Ne. 24. Mittwoch, den 29. Januar 187». Kichener Mutiger AWigk- und AultMtt für den Kreis Gießen. RedaetiorrSbureau t Expeditionsbureau: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohii. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeil. m . .. , M ae.r zr. r Gießen, am 25. Januar 1879. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 9. März 1878 über die Gehalte der Volksschullehrer. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien des Kreises. . Mit Bezugnahme auf unsere Verfügung vom 2. l. Mts. erinnern wir Sie an die sofortige Einsendung der noch rückständigen Besoldungs-Noten. 9 Dr. Boekmann. Aolitischer Hheil. Das schwarze Weib. So nennen die Russen die tm Bezirk Astrachan ausgebrochene Mensch en-Pest. Man erzählt, ein junger Kosacke habe einen türkischen Shaw! seiner Geliebten aus dem Kriege hetmgebrachl, die ihn vor dem Spiegel umgehangen habe und in wenigen Stunden eine Leiche war. Einige Tage darauf war das Haus, wo sie wohnte, ausgestorben, und die Krankheit wüthet seitdem mit ihrem bösartigen, ansteckenden Charakter. Es bilden sich meist in den Achsel- und Leistendrüsen Pestbeulen, welche aufbrechen und dle Luft tnfi- ctren; die Menschen, welche mit dem Kranken in Berührung kommen, sterben m wenigen Stunden. Nun hat die Seuche in Rußland zwar abgenommen, aber diese Abnahme hat bet großen Pest-Epidemien meist nur kurze Zett gedauert, worauf die Krankheit wieder zunahm. Die fürchterliche Seuche, welche Europa möglicher Weise bedroht, wenn sich der Seuchenheerd ausdehnt, hat die russische Regte- rung veranlaßt, den ganzen Bezirk militärisch abzusperren. Man besprach sogar einen sog. dreifachen Cordon, indesien müßte dazu die gesammte russische Armee mobrltstrt werden. Aber auch die deutsche Reichsregierung, welche schon bei der Rinderpest eme strenge Absperrung durchgesührt, hat Maßregeln einer Sanitätssperre für Menschen berathen. Das Reichsgesundheitsamt hat zunächst seinen stellvertre- ""^^D^ctor, den Geh. Regierungs- und Sanitätsrath Dr. Finkelnburg, nach Wien geschickt, weil eine Absperrung der russischen Grenze, welcher sich Oesterreich nicht anschlöffe, keinen Zweck hätte. „ Die österreichische Regierung war jedoch bereit, in eine selbständige Erwägung der großen Gefahr, welche die Pest für den ganzen Conttnent hat, emzutreten; und dürfte schon in allernächster Zett die Grenzsperre durchführen. Wahrscheinlich würde Preußen mit demselben Zeitpunkt die Absperrung vornehmen, welche sich nicht nur auf den Personenverkehr, sondern auch aus den Gütertransport aus den verseuchten russischen Bezirken, welche möglicher Weise das Contagrum wettertragen, erstrecken soll. Die Menschenpest, welche in Asien nie ganz aussttrbt, ist dieselbe Krank- hett, welche nach dem 30jährigen Kriege ganz Deutschland verwüstete, und veranlaßte, daß viele Dörfer, ja einige Städte bis auf den letzten Mann iln* wolle die Menschheit vor einer solchen Geißel bewahren! Daß nichts versäumt wird, was die Vorsicht und der heutige Standpunkt der Wissenschaft anlangen, erscheint einer so entsetzlichen Krankheit gegenüber als rx i x ri * bCT Regierungen, und das Volk wird gern die nicht unbeträchtlichen Kosten aller Maßregeln tragen, welche das Reichsgesundheitsamt für zweckmäßig erklärt. Deutschland. Darmstadt, 27. Januar. Zu dem am 23. November v. Js. in der zweiten Kammer gestellten Antrag des Abg. Wolz, Maßregeln gegen den Wucher betr., hat nunmehr der Abg. Dr. Schröder unterm 23. d. Mts. einen Abänderungs-Antrag eingebracht. Der Antrag Wolz geht dahin: Die Kammer wolle die Großh. Regierung dringend ersuchen, im Bundesrath dahin zu wirken, daß in thunlichster Bälde folgende Maßregeln ergriffen werden: 1) Ein Gesetz, welches allen nicht in die Handelsregister als Kaufleute eingetragenen Personen die Wechselfählgkeit entzieht. 2) Ein Gesetz, welches die Höhe des Zinsfußes festsetzt. 3) Ein Gesetz, welches den Wucher wieder Strafe stellt und welches alle wucherischen Wechselgeschäfte für unver- kindlich erklärt. Der Abänderungs-Anirag des Abg. Schröder lautet: „Die in das Detail der wichtigen und schwierigen Frage eingehenden Anträge des Abg. Wolz kann ich aus verschiedenen Gründen nicht für zulässig und ebenso wenig für zweckmäßig erachten und beantrage: Die Kammer wolle den Antrag des Abg. Wolz, Maßregeln gegen den Wucher betr.. ablehnen, dagegen beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß ohne Verzug 1) auf dem Wege der Landes-, bezw. Reichsgesetzgebung, sowie 2) durch Unterstützung der cuf Hebuug des Credtts, insbesondere des landwtrthschafHichen Credtts gerichteten Bestrebungen alle die Maßregeln ergriffen werden, welche nothwcndig erscheine,, zur Beseitigung der wucherischen Benachtheiligungen des Publikums." » 27. Januar. Der Abgeordnete Netdhardt hat unterm 24. ds. M. in der zweiten Kammer folgenden Antrag mit der Bitte um schleunige Berathung eingebracht: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, ihre Vertreter bet dem Bundesrathe und der Zolltarif- Commission dahin zu instruiren, daß an dem seitherigen System der Handelsverträge festgehalten werde und daß unter keinen Umständen Eingangszölle auf Rohproducte, welche seither nicht besteuert waren und die wir in Deutschland in nicht genügender Menge produciren, erhoben werden. Berlin, 24. Januar. (Zur Wilhelms - Spende). Die am 20., 21. und 22. Juli v. Js. tm deutschen Reiche stattgesundenen Sammlungen der Wilhelms-Spende haben mit den nachträglich, insbesondere von Deutschen im Auslande etngegangenen Beiträgen, nach Abzug der für Drucksachen, Porti rc. enstandenen Kosten einen Reinertrag von 7,749,75087 Mk. ergeben. Dieser Fonds der Wilhelms-Spende ist bet oer Königlich Preußischen Seehandlung zinsbar angelegt und steht in Gemäßheit des Aufrufes des Ge- sammt C.mttss vom 29. Juni v. Js. zur Disposition Sr» Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des deutschen Reiches und von Preußen. Indem wir bet dem Abschluß unserer Thättgkeit dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, sprechen wir zugleich Allen, welche das vorliegende patriotische Unternehmen unterstützt haben, namentlich allen Gemeinde-Vorständen, welche die örtliche Organisation der Sammlung geleitet, den Zeitungs-Redac- ttonen, welche die Spalten ihrer Zeitungen mehrfach unentgeltlich zur Verfügung gestellt, insbesondere auch den Bankhäusern, welche sich ohne Entgelt der Mühewaltung unterzogen haben, die Sammlungen aus den einzelnen Bun- desstaaten, bezw. Provinzen anzunehmen und weiter zu befördern, unfern wärmsten Dank aus. Der geschäftsführende Ausschuß für die Wilhelms-Spende. SD un cf er. Berlin, 25. Januar. Es gehen dem Reichskanzler zahlreiche Zustim- mungsadreffen zu seiner Finanzpolitik sowohl aus landwtrthschastltchen, als auch gewerblichen Kreisen zu. Dem gegenüber ertönen allerdings auch viele Warnungsrufe. So schreibt man aus Süddeutschland : Die Industriellen sehnen sich nach höheren oder neuen Schutzzöllen, sie denken, die haben die Landwirthe und das übrige consumtrende Publikum zu zahlen; die Landwirthe sehnen sich nach Getreide- und Vtehzöüen, die sollen die Industriellen und das übrige Publikum zahlen. Solche, denen die directen Steuern zu hoch stnd, preisen nur indtrecte Steuern an; in der Hoffnung natürlich, daß sie dabe, weniger zu zahlen haben und Andere aus ihrer Tasche den Ausfall decken müssen. Kurz, Jeder nimmt sich aus den Bismarck'schen Steuerprojecten das heraus, was ihm in den Kram paßt, und gtebt sich dabet der stillen Hoffnung hin, daß Andere die Zeche zu bezahlen haben werden, er aber zechfrer gehalten wird. Bei einiger Ueberlegung aber könnte man sich leicht sagen, daß es anders kommen wird. Das ganze Volk, ohne Ausnahme, wird die Zeche zu zahlen haben und sie wird sehr hoch ausfallen. — Die Berathung des Berichts der Tabaks-Enquete-Commisfion in den Ausschüssen des Bundesraths wird tm Laufe der nächsten Woche beginnen. Wie man daher jetzt schon in den freiwillig-gouvernementalen Blättern frohlockend verkünden kann, der Bundesrath werde sich für das Tabaksmonopol erklären, bleibt unerfindlich. Die deutsch - österreichische Commission zur Berathung der Abwehr der Pestgefahr wird der Regierung Vorschlägen, nebst einer strengen Quarantaine alle solche Artikel, welche besonders geeignet sind, den Ansteckungsstoff aufzunehmen, von der Einfuhr aus Rußland bis auf Weiteres gänzlich auszuschließen. Der deutsche Sanitätsbevollmächtigte, Herr Dr. Finkelnburg, wohnte der Sanitäts - Conserenz bet und beantragte die Errichtung eines Mtlttär- Cordons gegen Rußland, sowie Quarantainen an den Etsenbahn-Anschluß- punkten. — Aus Odessa gelangte die competente Erklärung nach Wien, daß daselbst kein Pestfall vorgekommen ist. — Die Opposition der Jesuiten gegen die Politik des Papstes nimmt an Heftigkeit zu. Sie haben dem Papst eine Art von Ultimatum unterbreitet, worin das der Kirche erwachsende Uebel hervorgehoben wird, das nach ihrer Ausschließung von der Regierung entstehen dürfte. Der Papst bleibt fest m seinem Widerstande gegen dieselben, aber es ist augenscheinlich, daß viele Personen, die auf Setten des Papstes stehen, die Resultate der Opposition der Jesuiten zu fürchten ansangen. — Die Mittheilung über den Abschluß des russisch-türkischen Vertrages hat noch immer nicht eine osficielle Bestätigung erhalten. Die Schlußred ctton scheint von beiden Theilen absichtlich htnausgesckoben zu werden. Die Türkei wie Rußland kann eben die Formel nicht sinken, in welcher diejenigen Thetle des Friedens von San Stefano gedacht werden soll, die von btm Berliner Frieden nicht aufgehoben oder abgeändert wurden. Hinter dieser Formel steckt aber der wichtigste Punkt, nämlich die Wesenheit des zukünftigen Ver- hältntsies des Sultans zum Czaren. Der englische Minister der Colonien hat vor Kürzerem in einer bedeutsamen Rede seinen Wählern, in welcher er das gewaltsame Verdrängen des britischen Handels von den Märkten Europas und Amerikas bekl gte, ausgeführt, daß man einen Ersatz dafür in Afrika suchen müsse. Er ließ dabei unerwähnt, daß seine Regierung schon seit Langem ihre ganze Aufmerksamkeit dem afrikanischen Kontinente zugewendet, dessen Erschließung sie von den verschiedensten Seiten erstrebt. Angesichts dieser offenkundigen Politik des Londoner Cabinets, welche in wissenschaftlichen Kreisen nicht unbeachtet blieb, erscheint die Frage zeitgemäß, ob nicht auch dem Handel und der Industrie Deutschlands ein neues Feld des Absatzes in Afrika eröffnet werden könnte, bevor dieser Weltthetl glelchsalls von England usurpirt ist. In dieser Hinsicht ist es von Jntereffe, daß im nächsten Reichsbudget 70,000 Mk. für die deutschen Forschungen in Afrika angesetzt sind. England. London, 26. Januar. Das „Reuter'sche Bureau" ist ermächtigt, die Nachricht, daß die Königin im Frühjahr Darmstadt und Koburg zu besuchen beabsichtige, für unwahr zu erklären. — Nachrichten aus der Cap-Colonie vom 7. Januar bestätigen, daß Cetewayo das Ultimatum abgelehnt hat und für den Krieg entschieden ist. Die britische Regierung hat Maßregeln getroffen , um Genugthuung zu verlangen; indeß wird der britische Commandant mit Eröffnung der Feindseligkeiten bis zum li. b. warten, bis zu welchem Termin die britische Regierung Cetewayo Frist zur Unterwerfung gestellt hat; inzwischen treffen die Engländer Vorbereitungen zum Überschreiten der Grenze. Rumänien. Bukarest, 25. Januar. Ein in Galatz erscheinendes Journal meldet, die rumänischen Truppen hätten die neuen Grenzen zwischen der Dobrudscha und Bulgarien, wie solche von der Grenzregultrungs Commission festgesetzt seien, besetzt, ungeachtet die Minorität der Commission gegen die Theilung des Gebietes von Stlistria protestirl hatte. Amerika. New-Aork, 24. Januar. Am Mittwoch unternahm Capttän W stell mit vier Compagnien die Verfolgung der flüchtigen Cheyenne-Indianer. Etwa 70 Km. von Fort Robtnsou entspann sich ein Gefecht, bei dem 23 Indianer auf dem Platze blieb n. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Torrefpondenz-Bureau. Berlin, 27. Januar. Bezüglich der reichsgesetzlichen Regelung der Eisenbahntariffrage thetlt die „Nordd. Allg. Ztg." aus einem Schreiben, das der Reichskanzler bei den bezüglichen vorbereitenden Verhandlungen an einen seiner deutschen College» richtete, einen längeren Passus mit, worin es heißt: Er beabsichtige, am Reiche die Frage anzuregen, ob das Tarifwesen der Eisenbahnen unabhängig von dem intendirten Reichseisenbahngesetz der reichsgesetzlichen Regelung durch ein Tarifgesetz bedürfe. In Preußen sei es unmöglich, eine Aenderung im Wegegeld oder Brückenzoll ohne königliche Genehmigung vorzunehmen; damit stehe die Rechtlosigkeit der Bevölkerung gegenüber den viel wichtigeren Eisenbahntarifen in auffälligem Widerspruche. Wenn die Post nur auf Grund gesetzlicher Bestimmungen ihre Tarife regeln könne, wenn es als ein unabweisliches öffentliches Bedürfntß erkannt worden sei, daß der letzte Rest von Prlvatpost-Einrtchtungen (TaxtS'sche Privilegien) beseitigt wurde, so sei es schwer erklärlich, wie der viel wichtigere und größere Jnterestenkreis, der von den Eisenbahntarisen abhängig sei, der Ausbeutung im Pctoattntereste durch Localbehörden ohne gesetzliche Controle für die Dauer überlasten werden konnte. Eine Analogie in der Geschichte des wirthschaftlichen Lebens der modernen Staaten finde ein solcher Zustand nur in den früheren Generalpächtern finanzieller Abgaben. Wenn nach denselben Modalitäten, wie die Eisenbahnen das Verkehrsregal ausüben, die Erhebung der Elasten- und Einkommensteuer oder der Grenzzölle an Privatactiengesellschasten überlasten würde, so wären letztere immer noch durch die gesetzlich feststehenden Abgabensätze gebunden, während bet den Eisenbahntartfen die Bürgschaft der gesetzlichen Regelung fehle. Es scheine daher eine vorbereitende Prüfung der Frage geboten, ob und wie wett es thunlich set, tm Anschluß an die Reichsversastung bie gesetzliche und so wett möglich einheitliche Regelung des Tarifwesens herbeizuführen. Wenn dieses Ziel erreicht werde, so könnten auch Ausnahmetarife nur auf Grund der Gesetzgebung eingeführt und beibehalten werden. Wien, 27. Januar. Ein Telegramm des österreichischen Botschafters in Petersburg meldet, daß in Wetlianka am 8. und 9. Januar alten Styls (20. und 21. Januar) je ein Todesfall stattgchabt und seitdem fein neuer Fall vorgekommen sei; auch in ben cmberen Localitäten hätten keine neue Erkrankungen stattgefunben. Die Epibemie nehme entschieden an Jntenfltät ab, der Cordon sei neuerdings verstärkt. Der österreichische Consul in Moskau widerlegt das Gerücht, daß in einem Orte des Gouvernements Moskau eine Epidemie ausgebrochen sei. Madrid, 27. Januar. Bei der bevorstehenden Zusammenkunft der Könige von Spanien und Portugal in Elvas wird angeblich auch die Idee eines Ehebundes zwischen der Infantin Maria della Paz, Schwester des Königs von Spanien, und dem Prinzen August, Bruder des Königs von Portugal zur Besprechung kommen. Kalkutta, 27. Januar. Der afghanische Führer Mir Akhor, früherer Minister Schir Ali's, ist gestorben. — Die afgdanischen Truppen wurden, um der Desertion zu steuern, von Kabul nach Sheralf zurückgezogen Berlin, 27. Januar. In der heutigen Sitzung der Budget-Commission des Abgeordnetenhauses lagen Anträge der Äbgg. v. Benda und Rickert vor, welche im Wesentlichen darauf hinausgehen, das Gesetz vom 25. Mai 1873, betr. bie Klaflensteuer, dahin abzuändern, daß es ermöglicht werde, jährlich soviel Klaffen- und Einkommensteuer in Ansatz zu bringen, als zur Deckung Zoll auf Gifen. Mitte Februar tritt der Reichstag zusammen. Wenn ihm sofort ein Gesetz, welches auf fremdes Eisen 15-20o/g Einfuhrzoll legt, vorgelegt würde, so könnte dasselbe am 15. März in Kraft treten und einem außergewöhnlichen Nothstande, einer neuen in acuter Gefährlichkeit drohenden Invasion des Auslandes wäre einigermaßen gesteuert. Bekanntlich haben die englischen Bankbrüche eine ganz neue Situation für die deutsche Eisenindustrie geschaffen, die große Achnlichkeit mit den Turko- und Zuaven-Ueberschwcmmungen hat, welche uns Napoleon 1870 zugedacht hatte. Damals wartete König Wilhelm nicht auf Parlamentsbeschlüsse; er schickte seine Regimenter an die Grenze und hielt den feindlichen Ueber- fall von seinem Volke ab. Etwas Aehnliches verlangen wir heute vom deutschen Reichstag zur Beschützung unserer Grenzen gegen die mörderischen Ueberfälle der überfüllten englischen Eisenlager zu Bankerottpreisen. Die englische Eisenindustrie, welche das drei- und vierfache des eigenen Bedarfs producirt, hat in der Zeit der Roth auf Lager gearbeitet, und diese vollen Lager theilweise bei den Banken verpfändet. Der Bankerott einiger der größten erzeugt jetzt Ausverkäufe zu Schleuderpreisen. Von allen Industrieländern ist nur Deutschland Ischunlos gegen diese Bankerott-Verkäufe. Unserer Eisenindustrie droht daraus der Todesstoß, noch bevor die allgemeine Zollreform kommt. Deßhalb ist rasche Hülfe dringendes Bcdürfniß. Lokales. Gieficn, 28. Januar. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 30. Januar 1879, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des Schneidermeisters Weiner um Bauerlaubniß. 2. Desgleichen des Kaufmanns August Montanus. 3. Gesuch des Philipp Kreiling um Erlaubniß zur Niederlegung eines städtischen Spaliers, jetzt Geländeerwerb. 4. Tauschverträge mit den Bauunternehmern Konrad Koch und Johann Georg Kraus grill betreffend. 5. Die Quellenwasserleitung betreffend. 6. Die Parcellen-Vermeffung betreffend. 7. Die Straßenrcinigung, insbesondere die Schulstraße. 8. Octroirückvergütung betreffend. 9. Kostendccreturen. 10. Fristgesuche auf Communalrückstände. Gießen, 28. Januar. Aus den Derhandlungrn der Großherzoglichen Handelskammer. Anwesend: DieHerren Homberger, Liebrich, Georgi, Noll, F. Koch, F.C.B.Koch. Der Vorsitzende recapitulirt die Thätigkeit der Handelskammer im vorigen Jahre, in welchem 20 Plenarsitzungen stattfanden und 92 Vorlagen erledigt wurden, während das Register der Eingänge mit 4'2 Nummern abschloß. Er gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die noch in Behandlung befindlichen schwebenden Fragen befriedigende Resultate liefern möchten und daß die allgemeine Lage von Handel und Gewerbe im laufenden Jahre eine günstigere werden möge, wenn auch die Anzeigen dazu bis jetzt nur noch bescheidene Erwartungen rechtfertigten. 31 neue Eingänge werden zur Kenntniß gebracht, theils der Bibliothek, der Lasse und den Acten überwiesen, theils zur Circulation bestimmt. Das Protokoll der Eisenbahnconferenz vom 5. December v. I. zu Köln liegt nun ebenfalls gedruckt vor und beschließt man, die diesseitigen Anträge, welche in den Konferenzen Au Frankfurt a. M. und Köln eine vorläufig befriedigende Lösung nicht gefunden haben, nun: meh^ bei der deutschen Eisenbahntarif-Commission durch den ständigen Ausschuß der VerkehrS- intereffenten weiter zu verfolgen. Eine Eingabe des Herrn Georg Langheinrich in Schlitz, in welcher darüber geklagt wird, daß bei der stattgefundenen Reichsenquete über sie Lage der deutschen Leinen- und Baumwollenindustrie nicht auch ein Vertreter der Leinenbranche aus den Kreisen Alsfeld und Lauterbach berufen worden set, während Hessen-Nassau durch vier Betheiligte aus dem Fabrikanten- und Kaufmannsstande vertreten war, wird durch die Erwiderung erledigt, daß die Berufungen der einzelnen Persönlichkeiten durch den Vorsitzenden der von dem Bundesrathe eingesetzten Enquetecommission, Herrn Unterstaatssecretär Herzog, in Berlin erfolgt seien und hinzugefügt, daß der zur Reichsenquete für die Leinen- und Baumwollenindustrie berufen gewesene Präsident ber jeweiligen Ausgaben nothwenbig sei, unb ferner ben burch Herabminberung des gegenwärtige MatrtknlarbeirragS ober burch Überweisung birecter ElN- na^men vom Reiche für Preußen Disponibel roerbenben Betrag jährlich unser- kürzt zur Herabminderung der Klaffen- unb klajsificirten Einkommensteuer zu verwenden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet bie Meldung ber „Kreuz-Zlg." von ber bevorstehenden Abreise ces Geh. Legationsrathes v. Jisrnrmb auf ben Bukarester Diplomatischen Posten als nicht richtig und fügt hinzu: Die Entsendung des biplomatiscken Vertreters in Bukarest hänge bekanntlich von der E"tledigung der Bedmgungm ab, deren Erfüllung noch nicht erfolgt sei. Unter ben zu erlebigenben Bedingungen, von denen bie „Nordd. Allg. Ztg." spricht, dürste wesentlich auch bie Bestimmung des Berliner Vertrags betr. die Stellung der Juden, sich befinden. Rom, 27. Januar, Abends. Einem königl. Decret zufolge sollen die aus ruffischen Häfen des Schwarzen unb Asowschen Meeres kommenden Schiffe einer Sannäts-Revrsion unb gründlichen Desinfection unterzogen werden. Bern, 27. Januar, Abmds. Bezüglich des Abschluffes einer provisorischen Handels Convemton mit Italien wird gemeldet, daß die Antwort deS Bundesrathe^ auf Italiens letzte Co Zessionen demnächst erfolgen würde. (Eingesandt.) Die sogenannte Ueberproduktion. Da die freihändlerischen Männer der Theorie neuerdings die vorgebliche Deutsche Ueberproduktion" in Versammlungen und Zeitungen als imposantes Paraderoß vorreiten und damit auf alle Uneingeweihten einen überwältigenden Eindruck machen, so dürfte es verdienstlich sein, das Publicum wieder einmal daran zu erinnern, daß jenes Gespensterroß der deutschen Ueberproduktion lediglich eine freihändlerische Luftspiegelung, ein Produkt der Phantasie und Sophtstik ist. 2Bir_ bedienen uns zur Führung dieses Beweises nachfolgender Zahlenzusammen- stellung aus der soeben im Niendorff'schcn Verlag erschienenen ausgezeichneten Brochüre des Fabrikanten Hessel über den „Verfall unserer wirthschaftlichen Zustände." Nach Hessel sieht es mit der „Deutschen Ueberprodukion" ganz anders aus: Deutschland erzeugt pro Kopf Vs Ctr. Eisen, Belgien 3'/«, England 3V2. Würden wir die Production pro Kopf auf Vs Ctr. — also auf ein Viertel — einschränken so bliebe unter der jetzigen freien Einfuhr sicher immer noch dieselbe „Ueberproduction". Unsere Leinen-Industrie ist durch die freie Einfuhr von Oesterreich, durch die billige aus England und Belgien so weit heruntergebracht, daß wir jetzt für 43 Mill. Mark mehr ein- als ausführen, würden wir auch in diesem Artikel die Produktion um die Hälfte, selbst um dreiviertel einschränken- unter heutigen Verhältnissen bliebe da immer „Ueberproduction". Die Schweiz hat bei 2‘/2 Millionen Einwohnern 10,000 Gardinen- und Confections- Strickmaschincn; Deutschland bei 43 Millionen Einwohnern nur 2000 solcher Maschinen. Von letzteren sind seit Jahr und Tag nur 800 im Betriebe. Würden wir den Betrieb vielleicht auf 80 beschränken, so bliebe doch immer noch „Ueberproduction." England hat 42 Millionen Spindeln, Deutschland 7 Millionen. Wir beziehen für 130 Millionen Mark Garne mehr als wir ausführen; würben wir unsere Spindelzahl um 90 Procent verringern, so bliebe sicher eine große „Ueberproduktion". So ließen sich alle Industriezweige, sowie alle kunstgewerblichen Handwerkerbranchen durchgehen, in allen Zweigen läßt sich dasselbe nachweisen. Selbst in der Landwirthschaft treten Erscheinungen von „Ueberproduction" hervor (durch massenhafte Einfuhr). Unsere Landwirthe haben ihr Fertvieh oft aber Monate über die Zeit im Stalle, das Getreide auf dem Speicher, nur zu den allergedrücktesten Preisen können sie losschlagen. Im Jahre 1868 führte England für 20 Millionen Mark tuchartige Stoffe, 1873 schon für 160 Millionen bei uns ein. Dem gegenüber haben wir dort importirt für noch nicht eine Million. Frankreich importirte 1865 für 385 Millionen Frcs, 1873 aber schon für 774 Millionen bei uns. So verhält es sich mit der „Deutschen Ueberproduktion". Ohne den Freihandel würden alle deutschen Fabriken und Arbeiter vollauf Beschäftigung haben und Niemand würde von „Ueberproduktion" reden. K traten1 K- ■«5*5 Sä 6 sich In ter Ion MW MikitM' bezüglich »er gtgtngtwM Van «ii^c 5_® Ma wahrest g Manges, rin diesen Abend Satze von . vas auf ein sein scbürßen was eine so regung bring der Art, wu bat sicher se Ouvertüre u dirigirt, bei scheint. Di Stimme cig tmtfunbene1 gebührende Schade wa Sextus-Ar Händel's , verstand ei Großen ai 589) svrüche ir Gei ju mdjfn solche bei Miß btnm schriftlich < solche bei Rücksicht to Gießen, Groß! Erdma Londrichi von UH M ben Sedäube^ Gießen durch Sub 1. LooS; s 2. Loos: 2. Loos: f Plane, s "Jen in t offen. Offerten, fämmtli finl °°"ser ^vnta t Vsi ■ Uni titln "»"buS bet eh i MM der Handelskammer, Herr M. Homberger, Veranlassung genommen habe, den Handclsverein zu Lauterbach mit den einschlägigen allgemeinen Fragen bekannt zu machen und zu ersuchen, ihm die Ansichten und Wünsche der Interessenten dortiger Gegend mitzutheilen, um auch diese, wenn es wünschenswert!) erscheinen sollte, bei den stattfindenden Vernehmungen zur Geltung zu bringen. Der Vorstand des Handelsvcreins habe diese Fragen beantwortet und zugleich darauf hingewiesen, daß in den betreffenden Bezirken die Letnenweberei von größerer Bedeutung sei, als die Baumwollenwcbcrei, auch dabei die hauptsächlichen Momente hervorgehoben, welche geeignet wären, die Lage dieser Industrie, sowie der ihr angehörcnven Arbeiter zu verbessern und ersucht, im Interesse der Betheiligten nach Möglichkeit auch für den dortigen Bezirk einzutreten. Wenn -es sich nun auch bei der Lachverständigengruppe, welcher der hiesige Vertreter angehört hatte, in der Hauptsache nur um reine und gemischte Baumwollenindustrie gehandelt habe, so seien Don ibm dennock die bcregten Wünsche in Bezug auf die Leinenindustrie bei seiner Vernehmung erörtert und von der Commission zur geeigneten Berücksichtigung für die Leinen Enquete, welche bezüglich der Sachvcrständlgenveruehmüng am 5. December begonnen hatte, bercitwilligst ent- gegengenommen worden. Man schritt sodann zur Präsidentenwahl für das Jahr 1879, bei welcher Herr M. Homberger zum Vorsitzenden und Herr Adolph Noll zum Stellvertreter Mit je 5 Stimmen wiedererwäblt wurden. Das Coneert vom 26. Januar zu Gießen. Man kann das vorgestrige Coneert, welches in Gießen's Mauern stattgefunden hat, cm wahrhaft glänzendes nennen, da es uns wieder einmal vergönnt war, auch einen Künstler ersten Ranges, einen Zauberer im holden Reiche der Töne zu bewundern. Ich hatte mir vorgenommen, diesen Abend kritisch-nüchtern zu beurthcilen, nun aber sehe ich daß ich bereits in meinem ersten Satze von „Gießens Mauern" von dem „Zauberer" und „von dem Reiche der Töne" rede, was auf eine romantische Stimmung, also auch auf ein pathologisches Behaftet- und Gesangensein schließen läßt. Nun gut, es sei' so, reden wir im ersten Erinnern noch im Rausche! Denn was eine so große, nicht grade an geringe musikalische Kost gewöhnte Zuhörerschaft so in Aufregung bringen konnte, das muß etwas Würdiges, etwas Schönes gewesen sein, und ein Rausch der Art, wie er sich am 26. Januar über viele edle, männliche und weibliche, Herzen ergossen, bat sicher seine Berechtigung und lobt er auch die Trinker nicht, so lobt er doch den Wein. — Ouvertüre und Scherzo von Schumann waren brav von unserem Musikdirektor, Herrn Felchner, dirigirt, der überhaupt für die Schumann'schen Sacken ein besonderes Verstandniß zu haben scheint. Die „Penelope" von Fräulein Hoffmann, welcher eine herrliche, klangvolle Alt- Stimme eigen ist, ist zwar eine hochpathetische Erscheinung, allein ihr getragenes tief elegisch empfundenes Lied scheint mir doch nur auf der Bühne mit dem geeigneten Relief seine ihm gebührende Würdigung finden zu können und eignet sich weniger für isolirte Darstellung. Schade war es, daß neben dem griechischen Modell nicht die ursprünglich in Aussicht genommene Sextus-Arie aus Titus, als passendes römisches Gegenbild, von Fräulein H. gesungen wurde. Händel's „Semele" mußte so einigen Ersatz bieten. Der Diolin-Held, Herr Emile Säuret, verstand es aber, die hochansehnliche Hörerschaft einmal systematisch, d h vom Kleinen zum Großen aufsteigend, in innere seelische Erregung zu setzen. Wie Odysseus, vor den Freiern auftretend, zuerst nur unbedeutend an dem verhängnißbringenden Bogen klimperte, um dann hernach Alles zu überwältigen, so bot uns Herr Säuret erst das weniger m das Gewicht fallende Violin-Concert von Ernst, um hernach immer überwältigender und in Fesseln schlagender durch sein Beethoven und Vieuxlemps-Conecrt zu wirken, bis er zuletzt auf wiederholtes stürmisches Andrängen der Gießener, die cs nicht anders thaten, wie ein zum Vaticiniren endlich bezwungener Proteus, vortrat und eine Bravour-Fantasie über eine bekannte Opern-Arie in den seelenvollsten Accorden meisterhaft zum Besten gab. Die Wirkung war eine durchschlagende, enorme. War cs den Lauschern vorder schon „wohlig wie dem Fischlein auf dem Grunde", so steigerte sich die Lust, das Entzücken gegen das Ende hin aufs Aeußerste. Da wurden Feinde Brüder, „schwere Philologen machten leichte Gedichte," das fühlende Herze „verlernte jeglichen Spott" und Alles war berauscht. Bankier und Geschäftsleute sonst sollen derart ergriffen gewesen sein, daß man nicht wußte, als sie am folgenden Tage von Quarten und Achteln sprachen, ob sie Musiktakte oder Procente meinten. Zweckmäßig muß man, unter so bewandten Umständen, den Schluß nennen, der dürch die Hayden'sche Symphonie Nr. 13, die so ausgezeichnet ist durch liebliche Einfachheit und Würde, dem aufregenden Abende gegeben wurde. Dank aber sei d n Männern, die solche Wunder von Zeit zu Zeit durch ein frisches Unternehmen zu verleihen verstehen, und möchten sie nicht allzu lange anstehen, uns ähnliche hohen Genüsse zu bereiten und zu ermöglichen. G. Handel und Verkehr. Gießen, 28. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75—80 H, Hühnereier, per Stück 7—8 Enteneier, per Stück 8 Käse, per Stück 5 bis 8 Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 22 Tauben, das Paar 80 H, Hübner, per Stück X 1ch<>, Habnen, per Stück X 1.70, Enten, per Stück X 2 50 Gänse, per Pfd. Kartoffeln, per 100 Kilo X 5—6.—, Zwiebeln, per Ctr. X 8.— Ocksenfleisch 70—72 H per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 57—60 H, Kalbfletsck 5"—60 H, Hammelfleisch 60 65 Frankfurt, 27. Januar. (Fruchtbericht.) Der heutige Markt behielt den Standpunkt vorsichtiger Beobachtung inne und vermochte demzufolge die geschäftliche Entwickelung größere Dimensionen nicht anzunehmen. Die Berichte von auswärts lauteten nicht freundlich. Die Geschäftslosigkeit ist überall eine hochgradige. Mehl Nr. 1 X 39, Nr. 2 X 35, Nr. 3 X 31, Nr. 4 X 27, Nr. 5 . ZZatzenstein. Thee - Niederlage von C. O. Fr. & Cie. in London empfehlen in Original-Paqueten (161 CSebr. Adami. Z Iimmerspäne zu verlaufen. L. Petri 11, Ludwigsstr. Stets frisch gebr. KafiFee (reinschm.), per Pfd. JL 1,65, JL 1,80, X 2, rohe Kaffee. per Pfd. JL 1,48, X 1,54, X 1,60, empfiehlt (445 Philipp Bauer 11^ ______ Bahnhofstraße. 577) Gutes Heu, Stroh u. Kartoffel» verkauft B a l t h. M a l ko m es i u s, 9reustadt- m. 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X XXXXXXXXXXXXX XKXXXXXXXNNN Mollene und baumwollene in grc6cr au6toal)l Strick und Häkelgarne XÄ8ficn$teifen xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 5 Speciafität * Kreppei LZ Feinster Westphälischer Schinken . . ä Pfd. 75 ,, „ ,, im Ausschnitt „ tt tt h ®Äk Mbelausverkauf. eÄ’a». 565) Um die Rücktransportkosten zu ersparen, werden die noch vor- bandenen Möbel zu jedem annehmbaren Angebot abgegeben, bestehend noch in 1 feinen Plüschgarnitnr, 1 schwarzer Tisch und Schränkchen, 2 französische Betten, 1 Büffet, 1 Ausziehtisch, pol. Schränke, Klapptisch, Wasch-».Nachttisch, Rohrstühle,Spieaelschrank zu .X 85, seiner Ovalspiegel mit Aufsatz M. 20, 1 Canapce und 1 Chaislongue. Seltersweg C. 44, parterre. »• •» in Eimer, netto 20 Pfd., tncl. Eimer . . „ Mettwurst Gothaer Cervelatwurst Rothe Zungenwurst mit Einlage .... Weiße „ „ „ . . . . Augsburger Rollschinken Nußschinken Trüffelwurst Sardellenwurst Feinstes Westph. Rauchfleisch, zum Rohessm Prima „ Bratspeck „ Tafelschmalz .... Ausverkauf. 559J Um mit meinen Waarenvorrathen möglichst zu räumen, setze ich dieselben einem Ausverkäufe aus. Ich gebe auf ganz moderne Damen - Kleiderstoffe, sowie meine sonstigen couranten Artikel, einen Rabatt von zehn Procent und erlasse kleine und größere Stoffreste, darunter sehr seine Sachen, bedeutend unter dem Einkaufspreise. Muster werden während des Ausverkaufs nicht abgegeben. J, C/i. Retter. Wohnungs - Veränderung. 469) Von heute ab wohne ich bei Herrn Emil Becker, Schuhmacher, am Neuenweg. Wwe. Schneider, Hebamme. Im Wetterauer Boten, welcher sich einer ausgedehnten Auflage erfreut, finden Inserate ieder Art, namentlich aber Holzoersseigermigen, große Verbreitung, worauf wir die Herren Oberförster und Bürgermeister ganz besonders aufmerksam machen. Billigste Insertions-Berechnung wird zugefichert. Butzbach. Die Expedition. Apfelsinen, L 10, 12 und 15 H, empfiehlt (550 Gg. Wilh. Weidig. Salz von der Großherz. Saline Bad Nauheim, aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslich- keit, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. Gr. D. Bapet auf dem Markt in Gießen. (196 Großherzoal. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. Schellfische treffen heute ein. (604 feg. Willi. Weidig. Gebr. Kaffee stets frisch in bekannt guter Qualität a M 1.40, 50, 60 u. 80 ver Pfd empfiehlt (517 W. Heuser. vorm. F. Bieler. ~ Süße rothe Valencia - Apfelsinen empfehlen (192 J» Busch Söhne» m430) Ein neuer Schreibftn-etär von Nußbaum ist billig zu verkaufen bei W. Müller, Schreiner, F lügelsgasse. Jermietssungen. 592) In meinem Hause, Ecke der Gartenstraße, ist der 3. Stock per 1. April und der von Frau Hofrath Wehn bewohnte 2. Stock per 1. Juli d.. I. anderweit zu vermiethen. L. Petri II. 600) Ein möblirtes Zimmer pr. sofort zu vermiethen. E m i l S ch m a l l, (Frankfurter Hof.) 588) Eine Werkstätte, welche auch zu einem Lagerraum benutzt werden kann, ist sofort zu vermiethen. A- Marcus, _____________Reichensand-Bahnhofstr. 224- 150) Eine Wohnung von 4 Zimmern, Küche, nebst Zubehör, sowie der Mansardenstock ganz oder getrennt, auch ein einzelnes Zimmer zu vermiethen und gleich beziehbar bei Adolf Hoß, Schießgärten. 483) Ein Logis von 4 Zimmern und Zubehör ist zu vermiethen und bald zu beziehen. Wilhelm Krämer, Reichensand-Bahnhofstraße. 484) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Buchhändler Roth, Marburgerstraße. 531) Zu vermiethen ein mittelgroßes Logis in der Reichensand-Bahnhofslraße. PH. Strack. £)immer mit Bett zu vermiethen. 504) Schloßgaffe B. Nr. S. 242) Mansardenwohnung mit Wasserleitung an eine ruhige Familie zu vermiethen. Näheres bei d. Exped. d. Bl. 287) Laden und Wohnung zu vermiethen. Kaplansgasse 218. 307) Eine vollständige Wohnung nebst Stallung, Heuboden, ein Stück Grabland und eine große Lagerhalle zu vermiethen; auch kann dieselbe getrennt abgegeben werden. I. G- Unverzagt, Gartfeld. 293) Ein Haus, best. aus 7 Zimmern, verschließb. Boden u. s. w. nebst Garten, zu vermiethen. Ebenso eine Wohnung von 4 Zimmern u. s. w. Näheres Grünbergerftraße Lit. B. 151,5. 532) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Lehrer C. Rahn. 545) Eine Familienwohnung zu vermiethen bei Ferd. Felfiug, Neuenweg. 54) Die Mansardenwohnung in meinem Hause, bestehend aus 4 Zimmern und Zubehör ist auf den 1. April event. auch früher zu vermiethen. Carl Stückrath. 570) Ein Logis von 4 Zimmern, Cabinet und Zubehör, bis 1. April beziehbar, zu vermiethen. Näheres bei L. Huhn, Bleichstraße 37. 574) Ein Laden mit Logis in bester Lage der Stadt zu vermiethen. Näheres bei I. Blitz. 426) Die Wohnung des Herrn Professor Dr. Seuffer t ist wegzugshalber per 1. April d. I. ganz oder getrennt zu vermiethen. A. Griffe. 474) Zwei ineinandergehende Zimmer zu vermiethen. Grünbergerstraße B. 150. Wermischte Anzeigen. 525) Eine Kleidermacherin wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt zu. haben. Auskunft ertheilt die Exp. d. Bl. 590) Eine gebildete Familie auf bem Lande in gesunder Gegend, sucht Gemüths- oder Nervenleidende in liebevolle Pflege zu nehmen. GesL Offert, sub H. 6222 beförd. Haasenftein & Dogler, Frankfurt q. M. G. Hagedorn, Dich-Commissio ns geschah Ijoudon, 60, West Smithfield. -----1 Ecv». >----- Banquiers: 058 Messrs. Lacy, Son & Hartland. 586) Auspoliren von Möbeln besorgt Louis Roloff, Wallthor 145. 601) Ein angehender Kellner kann sofort eintreten im „Frankfurter Hof" 524) Für einen armen Waisenknaben sucht Lehrlingsstelle bei einem Tischlermeister Crofdorf. Co Inot. 562) Eine alte solide und leiftuugS- fähige Kornbranntwein Brennerei in Nordhausen sucht für Gießen resp. für die Provinz Oberhessen einen tüchtigen Vertreter bei guter Provision. Off u. K. 516 nimmt d. Central-Ann.-Exped. v. G. L. Daube A» Co., Nordhausen entgegen. 605) Ein braves Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht. Neue Anlage C. 40. Theaterrepertoir. Donnerstag den 30. Jan.: Wenn man im Schlafe spricht. — Gnaltfch. Freitag den 31. Jan.: Wir Männer find alle Gugel. — Ein Zündholz« chen zwischen 2 Feuern. Sonntag den 2 Febr.: Gin Opfer der Jesuiten ober ber Erbe bes Millionärs. (Novität!) Die noch ausstehenben gelben Abonne- mentSkarten müssen zur Donnerstags- vorfrellung benutzt werben, sonst verlieren ffe ihre Gültigkeit. 602)Die DlrectU«. DuMont. 3/2 7Zl.Bef.lll.Gr. Geld EourS. 20-Francs-Stücke . . . 16 16-20 bo in Vr • 16 16-20 Englische Souvereigns . 20 35—40 Russische Imperiales 16 65-70 Holländische fl. 10-Stücke 16 65 Ducaten ...... 9 54—55 Dollars in Gold . . . 4 17-20 N-rantwortliche Redaction: A. Sch-yda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Uni-.-Druckerci (Fr. Ehr. Pietsch) in Stehen.