rr, g)nh su ^x. tiX*«! Ch?Dn^ -T^Lpruck XySrnflF- ZE Neigen. verstorbene f^uhl sind QU .^'.auch werbm r ^sclbe in ufen Z IITebWt eine gm ÄiLrchrnM^ 'Min9 für ein ,0lt unter gün- ln9cn gesucht, "b onbttt Münzen n Preisen crH»> Vinbenphh. bcn-itfudf 5 Mädchen mit guten ^cht. Näheres durch ird ein junger t, um einem täglich die Jei- r. Näheres im jum Rappen", er Nr. 6. )en Vietzenseste die Herz- ______Frohsinn. .1 ■ & <3 = ene Nr. 43 enthalt: Nobespierre. Vornan i Georg Hiltl- (Forst.) Erinnerungen. Draußen «im. V°n K. D» Australiens - ” der Von Karl Otorch- ,, unterer äHtvorterii. m Mit 7 Abllduirgea- elüstmao-rv^-M chrrschau lirtm Beilagen W? $a* 0Cm " (4986 k' irnn.; ucbt) htili brieäich d. « Dr.Killisch Dres- Ä s ^handelt. ___ verein. Ln, M-n den- Pcreins neranM'- ,um Gelingen rer- l^Männergcs^ °^!n de- Akade^. rechen^ ^§4 SrfoN^iä ick-GenäM*0, .,» «>SL 8e|(i8' ‘"1,1 «<'*(5 srr. 174. Mittwoch den 30. Juli 187». Siebener "Anzeiger An?rise- Md Amtsblatt für de« Kreis Gießen. 8tebadix>n#tmrrau r GxpedMonsbureau r «HSBHSSHE" Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-» PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringertohrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Nach einer Mittheilung des Kommandos des Großherzoglich Hessischen 2. Infanterie-Regiments Nr. 116 finden am 30. und 31. d. M., Vormittags, auf der Schafweide bet Wismar Schießübungen statt. Es wird von der Einbuchtung der Lahn her nach dem Ostrand des Teufelsbergs zu geschosien. In diesem Terrain befindet sich die Straße von Ruttershausen nach Wismar, es wird indessen der Verkehr darauf durch das Schießen nicht gestört. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß den Anordnungen der ausgestellten militärischen Sicherheitsposten unbedingt Folge zu leisten ist. Gießen, den 28. Juli 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. S-litisch Wirtschaftliche Propheten. Die ZukunftsPolitik er taugen bekanntlich nicht viel; oft wirft die nächste Stunde ihr Kartenhaus über den Hausen. Und doch ist die Politik, wissenschaftlich betrachtet, eine Jahrtausende alte Wisienschaft und die Geschichte läßt zuweilen Schlüsse zu. Die Volkswirthschaft dagegen hat als Wissenschaft kaum mehr als ein Jahrhundert auf dem Rücken, und dennoch verlangt auf einmal eine Spezies von Leuten von der öffentlichen Meinung Kredit, die offenbar viel weniger legittmtrt ist, als die politische Abart der Geschichtsphilosophen, welche ihren Blick nur vorwärts zu richten gewöhnt sind. Es sind dies die Zukunfts-Volkswtrthe, Propheten, die neuerdings in ganz überraschender Anzahl auftauchen und ihr Urtheil über die wtrthschaftliche Zukunft Deutschlands mit einer erstaunlichen Unverfrorenheit in die Welt hinausposaunen. Wenn wir auch Bismarck nicht völlig beistimmen können, wenn er behauptet, daß in der Volkswirthschaft eigentlich Niemand wisse, wer „das Richtige" wisse, daß es eine Wissenschaft der angewandten National-Oeconomte nicht gäbe und daher Probiren über Studiren gehe, so müssen wir doch zuge« ben, daß Propheten, welche die wirthschaftliche Entwicklung eines Landes und Volkes Voraussagen oder berechnen wollen, schon um der Jugend der Volks- wirthschastSlehre halber weniger Beachtung verdienen, als die Zukunftspolttiker. Propheten rechts, Propheten links, — wird ein kluges Weltktnd am besten thun, sich in der Mitte zu halten. Dieser Standpunkt erscheint um so richtiger, als die Zukunfts.Volkswirthe sich direct widersprechen. Der Eine prophezeit eine neue goldene Aera, der Andere nicht nur ein Andauern der Wirth- schaftlichen Kalamitäten, sondern ihre baldige Verschärfung zu einem entsetzlichen Nothstande. Wer hat nun Recht? Allerdings neigt man sich unwillkürlich der Ansicht zu, es sei besser, nicht zu sanguinisch zu hoffen, damit man nicht zu bitter enttäuscht werden kann. Die Worte eines Hobrecht, welcher die vom Reichskanzler in Aussicht gestellten Steuererleichterungen als Zukunstsmustk bezeichnete, sind schwer zu vergessen; auch bleibt es von Bedeutung, wenn ein Volkswirth und Staatsmann wie Delbrück erklärt, er müßte mit schwerem Herzen gegen den Taris stimmen, weil er eine schwere Schädigung blühender Export-Industrien und eine Vertheuerung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse zur Folge habe. Die letztere Folge ist zum Theil schon etngetreten und wir müssen nun abwarten, ob die anderen Prophezeiungen, daß eine Hebung des Handels und der Industrie, verbunden mit einer Steigerung der Arbeitslöhne die nachtheiligen Folgen des Tarifs ausgleichen werde, sich erfüllen werden. Ist dies nicht der Fall, dann soll es uns gleichgültig sein, ob die Mehrung des nationalen Wohlstandes durch den Tarif oder trotz desselben erreicht sein wird. Vorläufig wird das deutsche Volk am besten tbun, sich um die wirthschaftlichen Propheten gar nicht zu kümmern. Die Zeit allein kann lehren, wer Recht behält, und danach werden spätere Maßregeln zu treffen sein; wir müssen im wirthschaftlichen Leben nicht mit ungen, sondern mit den Thatsachen rechnen. Deutschland. Berlin. Laut amtlicher Zusammenstellung des Reichskanzlers wurden im vorigen Jahre an Reichsmünzen ausgeprägt: An Reichs-Goldmünzen 2,257,118 Stück Doppelkronen, 1,707,372 Stück Kronen, 551,100 Stück halbe Kronen in den drei preußischen Münzstätten Berlin, Hannover und Frankfurt, zusammen für 64,971,580 Mk.; bet den Münzstätten München, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt und Hamburg 4,257,034 Stück Doppelkronen, 3,591,199 Stück Kronen und 729,323 Stück halbe Kronen, zus. sür 59,727,885 Mk., überhaupt im Gesammtbetrage für 124,699,465 Mk. An Reichs-Silbermünzen keine Fünfmarkstücke und keine Zwanzigpfennigstücke überhaupt. Letztere dürsten vielleicht anscheinend später eine Aenderung in der Größe und dem Umfange erfahren, doch sind bis jetzt alle dahin gehenden Anträge noch nicht zur Erwägung gekommen. Zweimarkstücke wurden 349,578 Stück in Hamburg, Einmarkstücke 5,485,584 Stück in allen Münzstätten, mit Ausnahme von Dresden', Stuttgart, Darmstadt, Fünfpfennigstücke 585,403 Stück geprägt. Berlin- 26. Juli. Die neueste „Prov.-Corresp." läßt sich über den er Hheil. Rücktritt Dr. Falk's also vernehmen: „Es wäre nicht an der Zeit und würte auch den patriotischen Gesichtspunkten, welchen der Minister Falk selbst bei der Einreichung seines Eutlaffungsgesuches gefolgt ist, nicht entsprechen, vurch ein Zurückgehen auf die einzelnen Akte der Kirchengesetzgebung tu den letzten 7 Jahren die Wunden zu erneuern, an deren Heilung jetzt von den betheiligten Seiten mit der Hoffnung auf Erfolg gearbeitet wird." Nachdem sodann auf die Bereitwilligkeit des Ministers, mit einem friedliebenden Papst Frieden zu schließen, hingewiesen ist, herßt es weiter: „Inzwischen hat sich die Stellung der Centrums- partei zwar nicht auf dem Gebiete des kirchlichen Streites selbst, wohl aber in Betreff der allgemeinen Beziehungen zur Staatsregierung wesentlich verändert. Die Regierung hat zur Durchführung einer der wichtigsten Ausgaben für die Wohlfahrt und Befestigung des Reiches die Unterstützung der Centrumspartei gefunden. Daß hierdurch auch die Hoffnung auf Beilegung des kirchlichen Conflictes gestärkt wird, ist von dem Reichskanzler soeben mit den Worten bestätigt worden: „Ich muß auch hier sagen: ich halte Conflicte wohl unter Umständen für tapfer durchzukämpfen, aber nie für eine auf die Dauer zu erstrebende Institution, und wenn sich Mittel und Wege bieten, die Schärfe der Gegensätze zu mildern, ohne daß man an die Princtpien der eigentlichen Streitfrage rührt, wenn man sich gegenseitig kennen und durch gemeinsames Arbeiten an einem gemeinsamen und hohen Zweck sich gegenseitig achten lernt, so liegt es doch wahrlich nicht in meiner Berechtigung als Minister, solche Wege zu verschließen und von der Hand zu weisen." Der Minister Falk hat diese Auffassung des Kanzlers ebenso entschieden getheilt, wie er mit demselben über die Grundlagen eines möglichen Friedens eines Sinnes war. In allen bisherigen Vorverhandlungen über die Einleitungen zu jenem Ziel hat der Kanzler auf das vertrauliche Einverständniß mit dem Kultusminister den größten Werth gelegt und sich desselben durchweg versichert. Als jedoch die Möglichkeit ernster Friedensverhandlungen näher zu treten schien, gab der Minister Falk ungeachtet seines sachlichen Einverständnisses immer mehr der persönlichen Erwägung und dem Zweifel Raum, ob nach den siebenjährigen heißen Kämpfen, in welchen seine Person stets im Vordergründe der staatlichen Action gestanden hatte, und deshalb auch der Mittelpunkt aller Angriffe war, er gerade im Stande sein werde, auch das Frtedenswerk persönlich zu fördern. Dieser Zweifel vor Allem hat den Entschluß des Ministers reifen lassen, jetzt aus dem Amte zu scheiden. Wohl mögen noch andere Erwägungen mit Bezug aus die mannigfachen Schwierigkeiten und Meinungskämpfe auf anderen kirchenpolitischen Gebieten auch in Betreff der evangelischen Kirche dabei mitgewirkt haben ; aber der Minister selbst hat bet der Begründung seines Wunsches vornehmlich jene Sette hervorgehoben, und feine Entschließung ungeachtet der erneuten Feststellung seines grundsätzlichen Einverständnisses mit der kirchlichen Politik des Kanzlers aufrechterhalten." Aus Bayern. Aus München berichtet die „Augsb. Allg. Ztg." unterm 21. Juli. Schon jetzt dürfte es an der Zeit sein, an ein Jubiläum zu erinnern, welches in der Weltgeschichte zu den seltensten Vorkommnissen gehört. Im Jahre 1180 wurde ein Wittelsbacher mit dem Herzogthum Bayern belehnt und so sind denn nun bald 700 Jahre verflossen, seit die Wtttelsbacher die Herrschaft über Bayern angetreten und ununterbrochen ausgeübt haben. Falls osficielle Feierlichkeiten nicht angeordnet werden sollten, so wird der Historische Verein für Oberbayern das seltene Fest begehen, sei es durch eine besondere Publication, sei es durch eine feierliche Sitzung. Diese Absicht wurde bereits gestern an der eigentlichen Wiege der Wittelsbacher, der einstigen Grafen von Scheyern, in dem jetzigen Kloster Scheyern, der Ruhestätte von 120 Wittelsbachern, wohin der Historische Verein für Oberbayern unter Leitung seines Vorstandes, des Herrn Major Würdinger, gestern einen wissenschaftlichen Ausflug unternommen hatte, im Kreise der Mitglieder besprochen, und sie wird in einer oder der anderen Weise zur Verwirklichung gelangen. Metz, 25. Juli. Wie man erfährt, wird der Kaiser bei seiner Anwesenheit in Straßburg anläßlich der bevorstehenden Herbstmanöver des 15. Armee- Corps auch der Hauptstadt Lothringens einen Besuch abstatten. An die hiesigen oberen Militär- und Civilbehörden sollen in dieser Beziehung bereits Mittheilungen ergangen sein, und es wird angenommen, daß der Kaiser alsdann auch die Schlachtfelder von Vionville, Gravelotte und St. Privat besuchen werde. Arankreich. Paris, 26. Juli. Das „Journal officiel" bringt heute das rechtsgültig gewordene Gesetz über die Rückkehr des Parlaments nach Paris zu öffentlicher Kenntniß. Vom 3. November d. Js. ab werden Senat und Lepu- Nrtenkammer wieder in Paris, jener im Palais zu Luxembourg, diese im Palais Bourbon (wenn sie aber wollen, auch iu einem anderen Gebäude), ihren Sitz nehmen. Das Versailler Schloß bleibt ihnen für vockommende Fälle Vorbehalten. Der fünfte Artikel, der von der Sicherstellung beider Versammlungen gegen Gewaltthätigkeiten handelt, ist bekanntlich in der ihm von der Deputirtenkammer gegebenen Fassung auch vom Senat genehmigt worden. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Tsrrefpondenr-Bure««. Berlin, 28. Juli. Gestern trat im Gebäude des Abgeordnetenhauses der dritte Blindenlehrer-Congreß zusammen, an welchem Vertreter aus England, Frankreich, Oesterreich, Holland, Belgien, Schweden, Norwegen und Dänemark thetlnahmen. Cultusminister v. Puttkamer begrüßte die Versammelten im Namen der preußischen Staatsregterung. Heidelberg, 28. Juli. Herzog Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin ist heute Nachmittag 2i/2 Uhr Hierselbst plötzlich gestorben. Wien, 28. Juli. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel. Samstag Abend fand ein längerer Minister-Conseil statt, an dem der Groß- vezir Khereddin nicht theilnahm. Aus dem Umstande, daß letzterer auch gestern nicht auf der Pforte erschien, glaubt man schließen zu dürfen, daß die Entscheidung des Sultans bezüglich der Krisis noch nicht erfolgt ist. Der rumänische Gesandte bei der Pforte ist in Konstantinopel eingetroffen. London, 28. Juli. Eine Depesche von „Lloyds" aus Valparaiso vom 26. Juli Morgens meldet, daß der brasilianische Dampfer „Jllimani" bei Mocha gescheitert ist. Alle Passagiere und die Mannschaft wurden gerettet. Triest, 28. Juli. Gestern Abend brach auf der Rhede ein Orkan aus, welcher im hiesigen Hafen bedeutenden Schaden an Schiffen anrtchtete und mehrere Menschenleben kostete. Im Ganzen wurden 23 Schiffe mehr oder minder erheblich beschädigt. Eln mit Holzkohlen beladenes österreichisches Fahrzeug ging zu Grunde. Kiel, 28. Juli. Nach dem jetzt publtcirten kriegsgerichtlichen Erkenntnisse in der Angelegenheit des „Großen Kurfürsten" ist Contreadmiral Bätsch zu 6 Monat Festungshaft, Capitänlieutenant Klausa zu einem Monat Festungshaft verurrheckt, Capitän zur See, Kühne, freigesprochen. Athen, 28. Juli. Bevor der Ministerpräsident Kumunduros das Dekret betreffs Auflösung der Kammer verlas, gab derselbe einen Ueberblick über die politische Lage des Landes und bezeichnete die inneren Verhältnisse als günstig. Die auswärtige oder hellenische Frage sei in lebenskräftiger Ent- Wickelung begriffen. Griechenland genieße die Sympathien ganz Europas und habe nichts gethan, was die Beziehungen zu Europa und der Türket trüben könnte. Ein Mehreres konnte Griechenland mit seinen schwachen Mitteln nicht thun. Paris, 28. Juli. Die „Repuplique francatse" bespricht die Haltung der Pforte Egypten gegenüber und äußert diesbezüglich: Wenn der Sultan bei seinem Verhalten beharre, werde man sich überhaupt über den Investitur- Ferman Hinwegsetzen. Der Khedive werde fortfahren, seinen Jahrestrtbut in Konstantinopel zu zahlen und die Beziehungen zur Pforte darauf beschränkt bleiben. Frankreich und England würden den Mächten die Bildung einer Liquidations-Commission Vorschlägen, um die Interessen der Gläubiger so viel wie möglich zu wahren. Man würde ferner statt der europäischen Minister General-Jnspectoren etnsetzen, deren Beamtencharacter weniger bervortrete, deren Eingreifen in die Verwaltungsgeschäfte darum aber nicht minder wirksam sei und gegen deren Entschließungen keine Berufung zulässig sei. Die „Repuplique francaise" hält den Eintritt europäischer Unterstaatssecretäre in die wichtigeren egypttschen Ministerien für wahrscheinlich. Berlin, 28. Juli. Gegenüber den von mehreren Blättern über den Nuntius Masella in München und seine angebliche Fahrt nach Kisflngen gebrachten mannigfachen Variationen schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": In der sog. stillen Zett mögen solche Zeitungsscherze bis zu einem gewissen Grad erklärlich erscheinen; der Tendenz gegenüber, welche hinter dieser Spielerei stecken könnte, wollen wir aber doch nochmals bemerken, daß Masella nicht in Ktsstn- gen war und nach vertrauenswerthen Informationen auch in diesem Sommer nicht dahin zu gehen beabsichtigt. Versailles, 28. Juli. Die Deputirtenkammer hat das Budget des öffentlichen Unterrichts angenommen und wird morgen über den Bericht des Deputirten Proust berathen, welcher die Niederlegung der Tutlerien beantragt. Am Samstag wird die Kammer wahrscheinlich ihre Berathung beendigen. New-Uork, 28. Juli. In Memphis sind drei neue Erkrankungen, aber keine weiteren Sterbefälle am gelben Fieber vorgekommen. In New- Orleans trat Ein Fall vom gelben Fieber ein. Pesth, 28. Juli. Staatssecretär Graf Ztchy-Ferraris ersuchte den Präsidenten der liberalen Reichspartei um Einsetzung eines Ehrengerichtes von Abgeordneten zur Entscheidung der bezüglich Zichy's schwebenden Angelegenheit. Gleichzeitig suchte derselbe bei dem Minister des Innern um Enthebung seines Amtes nach, um auch nicht den Schein einer Beeinflussung des Ehrengerichtes auskommen zu lassen. Tisza hat das Entlaflungsgesuch Zichy's bereits dem König unterbreitet. Konstantinopel, 28. Juli. Ein Jrade des Sultans constatirt die Nothwendigkeit der Enllassung Khereddin Paschas als Großvezir unter gleichzeitiger Aushebung des Großvezirats. Zum Premierminister wurde Aarifi Pascha, zum Minister des Auswärtigen Savfet Pascha ernannt. Bis zur Ankunft Savfet Psschas verwaltet der Musteschar Savas Pascha das Auswärtige. Riza Pascha wurde zum Minister der Civilliste, Fuad als erster Secretär des Sultans bestimmt. Washington, 28. Juli. Ein Telegramm an den Gesandten Peruns meldet: Das Kriegsschiff „Huascar" drang in den von der Cbilenenflotte blokirten Hafen von Jquique ein und setzte nach zweistündigem Gefecht mit der Chilenenflotte das Schiff „Cousino Abtao" außer Gefecht. Der „Huascar" blieb unbeschädigt. Bericht über den siebzehnten perbandstag des Hessischen Ztnter- verbands der deutschen Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschasten zu Fulda am 19. und 20. Juni 1879. Der siebzehnte Verbandstag der Hessischen Vorschuß- und Creditvereine wurde in Folge des Beschlusses des Verbandstages in Cassel für dieses Jahr in Fulda abgehalten. n Die Vorversammlung wurde am 19. Juni er., Abends 81/» Uhr, im Hotel 3um Kurfürsten durch den Verbandsdirector eröffnet. Vertreten waren die Vereine: Cassel, Friedberg, Fulda, Gießen, Grünberg, Hersfeld, Wächtersbach. Die Anwaltschaft wurde vertreten durch Herrn Ludolf Paris in s-Berlin und die deutsche Genossenschaftsbank durch Herrn Meißner- Frankfurt. Der Vorversammlung lag die Bildung des Bureaus, sowie die Feststellung der Tagesordnung für die Hauptversammlung ob. Gewählt wurden zum Vorsitzenden Diehls-Cassel, zu dessen Stellvertreter Wahler-Fulda und zum Schriftführer He ttner-Fulda. Die Tagesordnung wurde wie folgt geordnet: 1) Feststellung der Präsenzliste, 2) Bericht des Verbandsdirectors, 3) Rechnungsablage, 4) Mittheilungen aus den einzelnen Vereinen, insbesondere über nachstehende Fragen: a. Wie werden Creditgesuche der Aufsichtsrathsmitglieder behandelt? b. Ist im Statut eine Bestimmung über die Bemessung des einem Mit- gliede zu gewährenden Maximalcredites enthalten? c. Ist die von dem allgemeinen Vereinstag ausgearbeitete Probe-Jn- ftruction für den Aufsichtsrath eingeführt? d. Wird Blanco-Credit gewährt u nd ist die Beleihung der Stammantheile zulässig? e. Sind Anforderungen in Bezug auf die Gewerbesteuer an den Verein gemacht worden? 5) Bericht über die Verhandlungen des allgemeinen Vereinstages in Eisenach. 6) Antrag des Verbandsdirectors, die Ausgabe von unkündbaren Darlehns- scheinen betreffend. 7) Antrag, die Vergütung von Reisekosten für die Deputirten zu den Unterverbandstage. 8) Ist die Errichtung eines besonderen Delcrederefonds zu empfehlen? 9) Revision des Statuts des Unterverbandes. 10) Wahl von zwei Deputirten zu dem allgemeinen Vereinstag zu Stuttgart. 11) Wahl des Verbandsdirectors und dessen Stellvertreters. 12) Wahl des nächstjährigen Versammlungsortes für den Unterverbandstag. Die Vorversammlung wurde hiermit um 10 Uhr geschlossen. Die Hauptversammlung wurde Freitag den 20. Juni 1879, Vormittags 9 Uhr, durch den Vorsitzenden, Verbandsdirector Diehls im Saale des Ballhauses eröffnet. Nachdem Wahler-Fulda das Wort zur Begrüßung der Gäste ergriffen, wurde in die am Abend vorher in der Vorversammluug festgestellte Tagesordnung eingetreten. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit der Vertreter von 10 Vereinen und zwar: Cassel (H a h n d 0 r f *), Reinhold); Friedberg (Scriba, Steinhäuser, Jöckel); Fulda (Pult, Wähler); Gießen (Hanstein, Wallenfels); Grünberg (Voit, Jäckel V.); Hersfeld (Rudolf); Hünfeld (Petter, Vogt, E- Malkmuß, I. Malkmuß); Wächtersbach (Correus). Nicht vertreten waren die Vereine Allendorf, Dodenau, Großalmerode, Lichtenau, Marburg, Melsungen, Niederwöllstaot, Reichelsheim, Schotten, Wetzlar und Wieseck. Von Alsfeld waren die Herren Grünewald und Schirmer erschienen, welche jedoch erklärten, daß sie nicht als Vertreter des Vereins zu Alsfeld anwesend seien. Da dem Verband 20 Vereine angehören, so war mithin die Hälfte unvertreten, ein Umstand, welcher dem Verbandsdirector Veranlassung gab, sein lebhaftes Bedauern über die mangelhafte Beschickung Seitens der Vereine auszusprechen. Um dieses ungünstige, schon feit Jahren beobachtete Verhältniß zu bessern, werde er bei Revision der Rechnung den Antrag stellen, versuchsweise einen Theil der Reisekosten den Deputirten zum Verbandstage zu ersetzen. Der Verbandsdirector machte ferner Mittheilung von dem Erscheinen einer Broschüre über den „Gebrauch der Wechsel bei den Creditgenossenschaften" als Ergänzung zur 5. Auflage des Schulze-Delitzsch'schen Buches „Vorschuß- und Creditvereine als Volksbanken" und stellt denjenigen Vereinen, welche diese o. Auflage besitzen, Exemplare der Broschüre, welche übrigens auch von der Anwaltschaft zu beziehen sei, zur Verfügung; auch wurde den Vereinen die anläßlich des 70. Geburtstages des Anwalts erschienene Festschrift „Schulze-Delitzsch, sein Leben und Wirken" zur weiteren Subscription empfohlen. Hierauf erstattete der Verbandsdirector ad pos. 2 der Tagesordnung Bericht über den Unterverband, nachdem eine gedruckte ziffermäßige Zusammenstellung über die Geschäftsergebnisse der einzelnen Vereine zur Pertheilung gehracht war. Der Bericht entwickelte, wie die immer noch andauernde Geschäftskrisis auch im vorigen Jahre ihre Wirkung geäußert und eine weitere Entwickelung der meisten Vereine hemmte; sie, die Krisis, habe aber das Gute gehabt, alte Schäden aufzudecken und damit einen Gesundungsproceß herbeizuführen, der für die Zukunft nur vortheilhaft fein könne. Zwei große Vereine des Verbandes, diejenigen in Allendorf und Hersfeld, haben ziemlich bedeutende Verluste aufzuweisen, der erstere mit 60,000 X, letzterer mit circa 170,000