Nr. 227. Dienstag den 30. September 1878. Gießener Myciger Metze- Md AWM sie des Kreis Gießen. Ne>a Zimmer per n bei zneiugasse A. 40- I eich beziehbar, zu. mm k. 90. logis ist zu vcr- I lrnold, Astenveg. mwohnung schort Voll, Partner iohnung zu v.r- F r Exped. d. BI E»' ilt . , Gienen, ss» iS"«*5 iereT^ .«»äS >st * 'M» inzeigt«. on Auswärts kann >emuell auch Logis Maße D. 32.^ rBÄg pichen Publikum [i.ti von heute an Herrn Kohlen- t, Aaplansgch, Um DietZ) deckermeister^ Amlticher D 6 ei Gießen, den 26. September 1879. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Gießen für 1880. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einsendung der Voranschläge für 1880 im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von acht Tagen bei Meidung der in unserer Verfügung vom 10. Mai d. I. — Anzeiger Nr. 112 — angedrohten Maßregel erinnert. Dr. Boekmann. Da die Einrichtung im neuen Justizgebäude noch mindestens 8 Tage nach dem 1. k. Mts. erfordert, so empfehlen wir den Rechtssuchenden, zur Vermeidung unnützer Gänge sich erst später beim Amtsgericht Gießen einzufinden, namentlich wenn sie anhängige Rechtssachen fortgesetzt haben wollen. Gießen, den 27. September 1879. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. _______Langsdorfs. Bekanntmachung. Die Ende September d. I. fälligen Domanialgelder für Holz, Heugras und Waldnebennutzungen aus den Großherzoglichen Oberförstereien Grünberg und Nieder-Ohmen können noch ohne Mahnung bis zum 25. October 1879 an dem Zahltage Samstag hierher gezahlt werden. Grünbera, am 29. September 1879. Großherzogliche Districts-Einnehmerei Grimberg. Glock._______________________________ aanuB BgaMpaai politischer Hhril. Deutschland. Darmstadt, 26. Septbr. An Stelle des Großh. Oberstaatsanwalts 1. Duri, welcher in Folge seiner Ernennung zum Mitglieds des Reichsgerichts sein Mandat als Mitglied der zweiten Kammer niedergelegt hat, ist der Stadtverordnete Johannes Haustein in Gießen zum Landtagsabgeordneten für den 5. Wahlbezirk der Provinz Oberhefsen gewählt worden. Darmstadt, 27. Septbr. Das am heutigen Tage ausgegebene Groß- berzogliche Regierungsblatt Nr. 50 enthält die Allerhöchste Verordnung, die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen der Gerichte betreffend. — Nr. 51, gleichfalls am heutigen Tage ausgegeben, enthält die Bekanntmachung Großberzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Erhebung der Gerichtskosten betreffend. Berlin, 26. Septbr. In seiner letzten Sitzung ist dem Bundesrathe die im Retchseisenbahuamt ausgestellte dritte Uebersicht über den Umfang, in welchem das aus den Derathungen der deutschen Staats- und Privatbahnen hervorgegangene einheitliche Tarffsystcm gegenwärtig zur Einführung gekommen, Seitens des Reichskanzlers zugegangen. Die Zusammenstellung umfaßt das vom 15. Juni v. I. bis zum 1. Jul. d. I. etngegangene Material, beschränkt sich jedoch hinsichtlich der zur Einführung gelangten Ausnahmetarise aus den Stand vom 31. März d. I. Die Localtarife der gegenwärtig in Deutschland bestehenden 63 Eisenbahnverwaltungen sind mit einer einzigen Ausnahme, welche sür den allgemeinen Verkehr nicht in Betracht kommt, nunmehr sämmt- lich auf Grundlage des Reformsystems erstellt. Auch die Reform der Tarife im Verbands- und directen Verkehr zwischen deutschen Bahnen darf jetzt als nahezu abgeschloffen betrachtet werden. Zwischen den deutschen Eisenbahnver- waltungen unter sich bestehen zur Zeit 184 Verbandstarife gegen 301 im vorigen Jahre, von denen 172 gegen 141 im Vorjahre aus der Grundlage des Resormsystems erstellt sind, so daß sich nur noch 12 Tarife im Rückstände destnden; doch ist anzunehmen, daß auch diese im Laufe des Jahres einer Umarbeitung unterzogen sein werden. Außerdem bestehen im Verkehr der deutschen Eisenbahnverwaltungen zur Zett 351 Specialtarife für einzelne Artikel, von denen 345 dem Reformsystem entsprechen. Es bestehen zur Zeit 199 allgemeine Tarife mit dem Auslande (gegen 219 im Vorjahre) und außerdem 314 Specialtartfe für einzelne Artikel. Neu erstellt in Folge der Tartfreform sind zur Zeit erst 10 Tarife. Bis zu welchem Zeitpunkte die Reform des Verkehrs mit dem Auslande zum Abschluß gelangt sein wird, läßt sich mit Sicherheit noch nicht übersehen. Berlin, 26. Septbr. Die „Nordd. Allg. Ztg." hält aus sachlichen Gründen einige Berichtigungen eines von der „Nat.-Ztg." gestern gebrachten Artikels, datirt Petersburg, 20. Septbr., betitelt „Rußland und die öster- retchlsch-deutsche Entente" für nothwendtg. In diesem Artikel werde gesagt: „Es ist keine Frage, daß Rußland sich nicht zu dem Mat-Memorandum hätte verstehen müffen, wenn Schuwaloff auf seiner bekannten Petersburger Reise die Unterstützung Deutschlands für den großbulgarischen Plan hätte finden können. Nachdem es deffen aber ermängelte, war es nöthig, zu capituliren, und soll Gortschakoff damals geäußert haben: jetzt sei er mit Deutschland quitt." Die „Nordd. Allg. Ztg." äußert hierzu: Diese Andeutung zeigt von einer Unbekanntschaft mit Thatsachen, wie sie in russischen officiösen Artikeln nicht Vorkommen sollte. Schuwaloff suchte niemals die Unterstützung Deutschlands für den großbulgarischen Plan nach; weder er noch ein anderer russischer Diplomat hatte hierzu jemals Auftrag von seiner Regierung. Nur mit der englischen Regierung hatte Schuwaloff über die Frage zu unterhandeln, ob und bis zu welcher Grenze England ohne Kriegsfall der neuen bulgarischen Schöpfung znstimmen würde; es war dies die Balkangrenze und deren Ergänzung durch Ostrumelien. Erst nachdem dieses Programm als eventuelle Congreß-Grundlage zwischen England und Rußland vereinbart war, hat Rußland durch Schuwaloff im Namen des Kaiseis Alexander das deutsche Cabinet vermocht, den Berliner Congreß auf der Basis jenes englisch-russischen Abkommens zu berufen. Letzteres geschah, nachdem Deutschland aus eigenem Antriebe sich noch der Zustimmung Oesterreichs im Principe versichert hatte. — Nach diesem, wie wir glauben, actenmäßigen Hergänge ist es also ganz unmöglich, daß Gortschakoff geäußert habe, er sei wegen mangelnder deutscher Unterstützung für den großbulgarischen Plan mit Deutschland quitt. Solche Unterstützung hat Rußland niemals verlangt. Wäre sie verlangt, so hätte Deutschland in seinem eigenen Jntereffe kaum Grund gehabt, den großbulgarischen Gedanken zu bekämpfen. Für Großbulgarten Krieg zu führen, sei Deutschland allerdings schwerlich bereit gewesen. Auf kriegerische Unterstützung hätte Rußland nach wiederholter Erklärung auch nicht gerechnet; aber auch eine friedliche diplomatische Befürwortung hat es von Deutschland niemals verlangt. Rußland verhandelte mit England direkt und nur mit England. Die Ursachen mögen m Persönlichkeiten der russischen Staatsmänner gelegen haben, Thatsache aber sei, daß in der Zeit vor dem Congreß in Berlin wenig, in Wien nicht genug, und nur in England maßgebend von russischer Seite unterhandelt wurde. Niemals ist es klar geworden, ob die Verlängerung der russischen Occupation in Berlin keine Unterstützung finden würde. Das russische Cabinet stellte hierüber niemals eine Anfrage an das Berliner Cabinet. Der Congreß tft durch Deutschland auf Wunsch und Antrag Rußlands berufen und auf demselben ist das vor dem Congreß zwischen England und Rußland vereinbarte Programm mit deutscher Unterstützung durchgeführt worden. Berlin, 27. Septbr. Feldmarschall v. Manteuffel ist heute Vormittag nach Straßburg abgereist. — Baron v. Keudell kehrt morgen nach Rom zurück. — Der russische Gesandte in Athen, Geh. Rath Saburoff, ist gestern Abend aus Petersburg hier eingetroffen und wurde bald nach seiner Ankunft vom russischen Botschafter v. Oubriel empfangen. — Der Berliner Magistrat ist dem Beschlüße der Baudeputation bezüglich bedingungsloser Ueberlaffung von Straßenterrain am Königsplatze zum Bau des Reichstagsgebäudes beigetreten. — Nach einem hier an amtlicher Stelle etngegangenen Berichte der Regierung in Oppeln vom 25. Septbr. war bis dahin ein Fall von Rinderpest in Königshütte nicht constattrt worden. Die Meldungen vom 24. Septbr. über den Ausbruch der Rinderpest sind demnach unbegründet. Stuttgart, 27. Septbr. Der Kronprinz von Schweden ist heute nach Baden-Baden abgereist. — Durch unaufhörlichen Regen ist das Cannstatter Volksfest gestört, weil die Festwiese mit Ueberschwemmung bedroht ist. Die heutige Hauptfeter, an welcher der König theilnehmen wollte, ist auf Montag verlegt, die ursprünglich für morgen bestimmten Wettrennen aus Dienstag. Straßburg, 27. Septbr. Der Oberpräsident v. Möller bringt folgendes kaiserliche Handschreiben zur öffentlichen Kenntniß: Die Eindrücke Meiner diesmaligen Anwesenheit In Elsaß-Lothringen haben Mir zu Meiner lebhaften Genugthuung und Freude bestätigt, daß der innere Wtederanschluß dieses Landes an das deutsche Vaterland in erfreulichem Fortschritt begriffen ist. Es ist Mir und der Kaiserin und Königin, Meiner Gemahlin, überall ein Empfang bereitet worden, welcher Unsere Erwartungen weit übertroffen hat und welcher durch die sichtbare wettere Betheiligung in sehr wohlthuender Weise Zeugntß von der freudigen Bewegung der Bevölkerung ablegte. Ich ersuche Sie, Meinen Dank zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, dem Ich gern auch den Ausdruck Meiner Befriedigung für die allgemein entgegenkommende und gute Aufnahme der Truppen während der Uebun- gen htnzusüge. Ich verlaffe Elsaß-Lothringen heute mit dem Wunsche für das fernere Gedeihen dieses schönen Landes und mit der erhöhten Zuversicht, daß einsichtsvolles Streben der Regierung und wachsendes Vertrauen der Bevölkerung Beide bald mit einem festen Bande vereinigen werden. Metz, 26. September 1879. (gez.) Wilhelm. Hesterreich. Wien, 27. Septbr. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Savset Pascha erklärte auf mehrseitige Anfragen, die Pforte beabsichtige zur Zeit keine militärische Occupatio» von Ostrumelten. — Dte „Presse" tritt der Haltung der czechischen Organe bezüglich einer innigeren Verbindung Oesterreichs und Deutschlands entgegen und betont, daß Oesterreich mit Deutschland eine hundertjährige Geschichte und gemeinsame diplomatische Sprache verbinde. Eine engere Verbindung beider Staaten sei ein internationales Bedürfntß, nicht allein für jedes der beiden Reiche, sondern für ganz Europa und deffen friedliche Entwickelung. Die Czechen müßten sich daher an den Gedanken gewöhnen, daß diese Verbindung immerdar aufrecht bleibe. Oesterreich würde deshalb an seiner politischen Selbstständigkeit nichts einbüßen und dessen einzelne Nationalitäten durch jenen internationalen Freundschaftsbund in keiner Weise bedrückt und in ihrer etgenthümlichen Entwickelung beirrt werden. Nach Innen gelte für dte Monarchie das Princtp der nationalen Gleichberechtigung aus verfaffungsmäßtgem Boden, nach Außen habe sich wie nach Innen jenes Wort zu bewähren, womit unsere Orientpolttik so richtig bezeichnet wurde, nämlich das Wort: „Keine Politik nach Stämmen!" Den Slaven Oesterreichs werde somit aus der deutschen Politik kein Nachtheil erwachsen, sofern dieselben nur ehrliche, treue Oesterretcher seien und nicht panslavtsttschen Tendenzen nachjagten. Pesth, 27. Septbr. „Hon" will wtffen, das wtrthschaftliche Verhält- niß zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland werde nicht auf Grund eines Meistbegünstigungs-Vertrags, sondern auf Grund eines Tarif-Vertrags geregelt werden. Irankreich. Paris, 24. Septbr. Heute weht dte dreifarbige Fahne zum ersten Male seit 1871 wieder auf dem Tuilerien-Palaste, wo jetzt die Seinepräfectur und dte Gemeindeverwaltung von Paris fortan ihren Sitz haben werden. Paris, 27. Septbr. Dte Minister der öffentlichen Arbeiten und des Post- und Telegraphenwesens, Freycinet und Cochöry, beauftragten den Archi- tecten Gnadet, nach London und Berlin zu reisen, um sich über dte Einrichtungen der Post- und Telegraphengebäude zu tnformtren. England. London, 24. Septbr. Heute liegen Berichte über mehrere Unglücksfälle vor. In Belfast brach heute Morgen eine Feuersbrunst aus, dte, obwohl binnen wenigen Stunden bewältigt, für 80,000 L. Schaden anrichtete, und an der Nordostküste Englands wüthete gestern ein so heftiger Sturm, daß viele Fischerbarken und Küstenfahrer zu Schaden kamen. Menschenleben sind jedoch, Dank den wackern Rettungsböten, nicht verloren gegangen. London, 26. Septbr. Wieder soll ein bisher als fast werthlos betrachtetes Material der gewerblichen Verwendung zugeführt werden, nämlich die den Hüttenwerken so lästige Schlacke. Aus ihr wird nämlich ein Glasfluß hergestellt und aus diesem Eisenbahnschwellen gegossen, die mittelst des Ste- menssschen Verfahrens gehärtet werden. Versuche, die mit solchen Schwellen bet einer Pferdebahn angestellt wurden, sind zu großer Befriedigung ausgefallen. Einzelheiten sollten bet der Versammlung des Eisen- und Stahl-Instituts zu Liverpool am 24. ds. gegeben werden. Bei der Schwierigkeit, das Holz zu den in der ganzen Welt jährlich etwa erforderlichen 60 Millionen Schwellen zu beschaffen, und der Raumverschwendung, welche durch dte Schlackenberge bedingt wird, wäre das obige Verfahren, wenn es sich wirklich als praktisch durchführbar Herausstellen sollte, von unberechenbarem Nutzen. London, 27. Septbr. Das „Reuterffche Bureau" meldet aus Simla von heute: Ein Theil der Brigade des Generals Baker rückt heute bis Zar- gunsnahr vor, wo General Roberts morgen einzutreffen beabsichtigt. — Unter den britischen Truppen der Khyber-Colonne sind mehrere Cholerasälle vorgekommen. — Dte afghanischen Behörden wiesen dte Bevölkerung an, gegen den Vormarsch der Briten keinen Widerstand zu leisten. Eine kleine Abtheilung Mohmunds, welche sich unweit Lapura angesammelt hatte, wurde von den britischen Truppen zerstreut. London, 27. Septbr. Dte indische Regierung bat um Belassung dreier nach England zurückbeorderter Regimenter in Indien. — Das Truppenschiff „Jumna" ist nach Bombay mit 2000 Mann Verstärkung für dte Afghanistan-Armee abgesegelt. Amerika. New-Aork, 27. Septbr. Eine große Feuersbrunst in Deadwood zerstörte 175 Häuser; 2000 Personen wurden obdachslos._____ _____ Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correfpondenz - Bureau. Madrid, 28. Septbr. Dte „Correspondencta" hält es für wahrscheinlich, daß Canovas del Castillo vor der Wiedereröffnung der Cortes den Vorsitz im Ministerium wieder übernehmen werde. London, 28. Septbr. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Simla vom 28. d.: Der Emir Jakub ist, von seinem Sohne, einer Suite von 45 und einer Escorte von 200 Mann begleitet, gestern Abend in Kusht bet General \ Baker angekommen. Derselbe hatte zuvor schriftlich um seinen Empfang nach- gesucht. In Kabul herrschte Anarchie. Die Thore der Stadt sind geschloffen. General Roberts ist mit 3 Regimentern aufgebrochen. Baden-Baden, 28. Septbr., Abends. Der Statthalter von Elsaß- Lothringen, General-Feldmarschall v. Manteuffel, ist heute Abend 9% Uhr hier angekommen und im Englischen Hofe abgesttegcn- Darmstadt, 28. Septbr. In den Landtag sind an Stelle der Abge- ordneten v. Conradi, Görz und Königer in Alzey Seubert, in Wöllstein Haag und in Umstadt Lautz gewählt worden. Sophia, 28. Septbr. Der Fürst ist heute nach Bukarest zum Besuche des Fürsten Karl abgereist und wird auf der Rückreise dte an der Donau gelegenen bulgarischen Städte besuchen. New-Uork, 28. Septbr. In Ost-Utah haben die Indianer 28 Bera- leute maffacrirt.______________________________________________ Ein Besuch in Marpingen. Wie sich die Zeiten ändern! — so schreibt ein Mitarbeiter des „Schw. Merk." — mußte ich unwillkürlich ausrufen, als ich dieser Tage das so schnell berühmt gewordene Dorf wieder betrat. Bei meinem ersten Besuche vor zwei Jahren wimmelte die von der Station St. Wendel nach dem neuen Gnadenorte führende Straße förmlich von Pilgern, welche zu Fuß und zu Wagen ihrem Ziele zueilten. Im Dorfe selbst war manchmal das Gedränge so stark, daß man sich kaum durchzuwinden vermochte. Wer in den Wirtschaften gegen theures Geld Unterkommen fand, konnte sich glücklich schätzen. Alle Geschäftsleute, besonders solche, die sich auf den Handel mit religiösen Bildern, Rosenkränzen u. s. w. legten, machten brillante Geschäfte. Wer sich nicht zur Eröffnung eines Geschäfts verstehen konnte, suchte wenigstens durch Beherbergung von Pilgern oder als Fremdenführer etwas zu verdienen. Kein Wunder, wenn Niemand mehr arbeiten wollte, wenn man in Gedanken aus dem armen Dörflein ein zweites Einsiedeln mit prächtiger Gnadenkirche, großen Hotels und eleganten Magazinen entstehen sah. Alle diese Träume sind zu Wasser geworden! Heute war das Dörflein förmlich verödet; von Wallfahrern war nichts mehr zu sehen. Die an der zur Kirche führenden Straße errichtet gewesenen Verkaufsbuden sind verschwunden, und die sonst so beschäftigt gewesenen Wirthe haben jetzt vollauf Zeit, über die Vergänglichkeit alles Irdischen nachzudenken. Ich lenkte zuerst meine Schritte zu der wenige Minuten von dem Dorfe entfernt gelegenen „Gnadenstätte", dem vielgenannten Hartelwald. Hier war es, wo die „drei Gnadenkinder" am 3. Juli 1876 die bekannten Wundererscheinungen hatten, deren Ruf sich so schnell verbreitete, daß Monate lang Tag für Tag 20- bis 25,000 Wallfahrer zum Besuche kamen, welche unter Schreien und Lärmen, Stoßen und Drängen sich der Gnadenstelle zu nähern versuchten, bis eine Compagnie Infanterie durch Besetzung des Waldes und Dorfes dem widrigen Treiben ein Ende machte Freilich war damit der einmal im Gang befindliche Wunderschwindel noch lange nicht zu Ende. Nachdem die Wunderkinder nicht mehr zu der Erscheinung im Walde kommen durften, kam letztere zu den Kindern in's Dorf. Die Visionen wiederholten sich in der Schule, in den Schlafzimmern, Ställen, Scheunen, selbst auf offener Straße. Nach und nach wurde aber doch die Sache selbst den Starkgläubigen zu bunt; die drei Kinder welche von den Pilgern förmlich abgöttisch verehrt wurden, sahen schließlich nicht blos die Muttergottes, sondern überhaupt alles, wonach man fragte: Die heilige Dreifaltigkeit, biblische ©eenen, wie Mariä Verkündigung, ferner Sehaaren von Engeln, ganze Leichenzüge und zu guterletzt auch noch den leibhaften Gottseibeiuns, den sie jedoch durch wurmstichige Aepfel u. s. w. auf alle mögliche Weise foppten und schließlich durch Anwendung von geweihtem Wasser zum Rückzüge zwangen. Schießlich hatten auch die sogenannten Concurrenzkinder Erscheinungen, welche aber von zuständiger Seite als „unecht oder wenigstens nicht göttlichen Ursprungs" erklärt wurden. Auch in den Nachbarorten zeigten sich Seherinnen, welche ebenfalls die Auimerksamkeit der Frommen auf sich zu ziehen versuchten, freilich mit geringerem Erfolg als die Marpinger. Als dann noch die angeblichen Heilungen sich als reine Täuschungen herausstellten, zogen sich die Verständigeren von der Angelegenheit zurück und der Besuch Marpingens ließ bedeutend nach. Für die Uebrigen war der bekannte Saarbrücker Proceß nöthig, um ihnen die Augen zu öffnen. Zurückgekehrt von dem gänzlich vereinsamten Härtelwald, stattete ich der unweit der Kirche gelegenen „Gnadenquelle" einen Besuch ab. Auch hier war alles öde; das Wunderwasser, welches früher in ganzen Wagenladungen abgeholt und in alle Weltgegenden versandt wurde, floß unbenutzt fort. Anstatt der frommen Pilger drängte sich eine Enten sch ar um die rothtrübe Pfütze. Niemand zeigte sich mehr, der wie früher den weichgetretenen Koth auf Brod geschmiert und einem hülfesuchenden Kranken gereicht hätte. Auch in der Kirche zeigte sich der stattgehabte Umschwung, besonders im Opferstock, der Tag für Tag eine so reiche Ernte geliefert hatte, jetzt aber einsam und trauernd in einer Ecke stand. Und woher kommt dieser auffallende Umschwung? Der Besuch Marpingens hatte allerdings schon nach kurzer Zeit nachgelassen, als die erste Ueberraschung vorüber war und der gesunde Menschenverstand wieder in seine Rechte trat Den Gnadenstoß aber hat der Ruf Marpingens durch die Gerichtsverhandlungen zu Saarbrücken erhalten. Zwar wurde es vielfach als ein Mißgeschick bezeichnet, daß sämmtliche Angeschuldigte frei- gesprochen wurden. Aber gerade dadurch gingen der Menge die Augen auf. Im Falle der Verurtheilung hätte man die Betreffenden als Märtyrer gefeiert. So aber haben die Verhandlungen die Verlogenheit und die Widersprüche der „Gnadenkinder" so klar dargethan, daß nur böser Wille ober aber unbegreifliche geistige Beschränktheit das Lug- und Truggewebe nicht zu durchschauen vermag. Die Freisprechung durch das Gericht bildete also zugleich dte Verurtheilung durch die öffentliche Meinung. Der Marpinger Wunderschwindel gehört nunmehr der Geschichte an. Freilich ist es ein dunkles Blatt, welches davon berichtet, wie in unserem für aufgeklärt geltenden Jahrhundert und dazu noch in Deutschland, das sich seines Schulwesens rühmt, Tausende, und zwar nicht blos aus den unteren Schichten, Jahre lang am Narrenseil herumgeführt werden konnten. Lokales. Gießen, 28. Septbr. Heute nahm Herr Pfarrer Dr. Seel, der kommenve Woche von hier scheidet und nach Wiesbaden übersiedelt, im Morgengottesdienst in einer kurzen Ansprache vom Altäre aus Abschied von der Gemeinde. Er legte darin dar, wie er nach vierzigjähriger Amtswirksamkeit nicht mehr Die Kraft in sich gefühlt habe, die immer wachsenden Pflichten seines Berufes so zu erfüllen, wie eS zum Heile der Gemeinde und zu seiner eignen Befriedigung nöthig sei, und wie er darum nach schwerem Kampfe und mit schwerem Herzen zu dem Entschluß gekommen sei, der Gemeinde den letzten Dienst damit zu leisten, daß er einer frischen Kraft Platz mache. An die Erinnerung an sein vierzigjähriges Wirken in der Gemeinde und an die Bande der Gemeinschaft, dte ihn dadurch mit ihr verknüpfen, an die Bitte, um ein freundliches Andenken, wie er es selber bewahren werde, schloß sich dann die ernste Mahnung, daß die Gemeinde ihr aufblühendes religiöses Leben nun nicht wieder verkümmern lasten, sondern es treulich pflegen und fördern möge. Die mit tiefer Bewegung gesprochenen Worte haben sicherlich ihres Eindrucks auf die versammelte Gemeinde nicht verfehlt. Sie wird es ihrem scheidenden Pfarrer nimmer vergesten, in wie hohem Maße er vor Allem durch seine geistvollen Predigten zu dem Wachsthum des religiösen Lebens in unserer Stadt beigetragen hat. Wir begleiten den hochverdienten Mann bei seinem Scheiden mit dem herzlichen Wunsche, daß ihm an seinem neuen Wohnort ein ungetrübt schöner Lebensabend beschieden sein möge. Gießen, 29. September. Ein Dienstmädchen versuchte gestern auf den Namen ihrer früheren Herrschaft Maaren zu entnehmen, hatte aber dabei kein Glück, indem die betreffende Handlung Unrath witterte. Beim Ausfragen wurde die Schwindlerin verlegen und plötzlich kniff sie aus. Ein zweiter Kaufmann war weniger vorsichtig, denn dieselbe Schwindlerin pumpte hier mit Erfolg, was ihr oben verweigert worden, und zwar auf den Namen einer Herrschaft, bet welcher sie nicht gedient hatte. Vermischtes. — Hochzeit mit Hindernissen. In einer Gemeinde bei Deggendorf konnte kürzlich ein Brautpaar am anberaumten Tage nicht kirchlich getraut werden, weil das Standesamt zwei Tage außer Funktion war, indem der bäuerliche Herr Standesbeamte mit Kühen und sein Stellvertreter mit Ferkeln auf den Markt gegangen war. — Dreißig Kinder verletzt. In Chrudim brach am 19. d. M. nach 8 Uhr früh im Hause eines Bäckers in der Klostergaste Feuer aus. In wenigen Augenblicken stand der ganze Dachstuhl in Flammen und auch das Dach ves benachbarten Schulgebäudes fing schon zu er 28 Berg- "chw. Merk? berühmt ge- ttnwimmelte sormljch JJMe selbst ^vermochte. te B Mcklich ^rrMn W Nicht zur ^erdNMg vgn penn Üiemanb Ln ein zweites "Wzinen ent: 'das Dörflein da zur Kirche und die sonst lngllchkeit alles - Minuten von rielwald. Hier Vundererschein- Tag für Tag 1 und Lärmen, 'ne Conyagnie -iben ein Ade schwindel noch Erscheinung im fronen wieder- rst aus offener rkgläubigen zu wurden, sahen h man fragte: rner Schaaren Gottseibeiuns, se foppten und |tn. Schießlich aber von zuerklärt wurden. Aufmerksamkeit Erfolg als die e täu^ungtn 1 unb der se- e Saarbrücker gänzlich ver- nquette" einen Her in ganzen unbenutzt fort, ithtckbe Pfütze. auf Brod ge- >er Kirche zeigte ür Tag eine so icke stand. Und ms hatte aller- irübcr war und enstotz aber hat erhalten. Zlvar eschulvigte frei- auf. 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Um das Maß des Unglücks voll zu machen, gab schließlich auch das Stiegengeländer nach und die armen Kinder fielen kopfüber ins Stiegen- baus hinab, woselbst die schwer verwundeten liegen blieben, während die zufällig unverletzt gebliebenen über die Leiber ihrer unglücklichen Kameraden dem Ausgange zueilten. Herzerschütternd war das Jammern der Kinder, die vor Schmerz und Schreck nicht im Stande waren, sich von der Stelle zu rühren. Noch größer war das Lamento, als die besorgten Mütter, von dem Unglück das ihre Lieblinge betroffen, an der Unterrichtsstätte erschienen. Im Ganzen sollen über I dreißig Kinder mehr oder minder verletzt fein. Ein besonderes Glück kann man es nennen, daß Niemand todtgetreten wurde. — Postkuriosum. In Hoboken bei Newyork landen bekanntlich die Dampfer der Bremer And Hamburger Linien. Das erste Hotel, das erste Haus überhaupt nächst dem U. S. Bonded Ware House, sobald man die Landungsbrücke verlaffen hat, ist das „Hamburg and Bremen Hotel" von Weber. Nun kommt kürzlich daselbst ein Brief «us Europa an, welcher blos die naive Aufschrift trug: „An den Herrn Weber, das erste Haus links am Eingänge von Amerika." Der Brief gelangte an seine richtige Adreffe. Handel und Verkehr. Frankfurt, 27. Septbr. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner X 2—3, altes Heu X —, Stroh X 2—2.50. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. X 0,95, 2. Qual X 0.80—85, im Detail 1 Qual. X 1.15—20, 2. Qual. X 1.10. Eier das Hundert deutsche X 5.50, italienische X 6 50. Ganze Erbsen 100 Kilo X 20—26, geschälte Erbsen 27—33 X, Bohnen 20-27 H, Linsen 32—46 Weißkraut 100 Stück 7-10 X, Rothkraut 1 St. 12—25 H, Kohlrabi 3-8 H, Kohlkraut — H, Gurken 100 Stück X 1.50—2.20, Blumenkohl 1 Stück 15—20H, Wirsing 8—15 H, Kartoffeln 100 Kilo X 5—6, Bohnen der Centner 15—16 X, Zwiebeln 25 Bund 1 X, Merrettige 25 Stück 3—4 X, 1 Stück 15—20 H, Retttge 25 Stück X 1.50, 1 Stück 5—6 Ochsenflency per Pfund 65 — 70 H, Rindfleisch 50 H, Kuhfletsch 55—6<> Kalbfleisch 45 — 55 H, Stier- und Farrenfleisch -- Hammelfleisch 48—65 Schweinefleisch 60—70 ein Hahn, lebend, X 0.70—1.—, geschlachtet X 1.10—2.—, ein Huhn, lebend, X 1 — 1.50, geschlachtet X 1.50—2.— , Ente, lebend, X 1.30-1.50, geschlachtet X 1.70-2.30, Gans, lebend, X 3.50—4, geschlachtet 4.50-7, Taube, 45—60 H, Feldhühner 1 Stück X 1.70—2, ein Hase X 4. Wurstpreise unverändert. Holz, prima Buchen-Scheitholz in ganzen Fuhren je nachdem geschnitten X 1.25—60 der Ctr. Steinkohlen der Centner 85 H, Prima Steinkohlen der Centner X 1.60, Tannäpfel per Hect. 80—85 H, Lohkuchen per 1000 Stück 10 X Bekanntmachung. 6337) Im Kreise Büdingen ist die Stelle eines Bezirksbauaufsehers mit dem Wohnsitze zu Ortenberg zu besetzen. Der jährliche Gehalt beträgt einschließlich eines Dtätenaversums, 1660 JL Bewerber wollen sich innerhalb vierzehn Tagen unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei der unterzeichneten Behörde melden. Büdingen, den 26. Septbr. 1879. Großh. Kreisamt Büdingen. ____________Kltetsch. 6369) Die leihfälligen 116 Trieb- Viertel der Stadt Gießen sollen Freitag den 3. Oktober d. I., Nachmittags 2 Uhr, anderweit auf sechs Jahre verpachtet werden. Zusammenkunft am Schützenhof. Gießen, den 29. September 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Versteigerung von Fußboden Platten. 6332) Die in den Räumen des akademischen Antiken » Cabmets dahier befindlichen karirten Plattenbelege von fein geschliffenen rothen Sandsteinen und weißen Sohlnhofer Kalksteinen bester Qualität = 183 qm. sollen Donnerstag den 2. k. M., Vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle (Bibliothek unterer Stock) in mehreren Abheilungen an die Meistbietenden versteigert werden. Gießen, den 27. Septbr. 1879. Großh. Kreisbauamt Gießen. __Holzapf el._________ Dienstag den 14. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Christian und Heinrich MalkomefiuS Flur Mir. «/1M 919 Acker am Nahrungsberg, m/366 650 Acker auf dem Sand, ,40/m 385 Grasgarten, links der Chaussee jetzt Wohnhaus, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. September 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 5679) Müller. Obflversteigerung. Freitag den 3. Octbr. d. I., von Vormittags 10 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeobst meisten- theils Zwetschen und einige Bäume voll Birnen, meistbietend versteigert werden. Grüningen, den 27. Septbr. 1879. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. 6343) Leidig. Dienstag den 14. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Heinrich Weder in Heuchelheim Nur. Mtr. . t »/i37 382 Grabgarten m den mittelsten Schießgarten, "Vw/'Vio 394 daselbst. Gießen, den 1. September 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 4» 680) Müller Allgemeiner Anzeiger. Joh.. Hofi’s Malz-Extract-<*esundheits- bier, sowie Malz-Chocolade, wievcr eingetroffen. 6364) ________Heinrich Wallach. Zur bevorstehenden Saison bringe mein Lager m 5960 wollenen Strick re. Garnen, wollenen Frauen- u. Kinderstrümpfen, Socken und Beinlanaen, in großer Auswahl und billigen Preisen in empfehlende Erinnerung. Robert Stuhl, Marktstraße 23. 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Loose ä 1 Mark sind in der Ausstellung zu haben. H u Ziehung am 15. October. ■■ W Bitte. Der Ofenputzer Karl Engel (Vater) hat sich einer Amputation des Fußes unterziehen müffen und bedarf nun, um wieder seinem Broterwerb nachgehen zu können, eines künstlichen Fußes, der 90 «X kosten soll. Da ihm hiezu die Mittel fehlen, so wendet er sich durch den Unterzeichneten an menschenfreundliche Herzen mit der Bitte, ihm zu diesem Zwecke eine Beisteuer zu spenden. Gaben nimmt der Unterzeichnete, sowie auch die Expedition dieses Blattes, gerne entgegen. _______________________Gi-eorg Schlosser, Pfarrer. Herren - Wasche # Hemden, Kragen und Manschetten empfiehlt zu den billigsten Preisen J» BÜFlllStnn < 5171) Hotel Einhorn. Ieitgeöoterres. 6300) Eine starke Kelter mit zwei Schrauben empfehlen billigst ______________________Flick L5 Kröll. 6338) Heute treffen frische, geräucherte Kieler Feltbücklinge wieder ein. J. A. 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Jermietyungen. 6341) Das seither von Herrn Hofgerichtsdiener Betz bewohnte Logis ist wegen dessen Wegzug von hier anderweit zu ver- miethen. Slug. Noll im Stern. 6339) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei ______W. Barthel, Grünberger Str. 6342) Ein kleines Familienlogis mit Zubehör ist sogleich zu vermiethen. H. Kinkel, Conditor. 6345) Mehrere kleine Familienlogis zu vermiethen bei Schreiner Hammel, Mühlgasse D. 83. 6349) Ein sreundl. möblirtes Z mmer sofort zu vermiethen. Näh. Wallthor 189. 6352) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. l Steucraufseher Bertling, Gartenfeld. 6363) Ein möblirtes Zimmer vermiethet Eugen Kauffmann, Alicenstraße. 6360) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.____________Neuenweg B. 202. 6340) Ein Familienlogis per Anfang December zu vermiethen bei W» Barthel, Grünberger Str. 6357) Ein seither von einem Einjährigen bewohntes, gut möblirtes Zimmer ist per 1. Oktober er. anderweit zu vermiethen. Pension nach Wunsch. Näheres Neustadt D. 85. 6354) Zu vermiethen: Ein kleines und ein großes möblirtes Zimmer. _________Seltersweg 10. 5820) Freundliche neue Wohnung, 6 geräumige Piecen mit Zubehör, Hof, fließendes Wasser, Gartenbenutzung, zu vermiethen. Näheres bei der Exp. d. Bl. 6367) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Emil Lotz, Kirchenplatz, ~"6255) Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen bei Aug. Hilgardt, Kreuz. 5712) Der 3. Stock meines Hauses ist zu vermiethen und am 1. Oktbr. beziehbar. Peter Pitz, Zimmermeister. 5465) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei C» Fr. Eonrad, Friseur, Mäusburg 48. 3714? In meinem neu erbauten Hause im hinteren Gartfeld sind mehrere kleine und größere Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald be- ziehbar. W. Seuling. 5287) Ein Familienlogis zu vermiethen per 1. December oder früher im Hinter- hause des Darmstädter Hauses. 6276) Möblirtes Zimmerzuvermiethen bei R. Hartmann, Uhrmacher, _____________________Lindenplatz.__________ 62b8) Ein kleines Logis vermiethet _____________I. Benner, Neustadt. 6292) Ein gut möblirtes Zimmer, seit- her von Einjährigen bewohnt, ist zu ver- mietben. Lindenplatz A. 29. 6298 > Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei P« Herbert, Neuenweg. 6309) Zwei möblirte Zimmer (das eine mit Cabinet) zu vermiethen. W. Ferber, Lindenplatz. 6317) In der Nähe der Kaserne, B. 75, ist ein mb; blirtes Zimmer zu vermiethen. 6325) Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen Kanzleiberg B. I., 3. Stock. 6326) Der zweite Stock meines Hauses, bestehend in 3 Zimmern, Küche, Kammer und sonstigem Zubehör, sofort zu Dermin then. PH. Stiehl, Krofdorferstraße. 6322) Möblirtes Zimmer zu vermiethen Sonnenstraße B. 73. 6320) In der Bismarck-Straße ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.__________________ 6313) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Louis Friede!, Sandgasse. 6253) Ein möblirtes Zimmer per 15. October zu vermiethen bei Ferd. Schmidt, Wetzsteingasse A. 40. 6229) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Löwengasse E. 160. Vortrag. 6362) Herr Pastor Fliedner ans Madrid wild Donnerstag den 2. Oktober, Abends 6 Uhr, in der grossen Aula der Universität einen Vortrag über die Evangelisation Spaniens halten. Mit dem Bemerken, daß der Eintritt unentgeldlich ist, dagegen an der Thüre Büchsen 'ür freiwillige Beiträge Bereit stehen werden, laber dazu ein Der Vorstand des Gustav-Adolf-Vereins zu Gießen: ________________________Dr. Seel. ________________ Auswanderer nach Amerika erhalten billige und reellste Beförderung durch die Agentur von 6368)J. M. Schulhof. Rkstuuration Atlwld. Heute Montag, den 29. September, Abends: AkuMalssche aöenöuiiterfjanunq zur Nachfeier des 31. Stiftungsfestes des Gesang - Verein» Harmonie« Freunde und Freundinnen des Vereins sind höflichst eingeladen. 6370)Der Vorstand. Die | technische Fachschule der Stadt Langensalza I auf der in getrennten Abteilungen Bau-, Maschinen- und Mühlentechniker, so- I wie Baugewerks- und Werkmeister ausgebildet werden, eröffnet das Winter- I Semester 1879/80 am 3. November. Der kostenfreie Vor unterricht beginnt am I 6. October. Wohnung mit voller Kost 30—40 Mark. Anfragen u. Anmeldungen I sind an den „Magistrat der Stadt Langensalza“ zu richten. (6308 I Lony s Bierkeller. 6356) Hiermit die ergebene Anzeige, daß von heute ab die Wirthschast auf meinem Bierkeller für die Sommersaison geschlossen ist. Achtungsvoll Chr. Lony. Mensversicherungs- und Ersparnihbank in Stuttgart. Versicherungsstand r 35,317 Policen mit über .... 147,000,000. Neue Anträge von Januar August d. I. 2779 mit „ 15,000,000. Versicherungsfonds...... 28 000,000 Darunter Ueberschüffe, welche in diesem und in den nächsten 4 Jahren an die Versicherten zur Verkeilung kommen . „ 3,323,000 Aller Gewinn fließt unverkürzt den Versicherten zu. Jede Prämie hat Anspruch auf Dividende. Durchschnitt der seit 20 Jahren verthciltcn Dividenten an die Versicherten auf Lebens- zeit mit lebenslänglicher Prämienzahlung 37,6o/0, an solche mit z. B. im 60. Jahre aufhorender Prämienzahlung 47,9% und an die alternativ Versicherten, deren Versicherungssumme z. B. spätestens in deren 60stem Lebensjahr zahlbar ist, 49,^% der lebenslänglichen Prämien Quote. Die von den Versicherten zu zahlende Prämie wird von Anfang an durch Gewährung der vollen Dividende sofort auf das möglichst niedrigste Maaß reducirt. Die Bank hat fortgesetzt grosse Summen zur Ausleihung parat liegen Die Ausleihe-Bedingungen werden den jeweiligen Geldverhältnissen entsprechend möglichst massig gestellt, Der Vertreter der Bank: A. Scheyda, Gießen. Tapeten und Borden 4193) empfiehlt in schöner Auswahl Hilft. Balser, Dirchenptatz. 6254) Ein tüchtiger mit guten Zeugnissen versehener Knecht wird auf sofort gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. 5987) Das Anfertigen von Stühlen aller Gattungen, sowie das Flechten von Stroh- und Rohrstühlen und alle ein- chlagende Artikel in Dreherei werden rasch und reell besorgt von J. Häuser, Drechsler- u. Stuhlmacher, Neuenweg B. 179. Zöpfe von ausgekämmten Haaren werden für 90 Pfg. dauerhaft und schön angefertigt. H. Plank, Friseur, 6152) Seltersweg 11. 6088) Real- oder Gymnasialschüler können gute Pension in einer Beamtenfamilie, wohnend Ludwigsstraße in der Nähe der Realschule, erhalten. Näheres in der Exped. d. Bltts. 6350) Ein mit guten Zeugnissen ver- sehenes Dienstmädchen wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Prioatletjrer. 6269) Ein Privatlehrer, welcher in der Zeit vom Oktober bis Ostern täglich in den Abendstunden von 6—8 Uhr einem Schüler einer unteren Klasie des Gymnasiums Unterricht in der lateinischen Sprache und im Rechnen ertheilen kann, wolle seine Adresse und die Honorarbedingungen in der Exped. d. Bl. hinterlegen.____________ 6280) Eine zweitstillende Amme gc- sucht. Näheres Bahnhofstraße 225. Donnerstag d. 9. Octbr.: Israel. Nass bei JT. Volkert in Alt-Buseck, wozu ergebenst einladet 6304) Pas Comite. 6305) Mein neu erbautes Wohnhaus am Bahnhof, welches sich durch seine günstige Lage sowohl zu jedem Geschäftsbetrieb als auch zu einer Gastwirthschast eignet, steht zu verpachten. A. Lohr, Silhöferstraße, Wetzlar. 6228) Eine Wohnung, bestehend aus 7 Zimmern nebst Zubehör, sowie Mitbenutzung des Gartens, ist per 1. Januar "^Wunsch auch früher, zu vermiethen. ' Näheres bei der Exped. d. Bl. ,6214) Ein möblirtes Zimmer zu ner; miethen. Neue Anlage C. 26, Vorderhaus. 0966) Em gut möblirtes Zimmer per 1. Oktober zu vermiethen. — , , Vöger, Uhrmacher. 6262) Ein Mansardenlogis auf sofort zu verm. bei Carl Herbert, Nahrungsb. 6263) Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Lit. A. 219. 4383j Zimmer mit Cabinet zu vermie- then. Frankfurierstraße 32,3. fe»6146) Kleine Wohnung zu vermiethen bei Chr. Horeyseck. Vermischte Anzeigen. 6344) Em junger Mann, mit bescheidenen Ansprüchen, kann auf einem hiesigen Comptoir eine Commis-Stelle erhalten Schriftliche Anerbietungen unter Nr 6344 besorgt die Exped. d Bltts. 6348) Lit C. Nr 46 auf dem Selters- weg erster Stock, wird ein zuverlässiges Mädchen für Küche und Hausarbeit mm soforttgen Eintritt gesucht. Restauration. Gambrinus, Wetzsteingasse. Montag den 29. September^ Abends 7 Uhr: Gesang- u. Musik- Vorträge (6353 DenJwJfomilte Nudler aus Böhmen. 6346) Am verflossenen Freitag Abend wurde mir in der Synagoge irrthümlich cm Regenschirm mitgenommen; ich bitte mir denselben zuzustellen. L. Mühlhausen. 6358) Alte Herrenhüte werden zu Damenhüten fayomrt. Neueste Formen zur Ansicht be- reit. C. L. Gail Schulstraße. 6359) Ich ersuche hiermit Alle, welche noch Forderungen an mich haben, mir im Lause dieser Woche Rechnung rifüinmen ZU lassen. Seel. Darmstädter Daus. Zur Abgabe meiner Wirthschast Concert von der Gesellschaft Nudler wozu höflichst einladet (6366 W. Nassauer. “6283) Es wird ein junger Mann ge- Wcht um einem Augenkranken die Leitung vorzulesen Näheres im Gasthaus zum Rappen, Zimmer Nr. 6. ~6297) Ein tüchtiger Fuhrknecht wird gesucht von Ph.^j r ö ß e r jun. Zöpfe 1 von ausgekämmtem Haar werden für 1 M. gemacht. Für gute dauerhafte Arbeit wird garantirt. Val. Keuler, Friseur, Kaplansgafse Nr 233. 6321) Ein ordentliches Dienstmädchen gesucht im „Schützenhof*. 6333) Ein Mann gesucht zum Füttern und Melken einiger Kühe. Wo? zu erfragen auf der Exped. d. Bltts. Grössere auf erste Hypothek auszuleihen. Näheres bei der Erp. d. Bltts. 63341 Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich wieder, wie früher, Arbeiten außer dem Hause annehme, und empfehle ich mich im Waschen, Putzen und in Feldarbeit ; auch nehme ich Sttickarbeiten im Hau|e an. Frau Sophie Nützlich, Lindengasse 231, 3. Stock. Geld- Cours. 20-Francs-Stücke . . . do. in Vz . Englische Souvereigns . Russische Imperiales Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ...... Dollars in Gold . - • JL 16 13—17 16 13-17 20 34—38 16 68-73 16 65 9 61-66 4 20—23 Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der^Brühk'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.