1879» Nr. 94. 4, © AMge- und Amtsblatt für den Kreis Gießen. Redacttonsbureau r Expedittonsbureau r | Schul st raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringeclohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theil. Lehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirks Lieh-Hungen Dienstag 2 9. April 10 Uhr in Hungen. Lehrer-Conferenr des Conferenz-Bezirks Großen Bufeck Donnerstag den 1. Mai 10 Uhr in GroHen-Vuse^k. Gieß en, 22. April 1879. Büchn er, Kreisschulinspector. Bekanntmachung. * Die Entscheidungen auf die Remonstrationen und Reclamationen gegen Einkommensteuer-Ansätze des ersten Quartals 1879 haben auch Wirkung auf die gleich gebliebenen Beträge des Etatsjahres 1879/80, ohne daß es deshalb einer weiteren Anregung Seitens der Pflichtigen bedürfte. Ueber die bereits erlassenen Posten wird den Gr. Districts-Einnehmereien sofort das Geeignete zugehen. Mit Beginn des Etatsjahres 1879/80 sind Reclamationen gegen die für dasselbe erfolgten Ansätze der direkten Steuern nur insoweit zugelassen, als sich dieselben auf die Steuer b ere ch n u ng beziehen. Gießen, den 12. April 1879. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. S ü f f e r t. politisch Deutschland. Berlin, 21. April. Die Jntenfsen - Verbindung, schreibt die „Köln. Zig.", welche sich das Ziel gefetzt hat, den neuen goDtanf im Reichstag durch, zuireibtv, brgn.nt sich ollrnül g zu ledern. Tie Agrarier btklogen sich in ihren Dlüttern bereits feit lät'gerer Zeit, daß die ihnen bewilligten landwirthschaft- lrchen Zölle keineswegs eine genügende Ausgleichung bieten für die ihnen zvge- mutheten allzu zahlt eichen und allzu hoben Jndnstriezölle. Sie werfen die Frage aus, weshalb man die laut wir thschafil'chen Erzevgnisie nur mit einem Zoll von 3 pCt. b^egt hat, nährei d man der Eisenindustrie einen Schutz von 10 bis 20 pCt. gewährte, und sie sprech.» das Verlangen nach gleichem Recht aus. Dem Vernehmen nach werden auch im Reichstage von dieser Seite zwei Anträge Ungebleicht uerden, von denen der eine eine Erhöhung des Zolles aus Getreide rc., der andere eine Herabsetzung des Zolles aus Eisen fordern wird. Seit aber d e bundesrä-hliche Tarifvorlage im Lande ihre Verbreitung gefunden hat, regt sich auch der Widerspruch aus industriellen Kreisen täglich lebhafter. Es wächst mit jedem Tage die Zahl der Petitionen von Städten, Handelskammern und andern kaufmännischen Corporationen und Jnteresien-Verbänden gegen den neuen Zolltarif. Tie Zahl dieser Petitionen beträgt bereits nahezu 500. Nicht allein der Handel, dessen Widerspruch wohl allgemein erwartet worden ist, die Seestädte und die Handelsältesten von Berlin rühren sich, sondern auch zahlreiche kleinere Industriezweige, welche seit 1865 sich entwidelt und eine bisher nicht geahnte Bedeutung und Ausfuhr erlangt haben, erklären sich durch die Vertheuerung ihrer Productionemittel mit Vernichtung bedroht. Da wird die vorberathende Commission des Reichstags viel zu studiren und zu ordnen finden! Dazu kommt nun, daß der zwischen Herrn Mosle und dem Reichskanzler Fürsten v. Bismarck, verab- redete Plan, die deutschen Hansestädte in das Jnterefien-Dündniß zwischen Agrarier und Jndustrie-Schutzzöllner mit hinein zu verfl.chten, schon als völlig gescheitert erscheint. Es ist v ohl erinnerlich, daß, als der Reichskanzler im März d. I. durch den Piäsidenten des Re'chskanzleramts, Herrn Hofmann, die Frage des Flaggenzolls im Reichstage anregen ließ, gewifiermaßen um den Seestädten Balsam aus die tiefe Wunde zu legen, welche ihnen durch den Tabaks-, Getreide- und Holzzoll unzweifelhaft beigebracht wird, Vertreter derselben dieses Ansinnen mit der stolzen Erklärung zmückwtesen, deutsche Schiffsbaukunst und Schiffebemannung, der Unternehmungsgeist unserer Rheder und Rhederelen bedürfe solchen Schutzes nicht, sie fühlten sich ohne surtaxe Sieger in der Concurrenz der Seefahrt treibenden Völker und hätten höchstens repressive Maßregeln anderer Staaten zu befürchten. Dies hielt Herrn Mosle nicht ab, aus dem französischen Schutzzoll-Arsenal die „surtaxe d’entrepot“ hervorzuholen. Ein Zuschlagszoll von 3 Mk. für 100 Kg. für alle landein- wärts in Deutschland emgesührten Colonialwaaren soll in den Seestädten zur Ueberwtndung der Folgen der Schutzzölle, mit welchen die deutsche Industrie bedacht werden soll, beitragen. Aber die Hansestädte wollen sich nicht eigensüchtig von dem allgemeinen Handelstntereffe lossagen. Treiben nicht auch die Hansestaaten selbst einen sehr starken Zwischenhandel? Und ist derselbe nicht eine durch die Handelsgeschichte und die geographische Lage gerechiferttgte Nothwendigkett? Zudem ist es allerdings auch ein großer Jrrthum, wenn man glaubt, daß das industrielle „Hinterland" sich so gutwillig in die patriotische Rqfle finden werde, die ihm so ohne Weiteres zugemuthet wird — nicht ein- m um den Eintausch der Schutzzölle. „Oder meint man, daß die westfälischen Schienenwerke nun das spanische Eisenerz aus lauter Patriotismus über Bremen statt über Rotterdam beziehen würden, nachdem ste so oft über er Hheit. die Ungunst der Frachten geklagt haben, die fie hinter den Eleveland-Werken zurückstehen ließen? Glaubt man, daß die Mühlhausener Baumwollspinner aus lauter Patriotismus für die Garnzölle den Bezug der Baumwolle über Havre ausgeben würden, daß die Fabrikanten in Elberfeld oder Aachen die australische Wolle lieber über den entfernteren als über den näheren Hasen tn's Land heretnlenken, daß wir z. B. in Frankfurt den Java-Kaffee aus lauter binnenländischem Patriotismus um 3 Mk. theurer bezahlen wollen?" So mehren sich die Anzeichen, daß die bundesräthliche Zollsuppe doch bei Weitem nicht so heiß gegeffen werden wird, wie Herr von Varnbüler fie gekocht hat Aus Bayern, 21. April. Das Aprtlhest der „Zeitschrift des land- wirthschaftlichen Vereins in Bayern" enthält folgende landwirthschaftliche Mit- theilungen: „Allen Nachrichten zufolge sind die Saaten leidlich durch den Winter gekommen und auch die Rcpssaaten sollen gut erhalten sein. Im Herbst haben wir viele junge unentwickelte Saaten gehabt, besonders da, wo wegen Schneckensraß nachgesäet werden mußte, diese haben etwas gelitten. Das Frühjahr kann jedoch noch Vieles gut machen. Im Viehhandel ist offenbar eine Störung eingetreten, die fortwährend drohende Gefahr der Ver- scdleppung der Rinderpest aus Rußland nach Oesterreich und Deutschland wirkt lähmend auf den Unternehmungsgeist. Jedoch scheint sich auch darin etwas mehr Leben zu zeigen." Außland. Petersburg, 19. April. In gestriger Sitzung des Mtnisterialraths wurde die Einsetzung außerordentlicher General-Gouverneure beschloffen. Das heißt mit anderen Worten, über ganz Rußland ist der Belagerunnszustand verhängt, so wie es kürzlich im Astrachan'schen Gouvernement anläßlich der Pest unter LoriS Melikoff und 1863 in Polen unter Murawieff der Fall war. Ein solcher General-Gouverneur verfügt über gleiche Rechte wie der Kaiser, er kann über Leben und Tod aburtheilen, ohne eine Menschenseele darum zu fragen, nur ist er später seinem Kaiser Rechenschaft über alles Thun und Lüsten schuldig. Die Maßregeln, die ergriffen werden, sollen außerordentlich scharf sein. In Petersburg nehmeck inzwischen die Verhaftungen riestge Ausdehnungen an, man zählt heute schon weit über Tausend. Die Unsicherheit ist aber auch im Wachsen begriffen. Solowieff fitzt in der Peterpaulsfestung in einem gepolsterten Zimmer und hat die Zwangsjacke an. Man befürchtet nämluh, daß er sich den Schädel an der Wand einrennen oder sich mit den Zähnen die Pulsadern durchbeißen könnte, daher diese Vorsichtsmaßregeln. Solowieff's Vater hatte früher eine Stellung als Roßarzt bei der geistvollen Großfürstin Helene Paulowna inne, bezog von dieser eine Monatsgage von 10 Rubeln nebst vollkommen freier Station, Licht, Kost, Heizung, Wohnung, für einen Mann dieses Schlages keine schlechte Stellung. Der Sohn Alexander, der Mörder, verdankt seine ganze Erziehung lediglich der Großfürstin, die ihn studiren und erziehen ließ, also direct ober indirect dem kaiserlichen Hause. Depeschen und Briese über den Gang der Untersuchung wider Solowieff wer- den nicht mehr durchgelasten. (P6ln. Ztg ) Telegraphische Depeschen. Wagner'« telegr. «orresponten,. Bureau. London, 22. April. Die Journale veröffentlichen einen Brief Lord Derby's. worin er erklärt, er wolle sich vorläufig von jeder Partei fernhallen. Moskau, 22. April. In Folge des Hochwafiers wurde der Bahn, betrieb für Personen und Eilgüter auf der Strecke Moskau - Smolensk und für Güterverkehr auf der Orel-Witebsk-Bahn eingestellt. Letztere Linie wird voraussichtlich bald wieder betriebsfähig sein. Petersburg, 22. April. Fürst Gortschakoff empfing gestern eine Deputation der hlefigen Schweizer Kolonie, die ihm eine Giückwunsch-Ädrefie für den Kaiser überreichte. Die deutsche, die französische und die italienische Colonie bereiten ähnliche Kundgebungen vor. London, 22. April. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus der Capstadt vom 8. April: General Chelmeford erreichte am 6. April Gmgho- lovo. In einem Gefecht am 2. April wurden 1200 Zulus getödtet. Capltän Wood erbeutete im Basuto-Land 2200 Rinder, 240 Pferde und 3000 Schafe ohne Verluste zu erleiden. Riga, 22. April. Der Boldera-Hafen ist nunmehr auch für Segelschiffe erreichbar. Der Schiffsverkehr ist bereits lebhaft. Konstantinopel, 21. April. Die Convention bezüglich der Occu- patton von Bosnien und der Herzegowina, sowie des Garniionrechtes im Sandschak Novibazar ist heute von der Türket und Oesterreich Ungarn unterzeichnet worden. London, 22. April. „Reuter's Bureau" meldet aus der Capstadt vom 8. b.: 11,000 Zulus griffen am 3. d., Morgens, das Lag-r des Generals Chelmsford bet Gingholovo an, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Am 4. d., Nachts, entsetzte Chelmsford dann Stowe. Der Gesammtoerlust der Engländer besteht in 220 Todten und Verwundeten. Die Zulus verloren an 2500 Mann. Ekowe wurde sodann geräumt. Die Be- satzung ging über den Tugela-Fluß zurück. — Es heißt, die Boers des Transvaal-Landes hätten gedroht, Pretovia zu belagern und den Gouverneur Bärtle Frere als Geißel zu behalten, wenn ihre Forderungen nicht bewilligt würden. Wien, 22. April. Der Kaiser empfing heute anläßlich der Feier der Silbernen Hochzeit die Glückwünsche des österreichischen Episcopats, des Herren- und des Abgeordnetenhauses, der Vertretung der Stadt Wien, der Deputationen von Stadt- und Landgemeinden und Schützenvereinen. — Baronin Neupurg, Gemahlin des Prinzen Gustav von Sachsen-Weimar, ist gestorben. Wien, 22. April, Abends. Beim Empfang der Deputation der Stadt Wien erwiderte der Kaiser auf die Ansprache des Bürgermeisters : Er erinnere sich dankbar des begeisterten Jubels, mit dem sein liebes Wien die Kaiserin vor 25 Jahren beim festlichen Einzug begrüßte. Es sei derselbe Herzenston, dieselbe Liebe und Treue, womit diese mehr und mehr auiblühende Stadt ihn seit seiner Kindheit umgab, welche sie ihm seit seiner Thronbesteigung in Freude und Leid bezeigte und welche sie, so Gott will, seinem Hause auch bewahren und beweisen werde bis zu den spätesten Tagen. Der Küfer dankte schließlich herzlichst in seinem und der Kaiserin Namen, und bim rkte noch, er gestatte diese glänzende Feier ihrer Silbernen Hochzstt nur, um seine warme Theilnahme für die Entwickelung des Gewerbefleißes und der schönen Künste von Neuem zu bekunden. Rom, 21. April, Nachts. Das deutsche archäologische Institut feierte heute den 40. Jahrestag seiner Begründung. — Em Gerücht, welches die Ankunft Menabreas mit der egypttschen Angelegenheit in Verbindung bringt, wird demrnttrt. London, 23. April. „Standard" erfährt, daß die Regierung weitere Verstärkungen, wahrscheinlich 1200 Mann, nach dem Cap senden wird. Lokales. Gießen, 23. April. Aus den Verhandlungen der Großherzogi. Handelskammer Anwesend: Die Herren Homberger, Noll, Georgi, F. C. B. Koch, Liebrich und Silbereisen. Das Präsidium des deutschen Handelstags ersucht anknüpfend an das Rundschreiben vom 21. October 1875 und Bezug nehmend auf das Ergebniß der damaligen Enquete, welches in der Zusammenstellung der Gutachten deutscher Handelskammern rc über die Erneuerung der Handelsverträge und über die dabei besonders zu beachtenden Tarifpositionen niedergelegt ist, unter Mittheilung eines Exemplars der soeben an den Reichstag gelangten Zolltarifvorlaae, dieselbe zu prüfen und die motivirte Ansicht der Kammer im Allgemeinen sowie auch in Betreff derjenigen Positionen des Tarifs mittheilen ru wollen, durch welche Handel und Industrie des Bezirks direkt berührt werden Nach eingehender Erörterung dieser hochwichtigen Frage wird die gewünschte Erklärung durch nachstehendes Antwortschreiben abgegeben: „In ergebener Erwiderung des gefälligen Circularschreibens vom 6. d. M. haben „wir die an den Reichstag gelangte Vorlage geprüft und übergeben umstehend das „Ergebniß in Bezug auf diejenigen Positionen, durch welche Handel und Industrie „unseres Bezirks hauptsächlich berührt werden, mährend wir die Wirkung der neuen „Vorlage und des damit inaugurirten Systems im Allgemeinen nur als durchaus „schädlich und nachtheilig für die Fortentwicklung unserer wirthschaftlichen Zustände „bezeichnen müssen. Durch diese einseitige, mitunter nicht einmal das Verhältnis „zwischen Halbfabrikat und Fabrikationsmaterialien, dem fertigen Fabrikat gegenüber „würdigende Festsetzung vielfach maßlos erhöhter Zölle wird die Revanche des Aus- „landes in einer Weise herausgefordert, welche nicht allein die oirect in Betracht „kommenden Verhältnisse in dem gegebenen Fall nachtheilig berühren kann und die „beabsichtigten Zwecke vereitelt, sondern es kann sich diese auf weitere Gebiete er- „strecken und dazu angethan sein, noch andere nicht in Betracht gezogene Nachtheile „für manche Zweige des Handels und der Industrie und deren Existenzen herbeizuführen. „Der internationale Verkehr wird ohne allen Zweifel durch ein solches System „in allen Fallen gestört, in vielen ganz unmöglich gemacht und in letzteren zugleich „dem inlandifchen eine Wunde geschlagen, welche geeignet sein wird, die Vertreter „der betroffenen Geschäftsbräuchen im Kampfe um den Absatz in dem von der eigenen „Gesetzgebung m unerhörter Weife verkümmerten Gebiet geschäfts- und eristenzlos „die große Anzahl hier beschäftigt gewesener Arbeiter aber brodlos zu machen ' „Ein Zollsystem, welches von solchen Folgen begleitet sein muß, kann nur im „Gegensatz zu dem Paffus in dem (Schreiben des Fürsten Reichskanzler vom „15. December v. I. einer weit größeren Abneigung begegnen, als Schutzzölle für „einzelne Industriezweige, welche um deren Existenzfähigkeit eingeführt werden- Wir „können daher nur der Ansicht bcipfl-chten, daß der erwartete Schutz nicht einmal „allen Zweigen der betreffenden Industrieen zu Gute komme; daß während die „Produktion einzelner Branchen begünstigt würde, andere nicht minder wichtige „Produktionszweige derselben Industrie, welche auf den Bezug ihres Materials aus „dem Auslande angewiesen sind, auf das Empfindlichste geschädigt würden • daß eine „Belebung des Handels im Jnlandc aus der Erhöhung der Hölle nicht'resultiren „könne, dagegen aber die exportbedürftige Industrie theils auf das Schwerste geschädigt, theils sogar daran zu Grunde gehen müßte; daß endlich die mit der „Zollerhebung verbundene Erschwerung des Verkehrs für die Allgemeinheit völlig „die Vortheile aufhebe, welche einzelnen Industriezweigen durch die erhöhten QnUfähe „zugewendet werden sollen. 9 „Welchen Einfluß wir den Zöllen auf Getreide und Vieh im diesseitigen Bezirke „zuschreiben, belieben Sie aus umstehenden Bemerkungen zu den betreffenden Dofi- „tionen zu ersehen. „Unsere früher ausgesprochene Ueberzeugung über die Wirksamkeit von Handels- „oerträgen können wir nur bestätigen und deren Zweckmäßigkeit für die Basis der „Tarisirung der deutschen Zölle unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse bei „der gegenwärtigen Lage der Dinge nur noch mehr anerkennen, wie dies durch unser „Gutachten vom 13. December 1875 geschehen ist". Zu den Positionen des Tarifs, welche den Handel und dieJndustrie des Bezirks direct berühren, wurde nach Vernehmen einer Anzahl Vertreter derselben Folgendes bemerkt. Zu pos. 2. Baumwolle und Baumwollewaaren. I- Die diesseitigen Fabrikanten, welche baumwollene Garne verarbeiten, sind in der Lage, solche nur in rohem Zustande zu beziehen, da sie die Veredlung selbst vornehmen. Es ist conftatirt, daß die deutschen Spinnereien bis zu den Nummern 40/45 den englischen Spinnern, mit welchen sie hauptsächlich zu concurriren haben bei dem bisher bestandenen Eingangszoll von 12 per 100 kg mit Erfolg die Spitze bieten konnten, und wenn trotzdem bis zu dieser Feinheit auch englische Garne bezogen wurden, so lag dies nicht an mangelnder Concurrenzfähigkeit, sondern daran, daß die deutsche Produktion überhaupt noch nicht ausreichte, den inländischen Bedarf zu befriedigen. Wen» in den letzten zwei Jahren die englische Concurrenz sich benachtheiligend fühlbar machte, so hatte dies in der Ueberprobuftion Englands selbst seinen Grund dessen Absatz nach seinen eigenen indischen Gebieten wegen der dortigen Verhältnisse in Stocken gerathen war und zugleich bei seiner hervorragenden Produktionskraft mehr als in allen anderen Ländern krankte. In Folge dessen wurden Lagerbestände von dort mit Verlust, allerdings zum Nachtheil der einheimischen Spinnereien, auf den deutschen Markt geworfen. Diese abnormen Fälle, welche immerhin nur sporadisch »orgekommen sind, berechtigen aber keineswegs zu Maßregeln, welche auf normale Verhältnisse im Allgemeinen nur schädlich einwirken können, in welchen sich die Spinnereien in Deutschland, wie die statistisch n Ermittelungen ergeben haben, vortheilhaft entwickelten. Wenn in den letzten Jahren berechtigte Klagen über ungenügenden Absatz hervorgetreten sind, so konnten diese keinenfalls auf mangelnden Zollschutz zurückgeführt werden, sondern sie waren und sind auch heute noch veranlaßt durch die ungünstige Geschäftslage, welche sich nach allen Seiten hin, auch außerhalb der Grenzen Deutschlands, fühlbar macht. Die höheren Zollsätze auf diese Garnnummern würden zwar den Spinnereien zu Gute kommen und diese bereichern, aber die Fabrikanten der Branche schädigen und concurrenzunfähiger machen. Der Waarenexport würde leiden und theils aufhören, diese Produktion auf den Verschleiß im Inland angewiesen werden und damit der Markt überführt sein. Die Zustände würden dann keine Besserung, sondern eine bedeutende Verschlechterung erfahren haben, die Fabrikation müßte beschränkt und in Folge dessen Arbeitermassen entlassen werden, womit sich die Steuerkraft vermindert und der Pauperismus erweitert hätte. — Wir können daher eine Erhöhung des Zolles von 6 JL, wie sie durch den Satz von 18 .M. von Nr. 19—45 engl. geplant ist, al? vollständig ungerechtfertigt, nur auf's Entschiedenste verwerfen, wohingegen wir einer mäßigen Erhöhung der Zölle auf die höheren Garnnummern, jedoch auch in möglichst beschränktem Maße nicht entgegentreten wollen, da erwiesen ist, daß in den feineren Nummern sich die deutsche Spinnerei noch nicht dis zu vollständiger Concurrenzfähigkeit der englischen gegenüber entwickeln konnte. Zu d. 2. Die Inhaber einer hiesigen Corsettenfabrik berichten, daß die Erhöhung des Eingangzolls auf gefärbte, feine baumwollene Drells von 96 auf 120 sie int höchsten Grade schädigen würde, ebenso wie dies bei dieser sehr umfangreichen und bedeutenden Fabrikation im übrigen Deutschland der Fall wäre. Sie würden der französischen Concurrenz durchaus nicht mehr begegnen können, welche den deutschen Markt mit ihrem Fabrikat beherrschen wird, weil diese keinen höheren Zoll zu erlegen hätte, als der Drell, welcher für sie im gegebenen Fall als Halbfabrikat zu betrachten sei. Da ein Surrogat für diese Zwecke in Deutschland nicht zu haben sei, so würde die Fabrikation dieser feineren Maare zu Gunsten der französischen Concurrenz und zum Nachtheil der Steuerkraft der inländischen Industrie und der in dieser beschäftigten Arbeiter eingestellt werden müssen. Diese würde genöthigt, ihre Produktion auf die Anfertigung mittlerer und billigerer Qualitäten zu beschränken und ihren Betrieb derart zu vermindern, daß die Branche, welche trotz der Ungunst der Zeitverhältniffe noch eine blühende genannt werden darf, einen sehr großen Theil ihrer Bedeutung verlieren würde. — Bezeichnend für den Vorzug von Handelsverträgen gegen autonome Zolltarife ist es hier, daß fertige Corsets nach Frankreich eingeführt einem Werthzoll'von 15% unterliegen, welcher per Dutzend ä 50 Frcs. .... 7 Frcs. 50 Cts. ii ii ä 75 „ .... 11 „ 25 „ „ „ ä 100 „ .... 15 „ betragt, während alle Qualitäten bei der Einfuhr nach Deutschland jetzt bei 96 JL per 100 kg nur 2 Jt. 88 H bezw. 3 Frcs. 60 Cts. und nach der neuen Vorlage bei 120 JL per 100 kg nur 3 JC. 60 4 bezw. 4 Frcs. 50 Cts. kosten. Zu pos. 9. Getreide und andere Erzeugnisse des Landbaues: a. Weizen, Hafer und Hülsenfrüchte, sowie nicht besonders genannte Getreidearten, b. Roggen, Gerste, Mais und Buchweizen, c. Malz, pos. 25g. 1. Fleisch, ausgeschlachtetes, frisches und zubereitetes, g. 2. Mühlenfabrikate aus Getreide und Hülsenfrüchten, pos. 37b. Eier von Geflügel, pos. 39. Vieh. Gegen diese Zölle müssen wir uns ganz entschieden aussprechen, da sie noth- wendiger Weise die Lebensmittel vertheuern und auf den Verkehr hemmend einwirken. Sie würden die Gesammtheit der Bevölkerung, insbesondere aber die mittleren und ärmeren Classen schädigen, welche ohnehin durch die übrigen neu zur Einführung kommenden indirecten Steuern weit über ihre natürliche Steuerkraft hinaus betroffen werden. Weiter müßten sie die Arbeitslöhne für dieJndustrie und die Landwirthfchaft, um die Mittellosen Arbeiter existenzfähig zu erhalten, in einer Weise steigern, welche die Concurrenzfähigkeit dem Auslande gegenüber schwächen und die Vortheile, welche einzelnen Bezirken aus andern Zöllen erwachsen, wieder vernichten würden. Die Einwirkung eines Zolls auf Gerste und Malz zur Bierfabrikation würde wiederum nur für das Inland, bezw. sämmtliche Consumenten, dadurch eine höchst schädigende sein, daß dieses beliebte und nothwendige, allen, insbesondere aber den mittleren und niederen Ständen zum Bedürfniß gewordene Genußmittel entweder um die Hohe des Zolls treuerer bezahlt oder bei der Abneigung gegen den Mehraufwand in einer geringeren Qualität geliefert werden müßte, welcher- Nachtheil noch durch die beabsichtigte Erhöhung der Brausteuer um 2 für den Ctr. Malz verschärft würde. — Den Gerstenbau Deutschlands, dessen Erträgnisse zum größten Theil für Brauzwecke verwendet werden, hat noch in keinem Jahr, selbst in den günstigsten nicht, eine lieber-- production geliefert, es mußten vielmehr stets noch 25% des Bedarfs aus dem Ausland, namentlich aus Böhmen und Mähren, bezogen werden, deren Gewächse ihres reichen Stärkemehlgehaltes und ihrer dünnen, feinen, leichtlöslichen Hülse wegen für die Herstellung feinerer Biere vorzugsweise bezogen werden. Erschwert man dem deutschen Braugewerbe den Bezug des Rohmaterials durch weitere Belastung, so schädigt man damit eine Industrie, die an Umfang wohl von keiner andern übertroffen wird, und damit zugleich die Kohlen-, Eisen-, Holzindustrie, sowie die Spund-, Faß- und Korksabiikation. Es ist sogar zu befürcht n, daß man bei Einführung der beabsichtigten Eingangszölle und der erhöhten Malzsteuer Erfahrungen machen wird, wie sie im 3. und 4. Jahrzehnt dieses Jahrhunderts in Preußen gemacht wurden, in deren Folge eine große Zahl von Brauereien sich genöthigt sah, den Betrieb einzustellen. Zu pos. 13. Holz. Von Seiten der Betheiligten wird es für dringend nothwendig erklärt, daß Gerberlohe sowohl, wie auch Bau- und Nutzholz unter 1 und 2 keinem Eingangszoll unterworfen werden, weil erstere einer Industrie unentbehrlich ist, welche bei deren Vertheueruna nachtheilig beeinflußt würde, ohne daß diese einer inländischen Production wesentlich 3*4 Gute kommen könnte und die Belastung letzterer Gegenstände sämmtliche Consumenten in bedeutend größerem Maße schädigen, als die verhältnißmäßig weit geringere Zahl der Producenten begünstigt würde. Es stünde das Ergebniß dieser Zölle in keinem Verhältnisse zu den Schwierigkeiten und Kosten der erforderlichen Controle und würden damit viele Sägewerke und damit der Holzhandel verkümmern und die in dieser Branche beschäftigten Arbeiter vielfach brodlos. Zu pos. 14. Hopfen. Die beabsichtigte Zollerhöhung dieses landwirthschastlichen Productes ist unter allen Umständen vollständig zu verwerfen, da in den Jahren 1869—79 die Ausfuhr die Einfuhr um 1,243,494 Gentner überbot, während in diesem Zeiträume die erstere 1,594,283 Gentner erreichte, betrug die letztere nur 350,789 Gentner. Führen Oesterreich und England als Gegenmaßregel ersteres erhöhte und letzteres neue Zölle auf Hopfen ein, so wird der Hopfenbau und Hopfenhandel ohne den geringsten Anlaß und zum größten Nachtheil für die deutschen Interessen unterdrückt, um so mehr, da demselben aus dem englischen Markt in dem nordamerikanischen und californischen Gewächse bereits eine kaum zu bewältigende Concurrenz' erwachsen ist. Für das Brauereigewerbe -selbst wäre die Erhöhung des Zolls von Hopfen, dessen Preise sich für hochfeine Qualitäten, je nach guten oder schlechten Ernten zwischen 170 und 600 bewegen, von keinem Belang. Zu pos 22. Leinengarn, Leinwand und andere Leinenwaaren. Für Leinengarn können wir eine Erhöhung der bisherigen Eingangszölle ebensowenig befürworten, wie für Banmwollegarn, weil die deutsche Spinnerei hier ebenfalls dem Auslande die Spitze bietet, was die Rentabilität derselben genugsam nachgewiesen hat- Es würde also auch hier zu Gunsten der verhältnismäßig geringen Anzahl Spinner die sehr umfangreiche Weberei, deren Bedeutung durch die sehr erhebliche Fabrication gemischter Maaren sich noch sehr wesentlich erhöht, sowohl i.n heimischen, wie auch im internationalen Verkehr in einer Weise geschädigt, deren Folgen nur die drückendsten für diese und auch indirect für die Spinnereien selbst werden könnten. Ist es, wie von Fachkreisen hervorgehoben wird, erwiesen, daß die Großziehung der Herstellung von hochfeinen Nummern in Deutschland bei den bisherigen Zöllen nicht möglich war, so könnten wir für diese eine angemessene Zollerhöhung zulassen. Zu pos. 25. Kaffee und Reis. Diese Cerealien, welche ein gewohntes Nahrungsmittel auch der unbemittelten Classen der Bevölkerung sind, möchten wir nicht von einer Steuererhöhung betroffen sehen, ganz besonders nicht den letzteren Artikel, welcher in Zeiten der Noth durch Mißernten stets ein wshlthätiges Surrogat für die nothwendigften Lebensmittel Kartoffel, Brod rc. bildete. Tabak. Der Tabaks- und Cigarrenfabrikation, welche in unserem Bezirk in sehr großem Umfang vertreten ist, soll eine höhere Besteuerung auferlegt werden, welche nach den vlsherigen, weitgehenden Verhandlungen nicht zu umgehen sein wird. Wir hatten schon bei Beginn der letzten Bewegung auf diesem Gebiete die Gewichtssteuer, welche nunmehr auch durch die Schlußabstimmung der Enquete-Commission empfohlen ist, in emer Eingabe an den Reichstag als das am wenigsten schädigende System bezeichnet, aber zugleich betont, daß es für die Erhaltung dieses hochwichtigen Privatindustriezweigs ^uumganglich nothwendig sei, die Besteuerung möglichst niedrig zu greifen und den Ai^ikel nicht allem dazu anszuersehen, die Bedürfnisse des Reichs zu decken. Inzwischen haben die bekannten Erhebungen in dieser Frage stattgefunden, welche endlich seitens des Bundesraths den Vorschlag eines Zollsatzes in der Höhe von 60 per Centner ^.^./"sultat hatten. Diese Belastung würde aber nach sorgfältiger Prüfung auf das Höchste nachtheilig und beeinträchtigend auf die Fortentwickelung der Industrie wirken und deßhalb keineswegs die Höhe der Einnahmen für den Fiskus ergeben, welche man fich davon verspricht. Schon der Satz von 42 per Centner für fremdländischen Tabak, den die Camphausen'sche Regierungsvorlage seiner Zeit als das Ziel dieser Besteuerung bezeichnete, würde hemmend auf die Fabrikation einwirken, aber im Ver- Äleich zu dem erstgenannten Vorschläge noch einigermaßen als erträglich bezeichnet werden können. Eingesandt. _ Dem Einsender des letzten Nachversteuerunqsartikels scheint es entfallen zu sein, daß wir als Organ der hiesigen Arbeiterbevölkerung bereits früher mit einer nahezu 2080 Unterschritt« tragenden Petition unseren Standpunkt dem Reichstag erörtert haben und wird derselbe nicht erwarten, daß wir ibm wegen unserer jüngsten klaren und unverbüllten Petition weitere Auseinander, etzunoen machen. Unser Programm war von Anfang: Opposition gegen jede Steuer- erbohung! Dem anonymen Einsender ist jedoch nicht damit gedient, daß es beim Alten bleiben soll. Es ist allgemein dankend anerkannt worden, daß wir die bis jetzt hier ganz unberücksichtigt gebliebenen Interessen des Arbeiterstandes in Vertretung genommen haben und wird es auch ferner unsere Aufgabe bleiben, zur Erhaltung der Industrie und nicht zur Förderung einseitiger Interesien unseren Ansichten berechtigten Eingang zu verschaffen. ______Das Tabaksteuercomite. I . . . .Die ferner in Aussicht gestellte LIcenzsteuer erscheint als eine weitere Bclastuna d-s bedrohten Artikels und als Doppelb.steuerung des handelstreibendenÄrifnms unser allen Umständen gänzlich nerwerflichs ebensa° wie di- Oep[QntS ^heiligten m ihrem wohlerworbenen Rechte des Besitzes und bres lAe- schastsbe nebs in unerhörter und ganz unberechtigter Weise beeinträchtigen würde @ Wenn auch die oeiden letzteren Punkte die Eingangszölle an sich nickt berühren io glauben wir doch, dieselben hier nicht übergehen zu sollen, da sie die beabsicktiate Belastung des Artikels noch näher und mehr kennzeichnen. $ $ Zu pos. 29. Petroleum. ■ rr_ ^ch dieser Artikel sollte mit keinem Eingangszoll belegt werden, weil er ebenfalls vorzugsweise ein Bedürfniß der mittleren und ärmeren Stände ist: — will man aber nicht gänzlich von einem solchen absehen, so dürfte cS doch erforderlich erscheinen aus die,er Rücksicht den vorgeschlagenen Zoll von6^L auf höchstens 3 zu reducircn! Zu pos. 31. Seife und Parfümerien. Nach Mittheilungen hiesiger Fabrikanten können die beabsichtigten Zollerhöhungen nur höchst nachtheilig auf die innere Production sowohl, wie auf den internationalen Verkehr wirken, weßhalb auch diese absolut zu verwerfen sind. . 23 April. Der heutige erste Musterungstag ließ sich für die Gestellungs- pfltchtigen aus dem schonen Daubringen böse an. Ein schwer betrunkener Bursche, welcher sich einem Schutzmann tbätlicb wideisetzte, gab dadurch zu seiner Verhaftung Anlaß. Seine Kameraden glaubten denselben befreien zu sollen und so entstand denn vor der Polizeiwache in der Schloßgaße eine sehr ernst- Ruhestörung, bei welcher 7 Rekruten verhaftet und geschloffen nach dem Arresthaus verbracht werden mußten. Die Suppe dürfte für die Schuldigen etwas versalzen ausfallen. 3 ~ 3n biesiger Stadt ereigneten sich in der Woche vom 13. bis 19. April 11 Todes- faHe. Es starben nämlich 7 erwachsene Personen (3 an Altersschwäche, je eine an Schlagfluß Gehirnentzündung, Bronchienentzündung und Wassersucht) und 4 Kinder. Von diesen letzteren befanden fid) ?toet im ersten Lebensjahre, welche beide einer Lungenentzündung erlagen; ein S,nb von 2 Jahren starb an Krämpfen und ein von auswärts in die hiesige Klinik verbrachtes Kmd von 4 Jahren an Diphtheritis. q. Allgemeiner Anzeiger. Aeikgeöotenes. 2764) Ein neu gezimmerter Holzbau (Lstöckiges Wohnhaus mit Kniestock) zum Aufschlagen bereit, ist Verhältnisse halber unter günstigen Bedingungen billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl -Xnaljen^liijügc in reicher Auswahl empfiehlt Carl Heuzeroth, 2765)________Marktplatz.______ 2783) Eine Gartenhütte mit Spalier preiswürdig zu verkaufen bei ________I. Köhler I im Gactfeld. ~ Herrenhemden, Kragen u. Manschetten in den neuesten Fayons bei (2766 Carl Heuzeroth, Marktplatz. zdfin im vorigen Jahre erbautes Wohn- haue mit Garten, ca. 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X XXXXXXMXXXXXXMXrEXMXUXUXXX Frische Karpfen empfiehlt die Delicatessenhandlung von 2750)__________Carl Schwaab. Bauschule zu Dillenburg. 841) Eröffnung des Sommer-Semesters am 5. Mai. — Prospecte und nähere Auskunft ertheilt gratis und franco der Director ____________________________________N Schoenebeck. Das Bureau für Stellenvermittelung des Kaufmännischen Vereins, Frankfurt a. M. 386) (unter Patronat der Handelskammer), besetzte in den lebten 4 Jahren über 3300 EommiS- u LehrlingSftellcn (auch ______________ für Nichtmitglieder). ■■■■ Man wolle genan auf die Firma achten. ■■■■■ Folgende französische Delicatessen sind eingetroffen, als : Variantes (Mined pikels von Gemüsen und Früchten), Oliven von Uizza in Salzwasser, Püree de tomates (Paradiesäpfel), CrÖteS de coq, (Hahnenkämme), (2785 Rognons de coq (Hahnennieren), kleine grüne Tafel-Essig-Gürhchen, kleine weisse Essig-Z wiebeln, aromatischer Tafel-Essig, dof>pelt rectificirt, -Petits pois extra a la "V"atel (kleinste hochgrüne Tafelerbsen, in Büchsen, in 4 Qualitäten), Champignons ä la Lucullus, in Wasser, Champignons in Estragon-Essig, Mock Turtle SOUP, Real-Turtle ZSdEeat (Schildkrötenfleisch), und empfiehlt solche die lieliealessen-Haiidluiig von Schicaab. FABRIK es TS « 2 = CD ca o. p> 552 CD >c/> = — L =; CD ™ O 3 =T CD Das beste und billigste Mittel zum Waschen und schnellenkReinigen von Weisszeug, Stoffen, Glas, Geschirr, Marmor, Silberzeug, Händen; sowie zum Scheuren der Fussböden und angestrichener Gegenstände eto. etc. Garantirt frei von allen schädlichen Substanzen. Blendend weisse Wäsche ohne Bleiche. Zu beziehen in Packeten von 100, 250 und 500 Gramm ä 15, 3j und 65 H durch alle Colonial- und Material-Waaren- Handlungen. Haupt-Niederlage für Frankfurt a. M. und Hessen-Nassau: 869) Krapf & Hofer, Frankfurt a. M. 2.' // ufb fM*h Da mir seit 15. d M. die Lehrschmiede in der Großh. Veterinäranstalt dahier zum Betrieb des Huibeschlaggeschaftes übergeben worden ist, erlaube ich mir, mich den Pferdrbesitzern bestens zu empfehlen. Während meiner früheren Thät'gkeit in Nord-Deutschland, in der Königl. Lehrschmiede zu Hannover und als Beschlagschmiedemeister bei Herrn Krupp in Effen habe ich mir hinreichende Ktnntnisse erworben, um den an mich gestellten Anforderungen allseitig genügen zu können. Hochachtungsvoll Ernst Mohrmann 2555) Lehrfchuried in der Großh. Veterinäranstalt. WVT a a■ auf alle Hauptplätze von Amerika sind stets zum Tage». dV vVUSvl CourS zu haben bei C. W. Miete. (59 Grosser Ausverkauf. Baulicher Veränderungen w gen, sehe ich mich veranlaßt, lammtlichk Waaren-ßorräthe einem Ausverkauf aus- ?ufetzen. Gan) besonders mache aus eine sehr große Auswahl in Kleiderstoffen, per Meter zu 50, 70 u. 85 Vfg. hochfeine Lachen 1 Mk. u. 1 Mk. 15 Psg., aufmerksam, Ca tun von 26 Pfg. per Meter an big ;u den feinsten' Cnchemir, Blaudruck, Barchent, Bettzeug, Leinen u. Gebild, Shirting, Tuch u. Buckskins Hofenzeug u. Hofendretl bedeutend untcrm Preis. MusterKarte wird während des Ausverkaufes nicht ausgegrden. 2^)Äugtest JJoutuuus. Bekanntmachung. 2769) Unter Bezugnahme auf bie Art. 34 und 35 res Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen ftemnmfc gebracht, daß bie Handelsgesellschaft Gebrüder Buderus jur Main-Weser-Hütte bei Lollar unterm heutigen Tage mit dem Ajen- und Mai.ganerchergweike „HaideröSchen" in der Gemarkung Inheiden, Kreises G-eßen, mit einem Felde von 510372 Quadratmetern brliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes d.s Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichiliche Kl ige geg.n Den Berg werksetgenthürner geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situattonsciffes bet der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 29. März 1879. Großh. Ober-Forst- und Domänen -Direction, Berg-Abtheilung. Bose. Tecklenburg. OessentlicheAufforderung 2730) Die Ehefrau des Heinrich Schäfer in Hattenrod hat in dem über das Vermögen ihres Mannes eingeleiteten Schuldenwesen mit den gerichtsbekannten Gläubigern desselben am 5. März d. Jahres ein Arrangement abgeschloffen, deffen Einsicht auf dem Actuariate des unterzeichneten Gerichts den Jntereffenten gestattet ist. Ansprüche jeder Art an den Ge metnschuldner und Einwendungen gegen dieses Arrangement sind innerhalb 14 Tagen vom Tage des ersten Erscheinens dieser Verfügung an gerechnet, geltend zu machen, widrigenfalls das Arrangement bestätigt und in Vollzug gesetzt werden wird. Zugleich wird dem unbekannt wo abwesenden Gemein,chuldner Heinrich Schäfer aufgegeben, etwaige Einwendungen gegen dieses Arrangement binnen gleicher Frist dahier vorzubringen, widrigenfalls ein Curator für ihn bestellt und mit diesem das weiter Geeignete verhandelt und beschlossen werden wird. Endlich wird Jedermann gewarnt, dem Heinrich Schäfer etwas zu borgen sowie überhaupt Rechtsgeschäfte mit demselben abzuschließen, da deffen Ehefrau für nichts haftet. Lich, den 8. April 1879. Großherzogliches Landgericht Lich. Weyer. Urtheil. In Untersuchungs'Sachen gegen Ludwig Vogel I. in Mainzlar wegen Beleidigung. 2776) Wird nach stattgehabter Untersuchung, Verzicht des Angeschuldigten auf Führung schriftlicher Vertheidigung und in Erwägung daß re. zu Recht erkannt: Der Ackersmann Ludwig Vogel v. Mainzlar, 44 Jahre alt, verheirathet, evangelisch, wird wegen Vergehens der Beleidigung S 85 des deutschen Strafgesetzbuchs, verübt wie oben angegeben, in eine Geldstrafe von 10 Mark event. 3 Tage Haft, sow'e in alle Untersuchungskosten verur- theilt. Zugleich wird dem Ankläger die Befugniß zugestanden, auf Grund des $ 200 des deutschen Strafgesetzbuchs, innerhalb 14 Tagen von Zustellung des Bescheids an gerechnet, den decisioen Theil desselben in dem „Gießener Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. V. R W Gießen, den 8. April 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen. Or. Trapp. Dr Löwe. Beschluß. Abschrift des Urtheils wird dem Ludwig Schlapp IV. von Mainzlar zugefertigt. Gießen, den 8. April 1879 Großherzogl. Landgericht Gießen. Langer mann. 2781) Oie Holzversteigerung in der Oberförsterei Schiffenberg vorn 17. und 18. b. Mis. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können von Samstag den 10 Mai 1. I. bei G oßuerzogl. Rentamt G-eß»n erhoben werden. Überweisung des Holzes und erster F d tag: Montag den 12. Mai l. I. Gi<ß,n, ten 23. Apl l 1879. Großh. Ob r först rei Schiffenberg. I V. d. O.: ^Joseph, Forsiacc ssist. Hostversteigerungen. 2701) In der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeich netes Gehö z an Ort und Stelle versteigert werden: 1. Dienstag den 29. April d.M. in den Districten „ Ei ch r ls b erg „Altenberg , u. „G undwald" 95 Rmtr. Buchen-, Eichen-, und Tannen-Prügelholz, 77,5 „ Buhen-, E chen - und Tannen Stockholz, 11230 Wellen Buchen , Elchen- und Tannen Reisholz, 60 E'chen-Stämme von 20 — 56 cm Durchmesser und 5—12 m Länge mit 44 31 fm, 12 Radelholz-Siämme mit 6,06 fm, 73 S ück Eichen-, Eschen- und Birken-Stangeu für Wagner. 1075 StückFichten-Staugen zu Sparren und Leiterbäumen geeignet. Die Zusammeiikunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im District „ Eiwelsberg" zunächst dem Teich und wird Mittags gegen 1 Uhr die Versteigerung im District „Altenberg fortgesetzt. 2. Donnerstag den 1. Mai c. Morgens 9 Uhr in dem District „Windelbach" Abtheilung Sckwarzloch anfangend: 32 Rmtr. Bucken - Scheitholz 1 Klasse, meistens zuFelgen tauglich, 55 Rmtr. Buchen. Prügelholz, 0 „ Aspen-Prügelvolz, 59 „ Bucheu-Stockholz, 9850 Wellen Forstreiser 1. Klaffe, 12 geringe Eichen-Stämme mit 2,14 fm, 351 Stück Eichen-Stangen. Hohensolms am 19. April 1879. Fürstliche. Oberförst'erei Hohensolms. _____Dörmer, Revierförster. 281) Getragene Kleider, Stiefel, altes Geld, Gold und Silber, Antiquitäten, Oel- gemalde, Zinn rc. kauft Louis Rothenberger. Neuenweg 193. 2760) Ein kräftiger Junge für Hausarbeit gesucht. Restauration Busch. Bekanntmachung. Die Lieferung der Kleiderstoffe für arme Confirmanden soll im Submisfionswege vergeben werden und sind Offerten mit Mustern biS zum 3. Mai l. I. bei Herrn Hospitalverwalter Nehm eher, welcher jede gewünscht werdende Auskunft erthe lt, verschloffen einzureichen. Gießen, am 21. April 1879. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A B r a m m. Arbkilbverflkigerung zu Trais a.d.Löa. 1) Maureiarbeit, veranschlagt 10 zu 11 eingeladen, sich um die bestimmte 221 1020 130 460 56 2) Schreinerarbeit, 3) Schlofferarbeit, 4) W ißbinderarbeit, 5) Spenglerarbeit, Steigliebhaber werden H H n ii ii Stunde im II ii Brenne rffchen Wirthfchaftslocale zu Trais a. d. Lda. einzufinden, woselbst der Voranschlag und Steigbedingungen 1 Stunde vorher einzusehen sind. Trais a. b. Lda., am 21. Apr'l 1879. Mittwoch den 30. April d. I., Nachmittags 2 Uhr, kommen nachstehende, zur Reparatur der Synagoge daselvst, nötyigeu. Arbeiten zum öffentlichen Ausgebot, nämlich: 2791) Der israelitische Vorstand. Mar k u s H a m m e r s ch l a g. Wermietßungen. 2790) Ein Familienlogis zu vermiethen ___________bei Jacob Dörr, Mühlgasse. 2784) Zwei möblirte Zimmer zu oer- mietben. Alicenstraße E 104. 2788) In der Nähe der Klinik und des chemischen Laboratoriums, Frankfurterstr. Nr. 41, sind möblirte Zimmer zu vermiethen. 27/9 Ein möblirtee Zimmer zu ver- mb then. I Kohlermann, Mäusburg D. 12. 2778) Der muttere Stock meines Hauses ist zu vermiethen LouiS Scharmann, Uhrmacher. 2767) Em freundlich möblirtes Zimmer zu vermiethen bei PH. LampuS, Grünbergerstraße. 2775) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Bäcker Kuhn._______ 2772) Das seither von Herrn Fabrikant Georgi bewohnte Logis ist per 1. Juni anderweit zu vermiethen. ________K »rl Bergmann, Gartfeld. 2771) In meinem Voiderhaus ist ein Logis von 4 Zimmern, Bodenkammer, etwas Grabland und Bleichplatz zu ver- miethen. I. Gg. Unverzagt, vis-ä-vis Pöschel's Bierhalle. 2543) Ein im Bügeln und Ausbessern von Weißzeug und bgi. erfahrenes Frauenzimmer sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. 9tahe-.es bei I. Rothenberger Lindenplatz._______________________ Gesuch. 2782) Unterzeichneter wünscht für seinen Sohn, 16 Jahre alt, eine Lehrstelle in einem Manufacturgeschäft in der Nähe. Friedrich Noethe, Apotheker, __________________Frohnhausen.________ 2786) Ein bis zwei junge Leute, welche die nöthigen Vorkenntnisse besitzen, können in ein hiesiges Fadrikgeschäst, das ihnen alle Mittel zur kaufmännischen Ausbildung bietet, als Lehrlinge eintreten. Nach Verfluß des ersten Jahres werden dieselben entsprechend salarirt. Anträge befördert sub K 1 die Exped. dieses Blattes._____________________________ 2780) Ein Junge in die Wirthschaft sucht L. Lony, Marktstraße._____________ Lehrliugsstelle. 2777) Ein wohlerzogener Knabe, welcher Lust hat die Conditorei zu erlernen, kann sofort eintreten bei A. G. Kochs Nachfolger in Wetzlar. 2763) Ein Zimmer mit Eabinet oder zwei Zimmer, nahe der Klinik, E. 28, zu vermiethen______ 2762) In der Nähe der Köln-Mindener- und Main-Weser-Bahn ist eine aus 2 Zimmern und allem Zugehör bestehende Wohnung billig zu vermiethen- Näheres bei der Exped. d. Bl-______________________ 2774 Zu vermiethen Zimmer an Gymnasiasten und Realschüler, mit und ohne Kost, habe ich stets Aufträge. Weidenhaus, Dienstmann. vermischte Anzeigen. 2792) Schüler, welche hiesige Lehranstalten besuchen, finden gute und billige Aufnahme. Näheres im Bramm'schen Vorderhaus, (Neustadt) 2. Stock.________ Militär-Handschuhe gewaschen und reparirt bei (2637 Frau Hüttenberger, __Griinbergerstraße Nr 147. 2789) Ein gut empfohlenes Mädchen, das durch den Tod seiner Herrschaft stellenlos geworden ist, sucht auf sofort ein anderes Unterkommen. Zu erfragen R ichensand C. 121_____________________ 319) Lumpen, Werg, Flaschen undZei- tungspavier kauft Louis Rothenberger, Neuenweg 193. 2581) Ein anständiges Mädchen aus guter Familie, gewandte Verkäuferin, sucht Stelle in einem Laden, gleichviel welcher Brauche^ Schriftl. Off. 0- K postlagernd. 2685) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei Bäcker Stetnberper. 1 Strohhüte werden gewaschen, gefärbt und fa^onnirt, E. L. Gail, _______________________Schulstraße 19. 2453) Von heute an wird geschnitten: Stammholz zu 32 H per QWr. (2 H per lDFuß), Brennholz zu 1 per Rmtr. bei H. Keck. von ausgekämmten Haar werden für 1 M. gemacht Für gute dauerhafte Arbeit wird garantirt. (2622 Val. Reuter, Friseur, ___Kaplansgafse Nr. 233 I Schwache u Rervenleidende, welche angenehmen u. billigen Landaufenthalt suchen, finden vollständiges Pensionat (auch Bäder) auf Johannisberg b. Fulda. Adresse: Wittwe Hofräthin Pfennigkauffer. W ohnungs-V eränderung. 2541) M'iner werihen Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Anzeige, daß ich von beute an aus dem Marktplatz bei Herrn Metzgermetster Gtuard Plank wohne. Gießen, den 15. April 1879. Louis Bourgeois» Herrnkleidermacher. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — D^uck und Verlag der Br ühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu eine Beilage.