Wessen. 'ens »4^ I $ für Soli el toldy, ä Herrn Adolph )n|e Kufferath Mathilde ‘x Achenbach, Herrn Karl Hill, Heim Kapell- Männergesang- w^e äez durch iters. 3S 4V2 Uhr. m 5-7 «Ir k. Alolff aus Ito- ncell). Kontrabass). anern. r'sehen Buch- Dung (woselbst Mk. - Pf. I » 50 » 2 । ' ’ le'” 2 ' Kaffee 8«"» Laal'. MkaSt. 16 16 Eich? djter.___- srr. 169» Donnerstag den 24 Juli 1879» Mchener HtnMger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Gießen. Re-actionsbureau r Expeditionsbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ■IHAA'lMdWMMnMIlWIIWIIIII ■Illi III« Uokitischer Hheik. Politische Uebersicht. Die Politik hat große Ferien. Damit die öffentliche Meinung nicht zu apathisch wird, hat der Bundesrath noch die Frage einschneidender Verfassungsänderungen in das Land geworfen. Solche Abwechselungen könnten ergötzlich sein, wenn sie nicht bedenklich wären. Es scheint, als ob man, nachdem mit Mühe das deutsche Reichsgebäude errichtet ist, jetzt daran gehen wolle, es theilweise wieder etnzureißen. Es ist offenbar dem Absolutismus nicht wohnlich genug, und wie man dem Liberalismus den Galopp in der Gesetzgebung vorgewoifen, so scheint die neue Aera der conservativ-klerikalen Allianz mit Stebenmetlenstiefeln rückwärts schreiten zu wollen. Man kann allerdings nicht annehmen, daß ein Blsmarck den Reichsgedanken vergesien könnte, aber Vorsicht ist in allen Dingen gut, und die Erfahrung lehrt, daß auch eine sogenannte wohlwollende Reaction leicht über das Ziel hinausschießt. Es hat fast nur geringes Aufsehen gemacht, als plötzlich der Chef des Reichskanzleramts, (Ltaatsmintster Hofmann, zum preußischen Minister für Handel und Gewerbe erannt wurde, während der preußische Etsenbahnminister Maybach gleichzeitig zum Staatsiecretär für das Reichseisenbahnwesen vor- rückre. Und doch läßt gerade diese Verschmelzung recht deutlich erkennen, daß der Reichskanzler sehr eifrig dabet ist, Preußen in Deutschland aufgehen zu laffen, um den übrigen Staaten dann sagen zu können: Gehet hin und thuet desgleichen. Besonderer Gunst erfreuet sich diese Personalveränderung bet den Welfen und sonstigen Parttcularisten nicht. Nach dem Breslauer Wahlsiege wird man gut thun, der wohl- organisirten privaten Agitation der Socialdemokratte etwas mehr Beachtung zu schenken als bisher. Die Stimmung unter den Berliner Soctaltsten ist eine sehr hoffnungsvolle; sie schlagen der Polizei manches Schmppchen und hoffen viel von der nächsten Zukunft. Was ste vorhaben, weiß Niemand, aber man hört in den socialistischen Kreisen Berlins neuerdings mit großer Zuversicht davon sprechen, daß Etwas im Werke sei und daß ste auch ihrerseits gewillt sind, dem Namen der Aera der Ueberraschuugen Ehre zu machen. Während bei uns für die Ultra montanen die Aera Kullmann beendet ist, scheint sie in Belgien in Scene gesetzt werden zu sollen. Die lächerlichen Drohbriefe scheinen aus dem jesuitischen Lager zu stammen und jedenfalls ist es ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, wenn die Dunkelmänner hinter den Couliffen die Leidenschaften des niedrigen Volkes zu entflammen suchen. Die gerichtliche Untersuchung wird wohl die Sache aufklären, und wenn die Mitglieder religiöser Körperschaften hinter dem Mummenschanz der Vehme stecken, kann der Spieß sich leicht umkehren. Auch in Belgien dürfte die verhöhnte Autorität des Staates solche Späße nicht verstehen. Die Ultramontanen in Frankreich sind klüger. Sie wollen das gefährliche Ferryssche Unterrtchtsgesetz, weil sie es nicht zu Fall bringen können, auf die lange Bank schieben. Im Senate haben ste recht geschickt operirt, und wenn ihnen die energische Deputirtenkammer nicht einen Strich durch die Rechnung macht, so ist es nicht unmöglich, daß sie einen Aufschub erreichen, den ste mit den Worten begrüßen: Zeit gewonnen — Alles gewonnen. In Italien begründen die vatikanischen Politiker mit vieler Energie eine Centrumspartei, welche sie in Deutschland schätzen gelernt haben. Ist an sich ein Erfolg zu constatiren, wenn sich die Päpstlinge auf den Boden es italienischen Staatswesens stellen, so ist doch für die freiheitliche Entwickelung Italiens die erhöhte Theilnahme der Geistlichen an den Wahlen sehr bedrohlich, weil der Einfluß derselben in vielen Bezirken entscheidend ist. Es wäre intereffant, wenn einst in Italien die Regierung mit einer klerikalen Majorität zu rechnen hätte. Die Judenfrage gewinnt in Rumänien an Schärfe. Fürst Karl ist leider genöthigt, der Volkssttmmung Rechnung zu tragen, wenn er seine Dynastie nicht gefährden will. Das erklärt sein Lavtren dem Drängen der Großmächte gegenüber. Deutschland. Berlin, 20. Juli. Was die Arbeiten zur Hebung des „Großen Kurfürsten" betrifft, so ist wohl mit Bestimmtheit anzunehmen, daß Herr Leutner bis zum 1. August d. Js., an welchem Tage der Contract abläuft, seinem mit der kaiserl. Admiralität abgeschlossenen Contracte nicht nachkommen wird. Ob- oleich man in den technischen Kreisen der kaiserl. Admiralität von Anfang an eine Hebung des „Großen Kurfürsten" für unmöglich hielt, so ist man doch nicht abgeneigt, am 1. August den Contract mit der von A. Leutner begründeten Wreck Recovery and Salvage Company (Limited) zu verlängern. Dieser Contract war für die kaiserl. Admiralität in jeder Beziehung günstig und bot kein Risiko, so daß, abgesehen davon, daß kein anderer Unternehmer überhaupt vorhanden war, der sich einem so gewagten Unternehmen unterzog, die kaiserl. Admiralität sich verpflichtet hielt, nachdem sie bei der deutschen Botschaft in London die umfassendsten Erkundigungen über die Leistungsfähigkeit des rc. Leutner eingezogen hatte, Alles zu thun, um die Hebung des „Großen Kurfürsten" möglich zu machen. Berlin, 21. Juli. Zu den Sensations-Nachrichten, die leider wieder so sehr im Schwünge sind, gehört auch die Meldung des „Berl. Tagebl.", daß der General-Feldmarschall Graf Moltke, die Enthebung von den Functionen des Chefs des Generalstabs der Armee nachgesucht habe. Glücklicherweise ist diese Nachricht gänzlich aus der Luft gegriffen. Es ist bedauerlich, daß man in einer ohnehin aufgeregten Zeit sich nicht entblödet, in so leichtfertiger Weise derartige Gerüchte in Umlauf zu setzen. Selbst wenn der Generalstabs-Chef wirklich die ihm zugemuthete Absicht hätte, würde gar nicht daran zu denken sein, daß Se. Majestät der Kaiser demselben die Entlassung bewilligen würde. Ein solcher Fall liegt außer dem Bereiche der Wahrscheinlichkeit. Inzwischen kennt Graf Moltke die Pflichten gegen seinen Kaiser zu gut, als daß er auch nur einen solchen Schritt in Erwägung ziehen sollte. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wir brachten vor einigen Monaten die Nachricht, daß unter den deutschen Kriegervereinen, besonders in den Reihen der Allgemeinen deutschen Kriegerkameradschaft, gesammelt werde, um am Nationaldenkmal auf dem Niederwald die Figur des Krieges zu stiften. Die Sammlung ergab etwa 44,000 Mk. und wurde Ihren Majestäten zum 11. Juni durch Vermittelung des Herrn Ministers Grafen zu Eulenburg in einer Glückwunschadreffe von diesem Ergebniß Mittheilung gemacht. Ein von den Majestäten hieraus ergangenes Dankschreiben hat nachstehenden Wortlaut: Wir haben aus der Adresse des deutschen Kriegervereins-Comit^s mit Interesse ersehen, daß im Hinblick auf das Fest Unserer Goldenen Hochzeit die ansehnliche Summe von fast 45,000 Mk. gesammelt worden ist, um aus diesem Fonds die Kosten der Figur des Krieges am- Nationaldenkmal zu bestreiten. Indem Wir für die in der Adresse ausgesprochenen Glückwünsche zu Unserem Ehe-Jubiläum freundlich danken, nehmen Wir dieselben mit dem Wunsche an, daß es Deutschland für alle Zeiten erspart bleiben möge, nochmals eine Verwirklichung des in jener Figur sich darstellenden symbolischen Gedankens zu erfahren. Bad Ems, den 3. Juli 1879. Wilhelm. Augusta. — Am 17. d. ist von Coblenz das nur theilweise bestätigte Erkenntniß des zweiten Kriegsgerichts in Sachen des „Großen Kurfürsten" bei dem com- mandirenden General des Gardecorps, als dem Gerichrsherrn, in Berlin eingetroffen. Wie zu erwarten stand, hat der Kaiser, dem Vernehmen nach, das kriegsgerichtliche Erkenntniß gegen den Hauptangeklagten, das auf längere Festungshaft lautet, und das freisprechende Urtheil gegen den. Capitän zur See und Commandanten des „König Wilhelm", Kühne, und den Capitän- Lieutenant Klausa bestätigt, dagegen gegen den Capitän zur See und Commandanten des „Großen Kurfürsten", Grafen v. Monts, der in dem ersten Kriegsgericht nur zu einem vierwöchentlichen Stubenarrest verurtheilt und in dem zweites Kriegsgericht ganz fretgesprochen worden war, ein drittes Kriegsgericht, das so bald wie möglich abgehalten werden soll, befohlen. Die Angabe verschiedener Blätter, daß der Chef der Admiralität, General der Infanterie, v. Stosch, hauptsächlich auf Verwerfung des Urtheils des zweiten Kriegsgerichts hingewirkt habe, wird von -anscheinend osficiöser Seite als unrichtig bezeichnet. Derselbe soll, wie behauptet wird, die Absicht haben, später die ganze Untersuchung der Oeffentlichkeit zu übergeben. Die Nachricht eines Blattes, daß das königliche General-Auditoriat das Erkenntniß des zweiten Kriegsgerichts dem Kaiser mit einem Begnadigungsgesuch eingesandt hätte, ist jedenfalls unrichtig, obgleich sich solche Fälle wiederholen, in denen das General- Auditoriat eine Milderung des Urtheil« beantragt; für gewöhnlich reicht aber bereits das Kriegsgericht selbst mit dem Urtheil ein Begnadigungsgesuch ein. (Köln. Ztg.). München, 21. Juli. Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hat die Regierungsvorlage betreffs Conversion der Eisenbahnanlehen unverändert angenommen. Hesterreich. Wien, 21. Juli. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel. Der französische und englische Botschafter haben gestern der Pforte eine identische und sehr energisch gehaltene Note überreicht, in welcher die Pforte aufgefordert wird, den Inhalt des Investitur-Fermans des Vicekönigs von Egypten der französischen und englischen Regierung binnen 3 Tagen mitzu- theilen, widrigenfalls die Pforte für ernste Consequenzen verantwortlich ^gemacht werde. Man behauptet, Frankreich und England würden, falls ihre Schritte fruchtlos blieben, die Unabhängigkeit Egyptens proclamiren. — Die Abreise Pertew Effendi's nach Sofia, um dem Fürsten von Bulgarien den Investitur- Ferman zu überreichen, ist auf heute festgesetzt. — Aus Athen signalisirt die „Polit. Corresp." den Ausbruch einer Ministerkrisis als bevorstehend. Telegraphische Depeschen. Wagner's lelegr. T-rrefpoudenr-«nre«M. Berlin, 22. Juli. Der „Reichs Anz." publicirt die Ernennung des Geh. Ober-Finanzraths Scholz zum Unterstaatssecretär, des Wirklichen Geh. Ober-Finanzraths Burchard zum Director, des Obersteuer»Jnspectors Klein zum Regierungsrath und ständigen Hülfsarbeiter im Reichsschatzamte; ferner ist dem „Reichs-Anz." zufolge der Minister Maybach mit der Vertretung des Reichskanzlers in Angelegenheiten der Verwaltung der Reichs-Eisenbahnen beauftragt. Rom, 22. Juli. Die Kammer genehmigte den Gesetzentwurf über den Rückkauf der römischen Bahnen. Berlin, 22. Juli. Das Reichs-Gesetzblatt publictrt eine kaiserliche Verordnung, welche die elsaß-lothringischen Kreistage zu einer außerordentlichen am 4. August beginnenden und am nämlichen Tage wieder zu schließenden Sitzung einberuft. Gastein, 22. Juli. Se. Majestät der deutsche Kaiser ist heute Abend 6 Uhr in bestem Wohlsein hier eingetroffen und von den sehr zahlreich versammelten Kurgästen in wärmster Weise begrüßt worden. Se. Majestät, drffen Aussehen vortresstich ist, sprach auf der Freitreppe des Badeschlofles mit dem Prinzen August von Württemberg, dem Statthalter Graf Thun, dem Botschafter Grafen Beust und dem Landeshauptmann Grafen Lamberg. Von den Damen waren zahlreiche Blumcnbouquets gespendet worden. Der Ort ist reich beflaggt. Am Eingänge desselben, sowie auf dem Kaiserwege stnd Ehrenpforten errichtet worden. Wien, 22. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet in Betreff der gerüchtweise verlautenden Ordnungsstörungen in Bosnien als authentisch: Am 16. ds. gerieth die Einwohnerschaft von Hum mit der dortigen Gensdarmerte in Con- flict. Letztere mußte zur Feuerwaffe greifen. Ein Aufwiegler blieb todt, einer wurde schwer, mehrere leicht verwundet. Die Gensdarmerie hatte keinen Verlust. Oberst Gröller entsendete eine Compagnie Infanterie nach Hum. Der dortige Militärposten erhielt eine geringe Verstärkung. Am 18. Juli ging General Kiltc nach Hum, um die nöthigen Maßregeln zu ergreifen. Seitdem ist die Ordnung nicht mehr gestört worben. — Aus Konstantinopel meldet die „Polit. Corresp.": Karatheodory Pascha theilte noch gestern den westmächt- lichen Vertretern halbamtlich den Text des Jnvestiturfermans des neuen Khedive mit. Der Ferman soll jenen von 1873 theilweise wieder Herstellen. — Aus Bukarest wird der „Polit. Corresp." gemeldet: Nachdem Demeter Ghika und der Senatspräsident Bostanu die Bildung des Cabinets abgelehnt haben, berief der Fürst hervorragende Politiker nach Bukarest und beschloß in Folge dieser Conferenzen, Brattano mit der Bildung des Cabinets aus Elementen der verschiedenen Parteien zu betrauen. In einer geheimen Sitzung beider Kammern erklärte Bratiano, er hoffe, das Cabinet werde bis Mittwoch gebildet sein. Boeresco und Cogalniceano werden als Mitglieder des neuen Cabinets bezeichnet. London, 22. Juli. Die gestrigen Nachrichten der „Pall Mall Gazette" werden durch eine amtliche Depesche aus Pietermaritzburg vom 4. Juli nicht bestätigt. Chelmsford telegraphirte unterm 30. Juni an Wolseley, die Boten Cetewayo's seien abgereist und überbrächten dem König die Anzeige, daß die britischen Truppen am 1. Juli den Umvolosi überschreiten und am 3. Juli in Erwartung der Unterhändler Ceteweyo's, sowie der Auslieferung von Vieh und Geschützen die Feindseligkeiten einstellen, aber sofort weiter vormarschiren würden, wenn Cetewayo den britischen Forderungen nicht nachkomme. Wolseley ist die Ausschiffung bei Port Durnford nicht gelungen. — Die „Times" meldet: Die Telegraphen-Conferenz beschloß gestern, die Zahl der Ziffern, welche ein Wort bilden, auf drei festzusetzen. Die Sprachen für Depeschen wurden auf englisch, französisch, deutsch, italienisch, holländisch, spanisch, portugiesisch und lateinisch beschränkt. London, 22. Juli. Im Unterhause beantwortete Unterstaatssecretär Bourke eine Anfrage Simons, indem er sagte: Der britische Consul remon- strirte bet den türkischen Behörden wegen Gewaltsamkeiten, die gegen jüdische Flüchtlinge zu Carlowa verübt worden. Die türkischen Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Es sind Maßregeln zum Schutze der Flüchtlinge ergriffen und ein türkischer Beamter ist wegen seines Verhaltens bei diesem Vorgänge abgesetzt. Druffel, 22. Juli. Bet Berathung des neuen Zollgesetzes betonte Kervyn die Nothwendigkett, der Landwtrthschast des Landes einen Schuh zu gewähren. Er verwies auf das Beispiel Englands, das die Nothwendigkett des Schutzes für seine Landwtrthschast erkannt habe. Der Minister des Auswärtigen erklärte, es liege überhaupt kein Grund vor, einen solchen Schutz wiederherzustellen. Die Nubier. Wie aus der heutigen Nummer unseres Blattes ersichtlich, hatHerr Wenzel die Nubische Caravane der Herren Rice & Hagenbeck für Gießen engagirt. lieber diese Caravane und ein Nubier-Fest im Verein für Erdkunde zu Halle schreibt Herr Prof. Dr. Kirchhoff in der „Saale-Zeitung" Folgendes: Am 7. Juli veranstaltete der hiesige geographische Verein sein Nubier-Fest. In dem festlich geschmückten Saale von „Freyberg's Garten" fand sich eine außerordentlich zahlreiche Versammlung von Vereinsmitgliedern und deren Damen, sowie einigen geladenen Gästen bald nach 8 Uhr Abends ein. Vorläufig erinnerte noch nichts an die Nubier als die interessante Ausstellung ihrer Waffen und häuslichen Geräthe, welche zusammen mit einer mannigfaltigen Jagdbeute an prächtig gehörnten Antilopenschädeln, Schädeln riesiger Nilpferde rc. die lange Tafel vor der etwas erhöhten Bühne deckte. Alsbald aber erschienen die braunen Söhne Afrikas in ihren kleidsamen weißen Gewändern und nahmen auf der Bühne Platz. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Prof. Dr. Kirchhoff, ergriff sodann das Wort, um zunächst auch öffentlich den Herren Rice (spr. Reis) und Hagenbeck den Dank dafür auszusprechen, daß sie diesmal — und hoffentlich auch in Zukunft — Halle nicht mit ihren „wilden Männern" umgangen, deren Vorführung behufs genauen Kennenlernens fremder Racen eine so viel höhere Bedeutung habe als das bisher allein üblich gewesene, meist nur der Kurzweil dienende Zeigen von Repräsentanten der Thierwelt ferner Lande. Dem folgte die nähere Begründung des Urtheils, daß insbesondere unsere 14 Nubier eine sogar außergewöhnliche Bedeutung für die Völkerkunde in Anspruch nehmen dürfen. Sie sind sämmtlick aus dem südlichsten Nubien, aus dem Vorlande des herrlichen Alpenlandes von Habesch gebürtig und gehören mit Ausnahme des im weißen Mützchen schon städtischer aussehenden OmaLr Müdeni (eines Djalin aus der Gegend von Machvrif am weißen Nil) nomadischen Hirtenstämmen, den Halenga und Beni Amer an, welche mit ihren Kameelen und Rindern, Schafen und Ziegen aus den glühenden, fast völlig regenlosen Wüsten des ostnilotischen Nubien allmählich in die von befruchtenden Sommerregen bereits begünstigte abessinische Nachbarschaft allmählich vorgedrungen sind. Noch wechseln sie in geringeren Entfernungen ihren Wohnsitz: ihre Zelte aus Palmblattmatten, umhegt von einem Wall aus unnahbarem Dorngezweig (gegen den nächtlichen Uebersall der Löwen) errichten sie zur Sommerzeit auf den Höhen, im Winter, wenn die Ströme in ihr engeres Bett zurücktreten, in den Thalungen. Gewöhnt an ein heißtrockenes Klima, ist ihnen das Wasser höchstens in der heißesten Zeit zur Erfrischung genehm, hier waschen sie sich nie. Trotzdem ist ihre schweißfreie, nicht im Mindesten negerhaft riechende Haut nicht unrein, ihre fast beständig mit dünnen Stäbchen eines afrikanischen Holzes gereinigten Zähne erglänzen zwischen den auch dunkelfarbigen Lippen in blendendem Weiß, und vor Allem verwenden sie auf ihr Haupthaar die größte Pflege: mit der über fußlangen hölzernen Haarnadel, die stets im langen, schwarzen, glanzlosen, jedoch keineswegs wolligen Haar steckt, bearbeiten sie dasselbe, um es meist in einen kreisförmig auf dem Scheitel aufrecht stehenden Theil und einen unteren zu scheiden, der aus dicht gereihten kurzen Zöpfchen besteht und die Ohren bedeckend einen abwärts breit abstehenden Kranz um den Unterkopf bildet. Schlank und zart ist der ganze dunkelbraune Leib gebaut; die Gesichtszüge von edelstolzem Ausdruck, die wohlgebildete Nase, das milde Feuer der dunklen Augen verleiht den hohen ritterlichen Gestalten eigenthümliche Schönheit. Ein im Profil unverkennbares, wenn auch nur mäßiges Hervortreten des Untergesichts (also leichter Prog- nathismus) gemahnt an die Verwandtschaft mit den alten Egyptern, ähnlich das Zurückstehen der großen Zehe an Länge hmter der zweiten und vielleicht auch ihre höchst merkwürdige, wohlklingende und uralte Sprache, das Gebaute. Nachdem der Vortragende noch über die Sinnesschärfe (namentlich das feine Unterfcheidungsvermögen von Farbennüancen bei auffallender Unfähigkeit Blau, Grün, Gelb, Grau und Violett im sprachlichen Ausdruck zu sondern), ferner über die Intelligenz und freundliche Umgänglichkeit dieser so vielseitig interessirenden Menschen seine eigenen Beobachtungen mitgetheilt, begann der zweite Theil des Festabends: die Production im Circus des Garten. Wir sahen den eleganten Kameelritt der dunklen schlanken Männer, die, sobald sie mit ihren Thieren bei heimathlichem Treiben zusammen waren, den fröhlichsten Humor entwickelten; dann den Algaden-Tanz, ein Waffenspiel mit ledernem Rundschild, blitzenden Schwertern und Speeren, eine Todtenseier, bei welcher der luftige Saleh und Adam den Todtentanz mit nicht zu großer Wchmuth vor dem die monotone Todten- klage anstimmenden Chor aufführt, zum Schluß den Caravanenritt durch die Wüste und den Besuchsritt eines Häuptlings auf prächtigem weißen Esel mit kopfreicher Geleitsschaar. Beim Aufbruch der vor unseren Augen organifirten Caravane unter der Akaziengruppe bei fackelartigem Flammenschein — Giraffen, Elephanten, Buckelochsen im Gefolge der bepackten Kameele — fühlte man sich lebensvoll in das ferne Südland versetzt, aber im gemächlichsten Deutsch ertönte es aus dem lächelnden Munde der Reiter und Führer in die Runde der Zuschauer „Gut Morgen", ja im echtesten Sächsisch „Adje!" Mancher Dame schrieb der weise Omar seinen Namen mit arabischen Schriftzügen in das dargereichte Büchlein und auch ohne solch sichtliches Andenken wird jedem Theilnehmer an diesen seltenen Schauspielen die Erinnerung an sie verbleiben als an eine ebenso lehrreiche als fröhlich genußvolle Stunde.____________________________ Derzei chniß der monatlichen Nachweisungen über die Mittelpreise der gewöhnlichsten Ver- brauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom 1. Januar dis 30. Juni 1879. Namen der Gegen- Januar. Februar. März. April. Mai. Juni. stände. H 1 JL A JL 4 JL\ Weizen per Ctr. 9 39 9 42 10 _ 10 25 10 64 10 45 Korn, Roggen „ „ 8 — 8 — 8 24 8 25 8 29 8 20 Gerste „ „ 8 36 8 50 8 54 8 50 8 50 8 18 Hafer „ „ 6 61 6 81 7 15 6 80 7 54 7 66 Heu „ „ 2 17 2 — 2 14 2 20 2 20 2 7 Stroh „ „ 1 85 1 75 1 80 1 90 1 85 1 85 Kartoffeln „ „ 2 82 2 88 3 — 3 36 3 87 4 1 Erbsen „ „ 12 56 12 13 12 — 12 25 11 40 12 — Bohnen „ „ 12 72 12 — 12 — 11 75 12 50 12 65 Linsen „ „ 13 — 12 — 13 36 13 75 14 — 13 71 Reis „ „ 23 — 23 — 21 — 21 — 22 — 20 — Graupen, ord. „ „ 22 — 22 — 21 — 21 — 22 — 20 — Hafer-Grütze „ „ 26 — 25 — 25 — 25 — 26 — 26 — Gersten-Grütze,, „ 22 — 24 — 21 — 21 — 22 — 22 — Zwiebeln „ „ 7-8 — 8-9 — 10 11 — 12 — 30 — 36 — Steinkohlen „ „ — 85 — 85 — 85 — 85 — 85 — 85 Braunkohlen „ „ — 80 — 78 — 80 — 78 — 76 —— 75 Butter perSBf. — 82 — 78 — 82 — 87 — 97 —— 85 Ochsenfleisch „ „ — 70-72 70 — 70 — 70 — 70 — 70 Kalbfleisch „ „ — 50—60 — 50—56 — 50 — 44—50 40-48 — 46—50 Schweinefleisch,, „ — 57-60 58—60 — 58-60 — 58-60 58-60 — 56-60 Hammelfleisch „ „ Kuh- u. Rind- — 60-65 — 60-66 — 60-70 — 60-70 — 60-70 — 60-70 fleisch „ „ — 56-60 56-60 50—60 56-60 — 56-60 56-60 Weißmehl „ „ — 20-26 — 20-25 — 18-25 18-25 — 20-26 — 20—26 Roggenmehl „ „ Kaffee, gehr-, — 16-18 — 16—17 16-18 80 — 17-18 — 17-18 — 17—19 in Bohnen „ „ 1 70 1 70 1 1 70 1 70 1 70 Salz „ „ —— 9 — 9 — 9 ..... 9 — 9 — 9 Roggenbrod „ „ — 9—12 9—11 — 10—11 — 9-11 — 10-11 .— 10-11 Bier IHect. 20 20 .— 20 — 20 — 20 — 120 — Branntwein „ „ 31 30 — 30 — 30 — 30 — 30 — Milch 1 Liter 16-18 — 16—18 16-18 — 16—18 — 16—18 — 16-18 Petroleum „ ,, — 19 — 20 — 20 — 20 — 20 — 20 Eier 10 Stück r 70 — 66 — 50 46 — 42V- 45 Vermischtes. Bingen, 17. Juli. Heute Nachmittag 5 Uhr verkündeten Böllerschüsse die Einsetzung des Schlußsteines an dem architektonischen Aufbau des Nationaloenkmals auf dem Niederwalde, das mit Fahnen und Laubwerk festlich geschmückt ist. Der Sockel hat eine Länge von 23, eine Breite von 17 Mtr.; die Höhe bis jetzt, also blos des architectonischen Theils, beträgt 25 Mtr. Die Figur der Germania, welche schon im nächsten Jahre fertig und aufgestellt werden soll, hat eine Höhe von 13 Mtr. Erft später werden die anderen Figuren und in zwei Jahren die Reliefs vollendet sein. In der Zwischenzeit ist die Thatigkeit darauf gerichtet, für das Denkmal eine feiner und des Punktes, worauf es steht, würdige Umgebung zu schaffen. Vor Allem gehört dazu eine dem Monument auf der Höhe des Berges nach dem Rheine hin vorzubauende Terasse von etwa 45 Mtr, Breite bei einer Länge von je 25 Mtr. zu beiden Seiten des Denkmals, so daß deren Ges ammtlänge 73 Mtr. beträgt. Nach dem Walde hinter dem Denkmal wird nach Beseitigung der Bäume bis zum Wege noch ein freier Platz von etwa 40 Mtr. Breite geschaffen. Das Monument wird sich demnach auf erhabener Bergeshöhe mit der wundervollsten Aussicht auf grünen Waldeshintergrund inmitten eines freien Platzes von etwa 102 Mtr. Breite und 73 Mtr. Länge, also auf einem Raum von etwa 7500 Q -Mtr. Flächeninhalt, erheben, ein Raum, genügend, um einstens, was ja wohl häufig ftattfinden wird, große Volksfeste auf ihm abhalten zu können. Darmstadt, 22. Juli. In Darmstadt wird am 18. August ein für das ganze Hessenland bedeutungsvolles Fest gefeiert werden. Seit der Enthüllung des Ludwig«-Monumentes gab es keine Feier, die so geeignet ist, die Gesammtbevölkerung Hessens in Darmstadt vertreten zu sehen, als die EnthüllungSfeier dcS Landesdenkmals. Soll dieses Denkmal doch feierliche Kunde geben von dem opferbereiten Eintreten deS Großherzogthums zur Dertheidigung deutscher Interessen, soll cs doch Zeugniß ablegen von den harten Kämpfen, welche die hessische Division zum Segen unseres geeinigten Vaterlandes hat bestehen müssen. Das Denkmal wird, davon haben wir uns überzeugt, seine Aufgabe in durchaus befriedigender und würdiger Weise lösen. Unter den vielen gleichen ehernen Zeichen der Dankbarkeit dürfte cs eine der ersten Stellen einnehmen. Die Composition sowohl wie das Material werden allgemeinen Beifall finden. Es wird sich hier das Sprichwort bewähren: „Was lange währt, wird gut." Der Sockel ist bereits vollendet. Die Figuren selbst treffen am 30 ds. biet ein und werden sofort aufgestellt. Nach Mittheilungen von gutunterrichteter Seite dürfte bis zum 15. August bas Ganze vollendet sein und ver Enthüllung harren. Das Festcomite, welches von dem Centralcomite berufen wurde, das Fest vorzubereiten, hat das Programm wesentlich in Rücksicht auf die auswärtigen Theilnehmer festgestellt. Nachdem der Tag durch eine Reveille der Militärmusik-Kapellen eingeleitet ist, findet um 9 Uhr Vormittags zum Gedächtniß der Gebliebenen Gottesdienst in den Kirchen statt, um 10 Ubr versammeln sich die Theilnehmer an dem Festzuge auf dem Marktplatze und begeben sich von da durch die Ludwigsstraße, obere Elisabethenstraße, die Wilhelmimnstraße, die obere Rhein- üratze auf den Paradeplatz. Gleichzeitig werden die hier garnisonirenden Truppen, sowle Deputationen der aus- wärtiaen Truppentheile der Großherzoglichen Division Aufstellung nehmen. Nachdem dies geschehen, wird Seine Königliche Hoheit der Großherzog, der Führer der Division in den Jahren 1870/71, begleitet von den Prinzen und Prinzessinnen des Großherzoglichen Hauses, sich auf die Estrade begeben, begrüßt von dem Geläute der Glocken und dem Spiel der Musiken. t m rr ,o . Die vereinigten Gesangvereine Darmstadt's und Bessungcn s werden einen noch zu be» siimmenden Gesang vortragen, nach welchem die eigentliche Enthüllungsfeier unter der üblichen Ansprache und dem Donner der Kanonen stattfinden wird. Nach einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog und der Absingung etneS Liedes durch die gesammte Festversammlung wird die Großherzoaltche Division vor dem Allerhöchsten Herrn und dem Denkmal defiliren. Ebenso begibt sich der Festzug an der Estrade der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften, und an dem Denkmal vorüber, um sich auf dem Marktplatze aufzulösen. Dieser Feier schließt sich um 2 Uhr ein Festdiner in dem Saalbau an. Die hiesigen Gesellschaften werden den Gasten, die zur Feier hierherkommen, ihre Räume vffnen und gegen Abend werden in einer Reihe von größeren Localen, die noch bekannt gemacht werden, Concerte und festliche Vereinigungen stattfinden. Die der Vereinigten Gesellschaft ist bereits festgesetzt. Darmstadt bereitet sich vor, ein festliches Gewand zu diesem Tage anzulegen, um die 4U8 dem gejammten Hefienlande herbeiströmenden Gäste freudig begrüßen zu können. Das Centralcomite hat sich bereits an die Bahnverwaltungen gewendet, um für die Fefttheilnehmer auf ein einfaches Billet freie Rückfahrt zu erwirken. Wenn uns der Himmel noch mit schönem Wetter begünstigt, find alle Vorbedmgungen für ein großartiges seltenes Fest gegeben. Mit diesem Tage wird dann die andauernde, viel Geduld erfordernde, unermüdliche Thätigkeit des Eentralcomite's ihren Abschluß finden. Möge es sich belohnt sehen in der Anerkennung, welche diesem Darmstadt und dem ganzen Lande zur Ehre gereichenden Denkmale sicherlich zu Theil werden wird. — In der Gerichtssprache tritt mit dem 1. October nicht nur in dem Sinne eine Neuerung ein, daß künftig die deutsche Sprache die alleinige Gerichtssprache ist, sondern auch innerhalb der deutschen Gerichtssprache hat die neue Civilprozeßordnung in decenter Weise eine Läuterung und Reinigung von den mit den fremden Rechten überkommenen Ausdrücken vollzogen die zum allgemeinen Verständniß des heutigen Rechtsverfahrens nicht unerheblich beitragen wird. Statt „civiliter" zu „Prozessoren", wird man künftig eine ,bürgerliche Rechtsstreitigkeit" „anhängig machen", und wird sodann dem Beklagten die Klage nicht mehr „insinuirt", sondern „zugestellt", wogegen er anstatt sein „accepisae“ auf dem „Insinuations-Dokument", zu vermerken, auf der „Zustellungsurkunde" ein „schriftliches Empfangsbekenntniß" ausstellen wird. Handelt es sich nur um eine „Bagatelle", so tritt das „Mahnverfahren" ein, anstatt des „Mandats" erhält der Beklagte einen „Zahlungsbefehl". Bleibt der Beklagte ungehorsam im Termin aus, so wird ihm nicht ein „Contumatial-Erkenntniß", sondern ein „Versäumnißurtheil" zugestellt. Will er aber den Anspruch des Klägers nicht bestreiten, so erzielt er statt der „Agnitoria" ein „Anerkenntniß". Ist er zu zahlen nicht im Stande, so wird er nicht mehr vom „Exekutor" belästigt, sondern die mit den „Zustellungen" (Insinuationen) „Ladungen" (Citatlonen) und „Vollstreckungen" (Exekutionen) beauftragten Beamten werden jetzt „Gerichtsvollzieher" genannt. Will der Beklagte „kompensiren", so muß er eine „Gegenforderung" geltend machen; glaubt er aber „litem denunziren" zu können, so muß er einem Dritten den „Streit verkünden". Mehrere „Litisconsortcu" werden künftig „Streitgenofien" genannt, und die „Intervention" ist zu einem „Zwischenstreit" geworden. Eide werden nicht mehr „deferirt", auch nicht „referirt", sondern nur noch „zugeschoben" oder „zurückgeschoben", der „Manifestationseid" hat sich als „Offenbarungseid" entpuppt, und aus den „Alimenten" sind „Verpflegungsgelder" geworden. Aus dem „Original" ist eine „Urschrift" und die „Cople" zu einer „Abschrift" geworden, will man aber beide mit einander „collationiren", so muß man eine „Schriftvergleichung" anstellen. Will man Gelder „veponiren" oder „ad depositum“ einzahlen, so muß man sie „gerichtlich hinterlegen", soll aber etwas „amorttsirt" werden, so läßt man es für „kraftlos erklären". Will man eine Erbschaft „cum beneficio legis et inventarii“ antreten, so muß man es „unter der Rechts- wohlthat des Gesetzes und Inventars" thun. „Prodigalitäts - Erklärungen" finden nicht mehr statt, dagegen kann man Jemand „für einen Verschwender erklären" lasten; die „Sponsalten" sind zu „Verlöbnißsachen" geworden, während die „Ehesachen" auch schon früher in der deutschen Gerichtssprache bekannt waren. Will man sich bei einem Erkenntniß nicht beruhigen, so wende man sich an die „Berufungsinstanz" und trage dafür Sorge, daß nicht dem „Appellaten", sondern dem „Berufungsbeklagten" die Rechtfertigungsschrift zugestellt werde. Die Kosten, welche der unterliegende Theil zahlen muß, kommen nicht mehr dem „Fiscus", sondern der „Staats käste" zu Gute, und zahlt dieselbe denjenigen Beamten, welche anstatt in der „Anciennttät" im „Dienstalter" weit vorgerückt sind, wenn sie in den Ruhestand treten wollen, nicht eine „Pension", sondern „Ruhegehalt". SclilfFsbericlit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C W. Dietz in Gießen. Newyork, 21. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Mosel, Capi. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. Juli von Bremen und am 9. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. Versteigerungen. Montag den 28. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhaussaale versteigert werden: Pflästererarbeit, veranschl. zu 361,60 Erdauffüllungen, Planir- und Handarbeiten, veranschl. zu 4742,— Gießen, den 23. Juli 1879. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 4897) A. Bramm.________ Dienstag den 19. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Ludwig Huhn, als: Flur Meter Vioo? 50 Hofraithe in d. Wallthorstr., V1015/6 1394 Grabgarten i-d.Zoselsgasse, 2s/68 687 Wiese in dem Weiher, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Juli 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 4489)_______Müller.____________ Erndteversteigerung. Samstag den 26. ds. Mts. Nachmittags 3 Uhr, sollen nachverzeichnete Früchte des land- wirthschaftlichen Versuchsfeldes, nämlich: 2 Morgen Weizen, 2 Morgen Gerste in Abteilungen von je einem Morgen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Flurschütze Völker dahier wird auf Verlangen nähere Auskunft ertheilen. Gießen, den 19. Juli 1879. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. 4871) Schmitt. Ieikgeöotenes. 4903) Frühkartoffel zu verkaufen im Hause des __Herrn Schäfer, Gartfeld. Stutzflügel, noch neu, sehr preiswürdig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. (4901 Wasch- u. Bäckerkörbe, Naschen- u. 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Keck, Neuenweg B. 177. 4668) Wegen Versetzung des Herrn Hofgerichtssecrctair Scharmann ist der obere Stock meines Hauses pr. 1. Oktober anderweidig zu vermiethen. Emil Fischbach. Akademischer Gesang-Verein in Giessen. Zur Feier seines 60jährigen Bestehens Erstes Concert Freitag den 25. Juli 1879, Nachmittags 4 Uhr in der Stadtkirche: PAULUS, Oratorium nach Worten der heiligen Schrift für Solir Chor, grosses Orchester und Orgel von Felix Mendelssohn Bartholdy, unter Leitung des Grossh. Universitätsmusikdirectors Herrn Adolph Felchner und gefälliger Mitwirkung der Frl. Antonie Kufferath, Concertsängerin aus Brüssel (Sopran), der Frau Dr. Mathilde Weiffenbach in Giessen (Alt), des Herrn Max Achenbach, Grossh. Hofopernsänger in Weimar (Tenor), des Herrn Karl Hill, Grossh. Kammersänger in Schwerin (Bass), des Herrn Kapellmeisters Friedrich Lux aus Mainz (Orgel), der Männergesangvereine „Sängerkranz“ und „Liederkranz“, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Orchesters. Hauptprobe : Donnerstag den 24. Juli, Nachmittags 4!/2 Uhr. Zweites Concert -Samstag den 26. Juli 1879, Nachmittags von 5—7 Uhr in WenzePs Saalbau: Kammermusik, Mitwirkende: Frl. Kufferath (Sopran). Herr Achenbach (Tenor). „ Hill (Bass). „ Lux (Klavier). § Universitätsmusikdirector Wolff aus Mar- 4838) bürg (Violine). „ Rode aus Frankfurt (Viola). „ Nöbe aus Homburg (Violoncell). y) Backhaus aus Homburg (Contrabass). Programm in einer der nächsten Nummern. Preise der Karten, welche in der Rick er’sehen Buchhandlung und Rudolph’schen Musikalienhandlung (woselbst auch Textbücher zu 20 Pfg.) zu haben sind: Sperrsitze für beide Concerte .... 5 Mk. — Pf. „ „ das Kirchenconcert ... 3 50 „ „ das Künstlerconcert . . 3 __ Nichtnummerirte Plätze in dem Schiffe der Kirche und auf der ersten Emporbühne 2 „ — auf der zweiten Emporbühne .... 1 ” Karten zur Hauptprobe......2 _ ” Zug - Jalousien nach bewährtester Construction mit Rollen- oder Walden-Aufzug und nach allen Richtungen stellbar, von bestem Material, in beliebigem Oelfarbenanstrich, per Quadratmeter nach Lichtraum 6.50. Beschläge mit Selbststeller und Ausstellvorrichtung, per Jalousie für Rollen- oder Walzenaufzug JL 4. (4947 H. Weimev* 4898) Ein solides Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht von ________________________ 3. Ricker. I Tüchtige Steinbrecher stndeu sofort Beschäftigung. Aug. Nauheimer Ww. 4893) Nach Essen wird ein tüchtiges Mädchen gegen guten Lohn gesucht. 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