187». Freitag den 24 Oktober Nr. 248 Kichener Htnzeiger S!51tor6iiettr. AiM° «Ä AmisblÄ fit des Kreis Gießei. «^»ctisnsbrrrraur | 6<9uIflta6e B. 18. ^xprdttio«»bmeaur f " Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». -SL-'" seine Stellung bei jeder Gelegenheit erschwert. Man entwickelt mit Dampfkraft eine große und schlagfertige Armee und muß sich dabei doch sagen, daß diese militärische Anstrengung keinen rechten Zweck hat einer deutsch- österreichischen Allianz gegenüber. Der frühere Einfluß Frankreichs ist gebrochen, seitdem Metz und Straßburg m bessere Hände übergegangen sind, und man kann es den Franzosen nicht Übelnehmen, daß sie sich damit noch immer nicht recht befreunden können. Eine noch größere Unbehaglichkeit erfaßt das Volk, wenn es seine eigenen inneren Verhältnisie betrachtet. So gefestigt die Republik sein mag-, so erheben doch die legitimistischen und bonapartistischen Parteigänger', von den Ultramontanen unterstützt, immer kühner ihr Haupt rzvd 6Te Maßregelung der Maires beseitigt ihren Anhang im Volke, spectell unter den Bauern nicht. Der Culturkampf wird offenbar erst in voller Schärfe beginnen, wenn die freisinnige Unterrichtsvorlage durchgebt, und sein Ausgang ist in einem streng katholischen Lande wahrscheinlich verhängnißvoller, als in Deutschland. Hat valorem in Frankreich. alljährlich durch die Handelskammer, in deren Experten dienen können. Abschrift dieser Liste unter den auf der obengenannten Liste stehenden welcher nur unter denjenigen Kaufleuten oder das Vorkaufsrecht erlischt. , , „ _ „ . , 7. Die Entscheidung der Experten muß innerhalb 10 Tagen nach ihrer Bestellung erfolgen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »rmgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 weint Bestimmungen über das Expertise-Verfahren bei der Verzollung ad 1. In jedem für den Import nach dem Werch zu verzollender Maaren geöffneten Zollamte wrrv Bezirk sich das gedachte Zollamt befindet, eine Liste von Fabrikanten oder Kaufleuten ausgestellt, welche als wird dem Ministerium des Ackerbaues und des Handels und dem Finanzministerium übersandt. 2. Die von dem Declaranten oder von der Douane zu bezeichnenden Experten sind ausschließlich anMuterricht. ;en zu lasse?,, oll hmidt der *tttt8 ergeben^ idlung vonj 'je.NM” aen. , ..„Ihpnstt11 Die französischen Zustände. Alle Nachrichten aus Parts verrathen eine höchst unbehagliche Stimmung des französischen Volkes. In Frankreich wird nur der Erfolg angebetet, und die gegenwärtige Regierung, der man den besten Willen und große Arbeitskraft nachrühmen muß, vermag leider keine Erfolge gleich Weihnachtsgeschenken auszubreiten, denn überall steht sie unfertigen Verhältnissen gegenüber; das französische Volk aber ist undankbar genug, indem es die Abschlagszahlungen der Regierung in der Verbefferung der Zustände nicht anerkennt, sondern gleich einem Kinde immer mehr haben will, als es bekommt und als die Re- aterung, — seien wir gerecht! — zu geben vermag. Das Uebergewicht Deutschlands in der europäischen Politik ist „leider" — so meinen die Franzosen — eine bedauerliche Thatsache; es ist eine Art Aerger über das verlorene .Prestige", welcher eine nationale Unzufriedenheit in Frankreich erzeugt hat, und diese Stimmung ist es, welche dem Minister Waddington Sim Freien, erster Stock, Zudehör, sowie Theil -erimethen und sosorl I. Zuhi. em Nebenhause ist em ls drei Zimmern rc., zu gleich zu beziehen. Flick ä-Kröll. >te Block meines Hauses, rller sonstiger Zubch'r, öergmann, Eartield. U5, bestehend aus sechs rern nebst Zubehör, per »emiethen Ebenso eine fort kus, Reichenland M " wurde gciitrn aufto rlonn. jt das Buch in der Ey- ^bmP^ollew__ waaren dinell gut und -ellersbergM— *£ MM- 1 Specereigelchast em ,d)t. Osserten bgorgt det)cn von «ckirmn !n nn denselben werden lusgesührt. itzenkorn, Krm. Kaufleuten oder Fabrikanten zu wählen. , , , ., 3. Im Fall der Meinungsverschiedenheit bezeichnet das Handelsgericht einen dritten Schiedsrichter, Fabrikanten gewählt werden kann, welche sich praktisch mit dem den Streitgegenstand bildenden Erzeugniß belästigen. 4. Falle die Douane auf Ausübung ihres Vorkaufsrechts verzichten will, hat sie die sofortige Rückgabe der Waaren an den Importeur anzuordnen, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der genannte Jmportateur sich unter genügender Kautionsstellung verpflichtet, Zoll und Strafen zu bezahlen, welche aus der Expertise, zu deren Behuf die Douane die nöthigen Proben zu entnehmen hat, sich ergeben möchten. 5. Der Declarant und die Douane können verlangen, daß die Expertise zur Feststellung des Werthes anstatt an dem Ankunftsorte, zu Pans, nach den im gegenwärtiaen Protokoll festgestellten Normen ausgeführt werde. , ,, , ,r , _ , . 6. Wenn die Berufung auf ein Experttseverfahren stattfindet, muß davon innerhalb 48 Stunden nach der Declaration Kenntmß gegeben werden, und zenwerdeo ders gnf Prospekt® be 6926 Betreffend: Di- Ausfuhr deutscher Waaren nach Frankreich, hier das Verfahre» wegen Feststellung der Benennung des Ursprungs und der Zolltarifklasse dieser Waaren. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz übersendet uns die abschriftlich nachstehende Mittheilung des Retchskanzieramts nebst Anlagen, welche wir hiermit zur Kenntutß des tnt-r-ssirten Handelsstaudes bringen. . Gießen, den 22. O-t-ber 1879. Großherzogliche Handelskammer. M. Homverger. Berlin, den 4. October 1879. Von deutsche» Firmen, welche nach Frankreich exportiren. ist in letzter Zett y-hrsach die diesseitige Unterstützung nachgesucht worden , um Reelama- tionen gegen die Entscheidung der französischen Experten t» Streitfällen über den Ursprung der nach Frankreich erngesuhrten Waaren be, den französischen Zollbehörden zur G 8 8 S stattgehabten Erörterungen ist von der französischen Regierung aus die - in den betreffenden Fällen von den R-clamau-en nicht benutzt! - B-sugniß hing-wies-n worden, welche dw auch auf de» Verkehr Deutschlands, mit Frankreich Anw-»du»k: findenden Bestimmungen in Art. 4 der französisch-britischen Konvention vom 24. Januar 1874 (Prcuß. Handels-Archiv, Jahrgang 1874, Band I, Seite 121) dem Importeur In der Richtung gewähre», sieb In dem Expertise-Verfahren durch einen Sachverständigen eigener Wahl, welchem alle zur Verthetdtglmg gee gnet erscheinenden Beweis, mittel mitgethe.lt werden könne», vertreten zu laste» und sonnt eine -oniradictorische Behandlung der Sache h-rbchufuhr-n. Die fr«"»« Regierung welche behauptet daß viele deutsch- Importeure entweder aus Unkenntniß ihres Rechtes ober wegen ungenügender Jnforma..on von Setten, ihrer Agenten von jener Vergünstigung keine» Gebrauch mache», ist der Ansicht, daß durch die Ausübung der fraglichen Befugniß der dem Importeur Ungünstige Ausfall der Expertise in vielen Fällen vermieden werden und Reklamationen vorgebeugt werden würde. g, Indem ich eine deutsche Uebersetzung des Artikels 4 der erwähnten Koiwentton unter Ztffer I anschließe, bemerke ich, daß die ^eMmmungen dieses Artikels auf das Verfahren im Falle von Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Waareneinbringer und französischen Zollbehörde über ^Benennung, den Ursprung oder die Klaffe, nach welcher die Waaren zu verzollen sind, sich bezieht, während für das Verfahren-bei „^einu^^ zwischen dem Waareueinbringer und dec Zollbehörde über den der Verzollung M Grunde zu legenden Werth dre unter Mer II gle^fallsinden scher Uebersetzung angeschlosienen Bestimmungen, laut Protokolls vom 22. Januar 1874 (Preuß. Handels-Archro von 1874, Band II, Seite 251) zwischen gr q 11 f r e i^^1^ G ®ro er jo g l i d) en Staatsministerium ganz ergebenst anheimstelle, die vorstehend erwähnten Bestimmungen bei dem dortsMgen Handelsund Gewerbestand auf geeignetem Wege in Erinnerung zu bringen, bemerke ich schließlich, daß auch im Retchsanzerger eine entsprechende Bekanntmachung ergehen wird. Der Reichskanzler. An das Großh. Heff. Staatsministerium In Vertretung: in Darmstadt. (gez.) Hofmann. Artikel 4. Im Falle der Meinungsverschiedenheit zwischen dem Einbringer und der französischen Zollbehörde über die Benennung, den Ursprung oder die Klaffe nach welcher die Waaren zu versteuern sind, soll diese Meinungsoerschiedenheit vor die Experten-Kommission gebracht werden welche bet dem Ministerium für Landwirthschaft und Handel durch den Art. 19 des Gesetzes vom 27. Juli 1822 geschaffen worden ist. Der Declarant einer - und bie onfiBphnrhe andererseits baben die Befugniß jeder einen Sachverständigen aus den Kaufleuten oder Fabrikanten zu wählen, welche in eine alljährlich durch L W dem Mintstenum für Landw.rthschaf. »»b Handel 8« übergebende Liste eingetragen sind. Nach Anhörung beider Sachverständigen in ihren Vorträgen und Anträgen soll die oben erwähnte Experten-Kommission, falls zwischen ben refp. 1 Uebereinstimmung herrscht, die von denselben getroffene Entscheidung eintragen und als endgültige erlaffen. Im Falle der Memungsverschledenheit soll die Kommission die Rolle des Schiedsrichters übernehmen und in letzter Instanz entscheiden. bet uns sogar die römische Curie einen großen politischen Erfolg errungen, so ist es natürlich, daß die Siegeszuversicht der Römlinge in Frankreich um so mehr wächst, je mehr die Republik ihre Entscheidung verzögert. Der Radikalismus, welcher vorwärts drängt, demonstrirt bereits sehr unliebsam, wie die Pariser Gemeindewahlen beweisen, und die Frage der vollständigen Amnestie wächst in bester Form zu einer Cabinetsfrage heran. Allerdings besagen die neuesten Nachrichten, daß Gambetta seinen Einfluß zu Gunsten der herrschenden Zustände geltend macht, aber die Sprache des Pöce Duchöne läßt bereits die Möglichkeit ahnen, daß die radikalen Elemente eines schönen Tages auch über Gambetta zur Tagesordnung übergehen könnten. Zu alledem tritt ein wirthschaftltches Unbehagen. Bis jetzt hat Frank- reich die fünf Milliarden, die ihm abgezapft worden sind, nicht vermißt; die sogenannten unerschöpflichen Hülfsmtttel des Landes, erzählte man, haben das Deficit längst ergänzt. Die Börse und die großen Ftnanzmächte sollen dafür gesorgt haben, daß ein großer Thetl des Geldes nach Frankreich zurückgeflosien ist. Das mag sein. Aber Frankreich hat in den letzten Jahren eine ziemlich schwungvolle Gründeret betrieben, und wer die Republik für sparsam hält, irrt sich gewaltig. Thatsächlich taucht das Gespenst des Krachs auf. so sehr auch das französische Großkapital sich noch sträubt, an seine Nähe zu glauben. An der Börse und im Geschäftsleben zeigen sich finanzielle Schwierigkeiten, wie sie einer Aera Phtltppart folgen müssen. Allem Anschein nach beginnt das Großkapital sich zu salvtren und bei diesem Rettungswerke liegt es in seinem Jnteresie, das Vertrauen auf die finanziellen Zustände noch aufrechtzuerhalten. Gelingt das aber auf die Dauer nicht, so erwächst der jungen Republik sicherlich daraus eine Verlegenheit, die auch eine hohe politische Bedeutung haben wird. Deutschland. Darmstadt, 20. October. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 22) enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Erhebung und Controltrung der Uebergangsabgabe von Branntwein, sowie die zur Ausfertigung und Erledigung von Uebergangsschetnen ermächtigten Stellen betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Heppenheim, die Erhebung der Umlagen in der Gemeinde Neckar-Hausen pro 1879 betreffend. 3. Ordensverleihungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädtgst geruht: am 11. August dem Schullehrer zu Steinbach, Konrad Bie- denkapp, und dem Schullehrer zu Wonsheim, Johannes Schopp, am 31. Aug. dem Schullehrer zu Elpenrod, Georg Jäger — das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", am 17. Septbr. dem ersten Landgertchtsdtener bei dem Landgerichte Fürth, Franz Karl Coutu, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste", am 29. Septbr. dem Hausbeschlteßer und Portier im Justizgebäude zu Mainz, Ludwig Schmidt, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jäh- rtge treue Dienste" zu verleihen. 4. Namensveränderung. Am 11. Septbr. wurde der Auguste Margarethe Bauer aus Besiungen gestattet, daß dieselbe statt ihres seitherigen künftighin den Familiennamen Engel führe. 5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 7. Septbr. dem evang. Pfarramts-Candidaten, Hermann Weigold aus Auerbach, die evang. Pfarrstelle zu Walldorf zu übertragen. Am 29. August wurde dem Lehrer an der Gemetndeschule zu Bechtheim, Philipp Weiß, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Egelsbach übertragen ; am 31. August wurde der von dem Fürsten zu Bsenburg-Blrstein auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kefenrod präsentirte Schulamtsaspt- rant, Alexander Heist aus Kirch-Beerfurth, für diese Stelle bestätigt; am 2. Septbr. wurde der prov. Reallehrer, Otto Feder zu Darmstadt, mit Wirkung vom 16. October l. Js. an zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt unter Belastung in der Kategorie der Volksschullehrer ernannt; am 4. Septbr. wurde dem Philipp Reinhard Wlßner aus Groß-Buseck das Patent als Geometer 2. Klaste für den Kreis Gießen ertheilt; am 5. Septbr. wurde der von der Frau Gräfin zu Erbach Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Steinbuch präsentirte Schulamtsaspirant, Ernst Winter aus Nieder- Modau, für diese Stelle bestätigt; am 11. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten, Heinrich Loch aus Otterbach, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heblos übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach Erbach auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schönnen präsentirte Schulamtsaspirant, Heinrich August Escher aus Richen, für diese Stelle bestätigt; am 15. Septbr. wurde dem Schulamtsasptranten, Heinrich Malst aus Mestenhausen eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn, dem Schulamtsaspiranten Peter Nicolai aus Ober-Mörlen, eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn, am 16. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Julius Krebs aus Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Roden, am 26. dem Schullehrer, Johannes Löffler zu Nieder - Seemen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsburg übertragen. 6. Charakterertheilungen. (Schluß folgt). Berlin, 22. October. Soeben fuhr Kaiser Wilhelm im offenen Wagen und dem Auschelne nach wohl und munter vom Potsdamer Bahnhofe zum Palais. Das Volk jubelte ihm zu und hatte zu diesem Jubel mehr Ver- anlasiung, als es vielleicht wußte. Der Kaiser hat auch diesmal seine eigenen Erfindungen bei Sette gesetzt und ist dem strengen Gebote der Pflicht gefolgt, indem er nach schwerem Kampfe der vom Reichskanzler in Wien tn- augurirten Politik seine Zustimmung und Unterschrift ertheilt hat. Von dem Tage an, wo Fürst Bismarck nach Berlin zurückkehrte, bis zu seiner Abreise nacd Varztn, hat unser Staatsleben eine der schwersten Krisen durchgemacht. In der ersten Sitzung des Staatsministeriums, wo angeblich von der Reform unserer Verwaltung die Rede gewesen sein sollte, wurde über ganz andere Dinge verhandelt; der Reichskanzler und Ministerpräsident hielt einen tief- durchdachten Vortrag über die Lage Deutschlands und Europas und über die inneren und äußeren Gefahren, denen eS vorzubeugen und nöthigenfalls entgegenzutreten gilt. Diejenigen, die diesen Vortrag anhörten, wurden davon sehr ergriffen und versichern, wenn der Fürst öffentlich so gesprochen hätte, würde ganz Deutschland ihm zugejubelt haben. Mit dem vielbesprochenen Ver- trage zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn verhält es sich folgendermaßen: Nachdem Bismarck und Andraffy sich vollständig geeinigt hatten, wurde in Gegenwart des Kaisers Franz Joseph über diese Vereinbarung ein Protokoll ausgenommen und von diesem Protokolle zwei Exemplare ausgefertigt, jedes dazu bestimmr, von einem der beiden Kaiser unterschrieben zu werden. Das gesammte preußische Staatsministertum wurde vom Fürsten Bismarck von der Nothwendigkeit jenes hochwichtigen politischen Schrittes überzeugt und machte gemeinschaftliche Sache mit ihm. Graf Stolberg reiste nach Baden-Baden, um die Zustimmung des Kaisers zu erlangen. Für den Fall der Nichtgenehmigung lag das Entlassungsgesuch des Reichskanzlers im Cabinet des Kaisers. Man kann sich denken, daß der Kaiser, der stets durch die innigste Freundschaft mit dem russisch:» Hof verbunden war, sich nur sehr schwer entschloß, ein Abkommen zu genehmigen, das zwar nur friedliche Zwecke verfolgt, aber doch möglicherweise uns in einen Kampf mit Rußland verwickeln könnte. Dem Grafen Stolberg gelang es bet seiner achttägigen Anwesenheit, die Bedenken deS Kaisers zu überwinden. Seine Majestät hat seine Zustimmung und Unterschrift ertheilt. Ob dies ganz in der ursprünglich beabsichtigten Weise geschehen ist oder ob, um die Gefühle Sr. Majestät zu schonen, irgend eine Aenderung beliebt ist, taffen wir dahingestellt. Genug, es handelte sich hierbei um eine bloße Förmlichkeit, auf die nur diejenigen Gewicht legen können, die den ganzen Zusammenhang nicht kennen. Allem wichtig ist, daß Kaiser Wilhelm ebenso wie Kaiser Franz Joseph seine allerhöchste Zustimmung und Unterschrift ertheilt hat, und zwar, wenn wir recht unterrichtet sind, am 15. d. M. Die übrigen Mitglieder der kaiserl. Familie sind mit den Wiener Abmachungen und der Politik des Reichskanzlers vollkommen einverstanden. Hrrglaud. London. In einem Schreiben an den Verein zum Schutze von Eingeborenen klagt Bischof Colenso von Natal über die Behandlung der Zulus und erzählt, wie Cetewayo's Schlupfwinkel den britischen Truppen bekannt geworden sei. „Nachdem der König von berittenen Truppen nach allen -Leiten hin zwei Monate lang gehetzt worden war, wurde schließlich folgendes Mittel von dem großen englischen General zu seiner Gefangennahme angewandt — denn Lord Gifford hat ohne Zweifel auf Weisung gehandelt. Fünf Zulus wurden gefangen und peinlich tn's Verhör genommen, wo der König sich verberge. Die Leute bestanden auf ihrer Erklärung, daß sie nicht wüßten, wo er sei, worauf sie sämmtlich mit der neunschwänzigen Katze ausgcpeitscht wurden; mit welchem Rechte, möge jeder Engländer sich beantworten. Sie ertrugen die Peitsche und weigerten sich noch immer, ihres Königs Schlupfwinkel zu verrathen. Zweien derselben gelang es, zu entfliehen. Dann wurde folgendes Mittel zur Anwendung gebracht, das in diesem Kriege schon einmal probirl worden war: Man führte sie mit verbundenen Augen Jeden auf einen besonderen Fleck, feuerte zwei Flintenschüsse ab, so daß jeder Einzelne glaubte, seine beiden Kameraden seien erschossen worden. In dieser Weise wurde das Ge- heimntß von Einem oder Mehreren erpreßt. Ich bin neugierig, ob dieses würdige Verfahren in den Blaubüchern richtig vermerkt werden wird." — Was die Beruhigung des Zululandes betrifft, so glaubt Colenso, daß Wol- seley's Verfügungen vollständig Fiasco machen werden; er selbst empfiehlt, den König nach etwa einem Jahre wieder einzusetzen, selbstverständlich mit gehörig beschränkter Gewalt, unter einem britischen Residenten, der ein englischer Gentleman von Charakter und Fähigkeiten sein müsse. Vorläufig sollten die Zulus sich selbst überlassen bleiben, mit einem weißen Residenten in der Person des Herrn Wheelwright, eines jungen Mannes, der in der Colonie erzogen wurde. Auch erinnert Colenso daran, daß Cetewayo einen Sohn habe, der vielleicht auf der Flucht bei seines Vaters Gefangennehmung getödtet worden, der aber auch noch am Leben sein und dann ein wichtiger Factor in der Ge- schichte des Zululandes werden könne. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Korrespondenz • Bureau. Berlin, 22. Octbr. Der Kaiser ist heute Morgen 103/t Uhr, von den Prinzen Friedrich Karl und Georg, dem Erbprinzen und der Erbprinzesfin von Meiningen, dem Polizeipräsidenten und dem Commandanten von Berlin am Babnhof empfangen, hier eingetroffen. München, 22. Ocober. Die Abgeordnetenkammer lehnte in ihrer heutigen Sitzung nach längerer lebhafter Debatte mit großer Majorität den Antrag Daller's, betr. die Einführung einer Wein- und Branntwetn-Consum- steuer, ab. Wien, 22. October. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstan- tinopel: In der griechisch-türkischen Conferenz, welche heute stattfinden sollte, beabsichtigten die türkischen Commissäre ein neues Memorandum über die territorialen Zugeständnisse an Griechenland vorzulegen. Savfet Pascha bleibt erster türkischer Commissär. Derselbe soll auf die Ernennung als oberster Jnspector der Reformen verzichten wollen. New-Aork, 22. Octbr. In einer hier gehaltenen Rede erklärte Staatssecretär Evarts: Wenn das allgemeine Stimmrecht gefährdet werden sollte, so werde das Volk dasselbe aufrechtzuhalten wissen wie bisher. Die Nation habe dem General Grant nach dem Secessionskriege die höchsten Ehren verliehen. Wenn die Landesfreiheit nochmals bedroht werden sollte, so werde das Volk seine Wohlfahrt abermals dem Bürger anvertrauen, der die Wahlrechte des Volkes am besten aufrechterhalten kann. — Meldung aus Mexico vom 15. d.: Justo Benitez, hervorragender Candidat für den Präsidenten. Posten, ist zum Minister des Auswärtigen ernannt. Pes^h, 22. Octbr. Das Journal „Ellenör" thetlt über den Voranschlag des Staatshaushaltes für nächstes Jahr aus verläßlicher Quelle Fol- gendes mit: Das Deficit ist auf 15 Millionen, mit Einschluß der bosnischen Ausgaben auf 17 Millionen berechnet. Als Einnahme aus der Transport- steuer kommen eine Million und einige Hunderttausend in Ansatz, 800,000 mehr als im Vorjahr. Die Lottogewinnfteuer wird erhöht. An Einnahmen aus der Militärtaxe werden 2 bis 2i/3 Millionen erwartet. Wien, 22. Octbr. Für die vom Herrenhause zu erlassende Adresse liegen Entwürfe der Majorität und der Minorität der Commission vor. Der Majoritäts-Eutwurf begrüßt mit Befriedigung den Eintritt der Czechen in den Reichsrath und erblickt hierin eine Stärkung der Reichsvertretung und Anerkennung des Rechtsbodens der Verfassung. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die gemeinsame Thätigkeit Aller die Einheit der Ueberzeugung auch rückstchtlich jener Verfassungs-Principien herbetführen »erbe, welche das Herrenhaus seit seinem Bestände vertreten hat, und schließlich nachdrücklich Belau Dir Fntigu räumunz von städtischen M anfdjiaflt w \ Montag i $onni ta alten Ra öetben. Nrn, den Sw 5 Men ein " «= SLriieb z __ (Sine M rxiMMi Wen« rtiiuien. w antwort. - Lt: »Da müsse oftjotiet wiederum lajrf DonneNvMi «ale: Wen wähle Ahl an?" scheit! Rotte: Da ich »' •Ut nicht gut ablet B er Un- Lei zu beschäftige fein. Die Polizei! Luarialwechsel in iguigfeit oder ein Meldeamt weiterge Lung eingelaufen, n pflichtigen kiargefie! einem Handweiter Rubrik „Stand ode betreffende Handwer einer Nahem, ach - 3u8 Br gchlenswerlhe Gone cm Worten geschlos diese Frage gegeben heimtückischen Typh diesmal hinreichend wird, damit auch Gemeinten verlang gebrochenen Thphu sehe, wie er dar werten an ber hoffe nicht, Laß in noch nicht darnach Die Gontfponbenj werth sein. - Der Uri Ztg." schreibt, allen 1 October früh h -Ltz: ~—__bei Weia sowie I ™il Schla9ra "’geszeit 69*)®°* ^5ne fr 8ub < 1nW stadt 100 ( ""^troffen. A. J^tll s*1 Sn ■Ä* '«"Sen. s&,$ bi-'HskMl«, £ yy h* sich nur feht L "che s4 Aland verwickel» * Anwesenheit, rte.N seine Zu' '-»LL ? ?m Ml legen ^.wichtig -chöchsteZustiMun^ ^«richtet fy, am ™b mit den Mm ™en einverstanden. un Schutze von An- Handlung der Zulus en Truppen bekannt !tn nach allen Zeiten lich folgendes Mittel ahme angewandt - inbelt Fünf Zulus der König sich ver-. nicht wüßten, wo ei usgepeitscht wurden; nten. Sie ertrugen \i Schlupfwinkel zu ii iann wurde folgendes schon einmal probat edrn auf einen beson- - rinzrlnr glaubte, feine Leise wurde das @t- neuzierig, ob dieses kt werden wird." — ßolinfo, baß Wol- fMft trnpfält, bin Mich mit gehörig der rin englischer f LorMg svLirn die denken in der Person i der Kolonie erzogen ,ntn Sohn Hobe, der | iunfl grtödtet worden, < ^er F-ctor in der Gr- >»au. ,isen 103A «" ®„b b,rttN - „anbanten W , -- aus Konstan- ,0 (DIC I*1 vi, f»rr i SÄ 4« ÄV n be Ä< ze W J. J1 (0 wett -rd-n f*bll 50 rauen । Der •'S’*'1 «»»'LE b I" y -'"««z al* Betont die Erfüllung der patriotischen Obliegenheiten könne gefördert werden, men'i der Wohlfahrt und Kraft des Reiches jeder andere Wunsch untergeord- nct werde — Der Minoritätsentwurf, welcher im Wesentlichen dem Inhalte ber Thronrede entspricht, erkennt in dem freudig begrüßten Eintritte der ßie&en einen entscheidenden Schritt auf dem Wege der sehnlich erwünschten Nerständiauna, Versöhnung und Zusammenwirkens aller Völker auf dem gemein, ^men ®obei? ber Verfassung- - Das „Fremdenblatt" bemerkt: Beide Adreß. Entwürfe tragen den Stempel der Mäßigung und des Entgegenkommens und haicn offenbar das Bestreben, jedem Conflict den Boden zu entziehen. Die auf den Eintritt der Czechen bezüglichen Stellen derselben bilden den eigentlichen Unterschied zwischen beiden Entwürfen, doch wird man in selbigen un. möglich einen principtellen Gegensatz entdecken können. Lokales. Gießen, 23 October. Sicherem Vernehmen nach hat Großh. Ministerium dem Anlage des Zkrisamtes entsprechend genehmigt, daß die Rindvtehmärkte zu Gießen und Grünberg Vieder abgehalten werben dürfen. Vermischtes. - (Eine Wahl. Anekdote.) In der ersten Klafft eines Bezirks ist nur ein Urwähler ^schienen. „Wen wählen Sie?« lautet die Frage des Wahlvorstehers. - «Mich selbst war N Antwort — Nehmen Sie die Wahl an?" — „Nun — nein!" — Der Wahlvorstand lächelt- Da müssen wir gleich noch einmal wählen: Wen wählen Sie?" — »Mich selbst", onUvortet"wiederum der Gefragte. — „Also Sie nehmen die Wahl an? — „Nein I — Ein lettes Donnerwetter" entfährt den Lippen des gepeinigten Wahlvorstehers. „Also -um dritten Male-" Wen wählen Sie?" - Mich," lautete die stereotype Antwort. — „Nehmen Sie die Wahl an?" schreit Jener wüthend. Da bläht sich der Urwähler auf und spricht die geflügelten Worte: Da ich dreimal durch das Vertrauen meiner Mitbürger berufen bin, kann ich wirklich p&t nicht ^gut ablehnen ®9etnen"?) Mit dieser Frage hatte sich dieser Tage unsere Po. (hei zu beschäftigen und die erlangte Lösung dürfte wohl auch für unsere Leser von Interesse sein. Die polizeilichen An- und Abmeldungen der zu- und abgezogenen Personen laufen beim Quartalwechsel in solcher Menge ein, daß es wohl verzeihlich ist, wenn hierbei eine Unge. nauiakeit oder ein Fehler im Revierbureau durchschlüpft und von dort an das Einwohner- Meldeamt weitergegeben wird. So ist dieser Tage beim letztgenannten Amt eine kuriose Meldung einaelaufen, welche erst durch Rückfrage bei dem Revier, beziehungsweffe bet dem Anmeldepflichtigen klargestellt werden konnte. In dem gedruckten Anmeldeformular wurde nämlich von einem Handwerker ein Fräulein N. R. als Aftermietherin zugezogen angemeldet und in der Rubrik . Stand oder Gewerbe" buchstäblich angeführt „G etnen^. Auf Sefragen eitlaite der betreffende Handwerker, daß er mit jener Bezeichnung die Beschäftigung seiner Aftermietherin, einer Näherin, ausgedrückt wissen wollte; es soll heißen : ,G eht nahen. — Aus Braunschweig erhielt die „Magdb. Ztg. in voriger Woche folgende bc- achtenswerthe Korrespondenz: „Sie haben neulich einen Artikel über Arbettsverhaltniffe mit Den Worten geschloffen: Was wird da der Winter bringen? Die erste Antwort, d.e auf diese Frage gegeben werden muß, lautet leider: B eitler pest. Es sind bereits Falle des heimtückischen Typhus aufgetreten und es darf wohl von den Behörden erwartet werden, daß diesmal hinreichende Vorsorge für Unterkunft der Kranken in besonderen Raumen getroffen wird, damit auch die Gesunden möglichst geschützt sind, gejenet toatf too^l von den einzelnen Gemeinden verlangt werden, daß sie nicht wieder der skandalösen Praxis folgen, ziiftmn""' gebrochenen Typhuskranken über die Dorfgrenzen zu schaffen, damit der druckbar weiter sehe, wie er damit fahre. So sind - es muß an diese herzerschütternde Thaisache erinnert werden an den Heeresstraßen die Leute ohne Hilfe und ohne Trost elend umgekommen. Man koste nicht, daß in diesem Winter sich die Arbeitsverhältniffe bessern werden; es sieht wahrlich moch nicht darnach aus. Aber darum muß auch bei Zeiten für den Rolhfall gesorgt werden. Die Korrespondenz dürfte auch für viele anvere Gegenden des deutschen Vaterlandes beachtens- toeT^ fein. UTcebeT ber furchtbaren Pulverexplosion in Harburg dürfte, wie die „Nat.- Ztg." schreibt, allem Anscheine nach in Berlin, und zwar in der Chartte verstorben ein Am 1. October früh traf nämlich hier mit der Lehrter Bahn ein wie em Schiffer gekleideter Mann ein, der kurz nach Verlassen des Coupes leblos zu Boden stürzte. Er wurde nach der Charite gebracht, wo er in den nächsten Tagen verstarb. Die Sektion ergab als Todesursache die Einnahme vegetabilischen Giftes. Der Umstand, daß der Mann ein Schiffer und seine Beschreibung genau auf den von den Harburger Gerichten erlassenen Steckbrief paßt, läßt vermachen, daß dieser Mann identisch mit dem Urheber der entsetzlichen Katastrophe ist. Die Leiche ist in Folge dessen ausgegraben, um recognoscirt zu werden. — Die „N. 3. Ztg." erzählt ein Beispiel brutaler Willkür, welche der Polizeidirector von Uri verübt hat. Eine russische Dame mit ihrem 13jährigen Sohne hatte sich in diesem Spätsommer in einen im Kanton Uri gelegenen Gasthof einlogirt; sie sagte dem Mrth, daß sie nur allmonatlich ihre Wechsel erhalte und erst am Ende des Monats bezahlen könne und werde. Der Wirth indessen verlangte vor Ablauf des Monats Bezahlung. Diese erfolgte nicht und darauf erhielt die Dame eine Einladung, nach Altdorf vor den Landamann zu kommen, der mit ihr zu sprechen habe. Sie erschien, wurde vor den Polizeidirector geführt und von diesem mit ihrem Sohne in's Gcfängniß gesetzt und elf Tage ohne Verhör darin behalten. Dann brachte sie ein Urner Landjäger nach Luzern, wo ihr nunmehr angelangter Wechsel zahlfällig war; hier hatte sie außer der nicht eben bescheidenen Rechnung des Wirthes auch noch ihre Gefangenschaftskosten, sowie den Landjäger für die Transportkosten zu bezahlen, und dann ließ man sie ihrer Wege gehen. Die Dame hat sich nun an die russische Gesandtschaft gewandt und wird hier ohne Zweifel Schutz und Fürsprache finden. Wenn sich die Sache so verhält, so wird die Betroffene gut thun, vor dem Bundesgericht eine gehörige Entschädigungsforderung gegen den Kanton Uri geltend zu machen; da könnte wohl die empfindlichste Lectton für dieses Pascharegiment herauskommen. — (Badegäste in alten Zeiten.) Vor Zeiten muß es in den Bädern wunderliche Gäste gegeben haben. In einem Schriftchen „des Politischen Karlsbads Vortrab vom Badearzt Stephan Strowelberger Phil, et Medicinae Doctore, gedruckt 1622 zu Regensburg" heißt eS darüber: „Wer baden will ohne Selbstschaden, der muß fein nüchtern im Bade sitzen, damit nicht durch unnöthiges Anfüllen und Ueberfrefftn solcher Nutzen dahinten bleibe. Wider solche Warnung aber handelt insonderlich daö liebe Frauenzimmer, welche ihre horas Canonicas mit mancherlei Schleckerbißlein fein wissen anzustellen, sonderlich wenn sie zur prim, das ist Morgens frühe, wann sie in's Bad hineinsitzen, damit nicht der Leib gar zu gering und vom Wasser empor gehebt werde, sondern fein am Boden bleibe und gewichtig sei, zu Leib nehmen ein Pfann voll Eier in Schmalz mit Butter geschmiert, damit Die Schnatterbüchs desto bester gehe. Es findet solcher Badegräuel aber auch sich bei Mannsleuten vor, welche vor, in und alsbald nach dem Bad sich nicht allein mit allerlei Gefräß wie ein Schwein anfüllen, sondern wohl auch toll und voll sich in's Bad setzen und den Rausch darin ausschlafen. Wer nun unter solche Badeschweine nicht gerechnet sein und unser Karlsbad mit Nutzen gebrauchen will, der merke, im Bade iß, trink und schlafe nicht und beim Mittagsmahl sei nit gefräßig" auch sollst du nit zu tief und zu lang im Bade sitzen, weil sonst die Schweißpores, sowie Die anderen Löchlein keine Luft von sich geben können." Jedenfalls ist Dr. Strowelberger ein Badearzt gewesen, der von der Lcber weg sprach. Handel und Verkehr. Frankfurt, 22. October. (Marktbericht.! Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität der Gentner JL 2.50— 3.60, Stroh 2—2.80. Butter das Pfund im Großen 1. Oual. JL 0.90—00, 2. Qual JL 0.80, im Detail 1 Qual. JL 1.20—25, 2. Qual. 1.10—15. Eier das Hundert deutsche 6.20—8, italienische Jl 0.—. Ganze Erbsen 100 Kilo 28—22, geschälte Erbsen 30-35 Bohnen 24—28 4, Linsen 32—46 4 Weißkraut das Stück — 4, 100 Stück 7—10 Rothkraut, 1 Stück 10-20 4 Kohlrabi 3 6 4, Kohlkraut — 4, Blumenkohl 1 Stück 30—60 4, Wirsing 12 4, Kartoffeln 100 Kilo ^6—7, Zwiebeln 25 Bund - JL. Merrettige 2o Stuck — Jl, 1 Stück — 4- Ochsenfietiw per Pfund 60 — 70 4, Rindfleisch 45-50 4- fletsch 55—60 4, Kalbfleisch 50 — 55 4, Stier- und Farrenfleisch 4, Hammelfleisch 40 — 65 4, Schweinefleisch — 4, ein Hahn JL 0.80—1.30, ein Huhn 1-1.30, eine Ente Jl 1.50 — 2.20, eine Gans Jl 4.50—8, eine Taube, — 4, Aepfel zum Keltern JL —• Schtflteberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen. Southampton, 21. October. Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. October von Newyork abgegangen war, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung heute 4 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Main überbringt 114 Passagiere und volle Ladung. Bekanntmachung. Die Fertigung von neuen und Aufräumung von alten Gräben auf den städtischen Wiesen im Altentisch, veranschlagt zu 137 dl. 70 H soll Montag den 27. Oktober, Vormittags 11 Uhr, im alten Rathhaussaale versteigert werden. Gießen, den 22. Oktober 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 6937) A. Bramm. Jeikgekolenes. 6942) Krauthobel, Krautfäffer (frisch entleerte Weinfaß) in allen Größen billigst _________bei Wilh. Kohlermann. Wein, Kaffee, sowie Chocolatle mit Schlagrahm empfiehlt zu jeder Tageszeit Conditor H. Kinkel, 6940) Marktstrasse ÄOd. 6946) Preiswürdig zu verkaufen eine sehr schöne Ferier-Dogge, passend als Chorhund. Alter 15 Monate. 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Diese beträgt: für ein Packet bis einschl. 5 Kilogr......10 „ „ „ über 5 Kilogr........15 » Gehören zwei oder drei Sendungen zu einer Packetadresse, so wird für das schwerste Packet vorstehende Gebühr, für jedes weitere Packet aber nur eine Gebühr von 5 H erhoben. Im Falle der Frankirung der Packete ist das Franko sofort zu entrichten, wenn über die Höhe desselben kein Zweifel obwaltet, anderenfalls wird der Packetbesteller den Frankobetrag bei seiner nächsten Fahrt vom Absender erheben. Im Weiteren wird allgemein dem Publikum gestattet, durch frankirte Bestellschreiben oder Postkarten bei dem Postamt die Abholung von gewöhnlichen Packeten aus der Wohnung zu bestellen. Gießen, den 19. Juni 1879. Kaiserliches Postamt. L 0 chmann. Bekanntmachung. Die Erhebung der direkten Steuern betreffend. 6938) Die Erhebung der direkten Steuern findet vom 5. bis 25. k. M. November bei Großherzoglicher Distrikts - Einnehmerei Gießen I statt und werden gleichzeitig die Gebühren für das Ab- und Zuschreiben in den Grundbüchern miterhoben. Gießen, den 21. Oktober 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm._________________ Stets frisch gebrannten Kaffee, 4745) per Pfd. Mk. 1,50, Mk. 1,70 und Mk. 1,90, „Reingeschmack garantirt", empfiehlt Robert Stuhl, Marktstraße 23. Wilde (Enten frische Sendung, eingetroffen bei j Carl Schwand. Fässer Eine größere Parthie „Stück- und Halbstückfaß" sämmtlich weingrün und meistens frisch entleert, werden verkauft von 6823)___________Zinßer Ls Schmidt. Pommer’sche Gänsebrüste (auch im Anschnitt) empfehlen (6950 I. A. Busch Söhne. 6397) Der Verkauf wollener sehr haltbarer, rein gekämmter Strickgarne wird zu den seitherigen billigen Preisen im Hause Neue Anlage C- 41, eine Treppe doch, fort» gesetzt. Theodor Küchler. 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Steueraufscher Bertlinn Gartenfeld. 6910) Ein kleines Logis zu vermiethen ________bei Briefträger Bö'tz, Gartfeld. 6828) Ein kleines Logis zu vermiethen. ______________________Saudgasse 165. 6790) Eine kleine Parterrewohnung zu vermiethen im_______„Tchützenhof". 5287) Ein Familienlogis zu vermiethen per 1. December oder früher im Hinter- hause des Darmstädter Hauses. 4383) Zimmer mit Cabinet zu vermie- then._____________Frankfurterstraße 32,3. 6146) Kleine Wohnung zu vermiethen bei (5hr. Horeyseck. Aermischle Anzeigen. 6936) Ein im Kochen ganz erfahrenes Mädchen, mit besten Zeugnissen sucht sofort Stellung. Näheres bei der Expcd. d. Bltts. __________________________ 6751) Die neuesten Muster von Damenhüten sind eingetroffen. Umänderungen werden schnellstens besorgt. Louis Gail, Aläusburg D. 8. Besprechung ster wahlmunner öetr. In dem Inserat, Nr. 6920, in voriger Nr. ist durch Undeutlichkeit des Manuskripts „II. Wahlkreises" gesetzt worden, statt „V* Wahlkreises". Geschäfts-Verlegung Meinen geschätzten Kunden, sowie einem verehrlichen Publikum Vie ergebenste Anzeige, daß mit dem Heutigen mein Scllllh- geschäft in das früher Weber'scbe Yaus am Markt B. 15, neben der „Stadt Cassel“, verlegt habe und bitte das mir seither geschenkte Vertrauen auch in meinem neuen Local erhalten zu wollen. Gießen, den 23. Oktober 1879. Achtungsvoll 6948j Wilh. Herbert. e &MK** Eingetroffen 8 * o» .. ächt Lyoner | Seiden^euge u. Seidensammete. | OfTerire dieselben zu den billigsten Preisen. sjL § 6231) J. Bärmann, Hotel Einhorn. & BUTTEKOEL von T. Duyvis Jz., Kooga d.Zaan in Holland. S*räniiirt auf 4 Wefitnusstelluugen. Alleinverkauf für die Provinz Oberhessen bei Car8 Sciiwanh, Delicateflenhandlung in GIESSEN. Ein Jeder sieht in der gegenwärtigen Zeit nach Ersparungen und Mitteln aus, so billig wie möglich den Lebens - Unterhalt zu versehen, und willkommen muss also die Erfindung sein von Ouyvis’ llutteröl9 ein chemisch reines Pflanzenfett, welches gegenüber Butter und Fett eine Ersparung anbringt, welche durch wenige Erfindungen übertroffen wird. Denn nicht nur ist das Butteröl bedeutend billiger wie Butter, sondern man hat auch nur die Hälfte davon zu brauchen und ist doch im Geschmack dem der besten Butter gleich. Thatsächlich kann man das Butteröl denn auch nicht besser vergleichen wie mit geschmolzener Butter. Viermal wurde das Butteröl prämiirt mit dem Erfolg, dass dasselbe jetzt fast in ganz Europa gebraucht wird. Weitere Empfehlungen mögen also überflüssig sein. (6755 Todes - Anzeige. Heute Abend 6Vr Uhr verschied nach kurzem Krankenlager unser unver- ■ geßlicher Gatte und Vater Eduard Krautniacher, Maschinist der Seilbahn. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 22. October 1879. Die Beerdigung findet Freitag den 24. October, Nachmittags 3 Uhr, | von der Klinik aus statt. (6939 ■ 6944) Tüchtige Maurergesellen und Handlanger st'nden Beschäftigung bei Balth. Strauch. 6933) Ein brauchbares, mit guten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen wird zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Das Nähere ist zu erfragen Frankfurter Straße 16,3 Parterre, oder in der Exped. d. Bl 6947) Zwanzig Maurer gesellen können Arbeit auf längere Zeit am Kirchen bau zu Annerod erhalten. J. Wagner, Maurermftr. ■ Zöpfe § von auSyekämmtem Haar werden für 1 M. gemacht- Für gut dauerhafte Arbeit wird garantirt. Val. Rei ter, Friseur, ttaplansgasie Nr. 233- 6919. Ein bis zwei tüchtige Schuh- machergesellen finden dauernde Arbeit bei Earl Simon in Dillenburg. 6358) Alte Herrenhüte werden zu Damenhüten faeonirt. Neueste Formen zur Ansicht bereit. _____E. L. Gail, Schulstraße. 6934) Ein zweiter Hausbursch im Rappen gesucht. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. „„einen»»« Wir I 21. L Bi. i« jtjtartet hat, ßattsindet, « breitet we Orte gefü Mdvich aa- gkjperrtkil 61 Das ÖL R. 8teßen der Erbauung tu V.atopt;t m einer Marburg gesund namenidch in B Preußen denn i Vinttdänbtr Wal, My 1866 ftnbit des damals ßtffif Elberfeld, um mit Eisenbahn von Al vielleicht Gladenb 6s wurden die P die Bergisch-Ma Ettecke gegen die W hat, iu übe Mantie für Hes Da kam der Krie Regierung zwar anerkannten, abe rung des Hinter, wieder aus Reali Pflaster gesunde, der Main-Weser ^'rection der M lernt sei. - SWwpt ni L dte Suftimt n* 0tbtn, '«i ZÄ ZZ- -«•(ff’ ti;‘S &h, S.Ä w;*.t im