^Munsters Mr mit Kette. Mts. ei' ^löst iriclL__ Wicßm (1162 im« ML. 3 Uhr, r Landesgewnbe- Wecker, per- rird ferner über r Versammlung wünstenSwerth. .-(fiewerbotreins, litten. t a uns während ;rer theuren, Tante, der i. Lang, Teilnahme zu (1153 (Heben«“1 i Ji u 1», 7, b<*;*lich,Dre6' O^'^’Erfab- Nr. ^l6. Zweites Blatt Sonntag, den 23. Februar L87Ä. Kietzener ÄnMger Ailjkige- und Amtsbliltt für den Kreis Gießen. ReraclionSbureaur 1 Ä , r_ . n ie SxpeditionSbureaur J Schulstraße v. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Uolitifch Wochenübersicht. In der „Prov-Correjp." lesen wir: Unser Kaiser ist von einer leichten Erkältung, welche er sich in den letzten Tagen der vorigen Woche zugezogen hatte, bereite wieder dergtstellt. Se. Moststät konnte sich ununterbrochen den StaatsgesLäflen widmen und empfing den Reichskanzler, den Vtcepräfidenten des Staatemrvistertums, t en Krlegsmimster u. A. Fürst Bismarck scheint, im Gegensatz zu der im Reichstag vorherrschenden trüben Siiwmung, in bester Laune zu sein. Wahrscheinlich hofft er, daß die innere Zerfahrenheit der Parteien es ihm erleichtern werbe, für seine wirthschafrltchen Projecte eine Majorität zu gewinnen. Auf dem parlamentarischer- Tiner, welches er am 15. d. gab, bezeichnete er sein Programm als einen Weihnachtstisch, von deffen reichem Inhalte sich Jeder auSsucven könne, was ihm beliebe. Uebrigens soll er selbst zugestanden haben, daß seine Be- scheerung bet der öffentlichen Meinung keine gür.stige Aufnahme gefunden. In der That regt fich, während offictöje Organe noch immer Dank- und Zustim- mungsadreffen zu dem Schreiben vom 15. December veröff.nllichen, in den See» und Handelsstädten immer mächtiger eine Gegenströmung, welche sich besonders gegen die Einführung von Getreidezöllen richtet. Mittlerweile hat der Reichskanzler auf dem von ihm beschrittenen Wege einen wetteren Schritt gethan, indem er dem Bundesrath den Antrag zugehen ließ, die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs zur Regelung des Gütertarif wesens auf den Eisenbahnen zu beschließen. Wie vorauszusehen, tritt der an die Zolltarif- tzommijsion gelangte Bericht der Eisen-Enquete-Commlssion für Wiedereinsüh- rrmg der angeblich von allen Jntereffenten gewünschten Eisenzölle ein. Ueber den Stand der Dinge zwischen Rom und Berlin waren in letzter Zett auffallend günstige Nachrichten verbreitet. Dieselben entbehren rndeß der Glaubwürdigkeit, da Fürst Bismarck selbst bet dem parlamentarischen Diner am 15. d. zwar die Foridauer von Verhandlungen zugestanden, aber zugleich geäußert hat, der Abschluß derselbe sei keineswegs so nahe, wie man vielfach glaube. Auch die Kundgebungen der Centrumspartei und ihrer Preffe, welche einen genauen Gradmeffer für die Beziehungen zwischen dem Vatican und der preußischen Regierung bilden, illustrtren die ungünstige Lage der Dinge deutlich. In einem Augenblick, wo die Führer des Centrums die Aufhebung der bestehenden Kirchen- und Schulgesetze „unter allen Umständen" fordern, und die ultramontane Presse Leitartikel mit der Überschrift: „Wo leben die Katholiken freier, in der Türket oder in Preußen?" bringt, kann von einem Frtedensschluß zwischen Staat und römischer Kirche nicht die Rede * sein. Bemerkenswerth ist, daß neuestens aus dem katholischen Bayern, veranlaßt durch die Ansiedlung preußischer Klosterfrauen in Mühlbach bet Neustadt a. S., Proteste gegen die „Ablagerung des geistlichen Unrathes anderer Staaten" laut werden. In Belgien brachte der Minister des Auswärtigen in der Kammer den Antrag ein, die Gesandtschaft beim Vatican einstweilen noch beizubehalten, da die Schwierigkeiten, auf welche er bet Regelung dieser Frage gestoßen, noch nicht beseitigt seien: danach besteht also jedenfalls die Absicht, die Gesandtschaft beim heil. Stuhle aufzuheben. Die Befürchtung, daß die Pest die Grenzen Rußlands überschreiten werde, hat sich in Folge des etngetretenen Thauwetters gesteigert. In Rußland ist man auffallender Weise über die Asperrungs-Maßregeln, welche das Ausland, besonders Deutschland, wider die Seuche getroffen hat, höchst erbittert, doch hat die deutsche Pestcommtssion sowohl in Warschau, wie in Moskau eine sehr entgegenkommende Ausnahme gesunden. Die österreichische Mtntsterkrtsts ist endlich zum Abschluß gekommen, lindem sämmtliche bisherigen Minister, mit Ausnahme des Fürsten Auersperg - und Dr. Unger, wiederernannt und an Stelle der beiden letzteren Dr. Stre- mayer mit dem Präsidium, Graf Taaffe aber mit dem Ministerium des Innern betraut wurden. Von Jntereffe waren die Aeußerungen des Ministerpräsidenten Tisza im ungarischen Reichstage über die Aushebung des Art. 5 des Prager Friedens. Die Linke des dänischen Volksthings verlangte, die Regierung solle in geheimer Sitzung Aufklärungen über die betreffs Art. 5 des Prager Friedens gepflogenen Verhandlungen, sowie über die Beziehungen Dänemarks zu den auswärtigen Mächten geben; das Ministerium Estrup hat darauf tndeß bisher nur eine ausweichende Erklärung abgegeben. Die Engländer haben sich in Folge einer Nachricht über einen Steg ihrer Truppen im Caplande von ihrem anfänglichen Schrecken über die dort erlittene schwere Niederlage einigermaßen erholt. Die Regierung erklärte bei Iber Wiedereröffnung des Parlaments, sie habe die Absendung bedeutender Bestärkungen nach dem afrikanischen Kriegsschauplatz beschlossen. Sonst ist aus England noch zu berichten, daß sich selbst in diesem Mutterland des Frei- handels neuerdings eine starke schutzzöllnertsche Bewegung regt. In Frankreich hat die neue Regierung durch die einschneidenden Ver- drebeiunßen, welche sie in den Reihen der Armee-Corps Commandanteu und Iber General'Procuratoren vorgenommen, sowie durch Einbringung einer Vortlage über die Amnestie die gemäßigten Republikaner befriedigt. Andererseits list sie freilich auch den radikalen Elementen durch Anerkennung der Marseillaise er H h e i t. als Nationalhymne, wie durch eine Creditforderung zur Unterstützung der zurückkehrenden Amnestirten nicht wenig entgegengekommen. Doch scheint sie im Ganzen fortan den Weg kluger Mäßigung einschlagen zu wollen. Darauf deuten wenigstens Grevy's Aeußerungen beim Empfang der Pariser General- und Gemetnderäthe. Selbst Gambetta ist, einer Ansprache an seine Wähler nach zu urtheilen, gegenwärtig eifrig daraus bedacht, „sage“ zu sein, um bie Früchte der Republik zur Reife zu bringen._________________________________ Deutschland. Darmstadt, 19. Februar. Ueber die Vorlage der Großh. Ministerien des Innern und der Finanzen, die Uebernahme der Beiträge zum Eisenbahn- Gelände-Erwerb von Gemeinden, welche nach der Entscheidung des Großh. Obir-Appellationsgerichts über die Entfernungsberechnungen beitragsfrei werden, auf die Staatskaffe betreffend, hat Namens des Finanz-Ausschuffes der zweiten Kammer der Abgeordnete Theobald Bericht erstattet. Der Ausschuß beantragt hiernach, die Kammer wolle nach dem Anstnnen der Regierung die erforderlichen Mittel bewilligen, beziehungsweise sich damit einverstanden erklären, daß die vorläufig auf zusammen 167,593 «X 10 H berechneten Beiträge zum Eisen- bahn-Gtlände-Erwcrb aller derjenigen früher als bettragspfllchtig behandelten und den belrrffenden, mit den Etsenbahn-Gesellschaften abgeschloffenen Verträgen unbedingt oder mit Vorbehalt beigetretenen Gemeinden und selbstständigen Gemarkungen, deren Entfernung von der nächsten dermalen bestehenden Station oder Haltestelle noch Maßgabe der nächstfahrbaren Verbindungswege mehr als 1500 Klafter beträgt, aus die Staatskaffe definitiv übernommen werden. Der Gesetzgebungs-Ausschuß der zweiten Kammer wird am 27. d. Mts. wieder zusammentreten, um die zur Berathung reifen Referate über noch zu erledigende Gegenstände entgegenzunehmen. Berlin, 20. Februar. In der gestrigen Sitzung der medicinischen Gesellschaft hielt Profeffor Vrrchow einen Vortrag über die Pest. Er hob hervor, daß es nach neueren wiffenschaftltchen Methoden angestellte Untersuchungen über die Pest nicht gebe. Die älteren Untersuchungen aber widersprächen sich in ihren Resultaten. Im Gouvernement Astrachan herrsche die orientalische Pest. Davon sei zu unterscheiden die durch Prof. Hirsch näher bekannt gewordene indische Pest. Letztere komme vor als epidemische Pali- Pest im westlichen Vorder-Jndien, als epidemische Pest am Himalaya und in einzelnen Orten, von wo sie nie verschleppt wird. Die orientalische Pest komme von Syrien nach Mesopotamien, Persien und dem schwarzen Meere. Die von Deutschland angeordneten Schutzmaßregeln erscheinen dem Redner als auf breiter Basis beruhend. Größere Ländermaffen könnten überhaupt nicht abgesperrt werden. Man müffe dahin wirken, daß die zurückkehrende russische Armee unter ärztliche Jnspectton gestellt werde. Die türkischen Aerzte hätten im letzten Decenntum die Pest vielfach für Fleckentyphus erklärt. Die Pest sei nicht schlimmer als die Cholera. Kranke wären zu isoliren und unter gute äußere Bedingungen zu bringen. Die Pest sei unzweifelhaft contagiös. Worin aber das Contagium bestehe, sei nicht bekannt. Vielleicht würde man bet genauer wiffensckastlicher Untersuchung im Blute die Träger des Contagtums wie beim Milzbrand finden. Wegen der Nichtkenntniß des Contagiums wäre eine genaue Bezeichnung der von der Einfuhr auszuschließenden Gegenstände schwierig. Die rationellste Destnsection sei die in den hiesigen Baracken angewandte trockene Hitze. Berlin, 20. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Notiz verschiedener Zeitungen, daß der Tarif-Commission das Material zur Tabakssteuer-Vorlage mit dem Auftrag zur Ausarbeitung der entsprechenden Gesetzentwürfe zugegangen sei, ist irrthümlich. Daß in dem preußischen Finanzministerium ein auf die Besteuerung des Tabaks nach dem Gewicht bezüglicher Gesetzentwurf ausgearbettet worden sei und bereits dem Staatsmtnisterium vorliege, dürfte dagegen richtig sein. — Der „Reichs-Anz." meldet: Die Hasenbehörde in Nizza ordnete für die Provenienzen aus dem Schwarzen und Asow^schen Meere eine zweitägige Quarantäne an und bestimmte, daß die aus den östlichen Mtttelmeerhäfen kommenden Schiffe einer ärztlichen Untersuchung unterzogen werden. Der internationale Gesundhettsrath von Alexandrien verfügte für alle direct aus dem Schwarzen und Asow'schen Meere mit reinen Gesundhettsplänen ankommenden Schiffen dreitägige Quarantäne. Dagegen sollen Schiffe, welche pestverdächtig sind, zurückgewiesen werden, weil kein für Quarantäne geeignetes Lazareth vorhanden ist. Dänemark. Kopenhagen, 20. Februar. Heute Abend geht kein Postdampfer aus der Linie Korsör-Ktel. Der große Belt ist mit Eis belegt. Zwischen Seeland und Falster hat der Transport aus dem Eis wieder begonnen. Rußland. Petersburg, 20. Februar. Gras Lorts-Melikoff meldet aus Zarizin vom 19. d.: Im Gouvermment Astrachan und den übrigen inficirten Ortschaften sind keine neuen Erkrankungen oder Todesfälle vorgekommen. In den Dörfern Nikolskoje und Steritzkoje fand seit 12 Taien kein Erkrankurgßfall statt. Die Jsolirung wurde daher aufgehoben, mit Ausnahme bei Häu er, welche in 5-6 Tagen niedergebrannt werden sollen. Tie Äbschätzuugs-Eonv Mission für die Entschädigung ist bereits nach dorr abgegangen. Warschau, 20. Februar. In Folge einer oberhalb Warschau emge- tretenen Eisverstopfung ist die Weichsel ausgetreten und droht für eine Strecke von 10 Werst Gefahr, daß der Fluß ein anderes Bett wählt. Eine Äblhei lung Sappeure ist abgesch'ckr, um den Damm, den das EiS bildet. vermittelst Dynamit zu sprengen. Der Zugang zu diesem Damm rst durch das Austre- ten des Flusses sehr erschwert. Türkei. Konstantinopel, 20. Februar. Die Pforte wurde benachrichtigt, daß der grrechlsche Erzbischof von Adrianopel von Bulgaren gröblich m-tzban- delt worden sei. Die Uebelthäter wurden von den Rusten oeraaftet. General Totleben sicherte die strengste Bestrafung zu. Unter den Notabeln der moha- medantschen Einwohnerschaft Stambuls circulirt eine Adreste an den Sultan, worin wegen der neuesten Finanzmaßregeln und der Räumung Rumeliens durch die Rusten der Dank der Bevölkerung ausgesprochen wird. Asten. Kalkutta, 20. Februar. Nach tchten aus Mandalay zufolge hat der König von Birma mehrere Prinzen des Königshauses und deren Familienangehörige tobten lasten und die jüngst ernannten Minister wieder durch die früheren ersetzt. Vermischtes. Aus der Eifel. Ein Nachtwächter aus hiesiger Gegend mit einem martialischen Gesichte wurde kürzlich als Liviltransportcur mit einem Arrestanten nach Coblcnz beordert. Da der Ve.haftete gutmütiger Natur war und nichts weniger als an die Flucht dachte, so mag eS wohl gekommen sein, daß Beide unterwegs manchen Schnabum in wahrer Bruderliebe hinter die Binde gosien. Etwas angeheitert kamen sie in Niedermendig an. Der Transporteur löste zwei Billette bis Andernach und Beide stiegen ein. Als der Schaffner kam, die Billette nachzusehen, da batte der Transporteur das Unglück, zugleich mit seinen zwei Billetten auch den ihm als Waffe mitgegebenen Revolver aus der Tasche zu ziehen, steckte aber letzteren hastig wieder zurück. Allein es war geichehen, der Schaffner hatte den Revolver bemerkt und meldete unverzüglich dem Zugführer, in dem und dem Coupä befindet sich ein verdächtiges Individuum mit Revolver, wahrscheinlich ein attentatslustiger Socialdemokrat; er habe Billette bis Andernach. Sofort wird nach Andernach telegraphirt und alle möglichen und unmöglichen Gendarmen sind am Bahnhof aufgestellt, warten mit Ungeduld den Zug ab öffnen das betreffende Coup4 und nehmen den Nachtwächter in Empfang mit den Worten: „Sie sind verhaftet!' „Was?" schrie der Nachtwächter, und der Schnaps leistete dabei gute Dienste. „Was? Wie kommen Sic mir vor?" „Im Namen des Gesetzes!" riefen wieverum die Gendarmen, „Sie sind verhaftet" „Nichts da, Nichts da, Sie haben nichts zu verhaften", rief der Nachtwächter im vollen Bewußtsein seines Amtes als Civiltransponeur. „Sie sind verhaftet", Donnerte es wieder von Seiten der Gendarmen; „denn Sie sind Socialoemokrat und führen Revolver bei sich." „Wie ich Ihnen sage", erwiderte der Nachtwächter, „Sie haben nichts zu verhaften, denn ich habe selbst verhaftet, hier ist mein Arrestant" Dann warf er sich in die Brust, zog schmunzelnd seine Papiere heraus und zeigte sie vor. Eine große Menschenmenge hatte sich während der lauten Verhandlung angesammelt; sie verließ mit lautem Gelächter den Platz und die Gendarmen machten lange Gesichter. (Mayener Volksztg ) Pultawa Aus einer von der linken Seite des Dnjepr dem Kiew! zugegangenen Correspondenz ersieht man abermals, wie maßlos die Wuth der Bauern über die unter ihnen hausenden Pferdediebe sein kann. In einem Dorfe wurde ein Pferdedieb gefaßt, gebunden, in die Schenke gebracht und dort vor seine Richter, die beim Fusel sitzenden Bauern, gestellt. Da erhob sich einer von ihnen, ließ sich einen Strick und einen kurzen Stock reichen, umwand mit dem elfteren das Haupt des unglücklichen Pferdediebes und drehte den Stock in die Scbnur dn. Er drehte den Stock immer mehr, und je enger die Schnur sich dadurch um die Stirn und das Hinterhaupt des gebundenen Mannes zog, um so furchtbarer ward der Schmerz des letzteren. Er stöhnte dumpf auf. Aus den Augenhöhlen spritzte ihm Blut. Da knackte es. Der Schädel war geborsten. Der Henker trat abseits; „so, nun wird et feine Pferde mehr stehlen", rief er. Das Opfer sank leblos zu Boden Vom Obermain Ein Schuster führte sein in der Schule bestraftes Söhncken zum Bezirksarzte, um wegen Mißhandlung Beschwerde zu führen. Nun war aber der Herr Doctor abwesend und die Beschwerdeführer kamen daher am anderen Tage wieder; da aber mtttler- weile die Spuren der körperlichen Züchtigung vollständig verschwunden waren, so nahm Meister Kneip seine Zuflucht zu seinem Änteriemen und bearbeitete damit den Unaussprechlichen seines zarten Söhnchens auf eine unbarmherzige Weise, um ein corpus delicti berzustellen; aber siehe da, der praktische Blick des Herrn Bezirksarztes fand augenblicklich, daß die Spuren neu (auf- gefrischt) waren und auch nicht von einem Stock herrührten, und fragte den Meister nach seinem Handwerke. - Die Antwort enträtselte den boshaften Schwindel sofort und Meister Kneip mußte mit seinem durch ihn erst mißhandelnden schluchzenden Jungen mit Schimpf und Schande abztehen. — (Praktische Beweisführung.) Vor Kurzem stand vor dem Polizeigerichts- hofe des LambethrDistricts von London ein 59jähriger Mann, Thomas Jones, der böswilligen Sachbeschädigung angeklagt. Derselbe hatte eine Nacht im Arbeitshause in Schutzhaft zugebracht und sollte, wie dort üblich, am nächsten Morgen als Gegenleistung für Obdach und Kost eine Arbeit verrichten, that dies aber nicht, sondern schlug die Thür seiner Zelle ein. (5r klagte dem Richter, die Zelle sei so Falt gewesen, daß das Arbeiten unmöglich gewesen sei und daher habe die Arbeitshaus-Verwaltung kein Recht gehabt, ihn in Haft zu behalten. Der Richter, Mr. Ellison, vertagte die Verhandlung auf den Nachmittag. Im Laufe des letzteren ward Jones wieder vorgeführt und Mr. Ellison erklärte: „Ich bin nach dem Arbeitshause gegangen, habe mich dort einige Stunden in die Zelle einschließen lasten und die dem Angeklagten zugewiesene Arbeit (zwei Centner Steine entzweizuschlagen) selbst verrichtet. Dabei habe ich gefunden, daß es in der noch dazu durch Röhrenheizung erwärmten Zelle nicht kalt ist, wenn man nur arbeitet und die Glieder in Bewegung erhält; mir wenn man still sitzt, friert man. Der Gefangene ist daher zu einem Monat Zwangsarbeit zu verurtheilen " Was sagen die festländischen Richter zu ihrem englischen Kollegen und zu seinem salomonischen Urtheil? „Ach, gnädige Frau," erwiderte eine Wäscherin ihrer Dame, „dies Waschzeug, welches Sie mir zum Probiren geben, das kenne ich. Damit habe ich ja schon bei der Frau Räthin gewaschen: aber unsere gewöhnliche Seife ist mir doch lieber." „Nein, Wäscherin," entgegnete die Dame, „ich weiß wohl, Daß die Frau Räthin früher ein Mal mit sogenanntem Walch- Krystall hat waschen lasten; aber das, was ich Ihnen zum Probiren gebe, das kennen Sie noch nicht: das ist nämlich Hudson's Seifen - Extract, welcher von den praktischen englischen und amerikanischen Damen schon seit vielen Jahren ausschließlich gebraucht wird und jetzt endlich auch in Deutschland zu haben ist. Mein Mann, der oft nach England reist, hat mir schon viel erzählt von der blendenden Weiße und dem angenehmen Duft der Wäsche in englischen Häusern, wo man allgemein Hudson's Scifen-Extract gebraucht. Unsere Wäsche aber ist leider häufig genug trotz aller Mühe trüb und behält häufig einen unangenehmen Seifengeruch. Und nun, Wäscherin, machen Sie 'mal den Versuch mit dem Extract genau nach meiner, gewiß höchst einfachen Anleitung, und wenn Sie das nicht ordentlich thun wollen, so werde ich selbst es thun." „Wenn Sie so dringend befehlen, gnädige Frau, dann thue ich e8 gewiß," entgegnete die Wäscherin, und schon nach kurzer Zeit meldete diese erfreut ihrer Dame: „Nein, das hätte ich doch nicht gedacht, daß man mit so wenig von diesem Waschzeug und mit so geringer Mühe so sauber waschen könnte Und sehen Sie ein Mal hier, gnädige Frau, diese weiße wollene Unterhose, wegen deren Sie mich neulich so gezankt haben, weil von dem rothen Besatz die Farbe ausqeflosten war und die Hose ganz häßlich gemacht hatte. Die aus- gcflossene Farbe ist vollständig herausgegangen und die Hose ganz wieder wie neu." Diese Unterhaltung führte eine energische deutsche Dame, welche oestrebt ist, sich alles Neue dienstbar zu machen, welches geeignet ist, größern Comfort und größere Billigkeit in der Haushaltung einzuführen, mit ihrer wiverspänstigen Wäscherin, welche, wie gewöhnlich solche Leute, sich scheute, von Dem alt hergebrachten Schlendrian ein Mal abweichen zu müssen. Möchten alle praktlschen deutschen Damen doch diesem Beispiel folgen und einen gründlichen Versuch mit Hudson's Seifen^Extract machen; sie werden sicher den Wahlspruch: „once used always used“, unter welchem bendbe sich einführt, das heißt: „wer's ein Mal gebraucht hat, gebraucht'S immer", vollauf bestätigt finden. Hudson's Seifen - Extract wird in den königlichen chemischen Fabriken zu West-Bromwich'seit zwanzig Jahren in riesigem Maßstabe hergeftellt. Zweitausend Arbeiter sind Tag für Tag emsig thätig, um dem Bedürfniß zu genügen. Erst in jüngster Zeit war es möglich, die bereits einen kolossalen Umfang einnehmenden Fabrik- Anstalten genügend zu erweitern, um auch endlich in Deutschland Hudson's Seifen - Extract einführen zu können, wo derselbe nunmehr in allen Colonial-, Material- und Droguen-Handlungen zu haben ist. Auf der jüngsten Pariser Weltausstellung erregte Hudson's Seifen - Extract Das größte Aufsehen. Der Bericht Der zur Untersuchung desselben eingesetzten Commission besagt in beredten Worten, daß Hudson's Seifen-Extract gänzlich frei von allen schädlichen, ätzenden Be- standthcilen ist. und daß derselbe nach gemachten praktischen Versuchen sich als das vorzüglichste und billigste Waichmittel für Seinen unD Stoffe jeder Art und als das bequemste und beste Putzmittel für Fußböden, Glas, Porzellan, Silberzeug k. erwiesen hat, in Folge dessen thm auch die höchste Auszeichnung auf der Pariser Weltausstellung zuerkannt worden ist. Schiflfeberieht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen. Newyork, 17. Februar (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Bussius. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Februar von Breme« und am 4. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen. Ieilgeöotenes. 1080) Ein Garten am Wieseckerweg gelegen ist preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei Ernst Jughard. Chinesische Thee'S, Neue Ernte, importirt von Robert Scheibler in London, reine, schwarze, ungemischte Sorten zu JL 2.20, 2.50, JC 2.70, 3.50, 4.50, JL 5 per '/r Kilo in */i, Vz und Vs Pid. empfiehlt zur gefl. Abnahme die Verkaufs- Niederlage von (733 2b. Balser, Gießen 1085) Fcinschmeckende Java- u. Ceylon- Kafsee's, ä Pfund 1 JL bis JL 1,60, gebrannte, ä Psd. JL 1.60 und JL 1.80, sowie alle sonnigen Colonialwaaren, Hülsenfrüchte rc. zu den laufenden billigsten Preisen bei Emil Ptftor. 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