Dienstag den 25 November Nr. 27S Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Redacttorrsbttreaitr \ 6*U[ftrafce B. 18. «^rveditionSdttreau r J mann Amendt Berlin und die SrÄivsW-f-e 8U ieSlti8gdne Königliche Hoheit der Großherzog haben all-rgnädtgst geruht: ,.Ä'Ä»*«y 187»« Deutschland. Darmstadt, 22. Novbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben °llergnLdd^--uht^°n ffammet bel Stände vorgenommene wurde. D« taMg Jgtng Do'iahre Bunde '$ * \ ® nächsten Sitzung d-ffelben gelangen. W VernL-n°n^ch"skll'di? V.rh'ängung der Ausnahmemaßreg.ln auf die des Mains von Frankfurt a. M bis l. . OTfinhnna n den Rbein welches der Ftnanzmtmster in seinen erläu- ’el"e JSnn9J über dieSinbringung des Elais Im Abgeordnetenhaus- stellte^ kann nunmehr als im Ganzen abgeschlossen angesehen mm ft Ln be:Lte7Lten Bayern Lud Hessen-Darmstadt sind die hieraus bezüglichen Vereinbarungen getroffen und der formelle Abschluß der Verträge steht nabe bevor. Außerdem hatte das Ministerium der öffentlichen Arbeiten als Vorbedingung des Baues die Forderung aufgestellt, daß die Stabt Frankfurt a. M. sich zur Uebernahme der Kosten für den Bau des ^thwendigen städtischen Hafens verpflichte. In den letzten Tag°n nim haben K ÄTO „oDm. Damit find an» Varbkdtngung-n »rsufit und bl» Einbiingunq itn-d Nachtrag-Etats an den Landtag zur Bewilligung der Gesamrntkostcn resp. For- derung der ersten Baurat- ist binnen Kurzem zu erwarten. — Nach der neuen Gericbtsv.rsasiimg sind im deutschen Reiche täglich, i-lbitredend mit Ausschluß der Sonn- und F-'ertage, 250 Schöffeng-itcht- ibätia was für jeden Sitzungstaa 500 Scköffen erfordert. Bei 250 jähr- licken Sitzungstagen sind also daö Jahr über 150 000 Schöffen thätlg.Nimmt ueyen »ig H H . , beT E>chüffe 5 Sitzungen mitmacht, so muffen doch für" das"Jahr 25,000 Schöffen einberu'en weiden, wobei die Hüissschöffen noch nickt in Anschlag gebracht find. In Berlin wo sür den Amtsbez.rk des bisheriAn Stad'g.rlcht« mindestens 10 Schöffengerichte no.hwendig find, zu ersetzen Novbr. Die neue ,■■■ ■ , aroße Vorzüge - weshalb wäre fi- sonst eingeführt w-rden? Sie da auch UMDVUW-W bki^kleat und die Gerichtsschreiber der Land' und Amtsgerichte mit den Cecte» iSaefteUt a« Abgeo!dn7enhaus'w^ Sinn haben für den beklagenswerthen Ti.-lmang-l^uud sonders^schmr^der^-uen^w.g-n, ^1k tol^pn,j. Bsgsten?" und der Secretär" stnd zwar nicht deutsch, «mm äää1 “ääTä-äs ÄunMS Tnj tm Gegen.heil bringt manche angebliche patriotische ' Wohlthäter verdienen laut genannt zu scheinen. D - Namen dieser stm » g Wielen sen. AranöreiH. Paris 21. Novbr. Die „Corresp. Havas" bringt folgend- Mttthei. °"'Ä b^?7belrm7" sIn- Summe von 60 Millionen wird im nächsten ^7br?Mr diesen Jwe'ck verwandt «erden. Im letzten Jahre, als der Staat AWZMZZMB unterbreitet. • preußischen Staatsministerium B-rathungen l Brutto-Einnayme ‘ s7fin'öä"SonfumBtntne ,c. mit der Steuer statt über die VeOLngerung des sog. «leinen B'lag-rungSzustan,»el«« rungsen.wurf w.ll be^ in Schlesien und Posen, bekanntlich am 28. Novbr. 1878 in Folge eines ..ift.Mla.m Sla ©.IrtSf I 6ement die «* ’ Ö Bestimmtheit, mit welcher das rhemische ....... bntole, >.» »in' Es wi>d »un ab,umurl-n |eln, w,Ich» Ausklärungun tzMMLWWDNA r-Mck di- Fraae noch nicht sür die Gastwirthschaften und In Bezug auf Brutto-Einnahme aus dem Branntweinverkaus norm r n. Der neue Regte verkaufen. Ein Dominium ffidefe känsttg^ein billiger Haustrunk verstattet sein, wenn sie es "erstehen, aus kas Zeichen'der Glock? 15 Liter in der Br-nner°t auf einmal zu entnehmen .Nb mW» >»Wfag° ggjfc&ffaMUM ».» ichLste des R-.chsjustizamts übernommen. Seine Ernennung zum Bundesraths- Bevollmächtigten steht demnächst bevor. Metier Äittcher Amkigk- Mb Amtsblatt für btn Kreis Gießen. ö 5 --------«reis viertlljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf« Unwr konservativen Großgrundbesitzern in Schlesien und Posen, ZMZZWMW quelle der Erhöhung des Vocschuffes der Bank verfügbar machen. Der Minister wird in Folge dessen beantragen, 60 Mill, dem außerordentlichen Budget der Bauten zuzuwenden. Die Arbeiten, d'.e zu vollziehen sind, betreffen die Nationalbibliothek, daS Postamt, den Rechnungshof, die Kunstschule, das Mustk-Conservatortum, die wiffenschaftliche Fakultät und die Ministerien." England. London, 22. Novbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Aden vom 22. ds.: In Folge oer drohenden Haltung Abessiniens gegenüber Egypten wurde das englische Kanonenboot „Seagull" nach Maffanah geschickt zum Schutze des dortigen Eigenthums englischer Staatsangehöriger. Dublin, 21. Novbr., Abends. Heute Abend fand ein stark besuchtes Meeting statt, um gegen die jüngst erfolgten Verhaftungen zu protestiren. Den Vorsitz führte Gray; auch Parnell und andere Homerulers waren zugegen. In den von der Versammlung angenommenen Resolutionen werden die Verhaftungen für willkürlich und verfaffungswtdrig erklärt , dazu angethan, das Vertrauen auf die Unparteilichkeit in der Handhabung der Gesetze zu schwächen. Gleichzeitig werden die Irländer aufgefordert, das Verfahren der Regierung mit allen verfaffungsmäßigen Mitteln zu bekämpfen. Belgien. Brüssel, 22. November. Die „Jndependance belge" will wiffen, in Folge der fortgesetzten Behauptungen der ultramontanen Presse, daß Instructionen des Papstes an die Bischöfe vorhanden seien, welche zu den Mitthet- lungen der diplomatischen Correspondenz in vollständigem Gegensatz ständen, beabsichtige das Ministerium neue Erklärungen von der römischen Curie zu verlangen. Spanien. Madrid, 22. Novbr. Der Congreß hat die vorgeschlagene freie Einfuhr von ausländischen Cerealien in Spanten abgelehnt. Aegypten. Kairo, 22. Novbr. Amtliche Depeschen aus Kartum melden: Oberst Gordon verließ den König von Abysflnten, ohne eine definitive Vereinbarung über die Beziehungen zwischen Abysstnten und Egypten zu Stande gebracht zu haben. Oberst Gordon wurde indeß bei seiner Ankunft in Halat durch ein Schreiben des Königs Johannes zu demselben zurückgerufen. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspondenz - Bureau. Konstantinopel, 22. Novbr. Aleko Pascha kehrt nach der Audienz beim Sultan morgen nach Phtlippopel zurück. — Die griechische Conferenz hat sich für die nächste Woche vertagt. — In Baker Paschas Begleitung befindet ftch kein Engländer. London, 23. Novbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Kape- town vom 4. ds.: General Wolseley beschloß , Sekokowt anzugretsen. Die Lage in Transvaal hat sich weniger bedrohlich gestaltet. — Die Uniform des Prinzen Louis Napoleon ist wieder aufgefunden worden. Madrid, 23. Novbr. Die Erzherzogin Christine ist mit ihrer Mutter heute Nachmittag 2 Uhr in Jrun angekommen und mit großen Feierlichkeiten empfangen worden. Die Ankunft derselben hier wird morgen Vormittag erwartet. Die Erzherzogin wird auf dem Schlöffe Pardo unweit hier vorläufigen Ausenthalt nehmen. — Die Kaiserin Eugente ist heute eingetroffen; ihre Mutter, die Gräfin Montijo, ist bereits gestern Abend gestorben. Konstantinopel, 22. Novbr. Morgen wird der Jrade veröffentlicht ; derselbe bestimmt: I. In bet Absicht, nach Maßgabe der gegenwärtigen Hilfsquellen den öffentlichen Schulddtenst wieder aufzunehmeu, wird vom 13. Januar 1880 ab ein Jahresbetrag von 1,350,000 türkische Pfund für die Zahlung der Semestralztnsen der inneren und äußeren Schuld bestimmt; II. dieser Jahresbetrag wird flchergestellt 1) durch die Einkünfte aus Tabak, Salz, Spirituosen, Stengel, Fischfang und Seide, welche nach Vorwegnahme von 1,000,000 Pfund zu Gunsten des Ottomanbank« Consortiums für die g^rantirten Vorschüffe und den Obligations-Inhabern angehören; 2) durch die Einkünfte von Cypern und Ost-Rumellen. Ein eventuelles Deficit wird von der Regierung gedeckt. Außer der garantirten Annuität cedirt die Regierung den Schuld-Inhabern unwiderrüfltch den bulgarischen Tribut und den Schuld- bettrag Serbiens und Monten» gros, sowie ein Dritttheil des Nettoertrages jeder neuer Steuer und des Ertrages der Zollerhöhnng durch eine Revision der Handelsverträge, den Ertrag der Jntrate nach Vorwegnahme des bisherigen Ertrages der sogenannten Temettusteuer. Der Repartitionsmodus für den Schulddtenst der bewilligten Beträge wird mit den Vertretern der Schuld-Inhaber vereinbart. Die Regierung darf während zehn Jahren d>e Bestimmungen des Jrades nicht ändern außer mit der Zustimmung und Mitwirkung Der Schuld-Inhaber. Der Jrade kündigt an, daß die gegenwärtigen Maßnahmen als provisorische die Rechte der Inhaber unberührt laffen. Lokale». Meßen, 24. November. Im Laufe der verflossenen Woche wurden mehrere Handwerksburschen in die hiesige Klinik ausgenommen, welche schwer erkrankt waren. Bon den Menten wurde die Krankheit al« sog. Rekur^irenbes Fieber (fobris recurrens), eine typhusarttae Krankheit, conftatirt. Da die Krankbett lehr ansteckend sein soll, machte die Direktion der medtctnischen Klinik, rcsp. die acad. Administrations-Commission der Bürgermeisterei hiervon Mltthetlung und wurde zufolge desien auf gestern, Sonntag Nachmittag, eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten anberaumt Zu dieser Sitzung hatte sich auch Herr Profesior I)r. Riegel etngefunden. Der Herr Profesior sprach sichln derselben über das Auftreten der Krankheit ausführlich aus und betonte namentlich, daß zur Unterbringung der an dieser Krank hett Leidenden unbedingt Jsolirräumc erforderlich seien. Da nun solche im acad. Hospital mangelten, machte derselbe den Vorschlag, die Stadt möge so rasch als nur möglich sich an Großh. Ministerium wenden, damit bas eben leerstehende H o f g e r i ch t s g e b ä u d e hierfür abzuftnde^n ""de. Die Stadtverordneten beschlosicn hierauf, nachfolgende Depesche ^Großh. Ministerium des Innern und der Justiz, Darmstadt. Nach soeben abgehaltener Sitzung bitten wir dringend um sofortige Ueberlasiung des Hosgtrichtsgebaudes zur Unterbringung von Kranken, um eine gefahrvolle Epidemie von der Stadt abzuhalten. Stadtvorstand zu Gießen." Wetter beschlossen die Stadtverordneten, der Direktion des acad. Hospitals für die Unterbringung von noch kommenden Kranken das nördliche Thorhaus am Neustädter Thor xux Verfügung zu stellen und dieselbe zu ermächtigen, auf Kosten der Stadt die erforderlichen Einrichtungen zu treffen. ' ' Um den vielfach übertriebenen Nachrichten in der Stadt zu begegnen, glaubten wir unseren Lesern hier die volle nackte Thatsache mttthcilen zu müsien, welche allerdings etwas Deprimirenbes haben dürfte. Aus der anderen Seile verdient es alle Anerkennung, daß unser Stadtvorstand to rasch und energisch auf Maßregeln bedacht ist, welche hoffentlich sehr bald dem unheimlichen Gast den Weg verlegen dürften. Ob nun gerade das Hofgerichtsgebäude der geeignetste Platz ist, da dasselbe inmitten der Stadt liegt, möge dahingestellt bleiben. D. Red. Gießen, 24. November. Wir erhielten folgende Zuichrift: Das in Ni. 273 Ihres Blattes abgedruckte Referat, betr. die am 16. l. M. zu Hungen abgehaltenc Versammlung des Landes-Pfervezucht-Bereins beruht, soweit es meine Äußerungen betrifft, auf einem Mißverständniß, da ich die Förderung rationeller Pflege und Behandlung ausgewachsener Pferde, selbstredend nicht als Zweck, sondern — neben den in dem Vereinsstatut angeführten — als Mittel zur Erreichung der Zwecke des Vereins zur Beachtung empfohlen habe. Ich ersuche Sie, von dieser Berichtigung in geeigneter Weise Notiz zu nehmen. Schotten, 22. November 1879. Morneweg. Gießen, 24. November. sFleisch- und Butterpreise.) Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für Landesstatistik über die Durchschnittspreise verschiedener Verbrauchsgegenstände kostete im Monat September 1*179 per Pfund: Ocksenfleich Kalbfleisch Schweinefleisch Butter In Darmstadt in Babenhausen 0,74 0,60 0,60 1,14 0,70 0,60 0,60 0,90 in Bensheim 0,70 0,60 0,55 1,03 in Beffungen 0,71 0,57 0,58 1.05 in Erbach 0,66 0,40 0,60 0,85 In Offenbach 0,69 0,55 0,68 1,16 in Gießen 0,70 0,48 0,62 1,08 in Alsfeld 0,63 0,43 0,53 0,75 in Bübingen 0,68 0,45 0,60 0,90 in Butzbach 0,69 0,50 0,56 1,20 in Friedberg 0,68 0,43 0,60 1,18 in Schotten 0,59 0,48 0,58 0,75 in Mainz 0,71 0,58 0,70 0,88 in Alzey 0,57 0,58 0,58 0,95 in Bingen 0,68 0,53 0,58 0,94 in Worms 0,70 0,56 0,60 1,06 Mittelpreis 0,68 0,52 0,60 0,99 — Samstag Nacht gegen 1 Uhr wurden zwei Gefechte, eines in der Wetzsteins- gasse, das andere aus dem Kirchenplatze, ausgefochten. Als Waffen bediente man sich diverser Kehrbesen, Putzschrupyer und Stöcke. Wo dieselben heraeliehen waren, ist bis jetzt noch nicht erwiesen. Glücklicherweise konnten eine Anzahl der Streitenden notirt werden, welche sich wohl über die grobe Ruhestörung zu verantworten habyi dürsten Vermischtes. Offenbach. Daß jede Verloosung auch eine große Anzahl Täuschungen im Gefolge hat ist eine natürliche Sache, denn alle, die nicht gewonnen haben, sind unzufrieden und die etwas gewonnen haben, sind damit noch lange nicht alle zufrieden gestellt. Eine so große Unzufriedenheit, wie sie die Offenbacher Verloosung Hervorrufen hat, mag aber doch selten vor- gekommen fein. Zum einen traf nur auf je 101) Loose ein einziger Gewinn ; daS dürfte noch hingehen, denn man hätte erwartet, daß auch die letzten Gewinne noch einen entsprechenden Werth haben würden. Dem ist jedoch durchaus nicht so, und deßhalb herrscht zum zweiten auch über die Gewinngegenstände recht viele Unzufriedenheit. Gestickte Lampenteller, Haar- und Kleiber bürsten, gehäkelte Geldbörsen, Vorhangkordel u. dgl. mehr sind doch wahrlich keine entsprechenden Gewinne, und wie die vielen Offenbacher Maaren der Portefeuillebranche rc. im Ankauf zu stehen kommen, kennt man auch. Der Zusatz „feines", mit dem In dem Gewinnverzetchnlß ein so großer Aufwand getrieben wurde, ändert hieran nichts. Sollte hierbei etwa die Einbuße an den unverkauften Loosen wieder herausgeschlagen werden? (D. T A.) — Aus Pei lau meldet der „N. Görl. Anz.": Vor circa 14 Tagen wurde plötzlich die junge Tochter des hiesigen Brauers Most unwohl und begab sich deßhalb auf ihre Kammer, woselbst man sie nach wenigen Stunden tobt vorfand und ihre Beerdigung vorbereitete. Da die Leblose aber fortwährend rothe Wangen behielt und ihr Antlitz immer lieblicher wurde, auch keine Zeichen der Verwesung eingetreten waren, so weigerte sich, trotzdem mebrere Aerzte ihren Tod sicher bezeugten, der Pastor, das Mädchen zu beerdigen, und wurde dasselbe in der heiz^ baren Sacristet in ein hergerichtetes Bett gelegt und dort fortwährend bewacht, da man einen Fall von Starrkrampf zu vermuthen berechtigt war, um so mehr, als am vierten Tage die Stirn noch eine Temperatur von 8 Grad Wärme zeigte. Erst am neunten Tage traten Zeichen der Verwesung ein, so daß man berechtigt ist, zu glauben, daß das vom Starrkrampf befallene Mädchen endlich, vielleicht in Folge der fortwährenden Aufregung, als der unnatürlichen Folge des durch den Starrkrampf nicht aufgehobenen vollständigen Bewußtseins, durch einen Herzschlag gestorben ist Sie wurde am vergangenen Sonntag und zwar unter allgemeiner Thetl- nahme beerdigt. Frankfurt, 21. November Der „Franks. Anz." bringt folgende Gerichtsverhandlung. Es erschien auf oer Anklagebank eine vierundsechzlg Jahre alte Frau aus Bornheim. Wie auS den Verhandlungen hcrvorging, hatte sie ein Auge auf einen hübschen jungen Burschen geworfen, der indeß seine Zuneigung nicht ihr, sondern einer jüngeren „Schönen" zuwandte. Das scheint die Bornheimer Matrone sehr verdrosien zu haben ; ihr Aergcr stieg auf das Höchste, alS sie erfuhr, ihr „Jacob" habe der jüngeren Rivalin ein seidenes Tüchlein geschenkt. Besagte» Tüchlein hätte Frau Martha gar zu gerne für sich besessen. Sie verfügte sich daher zu bet Beschenkten uxb gab vor, sie sei von „Jacob" geschickt, um daS Tüchlein zurückzufordern. Schnippisch meinte die junge Dirne, „wenn btr Jacob das Tüchlein wieder haben wollt, möge er doch selbst kommen und es holen " Darauf wollte es unsere Alte nicht ankommen lassen, sie setzte sich hin und schrieb an die Nebenbuhlerin einen Brief, sie möge sich Abends an einem bestimmten Orte einstellen, wo Jemand sie sprechen wolle; zur Vorsicht möge sie, damit sie nicht erkannt werde, dunkle Kleider anziehen. Arglos ging das Mädchen in die Falle. Der bewußte „Jemand" stellte sich jeooch nicht ein, statt seiner erschienen drei alte Weiber, die das Mädchen auf bas Gröblichste mißhanbelten. Die Getäuschte will in der Angeklagten eine ihrer Miß« hanblerinnen auf das Bestimmteste erkennen. Dieselbe Ueberzeugung gewann bet Gerichtshof, ber die verliebte Alte in 6 Wochen Gefängniß verurtheilte. Bei Anhörung des Veroicts brach diese nickt etwa in Thränen aus, sondern bemerkte naiv: „Ei, beweise Sc mer dös ämol! Sechs Woche! Jetzt nämm, ich mer an Duc ter!" Trotz ber Geschicklichkeit unserer Anwälte bürste doch der gepriesene „Doctor" die Sache unserer ^uenna Schmerzenreich nicht curiren. Sondershausen, 17. November. Seltene Jagdbeute Am Sonnabend wurve auf ber auf dem Filsberg bei Berka gelegenen Rabcnhütte des Prinzen Leopold durch einen glücklichen Schuß des Hofmarschaüs von Hopffgarten ein Adler erlegt. Derselbe mißt bei ausgebreiteten Flügeln 180 Zentimeter, vom Kopf zur Schwanzspitze 82 Zentimeter, während der Schwanz selbst 34 Zentimeter lang ist. Es Ist ein sehr schönes Exemplar, hat, abgesehen von den sonstigen Merkmalen, ein dunkelbraunes Gefieder, ist am Kopf und Hals rostfarben, seine Fänge sind bis zu den Zehen rothbraun befiedert und feine Schwanzwurzel ist schneeweiß. Der Holet wird deßhalb entweder für einen Steinadler (aquila falva) oder für einen Goldadler (aquila chrisaetos) gehalten; er bewohnt nur in einzelnen Exemplaren Die großen Waldungen bei Balkan, gehört also für die hiesige Gegenb zu beu größten Seltenheiten. Bochum, 15. November. Pünktlichkeit Ist die erste Pflicht eines Schöffen. Heute Morgen verspätete sich nämlich ber Lanbwtrth. Htlsmann aus Pankau, der als Schöffe zur Gerichtssitzung vorgclaben war, so daß als Stellvertreter ein hiesiger Bürger herangezogen wurde. Als Herr Hilsmann kurz nachher eintraf, wurde er zunächst zu 50 Geldbuße wegen der Verspätung verurthellt, um bann seines RichteramteS als Schöffe zu walten. — sArktisckes Thierleben.] Professor Nordenskjöld dringt In feinem Berichte über die norböstliche Durchfahrt folgcnbe interessante Schilberung bes Tbierledens auf der Bering Insel „Das einzige größere Thier, welches noch Immer in größeren Mengen auf ber Insel vorkomm', ist ber Seebär (Otaria ursina). Die zahlreichen Schaaren von Seebären, welche sich an den Küsten ber Bering Insel und Kupser-Jnsel aufhalten, werden beinahe wie eine Herde zahmer Thtere behandelt. Dies ist nur dadurck möglich, daß diese Tbiere einige Monate bindurck, ohne Unterbrechung und fast ohne Nahrung zu sich zu nehmen auf bestimmttn Landzungen der Insel zuzubringen pflegen. Sie sammeln sich dann zu Hunderttausendcn in Dicht gedrängten Hausen am Strande. Es ist streng verboten, an diesen Stellen zu jagen ober Die Thiere ohne vom Dorfvorsteher etheilte Erlaubnis in ihrer Ruhe zu stören. Wenn eine gewisse Anzahl See^ baren getöbtet werben soll, wirb ein Haufe toon, einer genügend starken Gesellschaft von Jägern umringt, und mit Stöcken ein Stück landeinwärts gejagt. Dann werden die Weibchen, Junge und Männchen mit schlechtem Pelz toeggetruben und die Uebrigen erst mit einem Schlag auf die Nase betäubt und darauf mit dem Messer gelobtet. Gefolgt vom Vorsteher des Dorfes, besuchten einige ber Unsrigen eine von der nördlichen Seite ber Insel in die See sich erstreckende Landzunge, welche einen LlebllngSaufenthalt für die Seebären bildet. Nach der uns gewordenen, Holzschuhe (7446 empfiehlt Klinkel. 7603) n Lieferung von Lahnkies, ver- 75 — Xj. Frohnhäuser. 206 — 128 — 108 — 48 25 n n ii (7426 Louis Lony. Zimmerarbeit, Spenglerarbeit, Weißbinderarbett, Arbeitsversteigerung. Montag den I Dezember er., Nachmittags 2 Uhr, werden von unterfertigter Bürgermeisterei, die zur Herstellung eines Brunnens erforderlichen Arbeiten öffentlich in Accord vergeben, als: 1) Brunnengraberarbeit, veranschl. zu «X 166,50 2) Abfuhr des Bodens, veranschl. zu . Ganze Erbsen das Pfd. 28—32 geschälte Erbsen 30 36 ^, Bohnen 24—28 Linsen 31—Wßkraut Stück — A 100 Stück 6—10 X. Rothkraut, 1 Stück 10—25 H Kohlrakl — Kohlkraut 3 4 4, Blumenkohl 1 Stück 20—80 Wirsing 6-12 ^, Kartoffeln 100 K lo XI -8, Zwiebeln 25 Bund X. Merrettige Stück 15-18 1 Sluck - Ochsenflenw per Pfund 65—70 Rindfle-.sch 45-50 Kuhfle.sch 45-60 Kalbfleisch 42—55 & Hammelfleisch 40-65 Schweinefleisch 6O-7O_^, ein Hahn ^ 0.70-,.30 em Huhn X. 1 00 1.70, eine Ente X Gans vaS Pfund 50 -60 eine Taube 40—50 < | !. |, m we-ne e unb B,r^ he * 8'*;, " nehmen. httttr 1,14 0,90 1,03 1,05 0,85 1,16 1,08 0,75 0,90 1,20 1,18 0,75 0,88 035 0,94 1,06 0,99 in der WchsteinZ- i bediente man sich Hen waren, ist bii Streitenden notirt llen habM diirfleil „ßl6 eltoa8 übi,t,f,t,,ntn Angabe z»r Zeit 200,000 Thlerc aus d» Landzun,- und dem . v p.fl inh, ykrsammelt. Die älteren Thiere wurden anfa.rgs etwas unruhig, als nabellegenden Stra J beruhigten sich aber bald und wir hatten nun das Vergnügen Wh- waren die einzigen Zuschauer. Die Scenerie eencs höchst e gen . '. . von schäumender Brandung umgebener Strand, den dudele nn von S V ^nd die Darsteller waren Tausende von eigenthümlich Hintergrund gab das unab^ehvare^tecr av unbeweglich, unbekümmert um Alles, geformten Th.eren. E n ge alte Männchen tag. i mit einem eigenthümlich «a- 'n ^s^n ^den Steinen herum oder schwammen mit unglaublicher Schnelligkeit “K -- •;»; - äSsaiW sahen wir cm st-chtmgcsew - Kecktkunst erhalten sollte. Ueberall krochen die kleinen als wenn letzteres UntMlt n be r ^^en wie Lämmer, um die Mutter fd’^üf,nn 3Of8t‘toertm t>ic Junten von Den alten -idiückt, wenn trete, zufällig aufg-sckr-ckt, 3U ru(^n- W 8 tobten jungen wurden schon nach einem derartigen Alarm ,um ?3 000IbtaXten In di« em Iah- getidtet w°-dm. Deren h keine entsprechmdm he rc. im klnkauf zu Kewinnverzeichniß em etwa die öinduße an (D. r 1.) 'agen wurde plhlich b auf ehre fammti, orbfuittlt- Sa Die blicher wurde, auch ebrere «erzte ch«n »asselde in dn W da man einen. ,m vinün Lagt die Tage traten Men. Starrkrampf befallene t unnatürlichen Folge 8, durch einen Heister allgemeinn Lheil- > tzenchtsverhandlung. 'yornheim. ^Burschen man»- ®>‘ fe f °°i Ä'- 11, Md-inl'«-- itlM in 6aW „41 a«l«* rx «ktabl an einend %».«»-* £iT®SÄ ÄJ w u«W M * “Xf .t,nb töutot avs Ä“«««*...... nhtlcl ^.,/ßchwaez $^tn6 oonl»’ «M*V"«1 der 016 wurde- -iS'-" Z"S5* lUf dtt N^ antfrt 3’”; -Sä» Katent-Federsohien, dreifache Haltbarkeit gegen gewöhnliche Sohlen und vollkommen wasserdicht. Dieselben sind zu Originalpreisen hier nur bei Herrn Wilh. Balfer zu haben 6611) Theodor Küchler. August Holl im „Stern" empfiehlt sein anerkannt vorzügliches Renten-LLebensverflcherungs-Znflalt zu Barmllaöt. Bon jetzt ab bis Ende December werden die Renten täglich von 12 bis 2 Uhr in meiner Wohnung (Bahnhofstraße) gegen Einhändigung der 1879er Coupons ausbezahlt. Die Rentcnbezugs-Berechtigten, welche mir nicht bekannt sind, haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und Aufenthalts-Attesten versehen zu lassen; auch können neue Einlagen gemacht und Nackzahlungen geleistet werden. Gießen, im November 1879. Der Bevollmächtigte: frUilter, Drucksachen-Berwalter. Prima Steinkoblen, Knabbelkoblen, Braunkohle» und kleingemachtes Holz empfiehlt billigst 75o9) Daniel Wirths Dachfolger. Frische Gemüse, sowie Eier, Obst etc. empfiehlt I. Schäfer, Kirchenplaß, 7656) (im Hause des Hrn. Gerlipp). 63 )8) £>eute treffen frische, geräucherte Kieler Feltbücklioge wieder ein. J. 1. Husch Söhne* 7367) Ein Acker am Rodberg, 1 und 3/4 Morgen haltend, zu verkaufen. Näheres bei___________A. Versteigerung. Mittwoch den 26. d. 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Scliaciiclub« Spielsitzungen Dienstag und Freitag9 von Ab nds 8 Uhr ab, in Wenzels Garten, kleiner Saal. Evangelischer Kirchengesangverein. 7657) Die Probe findet heule, Dienstag den 2 5. November,, und in 8 Tagen in der großen Aula statt. Der Vorstand — —— . Geh. San.-Rath, Mitglied des kgl. deutschen Dr» Ar Gesundheitsamtes, Frankfurt a. M. : „Empfiehlt sich vor allen, wo es gilt, dem Magen geringe Wassermengen zuzuführen. Das Wasser wird (oft auch für längere Zeit) leicht vertragen und gerne genommen“. Frankfurt a. M., 27. April 1879. Es werden für 10,000 Mk. Kaufschillinge gekauft. Wo? sagt die Exp. d. Bl. (7651 Alice-Verein für Frauenbildnng und -Erwerb. 7653) Alle Rechnungen für obigen Verein bittet man an Herrn Schul- diener Schneider, Asterweg Nr. Hl, abzugeben, durch welchen die Rechnungsbeträge an die Empfangsberechtigten jeden Samstag überbracht werden. Der Vorstand, FRANZ JOSEF' IBITTERQIIELLEI Gerösteter und gemahlener Hafer, vorzügliche Zuthat zur Fleischbrühe, ..»»»«»» Gg Willi. Weidig. Vorträge öes votksbildungs- und gewerbenereins. 7658) D-r 1. Vorirag des Herrn Profesior Dr. Gareis über „bte Reicksgesetzgebung" findet Dienstng den 25. November, Abend» 8 Ubr. auf dem Ladnstein statt. Der Vorstand. Flaschenbier-Verlauf. Lotz'sches Lagerbier, Exzortliier aus der Acticn-Brauerei liefert in allen Quantitäten in's Haus €. Müller, Versicherungsfonds . . • ■ • • • • • • •" " Jede Prämie bat Anspruch auf Dividende. Durchschnitt der seit 20 Jahren vertheiltcn Jahres-Dividenden: 37,6% der lebenslänglichen Prämie an die Versicherten mit lebenslänglicher 47 9 o/o enslaiiglichen Prämie an die Versicherten auf Lebenszeit, jedoch mit Prämienzahlung bis nur zum 60sten Jahre; 49,03% der lebenslänglichen Prämie an die alternativ Versicherten, deren Ver- sicherungssumme z. B. im 60sten Lebensjahre ober bei früherem Tode LwS- „1^ 5-0 3 u.?l r das anerkannt wirksamste aller Bitterwässer. TM ■■■ « y Ä -L- Erlangen: „Die Franz Josef Bitterquelle ■Dl". W ■ wirkt sicher und macht keinerlei Be- Mensversicherungs- und Ersparnis-Bank in Stuttgart, 7647) In eine Liqueur- und Essigsprit- Fabrik wird ein angehender Commis für Comptoir und kleinere Reisen gesucht. Franko-Offerten unter Nr. 7647 besorgt die Exped. d. Bl. 7629) Für eine ältere Dame drei Zimmer (Stube und Cabinette) für Anfang März gesucht. Küche nicht erforderlich. Offerten mit Preisangabe sub P. 9711 an Rudolf Moose, .Ä '6"®" » S 3 S 3 Sineer - Nähmaschinen aus der Fabrik von Joseph Werthheim in Bornheim übertreffen durch Güte Leistunqsfäbiqkeit und Dauer die Original-Singer-Maschine und sind trotzdem circa 15% billigt. Sämmtlrch, ohne Prc.saufsch ag, mit der Schwungradsauslösung versehen, einem Apparate deutscher Erfindung, welcher das Spulen ermöglicht, ohne raß man nothrg hat. den Obertheil der Maschine in Bewegung V■ IM 1XSS „Wirkt schnell, schmerzlos und oft in überraschend kleinen Quantitäten“. München, 11. März 1879. Geh. Rath, Würzburg: „Die Wir- FlOI> JDr. V. wCaHZOHl, kung der Franz Josef Bitterquelle ist ausnahmslos rasch, zuverlässig und schmerzlos“. Würzburg, 26. Juli 1877. empfiehlt in reicher Auswahl: lnlhis Srhiil/e isÄSs JllllUkj DUllUlfJv) Gamaschen, Röcke, Unter- LonnmstMe 58. s-L,XnÄ 7478) ____________________________zu den b'lliqsten Preisen.__________________ Gepreßte Palmkernkuchen. 7034) Vorzügliches Kraft-Futtermittel, besonders für Milchvieh, mit durchschnittl. Gehalt von 9—11 % Fett und 15—17 o/o Protein, empfehlen K. k. Allgem. Krankenhaus, Wien. Abth. u. L. d. H. Prof. Dr. Drasch«. — „Bei Magen- und Darmkatarrh, hab. Stuhlverstopfung, Appetitlosigkeit, Blutanschoppung, Hämorrhoiden, Leberleiden und Frauenkrankheiten wurden vorzügliche Erfolge erzielt.“ 1878. __ Vorräthig in den meisten Apotheken und allen renommirten Mineralwasser- Depöts. Depots werden auf Verlangen überall errichtet durch die Versendungs- Direction in Budapest. (7051 Hermietyungen. 7659) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. I. Heß, Teufelslustgärtchen. Ein möblirtes Zimmer auf 1. December zu vermiethen. 7640 Frau Koch, Gartseld Nr. 1223/i0. 7631) Ein Logis zu vermiethen bei Emil Beil aui dem Hamm. 7630) Mein Laden mit Logis per Anfang Januar 1880 beziehbar, zu vermiethen. A. Keller, Seltersweg. 7618) Eine Stube mit Cabinet und allem Zubehör zu vermiethen. Gg. Unverzagt, Kaplansgasse. 7599) Ein kleines Familienlogis in der Sandgasse zu vermiethen. Näheres ___________________Marktstraße D. 24. 7564) Möblirte Zimmer auf sofort billig zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. 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