Mel, sowie ein kleines freuen. just, Nch beuchelheimrstr ^äch7Wilhelm7 emstock 4 Zimmer behor, aus Wunsch n 1. Oktober, event. hcn Dr. Weiche!. ock meines Hauses, sonstigen Zubehör rann, Gartfeld. )cf unseres Hauses rmiethen. 8rbr. Ltamm. .4e ic. im 1. Stocke, inieihen. Mer, Neustadt, m 4 Zimmern mit i. Franz Herbobe. ke Zimmer mit 6a- rm ^.Lieutenant m SecLieutenant 1. October ander-. - Eine famto Mmrrn uedst Zu- rmiethen. ^Metzger. Wobnung zu ver- der Trpkd- d. ^eMeiüinNÜ Louis Sony. rr;-Z b dauerhaft, w Anzeigen. [linden s mb mittto*” t M, bei der Str bim N1 linbrrSitiS- LTLM-Ü eb d. «5* 8ert,.** 6. 3“ffi t»#5 nha^-^^ »,erke Jen«^ rluS^lleure^ n rrifl>nn*: f;te* ’Är. 200. Freitag den 29. August 1878. Kichener ^In^eiger Aijkige- md AmtsbIM für den Kreis Gießen. Nedaetio«Sb«reau r ExpedMonsbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Aotitifcher Hheit. Untere Beziehungen zu Nußland. Der alten Welt scheint die ebenso ersehnte als nothwendige Ruhe nicht befchieden zu sein. Der herrschende Militarismus hat in den letzten Jahr- * zehnten doch wahrlich Triumphe genug gefeiert, als daß er sich nicht auch einmal mit gutem Gewisien 50 Jahre zur Ruhe setzen könnte. Wenn man nun auch nicht gleich an alle die möglichen und unmöglichen Kriegscombtna- ttonen denkt, als wären die Völker heutzutage nichts anderes als Parteien in einem interessanten Krtegsspiel, so ist es doch für das wirthschaftltche Leben ein höchst empfindlicher Nachtheil, daß solche Krikgsgerüchte überhaupt fortwährend entstehen und gtflisientlich so lange genährt werden, bis man sie für - etwas mehr als leichtsinnige Erfindungen halten muß. Wer trägt daran die Schuld? Darüber sind die Meinungen sehr getheilt und man muß einem con- I creten Falle, wie der nicht mehr wegzuleugnenden ernstlichen Verstimmung zwischen Deutschland und Rußland, näher treten, um die Gründe der Unruhe zu erforschen. Man spricht von einer Verstimmung der Monarchen, deren langjährige freundschaftliche B-ziehungen und Friedensliebe außer Zweifel stehen; man con- [ statin eine Verstimmung zwischen Gorlschakoff und Bismarck, welche doch schließlich noch auf andere Weise, als durch einen Wellbrand auszugleichen sein möchte; man macht endlich die Verstimmung zwischen den Völkern geltend und vergißt, daß alle beide am besten thäten, sich vorläufig um sich selbst, nicht um Andere zu kümmern. Sind die Armeen, deren Waffenbrüderschaft aus den Freiheitskriegen datirt, heute nicht mehr befreundet, nun, so liegt doch darin kein Grund, sich gegenseitig zu zerfleischen. Und warum soll denn die Presse, auf die man doch in hohen Kreisen in Rußland sonst gar nichts, in Deutschland sehr wenig glebt, auf einmal von solchem Einflüsse geworden sein, daß man ernstliche Kriegsbefürchtungen ausspricht? Alles das sind Fragen, welche für die Unwahrscheinlichkeit einer ernstlichen Störung des Friedens zwischen Deutschland und Rußland sprechen würden, wenn nicht die hohe Politik zuweilen die seltsamsten Sprünge liebte. Tatsächlich liegt diese ernste Angelegenheit aber so: Deutschland , will keinen neuen Krieg; braucht ihn aber das innerlich verfaulte Rußland und diängt uns ihn auf, so mag es die Folgen tragen, wie sie Frankreich getragen hat. Allerdings würde Fürst Gortschakoff in jedem Falle i untergehen wie ein Meteor, ob der Krieg nun Rußland günstig ist oder nicht, | es wäre aber für ihn, für Rußland und für Deutschland besser, man putzte | sein verglimmendes diplomatisches Licht schon vorher aus. Denn ein Krieg I Rußlands gegen uns, ob im Bündniß mit Frankreich oder nicht, wäre ein ’ solcher Wahnsinn, daß man an der Zurechnungsfähigkeit des russischen Staatsmannes zweifeln müßte; so viel Ueberraschungen die Weltgeschichte schon geboten hat, schließlich hat die Gerechtigkeit stets gesiegt und die Geschichte selbst bietet den hohen situlichen Trost, daß selbst die verwegensten Anschläge politischer Abenteurer von der Nemesis erreicht werden. Ihr Gericht über einen muthwillig entzündeten Wellbrand würde kurz, aber schrecklich sein, d.nn daß ein russischer Angriffskrieg den Conttnentalkrieg bedeutet, liegt auf der Hand. Auf alle Fälle ist es von hoher Bedeutung, daß Freiherr v. Manteuffel, .. ehe er nach dem Elsaß abgeht, soeben mit einer Mission nach St. Petersburg betraut worden ist, wo er wobl angeschrteben ist. Man sagt, er habe die Mission, bei den Manöver« in Warschau den Kaiser von Rußland im Namen des deutschen Kaisers zu begrüßen, man wird aber schwerlich fehlgreifen, wenn man diese Reise auch mit der akut gewordenen Spannung zwischen den beiden i Kanzlern in Verbindung bringt, welche sich auch auf andere Kreise zu über- tragen droht. Deutschland. Darmstadt, 27. August. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 36 enthält die Allerhöchste Verordnung, die von den Richtern, Staatsanwälten, Gerichtsschreibern und Rechtsanwälten zu tragende Amtstracht betr. Dieselbe lautet: Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Aus Grund des Art. 73 der Verfassungsurkunde wird in Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 und der Rechtsanwaltsordnung vom 1. Juli 1878 hierdurch bestimmt: S 1- Die Richter, Staatsanwälte und Gerichtsschreiber haben als Amtstracht in den öffentlichen Sitzungen des Oberlandesgerichts, der Landgerichte, der Schwurgerichte, der Schöffengerichte und der Amtsgerichte ein schwarzes Gewand, weiße Hals- I binde und schwarzes Barett zu tragen. § 2. Das bis zu den Knöcheln der Füße herabreichende faltenreiche, mit weiten ■_ offenen Aermeln versehene und vor der Brust zu schließende Gewand wird aus Woll- i. st off gefertigt. Um den Hals läuft bei dem Amtsgewand für die Richter und Staats- I anwäue ein 16 Centimeter breiter Besatz in Form eines flach anliegenden Ueberschlag- I kragens, welcher sich an der Vorderseite des Gewandes bis zum unteren Rande des- k selben in 11 Zentimeter Breite fortsetzt. Die Aermel zeigen am unteren Rande einen I Lesatz von 8 Centim. Breite. Dieser Besatz ist von gewässerter Seide (Moire). Das I Amtsgewand der Gerichtsschreiber hat einen schmalen Umschlagkragen und ist | ohne Besatz. § 3. Das Barett besteht aus einem rund geschnittenen und leicht gefalteten I kopftheile von schwarzem Wollenstoff, um welchen sich ein nur am unteren Theile be- | sestigter, oben aber frei abstehender und an beiden Kopfseiten mit einem dreieckigen Einschnitt versehener steifer Rand von 8 Centimeter Breite hcrumlegt. Die Bekleidung des Randes ist für die Richter und Staatsanwälte schwarze gewässerte Seide (Moire), für die Gerichtsfchreiber schwarzer Wollenstoff. Das Barett ist ferner an dem oberen Theil des Randes rundumlaufend gnrnirt: a. für den Präsidenten des Oberlandesgerichts mit >wei goldenen Schnüren (Bordage) von 7 Millimeter Breite, b. für den Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts und den Oberstaatsanwalt mit einer goldenen Schnur von derselben Breite, c. für die Präsidenten der Landgerichte mit zwei silbernen Schnüren von derselben Breite, d. für die Directoren und die ersten Staatsanwälte bei den Landgerichten nvt einer silbernen Schnur von derselben Breite. § 4. Die Rechtsanwälte, welche in öffentlichen Sitzungen des Oberlandesgerichts, der Landgerichte einschließlich der Kammer für Handelssachen, oder der Schwurgerichte als Vertreter oder Beistände der Parteien auftreten wollen, sind gehalten, während dieser Sitzungen ein schwarzes Gewand, eine weiße Halsbinde und ein schwarzes Barett zu tragen. Diese Tracht ist im Uebrigen derjenigen der Richter und Staatsanwälte gleich, jedoch besteht der Besatz des Gewandes und die Bekleidung des Randes am Barett aus glatter Seide (Taffet). § 5. Die Vorschrift des § 1 findet auch auf diejenigen Gerichtsaccessisten Anwendung, welche kraft eines nach Art. 2 des Gesetzes vom 3. September 1878, die Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes betr., erhaltenen Auftrags den Amtsrichter in einer öffentlichen Gerichtssitzung vertreten, sowie auf die Gehülfen des Gerichtsschreibers, welche dessen Verrichtungen in einer öffentlichen Gerichtssitzung wahrnehmen. Die Vorschrift des § 1 findet keine Anwendung auf Handelsrichter, Geschworene und Schöffen. Die Vorschrift des § 5 findet auch Anwendung auf diejenigen Accessisten, welche als Vertreter oder Beistände der Parteien in einer öffentlichen Sitzung des Oberlandesgerichts, der Landgerichte oder der Schwurgerichte auftreten. § 6. Ein Staatsanwalt oder Rechtsanwalt, welcher das Wort ergreifen will, hat das Barett aufzusetzen, kann dasselbe während des Vortrags jedoch wieder ablegen. Während einer Eidesleistung ober Urtheilsverkündigung ist von den an der Verhandlung Betheiligten stets das Barett zu tragen. 8 7. Unser Ministerium des Innern und der Justiz ist mit der Ausführung dieser Verordnung beauftragt. Dieselbe tritt mit dem 1. October d. I. in Wirksamkeit. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt, den 15. August 1879. (L. 8.) Ludwig. v. Starck. Berlin, 26. August. Die eigentlichen Bundesrathsarbetten werden vor dem 15. September schwerlich ihren geregelten Anfang nehmen. Erst in der zweiten Woche des September oürfte der Präsident des Reichskanzleramts, Hofmann, der jetzt zum ersten Mal als preußischer Minister für Handel und Gewerbe den Etat seines Ministenums vor dem preußischen Landtage vertreten wird, von seiner Uriaubsrelse hierher zurückkehren. Auch in den preußischen Ministerien ruhen vorläufig die Arbeiten, um Ende dieses Monats von Neuem wieder ausgenommen zu werden. Im Schooße der Regierung rechnet man darauf, daß der preußische Landtag spätestens Ende Januar seine Arbeiten abgeschloffen haben wird, so daß dann sofort Anfangs Februar der Reichstag einberufen werden kann. Diesem soll nur eine kurze Session beschteden sein. — Vor Kurzem wurde die damals ziemlich unbeachtet gebliebene Meldung aus Rußland verbreitet, daß die dortige Regierung die Anlegung großer Befestigungswerke an der an Preußen stoßenden russisch-polnischen Grenze befohlen habe. Grodno, Bialystock und noch einige andere Plätze wurden genannt, deren umfassende Armirung russischerseits in Aussicht genommen sei. Als Gegenstück zu dieser Nachricht verlautet jetzt, daß die Befestigung von Thorn, welche ursprünglich in 4 Jahren beendigt werden sollte, nunmehr in einem Zeitraum von ll/2 Jahren zum Abschluß geführt werden muß. Von competenter Seite wird versichert, daß der fortificatorische Schutz unserer Ost- grenze nach seiner Vollendung keineswegs demjenigen unserer Westgrenze nachstehen wird. — In den Berliner Handwerkerkreisen macht sich neuerdings eine allgemeine Bewegung zu Gunsten einer „Neubildung der Innungen" bemerkbar, und man hofft, durch eine Annäherung der selbständigen Meister an ihre Ge hülfen und Gesellen, eine Verständigung über die wichtigsten Punkte zu erreichen. Wie es bcißt, soll demnächst die Frage der Neubelebung der Innungen in eine gemeinschaftlichen Versammlung hiesiger Handwerkmeister und Anhänger der gemäßigten Arbeiterrichtung zur Erörterung gelangen. Die Versammlung wi. von den Obermeistern hiesiger Innungen und der Anwaltschaft der deutschen Gewerkvereine binnen Kurzem einberufen werden. Sollte man hierbei zu einer Verständigung gelangen, so würde die weitere Lösung der Frage besondere Schwierigkeiten nicht bieten, da die Regelung des Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen bis jetzt allein ein fast unübersteigbares Hinderniß bildete. Es handelt sich hierbei namentlich um die obligatorische Einführung von Arbeite büchern für sämmtliche Arbeiter, eine Forderung, die bisher von den Gesellen mit Entschiedenheit zurückgewiesen worden ist und die man auch wird aufgeben muffen, wenn eine Verständigung zu Stande kommen soll. Was - ie Lehr> lingsfrage anbelangt, so herrscht darüber nur eine Stimme, daß hier eine Aenderung der bisherigen Verhältnisse eintreten muß. Hoffentlich wird man dabei nicht einseitig zu Werke gehen und neben den Jnteresteu des Meisters auch die des Lehrlings gehörig in Betracht ziehen. Vor Allem wird man es an den nothwendtgen Controlmaßregeln nicht fehlen lasten dürfen. — Nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellten Nachweisung über die im Monat Juni dieses Jahres auf deutschen Eisenbahnen — mit Ausnahme derjenigen von Bayern — vorgekommenen Unfälle waren im Ganzen zu verzeichnen : 23 Entgleisungen und 10 Zusammenstöße fahrender Züge, und zwar wurden hiervon 13 Züge mit Personenbeförderung — von je 10,476 Zügen dieser Gattung einer — und 20 Güterzüge, bezw. leer fahrende Maschinen betroffen; ferner 43 Entgleisungen und 8 Zusammenstöße beim Rangiren und 67 sonstige Betriebsereignisie (Ueberfahren von Fuhrwerken auf WegeübergLn- gen, Defecte an Maschinen und Wagen rc.). In Folge dieser Unfälle wurden 1 fremde Person getödtet, 3 Beamte, 1 Arbeiter und 5 fremde Personen verletzt, 22 Thiere getödtet und 1 verletzt, 36 Fahrzeuge erheblich und 129 unerheblich beschädigt. Außer den vorstehend aufgeführten Verunglückungen von Personen kamen, größtentheils durch eigene Unvorsichtigkeit hervorgerufen, noch vor: 22 Tödtungen (6 Beamte, 6 Arbeiter und 10 fremde Personen), 73 Verletzungen (3 Reisende, 39 Beamte, 22 Arbeiter und 9 fremde Personen), 14 Tödtungen und 3 Verletzungen bet beabsichtigtem Selbstmorde. — Bezüglich der Mitthetlung der „Köln. Ztg.", daß das Project einer Jnseraten-Steuer bisher an maßgebender Stelle nicht in Erwägung gezogen worden sei, wird der „Augsb. Allg. Ztg " aus München geschrieben, daß in der Sitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer am 5. d., auf eine hierauf bezügliche Anregung, der Herr Abg. Strauß u. A. erwiderte: „Ich kann nicht unverhehlt lasten, daß wir, d. h. die Finanzminister von ganz Deutschland, schon ebe der (vom Herrn Abg. Strauß erwähnte) Vorschlag des Herrn Bezirksgerichtsraths Dr. Meyer in Ansbach verbreitet wurde, die Frage wegen Einführung einer Jnseraten-Steuer in Erwägung gezogen haben; ein einzelner Staat kann sie in keiner Weise einführen." Es ist demnach das in Rede stehende Project allerdings schon an einer und zwar sehr maßgebenden Stelle in Erwägung gezogen worden, und wenn sich auch der bayerische Finanzmini. fier enthalten hat, zur Zett Näheres hierüber mttzutheilen, so geht man viel- leicht doch nicht irre, wenn man anntmmt, daß in dem Verzetchniß projectirter neuer Reichssteuern auch die Jnseraten-Steuer einen Platz gesund:n haben mag. — Die Chefs des kaiserlichen statistischen Amts und der amtlichen Statistik Preußens, die Herren Becker und Engel, werden in der zweiten Octoberwoche ihre deutschen College» von der Staatsstattsttk in Berlin um sich versammeln, damit man sich über die Ende 1880 vorzunehmende nächste Volkszählung verständige. Es ist im Plane, mit derselben nicht allein die längst beabsichtigte allgemeine Aufnahme des Viehstandes zu verbinden, sondern auch eine neue Gewerbestatistik, aber erweitert zu einer vollständigen Berufsstattstik. Zweifelhaft ist nur noch, ob diese Zuthaten obligatorisch sein sollen für sämmtltche Etnzelstaaten oder aber facultativ. Hoffentlich spricht die Versammlung sich für obligatorische Vornahme aus und entscheidet demnächst der Bundesrath so, da sonst die Arbeit auch in den Ländern, wo sie vorgenommen wird, nur halben Werth erlangen kann. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Garrefpaudeur' Burea«. Berlin, 27. August. Die heute früh eingetroffenen Großfürsten Wladimir und Alexis begaben sich Nachmittag um 3l/2 Uhr zum Besuch der Majestäten und der übrigen Mitglieder des königlichen Hauses nach Potsdam und folgten dann einer Einladung der Majestäten zum Diner nach Babelsberg, wozu auch das Personal der russischen Botschaft geladen war. — Die „Prov.-Corresp." schließt einen längeren Artikel über die national- liberale Partei mit dem Satze: Wenn diese Partei sich so wenig geeignet zeigte, den Beruf einer Mtttelpartet festzuhalten, und dies zu dem Bedauerlichsten in unserer neueren Entwickelung gehört, so läßt sich eben deshalb das Dedürfniß nicht verkennen, daß die Bildung einer solchen Partei von Neuem versucht werde, zu welcher die bisherige nationalliberale Partei durch geistige und politische Befähigung hervorragende, an Zahl nicht geringe Kräfte darbietet. Wenn von der anderen, bereits bestehenden Mittelpartei gesagt werden kann, ihre Aufgabe sei die Geltendmachung berechtigter Gedanken des Liberalismus in conservativen Kreisen, so bleibt fürs Erste noch Raum für eine andere Mtttelpartet mit der Aufgabe, die für die Erhaltung der deutschen Nation und ihrer Cultur unveräußerlichen conservativen Einsichten in liberale Kreise zu letten. Stuttgart, 27. August. Der Genoffenschaftstag erledigte die An« gelegenheiten Der Consumveretne und nahm eine Instruction zur Verhütung des Verkaufs verfälschter Nahrungsmittel und ferner eine Resolution an, nach welcher eine einheitliche Methode bei der Untersuchung von Lebensmitteln herbeigeführt werden soll und vor großen Gelegenheitseinkäufen gewarnt wird. Schenck (Wiesbaden) schließt den Vereinstag mit einem Dank an Stuttgart. Wien, 27. August. Die „Poltt. Corresp." meldet: Der Fürst von Montenegro wird sich am 28. d. Mts. auf dem österreichischen Kriegsschiffe „Andreas Hofer" in Cattaro etnschiffen und am 2. Septbr. in Wien eintreffen. Prag, 27. August, Abends. Der Kaiser ist heute Abend 10 Uhr zu den morgigen Dtvistonsmanövern auf dem Staatsbahnhofe angekommen und von der Volksmenge mit stürmischen Hochs begrüßt; die Straßen, durch welche der Kaiser fuhr, waren glänzend illumtnirt und decorirt. Nom, 27. August. In Folge der Mißernte ersuchte der Minister des Innern, Villa, den Minister der öffentlichen Arbeiten, Bacarini, die Ausführung der vom Parlamente beschlossenen öffentlichen Arbeiten zu beschleunigen und die Präfekten aufzufordern, die Provinzen, Gemeinden und reichen Grundbesitzer zu veranlassen, den Bedürftigen Arbeit zu verschaffen. Berlin, 27. August. Der gestrigen Meldung der „Nordd. Allg. Ztg." gegenüber bezeichnet es die „Nattonalzeitung" als unrichtig, daß am Sonntag eine Versammlung des national-liberalen Wahlvereins stattgefunden habe. Richtig sei, daß am Sonntag eine Versammlung national-liberaler Männer über einen Wahlaufruf berathen, die Versammlung sich aber nicht für die Zustimmung zu zweijährigen Budget-Perioden schlüssig gemacht, sondern einen entgegengesetzten Beschluß gefaßt habe und zwar nach kurzer Motivirung des zweijährigen Budgets seitens eines einzigen Dissentirenden. Wirthschaftliche Wandelungen. Durch unsere Zeit geht ein eigenthümliches Gefühl des Unbehaglichen, der Unruhe. Zu einem Beharren auf gewohnten Pfaden, zu ruhiger, gleichförmiger Arbeit, geschweige denn zu behaglichem, zufriedenem Genießen kommt man nicht. Das Leben spinnt sich gleichsam im beständigen Fieber ab, die Gleichmäßigkeit hat unregelmäßiger Hast Platz gemacht, die stille ruhige Entwickelung einem vollständigen Durcheinander, die Behaglichkeit des Lebens steter Unruhe. Alle Lebcnsverhältnisse sind heute, im Verhällniß zu früher, auf die Spitze geschraubt; wir arbeiten entschieden mehr als unsere Vorfahren, bei welchen es Plauderstündchen zu Frühstück und Vesper, gemüthliche Dämmerstündchen, Besuche beim Nachbar u. s. w. gab; wir genießen weit mehr als sic, die von all' den rauschenden Vergnügungen, die uns heute fesseln, keine Ahnung hatten. Aber trotz dieser Steigerung von Arbeit und Genuß wird man kaum sagen können, daß die Welt angenehmer die Menschheit zufriedener geworden. Selbst wenn nicht die Social- „ Demokratie il)r Mene tekel unheimlich leuchtend an die Wand geschrieben hätte, müßten uns zahlreiche Erscheinungen unseres socialen Lebens, die Bitterkeit des Kampfes um's Dasein, die steigende Noth nicht nur der sog. arbeitenden Klassen, sondern auch der mittleren Schichten der Bevölkerung, das Wanken ehrenwerther Existenzen und das Emporkommen erbärmlicher Parvenüs belehren, daß es mit dem socialen liebel denn doch etwas mehr auf sich hat, als der Leichtsinn und die Hartherzigkeit gemeinhin eingestehen will und daß das Mißbehagen, welches einen großen Theil unserer Bevölkerung ergriffen hat, nicht nur auf Hetzereien zurückzuführen ist. Es ist lebhaft zu bedauern, daß die öffentliche Aufmerksamkeit, nachdem sie sich im vergangenen Jahre den Quellen dieser Uebel und den Mitteln ihrer Beseitigung »ugewandt, so schnell wieder abgelenkt worden ist und daß man, wie es scheint, alles dem Socialisten-Gesetz überläßt, als ob damit allein etwas ouszurichten wäre. Die Gleichgültigkeit, welche die Gesellschaft der drohenden Gefahr gegenüber beweist, ist fast beängstigend. Sehen wir für heute indeß von der socialen Frage im engeren Sinne, die sich ja doch in einem Zeitungsartikel nicht genügend erörtern läßt und die überhaupt nicht durch irgend ein Universalmittel gelöst werden kann, vollständig ab und wenden wir uns der im Eingang erörterten allgemeinen, die Merkmale einer Uebergangs-Periodc deutlich an der Stirn tragenden Unruhe und Währung in allen Verhältnissen des socialen Lebens zu, so finden wir auf den ersten Blick, daß wir uns in einem wirth- schaftlichen Umwandlungs-Processe befinden, wie er tiefer eingreifend und umfassender noch nie dagewesen ist. Dieser Umwandlungs-Proceß beruht auf verschiedenen Ursachen: der Steigerung des Werthes von Grund und Boden, hervorgerufen durch die Zunahme der Bevölkerung; der Entwerthuna der edlen Metalle und der in Folge dessen ein- gettetcnen Preissteigerungen; der Erfindung der Dampfkraft und der in Folge desfen bewirkten Vermehrung der Production; die Erbauung der Eisenbahnen und der dadurch bewirkten Abkürzung der Entfernungen. Von diesen vier Erscheinungen, welche im Laufe der letzten Jahrzehnte auf unser wirthschastliches Leben eingewirkt haben, wäre schon eine allein hinreichend gewesen, eine Umwälzung in unserem Leben hervorzubringen; alle vier auf einmal aber konnten natürlich nur um so großartigere Wirkungen zu Tage fördern, und es ist Angesichts dieser vier Thatsachen, welche im wirthschaftlichen Leben wie Elementar-Ereignissc wirken mußten, fast als ein Wunder zu bezeichnen, daß in den letzten Jahrzehnten bei uns nicht alles völlig auf den Kopf gestellt worden ist im Erwerbsleben. Der Zusammenhang dieser vier Thatsachen, ihr Zusammenwirken und das Progressive in der Acußerung dieser Wirkungen zu schildern, würde den Raum eines Buches beanspruchen. Wir können jede der vier Kräfte nur für sich betrachten und kurz die Richtung andeuten, in welcher sie sich äußerte. Das Wachsthum der Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten so stark gewesen, wie wohl noch nie. Nach Dieterici wuchs die Menschenzahl pro Quadrat-Meile jährlich: 1700—1800 1800—1825 1825—1846 in Frankreich um 4 um 16 um 32, „ Preußen „7 „17 „ 68, „ Hannover „6 „12 „ 32, „ Württemberg „17 „ 12 „ 56. Die Vermehrung kommt größtentheils den großen Städten zu Gute, welche in den letzten Jahrzehnten ein ganz enormes Wachsthum zeigten; aber auch auf dem platten Lande ist die Dichtigkeit der Bevölkerung, wenn auch ein Theil des Ueberschusses der Geburten über die Sterbefälle an die Städte abgegeben wurde, gewachsen und damit der Preis von Grund und Boden enorm gestiegen. Zwei Beispiele nur mögen diese Preissteigerung in Stadt und Land erläutern: Das Haus, in welchem Alexander v. Humboldt geboren wurde, kostete 1746: 4350 Thlr., 1761: 8000 Thlr., 1796: 21,000 Thlr., 1803: 352,00 Thlr., 1824 : 40,000 Thlr., 1863: 92,000 Thlr. - Der mittlere Pachtzins der preußischen Domänen stieg in der kurzen Zeit von 1849—1864 Reg.-Bez. von Königsberg Danzig Marienwerder Stettin Stralsund Liegnitz Potsdam pro Morgen im 1,16 Thlr., 1,61 „ 1,06 „ 1,73 „ 1,50 „ 1,75 „ 1,59 „ 0,73 Thlr. auf 1,02 „ „ 0,63 „ „ 1,07 „ „ 0,95 „ „ 1,17 „ „ 1,08 „ „ „ „ Frankfurt „ 1,29 „ „ 2,00 „ also durchschnittlich um etwa 59 pCt., was einen Rückschluß auf die Preissteigerung im Grundbesitz gestattet. Wie viel Vermögen ist da ohne jede Anstrengung, ohne jede wirthschaftliche Leistung, einzig und allein durch die günstige Conjunctur erworben worden! Wie viel an Grund und Boden ist da aber auch viel zu thcucr gekauft worden im Wirbel der Speculation, ohne Rücksicht auf die vorhandenen Kräfte, und wie Vielen droht nicht der Verlust der ganzen Habe, wenn eines schönen Tages die wirthschaftlichen Factoren, welche dieses Steigen der Preise veranlaßten, zu wirken aufhören! Die Entwertung der Metalle, hervorgerufen durch die Entdeckung der enormen Gold- und Silberscyätze in Australien, Kalifornien, Nevada, hat an dieser Steigerung des Werthes van Grund und Boden ebenfalls mitgewirkt, aber sie bat außerdem auch alle anderen Lebensverhältnisse gründlich umgeftaltet. Wir haben freilich keine solche Preisrevolution erlebt, wie sie im 16. Jahrhundert, nach der Entdeckung Amerikas, dagewescn ist; aber die ungeheure Production an edlen Metallen, welche Nordamerika aufweist (im Jahr 1846 hatte es nur 3600 Psd. Gold producirt, von 1849 an hat es jährlich immer über 100,000 Pfd., teilweise bis 200,000 Pfd. producirt), diese ungeheure Production konnte von dem Konsum nicht aufgesogen werden, sic mußte zu einer Entwerthuna der edlen Metalle und, was dasselbe ist, zu einer allgemeinen Preissteigerung fuhren. Laspeyres veranschlagt sie allein in Bezug auf die Jahre 1851 bis 1864 auf 20 pKt. Das also bedeutet eine abermalige Verschiebung der Vermögensverhältnisse, eingetreten zu Gunsten Derjenigen, deren Eigenthum in Grund und Boden, Maaren rc. bestand, und zu Ungunsten Derjenigen, welche ihr Vermögen in baar Geld, Schuld-Forderungen, Staatspapiere rc. angelegt hatten. Wer vor 40 Jahren ein Kapital von 1000 Thlrn. auf Hypotheke anlegte und bis heute stehen ließ, der ist (wenn wir von dem Zinserträge absehen) jetzt ärmer als er damals war; mit den 1000 Thlrn. kann er heute kaum die Hälfte von dem ausrichten, was er damals damit erlangen konnte. Wer aber die 1000 Thlr vor 40 Jahren zum Ankauf eines Häuschens, eines Grundstücks oder dergl. anwendete, der wird heute in den weitaus meisten Fällen mehr als das Doppelte dafür erlangen. Bezüglich des Einflusses der Verwerthung der Dampfkraft und des Baues von Eisenbahnen können wir uns kurz fassen. Die Wirkungen dieser Faktoren liegen klar vor Augen. Die Produktion ist in das Ungemessene gestiegen und die Bedürfnisse des Menschen haben in Folge dessen zugenommen (wie denn die Production viel mehr die Bedürfnisse des Publikums beeinflußt, als daß die Bedürfnisse die Production beeinflussen) — das ist der Einfluß der Dampfkraft. Es gibt keine Entfernungen mehr, die Unterschiede der Preise, welche früher durch die Entfernungen hervorgerufen waren, haben aufgehört, die Preise werden mehr und mehr nivellirt, das ist der Einfluß der Eisenbahnen. Was folgt aus dem Allem? Nichts anderes doch, als daß wir uns still bescheiden müssen, wenn unser Leben unter der Wirkung solcher Elementar-Ercignissc sich nicht so patriarchalisch abspinnt, wie das unserer Vorfahren. Wir müssen uns damit trösten, daß es eben nur ein Uedergang ist, den wir mitmachen, und daß vielleicht unsere Enkel dereinst ruhigere Tage sehen. Scheint es ja schon jetzt, als ob der bisherige tolle Wirbel ein ruhigeres Tempo annehme. (Rh -Z.) Lokales. Gießen, 28. August. Der in Frankfurt a. M. erscheinenden „Deutschen Reichspost" wird von hier Nachstehendes geschrieben: Hier ist ein neues Bau-Project im größeren Styl aufpn taucht, daö für unsere Universität, bezw. Stadt nicht ohne Interesse ist. Es ist in öffentlichen Blättern, auch in der „R.-P.", wiederholt die Rede gewesen von den Klagen über die Zustände ^bliche A^en, •r als rle\aNtr: in n fönnen x • niÄ‘*6 bi. ibentt L-K ä-.5? ®8* «Meinhin W unterer &! '.nachdem sie rt* L? lchemt, alles ^ten wäre. 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'welche Nordamerika V i 5, tßtrowi11®1 I in @tunb »l I J! ihr vermögen w I vas er Äitnö, r pcimun0f^ ^ babcn iiÄ wfr uns M J daß Lrcig'"sl L vam" * Wra Eingesandt. Sie haben in Ihrem geschätzten Blatte schon mehrfach Artikel gebrach^ welche den Schutz der Thiere, insbesondere den der Vogel warm empfahlen, und welche gewiß von jedem Thiersreund mit Befriedigung ausgenommen wurden. Es ^rf daher auch am Platte sein, einen Fall grenzenloser Thierqualerei von ganz empörender Art »u rüaen welcher kürzlich hier ausgeübt wurde. Das schuldige oder unschuldige Opfer war em kleiner Hund, der das Verbrechen beging nach einem anderen Hund zu beißen. Stat^nun einfach die Hunde mit dem Stock auseinander zu lagen oder auch ruhig Kieslaen Unlversttätsklinik, betreffend Anlage und Einrichtung de« Baues., Es ist auch schon . <ö -$n ii gesagt, wie man hier vielfach bedauere, daß die Universitäts-Klinik nicht zum «valaste genommen worden sei, wozu sie in jeder Hinsicht uno wegen der Nähe des Bahn- und der schon vorhandenen Gefängnißhäuser mit allem Zubehör, viel bester geeignet war, ^lL der für das große Justizgebäude gewählte Platz, der in möglichst Wetter Entfernung vom Bahnhof auf der entgegengesetzten Seite der langgestreckten Stadt liegt, und zu bem nicht ein- ^nnl e ne directe Straße führt. Nun soll aber noch eine große Caserne gebaut werden, um ein drittes Bataillon hier unterzubringen, natürlich von der Seite des Reiches. Da 'st nun verständigen Leuten der Gedanke gekommen, ob es nicht möglich wäre, d,e jetzige Klinik die doch urtvrüngltch als Caserne gebaut und ein sehr stattlicher monumentaler Bau ist, viel stattlicher ^ls der neue Justizpalast, (?) an das Reich zur Caserne abzugeben, und dafür eine neue Klinik zu Kauen. Es soll gelungen sein, den Großherzog dafür zu interessiren, er ist deßhalb vor einigen Tagen hier gewesen und soll sich sehr günstig für diesen Plan ausgesprochen haben. ließen, 28. August. Wie der „Rhein. Kurier" in Wiesbaden meldet, hat Herr Prof. Dr. Seitz, unser langjähriger und hochverdienter Direktor der medtcin. Klinik nunmehr sein bleibendes Domicil nach Wiesbaden verlegt. — In Remagen wurde gestern die Leiche eines hiesigen Einwohners (Bierbrauer F.) -aufgefundcn Was denselben zum Selbstmord getrieben, ist bis jetzt noch nicht bekannt. — In einem benachbarten prcuß. Dorfe wurde die Leiche eines hiesigen Droschkenkutschers aus der Lahn geländet. — Seit Montag wird hier eine 82 Jahre alte Frau vermißt, welche zeitweise an Geistes- Körung litt. Man befürchtet, daß dieselbe sich ein Leid angethan. — Heute Morgm wurde ein Mann aus Odenhausen wegen Diebstahls einer Peitsche «ingesteckt. Hessjg vom 2. Großh. hesi. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 wurde zur Unteroffiziers.Schule in Biebrich vom 1. October ab commandirt. — Das 2. Großh. heff. Inf. - Regiment Nr. 116 zog gestern Morgen mit klingendem Spiel in Darmstadt ein. Vermischtes. Dresden. (Ein falscher Prinz Friedrich Karl.) Vor einigen Taaen erregte, wie die Dresdener Nachr." berichten, eine durch Bautzens Straßen fahrende hochfeine Equipage die .allgemeine Aufmerksamkeit. Auf dem Kutschersitze saßen ein Lakai, sowie ein Leibjäger im blauen Frack und Cylinder mit Federbusch, während tm Hintergründe die imponirende Gestalt eines höheren Offiziers in großer Generals-Uniform sichtbar wurde. Verwundert machten die dem Wagen begegnenden Militärs dem hohen unbekannten Gaste die militanichen Honneurs. All- qemein fiel die zu dem hohen Range ves Gastes in Kontrast stehende große Jugend auf. Zu längerer Beobachtung blieb freilich keine Zeit, denn bald war die Equipage, die Neusalzaer Ghauffee hinausrollend, den Blicken entschwunden. In allen Dörfern welche die irquipage zwischen Bautzen und Schirgiswalde passirte, wurde natürlich bte Neugierde der Bewohner aufs Höchste erregt In Schirgiswalde, wo Absteigequartier genommen wurde, mszenirten die Bewohner einen förmlichen Auflauf, der sogar bedenkliche Dimensionen annahm, als einige besonders Neugierige von dem Leibjäger erfahren hatten, daß die hohe Person niemand Anderer als Prinz Friedrich Karl sei. Nach kaum halbstündigem Zechen geruhte die Hoheit eine Um: -fahrt durch die Stadt zu nehmen — die jubelnde Menge überall huldvollst grüßend — und schließlich auf der Chaussee nach Schluckenau abzufahren. Ungehindert passirte die Equipage die Grenze und unter großem Zulaufe fand pomphafter Einzug in Schluckenau statt. Im Hotel Zum Lamm" wurdedas Inkognito völlig abgeworfen. Der^überraschte und ganz außer Fassung gebrachte Wirth hatte nichts Eiligeres zu thun, als den Bürgermeister per Eilboten ^on dem hohen Besuch in Kenntniß zu setzen. 2)et ®ürgermettier weißer Weste an der Spitze einer Rathsdeputation dem „Lamm' zu, mufite aber bort letbet vernehmen baß ber Prinz soeben wieber abgefahren sei. Nur mit Mühe hatte sich bet Wagen burch bie vor bem Hotel angesammelten Menschenmassen htnburchbugsiren lassen. An ber Grenze würbe bas Geschirr angehalten, ba wegen der Ninberp-st sich Jeder auf der Grenzstawnl einer arünblichen Räucherung unterwerfen muß. Beinahe hatte auch ber Prinz dieses Schicksal glitten, wenn er nicht auf seinen hohen Rang hingewiesen hätte. So ließen tyn die verdutzten Wachter des Gesetzes ungehindert ziehen. Gegen Mitternacht war der Prinz wieber in Bautzen angelangt. Zur Erklärung bes Vorstehenben ,st beizufugen, baß natürlich nicht von dem echten Prinzen Friebrich Karl bie Rebe sein kann, bie ganze Sache vielmehr nur auf ben etwas - Mnen Spaß eines in Bautzen wegen seiner tollen Streiche wohlbekannten jungen Mannes »urückzuführen ist. Die Generals-Uniform hatte berselbe aus einer Theatcr-Garberobe hervor- Aramt, währenb die blauen Fracks des Leibjägers und Hof-Lakaien (Bautzener Dienstleute) in Sie™ Uniformröcken der früheren Bautzener Kommunalgarve bestanden. Ein kleines Nachspiel dürfte bie Sache vielleicht noch erhalten, ba am nächsten Tage bie Bautzner Amtshauptmann- ichaft ein Schreiben bes Bürgermeisters von Schluckenau empfangen haben soll, worin bieser seine Verwunberung barüber ausspricht, baß ihm von bem hohen Besuche zuvor nicht bte geringste Mittheilung gemacht worben sei. _________________________________ ihren Kampf auswetzen zu lassen, erwischte der Herr des schwächeren Hundes den anderen Kämpen am Genick und steckte denselben kopfüber in eine gerade dastehende Bütte mit Kalk, den Kopf mehrmals untertauchend. Das arme Thier wurde durch diese Procedur natürlich blind gemacht und unser Held, welcher Mitglied eines Thierschutzvereins sein soll, was von Einsender dieses aber sehr bezweifelt wird, brüstete sich darauf nock mit den Worten : „So wollte ich's gerade haben 1" — So geschehen in der Wallthorstraße am 25. dieses.___________________________ Handel und Verkehr. Frankfurt, 27. August. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war out befahren. Heu kostete je nach Qualität bet Gentner 1.50—2.50, altes Heu JL 3.—, Stroh 2—2.50. Butter bas Pfunb tm Gentner 1. Qual. JL 1.—, 2. Qual. JL 0.90, im Detail 1 Qual. 1.20, 2. Qual. JL 1.10. Gier bas Hunbert brutsche X 4.80, italienische 6 —. Ochsenftenm per Pfunb 65—70 Rinbfleisch 50 H, Kuhfleisch 60 H, Kalbfleisch 48—55 H, Stier- unb Farrenfieisch — Hammelfleisch 50—65 Schweinefleisch 60—70^>. Hühner ein Stück 1.50—2, Hahnen JL. 1.20—60, Enten JL. 1.70 - 2.30, Gänse 4—6.50, Tauben 50—70 H. Krebse y4 Hunbert /r Kilo von «X 2.50 an — dauert nur noch bis Ende September. 5599) Theodor Küchler. ergebenst anzuzergen. 5515) M. Kaan, vorm. S. Weimersheim. Betr.: Die Lieferung von Stein- und Braunkohlen, sowie Coaks. Die Lieferung des obenbezetchneten Brennmaterials für die städtischen An- stalten pro Winter 1879/1880, bestehend in 590 Ctr. Braunkohlen 1. Sorte, 1200 Ctr. Steinkohlen, melirte, 1. Sorte, sowie 1070 Ctr. Coaks, soll im Submissionswege vergeben werden und sind Offerten bis zum 12. September d, I. 6d der unterzeichneten Behörde, bet welcher die Bedingungen etngesehen werden können, mit der Aufschrift: „Lieferung von Steinkohlen, Braunkohlen resp. Coaks" verschloffen etnzureichen. Gießen, den 27. August 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 5600) A. Bramm. Hoszoersteisieruilg im Gießener Stadtwalde. Montag den I. September, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Stolzenmorgen, Altenvieh- we.de und Strangswtese nachverzetch- netes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Retsh. Raummeter. Wellen. Eichen 22,5 4 — 170 Kiefern 83,5 116 50 1800 B. Bau-, Werk- und Nutzholz 16 Rmtr. Eichen-Nutzfcheitholz, 16 Eichenstämme mit 11,20 Festm., 37 Kiefern- und Fichten-Stämme mit 13 Festm., 228 Fichtenstangen mit 9,36 Festm. Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gießen, am 27. August 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 5587) (gez.) A. Bramm. Versteigerung. Montag den 1. September, des Nachmittags um 1 Uhr, soll ein Zugochse (vierjährig) auf dem Büreau der unterzeichneten Stelle öffentlich versteigert werden. Bemerkt wird, daß bei annehmbarem Gebot der Zuschlag sofort ertheilt wird. Rödgen, am 27. August 1879. Großherzogliches Ortsgericht Rödgen. 5603) Jnderthal. Versteigerung. Samstag d. 30. Aug., Morgens 10 Uhr, lasse ich auf meiner Hofraithe gegen baare Zahlung versteigern: Eine Parthie gebrauchte noch gut erhaltene Dachziegel, Dachfenster, Läden, Stallfenster, eine Hausthüre, einige Holzöfchen, 2 gebrauchte Heerde, einen Rest Tuffsteinkaminrohre rc. 5598) Carl Emmclius. Vermietungen. 5596) Ein Familienlogis mit allem Zubehör zu vermiethen und baldigst be- ziehbar. Frankfurterstratze 33,1. 5593) Mittleres 'Familienlogis mit Zubehör zu vermiethen. Näheres bei Postschaffner Trapp, Gartseld. 5592) Ein einfach moblirtes Zimmer sofort zu vermiethen bei Georg Schultheis, Marktstr. D. 20. 5609j Ein Familienlogis zu vermiethen bei Georg Schwan, Messerschmied. 5555) Ein möblirtcs, freundliches Zimmer mit Cabinet, nach der Straße, auch für zwei Bekannte geeignet, ist zu ver- miethen. Markt B. 32. 5605) Möblirte Zimmer zu vermiethen. Merz, Reichensand. 5606) Wohnung von 5 auch 6 Zimmern bis 1. Oktober zu vermiethen. Näheres ____Ludwigsplatz B. 169. 5287) Ein Familienlogis zu vermiethen per 1. December oder früher im Hinter- hause des Darmstädter HauseS 5322) Möblirte Zimmer (auch feine). Weinsaal. 4918) Wegen Versetzung des Herrn Actuaraspiranten Orth ist das von dems. bewohnte Logis pr. 15. October anderweit zu vermiethen. __H. Schnell, Brandgasse. 4887) In der Nähe des Cöln-Gießener Güterbahnhofs sind 2 Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und je aus 5 Zimmern nebst Zubehör bestehend zu vermie- then und alsbald beziehbar. Näheres bei I. Blitz. 4901) Zwei Parterrezimmer, un- möblirt, auch als Geschäftslokal geeignet, sind zu vermiethen bei W. Ferber, Buchhändler, Schulstraße. 4383) Zimmer mit Cabinet zu vermie- then. Frankfurterstraße 32,3. 5185) Eine Mansarden - Wohnung an eine ruhige Familie auf den 1. Oktbr. zu vermiethen.________G. Malkomcstus. 3714; In meinem neu erbauten Hause im Hinteren Gartfeld sind mehrere kleine und größere Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald beziehbar^ W. Sculing 5189) Eine Wohnung vonwier Zimmern zu vermiethen. Jüngst, Wilhelmstraße 18. 2428) Mansarden-Wohnung zu ver- miethen. G. Chr. Spruck. Vermischte Anzeigen. 5608) Ein gewandtes Mädchen wünscht Arbeit im Putzen, Waschen u. dergleichen anzunehmen. Zu erfragen bei Herrn Spengler Oe big, Marktplatz, 3. Stock. tiesiicht auf Michaeli ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes, mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen. (5591 Schultheis, Marktstraße D- 20. 5597) Ein junger Mann, welcher bei der Kavallerie gedient und längere Zeit eine herrschaftliche Familie bedient, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, eine ähnliche Stelle oder auch als Kutscher. Zu erfragen in der Exped. d- Bltts. Dienstmädchen, ein reinliches, zuverlässiges, wird von einer kleinen Familie gesucht. (5584 Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.______________________ 5611) Ein gewandter Bursche auf die Pulverniüble gesuebt Die städtische Baugewerk-, Maschinen- und Mühlenbau-Schule zu St. - Sulza (Thür. Eisenbahn; beginnt das Winter- Semester 1K79/K0 am 3. Nov., den kostenfreien Vor unterricht am 6. Oct. Jede weitere Auskunft ertheilt das Curatorium: Wiegand, Bürgermeister. Jentzen, Director. (5244 ' -V""~ ~.ZU HIII Illi—!ilFiM Hess. Laudes-fiewerbe-AHSstelliiug in Offenbach a. M. Die Ausstellungsräume sind geöffnet von 10 Uhr Vorm. bis 6 Uhr AbdS. — Der Park und die Restauration von 9 Ubr Dorm. bis 11 Uhr Abds. Jeden Nachmittag von 3Vr bis 3 Uhr und Abends von 6* 2 bis 10 Uhr C'oncerle der Capelle deS Großh. Hessischen Infanterie -- Regiments Nr. 118» Tagesbillete 1 JL G-rosse Verloosung (5199 von Ausstellungsgegenständen. Gesammtmerth der Gewinne 100,000 Mark. Loose a 1 Mark sind in der Ausstellung zu haben. X X x Robe mit Barett (Amtstracht) 8 | für die Herren GerichtsSeamten liefern nach Vorschrift | | 8 5612) Koder & Kats, x X 5412) Wegen Geschäftsoeränderung verkaufe ich meine noch vo - räthigen Glas-, Porzellan- und Sleinyultcaaren gegen Baar zu sehr billigen Preisen. Der Ausverkauf dauert nur bis gegen Ende dieses Monats. Wilk. Bnlaer, am Kirchenplatz. 5562) Ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes, tüchtiges, mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen zu baldigem Eintritt gesucht. Frau Bergmeister Schulz, _______________ Neue Anlage._______ Sommerlheater Freitag: Benefiz-Vorftellung für Frau Iochtsch : Oehlers. Auf vielseitigen Wunsch: Liebes Exercitien od>: Wie wird das enden! Lustspiel in 3 Acten v. A. Elz. Reservirter Sitz: 60 H. H. Platz: 40 Vorher bei Herrn Friseur Gerhardt. Reserv. Pl.: 50 H. II. Pl.' 30 Anfang 6 Uhr. Zettel an der Kasse. Um recht zahlreiche Theilnahmc an ihrer Benefizvorstellung bittet hochachtend 5607) Louise Iockisch-Ochl rS. ir n 4 — aus Gernsheim a. Rh. (5563 3.50 10.— 4 — 3.— — .40 1.50 3.— 3.— 6— Der Verkauf dauert unwiderruflich nur bis Dienstag d. 2. Sept. 3)185" Wegweiser um nicht irre zu gehen: "WQ Wo k im L'adcn des Hrn. Dr. Dornseiff befindet sich der große Ausverkauf in allen Sorten Schuhwaaren JL. 6.— „ 5.50 „ 8.- „ 7.- „ 5.50 Herrenschaftstiefel............. Starke Herrenzugstiefel Wiener Herrenzugstiefel, Doppelsohlen und Schrauben . 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Dem vielseitigen Verlangen des Publikums nachgebend, zeige ich hiermit ergebens! an, daß der Ausverkauf unwiderruflich bis zum 8. September verlängert wird. Gleichzeitig mache auf eine neue Sendung in Herren- Schaften- und Zugstiefel aufmerksam und ist Näheres aus untenstehendem Preiscourant zu ersehen. Preis Courant zu unbedingt festen Preisen. großer Schuhwaaren - Ausverkaur Samstag den 30. August bin ich am Gießener Gemüsemarkt mit einem großen Transport Roth- und Weißkraut. 5601) Gärtner Frick aus Alsfeld. 5586) Ein Mädchen, im Bügeln geübt, wünscht in und außer dem Hause Be- schäftigung. Näheres in der Exped. d. Bl. 5590) Dienstmädchen'auf sofort gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Verantwortliche Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.