie, die nur durch genügende Geldmittel zu unterhalten wäre, fielen mitunter Gewaltthätigkeiten vor. Er habe nicht gehört, daß die Bevölkerung mit der Verfassung unzufrieden sei. — Lloyds veröffentlichen eine Depesche über ein Gefecht zwischen der peruanischen Panzerfregatte „Jndependencia" und zwei chilenischen Holzschiffen „Esmeralda" und „Cvvadonga" bei Jquique, wobei alle drei Schiffe sanken. Berlin, 30. Mai. In der heutigen Plenarsitzung des Bundesraths wird auch der Gesetzentwurf über die Verfassung Elsaß Lothringens vorgelegt werden. Die Anträge der Bundesraths-Ausschüsse für die Verfassung und das Justizwesen von Elsaß Lothringen zielen darauf ab, dem Entwürfe eine prä- ctfere Fassung zu geben. Neu ist folgende Bestimmung: Das Ministerium von Elsaß Lothringen zerfällt in Abheilungen. An der Spitze dieser Abthei- lungen stehen Unterstaacssecretäre, unter diesen die Directoren, Räthe und Übrigen Beamten. Der dem Dienstalter nach älteste Unterstaatssecrelär vertritt in Behinderungsfällen den Staatssecretär. Der § 7 soll lauten: Zur Vertretung der Vorlagen aus dem Bereiche der Landesgesetzgebung und der Interessen Elsaß Lothringens, sowie bei Gegenständen der Reichsgesetzgebung körnen durch den Statthalter Commifläre in den Bundesrath abgeordnet werden. Zum Staatsrathe sollen vom Kaiser 8 Mitglieder ernannt werden (nrch der Vorlage nur 7), der Delegirte für den Bundesrath wird gestrichen. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens deS Gesetzes soll durch kaiserliche Verordnung festge- setzt werden. Lokales. Gießen, 30. Mai. Das von uns bereits früher erwähnte Geschenk des Herrn Fe rnie an die hiesige Rudergesellsckaft, 4 riems outrigget Ra^eboot, ist dieser Tage von London hier eingetroffen und erregt dasselbe durch seine Eleganz und vorzügliche Bauart allgemeine Bewunderung. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 1. Juni. (1. Pfingstfeiertag.» Martin Lenz, Marktplatz. Montag den 2. Juni (2. Pfingstfeiertag.) Daniel Nühl, Marktplatz. _ I Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießcn. Gottesdienst: Sonntag den 1 Juni. 1. heil. Pfingstfeiertag. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner. (Collekte für arme Theologiestudirende.) Montag den 2. Juni. 2. heil. Pfingstfeiertag. Morgens: Pfarrer Schlosser. Confirmation der Knaben und Feier des heil. Abendmahles. Nachmittags: Gymnasiallehrer Stamm. (Collekte für die Stadtarmen). Es wird gebeten, bei der Confirmation am 2 Feiertage die zehn vorderen Bankreihen für die Angehörigen der Konfirmanden frei zu laffen. Nächsten Sonntag den 8. Juni findet bte Confirmation der Mädchen und Feier des heil. Abendmahles statt. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 1. bis 7. Juni besorgt Pfarrvicar Schöner. pW »ird ' 24 Se|leQt. E'ch d-r Sin, 1 °°»eg,e sij «“?" großm Ub«S»be 6ir ^A,mkopff ’l- ta tti etertm. ’ unb M lt<” ®W, ii) “ Itta« hab,« inbtn. Legerer ’ i" * Be- ttdt Hauges JWftrt ®raf » zahlrilh »er- laifetin brHh, ' voil Bulzmiin vshnte heule ber t nach PMm entllcht eine M, ün auf d>e Be- :t von Schwatz« ' Firma Henschel ottven, welchem e tendenziöse und n, verkaufen und erbietet, Richler öeschäflMcher zu gegen die Firma erechlferlizt leien, cd Salisbury aus chen Consuls aus daselbst herrschlen uerneur frje. Jn genügende Geld- i vor. Er habe -ben ftt .cht gwiichen der hen HoijlchM , LchHr \anttn. iti HMKM nagens vorgüezt und das Atwuch eine yra- Das Ministeck« tot dieser W; . i, Me und ubil' i ri-en. */ y x-rordnunz frpS' tu k W"‘S ti8** iecretäc oettciu » . aurStrW «D oer 3«te* bunzkö'n-ad' t werden. 3“01 'n (nch der N ja*. p >nt »ad r ^s§e Seltersweg 10. 3617) H- Arbeitsversteigerung äü, 60 ? f 5 a> 3209) KT1 « Dose 120 Pf*. 60 180 1270 Gebrannten Kaffee i stroMmte 50 80 1135 684 479 38 Bflasterarbeit, veranschl. zu Pflasterfteinlieferung, veranschlagt zu Sandlieferung, veranschl. zu Steinsetzen und Sandmessen, veranschlagt zu in vormalicher Qualität, ä .X 1.40, SO, 60 und 80 per Psund empfiehlt <2376 W. Heuser, vorm. Fr. Vieler. in Accord vergeben werden: Steindeckerarbeit an der Kirche, veranschl. zu ......... Steindeckerarbeit an den Schulgebäude!-, veranschl. zu . . . Pflafterarbeit am Unterthor, veranschl. zu......... Victor, Herzog von Ratibor Vorsitzender. * Höflicher Ehemann. Ein englisches Blatt berichtet folgendes eheliche Zwiegespräch Ein Pärchen, nicht mehr in der ersten Jugend, geht im Walde spazieren. Die Frau erblickt einen großen Eichbaum, der eine Ruhebank überschattet und bricht in die Worte aus: „Ach, wie liebe ich diesen alten Eichbaum! Wie oft habe ich in seinem Schatten gesessen und so köstliche Stunden verlebt! Er erinnert mich lebhaft an meine Jugend, an die Zeit, wo . . „Wo Du ihn gepflanzt hast," unterbrach sie der Gatte trocken. * Vorwitziger Vertrag. Bürgermeister N. in H... saß vor einiger Zeit in dem Wirthshause zu Sch... und sprach tüchtig dem Neuen zu. Dabei schloß er mit einem anwesenden Schreiner folgenden Vertrag ab. Der Schreiner sollte ihm einen Kleiderschrank anfertigen und zwar sollte derselbe 2