S?r. 148, Sonntag den 29. Juni 1879. Gießener HtnMger AMgt- uni AmtMM für den Kreis Gießen. Pfarr-Conferenz. Mittwoch den 2. Juli, Morgens 10 Uhr, Pfarrconferenz des Dekanats Gedern. Lang-Göns, den 25. Juni 1879.Strarf, Dekan. RedactionSbureau r 1 ö , rn . n 1O SxpeditisnSbuveaur J Schulstraße B. 18. Erscheint täslich mit Ausnahme des Montags. vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Die konstitutionellen Garantien. Die wichtige Frage der konstitutionellen Garantien ist entschieden. Die Entscheidung fiel in der Tarif-Commission, welche nach Erledigung der Schutz- zollpositionen, bevor sie die Prüfung der Finanzzölle unternahm, sich selbstverständlich nach Garantien umsehen mußte, die geeignet sind, das Budgetrecht des Reichstages und die Stellung der Einzelstaaten zu wahren. Man bemühte sich bekanntlich gleichzeitig auf zwei verschiedenen Wegen, diese Bürgschaften zu finden. Um die für das Verfafiungsrecht äußerst wichtige Entscheidung der Taris-Commission klar zu stellen, muffen wir die Vorschläge recapttuliren. Herr v. Bennigsen wollte, daß nach Vorschrift des Artikels 38 der Reichs-Verfassung die Zolletnkünste auch nach der bevorstehenden außerordentlichen Vermehrung ungeschmälert dem Reiche gehören sollten. Wie viel davon den Einzelstaaten zuflteßen würde, hätte der Reichstag im Etat zu bestimmen, selbstverständlich erst nach vorheriger Deckung sämmtltcher Reichsausgaben'. Das Budgetrecht, d. h. das Einnahme-Bewilligungsrecht des Reichstages sollte freien Ausdruck finden, in der Quottsirung der Salzabgabe und des Kaffeezolles. Der Antrag des Fretherrn v. Frankenstein entwickelte mehr konstitutionelle Vorsicht. Er geht nämlich von der Anschauung aus, daß die Etnzelstaaten durch Mehreinnahme von der eingeriffenen D?fictt-Wtrthschaft befreit werden müssen. Da die indirekten Steuerquellen den Einzelstaaten von Reichswegen verschlossen sind, so soll die Vermittlung des Reiches zur Vermehrung der etnzelstaatlichen Einnahmen angerufen werden. Das Reich behält, was es hat. Der dreijährige Durchschnitt aus den bisherigen Zoll- und Tabaksteuer-Einnahmen verbleibt ihm, und für die Mehreinnahmen, die ihm auf Grund der neuen Finanzresorm zuflteßen, hat das Reich nur die Vermittlung an die Einzel- staaten. Der Retchsetat wird ganz in der früheren Weise festgesetzt. Die Zölle bilden für die Einzelstaaten eine stetig fließende Quelle von Mehreinnahmen und die Matrikular-Umlagen bleiben ein steter Sporn für bte einzelstaatlichen Regierungen, auf Sparsamkeit zu dringen, damit nicht auf der einen Seite verschwendet weide, was auf der anderen Seite ihnen soeben zugefloffen wäre. Diesem Theile des Frankenstnnffchen Antrages sind die konservativen Fracttonen beigetreten. Der zweite Theil enthält eine Neuerung, deren Durchführung uns dem englischen Constttutionaltsmus in einem wichtigen Punkte näher bringen würde. Es wird verlangt, daß bestimmte und sehr bedeutende Steuern und Zölle der jährlichen Bewilligung Les Reichstages bedürfen. Diesem Theil stimmen die Conservaltven nicht zu und er hat keine Aussicht auf Annahme, weil ihn auch das Centrum nicht zur unumgänglichen Bedingung der Annahme Les Zolltarifgesetzes machen wird. Vorläufig hat das Centrum diesen Theil des Antrages zurückgezogen; dagegen ist der erste Theil nach langen Debatten gegen die Bennigsen'schen Vorschläge siegreich gewesen. Man muß nun abwarten, wie sich die Angelegenheit im Plenum gestalten wird. Vorläufig ist nur zu konstattren, daß der Compromiß des Herrn v. Bennigsen kläglich gescheitert ist. Er hat verhandelt und ist bis an die Grenze möglicher Nachgiebigkeit gegangen; inzwischen aber hatten Centrum und Conservative bereits den Pakt besiegelt, dem die Regierung wohl näher steht, als man vermuthet. Deutschland. Darmstadt, 24. Juni. Eine kürzlich erlassene Verordnung bestimmt, daß diej erste Wahl der für die landgerichtlichen Kammern für Handelssachen nö- thigen Handels- und Ergänzungsrichter durch die Handelskammern schon im August d. I. staitfinden soll und zwar mit Wirkung bis zum Ende des Jahres 1882. Man kann nicht zeitig und eindringlich genug auf jene Publikation Hinweisen. Zunächst wegen der außerordentlichen Wichtigkeit der betr. Wahlen, indem die zwei jeweilig sungtrenden Handelsrichter gleiches Stimmrecht wie der Vorsitzende der Handelskammer haben, sodann aber weil nur Derjenige wählbar ist, der in dem Handelsregister eingetragen ist oder gewesen ist. Etwa in dieser Richtung unterlaufene Unterlassungen, bezw. Versehen, müßten jedenfalls vor dem Wahltermin repartrt werden. Türkei. Konstantinopel, 26. Juni. Die Pforte hat an die europäischen Mächte eine Note gerichtet, wonach der Jrade von 1873, welcher den Khedive ermächtigt, Verträge mit auswärtigen Mächten abzuschlteßen und eine egypttsche Armee zu halten, aufgehoben und der bezügliche Jrade von 1841 wiederher- gest-llt wird. Die Note fügt hinzu, die Pforte werde ihren ganzen Einfluß geltend machen, um eine solide Basis für die Finanzen Egyptens herzustellen und die gegenwärtigen Mißbräuche daselbst zu beseitigen. — Ein telegraphisches Rundschreiben an die Vertreter der Türkei bei den europäischen Mächten erklärt, der Regierungswechsel in Egypten sei veranlaßt durch den Wunsch, in Egypten Ruhe und Gleichgewicht wiederherzustellen, den beträchtlichen Mißbräuchen ein Ende zu machen und der gegenwärtigen Krills Einhalt zu thun, bevor sie an Intensität zugenommen habe. Der Sultan hob (wie bereits gemeldet) den Ferman von 1873 auf, der die Ursache so vieler Mißgeschicke gewesen, bestätigt jedoch alle anderen der Familie Mehe- med All^s gewährten Privilegien. Telegraphische Depeschen. Wagners telegr. E-rrespondenz-Burea«. Ems, 27. Juni. Se. Maj. der Kaiser machte gestern Nachmittag eine Spazierfahrt und wohnte Abends der Theater Vorstellung bei. Heute Morgen wurde die Trinkkur im Zimmer und das Bad genommen. Zum Diner sind heute geladen die Generale v. Göben aus Coblenz und v. Bose aus Kassel, Prinz Reuß aus Bonn, der Botschafter in Petersburg v. Schweinitz und der bayerische Gesandte v. Wendland- Berlin, 27. Juni. Reichstag. Der Gesetzentwurf, betreffend den Bau der Eisenbahnlinie Teterchen-Diedenhofen wird in dritter Berathung ohne Debatte genehmigt, ebenso die allgemeine Rechnung über den Reichshaushalt pro 1874. Es folgt nunmehr die zweite Berathung der von der Tarif-Commission vorberathenen Positionen des Zolltarifs. Hammacher referirt Namens der Commission. Nr. 5 (Droguerie-, Apothekerund Farbenwaaren) wird unter Ablehnung bezüglicher Amendements unverändert nach den Anträgen der Commission genehmigt. Nr. 10 (Glas und Glaswaaren) wird gleichfalls nach den Commissionsanträgen angenommen. Bei Nr. 27 (Papier und Pappwaaren) wird ein Amendement v. Heere- mann's auf Festsetzung eines Ausfuhrzolles auf Lumpen von Delbrück und dem Re- gierungs-Commissar bekämpft und mit 116 gegen 114 Stimmen abgelehnt. Der Antrag v. Knapp's, ungeglättetes Packpapier mit 4 statt 3 JL Zoll anzusetzen, wird angenommen, im Uebrigen Nr. 27 nach den Commissionsanträgen genehmigt- Bei Nr. 3, 42 und 43 beantragt die Commission für gewalztes Blei, Zinn und Zink Zollfreiheit. Schroder (Lippstadt) beantragt Wiederherstellung der Regierungsvorlage (3 Zoll). Bamberger bekämpft diesen Antrag, Bundes-Commissar Burchardt befürwortet denselben. Der Antrag Schröder wird mit 130 gegen 93 Stimmen angenommen. Im Uebrigen werden die genannten Nummern nach den Commissionsanträgen genehmigt. — Nächste Sitzung Montag 12 Uhr. Stuttgart, 27. Juni. Für den Prinzen Louis Napoleon wurde eine Hoftrauer von 8 Tagen ungeordnet. London, 27. Juni. „Daily News" melden aus Alexandrien vom 26. d.: Die Civilliste des abgesetzten Khedive Ismail Pascha soll 50,000 Pfd. betragen, jeder seiner Söhne erhält 12,000 Pfd. Mit Ismail siedeln auch Prinz Hassan und der Ftnanzminister nach Konstantinopel Über. — Die hiesigen Morgenblätter sprechen Befriedigung ans über den Herrscherwechsel in Egypten. Berlin, 27. Juni. Die Tabakssteuer-Commission des Reichstages lehnte den Antrag v. Schmid (Württemberg), den importtrten Tabak mit 100 und inländischen mit 60 Mk. zu besteuern, ab. Der Regierungscommissär hatte vorher erklärt, daß durch Ablehnung des Antrages Schmid die Vorlage ernstlich gefährdet würde. Ebenso lehnte die Commission den Antrag Stephany (importirter 92, inländischer 60 Mk. Steuer) ab. Die Nachversteuerung wurde mit 22 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Wien, 27. Juni. Meldungen der „Polit. Corresp." aus Kostantinopel. Der Erwirkung des Jrades des Sultans, betr. die Absetzung des Khedive, gingen sehr stürmische Scenen im Mtnisterrathe voran. Es schien unvermeidlich, daß der Sturz des Großvezirs Khereddin mit dem Aösetzungs-Jrade gleichzeitig decretirt würde. Die Aufhebung des Fermans von 1873, welcher dem Khedive gewisse Prärogative in Finanzangelegenheiten einräumt, wird allgemein als ein aus der Initiative des Sultans hervorgegangener Schritt mit gegen die Politik Englands und Frankreichs gerichteter Tendenz interpretirt. — Aus Belgrad vom Heutigen. Der Ministerrath beschloß die Entsendung von 5 Delegirten nach Wien zur Verhandlung über eine Eisenbahn-Convention mit Oesterreich-Ungarn. Berlin, 27. Juni. Der Bundesrath hat heute den Antrag Sachsens, Württembergs und Badens angenommen, wonach die §§ 2 und 4 des Gesetzentwurfes, betr. den Gütertarif der deutschen Eisenbahnen, behufs Herbeiführung einer Verständigung an den betr. Sonderausschuß zurückverwiesen werden sollen. Bezüglich der Wnchergeietzgebung, sowie der Gesetzentwürfe über Maaren- statistik und über Consular^erichtsbarketr stimmte der Bundesrath den Beschlüssen der betr. Reichstags-Commissionen zu. Paris, 27. Juni. Dos „Journal des Debats" meldet aus Wien, der Fürst von Bulgarien habe von der türkischen Regierung durch Rußlands Vermittelung Erklärungen erbeten über die Weigerung des Sultans, ihn in Konstantinopel zu empfangen. Lokales. Gießen, 28. Juni. Wie unseren Lesern bekannt, haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 5. Juni beschlossen, zum Andenken der Goldenen Hochzeitsfeier Ihrer Katserl. Majestäten eine „Goldene Hochzeitsstiftung" zu errichten, wonach bedürftige Ehepaare, welche eine solche Feier begehen eine Unterstützung erhaltcn sollen. In unserem heutigen Blatte erläßt nun die Großh. Bürgermeisterei eine diesbezügliche Bekanntmachung, auf welche wir speciell verweisen. — Gestern Abend nach 7 Uhr fiel ein ca. Zjahrigcs Kind, welches auf dem Stege des Lohmühlsbaches spielte in denselben und wäre sicherlich in dem dort stark strömenden Bache ertrunken, wenn nicht ein nach Hause gehender Arbeiter aus unserer Druckerei hinzugesprungen und das bereits bewußtlose Kind herausgezogen hätte. Vermischtes. P. Frankfurt a. M., den 27. Juni 1879. (Eisenbahn-Conferenz) Gestern fand in Cassel die zweite periodische Conferenz zwischen den Verwaltungen der Frankfurt- Bebraer, Nassauischen und Main-Weser-Bahn einerseits und den Handelskammern zu Cassel, Frankfurt a. M. (vertreten durch die Herren M. Bauer, Rudolph Leipp- ran d und Puls), Gießen (Präs. Homberg er), Halle, Hanau (Ca n tal), Mühlhausen i. Th., Nordhausen, Offenbach (Böhm), Wiesbaden (I. Söhnlein), dem landwirthschastlichen Verein in Birstein, dem ldw. Verein in Frankfurt a. M., dem Club der Landwirthe in Frankfurt a. M. (L. Bai st), dem Verein für Handel und Industrie in Bockenheim (Wurmbach), dem deutschen Brauerbund, dem Mittelrheinischen Fabrikanten-Verein tG. Dittmar), den Vereinen sächsischer Malzfabrikanten, mitteldeutscher Spiritus-Interessenten, für Rübenzucker-Industrie, der Mineralöl-Jndu- ftrie und für Bergbau u. s. w. in Siegen andererseits statt. Den Vorsitz führte Hr. Geh. Negierungsrath Redlich. Der Antrag, die Competenz der Conferenzen auf alle wichtigen Aenderungen im Eisenbahn-Verkehrswesen auszudehnen, fand einmüthige Annahme Seitens der Corpo- rationen. Insbesondere wurde geklagt über die mangelhafte Verbindung der Jnteressen- kreise mit dem Verkehrsausschuß, der aus die verschiedenen Eingaben keine Antwort von sich hören ließe. Unter Zustimmung der Directionen wurde der Antrag Frankfurts angenommen, daß Seitens des Vorsitzenden die Conferenz - Protokolle dem Verkehrsausschuß eingereicht werden und derselbe zu ersuchen ist, den Betheiligten über den Verlauf ihrer Eingaben Mittheilung zu machen. Es folgt nun die Berathung über den Wmterfahrplan. Es ist hieraus hervorzuheben, daß auf der Strecke zwischen Frankfurt und Göttingen die Züge 19 und 20 nur von Salmünster gefahren werden. Auf der Station Schlüchtern soll der Nachtschnellzug halten. Auf der Frankfurt- Berliner Strecke soll zwar der neu eingerichtete, um 12" Uhr hier abgehende Schnellzug über Nordhauscn bestehen bleiben, dagegen der 11" Uhr von Berlin abgehende Zug aufgehoben werden, weil es keine Frequenz hat. Es soll dafür eine andere zweckmäßige Verbindung hergestellt werden. Aus den von den Korporationen geäußerten Wünschen heben wir den Antrag Gießen hervor: es möge auch im Winter em Zug von Frankfurt in Gießen eintreffen, der sich an den ersten Zug der Oberhessischen Bahn um 7% Uhr anschließt. Ferner den Antrag Cassel's auf Einlegung eines Zuges von Eichenberg nach Cassel u. s. w. Der Antrag auf Einführung von Retourbillets nach Berlin wurde durch die Erklärung der Frankfurter Direktion erledigt, daß zum Besuch der Berliner Gewerbeausstellung monatlich einmal Retourbillets mit Stößiger Gültigkeit nach Berlin ausgegeben werden sollen. Diese Einrichtung soll eventuell auch künftig beibehalten werden. Ein Antrag von Birstein, den schulpflichtigen Kindern zwischen den Stationen Hanau, Schlüchtern, Hersfeld, Fulda die Fahrt in 3. Classe auf em Billet 4. Classe zu gestatten, ward von der Direction zur Erwägung genommen Wegen der Vermerke auf Frachtbriefen, welche von der Nassauischen Bahn noch ausgeschlossen sind, soll binnen 2 Monaten die Entscheidung des Tarifverbands erfolgen Die Motwirung Frankfurts, Filzhüte von den sperrigen Gütern auszuscheiden, soll von der Direetlon auf der demnächftlgen General-Conferenz mitgetheilt werden. Auf die Wünsche, bezüglich einheitlicher Abstempelung der Frachtbriefe erklärten die vertretenden Bahnen, daß auf den Staatsbahnen alle abgestempelten Frachtbriefe, auch wenn sie nicht von den am Ort befindlichen Verwaltungen, sondern von auswärtigen gestempelt sind, nicht ohne Weiteres zurückgewiesen werden, vielmehr nur bei Unrichtigkeiten des Textes. Der Antrag Frankfurts ward ferner angenommen, § 50, 8 des Betriebs- Reglements dahin abzuändern: Die von der einen deutschen Verwaltung gestempelten Frachtbriefe sind auch von den andern als gültig anzuerkennen. In Bezug auf die Krahngebuhren gab der Vorsitzende die Erklärung ab, daß in Zukunft 3 H pro 100 Kgr. berechnet werden sollen. Der von dem Mittelrhein. Fabrikanten-Verein gestellte Antrag, die Abrundung des Gewichts bei Stückgütern von 5 zu 5 Kgr. vvrznnehmen, eventuell unter 5 Kgr. nicht und über 10 Kgr. zu berechnen, fand einstimmige Annahme der Korporationen, von denen bewiesen wurde, daß aus der jetzt angewendeten Abrundung von 10 zu 10 Kgr. den einzelnen Geschäftsbräuchen bedeutende Opfer erwüchsen. Eine sehr lebhafte Debatte veranlaßte der von dem Bergbau und Hüttenverein in Siegen eingehend motioirte Antrag, die General-Reverse bei Beförderung von Gußwaaren aufzuheben. Schließlich wurde der Antrag Franksurt's angenommen: Die Versammlung erklärt es für drinacnd wünschenswerth, wenn eine Versicherungsmöglichkeit für Cisengußwaaren in der Weise angestrebt wird, daß gegen eine Erhöhung der Frachtsätze ausgeschlossene Haftpflicht für Bruch übernehmen. Es folgten sodann weitere Verhandlungen über bie iarifirung von Erdfarben; ferner der wohl schlagenden Beispielen versehene Antrag, Cvcosnuß- und Palmkern-Oel in leit bem 1- Januar cr. eingerichteten See-Jmporttarif von Bremen und Harbura nach Franksnrt a. M. aufzunehmen. Auf den Wunsch Franksurt's, daß die allgemeinen Wagenladungssatze des Rttormtarns auch birect eingeführt werben zwischen Rotterdam und Frankfurt a M., Gießen, Hanau, bemerkte die Direction der Nassauischen Eisenbahn M WJer angen durch die im Werk befindliche Umrechnung d-r Tarik-"rMlt werde. Schließlich und nachdem die Herren Handelskammersecretär Puls für die Handelskammer Frankfurt und Rentamtmann Dittmar für den Mittelrbe n schen Fabrikanten-Vereln von der Versammlung zur Feststellung des Protocolls gewählt worden waren, beschlossen sammtliche Korporationen, das Reichseisenbahnamt resp den Handelsminmer zu ersuchen, 1) ihnen den neuen Eisenbahn-Gesetzentwurf zur Begutachtung zugehen zu lassen, 2) die Abänderung des S 50, 8 deS Betr.-Regl. anzuordnen gestandenen Usus, wonach eine Beladung der Waggons von 200 Etr' Trng °h,gk-,t bis zu 205 Cft .statthaft mar, aufrecht zu »haften Di-HandNskamm-r mchuthecken'"^^ ödeten, diese Beschlüsse auszuarbeiten und den genannten Behörden Auszug SUS den Stsn-essmtsregistern des Standesamts Gießen Vom 21. biß 26. Juni 1879. Handel und Verkehr. ,.Ä Ließen, 28. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter Per Pfd. JL 0 80 0,90 Hühnereier, Per Stück 4‘/2 u. 5 H, Gänseeier, per Stück — Enteneier per ©tutf 5—6 H, Kaie per Stück 5—9 Käsemattc, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20^ 2 ß< 9A23 ^ben, be8 5aaT 65 Hühner, per Stück JL 1.25, alte H.bnen, per ^'^0' lunge Hahnen, per Stuck JL 0,90 Enten, per Stück JL 1,50, Kartoffeln, per 100 Kilo 9, Zwiebeln, per Centnrr JL -, Milch per Liter 16 u. 18 X Ochsenfleisck ?? unb Rindfleisch 56—60 H, Hammelfleisch 60—70 ,3, Schweinefleisch 56-60 Kalbfleisch 46—50 Kirschen per Pfd. 20—25 Anfgebote. ö 7/ Maschinenbauer Wilhelm Karl Julius Konrad Martin Lang von Gießen mit Katharine, Dorethea Schwalb, Tochter des verst. Dachbeckermeisters Christian Schwalb von Gießen ^.Heizer Philipp Frerich Christian Heinrich Sprengel zu Gießen mit Elisa- bcthe Johannette Mane Anna Falk, Tochter des Maurers Heinrich Christian Falk von Hunacn. 2o. Kaufmann Wilhelm Ludwig Hahn von Groß Buseck mit Elise Sehrt, Tochter bcs Fabrikanten Johannes Sehrt II. von Gründcrg. 26. Der Feldwebel im II. Gr. Hess. Inf. Rea Nr. 116. Heinrich Geist zu Gießen mit Marie Stiebelmg, Tochter des Gastwirths Ludwig Stiebcling von Gedern. 26. Metzger MoseL Löwenstein von Fronhausen mit Wittinc Sonn, Tochter des Handelsmanns Michel Sonn zu RöllShausen __ Eheschließungen. 2d. «acker Karl Heinrich Kunze von Dresden mit Margarethe Neidenbach, Tochter des verstorbenen Taglobners Peter Neidenbach von Winsheim. 26. Tapezier Ludwig Stroh von Gießen mit Lina Schmidt, Tochter des Ackermanns Johann Friedrich Schmidt von Burkhardsfelden. Geborene. Ä , ?1. Juni. Dem Fuhrmann Philipp Deibel ein Sohn, ohne Vornamen. 18. Heinrich, Sohn des Buchbinders Konrad Steinhäuser. 21. Heinrich Karl, Sohn des Kaufmanns Karl Matthaus Cahn. 21. Johanna Katharine Elisabethe, Tochter dctz Fabrikarbeiters Heinrich Will. 25. Wilhelmine Sophie, Tochter des Kaufmanns Heinrich Emil Jughardt. G e st o r b e n e. ~ , 2uni. Der Stunde alte Sohn des Fuhrmanns Philipp Deibel. 21. Katharine Selzer geb. Mandler, 53 Jahr alt, Wittwe des LandbriefträgerS Johannes Selzer. 22 Fanny (jcb. Leitel, 37 Jahr alt, Ehefrau des Professors Karl Pichler. 24. Margarethe ?"kmüller geb. emnon, 56 Jahr alt, Ehefrau des Schriftsetzers Daniel Georg Weißmüller. 25. Friedrich, 23 Tage alt, em außereheliches Kind von hier. .... . .^uf unsere meOr.iacf) mündlich und in unserer letzten ©onntagönummer ausgesprochene Bitte, uns bas Manuscript zu den Kirchenbuchs-AuSzügen etwas frühzeitiger zustellen lassen zu wollen, sind uns gestern die kirchlichen Nachrichten und heute der Auszug gar nicht zugekommen. Letzteren dürften die Leser wohl darum entbehren können, weil der Auszug aus den Standesamts-Registern überhaupt alle Personenstandsnachrichten vollständig bringt. Wenn wir überdies jetzt die be- treffenden Auszuge nicht mehr bringen, so unterlassen wir eben nur, was wir beim 3nSlebentreten be§ Standesamtes hätten unterlassen sollen, da in fast allen deutschen Städten die Kirchenbuchs-Auszüge als entbehrlich befunden und demnach roeggelaffen wurden. Für das fernere Fehlen der kirchlichen Nachrichten in unserem Blatte bitten roir das Publikum um Entschuldigung, da es nicht unsere Schuld ist, wenn solche von Interessenten vermißt werden. ' 1 Allgemeiner Anzeiger. von Gg. v Gebauer juu. in Alsfeld. 569) Suxkfiudc (te (ffiemm 18re/?9 “ ^2 Techniker) für: Schlosier, Schmiede, Maschinenbauer, Tischler, Maler Bauhandwerker u. Bautechniker. - Mersterprüfungen. - Logirbäuser. — Baldigste Anmeldung ,um Wintersemester erforderlich. — Programme gratis durch den Director: Architekt Hltteekofer Pianino s u. (laviere Geschäfts Verlegung. Meinen werthen Kunden und einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine Bäckerei in das Plank'sche Haus CTeustadt D, 57 verlegt habe und bitte ich das seither mir geschenkte Vertrauen, auch in meinem neuen Locale zu bewahren. Achtungsvoll 4968J_________Ludwig' Kroneber^. Gartenbau-Gesellschaft in Frankfurt a. M. Große Rosen-, Blumen- u. Pflunren- Ausstellung des Verbands Rheinischer Gartenbau-Vereine (4345 vom 4. bis 8. Juli in den Räumen des ehmalige» Bundespalais Eröffnunn: Fr-i,a« 4. Juli, Mtttags 12 Ul». - @intritt Wochen hier geltend zu machen, als sonst füc die Friedrich Kinzenbachs Erben E'wcrbsurkunde ausgestellt und die zum unbeschränkten Eintrag im Mutations - Verzeichuiß erforderliche Verfügung erlassen werden soll. Güßen, am 25. Juni 1879. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. 4373) Langsdorfs. Bekanntmachung. Georg Löber, Georgs Sohn ■in Gießen, geb. den 2. Januar 1856, ist wegen Verstandesschwäche unter Euratel gestellt und können Rechtsgeschäfte in für ihn verbindlicher Weise nur mtt dem für ihn bestellten Curator Wilhelm Löber IV. dahier einge- gangen werden. (4972 Gießen, den 24. Juni 1879. 'Großherzoglichcs Stadtgericht Gießen. Langsdorfs, Dr. Gilmer, Stadtrichter. Stadtg. - Assessor. Gdietalladung. 4340) Die mit unbekanntem Aufenthaltsorte abwesende Justine Hobe- 4er von Grüningen oder deren etwaige Leibeserben werden aufgesordert daS seither curatorisch verwaltete Vermögen derselben binnen 90 Tagen dahier in Empfang zu nehmen, widrigenfalls dasselbe den sich gemeldet haben- tben Erben ausgeliesert werde. Lich, den 21. Juni 1879. Großherzogl. Landgericht Lich. Weyer. Eüictassaüuiig. 4335) Nachdem über das Vermögen des Wirths Adam Schmidt I. zu Gönnern rechtskräftig der Concurs erkannt worden ist, wird zur Anmeldung sowohl persönlicher, als dinglicher Ansprüche Termin auf Dienstag den 22. Juli 1879, Vormittags 9 Uhr, an Gerichtsstelle Zimmer Nr. 1 unter dem Rechtsnachtheil des ohne Bekanntmachung eines Präclustv-Bescheids von Rechtswegen eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Vermögensmaffe anberaumt. Biedenkopf, den 25. Juni 1879. Königliches Amtsgericht I. Winter. Montag den 30. Juni 1879 Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem Bauplatz des Christian Weber in den Schießgärten eine Partie beschlagenes Bauholz und 4 Hobelbanksbohlen und um 3 Uhr im Pfandlocal eine silb. Taschenuhr öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 28. Juni 1879. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 4364)__Müller._________ Versteigerung. Dienstag den 1. Juli, Vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokal dahier 1 Handwagen, 1 Leiter, 20 Bratofenrahmen, 1 Sprungfedermatratze, 1 Quantum Seiler darunter ein Scheunenseil, mehrere Pferdehalfter, Schubkarrenträger und sonstige Gegenstände gegen baare Zahlung versteigert werden. Gießen den 27. Juni 1879. Der KreiHbote: Horn (4355 Jeikgeöotenes. Zur gefl. Beachtung. 4349) Da ich täglich 20-30 Maaß Milch abgeben kann, so habe Herrn Fritz Lony, Marktstraße D. 210, den Verkauf übertragen und kann solche bei demselben vom 15. Juli an täglich Morgens von 7 Uhr ab in jeder Quantität abgeholt werden. Jacob Jnderthal, Großmüh^e bei Alten-Buseck. 729) Durch einen Gelegenheitskauf bin ich in Stand gesetzt Herren-Regenröcke ä 10 Knaben „ ä 8 per Stück abzugeben. Diese Waare ist neu und wasserdicht. II. Grünebaum. Steinkohlen, besten Ofen- und Herdbrand, Braunkohlen vom Hesse nbrücker Hammer, kleingemachtes Holz. ZU billigsten Preisen. (4341 JLottis Tiefenweg D. 33. Sanitätische Behörde | in Russland. g Der kaiserl. russische Staatsrath I Dr. C. Jauchzy in St. Petersburg 9 hat in Folge amtlicher Aufforderung ■ das Hoffsche Malzextrakt-Gesundheits- M hier und die Hoffsche Malzchocolade ä analysirt und am Krankenbette ge- S prüft. Sein Urtheil lautete, nachdem 8 die Analyse sehr befriedigend ausge- H fallen war: „Das Hoffsche Malzextrakt ist im Geschmack ausgezeichnet; in B der Wirkung war es bei 15 Brustleidenden sehr stärkend; es beseitigte den Husten und brachte den verlorenen Schlaf zurück Die Malz- Chocolade, höchst nahrhaft und von feinstem Geschmack, wurde bei von chronischen Leiden geschwächten Personen angewandt und die besten Erfolge erzielt.“ — — Grünhagen b. Pr. Holland, 16. Februar 1«7k. Die vortreffliche Wirkung der Hoffschen Brustmalzbonbons ist auch bei mir zur Geltung gekommen. Ich litt an Husten, schlechter Verdauung und Appetitlosigkeit; die Hoffschen Brust- Malzbonbons brachten diese "Uebel- stände in Ordnung ; ich kann bereits alle Speisen sehr gut vertragen. Grünewald, Gutsbesitzer. — An die k. u. k. ffl Hof-Malzextraktbrauerei und Dampf- H Malzchocoladenfabrik von Job. Hoff H in Berlin. 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Der seither von Herrn Dr. Weiffen- bach bewohnte untere Stock meines Hauses, Alicenstraße 1O2Vio, bestehend aus 6 Zimmern und Zubehör, ist vom 1. Juli an zu vermiethen. (2988 _________________Dr. Th.JSatoe. 3717) Asterweg Lit. A. Nr. 124 ist der dritte Stock, bestehend in 5—6 Piecen, Küche, Keller u. s. w., zu vermiethen und kann Anfangs September l. I. bezogen werden. 3853) Eine freundliche Wohnung, mit schönster Aussicht in's Freie, in bester Lage der Stadt ist an eine stille Familie zu vermiethen. Ein Laden in bester Lage der Stadt ist zu vermiethen. Seltersweg Lit. C. Nr. 184. 4025) Eine große Werkstätte zu vermiethen. Fritz Fiirst, Wittwe. 4362) Die Wachtlokalitäten der Schutzmannschaft sind per 1. Oktober anderweit zu vermiethen. H Hochstätter Söhne. 4365) Ein Heuboden zu vermiethen." I. Schmücker, Marktstraße D. 119. Sonntag den 29. d. M.: 32. Stiflungs|e|t auf her Jiaöenßiirfl, verbunden mit Schau- u. Preisturnen. Abmarsch Mittags 1 Uhr von der Tirnhalle. Nichtmitgliever können gegen Entrichunq von 40 -S> zuge- lassen werden. Damen von Mitgliedern haben freien Zutritt. 4376J _______________ Ter Dorftand. Sonntag den 6. und Montag dn 7. Juli l I. soll die Einweihung einer Fahne des.Kriegeroereins Ettingshausen nebst einem Fest zur Verehrung derselben stattfindcn, wozu alle Freunde derselben hiermit höflichst eingeladen sind. Mr gute Speisen und gute Getränke ist bestens gesorgt. Die Original SINtiER Nähmaschinen ®“te, Leistungsfähigkeit und Dauer und deshalb die beliebtesten Nahmaichmen der Welt. Dieselben werden ohne Preiserhöhung gegen wöchentliche Zahlungen von 0 Mk. S anständig Familie, auch wo sie im Häuslichen siözeschäftigen könnte, gegen Bezahlung Znahme. Gefl. Off. m. Preisangabe ö^hjffre 3. L. a. d. Exp. d. Bl. Jus-Suppe mit Tapioca und Klöschen. Bouillon. Steinbutt mit Butter und neuen Kartoffeln. Roastbeef mit neuen Colrabi und Kartoffeln. Croquetchen. Kirschtorte. Für Nichtabonnenten 1 Mark. 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