DopÄerftag, den 29. Mai 1879 Rr. 123 Kichenir '■Miueiger AM'.Ik- iai MsM fit in Kreis Gießen RedaetionSbureaur 1 Vxpeditionsbnreau r f Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Gchulstraße B. 18. T*SOGS ’l'llS L.«. zu besorgende Zeitschrift herausgeben. Hefterreich. vir im nickt unmöglick. fbec^ Ministerraths, Stremayr, über seine Thätigkeit im ttags 2 Uhr, SerbanMungen in Mitglieder auf die »rstand. rb. XettungsbauS 3 Pfingsttag regerer, zu vn gianliutt, öchönbng. Der Vorstand. annehmen. _ o , — Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen vom 26. d.: Das griechische Cabtnet hat seine Vertreter instruirt, die militärischen Grenzdisposittonen nur im Sinne getroffener Vorsichtsmaßregeln zu interpretiren, denn im Falle einer Verwirklichung der Gebietsabtretung müßten Defenstv-Vorkehrungen gegen eine eventuelle Gegenbewegung der Albanesen getroffen werden. — Dieselbe Korrespondenz meldet aus Philtppopel von heute: Eine Volksversammlung accla- mirte fast einstimmig den Obersten Vitalis als Befehlshaber der ostrumelischen Miliz. Vitalis verfügte den Gebrauch der bulgarischen Sprache als Com- mando-Sprache. England. London, 24. Mai. Die Königin feierte heute ihren 60. Geburtstag. Als vor etwas mehr denn 61 Jahren die allgemein beliebte Prinzessin Charlotte im Kindbett verstarb, während die Ehen der Herzöge von Dork und von Cumberland kinderlos geblieben waren, da schien das englische Königshaus, trotz der 15 Kinder Georgs HL, dem Aussterbeu nahe. Der Herzog von Sussex war zwar verheiratet, indeffen zur linken Hand. Im Jahre 1818 verheirateten sick schnell hintereinander drei englische Prinzen — die Herzöge von Clarence, Kent und Cambridge. Am 24. Mai 1819 war es nun, daß dem Herzog von Kent eine Tochter geboren wurde, die gegenwärtige Königin, zu deren Geburt sich die Eltern eigens vom Auslände, wo der Vater lange seinen Aufenthalt genommen hatte, nach England begeben hatten, „damit ihr Kind als Brite geboren werde." Drei Tage darauf wurde dem Herzog von Cumberland ein Knabe geboren. Die Gefahr des Aussterbens war also vorbei, allein die Trennung der Krone von England und Hannover schien, wie sie es auch wurde, unvermeidlich. Im frühesten Kindesalter — Anfang des Jahres 1820 — ihres Vaters beraubt, lebte die Thronerbin in stiller Zurückgezogenheit. Beinahe 42 Jahre schon bekleidet sie nun die Königswürde. Das englische Volk gilt nicht für weniger demonstrativ als seine Nachbarn, indeffen wird der Geburtstag der Königin stets mit allgemeiner freudiger Betheiligung gefeiert. eilte6 ,, be^ stattfindenden Schmig der evangelischen Landessynode stehen: die Vorlage Gr. Oberconsistoriums, das neue Gesangbuch betreffend, Antrag der Abgg. Eckhard und v. Wachter wegen des Verlags des Landesgesangbuches. Vorlage Gr. Oberconsrstormms, die Abänderung des § 4 des Kirchengesetzes vom 8. Januar 1876 über die Classification des Diensteinkommens der evangelischen Geistlichen betreffend. Berlin, 26. Mai. Der „Nat.-Ztg." zufolge erregte die anläßlich der Goldenen Hochzeitsfeier des kaiserl. Paares ursprünglich beabsichtigte Amne- stirung der wegen Majestätsbeleidigung Verurtheilten im Staatsministerium Bedenken. Es würden demnach nur einzelne Fälle aus Bericht des Justtz- ministers zur Begnadigung empfohlen werden. Nur Verurtheilte, deren Strafmaß 6 Monate nicht überschreitet, würden an dem Gnadenacte Theil haben. Frankfurt a. M., 25. Mai. Die constituirende Generalversammlung des Vereins zur Förderung des Wohls der Arbeiter, „Concordia", fand heute Vormittag unter Vorsitz des Dr. Beck-Biebrich statt. Der Verein zählt bereits nahe an 1000 Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von ca. 18,000 Mk., und verschiedene staatliche und städtische Behörden, Corporationen und Vereine gehören demselben an. Zur Organisation wurden ca. 4400 Mk. ausgegeben. Herr Kalle-Biebrich referirte über den vorliegenden Statuten-Entwurf und suchte die gegen den Verein erhobenen Einwände zu entkräften, namentlich ver- theidigte er die Paragraphen, welche den Zweck des Vereins schildern. Der Verein beabsichtigt bekanntlich zur Schaffung von Einrichtungen zur geistigen und materiellen Hebung des Arbeiterstandes Anregung und Anleitung zu geben und, wenn möglich, eigene Schöpfungen in diesem Sinne in's Leben zu rufen; auch will er eine vom Vereinssecretär z" o-««***» > P-ck Rußland. Petersburg, 24. Mat. Die Verhältnisse im russischen Reiche sind für den Augenblick recht traurig. Nicht genug, daß die russische Nanon die Befreiung ihrer slavtschen Brüder mit Hunderttausenden von Opfern, out Milliarden von Rubeln und mit dem Verluste von 20 Jahren ihres eigenen materiellen, industriellen und commerctalen Fortschrittes bezahlte, so muß zu diesen unersetzlichen Verlusten noch das Unheil einer bisher ungekannten ver- biecherijcken Bewegung hinzutreten, die zweifellos ihr Ende noch nicht erreicht hat. Mit den jüngsten Mordversuchen gebt eine von denselben Verbrechern vorbedachte Geißel Hand in Hand, die Geißel der Brandstistung, durch welche bereits drei Städte, Orenburg, Irbit und Uralks ganz oder zum Tbetl in Wien, 26. Mai. Der Vorsitzende des stattete der Wählerversammlung in Leibnitz Bericht . . Reichdrath ab. Derselbe betonte die Nothwendigkeit der Occupationspolitik und die Zweckmäßigkeit des Ausgleichs mit Ungarn. Der Bürgermeister sprach im Namen der Wähler die Hoffnung aus, der Minister werde ferner das Mandat, welches ihm die Wähler mit Vertrauen entgegenbringen, Staat und Kirche, — Deutschland und Rom. In den Zeiten der agitatorischen Unruhe, welche die Socialdemokratie geschaffen hatte, lautete ein Dogma derselben, daß Staat und Kirch- nur zum Schein Krieg sührten; der Kamps werde bald beendet sein, das Opfer des Frtedeusschluffes sei dann die Freiheit des Volkes. Unsere neueste politische Entwickelung scheint leider den Beweis führen zu wollen, daß in dieser Ansicht ein Körnchen Wahrheit verborgen sei, denn offenkundig spricht man von dem Rücktritt des hochverehrten Cultusmintsters Dr. Falk in Preußen, sowie vom Erlaß einer Amnestie für die verurtheilten Geistlichen der römischen Kirche und sür die ausgewiesenen Bischöfe. Wie weit außerdem Concessionen an Rom, an die Curie geplant sind, weiß man noch nicht; nur erhält sich die Ansicht, daß auf dem kiichenpolitischen Felde der Preis sür die Willfährigkeit in der Zollpolitik bezahlt werden würde. Eine solche Lösung eines Kampfes, der in der ganzen civilistrten Welt Sympathien hat, eine Lösung des langjährigen Confliets des Papstlhums mit dem modernen Staat erfüllt viele Gemüiher mit Betrübniß. Wenn es wahr wäre, daß Preußen, das Land, wo der große Friedrich das Wort verkündete, ein Jeder möge nach seiner Fayon selig werden, daß Deutschland, das Land der Reformation, einen sog. sauten Frieden mit dem Vatikan schließen wurde, so wäre die moralische Einbuße für die Volksfreiheit schwer zu beklagen. Wo bliebe das stolze Wort Bismarcks: Nach Canofla gehen wir nicht? Wo blieb- die Hoffnung, daß das Papstthum und der Jesuitismus ein: für allemal zurückgewiesen worden wären, wo cs sich um die geistige Entwickelung Deutschlands handelt? Es wäre eine kirchliche Reaction schlimmster Art, wenn di- Politik einen Minister wie Falk opferte, wenn dle Versöhnung mit Papst Leo XIII. ermöglicht würde durch einen Verzicht auf die bisherige selbständig- Haltung des Reiches dem Papstthum und seinen ungemessenen Ansprüchen gegenüber^ nid)tg baflegctl; wenn nach langem Kampfe den Katholiken i-ner Sonneublick kaiserlicher Gnade zu Tireil wird, den wir auch den Maje- stätsbeleidigern und den zum Theil gebesserten Socialtsten wünschen. DaS aesammte Volk würde sich freuen, wenn endlich der modus vivendi mit Rom gesunde» werden würde. Aber dieser Ausgleich darf Nicht erfolgen, indem wir V ruckt leisten auf die erprobten Maiges-tze, er darf nicht erfolgen, indem wir den Schöpfer derselben, den Minister Falk, preiSgeben. Zu der staats- männischen Weisheit Bismarcks hat das Volk -in eminentes Vertrauen zu aller Rett gehabt; es darf nicht erschüttert werden durch einen Friedensschluß, der die Ultramontanen allein befriedigt. Ein solcher Frieden wäre schlimmer als aar keiner denn er bedeutete nur den Beginn eines neuen Kampfes gegen Rom der von den Freunden der Religionssreiheit auch ohne Regierung auf- g-nommeu werden müßte. Hoffen wir daher, daß -ine Basis für diesen «rch- ttckeu Knedcn geschaffen werden möge, dem auch der religiös freistnmge Theil der Nation freudig zuzustimmen vermag. Es ist das freilich schwierig, aber Deutschland. _ Nirmstadt, 27. Mai. (Erste Kammer der Stände). Unter dem Norütze°ihr8^zwetffn Präsidenten, des Fürsten zu Isenburg und Büdingen bielt beute die erste Kammer ihre 9. Sitzung in Anwesenheit von 21 Mitgliedern ab, um die noch zur Berathung reifen, theils dringlichen Gegenstände vor einer, längeren Dauff zu erledigen. Zunächst wird der Etat der Oberrechnungskammer für die Fmanz- Ähe 1879—1882 nach den Beschlüssen des anderen Hauses genehmigt, d. h. für den Mäsidenten entgegen der Regierungsanforderung von 9000 «X, 7500 und,für dw Näthe je 5200 JL bewilligt. Ministerpräsident Freiherr von Starck erklärte sich rwar bei der dermaligen Geschäftslage der Kammern im Jnteresie des Zusiande- kommens der Organisation für diese Finanzperlode mit den genannten Gehaltssätzen pinnerstanden stellte jedoch für das nächste Budget eine Erneuerung der ursprünglichen Reaffrungsforderung in Aussicht- - Der Gesetzesentwurf, die Ausführung des deuten (Aericktskostengesetzes und der deutschen Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher, xeuaen und Sachverständige betreffend, wird ohne Debatte m de^ Fassung des anderen Hauffs angenommen, ebenso der Gesetzentwurf in Betreff des Gerichtsstandes und des aericbtlidien Verfahrens in Ansehung des Landesherrn und der Mitglieder des Groß- ?erroa icken Hauses- Mehrere Anforderungen der Regierung, welche sich auf bauliche Herstellungen beziehen, die in Folge der neuen Gerichtsorganisation im Amtshause und mr Provinzialarresthause zu Darmstadt nothwendig werden, finden in Uebereinstunmung mit der zweiten Kammer einftimimge Genehmigung, ebenjo werden die Kosten zur besseren Instandsetzung der Localitäten und der Ausstattung der Universitätsklinik, -owie zur Erhöhung der Dotation der medicinischen Klinik ohne Debatte bewilligt. Die bezüglich des Gesetzentwurfes, die Ausführung de^ deutschen Civilproceßordnung uild Konkursordnung betreffend, noch vorhandenen Dissense werden durch Beitritt zu - n Beschlüssen der zweiten Kammer erledigt, nur lehnt die Kammer wiederholt das von dem anderen Hause beschlossene Ersuchen an die Regierung um Vorlage eines Gesetzes ab, durch welches die Ehescheidung auf Grund gegenseitiger Übereinkunft de (S hin ntten sowie das betreffende Verfahren allgemein geregelt wird- Auch bet dem Gefftzesentwurf, die Rechtsverhältniffe der Richter betreffend tritt die erste Kammer nunmebr der zweiten Kammer in wiederholter Berathung bei und nimmt weiter den auf das Notariat in Rheinhessen bezüglichen Gesetzesentwur f bloo an eiiier Vorstellung mehrerer Civilpensionäre um Aufbesserung ihres Ruhegehaltes Äj die^ Kammer den Beschluß, gleich der zweiten Kammer dem Ministerium a*xxxv uaeben ob^ einen Modus zu finden weiß, wonach, unter Landtag hervorgetretenen Bedenken, die Petition in gewissen Grenzen Berücksichtigung finden 27. Mai. Auf der Tagesordnung der Dienstag den 10. Juni ^berti* 281 d.Mts. —- Gesuch. L'E-nMki Btmntttt lut, ich mit Angabe bten an Xaehf. rdbavien. MÜlUchl auf In9 von 6 Zimmern, ueb. d. M. feiFuT' macher bei (3636 frnhardt. ÄneiMchämtiön lals, Schuhmacher. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. paa—ztv imwTJn' ?7aa«Hv,-'rz?aBB»K—liiii i -vicuc nri Asche gelegt sind. Die wüthenden Sectirer, welche ihrem eigenen Vaterlande den Ruin geschworen, haben es in ihren Proclamationen erklärt, daß sie die von ihnen geträumte Nioelltrung mit Feuer und Schwert erreichen wollen, und sie halten Wort. In der That ist heute nicht mehr daran zu zweifeln, daß der viermal erneuerte Brand Irbits absichtlich gelegt wurde. Da das Zerstörungswerk mit Dolch und Revolver für den Augenblick durch die in den großen Centren, als: Petersburg, Moskau, Kiew und Odesia, getroffenen Maßnahmen aufgehalten ist, so werfen sich die Verbrecher in die.entfernten Theile des Reiches und greisen zur Brandfackel. Und als ob dies Alles noch nicht genug wäre, mengt sich das Schicksal in's Spiel und ist die ganze süd- liche Zone des Reiches, deren Ertrag an Cerealien seinen Reichthum bildet, von Heuschreckenschwärmen hetmgesucht, welche das kaum aufgegangene Getreide aus unglaubliche Strecken hin bis zum letzten Halm vernichten. (Polit. Corresp.) — Wie der „Pall Mall Gazette" telegraphtrt wird, soll der Proceß gegen Solowieff, der den Mordversuch auf Kaiser Alexander machte, in nächster Woche beginnen. Der Angeklagte sei bisher zu keinem Geständntß über seine Mitschuldigen zu bewegen gewesen. Griechenland. Athen, 25. Mat, Abends. Bezüglich der Errichtung eines Lagers von 10,000 Mann bet Lepeno wird von bestunterrichteter Sette mitgethellt, daß diese Maßnahme der griechischen Regierung keineswegs gegen den Frieden ge- rlchtet sei, nur einen defensiven Charakter habe und durch die Erregung der aibanesischen Bevölkerung, wie die Vertheilung von Waffen unter letzterer mott- virt werde. — In Janina fanden neuerdings am Namenstage des Königs Georg Kundgebungen zu Gunsten Griechenlands statt. Bei Agrapha in Theffa- lien kam es zum Kampf zwischen nicht unterworfenen Insurgenten, ungefähr 200 an der Zahl, und einer türkischen Truppenabthetlung unter Muffa Gneka, wobei Letzterer den Kürzeren zog, 30 Mann verlor und in Gefangenschaft ge- rieth. Die Insurgenten verlangen 3000 Livres Lösegeld. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Eorrespondenz - Bureau. Berlin, 27. Mai. Reichstag. Vor Eintritt in die Tagesordnung macht der Präsident darauf aufmerksam, daß gleich nach den Pfingstferien die Feier der goldenen Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin stattfindet, und sucht demgemäß um die Ermächtigung für das Präsidium nach, den Majestäten tm Namen des Reichstages ehrfurchtsvolle Glückwünsche darbringen zu dürfen. — Die Ermächtigung wird ertheilt. - Es folgt die zweite Lesung des Sperrgesetzes. v. Benda referirt über die Commissionsbeschlüsse. — Präsident Hofmann erklärt: Die Regierungen sind in der Commission insoweit entgegengekommen, als sie sich damit einverstanden erklärten daß der Entwurf nur auf bestimmte namentlich aufgeführte Artikel Anwendung finde. In der Beschränkung, welche der Gesetzentwurf durch die Commission gefunden, würde er nicht die genügende Wirksamkeit üben, um die beabsichtigte Maßregel zu rechtfertigen. Besonders erscheine es nicht angezeigt, zunächst mit Sperrung des Tabaks-Imports vorzugehen. Er' bitte, falls das Haus sich nicht zur Annahme der Vorlage entschließen könnte, dem der Vorlage zunächst stehenden Antrag - Windthorst zuzustimmen. (Derselbe verfügt die Ausdehnung der Sperre auf die ganze Nr. 25 des Tarifs — Finanzzölle — ferner auf Petroleum, event. auf Roheisen aller Art, Brucheisen und Abfälle aller Art von Eisen.) — Windthorst vertheidlgt seinen Antrag. Windthorst betont, das unterscheidende Merkmal zwischen seinem Anträge und demjenigen der Commission bestehe darin, daß ersterer die Zölle erst beschlossen wissen wolle, während die Commission hiervon absehe. Den Standpunkt der Commission erachte er für constitutionell unzulässig. v. Kleist-Retzow spricht gegen den Antrag Windthorst wegen der dadurch hcrbeigeführten Verzögerung, er erklärt sich im Wesentlichen für den Antrag der Commission, verlangt indeß die Einschaltung von Roheisen Branntwein, Wein, Kaffee, Thee und Petroleum. Richter (Hagen) bezeichnet den Commissionsantrag, weil inconstitutionell, als unannehmbar. Bezüglich des Antrages Windthorst verlangt er mehrere Amendirungen, namentlich will er Einführung der Zölle durch kaiserliche Verordnung und Weglassung von Roheisen. Hammacher plaidirt für den Antrag Windthorst und polemisirt gegen Richter. Sonnemann spricht sich gegen die Aufnahme von Roheisen in den Antrag aus. Stumm verlangt für den Fall der Annahme des Antrages Windthorst statt „Roheisen" zu setzen „Eisen und Eisen- waaren, sowie Maschinen". Ein Antrag Löwe's will die Sperre auf Tabak beschränkt wissen. Bei der Abstimmung wird § 1 pure nach dem Anträge Windthorst angenommen. Nach der Abstimmung tritt Fürst Bismarck ein. Der Nest des Sperrgesetzes wird nach den Anträgen der Commission genehmigt. Es folgt hierauf Fortsetzung der Tarif-Debatte. Graf Frankenberg plaidirt in längerer Rede für Holzzolle und betont die Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit ausländischem Holz und die Schädlichkeit der Differentialzölle. Schlutow bekämpft die Holzzölle und legt dar, wie der Handel dadurch schwer geschädigt werden würde und daß der beklagte Nothstand der deutschen Forstwirthschaft durch Zölle nicht gehoben werden würde Fürst Bismarck nimmt das Wort: Der Tarif habe die Holzzölle so gegriffen, daß die Vortheile des Holzhandels nicht zu verkennen waren. Die Bezugnahme des Vorredners auf den deutschen Holzhandel und deutsches Holz treffe nicht zu Die Händler exportirten mehr russisches als deutsches Holz; sie thäten wohl, das nationale Element weniger zu betonen. Die Stettiner Holzarbeiter und Flößer würden nach dem Tarife volle Arbeit finden. Wie viele Arbeiter aber seien brodlos geworden dadurch, daß man das Holz des Auslandes mehr exportirte als deutsches. Es sei ferner nicht richtig, daß Rußland den Durchzug seines Holzes durch Deutschland entbehren könnte. In dieser Beziehung seien die geäußerten Voraussetzungen falsch. Die großen .Cölzer haben von Rußland aus Zwangsroute durch Deutschland. Es handelt sich hier wie bei allen Zollerhöhungen um eine gleichmäßige Vertheiluna der Lasten und kommt es dabei gar nicht so sehr auf eine Vermehrung der Reichseinnahmen als auf die Entlastung der Einzelstaaten an. Er hoffe, daß dies bis zur dritten Lesung noch dem Hause in arestbarer Weise vielleicht durch die Finanzminister der Einzelstaaten klar werden möchte. Rußland und Oesterreich hatten durch ihre Holzzöllc uns schon längst zu derartigen Maßregeln fuhren müssen, wie sie jetzt vorgeschlagen seien. Die Befürchtung, daß man die besseren Bauhölzer Amerikas würde entbehren müssen, sei hinsällig. Es sei erwiesen, daß das deutsche Holz von unübertrefflicher Güte sei. Bei den jetzigen Verhältnissen, die dem Waldbesitzer keine Aussicht eröffnen, fein Holz zu verkaufen, würde derselbe keme Schonung mehr anlegen. Das sei eine Gefährdung der deutschen Wälder, welcher die Vorlage entgegentreten wolle. Man sollte doch auch von dem j5ohe dem Kaiser geben was des Kaisers ist. (Beifall rechts.) - Morgen findet die dritte Lesung des Sperrgesetzes und die Fortsetzung der Tarif-Debatte statt. Stuttgart, 27. Mat. Großfürst Michael ift vom hiesigen Hose heule nteber abgereift. Berlin, 27. Mai. Die „Nordd. Allg. Zig." bespricht den mit den Samoa-Jnseln abgeschloffencn Vertrag und bemerkt dazu: Deutschland sei dadurch in den Stand gesetzt, jede Veränderung der Verhältniffe auf Samoa von seiner Zustimmung abhängig zu machen. Durch diesen Vertrag in Verbindung mit dem Vertrage mit der Tonga- und anderen unabhängigen Insel. Gruppen der Südsee habe das Reich in dem Südsee-Archipel dem deutschen Unternehmungsgeiste ein weites Gebiet gesichert, wo derselbe unabhängig von den Gesetzen und den fiskalischen Bedürfnissen der concurrirenden Nationen sich frei entfalten könne. — Die Commission des Reichstags für den Tabakszoll lehnte die Zollsätze der Regierungsvorlage von 120 Mk. für ausländischen und 80 Mk. für inländischen Tabak per 100 Kilogr. mit 24 gegen 2 Stimmen ab und nahm dagegen die von den Centrums-Mitgliederu Graf Galen und Gielen bean- tragten Zollsätze von 60 Mk. resp. 25 Mk. mit 17 gegen 9 Stimmen an. Eine ganze Reihe anderer Anträge, in denen die vorgeschlagenen Zollsätze zwischen denen der Regierung und denjenigen der obengenannten Antragsteller sich bewegten, wurde abgelehnt. Wien, 27. Mat. Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen: Es finden augenblicklich starke Concentrirnngen türkischer Truppen an der griechischen Grenze statt. In Folge dessen nimmt der Zug der Flüchtlinge aus Thessalien und dem Epirus nach Griechenland wieder größere Dimensionen an. — Eine Versammlung der kretenstschen Flüchtlings-Colonie sprach sich für die Nothwendigkeit der Vereinigung Kretas mit Griechenland aus. Athen, 27. Mai. Finanzminister Deltgeorgis ist gestorben. — ($ine gestern stattgehabte große Versammlung von kretensischen Flüchtlingen mißbilligte einstimmig das Verhalten der kretensischen Führer und beschloß, den Schutz Englands anzurufen. Petersburg, 27. Mai. Telegramme aus Irbit und Perm vom 25. Mai melden, daß in den beiden Städten Vorsichtsmaßregeln gegen Feuersbrünste ergriffen wurden. In Perm wurde die Polizei verstärkt. Mehrere der Brandstiftung verdächtige Personen sind verhaftet worden. Auch in Jeka- terlnburg wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen. London, 28. Mai. Nachrichten aus Simla zufolge ist im Friedens- vertrage mit dem Emir Jakub Khan bestimmt, daß England den Emir in der Abwehr eines jeden fremden Angriffs unterstützt. Ein englischer Resident in Kabul darf eine entsprechende Eskorte halten und unter gewissen Umständen englische Agenten nach der afghanischen Grenze entsenden. Der Emir kann afghanische Agenten nach Indien schicken. Es wird ein Handelsvertrag auf die Dauer von 12 Jahren abgeschlossen. Nach Kabul wird eine Telegraphen- Linie hergestellt. Den Ueberschuß der Einkünfte aus dem vom Emir an England abgetretenen Gebiete zahlt Letzteres nach Deckung der Verwaltungskosten an den Emir heraus und gewährt demselben ferner eine jährliche Subsidie von 6 Lak Rupien, vorausgesetzt, daß der Emir den Friedensvertrag pünktlich erfüllt. Die neue indisch - afghanische Grenze soll von einer gemixten Com Mission festgestellt werden. Konstantinopel, 27. Mai. General Stolipine wies die Pforte auf die Nothwendigkeit des schleunigen Ersatzes der russischen Beamten hin, da de-, russischen Militärbehörden der Befehl zur beschleunigten Räumung von Ost- rumelien zugegangen sei und die russischen Beamten zugleich mit der Occu- pattons-Armee zurückkehren würden. Demzufolge seien, vorbehaltlich der Bestätigung durch Aleko Pascha, die fähigsten Leute auS den Eingeborenen mit der Verwaltung der verschiedenen administrativen Posten beauftragt worden. Lokales. Gießen, 28. Mai. Das letzte mittelrheinische Turnfest wurde bekanntlich im Jahre 1875 in Darmstadt abgehalten. Auf dem, dem Feste vorausgehendcn Turntag übernahm der Verein Offenbach die Fest- und Vorortschaft des Mittelrheinkreises. Mit Rücksicht auf die schlechten Zeitverhältnisse und das Abrathen der Bürgerschaft von Offenbach, war es dem Offenbacher Turnverein nicht möglich ein Fest, von >o großer Ausdehnung wie die mittelrheinischen Turnfeste es sind, abzuhaltcn. Da sich nun das Fest nicht mehr gut verschieben läßt, so beschloß der Offenbacher Turnverein im Einverständniß des Turntages und der Bürgerschaft von Offenbach, in diesem Jahr das 11. mittclrhcinische Turnfest in seinen Mauern abzubaiten. Ais Festtage wurden der 3. und 4. August mit vorausgehenbem Turntage am 2. August bestimmt. Da nun die Ausführungen des Festes in den Händen bewährter Männer liegt, und die Bürgerschaft dem Feste ein großes Interesse entgegen bringt, so steht nichtzu bezwei' fein, daß das Fest ein schönes und gelungenes und dem tm Jahre 1860 abgehaltenen ersten mittelrheinischen Turnfest nicht nachstehen wird. Dasselbe können wir von dem Turnfest des Gaues Hessen mittheilen; dasselbe wird am 13. und 14. Juli d. I in Nidda abgehalten und sind die Vorbereitungen hierfür ebenfalls im heften Gange. — Das diesjährige Feldbergfest wird am 22. Juni d. I. abgehalten. — Gestern Nachmittag wurde auf dem Lindenplatz ein Kind von ca. 3 Jahren von einem leeren Rollwagen derart überfahren, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ein Hinterrad ging dem Kleinen über Kopf und Beine, so daß der Schädel lädirt und ein Schenkel gebrochen sein soll. Wie Augenzeugen versichern, soll den Fuhrmann keine Schuld treffen, indem das Kind geradezu in den Wagen hineingelaufen sei. Eme Warnung für die Eltern, ihre Kleinen nicht ohne Obhut auf der Straße umherlaufen zu lassen. — Die Zahl der Todesfälle in der Woche vom 18. bis 24. Mai betrug in hiesiger Stadt im Ganzen 6. Von 2 Kindern im ersten Lebensjahre starb das eine an Abzehrung das andere an Bronchienentzündung. Ein Kind von auswärts, 1 */2 Jahr alt, starb an Knochenfraß, ein Kind von 4 Jahren an Lungenschwindsucht. An dieser letzteren Krankheit starb auch eine erwachsene Person und ein Mann machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. q. Vermischtes. Darmstadt, 24. Mai. Nach kurzem Unwohlsein verschied gestern der Vortragende Rath für Eisenbahn-, Wasser- und Straßenbau bei der „bautechnischen Abteilung" de« Ministeriums des Innern und der Justiz, Herr Geh. Oberbaurath Renner. Derselbe begleitet? seit dem Ableben des Herrn Baurath Breidert die Stelle des Negierungs - Commissärs der Hessischen Ludwtgsbahn und war derselbe früher Doeent für Wasserbau an unserer technischen Hochschule, welchen Amtes er jedoch auf seinen Wunsch und in Folge eines Augenleidens enthoben wurde. Der Verstorbene war in weitesten Kreisen ganz besonders als Waffer- baumeister bekannt und hochgeschätzt. * Ein schweres Verlangen stellt die Direetion der Realschule II. £). in Schneeberg an die Eltern, welche gesonnen sind, ihre Söhne der genannten Anstalt zuzuführen. In der betreffenden Bekanntmachung im Jnseratcntheile des „Erzg Volksfreund" heißt es u. A.: „Bei der Aufnahme sind Taufsteine, Impfscheine und Schulzeugnisse beizubringen" * Schlechter Trost Stammgast, eintretend und sich zur Kellnerin wendend: „Nun, Julie, ist frisch angesteckt?" „Jawohl, Herr Secretär, schon lange!" Quittung. Für den verunglückten Johannes Stecker sind weiter eingegangen: Fr. Pfr. B. 2 AL Fabrikant C- E- 3 AL Hofgerichtsrath o. fj. 4 AL Wagner E- St. 2 AL Kfm. E- P. 2 AL Fr- Chr. K. 3 «h. Durch Herrn Pfarrer Dr. Seel von Fr. Director C. 2 AL S P. 10 AL Bauacceffist R. 4 AL Der Kirchenvorftand des Kirchspiels Kirchberg 9 AL Pfr. W. 2 AL Ungen. 1 AL Durch Herrn Feldwebel Bruch Häuser von den Unterofficieren des 116. Regiments 6 AL Durch Herrn Karl Wenzel von H. E. 2 AL von 53. 8- 3 AL von £. 1 AL von F B. 3 .AL von H- 3 AL durch Herrn Dr. Levy von F. B- 2 von F. E 1 AL von S. K. 2 AL von C- St. 0,50 AL von A- K. 10 AL von einer Hochzeit 6 AL Dr. Weber 5 AL D. W. 2 AL Güterexpedient 3. 2 AL Schneider Z. 1 AL Fr. Kaufmann £). 5 AL ............Summa 96,50 AL Dazu Betrag der ersten Quittung 470,00 „ Gesammtsumme 566,50 AL Indem wir die Sammlung nun schließen, sagen wir allen Gebern unseren herzlichsten Dank für die reichen Spenden. Es gilt nun, für den unglücklichen Mann eine angemessene Beschäftigung zu finden. Er bedarf einer Arbeit, die lohnend genug ist, um damit den Unterhalt der Familie zu gewinnen, aber auch leicht genug, um im Sitzen, wo möglich zu Hause, verrichtet werden zu können. Wir bitten dringend Vorschläge und etwaige Anträge zu solcher Beschäftigung baldigst an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Gießen, den 26. Mai 1879. Im Auftrag des Comite's: Georg Schlosser, Pfarrer. T ecklenburg. Langsdorfs, Stadlrichter. 3659) Billigen Preisen. II. Hepleiv es die Pforte auf i unten hin, da bei ! iumung von Off- I 4 mit der Dem-- ; Gehaltlich der L-- i Eingeborenen mit | Maat worden. | Geschäfts ■ Verlegung. 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Großherzogliches Landgericht Gießen. 3- V. b. L-: Dr. Trapp, Landger.-Asseffor. Gdictalladung. Die nachstehend aufgesührten Personen haben verkauft resp. vertheilt, die neben ihren Namen nach Flur und Nummer angeführten Grundstücke, welche auf den eingeklammerten Namen stehen, können aber ihre Erwerbs- Urkunden nicht beibringen: 1) Die Erben der Katharine Luh von Allendorf a. d. Lahn, Gemarkung Mendorf 1/65. 1/66. 1/437. 1/584. 2/168. 3/47. 8/125b. 8/126a. (Katharine Luh.) 2) Die Erben der Wilhelm Helmolds Eheleute von Gießen, Gemarkung Gießen, 26/150. 26/150a. (Wilhelm Helmold und Ehefrau modo beider Erben). 3) Die Erbin der Wittwe des Heinrich Velten I. von Groß-Linden, Gemarkung Groß-Linden, 1/753 (Heinrich Velten I. Wittwe). 4) Johannes Will von Lützellinden, Gemarkung Groß-Linden, 5/196. 7/700. 7/702. 7/770. 7/788. 7/800. (Johannes Will Wittwe zu Lützellinden). 5) Johann Georg Hühns Erben von Lang-Göns, Gemarkung Lang-Göns, 1/834 (Georg Hühn). 6) Johannes Will I. Eheleute von Leihgestern, Gemarkung Leihgestern, 2/37. 2/52. 2/268. 2/843. 2/866. 7/211. 18/625 (Johannes Will Heß Eidam) — 20/37. 21/56. 21/88. 21/113.21/274 (Johannes Will I.) — 12/31. 15/357. 16/16. 16.577 (Johannes Will L und Frau Elisabethe). 7) Die Erben der Georg Veth's Eheleute von Leihgestern, Gemarkung Leihgestern, 1/43. 1/44 (Johannes Veth) — 18/322a. 18/629 (Karl Becker). B) Jakob Dern II. von Watzenborn und Kinder, Gemarkung Watzenborn und Steinberg, 1/1522. 1/1523. 6/545. 15/44 (Jakob Dern II. von Watzenborn) — 4/362 (Jakob Dern II. Ehefrau Katharine von Watzenborn). Es hat: 0) Georg Lampus II. von Gießen, in dasiger Gemarkung, Flur 1 Nr. 220 und 221 von Johann Jakob Schreyvogel und dessen Frau Susanne, geb. Simon, erkauft, kann aber für den Weiterverkauf den Kaufbrief vom 14. Mai 1862 und Quittung über Zahlung des Kaufgeldes nicht beibringen. Wer irgend Ansprüche an die vorerwähnten Grundstücke zu bilden hat, wird aufgesordert, solche sogewiß binnen 6 Wochen beim unterzeichneten Gericht geltend zu machen, als sonst die genannten Veräußerer als unbeschränkte Eigentümer werden angesehen, die betreffenden Kaufbriefe und Theilzettel werden .bestätigt und die zum Eintrag ins Mutationsverzeichniß erforderlichen Verfügungen, zu den Grundstücken Gemarkung Gießen 1/220 und 1/221 auch zur Löschung des beschränkt werden erlassen werden. Gießen, den 21. Mai 1879. Großherzoglich Hessisches Stadtgericht Gießen. Aufforderung. 3654) Ansprüche und Forderungen jeder Art an die dem Franz Jacob Korn und deffen Sohn Konrad Ludwig Korn zugestanbenen an Philipp Schick III. verkauften Parzellen B. 680. 681. Hofratthe und Grabgarten B. 668. 666. Acker und Wiese in der Reitwiese und an die dem Konrad Oper IV. zugestandene an Heinrich Brömer verkaufte Parzelle B. 373. Hofraithe, sämmtlich in Gemarkung Treis, sind binnen 4 Wochen geltend zu machen, als sonst die laut G. W. und H. B. von Treis noch offenstehenden Pfandrechte aus früheren Zeiten werden, gelöscht werden. Gießen, den 9. Mat 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen. I. V. d. L.: ___Langermann, Landg.'Afseflor. (Eöktaffaöung. 3657) Nach Lehnbrief der Königlich Preußischen Regierung in Coblenz vom 24. Februar 1835 ist Karl Eduard Le sch von Mühlheim nachdem Ableben seines Vaters Georg Friedrich Lesch von Mühlheim mit den von der Krone Preußen relevtrenden Lehen beliehen worden, bestehend in den beiden freien Höfen unter den Stühlen zu Krofdorf nebst über 80 Morgen Grundstücken und mit Grundzins, jedoch abzüglich veräußerten 10 Morgen Gelände, und vorbehältltch der bternach verhältnißmäßig sich vermindernden, m den Landgräflich Hessischen Lehnbriefen vom 17. November 1779 und 23. Februar 1805 den weiblichen Nachkommen der Lesch von Mühlheim nach Abzug des Lesch von Mühlheim'schen Mannesstammes und Hetmfall des Lehens lehnherrlich zugcsicherten Abfindungssumme von 2000 fl., und es wird im Lehnbrtefe noch erwähnt, eine von der verwittweten Frau Oberstallmeisterin von Düngern, geb. Lesch von Mühlheim, am 1. November 1834 zu Weilburg abgegebene Erklärung. — Unterm 10. September 1849, gerichtlich bestätigt am 11. September 1849 hat, wie es heißt, nach durch Allerhöchste Cabtnetsordre vom 7. Januar 1836 genehmigten Modifikation jenes Lehens Karl Eduard Lesch von Mühlheim seine in der Gemarkung Gießen gelegenen Immobilien, Flur 34, Nr. 598 Hofraithe und Nr. 599 und 581 Aecker als Camion bestellt zur Sicherung der den weiblichen Nachkommen der Lesch von Mühlheim nach dem Lehnbrief, deffen Datum hier als vom 27. November 1779 angegeben ist, gebührenden Abfindungssumme- In der mit Antrag auf Löschung der Caution jetzt vorgelegtm Ver- psändungsurkunde ist angeführt, daß diese Urkunde an die nächsten Cognaten der Lesch von Mühlheim, nämlich die Erben und Kinder der verstorbenen Frau Oberstallmetstertn Freifrau von Düngern und deren Bevollmächtigten und Miterben, den Staalsminister Freiherrn Emil August von Düngern zu Weilburg, ausgehändigt sei. Es werden nun die erwähnten weiblichen Nachkommen der Familie Lesch von Mühlheim aufgefordert, ihre etwaigen Ansprüche an jene zwettausend Gulden so gewiß von heute an binnen drei Monaten hier geltend zu machen, als sonst dem Antrag auf Löschung der Caution wird stattgegeben werden. Gieße.n, am 21. April 1879. Großherzoglich Hessisches Stadtgericht Gießen. Langsdorfs, Stadtrichter. bekanntlich im Jahre hirotaq übernahm der Kit ZWchl auf bie ’tnbiih, war es dem nung wie iit mittfb gut »tridiebtn lägt, ub der Bürgerschaft Mauern abzuhalten. taqt am 2. AO ibxttx Männer lity, W nichtz« bezwri- J abzehattrnrn ersten Len ; dasselbe wird am inzen diersnr ebensallr . x abgehallen. >on <0-3 34»* gezweifelt »W- •ent und ein Schenkel Ztlllv treffen, , für die Eltern, Mai betrug in W" "le ine«WW , > alt, star , n letztem Schert LU W vertragende Abteilung" D1* D-rield-bE w- eilubmgn' tun. .netm »<»*’• ’ Bekanntmachung. 3670) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Geheime Commerzienrath Alfred Krupp als alleiniger Inhaber der Firma Friedrich Krupp zu Esten unterm heutigen Tage mit dem Elsenerzbergwerke „Bruno" in der Gemarkung Burkhardsfelden Kreises Gießen, mit einem Felde von 1010475 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situattonsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 21. April 1879. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. ?*. J n an '"der gtfeJ aui für1 Sorten. _ s l0>- den *$erm * Weiter. ’• N in Seh’ [; ' W i-> gtiebettä. | be« Seit |n bet Wer »Gmi in I Winden Der Seit tun indtlsvrrtraz auf i" Telkgrayhrn- : 'm Tuck an Lnivaltungskchn liche Subfidie »an ^az pünktlich er> zemischten Som : igtßö^; Lasinec o ft Vör. S 3666) Regelmäßige Derfteiaerungen von Fischen, Geflügel, Hummern, I Primeurs, Conserven rc. rc. finden statt jeden Montag, Dienstag und Donnerstag, event. auch Freitag. En "108 Verkauf täglich. Briefliche und telegraphische Aufträge werden prompt effectuirt und billigst I berechnet. Bei heißem Wetter Verpackung mEis Adresse für Briefe u. Depeschen: „Markthallengesellschaft". | 3662) 2 Morgen ewiger Klee, am Galgen, in verpachten. ________________Oeconom Helfrich. 3526) Nachhülfe in allen Elementarfächern, sowie in lat., engl. u. frz. Grammatik, crtheilt ein stud. phil. Reflectanten wollen ihre Adressen unter D. v. D. in der Exped. d. Bl. gefl. niederlegen. 3593) Ein kräftiger Junge kann bei. mir unter günstigen Bedingungen die Bäckerei erlernen. _______Wilhelm Mignon, Wetzlar. 3667) In einer in nächster Umgebung liegenden Stadt kann in ein Friseur- und Barbiergcschäft ein braver wohlerzogener Junge als Lehrling sofort eintrcten. Näheres zu erfragen in der Expedition d. Bl-_________________________ Dorfgill, den 28. Mai 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Torsgill. 3669) I. A.: K. Schön, Bezirksbauaufseher. ZurBeächtungL Die feit urdenküchec Zeit in der städtischen Ziegelei dahier fabricirten in gutem Nufe stehenden Dachziegel werden von jetzt ab per 1000 zu 22 eX unter den seither üblichen Bedingungen verkauft, welches wir hiermit zur Kcnntniß der geehrten Jnte- reffenten gelangen lasten. Lich, den 24. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Spiegelfabrik K Carl Leib, Vergolder, Glessen (hinter der Kirche) n unterhalt Laser aller Arten ig.i j Lpiegel, Vilderrahmen, Tische mil Gold- und Pohturleisten. Alle Sorten Spiegelglas. Das Einrahmen von Bildern wird billigst ausgeführt. Neuvergoldungen werden auf das Solideste bald gefertigt.