Anzeige- md AmisM ftr hte Kreis Gieße« Rsd«tto«Avrrree6itiOW»6«rtaut f ""-strotz-B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MvOtagS. lhtttllihk! BAU- Loiree PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SO Pf. Unser Kaiser, dessen Befinden durchaus zufriedenstellend ist, widmete fich den Regierungsgeschästen in hergebrachter Weise und setzte die Frühjahrs- Truppenbestchttgungen in erwünschter Rüstigkeit fort. Die Kur, welche dec Kronprinz in Kijsingen gebraucht, ist von dem günstigsten Erfolge begleitet. Die Kaiserin hat sich zum Besuch der Königin Victoria nach Schloß Wind- r Slammanlheil im 30. d. M. knien. Die W senken durch » Z- ff Hl«" lr । «M «««'i > [tn» I** lllfs r*1' Zweites Blatt. Sonntag, den 25. Mai !'6 Ulin ^bchtigung zum Sch Xt kochen faii«, «Nagen bei (357(1 125. Kai; ert per Hierarchie immer ernster. Nachdem der Staatsrath den Erzbischof von Air wegen der Angriffe, die er in einem Hirtenbriefe auf die Regierung gerichtet, des Amtsmißbrauchs schuldig erklärt, nahm der Minister des jnnern Anlaß, bet einer Interpellation über das gesetzwidrige Treiben des Erzbischofs und seiner Geistlichkeit in der Kammer zu versichern, die Regierung sei entschlossen, dem Gesetze Achtung zu verschaffen: kluge Mäßigung, aber zuglerck Festigkeit sei die Politik des Eabinets, welches die Ferry'schen Vorlagen als sein eigenes Werk betrachte. Diese Erklärung machte den besten Eindruck aus die republikanische Majorität. _ Deutschland. Köln, 23. Mai. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin berichtet: Unter vortrefflicher Cuitus- und Unterrtchtsminister Dr. Falk soll angefangen haben nachzudenken über die Stelle in Wilhelm Tell's Monolog: „Fvrt mußt Dtt, Deine Uhr ist abgelaufen!" Er hat Gründe genug, sich nicht wehr ganz wohl in seiner Stellung zu fühlen. Der Reichskanzler und Herr Wtnd^horst- Meppen liegen sich in den Armen, soweit dies der Unterschied ihrer Statur zuläßt, und wenn die Peile von Meppen auch gleich der „Germania" ve - sichert, der Ausgleich mit Rom scheine ihr noch im weiten Felde zu sein, so haben andere Leute doch besiere Augen und zweifeln nicht daran, daß die Verhandlungen zwischen Rom und Berlin ziemlich weit gediehen sind, wenn auch Fürst Bismarck augenblicklich keine große Eile zeigt, abzuschließen. Man erinnert sich, daß Herr Wmdthorst noch neulich den Minister Falk als einen Stein des Anstoßes bezeichnete. Ferner muß der gemeinschaftliche A> sturm der Conservativen und der Ultramontanen im Reichstag auf das Civilstandsgesch Dem Minister Falk zu denken geben. Man wird sich erinnern, daß sowohl der Kaiser selbst, als der Reichskanzler dem Ctvtlstandsgesetze nicht hold waren. Fürst Bismarck hat noch im vorigen Jahre den württembergischen Pastoren erklärt, daß er vorgezogen hätte, die Eheschließung auf dem Standksamte nur facultatw zu machen. Es war Falk, der jenen Gesetzentwurf durchsetzie. Der Grund, den er hauptsächlich dafür geltend machte, war der, daß in Folge des Culturkampses viele katholische Pfarreien unbesetzt blieben und in solchen Gegenden den Katholiken doch die Möglichkeit gegeben werden muffe eine gültige Ehe abzu- schlikßen. Dieser Grund war indeß für den Reichskanzler nicht überzeugend; im Gegentheil, er meinte, daß es nicht Sache der Staatsregierung sei, die selbstgeschaffenen Schwierigkeiten zu vermindern, die durch den Widerstand der katholischen Geistlichkeit gegen die Staatsgesetze herbeigesühit würden. Schließlich stimmte Fürst Bismarck dem Gesetzentwürfe nur deshalb bei, um Falk im Amte zu erhalten, woran ihm damals gelegen war. Inzwischen ist die Stellung dieses Ministers schon im vorigen Jahre bedenklicher geworden durch die von hoher Stelle bevorzugte Richtung in der evangelischen Kirche. Nur mit schwerem Herzen hat Falk sich entschlossen, die Ernennung der Hofprediger Kögel und Baur für den Oberkirchenrath zu unterzeichnen. Inzwischen hat aus dem volkswirtbschastlichen Gebiete, auf das die Liberalen immer großen Werth legten, die Reaction einen glänzenden Sieg erfochten. Denn wie die jüngsten Abstimmungen des Reichstags lehren, kann die Schutzzöllnerei auf eine Mehiheit von 60 bis 70 Stimmen rechnen. Die Ansichten, die Fürst Bismarck in jüngster Zeit aussprach, namentlich in dem Schreiben des Herrn v° Thüngen, sind so schroff agrarisch, daß sie an die ersten Zeiten seines Auftretens, 1847 und 1848, erinnern. Es mehren sich überhaupt die Anzeichen, daß die ganze Richtung unseres Innern Staatslebens wieder mehr nach rechts gehen wird. Man hört, daß unser Minister des Innern. Graf zu Eulenburg, der seit seiner Ernennung sich als einen gewandten, aber sehr conservativen Geschäftsmann gezeigt hat, unser 1873 begonnenes, aber seitdem iiVS Stocken gerathenes System der Selbstverwaltung, statt es zu vervollständigen und zu vollenden, zunächst einer durchgreifenden Revision unterziehen wolle. Man kann allerdings nicht leugnen, daß sich die neuen Einrichtungen theilwetse nicht als praktisch bewährt haben. Das System ist zu zusammengesetzt, neben den neu- geschaffenen Behörden amtiren die alten ruhtg weiter, und so ist eine Revision unserer Verwaltung allerdings angezeigt. Nur wäre zu wünschen, daß sie in dem ursprünglichen freisinnigen Geiste der Vorlage erfolge; aber daran ist unter den gegenwärtigen Umständen schwerlich zu denken. Vermischtes. Mainz. 17. Mai. Von dem hiesigen Bezirksgerichte wurde dieser Tage ein junger Mann aus Wald-Uelbersheim wegen schwerer Körperverletzung, verübt durch einen im December v. I. bei der Eimsheimer Treibjagd auf einen Wormser Herrn abgegebenen Schuß, wobei der Verletzte ein Auge verlor, in eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten und sammtliche Kosten ver- urtheilt, welches Urtheil jedoch die Entschädigungsansprüche des verletzten nicht ausschlteßt. Der Letztere beansprucht in einer Civilklage eine Entschädigung von 20,000 JC. (zur Zahlung von 4000 Ji. hat sich der Beschuldigte bereits erboten). Ein theucer Schuß I m . - golgenbe tragisch- Geschichte, fo schreibt man der „Stilb.", welche tot) «tta ®e$dm. Haltung dach in di- O-ffentlichk-it drang, betrifft -in- achtbare und wahlsituirte F.mi t-, der n Vareltern mit König August au« Polen in Dresden eingewand-rt waren, und die dahin im Besitz eines talentvollen, d-,n Künstleistaude °ng°h°r°nd«n Sohnes und -tn-r Tochter st ll und glücklich lebte, bis vor einigen Monaten diese« stille Glück durch bk Einführung -Ui-« langen Raffen "er sich bie Frlandscha°ft b.s Sohn.« erworben, tief erschüttert unb ganz »--- trümmert warde. Der sänge Mann, welcher vorgab, sich in Deutschland einige technische Kenntnisse im Maschinenwesen »werben za wollen, sand in der Familie seine« Freunde« freund- Den. ben von vk'« iihriii(Wr’ ifyn tfunben, b!t WlWhiim in?furt a. Main und Mt Aufträge n, eriute hiermit ^Bestellungen an Nachfolger t a. Main PreckCourant von hopsen franco zu • S'bildeter junger wünscht Stelle als . 'n einem Engros- Gefl. Offerten an itbiß in Wilhelm irranffurt a. B, 60 $ in ’Brtci- n eerfenhet. (364 ich« 120. Zweites Blatt. (Lonntag, vtN to. MM 187» chießmer Wyeiger sor begeben. t , r Das Deutsche Reich hat mit Samoa einen Freundschaftsvertrag abgeschloffen, welcher ihm die erste auswärtige Flottenstation gewährt. Die gestei- gerte Wichtigkeit der Beziehungen Deutschlands zu Ostasien bekundete sich durch die Thatsache, daß der Gesandte Chinas in Berlin zum ersten Mal an die Oeffeutlichkeit trat, indem er bei einem Festmahl, welches die Gesellschaft für Erdkunde ihrem bisherigen Präsidenten, Frhrn. v. Rtchthofen, vor dessen Abreise nach Bonn gab, einen Toast auf die Erhaltung der Freundschaft zwischen Deutschland und China ausbrachte. Das über den Untergang des „Großen Kurfürsten" ergangene kriegsgerichtliche Erkenntniß ist vom Kaiser aufgehoben und ein neues Kriegsgericht unter dem Vorsitz des Generalinspecteurs der Artillerie, v. Podbtelski, mr Aburtheilung der Sache bestellt worden. Der Reichskanzler hat dem Bundesrath den vielbesprochenen Gesetzentwurf über die Verwaltung Elsaß-Lothringens nunmehr endlich zugehen lasten: derselbe kommt den Wünschen der Autonomtsten und den vom Reichstage seiner Zeit gefaßten Beschlüsten so weit entgegen, als es unter den obwaltenden Verhältuiffen möglich ist. Ein merkwürdiges Zusammentreffen war es, daß um dieselbe Zeit die Berlin-Metzer Eisenbahn eröffnet wurde, welche den Hauptwaffenplatz des Reichslandes mit einem neuen eisernen Baude in unser Wehrsystem einfügt. Im Deutschen Reichstage hat die Entscheidung über den neuen Zolltarif mit der Annahme der Zölle auf Roh- und Brucheisen nach dem von der Regierung beantragten Satze (1 Mk. für 100 Kg.) begonnen. Bei der schutzzöllnerifchen Strömung, welche feit ewigen Monaten durch Deutschland geht, war dies Resultat vorauszusehen. Daß sich aber eine so starke Majorität (218 gegen 88 Stimme») dafür finden wurde, das hatte wohl N emand erwartet und ist nur dem Bündniß der Conservativen mit dem Cen- trum zmuschreiben, welches schon bei der Wahl des Vorsitzenden in den drei wirMckaEen Commissionen zu Tage trat. Mit diesem Bündniß ist zugleich die Bewilligung der Getreide- und Viehzölle trotz aller Resolutionen, dieber von 72 — meist norddeutschen — Städten in Berlin abgehaltene ^tädte- tag gegen diese Zölle gefaßt hat, gesichert. Dagegen arm der nieg der roJjpritm-r in den finanzpolitischen Vorlagen noch bei weitem nicht als ent- toÄ ist. 4 d°s Z°ll'p°rrg-'°tz, welches *19 b ,UI „sten B-rathung gelangte, in Folg- der Ausstellungen, welche bk Vertreter der nationalliberalen Partei wie oes Centrums daran machten, aller Bemühungen des Ministers Hofmann ungeachtet, an die Tartscommission verwiesen wurde, um dort wesentlichen A-nderungen unterworfen zu «erden, g der bot die durch die wirthschastlichen Fragen veranlaßte neue Parte,grup- nlruna den bisherigen tresflichen Präsidenten des Reichstages, von Forcken- b e bewogen, wegen des Gegensatzes, in welchen er in Bezug auf jene mit der gegenwärtigen Majorität des Hauses gekommen, unter gleich- »tiaer Erbittung eines vierwochentlichen Urlaubs zur Wiederherstellung seiner KesundhUt, das Präsidium niederzulegen. An Stell- von Forckenb-chs wurde der conservative von Seydewttz gewählt. w Schweizer Volk Hal am 18. d. die Wiedereinführung der Todes- strafe in allgemeiner Abstimmung mit 196,197 gegen 177,263 Stimmen angenommen, d. h. den einzelnen (Santonen die Freiheit gegeben, jene Strafe aus rem Wege der Gesetzgebung wieder einzuführeu. Kaiser Franz Joseph hat den österreichischen Reichstag am 17. d. na* sechsjähriger Wirksamkeit mit großer Feierlichkeit 0 ich laukknisach bktuLhi! ; Lo^tikichitilkn Bert- bringenb genug empfot- üfcr en husten, Bnist. Ute fich bies kokjüglicht Äranta benltn, ba; für ich sei- - kr-spect burl Ltllst, u. -«sei. I llilb franco. ( @ . eia«- lidje Aufnahme und gewann bald die Zuneigung der zwar sehr gebildeten, aber auch etwas extravagant empfindenden Tochter des Hauses. Man fand in dem innigen Anschluß der jungen Leute kein Bedenken; als aber endlich bei dem jungen Mädchen die Zeichen allzu intimer Innigkeit für das Auge der Mutter bemerkbar wurden, erschrak diese, machte ihrem Gatten Mittheilung, und die Tochter gestand ihren Fehltritt unter einem Strom von Thränen. Mit den heiligsten Zusicherungen und Bitten um Verzeihung für sich und seine „Braut" gab der Verführer die vom Vater geforderte bündigste Erklärung, erbat sich Urlaub, um jchleunigst nach Hause zu reisen, sich den Segen des Vaters und die erforderlichen Papiere zu holen, auch Alles auf dem Gute zum Empfang des Ehepaars Herrichten zu lassen. 2üs aber nach wochen- langem Harren keine Nachricht eintraf und ein abgesandter Brief unter der zurückgelassenen Adresie des „Bräutigams" als unbestellbar zurückkam, als man nach ängstlichem aber vorsichtigem Forschen erfuhr, daß kein Gutsherr des angegebenen Namens in Volhynien existire, wohl aber gegründeter Verdacht vorltege, daß ein armer Student der Philosophie gleichen Namens vom Nihilisten Comite als Propagandist nach Deutschland gesandt, aber jetzt nach Rußland zurückgekehrt sei und von der Polizei eifrigst gesucht werbe, da geriethen die armen Eltern in Verzweiflung und vermochten nicht, der Tochter das Entsetzliche zu verhehlen. Wenige Tage darauf war die beklagenswerthe Verführte unter Mitnahme ihrer Ersparnisse und ihrer Schmucksachen verschwunden und ein zurückgelassener Brief brachte das überraschende Gcständniß, daß sie sich selbst zum Nihilismus bekenne, daß sie ohne Paul uno als Entehrte nicht leben möge und ihn in Petersburg bei den Gesinnungsgenossen finden werde. Obschon Die Eltern eine Besuchsreise der Tochter zu verwandten nach Danzig vorgaben, konnten sie doch den tiefen Kummer vor den: Sohn nicht lange verbergen. Letzterer reiste sofort nach Petersburg; aber nach wenigen Wocben kehrte er gebrochenen Herzens zurück. Die Schwester war als Mitschuldige ihres Gatten, als welchen sich der Verführer bekannte, mit ihm zur Transportation nach Sibirien verurtheilt und unterwegs der Anstrengung unterlegen. Die Mutter überlebte die Schreckensbotschaft nur wenige Tage, der Sohn verfiel in düstere Schwermuth. Mainz, 19. Mai. Bei hiesigen Wirthen macht gegenwärtig wieder einmal ein Jndi- vtdium den Versuch, schlechte Waare, Weißzeug, Tuchreste und berg leid) en zu maßlos übertriebenen Preisen an den Mann zu bringen. Der Schwindler, der ein sehr redegewandtes Jndividium ist, erscheint in Begleitung eines zweiten Burschen. Mögen die Wirthe, auf die es abgesehen zu sein scheint, sich hierdurch warnen lassen. (Mzr. Anz.) — Als gestern Abend eine Dame vor ihrem Hause ankam und die Klingel zog, wurde ihr vom eigenen Dienstmädchen ein Kübel kalten Wassers übergeschüttet. Kurz vorher hatten nämlich einige Nachtschwärmer an der Glocke gezogen und das Mädchen glaubte, es seien jetzt wieder die Bummler. Frankfurt. Die Ortsobrigkeit eines benachbarten Dorfes kam mit dem Strafqesetzbuck) in einen eigenthümlichen Confliet. Dem Schultheis wurde eines Tages (im Jahre 1*77) die Meldung gemacht, daß ein Ortseinwohner einen Wagen mit Steine, welche der Gemeinde gehörten, gestohlen habe. Der Ortsdiener wurde hingeschickt, den Frevler herbeizuholen. Am ganzen Selbe zitternd, ward der Delinquent vorgeführt, worauf ihm der Schultheiß eine große Strafrede hielt und ihn zwei Tage für die Gemeinde fröhnen, d h Grund fahren ließ. Man glaube langst Gras über die Sache gewachsen; allein der salomonische Urtbeilsipruch wurde bei ber Behörde ruchbar und gegen den Schultheiß nun Anklage wegen Beihilfe Aum Diebstahl (Derselbe ist nach beendeter Untersuchung jedoch freigesprochen, der Ortseinnehmer aber zu Haftstrafe verurtheilt worden.) „ , ~ Elektrische Signale. Der französische Generalstab nimmt auf dem Mont-. Valerien gegenwärtig Versuche mit der eleetrischen Beleuchtung vor, welche dahin zielen, durch elektrische Lichtsignale eine Verständigung mit entfernten Punkten, namentlich bei Nackt, zu er- reichen, also eine Art Telegraphie auf diese Weise herzustellen. Durck) zweckmäßige Anbringung starker Rcfl-ktoren ist es bereits gelungen, den 7500 Meter vom Aufstellungspunkte der Lampe oitt cCn Trokadero-Thurm derartig zu erleuchten, daß man mittels eines Fernrohrs an dem Ziffernblatte der an dem Tliurme. angebrachten Uhr selbst bei starkem Nebel die Zeit genau nrennen kann. In Folge dieser günstigen Ergebnisse ist der Gedanke aufgetaucht, das elektrische L ® ,n non Signalen auf Eisenbahnen und auf Schiffen zu verwenden, und man hofft dadurä) em Mittel zu gewinnen, um den immerhin noch zahlreichen Unfällen vorzubeugen. daß Die gegenwärtig im Gebrauch befindlichen Lichi-Warnnn-ssignnI. nicht stark genug sind, um namentlich den Nebel zu durchdringen. 9 9 t .. "Ein gewiß seltenes Familienfest wurde am 29. v. M in Vlotbo (Westfalen) gefeiert Äaufmann« 8. 2B. SBrftggemann dortselbst heirathete den jüngsten Sohn des verstorbenen Kaufmanns Tmtelrath aus Lemgo, nachdem schon früher drei Schwestern der Braut von drei Brüdern des Biäutigams als Gattinnen heimgeführt waren, so d7ß vier Brüder vier Schwestern zu Frauen haben. ' 1 * r öruDer Hildesheim, 15 Mai. Die 27 Jahre alte Julie D. aus Sorsum welche schon längere Jahre hier bei Verwandten wohnt, blieb gestern am Tage absichtlich in der St. Maada: lenen-Kirche zurück, als dieselbe wieder vom Küster verschlossen wurde. Abends gegen 11 Ubr junbete utc D. sämmtliche Kerzen in der Kirche an und fing an zu läuten. Die erschreckten Anwohner, welche rasch auf die Straße eilten, erstaunten nicht wenig über die erleuchtete Kj'cke Nachdem die beiden Geistlichen zur Stelle waren, wurde die Kirche aufgeschlossen und fand man nun die D., welche erklärte, „es sei ein Wunder geschehen". Auf Veranlassung der Geistlichen wurde sie bann der Polizei überliefert, von dem wachehabenben Polizeibeamten aber der nach einigen an sie gerichteten Fragen sofort erkannte, baß er es mit einer geistig Gestörten in Me imter ^1^ i^en Verwandten zugeführt. Auf der Polizei sagte sie aus, daß ihr die Mutter Gottes enchienen jei und gesagt habe, sie solle auf jede Ecke des Altars ein Veilchen legen und die Lichter anzünden, bann würbe ihr in Frankreich verwundeter Bruder wieder gesund. Das bade sie auch gethan und zur Verherrlichung außerdem geläutet. Wer sich davon überzeugen wolle, könne hin nach ihrem Bruder gehen, und er werde finden, daß er wieder gefunb geworden. Von den Verwandten wird außerdem erzählt, daß sie in den letzten vier Tagen nichts gegeffen. Die offenbar Geistesgestörte wird vermuthlick) dem Jrrenhause übergeben werden. (H Z) , A""' 14 Mai. Wie der „Oberländer" berichtet, hat sich am Samstag kurz nach 5 QUJ bcrder Jungfrau eine gewaltige Staublawine gelöst, welche mit solcher Wucht über den Stufestein in’S Thal stürzte, daß auf viele Meilen alle Wälder ver wüstet wurden und die Stamme wie gemähtes Gras herumlicgen. Ahornbäume, die seit Menschengedtnkcn dort den Lawinen Trotz boten, sind entweder mitsammt den Wurzeln oder geknickt wie Hcuhalrne zu Boden gerissen und große Strecken weit fortgetragen worden Auf der entgegcngeietzten Seite sind die Staubwolken über die Alp Busen bis zfim Wildhorn und bis nach tem Sevmenthal hinauf gestiegen, thalabwärts bis zum Trümmelbach vorgedrungen Die ältesten Mann.r von Lauterbrunnen können sich eines solchen Ereigniffes nicht erinnern Glücklicherweise vernahm man bis jetzt nicht, daß Menschenleben gefährdet worden feien • ba- Den^tai^ Hcu'chober und Scheunen verschüttet und zerstört. ' Der Waldschaden 'trifft » ~ Aus Dessau wird der „Saale-Ztg." geschrieben, daß daselbst der Tenorist und Herzog'. Kammerlanger Franz Diener gestorben ist. Der Verstorbene stammte aus Dessau, wo fein Vater noch heute als Fleischermeister lebt. Seine künstlerische Laufbahn hat er in Berlin als (Seiger der berühmten Bilse'schen Kapelle begonnen. Nach seiner Ausbildung zum Sänger geboTte er nach einander den Bühnen von Köln, Berlin und Dresden an. Bei seinem ®afb Wiel in Frankfurt erkrankte er, so daß er beim ersten Auftreten mitten in der Rolle abbrechen mußte. Er ging von da nach Halle a S, wo er in der Klinik aufgenommen wurde und von dort noch leidend, in fein elterliches Haus in Dessau, wo er starb. ®bet p 1 *-816 • Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen' Lloyd <£. W. Dietz in Gießen. Neworleans, 19. Mai. «Per transatlantischen Tclegraph.t Der Postdampfer Braunschweig Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. April von Bremen abgeqangen war, ist am 17. d. M. wohlbehalten hier angekommen. Southampton, 20. Mai. Der Postdampfer Oder Capt. C. Leist, vom Nord- deutlchen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Mai von Newyork abgegangen war, ist heute " Abends wohlbehalten hier angekommen und bat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Ubr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Oder überbringt 33* Passagiere und volle Ladung. Allgemeiner Anzeiger. Aeikgebokenes. 3390) Gut gebrannte Russensteine werden billig abgegeben bei ________________Frau E. Eichenberg. Fertige Herren- und Knabengarderoben. Wir haben eine große Parthie eleganter Herren- u. Knabenanzüge sowie Paletots bedeutend unter dem Preise abzugeben. (3335 _______Gehr. Stamm. Höh-Eis, sowie Eis ■ Schränke (in Auswahl) liefert äußerst billig frei in's Haus (3410 bch. Lei,matt, __H-ff Hof. 3541) Hundert neue Bohnenst ngen sind zu verkaufen im Darmstädter-Haus 3. 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