Str. 147» Samstag den 28. Juni 1879. Anzeige- uni) AmisM für hea Kreis Eießen. Redaettonsbureaur 1 n GxpeditisnSbureaur / Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. «ar Einladung zum Abonnement auf den Gießener Anzeiger. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, incl. der Beilage „Gießener Faunlienblätter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei ins Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; in der Expedition abgeholt 2 Mark; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, beträgt derselbe 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im III. Quartal 1879 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, um vollzählige Exemplare liefern zu können. Die Expedition. politischer Hheil. Deutschland. Berlin, 25. Juni. Wie verlautet, beantragt die Budget-Commission die Berücksichtigung der vom geschäftsführenden Ausschüsse des Comitss zur Errichtung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald eingeretchten Petition aus Gewährung einer Subvention von 400,000 Mk. und Uebernahme des Denkmals Seitens des deutschen Reiches. Die Centrumsfraclion hat dagegen den (Windthorst und Genossen unterzeichneten) Antrag eingebracht, die Petition „wegen noch nicht genügender Instruction der Sache" an die Budget- Commission zurückzuverwetjen. — Es wird bestätigt, daß, nachdem der Khedive sich an den Sultan gewandt, dieser mit Berufung auf seine Rechte, welche der frühere deutsche Protest vollkommen gewahrt habe, den Vicekönig anwies, die Mächte zu veranlassen, sich zunächst an den Sultan zu wenden. Nachdem dies geschehen, habe der Sultan die Westmächte eingeladen, ihm die Gründe ihres an den Khedive wegen dessen Abdankung gerichteten Verlangens darzulegen. Dies wird seitdem erfolgt sein. Kossand. Haag, 26. Juni. Das feierliche Leichenbegängniß de! Prinzen von Orcnien hat heute unter Thetlnahme des Königs und der Prtizen Alexander und Friedrich stattgefunden. Arankreich. Paris, 24. Juni. Eine D-pesche des „Temps" aus dem Lager von Medina vom 21. Juni bezeichnet den Ausstand als tatsächlich ntedergeworsen. Derselbe hatte den Charakter eines heiligen Krieges, und de Ausbruch des Fanatismus, der schon seit langer Zeit von einem ehrgeizigen nd intelligenten Führer vorbereitet wurde, hätte sich rasch verbreitet, wenn >er Erfolg des ersten Angriffs bei Kebau den Erwartungen der Aufständihen entsprochen hätte. Der Schnelligkeit der Concentration der Truppen undder Energie der Ossiciere beim ersten Kampfe hat man es zu verdanken, daß er Ausstand mit ;o geringem Verlust — zehn Todten und einigen Verwunden — nieberge- worsen wurde. Paris, 25. Juni. Noch immer stehen die Betrachmgen über das unerwartete Ereigniß aus Südafrika im Vordergründe. Paul Cassagnac schreit zur Rettung der kaiserlichen Partei nach einem Mann und verkündigt prophetisch, es werde sich schon ein solcher finden. Dem „Jirn. des Debats" erscheint die Vererbung der politischen Bedeutung des Namen auf den Prinzen Victor geradezu albern: man begreife die Vererbung des jöttlichen Rechts, aber die Vererbung des Rechts von Volkes Gnaden sei eirWidersinn. Die kaiserliche Legitimität, was man auch vorbringen mag, ist uf Sand gebaut. Aber ganz davon abgesehen, lauten die Senatsbeschlüsse des zeiten Kaisenhums ganz ausdrücklich dahin : „Die Adoptirung ist den Nachfolgn Napoleons III. und ihrer Nachkommenschaft verboten." Cassagnac, meinewie „Debüts", ist freilich kein Nachkomme Napoleons, ihm ist die Adoptiruj nicht verboten, aber, meinen die „Debats", Frankreich ist noch nicht das ne Rom, wo, wenn ein Kaiser gefallen oder ermordet war, der Erste Bef in den nächsten fünf Minuten zugriff und dem Reich einen neuen Herrscher ab. So oder so, der Tod im Zululande ist das Ende der Bonapartisten alPartei; die Waffe eines Zulukaffers zerbrach das einzige und letzte Band, dadie einzelnen Glieder zusammen hielt. England. London, 24. Juni. Die Osficiere des ArtiüerCorps kamen am Samstag in Woolwich zusammen, um über ein Denkmaür ihren in Afrika gefallenen „Kameraden aus Courtoisie" zu beratheu. fr Beschluß mußte indessen vertagt werden. Prinz Ludwig Napoleon ist n englischer Osficier gewesen, ein Osficierspatent hat er nicht besessen, den Fahietd nicht geleistet. Er hat in Woolwich als Cadet den Cursus durchgemacht,in Examen bestan- | den, den gewöhnlichen Lohn dafür indessen nicht erhalten, und das Heer im Zululande begleitete er nur als Freiwilliger, der aus besonderer Rücksicht als Osficier behandelt wurde. Daher die Bedenken, die dem Beschlüsse entgegenstehen. London, 24. Juni. Die Königin Victoria zollte gestern der Kaiserin Eugenie den Tribut des Beileids, welchen ein Mutterherz dem andern schuldet. Die Kaiserin war noch so schwach, doß sie den hohen Gast allein in ihrem Boudoir empfangen mußte; Prinzessin Beatrice und Prinz Leopold wurden nicht zugelassen. Die beiden Damen blieben über eine halbe Stunde beisammen und die Königin erschien bei ihrer Abfahrt merklich gerührt. Auch der Kronps.nz von ^Da-weven und Norwegen machte gestern in Chislehurst Besuch, wurde indessen nicht persönlich empfangen. Die Leiche des Prinzen kann schwerlich vor der zweiten Wocbe des Juli hier eintreffen, vermuthlich wird es noch später. Es sind noch keinerlei Anordnungen über die Bestattung getroffen. Wahrscheinlich wird die Garnison von Woolwich die Ehrenwache iu der Bestattungsfeier stellen. London, 25. Juni. Graf Münster gab am Montag zu Ehren des Erbgroßberzogs von Baden ein Diner. Zugegen waren Graf Schuwaloff und Lord Duffertn. — Lord Salisbury conferirte gestern mit den Botschaftern von Rußland, Italien und der Türkei. Italien. Verona, 25. Juni. Gestern fand die feierliche Einweihung des Bein- bauses von Custozza tm Beisein deS Prinzen Amadeus, der Deputationen deS Parlaments, der Armee, des Feldmarschall-Lieutenants Grafen Thun und des Obersten Ripp statt. Nach der Einsegnung der Kapelle wurden mehrere Reden gehalten. Der Deputirte Villa sagte im Namen der Kammer: Bei Custozza fanden hundertjährige Kämpfe ihren Abschluß. Den ehemaligen Feinden fallt nunmehr die Aufgabe zu, sich zu vereinigen zum Kampfe für Ctvilisation, Wissen und Freiheit. Die Erinnerung an ein gemeinsames Grab wird genügen, etwa auisteigende Wolken zu zerstreuen. General Pianelli sandte einen Gruß der österreichisch-ungarischen Armee. Graf Thun dankte und sagte: Die gemeinsame Bestattung der Gebeine der Tapferen beider Armeen ist ein Beweis der zwischen beiden Völkern und Negierungen herrschenden Freundschaft. Diese Rede wurde sehr beifällig ausgenommen. Nach der Vertheilung von Orden durch den Prinzen Amadeus schloß die Feier unter den Zurufen der Versammelten. Zwischen den italienischen Behörden und den Vertretern Oesterreichs wurden Fieuudschaftsbezeugungen ausgetauscht. Rußland. Petersburg, 25. Juni. Tifliser Blättern zufolge wandert die ge« sammte mohamedantsche grusische Bevölkerung von Nieder- und Ober-Adscharien nach Armenien aus. Die Zahl der Emigranten soll 60,000 Familien übersteigen. Denselben würden Grundstücke in den Vilajets, Erzerum, Wan und Diarbekr angewiesen werden. Telegraphische Depeschen. Magner's telegr. Korrespondenz-Bureav. Berlin, 26. Juni. Reichstag. Der Gesetzentwurf, betreffend den Bau der Eisenbahnlinie Teterchen-Diedenhofen, wird in erster und zweiter Berathung genehmigt. Betreffs der allgemeinen Rechnung über den Reichshaushalts-Etat von 1874 wird in zweiter Lesung Decharge ertheilt und der Etat der Reichsdruckerei ohne Debatte in dritter Berathung genehmigt. Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Feststellung des dritten Nachtrages zum Reichshaushaltsetat für 1879/80 zAusgaben- Bewilligung für das Reichstagsgebäude) Minister Hofmann begründet den Entwurf kurz an der Hand der Motive und bittet, falls der Reichstag die Vorlage nicht annehmen sollte, Beschluß darüber zu fassen, ob der Gedanke der Errichtung des Reichstagsgebäudes für die Zukunft festgehalten oder aufgegeben werden sollte. Der Minister weist auf die Vortheile des Terrains und der Kaufbedingungen hin und empfiehlt behufs der ferneren Behandlung des Projects die Einsetzung einer Zwischen-Commission aus Reichstags- und Bundestags-Mitgliedern, die zur nächsten Aufgabe haben würde, das Programm von 1871 zu revidiren. Lucius ist im Wesentlichen mit dem Entwurf einverstanden, glaubt jedoch, daß eine erhebliche Reduction der vorgesehenen Kosten durch Veränderung des Bauplanes möglich sein würde. Redner beantragt Verweisung an die Budget-Commission. Reichensperger (Crefeld) bemängelt gleichfalls den Bauplan, dringt seinerseits auf Herabminderung der Kosten und wünscht ebenfalls commissarische Berathung. Schließlich wird die Vorlage an die Budget-Commission gewiesen. Die Liquidationen aus der französischen Kriegs-Contribution werden in dritter Berathung ohne Debatte genehmigt. Es folgt hierauf der Bericht der Budget-Com- mission über die Petition wegen Gewährung eines Zuschusses von 400,000 wegen Fertigstellung des Niederwald-Denkmals. Die Budget-Commission empfiehlt die Ueber- weisung an den Reichskanzler zur Berücksichtigung bet der Aufstellung des nächsten Etats. Windthorst erklärt sich dagegen und beantragt die Petition wegen noch nicht genügender Instruction an die Commission zurückzuverweisen. Der Redner befürwortet seinen Antrag in erster Linie mit Sparsamkeitsrücksichten. Es müsse alles aufgeboten werden, daß die Vollendung nach Möglichkeit aus freiwilligen Beiträgen geschehe. Präsident Hofmann ersucht dem Anträge der Commission zuzustimmen. Schorlemer- Alst spricht gegen den Antrag der Commission. Im Hinblick auf die gegenwärtige wirthschaftliche Lage könne er die geforderte Summe nicht bewilligen. Nachdem Rickert und Richter (Hagen) für die Bewilligung gesprochen, wird der Antrag Windthorst's abgelehnt und der Antrag der Commission angenommen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Consulargerichtsbarkeit, wird nach unerheblicher Debatte in zweiter Lesung en bloc angenommen. Hierauf folgt die Fortsetzung der Berathung des Zolltarifs. Bei Nr. 34 (Steinkohlen, Braunkohlen rc. zollfrei) beantragte Ackermann einen Zoll von 20 H pro 100 Kilogramm auf Braunkohlen. Der Antrag wird abgelehnt und Nr. 34 unverändert genehmigt. Nr. 36 (Theer rc.) wird gleichfalls nach der Vorlage genehmigt. Zu Nr. 37 (Thiere rc.) wird der Antrag Delbrück's angenommen, frische Fische zollfrei zu lassen. Der Antrag auf Zollfreiheit für Eier wird abgelehnt. Es folgt Nr. 39 (Vieh). Simpson (Georgenburg) befürwortet den Antrag, den Zoll auf Pferde mit 20 JL statt mit 10 X zu normiren. Richter (Hagen) bekämpft den Antrag. Bundes-Commissär Tiedemann rechtfertigt die Zollsätze. Der Antrag Simpsons wird abgelehnt und Nr. 39 a (Pferde rc.) unverändert angenommen, ebenso Nr. 39 b (Stiere rc.). Der Antrag Richter (Meißen), den Zoll für Ochsen auf 25 «X zu erhöhen, wird gleichfalls abgelehnt und 39c (Ochsen) unverändert angenommen. 39 d (Jungvieh) wird nach der Vorlage angenommen, doch die Bezeichnung (Jungvieh) auf Vieh bis 21/2 Jahre festgesetzt, im Uebrigen bleiben die Viehzollsätze völlig unverändert. — Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. Ems, 26. Juni. Der Kaiser hat gestern der Theater-Vorstellung betgewohnt. Heute Morgen nahm derselbe die Trinkkur im Zimmer und ein Bad. London, 26. Juni. „Reuter's Bureau" meldet aus Kairo von heute: Der Khedive erhielt heute Morgen einen Befehl des Sultans, zu Gunsten Tewfiks abzudanken. Er ist bereit, diesem Befehle nachzukommen. — Ueber die Verhandlungen mit dem Khedive erfährt die „Times" aus Kairo von gestern. Die Generalconsuln theilten dem Khedive mit, die Pforte habe gestern seine Absetzung zu Gunsten Halim's beschlossen, empfahlen ihm dringend zu Gunsten Tewfik's abzudanken und versprachen schriftlich gewisse Garantien. Der Khedive machte die Versorgung seiner Familie, wie vor der Abtretung der Domänen, und die Abdankung in die Hände des Sultans zur Bedingung. Die Generalconsuln erwiderten, letztere Bedingung führe den Abbruch der Verhandlungen herbei. Die Dinge müßten unter solchen Umständen ihren Lauf nehmen. — „Daily News" meldet aus Alexandrien: Der Khedive geht nach Konstantinopel und läßt Tewfik als Regenten zurück. Die Vorbereitungen zu seiner Abreise sind getroffen. — „Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel von heute: Der Sultan unterzeichnete einen Jrade, welcher den Khedive absetzt und Tewfik Pascha zu seinem Nachfolger ernennt. Paris, 26. Juni. Heute Mittag wurde in der. St. Aug-sti» der Trauergoltesdienst für den Prinzen Louis Napoleon gehalten, welchem Prinz Jerome, der das große Band der Ehrenlegion trug, begleitet von fernen Söhnen, ferner Prinzessin Mathilde, die Königin Isabella, der Erzbischof von Paris, das diplomatische Corps, sämmtliche bonapartisttsche Notabilitäten und ein äußerst zahlreiches Publikum beiwohnten. Berlin, 26. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt aus die Bestrebungen zurück, welche in Betreff der Ueberlaffung des Magdeburg-Halberstädter Unternehmens an den Staat wettergehende Forderungen stellen, als zwischen dem Gesellschaftsvorstand und dem Staat vereinbart worden sei. Durch solche Versuche werde das Zustandekommen des Geschäfts ernstlich gefährdet. Es sei davor zu warnen und aus den Mtnisterial-Erlaß vom 3. Juni zu verweisen, wonach weitergehende Forderungen, wie namentlich die angeregte Erhöhung der Abfindung der Actien ßit. B. nicht zugestanden werden können. Wien, 26. Juni. Die „Polit. Corr." meldet aus Bukarest: Der Senat sprach sich dafür aus, daß die Initiative zur Vorbereitung des Gesetzentwurfs in Betreff der Lösung der Judenfrage von den Kammern ergriffen werden solle. Der Senat setzte ferner eine Commission ein, welche sich im Einverständniß mit der Regierung dieser Arbeit unterziehen soll. Berlin, 26. Juni. Gegenüber den Bemühungen der deutschen Post- und Telegraphen-Verwaltung auf der Londoner Telegraphen-Conferenz, eine Tarisreduction herbetzuführen, weist die „Nordd. Allg. Ztg." auf die H.iltung einiger deutscher Blätter hin, welche die ablehnende Haltung einiger ausländischen Verwaltungen mit spöttischen und hämischen Bemerkungen gegen unsere eigene Telegraphen-Verwaltung begleiteten. Anstatt dem Auslande gegenüber durch die heimische Preffe unterstützt zu werden, sehen die deutschen Unterhändler die ablehnende Haltung jener fremden Verwaltungen noch durch deutsche Blätter gefördert. Derartiges sei in England oder Frankreich nicht möglich. London, 26. Juni. Prinz und Prinzessin von Wales besuchten heute die Kaiserin Eugente. — Im Oberhause antwortete Lord Salisbury auf Anfrage Airlie's, es sei bisher keine amtliche Bestätigung eingelaufen, daß Bolivia Kaperbriefe auszugeben beabsichtige. — Lord Cairns (Lordkanzler) kündigt an, er werde erst am Montag die irische Uutversitatsbill einbringen. — Salisbury antwortet Delewar, der Khedive sei heute Morgen auf Befehl des Sultans abgesetzt und Tewfik Pascha eingesetzt. Rom, 26. Juni. Der König und die Königin begrüßten den Fürsten von Bulgarien, welcher in eurem Hofwagen in den Quiriual fuhr, woselbst er mit fürstlichen Ehren empfangen wurde. Morgen Abend wird zu Ehren des Fürsten ein Diner im Quirinal stattfinden, zu welchem die Minister, das diplo- matische Corps und das Gefolge des Fürsten geladen sind, de Pretis und Tornielli besuchten den Fürsten, welcher hierauf den bei dem Quirinal beglaubigten Botschaftern der fünf Großmächte Besuche abstattete. Kairo, 26. Juni, 4 Uhr Nachm. Prinz Tewsik wird heute Abend 5 Uhr in der Citadelle zum Khedive unter dem Namen Tewfik I. proklamtrt werden. Kairo, 26. Juni, Abends. Tewfik Pascha begab sich heute Nachmittag 5 Uhr, begleitet von den diplotuatischen Vertretern der Mächte, nach der Cita- delle und wurde dort unter Lösung von 101 Kanonenschüssen zum Khedive ausgerufen. Die Proklamirung Tewfiks zum Khedive wird von Eingeborenen und Europäern mit großer Befriedigung ausgenommen. Der bisherige Khedive Ismail Pascha geht demnächst nach Konstantinopel. — Das Consular-Corps beglückwünschte den neuen Khedive Tewfik und sicherte ihm die Unterstützung der Consuln zu. Der Khedive dankte und sagte, er werde alle Anstrengungen machen und alle seine Energie einsetzen, um dem Lande gute Dienste zu leisten; er hoffe auf die wohlwollende Unterstützung des Consular-Corps. — Das Ministerium hat seine Demission gegeben; der Prinz daffelbe aber gebeten, zu bleiben. Berlin, 27. Juni. Eine Notiz verschiedener Blätter, die Regierung gehe nunmehr auch mit dem Erwerb der Rheinischen Eisenbahn für den Staat vor, entbehrt, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, der Begründung. Ob die Regierung aber nicht wohl thun würde, die unter Zinsgarantie stehende Eifelbahn in Staatsverwaltung zu nehmen, wozu sie berechtigt sei, und damit zugleich einer weitereu Entwickelung deS Eisenbahnwesens in der Eifel Vorschub zu leisten, sei eine andere Frage. — Den Informationen der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge dürften die von den Actionären der Cöln-Mindener Eisenbahn für die Generalversammlung am 30. Juni beabsichtigten Anträge, welche darauf abzielen, für die Abtretung des Unternehmens an den Staat neben der von der Regierung offeririen festen sechsprocentigen Rente noch eine nicht unerhebliche Couvertirungsprämie, vielleicht sogar vorläustz in illimitirter Höhe, zu verlangen, auf Erfolg nicht zu rechnen b'ben. Vermischtes. — Landes-Goerbe-Ausstellung in Offenbach a. M. Allmählich nahen die Vorarbeiten sich ihrem Ende, nochvenige Tage und unsere Ausstellung wird dem Publikum zugänglicy jein Die Veränderungen, ie sich in der letzten Zett auf dem Ausstellungsplatze vollzogen haben' sind nicht anders a großartig zu nennen. Trat bisher bei den einzelnen Baulichkeiten daS constructive Element i den Vordergrund und ließen sich über die äußere Gestaltung der verschiedenen Hallen, Pillons und Binnenhöfe nur Muthmaßungen anstellen, so tritt iegt vaS Ornament von Tag zTag mehr in sein Recht und macht sich mit der ganzen Gewalt geltend die dem Ebenmaße unter Formschönheit beiwohnt. In den verschiedenen Räumen des Aus- stellungsgebäudes, wirings auf dem weiten Plane, der sich in reizenden Gartenanlaaen bis zu den dichten Theil, des Parkes ausbehnt, regen sich emsig und geschäftig die Hände, um das begonnene Werk zvollcnden. Zwischen der Stadt und der Anlage herrscht regster Verkehr Karawanenartig nahcifich die Fuhrwerke, welche das Zurichtung«- und AusstellungSmaterial herbeifübren. Auch fü-ie Verbindung mit auswärts wird gesorgt, so ist in den letzten Tagen ein kleiner Muster Sciuben-Dampfer hier eingetroffen, mittels deffen während der ganzen Ausstellungszeit ein filmäßiger Localverkehr mit Frankfurt Unterbalten werden soll. Es ist nicht daran zu zweifel. daß der Besuch aus den Nachbarstädten sich zu einem sehr lebhaften gestalten wird, allein ar den aus der Ferne Kommenden dürfte die Reiserast in unserer Ausstellung eine durchaus chnende werden. Das Bild des Gewerbfleißes wie er sich innerhalb der Schranken unseresiroßherzogthums documentirt, verspricht nicht nur ein interessantes sondern auch ein in fr Weise lehrreiches zu werden. Wir wollen beispielsweise nur auf die Möbclfabrikation vcMainz verweisen, die nicht nur, wie gewöhnlich angenommen wtrd . für Mittel- und Süddeuiland von höchster Bedeutung ist, sondern die mit lhrem Absatzgebiete weit in den Norden lvngreift und im Auslande sich längst Würdigung und Anerkennung errungen hat. Für die Mutung der Lederindustrie genügt es mit Uebergebung der zahlreichen Spccialitäten dieser Brhe auf die Firma Cornelius Heyl in Worms zu verweisen. AuS dem Gebiete der Maschttechnik sei nur der Firma L. Neureuther gedacht, die u. A. auf der Ausstellung mit eine^llständig eingerichteten Muster-Brauerei vertreten sein wird. Hinsichtlich der Möbelfabribn wird es für alle diejenigen, welche die Berliner Ausstellung besucht haben, von hohestnteresie sein, Vergleichungen zwischen dem dort und hier Gebotenen anzustellen, zumal die Ader Ausstellung an beiden Orten die gleiche ist. Die einzelnm Firmen richten vollstand Zimmer ein, deren tm Ganzen 23 vorhanden sind. Augenblicklich Lokales. Gießen, 26. Juni. Heute fand in öffentlicher Sitzung Gr. Hofgerichts die Ausloosung der Geschworenen für die am 4. August d. I beginnenden Schwurgerichtssitzungen des 1H. Quartal l. I. statt. Es wurden folgende Personen durch Loos als Geschworene bestimmt. a. Hauptgeschworene. 1. Karl Bertram, Polizei-Commissär a. D. von Gießen. 2. Jacob Blecher III., Landwirth von Nieder-Rosbach. 3. Friedrich Diehm II., Fabrikant von Lauterbach. 4. Dr. Otto Dieffenbach, Ingenieur von Gießen. 5. Ludwig Bingel, Müller von Mainzlar. 6. Friedrich Habenicht, Fabrikant von Gießen. 7. Casimir Kalkhof, Bürgermeister von Mittel-Gründau. 8. Heinrich Winter IV., Bürgermeister von Glauberg. 9. Hirsch Goldschmidt, Fruchthändler von Vilbet. 10. Andreas K'.iem III., Bürgermeister von Kloppenheim 11 Friedrich Groos, Landwirth von Reichelsheim. 12. Heinrich (Sterling, Buchhändler von Büdingen. 13. Heinrich Simon, Landwtrth von Fleschenbach. 14. Heinrich Kraft II., Pachter von Düdelsheim. 15. Heinrich Frank, Landwirth von Rimlos. 16. Heinrich Käß, Ellenwaarenhändler von Gießen. 17. Meyer Hornberger, Fabrikant von Gießen. 18. Dr. Wilhelm Clemm, Profesior von Gießen. 19. Moses Rothschild, Fruchthändler von Friedberg. 20. August Heß, Gasfabrikant von Gießen. 21. Eduard Schillinger, Müller von Münster. ‘22 . David Meyer, Fruchthändler von Ortenberg. 23. Karl Schaaf, Landwirth von Altenschlirf. 24. Dr. Heinrich Hainebach, Profesior von Gießen. 25. Wilhelm Semm, Buchhändler von Lauterbach. 26. Johannes Alter. Landwirth von Berstadt. Xn. jrari Garets, Prvsepör von 28. Konrad Schmalz, Landwirth von Wetd-MooS (Bannenrod). 29. Johannes Viehl, Bürgermeister von Rainrod. 30. August Matthesius II., Müller von Hirzenhain. b. EcgänzungSgeschworene. 1. Heinrich Jacob Vogt, Metzger. 2. Dr. August Laubenheimer, Profesior. 3. Wilhelm Stamm, Gymnasiallehrer. 4. Dr. Dax Perls, Profesior. 5. Gustav Pilger, Assessor i. P. 6. Dr. Theodor Tasche, Reallehrer. 7. Ferdinmd August Wehn, Commissionär. 8. Philips Schlatter, Kaufmann. 9 Wilhem Reiber, Tapezier. 10. Dr. Enil Rausch, Gymnasiallehrer. 11. Karl Los, Ellenwaarenhändler. 12. Louis labroisse, Advokat. Sämmtlich von Gießen. Gießen, 7. Juni. Die Einnahmen der Künstler auf dem Brandplake am gestrigen Abend aussen einen der Herren „Directoren" nicht befriedigt haben denn übelgelaunt ergln er sich am Schlüsse der Vorstellung in nicht gut wiederzugebenden Ausdrücken über en Kunstsinn des Publikums, resp. darüber, daß so viele Zuschauer beim Herannahen)es Tellers sich sachte drückten. Um y2l Uhr de§ Nachts mußte sodann noch in einer der Wagen, in welchem die Gesellschaft wohnt, Seitens der Volirei Ruhe gestiftet weren. — Ein arg'ieduselter Mensch, welcher die Thüre der Herberge in der Wolken- gasse nicht finden )nnte, gerieth nebenan in eine andere Hausthüre und insulttrte die entgegentretenden Uden alten Hausbewohner, indem er denselben mit dem Hute in's Gesicht schlug. Zr Beruhigung wurde er nach Nummer Sicher verbracht man in dem mittleren Pavillon mit der Installation der für den Landesherrn reservirten Raume be>chastlgt, die von A. Reichnayer in Mainz in reichster Weise ausgcstattet werden Als eine ganz besondere Vergünstigung für die Besucher der Ausstellung sind die Ausstellunqs- Elsenbahnbillete, eine Einrichtung die unseres Wissens bei der hiesigen Ausstellung zum ersten Male zur Anwendung kommt, zu betrachten. Es geben nämlich die Frankfurt-Bebraer die Main-Weser, die Nassauische Staatsbahn und die Taunusbahn auf allen Stationen,' die entwever im Großherzogthum Hessen liegen oder den Verkehr mit diesem vermitteln (z. B. Fulda-Gelnhausen), ferner die badische Staatsbahn auf einzelnen Stationen (z. B. Heidelberg) sowie die Hessische Ludwigsbalm und die Oberhessische Bahn auf allen Stationen während der aanzen Dauer der Ausstellung für die Hin- und Rückreise nach und von Offenbach Billets mit 50 o/o Ermäßigung des Fahrpreises aus und zwar in der Weise, daß die auf den Stationen der genannten Bahnen nach Offenbach gelösten einfachen Fahrbillets beim Verlassen der Bahn nicht abgegeben, vielmehr auf dem Ausstellungs-Platze abgestempelt werden, wodurch sie Werth -und Gültigkeit von Retourbillets erhalten. Der Besuch der Ausstellung wird durch diese Einrichtung, die von den genannten Bahnen mit freundlichem Entgegenkommen gewährt wurde bedeutend erleichtert und die Ausstellung somit allen Klaffen der Bevölkerung in gleicher Weise Handel und Verkehr. , , ®ieg'"' 26' Juni. Auf dem am 24. und 25. d. M. -bg°halt«n°n Markte, waren aufgetrteben: 1317 Stück Rindvieh und 829 Stück Schweine. Die Preise für Schlachtvieh aller Art standen den der vvrhe-g-hend-n Märkte gleich, dagegen war Zuchtvieh mehr gesucht und gut bezahlt. Am letzteren Tag- war auch Krämermarkt, welcher von Verkäufern stark aber von Käufern wenig besuch, war, welches seinen Grund wohl an der schlechten Witterung haben mochte. Nächster Markt Dienstag den 15. und Mittwoch den 16. Juli, am letzteren Tage Krämermarkt, sogenannter Kirschenmarkt. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 29. Juni. Hermann Vogt, Seltersweg. Louis Klemmrath, Neuenweg. Daniel Rühl, am Rathhaus. Allgemeiner Anzeiger. OictaHaöung. 3657) Nach Lehnbrief der Königlich Preußischen Regierung in Coblenz vom 24.Februar 1835 ist Karl Eduard Lesch von Mühlheim nachdem Ableben seines Vaters Georg Friedrich Lesch von Mühlheim mit den von der Krone Preußen relevirenden Lehen beließen worden, bestehend in den beiden freien Höfen unter den Stühlen zu Krofdorf nebst über 80 Morgen Grundstücken und mit Grundzins, jedoch abzüglich veräußerten 10 Morgen Gelände, und vorbchältlich der hiernach verhältnißmäßig sich vermindernden, tn den Landgräflich Hessischen Lehnbriefen vom 17. November 1779 und 23. Februar 1805 den weiblichen Nachkommen der Lesch von Mühlheim nach Abzug des Lesch von Mühl heimischen Mannesstammes und Heimfall des Lehens lehnherrlich zugesickerten Abfindungssumme von 2000 fl., und es wird im Lehnbriefe noch erwähnt, eine von der verwittweten Frau Oberstallmeisterin von Düngern, geb. Lesch von Mühlheim, am 1. November 1834 zu Weilburg abgegebene Erklärung. — Unterm 10. September 1849, gerichtlich bestätigt am 11. September 1849 hat, wie es heißt, nach durch Allerhöchste Cabinetsordre vom 7. Januar 1836 genehmigten Allodification jenes Lehens Karl Eduard Lesch von Mühlheim seine in der Gemarkung Gießen gelegenen Immobilien, Flur 34, Nr. 598 Hofraithe und Nr. 599 und 581 Aecker als Caution bestellt zur Sicherung der den weiblichen Nachkommen der Lesch von Mühlheim nach dem Lehnbrief, desien Datum hier als vom 27. November 1779 angegeben ist, gebührenden Abfindungssumme. In der mit Antrag auf Löschung der Caution jetzt vorgelegten Ver- pfäudungsurkunde ist angeführt, daß diese Urkunde an die nächsten Cognaten der Lesch von Mühlheim, nämlich die Erben und Kinder der verstorbenen Frau Oberstallmeisterin Freifrau von Düngern und deren Bevollmächtigten und Miterben, den Staatsminister Freiherrn Emil August von Düngern zu Weilburg, ausgehändigt sei. Es werden nun die erwähnten weiblichen Nachkommen der Familie Lesch von Mühlheim aufgefordert,, ihre etwaigen Ansprüche an jene zweitausend Gulden so gewiß von heute an binnen drei Monaten Hier geltend zu machen, als sonst dem Antrag auf Löschung der Caution wird stattgegeben werden. Gießen, am 21. April 1879. Großherzoglich Hessisches Stadtgericht Gießen. Langsdorfs, Stadtrichter. Obechesslsche Eisenbahnen. Wir bringen hiermit zur Kenntniß des Publikums, daß den Besuchern der in Offenbach während der Monate Juli, August und September d. Jrs. stattfindenden Landes-Gewerbe-Ausstellung im Bereiche der diesseitigen Bahnen eine Fahrpreisermäßigung derart gewährt wird, Daß die von denselben im Lokal- und direkten Verkehr gelösten einfachen Billets IL und HI. Classe zur taxfreien Rückfahrt innerhalb 2 Tagen berechtigen, sofern solche beim Betreten der Ausstellung durch das Ausstellungs - Gönnte mit dem Stempel »Hessische Landes - Gewerbe - Ausstellung 1879* auf der Rückseite versehen worden sind. 4323) Mohn. OlmheMe Eiskilbchnkn. Mit dem 1. Juli d. I. erscheint der IV. Nachtrag zum Personen- und Gepäck- -tarife für den Verkehr zwischen der Main- Weser- und Oberhessischen Bahn vom 1. Januar 1875. Derselbe enthält, außer mit dem 1. Juli zur Einführung kommenden directen Personenfahrpreisen und Gepäcktaxen für Den Verkehr der Station Bad-Nauheim nach und von Fulda, eine Abänderung der Special - Bestimmung zu § 26 des Betriebs - Reglements in Bezug auf die Gepäckfrachtberechnung, Aufhebung der im Haupttarif und Nachtrag I für 5 kg Uebergewicht ersichtlichen Gepäcktaxen und statt deren neue für 10 kg Uebergewicht festgesetzte Taxen. Da geringe Erhöhungen hiermit verbunden sind, so ist der Einführungstermin hierfür auf den 15. August L I. festgesetzt worden. Gießen, den 25. Juni 1879. Großherzogliche Direction. 4322) M o h n. Samstag den 28. Juni l. I., Vormittags 11 Uhr, wird neben dem neuen Justiz- gebäude eine große Bauhütte versteigert. (4284 Köln-Mindener Eisenbahn - Gesellschaft. Im Binnenverkehre auf den unter unserer Verwaltung stehenden Bahnen werden Kinder unter vier Jahren in Begleitung von Erwachsenen frei befördert, wenn ein besonderer Platz für dieselben nickt in Anspruch genommen wird. Köln, den 25. Juni 1879. (4315 _____Die Direktion. Donnerstag den 10. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen die den Erben der Mathäus Berg Wittwe gehörenden Grundstücke, als: Flur. Nr. Mtr. 33 202 u. 203 4488 Acker am Nahrungsberg nochmals versteigert werden. Gießen, den 25. Juni 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 4312)________Lüdeking. _________ Pfänderversteigerung. Nächsten Montag den 30. d. MtS. des Vormittags 9 Uhr, sollen im hiesigen Pfandlocal 2 Spiegel, 2 Portraits, 4 Gypsfiguren, 1 Zuber und 1 Bürste gegen haare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 26. Juni 1979. Scharmann, (4305 Großherzogl. Pfandmeister._______ Donnerstag den 10. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des-G. F. Eißner gehörenden Immobilien, als: Flur. Nr. Mtr. I- 680 75 Hofraithe aus dem Kreuz, 33 26 u. 27 1637 Acker am Altenfeld auf ein Gäßchen über den Weg öffentlich meistbietend versteigert und bei annehmbaren Gebot der Zuschlag sofort ertheilt werden. Gießen, den 25. Juni 1879. Großh. Ortsgericht Gießen. 4313) Lüdeking. Friedberg - Hanauer- Cifenbahn. Submission auf den Neubau eines Empfangsgebäudes, Güterschuppens und einer massiven Rampe für Station Bruchköbel. Zeichnungen, Bedingungen, Massen- und Preisverzeichnisse liegen m unserem Betriebs- und Bautechnischen Büreau Hierselbst und bei dem Eisenbahn-Baumeister Francke zu Friedberg zur Einsicht offen und werden Zeichnungen zum Preise von 3 X, Bedingungen zum Preise von 3,5 bei den genannten Stellen abgegeben. Offerten sind an uns bis zum Dienstag den 8. Juli d. I., Vormittags 11 Uhr, einzureichen. (4314 Cassel, den 21. Juni 1879. Königliche Direction der Main-Wefer-Bahn. Ieikgeöolenes. 4331) Die diesjährige Kirschenerndte auf der Liebigshöhe unter günstigen Beding- ungen zu verkaufen._____________________ Fctrolcum- Kochherde in allen Größen angekommen. (4317 Wilhelm Orbig am Markt. Bestes Waizenmehl, „ Blüthenwehl, la. amerr'k. Schmalz ä Pfd. 50 H empfiehlt (2309 W.Heuser, norm. F. Bieler. Wermiethungen. Ein geräumiges, möblirtes Zimmer mit Alkoven ist zu vermiethen und sofort zu beziehen bei Lehrer Schmidt. (4327 4304) Eick kleines Familienlogis zu ver- miethen. Adolf Moog, __Flügelsgasse 93. 4324) In meinem Hause, Wilhelm- straße, sind in dem Parterrestock, 4 Zimmer mit Küche und allem Zubehör, auf Wunsch auck eine Mansarde, zum 1. Oktober, event. auch früher zu vermiethen. _____Dr. Weichel. 4328) In meinem neu erbauten Hause zwischen der Licher und Grünbergerstraße sind mehrere Familienwohnugen mit Corri- dor zu vermiethen und bis 1. September zu beziehen._____________?L. Schmidt. 4308) Das von Herrn Kreisrath Dr. Dieffenbach bewohnte Logis ist durch dessen Wegzug von hier per 1. October anderweit zu vermiethen. ______H. Hochftätter Wittwe. 2428) Mansarden-Wohnung zuoer- miethen.______________Chr. Spruck. 3468) Die Bel-Etage, sowie ein kleines Mansardenlogis, zu vermiethen bei D. Weller V., Heuchelheimerstr. 2587) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 5—6 Zimmern, per 1. August zu vermiethen. L. Bersch, Alicenstraße E. 102. 4232) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen._________________Lit. B. Nr. 42. Marktstrasse D. 39 ist ein Zimmer, das früher als Verkaufs- Lokal gedient, zu vermiethen.________(4221 3898) Ein Familienlogis zu vermiethen und sofort zu beziehen bei ______________F. Felsing, Neuenweg. 3896) Em kleines Logis zu vermiethen. . _______Adolf Hoß, Schießgärten. 30$4) Eine Wohnung von 4 Zimmern und Zubehör in meinem Nebenhaus an eine stille Familie zum 1. August zu ver- miethen.________________ Dr. Ploch. 3714) In meinem neu erbauten Hause im hinteren Gartfeld sind mehrere kleine und größere Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald beziehbar. _______________W. Seuling. 4295) Ein freundl. möblirtes Parterre- Zimmer (Neue Anlage) billig zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl. 1470) Der untere Stock in meinem Hinterhause, sowie Mansardenwohnung im Vorderhause zu vermiethen. Carl Haas, a. d. Actienbrauerei, ~ 3/68) Ein Logis von 3 Zimmern nebst Zubehör im 2. Stock zu vermiethen. ___Chr Schopbach. ~ 3157) Schloßgasse A. 258 ist ein Familienlogis, aus 4Zimmern bestehend, zu vermiethen und sogleich beziehbar. Ein freundliches Familienlogis ist per 13. (September Zu vermiethen und kann dasselbe auf Wunsch auch schon früher bezogen werden. 4240) Wilhelm Flett, 4263) Laden nebst Mansardenwohnung zu vermiethen. Näheres zu erfragen bei I. A. Busch Söhne. Vermischte Anzeigen. *4329) Ein junges Mädchen auf einige Stunden des Tages zu einem Kinde gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Heute Freitag Abend: Besprechung wegen Einladung von Laubach 4318) bei Wirth Spiest. 4316) Derjenige, welcher beim Ober- Ersatzgeschäft zu Lich am 18. d. M in der Glöckner'schen Wirthschast, irrthümlich einen Regenschirm vertauscht hat, wird höflichst ersucht, denselben gegen seinen eignen, in genannter Wirthschast wieder abzugeben, als er sonst, da dessen Persönlichkeit constatirt ist, zur gerichtlichen Untersuchung gezogen und fein Name in diesem Blatte öffentlich genannt wird. Die Großherzogl. Bürgermeister wollen diese Aufforderung ihren anwesend gewesenen Militärpflichtigen mittheilen lassen. »In Auftrag des Gaftwirth Glöckner r _____________Schäfer. _________ Kellnerlehrling für ein Cafä mit Restauration gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. (4332 4310) Scheune zu verpachten bei ________Jungblut, Promenadehaus. 5 ■ ’S E ' —5 E Sä B ° 3 c ® c p u >a g' .'Sr 2 ,^X.X e U *) Preis 1 JL, vorräthig in der Buchhandlung von WHh. Errae, Frankfurt a. M., welche daffelbe gegen 1 X 20 in Briefm. franco versenden________________(57 flauten, geräumig und freundlich nebst Comptoir rc in der frequentesten Lage wird zum Januar kommenden Jahres zu miethen gesucht. Gefl. Offerten mit genauer Angabe der Lage, Beschreibung der Räume und Preisangabe rc. durch die Exped. d. Bl._______________________ (4307 4309) Eine junge Dame welcke fertig englisch spricht, ertheilt billig Unterricht in Grammatik und Conversation. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bl__________ - Ein Dienstmädchen gesucht von (4320 Frau L. Weygand in Wetzlar. - Kiilsrllfgiiliii aus Öer Lahn zu Bad Eins, veranstaltet M Jeicr der allerhöchsten Anwesenheit Sr. Majestät -es Kaisers Sonntag den 29. Juni er., Nachmittags 5 Uhr. Reservirte Plätze ä 3 Mark sind vom 27. Juni ab bei dem Hausmeister Herrn Bailly in dem Cursaale zu Ems zu haben. Näheres besagen die Tagesprogramme. Chronischer Magen und Darmkatarrh, auch Verschleimung der Verdauungsorgane und die so zahlreichen Neben- und Folgeleiden, als Appetit- und Schlafmangel, belegte Zunge, übeler Mundgeruch, Krampf, Druck, Schmerz- und Vollheitsgefühl in der Magengegend, auch im Unterleibe, sehr oft bei Eintritt der Verdauung, kolikartige Schmerzen, Schwindel, Kopfschmerz, Blähungen, Ausstößen, stich- und krampfartige Schmerzen, Brechreiz, Würgen zum Erbrechen, Erbrechen von Wasser, Schleim, Galle und Speiseresten, verstopfte und diarrhoeartige Stühle, zeitweiliger Magenhusten, Nervosität, Blutarmuth, kalte Hände und Füße, Hysterie, Rücken- und Kreuzschmerz, gelbliche Gesichtsfarbe, Herzklopfen, Unlust zu jeglichem Unternehmen, Lebensüberdruß rc. trotzten bisher allen Heilversuchen, selbst den Karlsbader Thermen; bereiteten den armen Leidenden ein freudenloses, qualvolles und langsam dahinsiechendes Leben, welches nur mit gänzlichem Verfall des Körpers endigte. Alle die Leiden, selbst langjährigster Dauer, können, wenn nicht etwa Krebs oder Geschwür zum Grunde liegt, durch mein einfaches Heilverfahren behoben werden. Kurbedingung: Das Honorar für die Leitung einer 14tägigen Kur beträgt 10 «M., für eine monatliche 20 für die öwöchige 30 Jt. u. s. w., arme Patienten finden Berücksichtigung. Mittel gratis, wird von Heide zugesandt. Ich empfehle eben jetzt den Leidenden sich einer Kur, welche ohne strenge Diät und Berufsstörung ausführbar ist, zu unterziehen, weil erfahrungsmäßig die jetzige bessere Jahreszeit nicht unwesentlich zur radicalen Heilung beiträgt. Die Broschüre Magen- und Darmkatarrh nebst Schema zum Entwurf eines Krankheitsbildes erfolgt auf Wunsch franco und gratis. Anfragen bitte direct nach Heide zu richten. Heide (Holstein). J. J. F. Popp. Zeitweiliger Aufenthalt in Frankfurt: 30. Juni und 1. Juli, Hotel Pariser Hof. Gotha: 3. und 4. Juli, Hdtel Deutscher Hof. S Sprechstunden von 9 Uhr früh bis 4 Uhr Nachmittags. S (Originalbrief.) Höflichst beantwortend die achtbare Zuschrift, war ich bereits seit länger der Absicht, Ihnen Mittheilung über mein Befinden zu machen, verschob ich es jedoch immer wieder in dem Gedanken, daß dieselbe um so werthvoller für Sie und Andere werden müsse, einen je größeren Zeitraum sie umfassen könnte, denn zu meiner dankbarsten Befriedigung darf ich bezeugen, daß es mir seit dem Gebrauche Ihrer Kur gegen mein Vcr- dauungSlciden ununterbrochen gut und täglich besser geht, daß daran auch die Unregelmäßigkeiten des parlamentarischen Lebens, des Todfeindes aller früheren Besserungen, bis jetzt nichts zu ändern vermocht haben und alle Freunde und Bekannte mein gutes Aussehen und meine frische Fröhlichkeit I bereden. Dabei ist die Vorsicht in der Lebensweise, welche ich mir auflege, I nicht einmal groß und nicht halb so drückend, als bei jeder anderen Kur. Hochachtungsvoll und ergebenst Dr. Lieber, (Samberg, 22./5. 78. Land- und Reichstags-Abgeordneter. W Nachdem ich länger als 10 Jahre an einem schrecklichen Magenübel I gelitten und trotz aller nur möglichen ärztlichen Hülfe dasselbe sich bis zum ■ höchsten Grade steigerte, wendete ich mich, durch Anlaß eines Inserats an ■ Herrn Popp und sah über alles Erwarten das peinlichste aller Uebel schwinden, I und bin endlich doch noch glücklich geheilt worden. Dankbar und im Interesse ■ der so vielen ähnlich Leidenden gebe ich diesen so glänzenden Erfolg öffentlich I kund, damit noch vielen anderen Hülfesuchendcn Rettung und endliche Erlösung ■ von einem so qualvollen Leiden zu Theil werden kann. Gettenau bei Frankfurt a. M., 22./Z. 79. A. Leopold. 11 arme Bäder halte bestens empfohlen (1466) Herren - Wäsche^ als: weiße u. bunte Hemden, Kragen, Manschetten, Chemisetten für Herren und Knaben, baumwollene und wollene Sommer-Unterjacken und Unterhosen, Filetjacken in allen Größen und Weiten, sowie alle Arten Shlipse und Cravatten, Hosenträger, Glace- und Sommerhandschuhe, empfiehlt in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen 2832) II. Rübsamen. Zur gefl. Beachtung. Erlaube mir hierdurch bekannt zu geben, daß ich mir eine Original-Singermafchine, mit dem Echtheitscertificat versehen, verschafft und dieselbe in meinem Verkaufslocale aufgestellt habe. Es ist dadurch dem verehrlichen kaufenden Publikum die Gelegenheit geboten, sich zu überzeugen, welchem Fabrikate, dem amerikanischen oder dem deutschen, der Vorzug gebührt; Th. Haubach, Agentur der Mertheim'schen Zlähmaschinenfabrik 4306) in BORNHEIM, Frankfurt a. M. Wenzels Garten (tut Saale). Samstag den 28. Juni: Coocert vom Wiesbadener Vocal-OnartelL Vorträge ernster und heiterer Quartett- und Solo-Gesänge Tenor: Alwin Juchtzer (Solist), Königl. Opernsänger. Tenöre: Almers (Pianist), Strecker* (Bässe: Schott, Schneider. (Sämmtlich Mitglieder der königlichen Oper zu Wiesbaden.) Anfang 7^ Uhr Abends. — Entree 70 Pfg. Billete vorher ä 50 H sind bei Herrn Friseur Gustav Gerhardt,. Schulstrasse, zu haben. Das Publikum wird freundlichst gebeten , während der beiden erstem Abteilungen nicht zu rauchen. (4334 (Ltcnndcckcn (358S f, Holberg, Kirchenplah. bringt im dritten Quartal die Fortsetzung der mir großem Beifall aufgenommenen Erzählung „Im SchillingShof" von E. Marlitt, ferner „Aus vergessenen Acten", eine Criminal- geschichte von Hans Blum, eine Reihe von Artikeln aus dem Leben der Zeit, sowie zahlreiche unterbaltende und belehrende Aufsätze aller Art. Die Verlagshandlung von Ernst Keil in Leipzig. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Die Gartenlaube 1 Mark 60 Psg. 4311) Auf dem Wege zur B ast'schen Bleiche wurde von einem Dienstmädchen 1 Tasche (Inhalt: 1 Portemonnaie mit 10—12 Mark und 2 Schlüsseln) verloren. Der Finder wird gebeten, dasselbe bei Weinhändler A. Zinßer abzugeben. 4289) Ein Mädchen mit guten Zeugnissen gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bltts. 4330) Ein unecht, oder Taglöhner zum sofortigen Eintritt gesucht Näheres in der Exped. d. Bl. Mn Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6« 12 443. Dillenburg 6", 12, 443, 95. Siegen 6«, 12, 4,«. (3256 Wetzlar 6« 8«, 10, 12, 4", 7- 95 Todes - Anzeige. 4326) Verwandten und Bekannten die traurige Mittheilung, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unseren Gatten, Vater und Schwiegervater, Lehrer i. P. Heinrich ljutz in Gießen heute Nacht um V22 Uhr in ein bcfferes Jenseits zu berufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen• G ießen, den 27. Juni 1879. Die Beerdigung findet morgen, Samstag den 28. Juni, Nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause (Gartfeld) aus statt. 4321) Eine Annoncen - Expedition ersten Ranges sucht für Gießen und Umgegend einen tüchtigen Agenten, dessen Geschäftslokal sich in guter Lage der Stadt befinden muß und der eine ausge- brcite'e Bekanntschaft besitzt. Aeußerst günstige Conditionen werden gewährt. Reflectanten belieben sich unter Angabe ihrer Referenzen sub v. C. 631 an die Exped. d. Bl. zu wenden. 4333) Unserem lieben Douis G . . l zu seinem Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche. Frohsinn. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Uni».-Druckerei (Fr. Ehr. Piet'ck) in Gießen. Hierzu eine Beilage.