AnM- Md AMKtt für den Kreis Gießen. IST# 34 6 n 9 1 25 3 Too Mr A7. AweiLeA Blatt. Sonntag, den 27. April ' ellW«8tli: 20 *.'** 60 6 " 82 " 65 " >’ (51(in. stak ydn 115. Sicherung«- pfiehlt sich to tv tv ;o oQ :o :v O W ov >000000 Redacti-«»b«rea«r | schulstraß Gxpeditionidbureeru r 1 e B. 18. Gießen, am 26. April 1879. Betreffend: Die Ableistung des Derfaffungseides. Das Großhcrzogliche Kmsamt Gießen an die Großberioalichen Bürgermeistereien des Kreises. rik ÄÄÄ'ÄÄ’®1® gerichtsbezirks Giest^-nM Bormittags 10 Uhr, in dem R-gi.rungsg-bäude zu Gießen, derjenigen aus den Vem^ndm des L-ndg«ich^tsbezirks «^Eittags 9 Uhr, in dem RathhauS zu Sich, und derjenigen aus den G-Etnden^es^Landg«^^^ 9 Uhr, in dem Rathhaus zu Hungen »Ep»d«. betreffenden Personen hiernach vorladen und daß di-ß geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns anzeigen oder berichten, daß «-L'!KLW^H^si^U-ich-n P-rsvt.-n auswärts auf, sollst d-r^ufen.haltsort anzug-b-n. ------------------------------- “ " PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohri. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf- - - - — umiiIi - eTJ'.iuyj TTrwf^fl'M 'fmm*bmbwmhmwmmmbmmwmmIimmW kr Vorstand । AenalsiancrstHl thkater 3- rnn. näßten Proben e M d. Z., zur ‘■en soll. - Alle 'rkung bierdurch »usikSirector ch an den Probe- 8vchand. '2861 g Nlgt. | t.p-F. Fi-M» 1.100 6t. n «rankreich ist der Kulturkampf in vollem Gauge. Dte Jahres- versammluug ver katholtfchett Vereine, deren Vertreter mehrere Tage hindurch in Paris tauten, beschäsiigie sich fast mit nichts Anderem, als mit der Orga- nifminq de/ Widerstandes gegen di- Ferry'schen Unt-rrichts Gks'tzentwurfe. Der Cardinal-Erzbischos von Paris, stachelte den Fanatismus der Gläubigen mit der Erklärung aus, der gegenwärtige Kamps sei ein Kampf um die Reit- g on w^ch- di- «Legner vernichten wollten, und der Bischof von V-rfatlles mit der Behauptung, der Ehrentitel der Katholiken sei heute der der Perfol- gung. In ganz Frankreich svllen nunmehr Versammlungen zur Bekämpsmtg der Regierungs-Vorlagen veranlaßt und in jeder Pfarrei em Ausschuß zur Sammkin, von Geldmitteln zur Bestreitung der Agitativnskvsten gebildet werden Durch diese Hetzereien «erden indeß die Republikaner in ihren Absichten nur noch befestigt. D«r Budget-Ausschuß hat di-Manöver der Herten Btschöse alsbald damit beantwortet, daß er das Staatsgehalt derselben es sind ihrer nicht weniger als 85 ! — um 425,000 Frcs. zu kurzen beschloß. Die Regierung gibt sich ihrerseits nach wie vor der Hoffnung hm, daß e- ,hr gelingen werde, die projectirte Befreiung der Unterrichtsanstallen mut kietikalen Einfluß durchzuführen und zugleich der radicalen Strömung Metster ,u werden. Der Ausfall der am 20. d. stattgebabten engeren Wähltn zur Deputirteukammer, w.bei in 5 von 8 Fällen gemäßigte Republikaner g-iväbtt wurde», berechtigt st- wohl auch zu solcher Hoffnung. Freinch gibt chr rw Wahl eines Bonaparttsten in Paris und die des ultrarad,calen Blanqui, e»,-s noch im Gefängniß sitzenden Aufständischen aus dem Jahre 1870, in Boid-. ux Anlaß genug, die Zügel etwa« straffer anzuziehen. Di- Centrals-ction der belgischen Kammer empfiehlt in ihrim Bericht die Annahme des Unterrichts-Gesetzentwurfs. Ans Italien ist nur von Besuchen zu berichten. Garibaldi bat den Besuch des Königs seines leidenden Gesundheitszustandes wegen im Wag n liegend etwireit, das Königspaar der Königin Victoria einen Befuch in Baveno abgestattet. Lokales. Gießen 26. April. (Sitzung der Stadtverordneten am 24. April.) Anwesend ßm Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Heß; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Baist, Diery, Gail, Grüneberg, Hanstein, Hombcrger Kauf, Lüdeking, May, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Sckeel, Schopbach und Wort mann. — Dor Eintritt in die Tage« Ordnung theilte der Vorsitzende den Stadtverordneten mit, daß demnächst dte Taufe verschiedener neuer Straßen zu geschehen habe, R.eTntr wird der Versammlung Kenntmß gegeben, daß der seitherige Lehrer an der 1. Elaste der Stadtknabenschule Herr Mitprediger Mitzeniu« vom 15. April an al» Reallehrer an die hiesige Nealschale versetzt worden sei. Eigenthümlickerweise wurde Seitens der oberen Behörde der Bürgermeisterei keine officteSe Mittheilung von ^eser Versetzung gegeben, o daß bw 1 gipfle der Stadtknabenschule momentan ohne Lehrer sich befindet. — In bie, eintretend kann das Baugesuch de« Herrn Balth. Lenz, welcher nebenl einem Wohnhaus auf dem Felsenkeüer noch ein einstöckiges Nebengebäude errichten will, nicht befürwortet werden. Das Gesuch wurde früher schon einmal verhandelt unv konnte die ^"sammlun^ auch heute nicht die wiederholt vorqebrachten Gründe um Zulassung des emstock.gen Gebäudes anerkennen rumal technische Hindernisse nicht vorlägen; für die im Baupläne vorgesehenen Treppentrttte, welche in die Straße zu liegen kämen, konnte sich auch nicht befürwortend °urgespr°chen werden. — De» Gesuche des Herrn Materialien-Verwalters Schellbaa-, welcher den wüsten Platz vor seinem Hause am Bahnhof auf eigene Kosten planiren Widerruf und gegen Erstattung von jährlich 1 <3L an bte Stadtkaste Entsprochen. Mit dem Gesuche des Herrn Joh Buch, welcher auf dem Bahnhof eine Ve^aufSbude -rnchtcn w.ll ^nnte sich die hemige Versammlung nicht beschäftigen, weil fragt. Gelände n.cht der Stadt - Geiuck des Herrn H. Rain um Grlaubnch zur nur “on »er St.de ettoerb™ Di- Bau'-Deputation b.antr.qt, daß »tefelben nornft dne V-Ümacht ’Än0we'lX^d-s ®«n Sabrit.nt Bernhard und Schäfer bin. zieht alS eröffnet zu betrachten sei, soll nach dem Antrag der Bau-Deputation dahin beantwortet werden, daß qu. Straße al- nicht eröffnet zu betrachten sei, weil blos 2 Häuser, die der Obigen, in derselben stehen- — Die Verhandlungen über pos. 7, 10 und 11 der Tages-Ordnung fallen weg, weil cs der Bau-Deputation nicht möglich gewesen, den nothwendigen Augenschein cinzu- nchmen. — Die Wasser-Stagnation in der Schwarzlach gab zu längerer Debatte Vcranlaffung. Das Kreisgesundhcilsamt machte in einem Schreiben auf diesen Uebelstanv aufmerksam und betonte, daß dadurch leicht Krankheiten entstehen können. Die Versammlung war einstimmig darüber einig, daß der jetzige Zustand ein nicht zulässiger und mißständiger sei. Es sei aber nicht Sache der Stadt hier Abhülfe zu schaffen, sondern Sache der betr. Häuserbesitzer, welche außer dem natürlichen Wasser auch noch sämmtl. Abfallwaffcr an die betreffenden Stellen leiteten Die Stadt habe die Straßen mit großen Opfern erbaut und könne es ihr nunmehr nicht auch noch zugemuthet werden, daß sie Privaten ihre Häuser cntwäffere. Die Versammlung beschließt dem Kreisgesundheitsamt dementsprechend zu antworten, auch die Polizetverwaltung hiervon zu avisiren. — Einem erneuten Gesuch von Bewohnern der Grünbergerftraße um Pflasterung des rechtsseitigen Trottoirs derselben soll nunmehr dahin entsprochen werden, daß die Pflasterung vam Vo lk'jchen bis zum Kasper'schen Hause vorerst vorzunehmcn sei. - Eine Anschaffung von Requisiten für die freiw. städt. Feuerwehr wird nach dem Anträge des Lommando's derselben beschlossen. — Drei kleinere Gesuche um Gestattung zur Errichtung einer Einfriedigung, Aufstellung von 2 Grabdenkmälern und Erbauung einer Gartenhütte bilden den Schluß der öffentl. Sitzung. —a. Vermischtes. Danzig, 17. April. Gestern Nachmittag 2 Uhr wurde der Seefahrer Friedrich Weiß aus Petershagen von dem auf dem Bischofsbcrge stehenden Militärposten dabei betroffen, als derselbe gerade im Begriffe stand, mit einem Bund Bindeweiden, welche derselbe von den Festungswerken abgeschnitten hatte, sich heimlich zu entfernen. Der Posten rief dem Weiß ein „Halt" zu, was letzterer jedoch nicht befolgte, sondern sich noch unterstand, nach dem Posten beim Weitergehen mit Steinen zu werfen. Durch diese Handlungsweise erbittert, legte der Wachtposten das Gewehr an und schoß den Weiß auf der Stelle tobt. — (Eine Knaben-Revolte.) Aus Triest vom 18. d. M. wird gemeldet: Im hiesigen Versorgungshause revoltirten gestern Abend fünfzig verwahrloste Knaben gegen ihre Wärter, tödteten einen Oberaufseher und verwundeten einen anderen. Die gerichtliche Untersuchung ist im Zuge. Stockheim, 19. April. Die seit vergangenen Donnerstag Nachts im Maxschacht verschütteten zwölf Bergleute wurden am Montag Nachmittag 3/4i Uhr nach ununterbrochenen äußerst anstrengenden Ncttungsarbeiten wieder ans Tageslicht gefördert. Die armen Verschütteten trugen zu ihrer Rettung wesentlich bei, indem dieselben sich ca. 60 Fuß Weg bahnten, obwohl sie beständig im Wasser standen. Es war ein ergreifender Anblick, als die Geretteten auf den Knieen dem Himmel für die glückliche Befreiung aus der Grabesnacht dankten. In der That ein Osterfest für diese Armen! Der älteren geretteten Mannschaft merkte man die erlittenen Strapazen weniger an, als der jüngeren. Einige der Geretteten waren nicht im Stande, den Weg zur Heimath zu Fuß zurückzulegen, während die anderen frischen Muthes einher marschirten. Dieselben erzählten, daß sie während der schaudervollen viertägigen Gefangenschaft in der Grube nur einige kleine Portionen Kaffee und Kautabak als Nahrung hatten. Friedberg Seit einigen Wochen treiben sich Agenten in unserem Lande umher, um junge Mädchen als Köchinnen, Haus- oder Stubenmädchen re. nach London zu engngiten. Am zweiten Ostertag sollten fünf solcher Mädchen in Frankfurt zusammentreffen, um in Begleitung eines Agenten die Reise von dort fortzusetzeu. Ein Agent, welcher angibt, den Auftrag zu haben, vierzig Mädchen zu engagircn, sucht den armen Opfern und deren Angehörigen Alles so schön auszumalen, daß es gar nicht zu verwundern ist, wenn er,,Geschäfte" abschließt. Er hat stets Briefe aus London und Hamburg zur Hand, angeblich von Mädchen geschrieben, die er schon nach dorthin gebracht habe; sodann spricht er von mehreren hundert Mark jährlichen Verdienstes und wie es so schön sei, wenn sie nach einigen Jahren zurückkämen mit Tausenden von Maik, welche gute , Parthie" sie dann machen könnten, die Fahrt koste ja nur 48 Mark u. dergl., Geld sollten sie nicht viel mitnehmen, denn der „Geschäftsfreund" in London sorge für sie; auch wenn sie nicht gleich eine Stelle dort fänden, würde derselbe sie so lange in seinem Hause be halten, bis eine Stelle vacant sei. Ja, das ist cs, das „im Hause behalten"! Was ist da- sür em Haus? Was bewegt den Agenten m London zu solcher Menschenfreundlichkeit, welche um so auffallender, als den Mädchen die Weisung gegeben wurde, so wenig Geld wie möglich mitzuneymen? Die schuftige Absicht solcher Seelenverkäufer ist auf den ersten Blick gar leicht zu erkennen; hat man doch schon Fälle genug erlebt, caß junge unveroorbene Mädchen in Dec Gewalt lolchrr Schurken physisch und moralisch zu Glunbe gingen. Aus Oberfranken. In dem Dorfe Sauerhof trug sich vor einigen Tagen eine traurige Geschichte zu, welche zeigt, wie weit cs Unbesonnenheit bringen kann. Ein Mann spielte in einem dortigen Wirrhshanse Harmonika, um dadurch etwas zu verdienen; dabei wurde dem dargebotcncn Branntwein fleißig zugesprochcn, umsomehr, nachdem ihm solcher von dcn Gästen förmlich aufgedrungen wurde. Um der Sache die Krone aufzusetzcn, wurde demselben in jcinem bereits angetrunkenem Zustande ein Gemisch von Branntwein, Petroleum Sooa und „Abschabjel" von Fingernägeln eingegosscn, nachdem man ihm gewaltsam den Mund geöffnet halte. Der Tollheit noch nicht genug, steckte man ihm ein sog. „Pferdekummet" um den Leib, verbrachte ihn hierauf in den Stall und befestigte ihn an der Wand, ohne sich weiter um dcn Armen zu kümmern. Als man Morgens den Stall betrat, war er tobt. Untersuchung ist ein- geleitet; sieben Personen finb verhaftet. Stubenten-Wucherer. Wie Offictere, Beamte, Geschäftsleute und Arbeiter ihre speciellen „Geldgeber" besitzen, so haben auch die Wiener Studenten den ihren, nur mit dem Unterschiede, daß ihnen nicht auf Wechsel, sondern auf Pfänder 10 Procent per Monat abgenommen wird. Die beiden Vorstädte Jo cfstadt und A.sergrund kennen den Stuoenten- Wuchcrer von der Reitcrgasse, welcher im vollsten Sinne des Wortes ein „Geld für-Allcs-Mann^ denn er leiht dcn Stuoenten Geld auch gegen Verpfändung von von Lehrbüchern, Burschenschafts-Abzeichen, Rapiere und sogar auf den Index. Die Wohnung dieses Geldgebers ist mit der Zeit eine Art Museum geworden, in welchem man chirurgische Instrumente, Globcn, wissenschaftliche Werke, malerische Burschenschaften-Trachten, Degen, Landkarten, Familien-Porträts u s. w. in Hülle und Fülle vorfinden kann. jEin besonders lukratives Gc- ichäft betreibt aber der genannte Wucherer mit Jnpfandnehmen des Index. Was bei einem Beamten der „Bogen", ist bei einem Studenten der Index, hat er ihn mit Semcstcrschluß nicht in Händen, so kann er selbstverständlich die Frequenz nicht „testiren", das weiß der „Geldgeber" und deßhalb sind ihm die „Index" die liebsten Pfänder. Bei Scmesterschluß pilgern sckaarcn- weise Die Studenten ’n die Reitergasse und verlangen ihren Index ab. Der „Geldgeber" hat es sich aber zur Usance gemacht, nur demjenigen den Index zur „Tcstirung" zurückzugeben, welcher das Kapital mit Zinsen pünktlich bezahlt. Zahlt einer blos die Zinsen, der bekommt dcn Index nicht in bie Hand. Der „Geldgeber" läßt ihn selbst testiren. Wer aber weder Kapital noch Zinsen an dem Präklusiv-Termine, namentlich bet Semesterschluß, zahlt, dem wird weder der „Index" zurückerstattct, noch aber vom „Geldgeber" testirt und so muß der „Unpünktliche" mit dem Verluste eines Semesters büßen. Dies Alles kann Jemandem unglaublich klingen und doch ist es die reine Wahrheit, von welcher man sich leicht überzeugen kann.__________________________ Sehifrshericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Moyd W. Dietz in Gießen. Baltimore, 19. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampser Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Llvyd in Bremen, welcher am 2. April von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen. Southampton, 23. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr Rhein, Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. April von Newyork abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Rhein überbringt ^0 Passagiere und volle Ladung. Neworleans, 23. April. (Per transantlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern wohlbehalten hier angekommen. Icilgebotenes. 2818) Einige Malter auserlesene Kartoffel, per Malter 6 JL 50 bei Georg Hammel, im Hause des Herrn Debus, früher Herberts Bleiche. Frische Braibiickinge ä 6 Pfg. empfiehlt (2856 Gg. Wilb. Weidig. Jfui-lleiu in vorzüglicher Güte stets vorräthig per Flasche 60 Bei Abnahme von 6 Flaschen frei in's Haus geliefert. Emil Sclimall, 2742)_____Frankfurter Hof. 2846) Vorzüglichen = = bei €?• Roth} Neue Bäue. 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