Nr. 70 Gnies Blatt Sonntag, den 23. Marz 1879 79; Wisers. Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Gießen, den 21. März 1879. allermeister. hen Abnehmer ät des Kaisers d ergebtvst uck. jen Publikum machen, daß föstraße ein Mit, PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh,r. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. m verebriichen ln empfehlende ltbeliebten Metz Glas limw« t». 2ä. Marr- LokateS. ^0X8- Unseres Kaisers Geburtstag wurde gestern Abend durch großen Zapfenstreich des kiesigen Regiments cingeleitet. Heute Morgen 9 Uhr war Gottcsd.enst in 8Ur r?ol)en Fkier des Tages. Nach dem Gottesdienst fand große Parade auf Oswalds Garten statr Im Einhorn wird heute Mittag das offteielle Festessen stattstnden, wahrend in Wen zel's Garren und im Hotel zum Rappen sich zahlreiche Patrioten beMtaenO Taa^s ^/^inigen. Auch der Kr.egerverein läßt es sich nicht entgehen, den Concert anangirt^ fnern Unb bat ^"sklbe auf heute Abend im „Gambrinus" ein Festr ,ib& Morgen wurde auf dem Hvfgericht ein Zeuge wegen Verdacht des Meineids aus der Stelle verhaftet. Bettler und 2 Dirnen, sowie ein Obdachloser, wurden im Laufe des gestrigen Tages beigesteckt. D . n Zollamte verunglückte vorgestern ein Arbeiter beim Aufladen von Tabaks ballen in die Niederlage. Derselbe stürzte durch einen Aufzug ca. 30 Fuß in die Tiefe. Mangel an Schutzmaßregeln soll an dem Unfälle Schuld sein. KevactionSbuveair r I «xpeditionSbureau t j qgpijmwfiiw»——■■■........■■■»- Iler s» VortraS®' w A 4 M U»1* Gesterreich. ^jkgedin, 20. März. Vorm. Die Obdachlosen sind nunmehr fast ammllich außerhalb Szegedins untcrgebracht; tue Evacuattonszüge weiden vor- ussichlllch morgen eingestellt. Die Bahnverwaltungen tieffen Vorkehrungen zur Wiedereröffnung des Verkehrs, .doch wird derselbe erst nach Wcchcn in geregelter Weise möglich sein. Auch das Militär soll bald theilweise abrück,n. In der Leichcnkammer sind wiederum 35 Leichen ausg,stellt. Das hiesige Blatt „Szegedtn N.rplo" beginnt bereits wieder zu erscheinen. Einige Ge- schäste wurden bereits eröffne,. Die Geldinstitute und Privatkaflen erbitten Geldvorschüffe von den Regierungen. Auch einiger Marktverkehr beginnt längs des Theißdammes. Der Rest der Bevölkerung rafft sich allwählig aus der Apathie auf; man versucht, die übrig gehliebeuen Häuser zu stützen und Laufbrücken einzurichten. Die Vertheilung der geschenkten Kleider ar, die Nothlei. denden wird jetzt systematisch vorgenommen. Zwei Waisenkinder, die beim Raumen unter den Trümmern gefunden wurden, sind sofort von dem Eom- miffckr Kende und dessen Bruder adoptirt. Als Ceutralstelle der Sammlungen ist das Ministerium des Innern in Pesth eingerichtet. Im ganzen Ueber- schwemmungs-Gebiet ist das Wasser während der letzten 24 Stunden um 10 (Zentimeter gefallen. Aus SzenteS, Csongrad und Vafarhelv lauten die letzten Nachrichten gleichfalls gut. (Bert. Tagebl.) Arankreich. Paris. Die kürzlich amnesttrten französischen Verurtheilten aus den Comunetagen werden, wie es heißt, am 5. Ium von Noumea abfahren, am 5. August die Reise von Port Said aus sortsetzen und etwa am 28. August in Toulon eintreffen. Nur sehr Wenige von ihnen kehren In einigermaßen geordnete Verhältnisse zurück, die es ihnen g.statten, ohne auf die Unteistützung der Stadt Parts zu rechnen, zu existiren. Dte frühere Nativnal-Versammtung hatte bekanntlich unkluger Weise beschlossen, daß Zwangsarbeit nicht für politische Verbrecher einzuführen sei. Sie haben dte ihnen zukommenden Rationen sich geben lassen und im Uebrigen in elenden Hütten in den Tag htneingelun- gert und anscheinend auf den Tag der Erlösung gehofft, die ihnen in der That geworden ist. Danach scheint es fast, ols ob diejenigen Recht behalten sollen, welche in der Bereicherung der Stadt Paris durch mehrere Tausend agitatorischer Müßiggänger keine besondere Bürgschaft für die Aufrechterhal- tung der Ruhe erblickten ■ VlUlsjj. KT 1 Hause, Eäe bschaft er- Großherzogliches Ministerium des Innern hat dem Pferdemarkt-Comits in Cassel die Crlaubniß zum Vertrieb von 500 Loosen rm Großherzogthum Hessen für die Verloosung ertheilt, welche am 26., 27. und 28. Mai l. I. mit dem Pferde- und Rindviehmarkt rn Qsallel verbunden werden soll. ständigen Regierung in Elsaß-Lothringen. Schneegans hebt bet Begründung des Anträge« hervor, daß früher entgegenstehende Hindernisse jetzt nicht mehr beständen. DaS Wohlwollen des Reichskanzlers für die Reichslande habe wiederholt denselben eine selbstständige Regierung verheißen. Redner beleuchtet die jetzigen Derwaltungsverhältnisse Elsaß-Lothringens und beklagt daß die Centralregierung der Reichslande sich in Berlin befinde. Dte große Anzahl Instanzen bringe nur Verwirrung und fördere die Rechtsunsicherbeit, welche auf allen Gebieten hcrvor- trete Die Elsaß^Lothrtnger würden noch immer als Deutsche zweiter Klasie behandelt. Diesem Uebelstande könne nur abgeholfen werden, wenn M2n den Reichslanden eine autonome Verwaltung und einheitliche Gesetzgebung schaffe; auf diesem Wege allein werde man Elsoß-Loth- r.ngen in die Arme Deutschlands führen. - Stabte (Protestpartei) verliest eine Erklärung seiner Freunde, worin die Verlegung der Regierung nach Straßburg und dte Schaffung einer gesetzgebenden aus allgemeinen direclen Wahlen hervorgegangenen Landesvertretnng verlangt toiTb- Zn diesem Sinne würden er und seine Freunde Den Antrag Schneegans unterstützen. Fürst Bismarck konstatirt, daß die Rede von Sckneegans einen guten Eindruck auf ihn gemacht habe, nur sei zu bedauern, daß er schließlich gewisiermaßen mit Frankreich geltcbäugelt und Elsaß-Lothnngcn gleichsam als neutrales Land hingestellt habe. „Auf die Tonart können wir vier nicht eingehen." (Beifall.» Auf dem Wege der Verwaltung seien die Wünsche, die b.er vorgetragen worden, nicht zu befriedigen, dazu bedürfe es der Zustimmung der gesetzgebenden Factorcn, zunächst oer verbündeten Regierungen. ,/Jch bin bereit, bet den letzteren zu befürworten, daß den Reichslanden da- Maß von Autonomie gewahrt werde, welches mit Der Sicherheit des Landes in Bezug auf die Haltung der Bevölkerung und die militärische Sicherheit vereinbarlich ist." Zu rosig dürfe man doch die Zustände nicht ansehen. Man denke nur an die Wahlen, welche so viele Mitglieder der Prst.stpartei in Den Reichstag geführt, an Dte so vielen MitglteDer der frondtrenden Geistltch- ke.r Ware in den Retchslanden Dte Stimmung beffer, so hätten diese Herren nicht gewählt werden können. Ohne Gewähr der Sicherheit könne man also nichts gewähren. Die Mißstände welche in dem Umstande gesucht würden, daß die Verwaltung in Berlin sei, habe der ^^dnerübertrieben; doch sei die Reichsregierung gewillt, Abhülfe zu schaffen soweit möglich. Bezüglich Verlegung der jetzigen Centralregierung nach Straßburg würde sich ja allenfalls Die Sache Durch kaiserliche VerorDnung einführen laffen. toiT dnen Statthalter etnsetzen müssen, worunter ich keine selbstständige fürstliche Existenz mir Denke, aber doch einen Mann, auf den ein Theil Der landesherrlichen Befugnisse übergeht." Wetter wäre Die Beziehung dieser Organe zum Reichskanzler zu regeln, viellewht dadurch, daß ein Kabinetsrath hierzu eingerichtet würde. Die Erweiterung des Landesausschusses zu einem vollen Parlament könne erst in Aussicht genommen werden wenn bestimmt formulirte Anträge betreffs des WablmoduS dem Bundesrathe vorlägen. Die Berechtigung des Reichslandes zu Ernennungen für den Bundesrath würden nur zu einer Verschmelzung mit den Preußischen Stimmen führen; dies würde eine Verfassungsänderung N°thw,nvigk-tt v°rh°n°«n sei. Dagegen liege es in der Nög, Ichk.it, dem ^LLsch^znt^E^^ffm''"'"^ 'm Bundesrathe bei Gesetzen ,u gewähren, «elche ra."?afür Ed- ich eintreten können. Gelingt es. dazu dte Zustimmung der Fakt°r-N der Ge etzgebung zu gewinnen, so Ware doch wohl schon Erhebliches erreicht; doch müßte jede Coneession in Ansehung Der zu erzielenDen Sicherheit widerruflich sein. Ich bin überzeugt, Daß unser guter Wille, obgleich mein Vertrauen nicht mehr so stark wie 1871 ist ausreichen wird Nächste Sitzung" Montag ®ev51fll III. seinetrögen, rsteinen re., Eckhard t lüden gemacht lli °üer rj, in j n?em ’ ‘» 4*, *' S y. doh 8—9 Ul} Ä $ am Leltersweg, 1861) DieDie L-rl-hr mit ferner X 1. jUa 3. gingen H. 3- S. R 8-9 Uhr An den : «Betau 1891) We gch im Orte nalwegvonder Otr, vom 25. M Brauhau Kuhrwerk zu b itn Ort auf Moten gespn LaKsuhrm i rollen die Z Ittchm bis zm Gansenburg, i Chaussee durch Gießen fabrent «ste Abfahrt r< nach der @an( Annerod, bei E fän । Jyür Szegcdin ein : Bücking JL 20. Postsccretär Kümmich JL 5. G W. JL 5. F. H. JL 5. I. Gerhardt ,JL 1. I. Hainback JL 1. Frau M. K. JL 3. Dr. L. JL 3. Spenden bei Einrichtung eines neuen Hauses «X 19. Fabrikant A. Müller ZeugniH über Dampf-Dresch-Maschinen. Herrn Ph. Maykarth & Co. in Frankfurt a. M. Die von Ihnen bezogene eomplette Dampf-Dresck-Maschine aus der Fabrik von Robey & Co. in Lineoln (England) hat sich vortrefflich bewährt. Die Dreschmaschine mit Eisenrahmen und 48zölliger Trommel ist sehr gut construtrt, macht das Getreide vollkommen rein und vermag mit Hilfe der sechspferdigen Loeomobile fünf Fuder per Stunve zu dreschen. Die Loeomobile hat einen ruhigen Gang und bedarf für die Stunde 80 Pfund Kohlen Unserer Maschine werden von den hiesigen Einwohnern unter allen anderen der Vorzug gegeben. Nehmen Sic zum Schluß die Versicherung, daß diese Maschine unsere Wünsche vollkommen befriedigt und wir Ihnen für die reelle Bedienung bestens danken. Achtungsvoll zeichnen gez. PH. Kreiling VI. und Ludw. Karl Steinmüller Heuchelheim bei Gießen, den 2. Deeember *87*. *233) bet P 1894) 1877) , „ . . Domir lou bas proöiv jteubau des Gai Ift wohnbar eine jnb mit Ziegeln vrt und Stelle X 10. Siegmund Heichelheim ,X 10 Summa , Lu-dge- n über aües ' mal aQe11 und Stadt kifl 6flf auf« * t fee” (|9H Bekanntmachung. 1850) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes oom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kemstniß gebracht, daß der Sieg-Rheinische Bergwerks- u. Hüttenaetienverein zur Friedrich - Wilhelmshütte bei Troisdorf unterni heutigen Ta ze nit dem Eisenerzbergwerke Ettingshausen V in der Gemarkung Ettingsdausen, Kreises Gießen, mit einem Felde von 300306 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen Lei Vermeidung deö Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klrge gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 26. Februar 1879. Oroßh. Ober-Forst- und Domänen -Direction, Berg-Abteilung. Bose. Tecklenburg. Die Dienststunden des Kaiserlichen Postamts in Londorf sind für den Verkehr mit dem Publikum wie folgt festgesetzt: An den Wochentagen von 8—12 Uhr Vormittags, 3—7 Uhr Nachmittags. An den Sonntagen oon 8—9 Uhr Vormittags, 12—1 Uhr Mittags, 5—7 Uhr Nachmittags. An den nicht auf einen Sonntag fallenden gesetzlichen Festtagen von 8—9 Uhr Vormittaas, 12—1 Uhr Mittags, 4—7 Uhr Nachmittags. Kaiserliches Postamt. Kammer. Bekanntmachung. 1891) Wegen Auffüllung der Borngasse im Orte Annerod ist der Vicinalweg von der Staatsstraße von Gießen her, vom 25. März ab nur ntd) bis zum Brauhause vor dem Orte für Fuhrwerk zu benutzen, und ist der Theil im Ort auf die Dauer von ca. vier Wochen gesperrt. Lastsuhren von Gießen nach Annerod wollen die Staatsstraße noch Reiß- lirchm bis zur letzten Abfahrt v or der Gansenburg, die von der Steinbacher Chaussee durch den Ort Annerod nach Gießen fahrenden Lastfuhren dagegen die «k ste Abfahrt rechts, oberhalb dem Orte, nach der Gansenburg zu, benutzen. Annerod, den 21. März 1879. Großherzogl. Bürgermeisteeei Annerod. ____ Engelhardt.________ Donnerstag den 27. d. M., Vormittags VzH Uhr, soll das provisorische Baubüreau beim Neubau des Garnison-Lazareths (dasselbe ist wohnbar eingerichtet, von Holz erbaut und mit Ziegeln gedeckt) zum Abbruch aus Ort und Stelle versteigert werden. (1887 IeUgeöoteues. 1893) Eine noch im guten Zustande ; befindliche Singer-Briginal-Nährnaschiilk f steht billig zu verkaufen. Neustadt Lit. D- Nr. 93. | Salz \ von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeich- - net durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, ist stets vorräthig und zu den billigsten - Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann j <5. D. Bapat auf dem Markt in Gießen. (196 Großherzogl. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. Wermiethungen. 1876) Das seither von Herrn Prof, vr. Weiland bewohnte Logis, 5 Zmmer mit Zubehör, mit oder ohne 2 Mansardenzimmer per 1. Juli zu vermiethen. 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Vermischte Anzeigen. 1890) Circa V4 Morgen Land auf dem Hamm mit Obstbäumen bepflanzt zu ver pachten. Neue Anlage 29. 959)) Ein braver Junge kann in die Lehre treten, Karl Noll, Schlosser Flügelsgasse. M on t ag Abend Restauration Hofmann. Zur bevorstehenden Saison empfehle mein reichassortirtcs Lager in Damen-, Mädchen- und Knabenhüten. Damenhüte in schöner Qualität von 75 Pfg. an, Mädchenhüte von 50 Pfg. an u. f. w. A* Fangmami 1894) Kirchenplatz. extingrerein Emiracht Sonntag den 23. d. M., Abends 8 Uhr: Theatralische Aßendunterhaltung auf Eony’s Bierkeller« Entree 25 Pfg. 1877) Der Vorstand. Stets frisch gebrannten Kaffee, 1233) per Pfd. Mk. 1,60, Mk. 1,80 und Mk. 2,-, „Reingeschmack garantirt", «»Mit Robert Stuhl, wiitiMe 23. ächt Diverse Arten X. X XX Ceylon Java Mocca, X X x 135—160 120 — 170 160 110-140 per 99 19 11 X> XX Congo Souchong (sehr beliebt) . . Pecco I Pecco II Pecco-Souchong .. . . 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Amtliches Jnseratenblatt. Herausgegeben und redigirt von E. Laris. Erscheint in einer „Norddeutschen Ausgabe" in Berlin und in einer „Ausgabe für Süd-, Mitteldeutschland und OesterreichrUnyarn" in Gießen, letztere ist zugleich BereinS- organ der Holzhändler-Vereine tn Nürnberg und Kaiserslautern. Abonnementspreis: halbjährlich 6 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn bei allen Postanstalten. Direct unter Kreuzband von der Expedition, sowie durch den Buchhandel bezogen c/M 7,50 pro Semester und JL 3,75 pro Quartal. Quartalweise kann nur durch die Expedition bezogen werden. Ineierate finden die wirksamste Verbreitung. Dos „Handelsblatt für Walderzeugnisse" ist in den Werken hervorragender forstlicher Autoren, sowie in den bedeutendsten Fachzeitschriften als das erste Organ zur Vermittelung von Angebot und Nachfrage auf dem gesummten Gebiete der Forstwirthschaft und des Holzhandels anerkannt und warm empfohlen worden. 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