? Uht ' ‘'»nut bjc 1«? ' ’S o eilige- ^Ntotnmijjgn *'/ d°n ^uraumen. In/ 'jte ®e6ülftn Är’^ itr Leitung. ich. reicht ü r Qornfeiff* - aiti Serlin- großen Andrangs ie Tage zu herab- fommen heute und Eamen» und Herren» che 50 gestickte : Kopf' und Taillen- Kindn-Röckchen von Damen ddi^A »llene und reim ’nen von 1. ij/3, 2 wollene ui;O leiitne iige [eibene Damen- Mer 75 eine ii an, Wgrl« rdnltmtne Küchen- Ttuben - Handtücher^ »0 Wdefhlipse, kürzen 25 große große leinene Latz- für Damen 75 H, V,x inderhemdchen 30 4 große Damenhemdea rairosenkragen 25 4 eoße offene Encoeur- E «ein Sch«J id am Markt at habe Münb,t( L..»»*' rsvoll [erbefL E :-KK Dienstag den 28. Oktober Kr. Erscheint täfllich mit Ausnahme des Montags. Gießen, den 17. October 1879. Franck, Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Lrmgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Bekanntmachung. Das Büreau des Bezirksfeldwebels der 1. Bezirks-Compagnie (Gießen) befindet flch seit dem 16. d. Mts. in der Behausung des Gastwirchs G. Harms im Schützenhof, Grünbergerstraße. «»x-edtttonsdnrean r ) Schulstraße B. 18. Aotitisch Deutschland. Darmstadt, 24. October. Wie bereits mitgetheilt, ist der Finanzausschuß der zweiten Kammer in Bezug aus die Vorlage des Großh. Gesammtministeriums, die I Abtretung des Hessischen Antheils an der Main-Weser-Bahn an Preußen betreffend, getheilter Meinung. Namens desjenigen Theiles des Ausschusses, welcher beantragt, die Kammer wolle dem von der Negierung vorgelegten Kaufverträge ihre Zustimmung । ertheilen, hat der Abg. Kugler folgenden Bericht erstattet: „Wenn wir zunächst den Grund betrachten, welcher nach Ansicht der Majorität des ersten Ausschusses hauptsächlich gegen den Vertrag sprechen soll, so können wir i denselben als stichhaltig nicht anerkennen. Darnach wünscht dieselbe abzuwarten, bis die Zukunft des Eisenbahnwesens in Deutschland klarer zu überschauen ist und namentlich, ob sich das Reichs-Eisenbahnproject verwirklichen wird oder nicht, um im ersteren Falle die schlecht rentirenden Bahnen mit den gut rentirenden unter günstigen Bedingungen verkaufen zu können. Dies könne , allerdings auch für die Minorität ein bestimmender Grund sein, gegen den jetzigen Verkauf zu stimmen, wenn nur einige Wahrscheinlichkeit wäre, diese unseres Erachtens ganz hoffnungslosen Wünsche verwirklicht zu sehen. Wenn wir auch vorerst annehmen I wollten, daß die Main-Weser-Bahn für die Folge zu den gut rentirenden Bahnen zu I rechnen wäre (was sie, wie wir später nachweisen werden, voraussichtlich nicht sein wird), so wird doch kein Staat, um eine gut rentirende Bahn zu erwerben, nicht nur diese über Gebühr bezahlen, sondern auch noch schlecht rentirende Nebenlinien zu verhältniß- ! mäßig hohen Preisen mit in den Kauf nehmen, sondern es wird jede Bahn immer nur nach ihrem eigenen besonderen Werth und nach ihrer muthmaßlichen Rentabilität, oder die gleichzeitig zu verkaufenden Bahnen ihrem Durchschnitts^ierthe entsprechend bezahlt. i Wir holten es deßhalb für eine hoffnungslose Erwartung, die Oberhessischen Bahnen auf diese Weise früher oder später zu einem nur einigermaßen dem Kostenpreise derselben entsprechenden Preise verkaufen zu können oder überhaupt nur ein irgend anuehm- i bares Gebot darauf zu erzielen. Die Oberhessischen Bahnen sind und bleiben, wie : unseres Erachtens in den Verhandlungen bei deren Ankauf gründlich nachgewiesen ! worden ist, ihrer Bedeutung nach nur Secundärbahnen, die dem Localverkehr dienen, I aber vermöge ihrer ganzen Anlage, ihrer Richtung, ihrer Steiaungs- und Krümmungs- Verhältnisse wegen niemals einen durchgehenden Verkehr von Bedeutung auf sich ziehen können. Selbst Preußen würde dies nicht fertig bringen können, wie die Majorität es | in Aussicht stellt, trotzdem, daß die Oberhessischen Bahnen von seinem Eisenbahnnetz ganz umschlossen sind, da das Letztere nach jeder Richtung hin den durchgehenden Ver- l kehr vortheilhaster vermitteln kann, als dies durch Bergbahnen von starken Krümmungs- Verhältnissen, wie die Oberhessischen Bahnen es sind, möglich ist. Zur Genüge wurde unseres Erachtens in der Verhandlung über den Ankauf ■ der Oberhessischen Bahnen ferner nachgewiesen, daß eine Fortsetzung der Gießen-Geln- hausener Bahn nach Partenstein weder einen durchgehenden Verkehr bringen, noch die ganze Linie überhaupt rentabler machen kann, und dies ist jetzt noch weniger der Fall ' wie damals, nachdem außer der Concurrenzlinie Elm-Gemünden nun noch die Linie P Friedberg-Hanau gebaut wird. Ebenso erscheint die Fortsetzung der Alsfelder Linie nach Hersfeld keine Rentabilität zu versprechen, da das bezügliche Project seinerzeit | und unseres Wissens gerade von Preußen wieder fallen gelassen wurde. Es kann aber cruch selbst für das Reich, wenn überhaupt das Reichs-Eisenbahnproject zur Durchführung kommt, nicht von Interesse sein, solche Localbahnen, wie die Oberhessischen Bahnen es sind und stets bleiben werden, zu erwerben, da dieselben nur ein Interesse sür das Land selbst haben, in welchem sie zur Hebung und Belebung des inneren Verkehrs und Wohlstandes dienen sollen. Aber auch abgesehen von alledem, welchen Kaufpreis könnte man überhaupt für jene Bahnen vereinbaren, die beiläufig 40 Mill. Mk. kosten und durchschnittlich nur ihre Betriebskosten decken, also ihrem Ertrag nach einen Werth gleich Null habend — Damit es möglich wäre, diese Bahnen zu ihrem ursprünglichen Kostenpreis dadurch ; zu verkaufen, daß eine gut rentirende Bahn mit einem Baukapital von ca. 16 Mill. Mk. (wie die Main-Weser-Bahn) ebenfalls zum Kostenpreise abgelassen würde, müßte die Letztere ca. 14 pCt. rentiren, um für beide eine beiläufig 4 pCt. Rente zu erzielen. Daß die Main-Weser-Bahn eine solche Rente niemals erreichen kann, ist selbst- vcrständlich, aber gesetzt den Fall, sie würde diese Rente wirklich erreichen, wäre es nicht ! auch dann sowohl für das Reich als auch für Hessen in beiderseitigem Interesse vor- ! theilhafter und rathsamer, wenn selbst dann dem Reich nur die Main-Weser-Bahn zu einem im Verhältniß der hohen Rente capitalisirten Preise allein überlassen bliebe? Für das Reich hätte die Main-Weser-Bahn als durchgehende Verkehrslinie einen besonderen Werth, wie sie denselben gegenwärtig auch für Preußen hat, weil Letzteres durch deren Ankauf ein geschlossenes Bahnsystem mit einheitlicher Verwaltung schaffen | kann, sobald die Main-Wefer-Bahn ganz in sein Eigenthum übergeht, und nur dieser Grund kann unseres Erachtens Preußen auch jetzt noch bestimmen, den gebotenen Kaufpreis zu bezahlen, gegenüber der abnehmenden Rente, die dafür zu erwarten steht. Auf der anderen Seite würden die Oberhessischen Bahnen besser in den Händen Hessens bleiben, wenn dieselben, wie in obigem Falle, beim Verkauf umsonst drein gegeben werden müßten, denn die eigene Regierung kann denn doch mindestens noch durch Hebung des Verkehrs einen indirecten Nutzen aus den Bahnen ziehen, was für eine fremde Regierung nicht möglich ist. Noch weniger aber kann das Eigenthumsrecht, welches Hessen an der Main- Weser-Bahn hat, für den Fall von Bedeutung sein, welchen ein Mitglied der Majorität besonders in's Auge faßt, daß es nämlich früher oder später zu einem An- oder Verkauf der Ludwigsbahn kommen sollte. Für diese Bahn, insoweit sie in Hessen liegt, h«t Hessen das Vorkaufsrecht, und kann davon Gebrauch machen, einerlei ob die Main- Weser-Bahn, die mit jener Bahn in gar keiner Beziehung steht, noch theilweise Hessisch older ganz Preußisch sein wird. Diese Speculationen auf die zukünftige Eisenbahnpolitik scheinen uns daher nach diesen Ausführungen nicht den geringsten Grund zu bieten, mit dem Verkaufe der er HHeil. Main-Weser-Bahn zurückzuhalten, wenn andere triftige Gründe denselben rathsam er;' scheinen lassen. Und diese triftigen Gründe, die Main-Weser-Bahn zu den nach dem vorliegenden Vertrag gebotenen Bedingungen zu verkaufen, liegen unseres Erachtens allerdings vor. Die Hauptgründe dafür sind bereits in den Motiven der Regierungsvorlage angedeutet und bestehen namentlich darin, daß: 1) der Einfluß der Hessischen Regierung bei der jetzigen Verwaltung der Bahn ein so überaus geringer ist, daß die Interessen des Hessischen Staats und der Bewohner Oberhesfens durch feste Abmachungen in dem Kaufvertrag sogar besser zu wahren sind, als durch das gegenwärtige Mitwikungsrecht Hessens in der Verwaltung, und daß 2) der gebotene Kaufpreis dem Kostenpreise und der jetzigen Rente der Bahn vollständig entspricht, während zu erwarte« steht, daß diese Rente durch die Concurrenz- linien sowohl, als auch durch die unvermeidlichen Ergänzungen und Neubauten, welche demnächst in Aussicht stehen, und durch welche auch das Baukapital ganz wesentlich erhöht werden wird, ohne daß die Einnahmen der Bahn dadurch im Mindesten gesteigert werden, noch bedeutend sinken wird, so daß in späteren Zeiten keinenfalls mehr ein so günstiger Verkauf zu erhoffen sein dürfte. Was den elfteren Grund betrifft, so ist in dem Majoritätsbericht bereits eingehend mitgetheilt, wie die Verwaltung der Bahn gegenwärtig durch drei preußische und einen hessischen Beamten geleitet wird- Wenn nun auch durch den Vertrag vom 3. Mai 1868 gewahrt ist, daß die Bedenken und Wünsche Hessens „thunlichste" Berücksichtigung finden sollen, so ist doch klar, daß der Einfluß des einen hessischen Beamten, den drei preußischen gegenüber, nur ein sehr geringer fein kann, wie dies von dem betreffenden Herrn Regierungscommissair auch persönlich zugestanden worden ist. Welch' großer Einfluß dem hessischen Beamten auf die Verwaltung vorbehalten sein soll, wie die Majorität dies animmt, ist uns daher ganz unerfindlich. So lange die.Interessen der beiden Staaten bezüglich des Betriebs, Erzielung eines guten Ertrags und Verwendung desselben parallel laufen, ist ein gutes Einvernehmen allerdings zu erwarten. Wie es aber dem einen hessischen Beamten gelingen soll, die stets steigenden Ausgaben herab- rudrücken, wie dies von der Majorität erhofft wird, wenn diese Ausgaben von den drei preußischen Beamten als nothwendig erkannt werden, dies scheint uns eine unlösbare Aufgabe, da er in diesem Falle stets überstimmt wird. Außerdem laufen aber die hessischen und preußischen Interessen auch in Bezug auf die Main-Weser-Bahn in sehr vielen Fällen keineswegs parallel, obgleich die beiden Staaten pro rata ihrer Baukapitalien gleichmäßig an dem Ertrage der Bahn beteiligt sind. (Schluß folgt.) Darmstadt, 25. October. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 23) enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnisien betreffend. 2. Summarische Uebersicht der Rechnung der Regierungsrath Manschen Schulunterstützungs-Sttftung für 1878. 3. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Com- munal - Bedürfnissen in den israelitischen Reltgtons - Gemeinden des Kreises Worms. 4. Ordensverleihung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 12. Septbr. dem Sergeanten und Dtvisionsschretber Müller das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen mit Schwertern zu verleihen. 5. Namensveränderung. 6. Dienstnachrtchten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 16. Septbr. dem evang. Pfarrer Ludwig Friedrich Hofmann zu Köngernheim die evang. Pfarrstelle zu Planig, am 19. Septbr. dem evang. Pfarrer Friedrich Sommerlad in Hertnghausen die evang. Pfarrstelle zu Nieder-Ohmen zu übertragen; am 6. Octbr. den Oberamtsrichter bet dem Amtsgerichte Mainz, Johannes Baptist Volk, mit Wirkung vom 1. Octbr. l. Js. an als Rheinschifffahrtsrichter zu ernennen; am 7. Octbr. den von der reformirten Gemeinde Neu-Asenburg auf die reformirte Pfarrstelle zu Neu- Isenburg präsentirtcn evang. Pfa^ramts-Candidaten Herm. Knodt aus Eppelsheim für diese Stelle zu bestätigen; an dems. Tage dem evang. Pfarrer Karl Rasch zu Rod a. B. die evayg. Pfarrstelle zu Hopfgarten, dem Gymnasiallehrer Karl Walz z« Darmstadt die evang. Pfarrstelle zu Bad Nauheim, dem evang. Pfarrer Heinrich Wagner zu Grebenau die evang. Pfarrstelle z» Romrod zu übertragen. Am 20. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Wückert auS Rehborn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, am 26. Sept, wurden dem Schullehrer Peter Braun zu Bisses und dem Schulamtsaspiranten Philipp Philipps aus Fauerbach v. d. H. Lehrerstellen an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg, am 30. Septbr. wurden dem Candidaten der Theologie, Christian Buß zu Butzbach, die Stelle eines ersten Lehrers, sowie dem Schullehrer Ernst Rumpf zu Butzbach eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule daselbst, dem Schulamtsaspiranten Otto Weide aus Ziegenberg und dem Schulamtsaspiranten Heinrich Winter aus Hoch-Weisel Lehrerstellen an der Volksschule zu Butzbach, an dems. Tage wurde dem Vicefeldwebel im Großh. 4. Jnfamerie-Regimem (Prinz Carl) Nr. 118, Georg Peter Ewald, die Stelle des Pedellen am Gymnasium zu Darmstadt, am 3. Octbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Klamm aus Bliklar eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Echzell, am 7. Oclbr. wurde dem Schullehrer Konrad Wahl zu Frischborn die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schadenbach übertragen. 7. Dienstenthebungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller« gnädigst geruht: am 1. Juli den Major i. P. von Bechtold von der ihm übertragen gewesenen Stelle eines Vorstehers der Stellvertretungsanstalt und Rechners der Einstandskaffe, aus Anlaß der Aufhebung dieser Anstalt, unter dem Ausdruck der Zufriedenheit mit seiner Dienstführung, an dems. Tage den Oberrechnungs-Revisor Ludwig Htsierich unter Belastung in der Stelle als erster Revisor bet der ersten Justificatur-Abtheilung der Oberrechnungskammer von den seither versehenen Functionen eines Dirigenten der ersten Justificatur- Abtheilung der Oberrechnungskammer mit Wirkung vom 1. Octbr. l. Js. an zu entheben. 8. Dienstentlassungen. Am 11. Septbr. wurde der Lehrer an der städtischen Volksschule zu Darmstadt, Gabriel Bamberger, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Octbr. I. Js. an, am 16. Septbr. wurde der Schullehrer an der evang. Schule zu Nteder-Liebersbach, Johann Friedrich Lamm, am 7. Octbr. wurde der Assistent bet den naturwtstenschaftlichen Abthetlungen des Museums, Wilhelm Förster, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. De- cember 1879 entlasten. (Schluß folgt). Berlin, 25. Octbr. Die Generalsynode beschloß, an den Tagen, wo das Herrenhaus tagt, Abendsttzungen abzuhalten. Die Emertten.Ordnung wurde nach den Beschlüsten der ersten Lesung angenommen, mit einem Amen« dement, wonach die Einziehung der für den Emerttenfonds erforderlichen Ktr« chensteuer durch Staatsbeamte erfolgen soll. — Die Eröffnung des Landtags erfolgt am 28. October, Mittags 12 Uhr, durch den Kaiser. — Der Kaiser und die Prinzen Karl, Friedrich Karl und Prt»z August von Wüttemberg sind heute früh zur Jagd nach Hubertusstock gefahren. Berlin, 25. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt die Mittheilungen über die Erwiderung des Cultusmintsters auf die Ansprache der katholischen Geistlichkeit bet seinem Besuche der Pfarrkirche in Neuß richtig. Dieselbe sei in durchaus ungenauer und zu Mißdeutungen Anlaß gebender Fassung in die Blätter übergegangen. Der Minister habe wörtlich gesagt: „Ich nehme gern die mir Namens Ihrer Gemeinde gegebene Versicherung entgegen, daß dieselbe in ihrer Gesammtheit treu an König und Vaterland und an den vaterländischen Institutionen hängt. Was die mir zu erkennen gegebenen Wünsche betrifft, so liegen mir dieselben auch sehr am Herzen und ich bitte Gott, daß die Zett bald kommen möge, wo ihre Erfüllung nach dem Maße und auf dem Boden der Landesgesetze wird geschehen können." Berlin, 25. October. Die Generalsynode berteth tu dem Fortgang ihrer Sitzung die Denkschrift des Oberktrchenraths über das Verhältntß der evangelischen Landeskirche zur Volksschule. Die Hauptanträge des Referenten Schrader gehen dahin, den confefstonellen Character der Volksschule und, soweit dies möglich, auch den der höheren Schule zu wahren, die Stmultanschulen auf ein unabwetsltches Bedürfutß zu beschränken und den Kreis der Beztrks- schul-Jnspection nach der Confession der ihr unterstellten Schulen möglichst zu scheiden. Schrader begründete die Anträge und der Correferent Seeltger beleuchtete die Unzulänglichkeiten in den bestehenden Schulaufsichts-Verhältnisten und die Verkümmerung in der Leitung des Religionsunterrichtes nud krttlsirt die Falk'schen allgemeinen Bestimmungen bezüglich des Stundenplans, wodurch der Religionsunterricht verkürzt werde. — Der Kultusminister erklärte, er könne es nicht als seine Aufgabe betrachten, hier seine politische Verantwortlichkeit für irgendwelchen Akt seiner Verwaltung zu vertheidigen oder der Generalsynode gegenüber in irgendwelche Engagements etnzugehen. Er werde über die Führung seines Amts vor der politischen Körperschaft Rechenschaft zu geben, reichlich Gelegenheit finden. Er könne sich aber, wenn die gesummte Vertretung der Landeskirche sich mit einer so hochwichtigen Angelegenheit befaste, auch nicht in ein bureaukratisches Schweigen hüllen. Die Ueberzeugung, daß die Volkserziehung nicht ohne religiöse Grundlage geschehen könne und die Volksschule nicht blos eine Bildungsanstalt, sondern auch eine Erziehungsanstalt sein muffe, habe sich in immer wetteren Kreisen Geltung verschafft. Selbst dieser Versammlung sehr fern stehende politische Richtungen betonten, daß sie die religiöse Grundlage der Volksschule nicht antasten wollten. Nur über das Maß des zu Fordernden und zu Gestattenden gingen die Ansichten wett auseinander. Wer den Religionsunterricht zum einzelnen Unterrtchtsgegenstand herabsetze und gewissermaßen isoltre, begnüge sich allerdings mit Wenigem, wer aber meine, daß, wie in höheren Schulen classische Sprachen, so in der Volksschule der Religionsunterricht das Centrum des ganzen Unterrichts bilde, könne sich mit jenem beschränkten Standpunkte nicht begnügen. Das sei im Wesentlichen der Gegensatz zwischen den paritätischen und confessionellen Schulen. Die Untcrrtchtsverwaltung habe sich über ihren Standpunkt zu diesen Fragen rückhaltslos ausgesprochen. Gegenüber dem Korreferenten Seeliger hob der Minister hervor, daß die preußische Schule nicht erst seit 1872, sondern seit 100 Jahren Staatsanstalt sei. Der Staat könne das Etgenthum an der Schule und bh Herrschaft über dieselbe mit Niemand theilen; er werde eine schwesterliche Mitwirkung der Kirche acceptiren, aber die Entscheidung auf diesen Gebieten regia sich nach staatlichen Gesichtspunkten. Die Behauptung, die Leistungsfähigkeit der Volksschule sei in den letzten 7 Jahren zurückgegangen, sei gleichfellS ein schwerer Jrrthum. Die Falk'schen allgemeinen Bestimmungen habe er in verschiedenen amtlichen Stellungen auszuführen gehabt. Er würde die- vor feinem Gewissen nicht haben verantworten können, wenn dieselben geeignet wärm, die religiöse Grundlage der Volksschule zu erschüttern. Bet allem feften Vorsatze, der Kirche zu geben, was ihr zukomme, werde er doch nicht generell an den Grundlagen jener allgemeinen Bestimmungen rütteln. Bei der hochwichtigen Frage, ob die Volkserziehung in das uferlose Meer allgemeiner humanitärer Bildung steuern oder auf der Grundlage verbleiben solle, die au6 der Ewigkeit stamme und in die Ewigkeit zurücksühre, entscheide er sich für Letzteres und werde, so lange er im Amte sei, Alles thun, um dem Volke diese kirchlichen Güter zu erhalten. — Die Synode nahm alle Anträge Schrader's mit dem weiteren Amendement an, daß unter allen Umständen Simultanschullehrer-Büduiigsanstalten fernzuhalten feien. Straßburg, 25. Octbr. Der Statthalter erwiderte auf die Anrede des Sprechers einer Deputation des Lehrerve eins des Unter-Elsaß Folgendes: Ich danke für Ihr Kommen und für den Ausdruck Ihrer loyalen Gesinnungen'. Besonders erfreute mich der Ausspruch, daß Lehrer, Ortsvorstand und Geist- lichkrit Hand m Hand gehen müßten zum Gedeihen der Schule. Dies ist der richtige Weg. Die Geschichte lehrt, welche Nachthelle die Priesterherrschaft hat. Auch wo sie in den Schulen Platz gegriffen, hat sie deren gehabt. Rein naturgemäß reagirte die öffentliche Meinung hiergegen. Selten jedoch hält die Reaction das rlchtige Maß. Man hat nicht blos "die Geistlichkeit, sondern auch die Religion ganz aus der Schule und dem Unterricht bannen wollen. Rom, Athen und Sparta zeigen das Fehlerhafte solchen Wollens. Von dem Augenblicke an, wo ihre Jugend in dem Zweifel an ihre Götter erzogen wor- beu, sind diese Staaten gesunken und untergegangen. Eine tiefe Bedeutung haben die Schiller'schen Worte: Alles wankt, wo der Glaube fehlt! Ich habe mit Freude begrüßt, daß in der neuen Verwaltung dieses Landes die Leitung des Cultus und des Unterrichts in eine Hand gelegt worden. Das wird der Volkserziehung frommen. Oesterreich. Wien, 23. Octbr. Officiös wird heute bekannt gegeben, die Form, in welcher die Verständigung zwischen Oesterreich und Deutschland zu Stande gekommen, sei von untergeordneter Bedeutung. Worauf es ankomme, sei, daß beide Reiche zur Vertheidigung fest zusammenzuhalten entschloffen sind, und daß das der Fall, könne nicht wohl bezweifelt werden. Daß die Ergebniffe der Besprechungen Bismarck's und Ändrassy's in einem Protokoll niedergelegt worden, sei nicht unwahrscheinlich, ebenso daß solches, wenn überhaupt abge- faßt, den Souveränen rnitgetheilt wurde. Bezweifelt müffe werden, daß die« Protokoll von den Souveränen unterzeichnet worden, da es nicht üblich, daß Souveräne Protokolle unterzeichneten. Nach meinen Quellen maß ich dem gegenüber Ihre Berliner Meldungen bestätigen, daß in der That ein förmlicher, wenn auch nur wenige allgemein gehaltene Bestimmungen enthaltender Vertrag abgeschloffen worden ist. (Köln. Ztg.) England. London, 25. Octbr. Ein Telegramm aus Captown vom 15. ds. meldet: Oberst Lanyon ist mit einem Detachement Dragoner nach Middle« bürg abgegangen, um daselbst ausgebrochene leichte Unruhen unter den BoerS zu stillen. London, 25. Octbr. Der „Standard" meldet aus Kandahar vom 23. ds.: Der Gouverneur von Khelat-i-Ghilzai, welcher seit dem Einzüge des Generals Houghes in diese Stadt den Engländern sich immer freundlich gesinnt zeigte, hat die Stadt plötzlich mit feinem gelammten Generalstab ver« lasten. Die von ihm eingeschlagene Richtung ist unbekannt. Manchester, 25. Octbr. Lord Hartmgton hielt gestern in einer Versammlung eine Rede, worin er erklärte, die Politik Lord Salisbury's welcher die Kriege zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer schlechten Regierung rechtfertige, sei eine unmoralische. Die Politik einer liberalen Regierung werde die Politik einer conservativen Regierung zwar nicht vollständig umkeh« ren, denn sie müsse die internationalen Verpflichtungen respectiren, wohl aber werde eine liberale Regierung die Politik der Bündniste befolgen, um den Frieden und die Unabhängigkeit Europas zu sichern, sich jedem Angriffe zu widersetzen, den Schwachen gegen den Starken und eine freie Bevölkerung gegen ihre Unterdrücker zu schützen. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Korrespondenz - Bureau. Berlin, 26. October. In Betreff der Behauptungen verschiedener Zeitungen, daß die Regierung geneigt fei, bei der Verstaatlichung der Rheinischen Bahn den Actionären weitere Zugeständnisse, beispielsweise von 2/s pCt-, zu machen, sagt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß diesen Mittheilungen nur der Werth von Wünschen und Hoffnungen beizumeffen sei und wiederholt die frühere dringende Mahnung zur Vorsicht bezüglich aller solcher tendenziöser oder speculativer Ausstreuungen. Köln, 26. Octbr. Die Direction der Rheinischen Eisenbahn beschloß gestern eine außerordentliche Generalversammlung auf die ersten Tage des Decembers 1879 einuiberufen und in derselben zu befürworten, daß das Gebot einer Rente von 6 pCt. abgelehnt, dagegen aber eine solche von 7 pCt. angeboten werde. Paris, 26. Octbr. Das Gerücht, die spanische Regierung habe den Herzog von Montpensier wegen eines von ihm an den Präsidenten des StaatS- raths gerichteten Schreibens ausgewiesen, wird mit dem Bemerken bementirt, baß der Herzog von Montpensier überhaupt keinen solchen Brief geschrieben habe. — Die russischen Großfürsten Alexis und Paul sind heute Abend abgereist. Dieselben werden in Berlin dem Kaiser Wilhelm einen Gegenbesuch ab« statten. Großfürst Wladimir reist morgen. Lyon, 26- Octbr. Der Amnestirte Garel wurde zum Municipalrath gewählt. Straßburg, 26. Octbr. Der Statthalter Feldmarschall v. Manteuffel begab sich heute Abend in Begleitung feines ersten Adjutanten Oberst v. Strantz, des vortragenden Ratbs Jordan und des Grafen Wilhelm Bismarck nach Mülhausen. Die Rückreise erfolgt morgen Abend. Wien, 26. October. Der Einlösungs-Cours der in Silber zahlbaren österreichischen Eisenbahn-Coupons ist vorn 26. ds. an bis auf Weiteres auf 86 50 festgesetzt. Lokales. Gießen, 27. October. Gestern Nachmittag 4