Rr. 272. Freitag den 21. November 1896« Aießener 'Anzeiger Anxei-k- uab AmtÄM fit den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag- Deutschland ■x-1 Dteieninen «eitunqs Reda-ti°u-n, toeldie ein Referat übet bie Hungener Versammlung gebracht haben! wnden ersucht, auch dieser Erläuterung einen Platz zu gewähren. anderen Zi haben, sich „ ein je mögliches für den Berkau PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. NedacttoirSbirreaur 1 x> i« e^eMHonäbtereou: i 6d,utftta6c B' ’8' Hebet die Schankstätten-Steuer bringt die „Köln. Ztg." in ihrer letzten Nummer folgenden Leitartikel: Die im jüngsten Reichstage zu Stande gebrachte Steuer-Reform hat ihren Zweck, aus den erhöhten indirekten Steuern Mittel zu gewinnen, um die stellenweise schon unerträglich gewordene Last der directen Steuern erleichtern zu können, bis jetzt nicht erreicht. Was bisher vom Reiche den Einzelstaaten hat zugewiesen, beziehentlich an den Matticularbeitragen hat erlassen werden können, reicht kaum, um das Deficit der Staatskassen zu decken, und läßt nichts übrig weder für Nachlasse an den directen Staatssteuern noch für Ueberweisungen an die Gemeinden, welche diesen die Herabsetzung ihrer directen Gemeindesteuern ermöglichen würden. Um aber von den vorgesteckten Zwecken doch sofort einige Anfänge zu erreichen, beabsichtigt die preußische Staatsregierung, sofort einige Maßregeln zu einer Fortsetzung der Reichssteuerreform auf dem Boden der Gemeindesteuern durchzusetzcn, welche im Gemeindehaushalt schon alsbald eine Herabsetzung der allzu hohen Personalsteuern, der communalen Einkommensteuern herbeiführcn würden. An der Spitze dieser vorgeschlagenen Maßregeln steht die beantragte neue „Steuer vom Vertriebe geistiger Getränke" oder die sogenannte Schank st ätten-Steuer. Der Gedanke, daß die Reichssteuerreform von 1879 unvollendet bleibt, so lange nicht zu den übrigen stark erhöhten Verbrauchssteuern, wie namentlich der Tabaksteuer, eine entsprechende Erhöhung der Steuern von den geistigen Gettänken, zumal vom Branntwein, hinzuttitt, drängt sich von selber auf und läßt sich gewiß nicht abweisen. Jndeß die vorgeschlagene besondere Form als „Schankstätten-Steuer" überrascht und erregt Bedenken. Nach den dem Gesetzentwurf beigefügten amtlichen Motiven verfolgt der Entwurf einen doppelten Zweck: derselbe beabsichtigt nämlich zunächst, den Gemeinden eine bisher nicht in dem zulässigen Maße berücksichtigte Steuerquelle zu eröffnen und zugleich den Zudrang zu einem Gewerbe einzuschränken, dessen übermäßiges Anwachsen in wirthschattlicher und sittlicher Hinsicht nachtheilig wirkt. Demnach soll die Zahl der Schankstätten durch die Lasten, welche den Inhabern auferlegt werden, vermindert und zugleich den Communen eine neue Einnahmequelle erschlossen werden. Daß beide Zwecke an sich sehr löblich sind, wird Niemand leugnen wollen. Aber es fragt sich, ob beide Zwecke sich passend mit einer und derselben Maßregel gut verfolgen lassen. Daran wird vielfach, und wir glauben mit Recht, gezweifelt. Man sagt: „Entweder die Schankstätten-Steuer ist ein wirksames Mittel zur Beschränkung der Schankstätten, dann hört sie auf, eine nennenswerthe Finanzquelle für die Communen zu fein; oder sie liefert dm Communen einen reichen Ertrag, bann ist es eben mit der Einschränkung der Schankstätten nichts." In dieser Fassung jedoch ist der Einwand doch viel zu allgemein gehalten; soweit würde derselbe ebenso unbedingt gegen alle Schutzzölle gelten. Richtig ist aber, daß bei der genaueren Ausarbeitung eines solchen Steuergesetzes doch immer Einer der beiden Zwecke als der maßgebende Hauptzweck angesehen werden muß, und daß, wofern das nicht geschieht, das Gesetz nach beiden Seiten ungenügend wirken und jedenfalls mit verwirrenden Uebelständen behaftet fein wird, die es einer minder oberflächlichen Betrachtung als unannehmbar erscheinen lassen müssen. Eine angemessene Erhöhung der Verbrauchssteuer auf die geistigen Getränke kann m der Vorlage schlechterdings nicht erkannt werden. Eine solche Erhöhung würde nach allgemeiner Annahme jedenfalls besser bei der inländischen Production — etwa als Maisch- und iNalzsteuer — veranlagt werden und zugleich als ■20u bei der Einfuhr über die Grenze. Die Umlage auf den Vertrieb, etwa bei den Schankstätten, ist in der allein richtigen Weise, nämlich in genauer Anpassung an das Quantum, d. h. per Liter ober Hektoliter, wohl kaum ausführbar. Aber wäre sie auch möglicherweise ausführbar, die jetzige Regierungsvorlage macht nicht einmal den Versuch solcher Ausführung. Sie nimmt die Formen der bestehenden preußischen Gewerbesteuer zum Behelfe; sie setzt „Miltelsätze" an für die localen Steuerbesitzer, welche, mit der Anzahl der Schsnkstätten des Bezirks multiplicirt, das Steuer-Soll des Bezirks ergeben, und läßt sodann dieses Gesammt-Soll auf die einzelnen Schankstättenbesitzer durch die Genossen vertheilen — nicht nach Maßgabe der verzapften Liter, die gar nicht controlirt werden, sondern ohne Zweifel einfach nach Maßgabe des eingeschätzten Schankgewerbs-Einkommens. Kommt nun hinzu, daß Branntwein, Bier und Wein hierbei unterschiedslos zusammengeworfen und gleich betroffen werden, so wird Jedermann zugeben müssen, daß da von angemessener Veranlagung einer Besteuerung der geistigen Getränke gar nicht die Rede sein kann. Soll, was ja durchaus unerläßlich ist, neben der so stark erhöhten Tabaksteuer zu einer angemessenen Erhöhung der Spirituosensteuer behufs geeigneter Fortführung der begonnenen Steuerreform ge- gcschritten werden, bann können nimmermehr die preußischen Gewerbesteuern, sondern nur die preußische Maisch- und Braumalzsteuer oder auch die englischen Spirituosensteuern bie geeignete Formen liefern. Hierzu muß und wird es kommen; wenn nicht sitzt schon, doch später gewiß. Eine sittenpolizeiliche Gemeindesteuer gegen die übermäßige Zunahme verderblicher Schankstatten mag an sich ebenfalls gerechtfertigt werden können, nach Analogie der in den Städten neuerdings sehr verbreiteten Hundesteuern; aber auch eine solche müßte jedenfalls ganz anders veranlagt werden, als die beim Ab- georbnetenhause gegenwärtig beantragte Schankstätten - Steuer. In verschiedenen rheinischen und westfälischen Städten haben die Gemeindebehörden hohe Tingeltangel- Steuern und dergleichen auferlegt und mancherlei nicht gerade „künstlerische" Pro- ductionen; und dem haben wir allenfalls Beifall zollen können. Aber diese Gemeinden haben dieselben nicht umgclegt nach dem Muster der Gewerbesteuer, auf die Schaustätten, sondern entweder eben nach dem Muster der „Hundesteuer" in gleichen fixen Sätzen je für das Local auf jede Production oder jede Woche, ober nach dem Muster der Napoleonischen Armensteuer von den öffentlichen Vergnügungen nach Tantiemen von dem Eintrittsgelde Beides ist vielleicht zweckentsprechend. Aber eine Umlage in den Formen der preußischen Gewerbesteuer ist entschieden zweckwidrig. Die Tingeltangel-Locale und die dumpfigsten Branntweinkneipen mit den feinsten und anständigsten Weinhäusern und Biergärten unterschiedslos in Einen Topf zu werfen und dann den „multiplicirten Mittelsatz" nach dem Gewerbe-Einkommen als Steuer zu vertheilen, das widerspricht der sittenpolizeilichen Motivirung denn doch wirklich in kaum glaublicher Weise! Bei solcher Vertheiluna der neuen Steuern wird der Branntweingenuß wohl kaum erheblich vermindert werden; viel eher ist anzunehmen, daß die unsaubern und zweideutigen Locale die Steuer recht gut ertragen, weil sie eben durch allerhand andere Dinge den Leuten das Geld aus der Tasche locken, daß aber gerade die anständigen und soliden Locale, denen solche Hülfsmittel nicht zu Gebote stehen, unnöthig bedruckt werden. Ueberhaupt ist es eine sehr fadenscheinige und in der That bedauerliche Beweisführung, mittels welcher bie Motive die Zusammenwerfung so ganz verschiedener „Schankstätten" zu vertheidigen suchen. Sehr richtig bemerkt in dieser Beziehung der ,Hann. Courier" : „Als eine Calamität, gegen welche die Gesetzgebung einzuschreiten hat, ist auf dem hier in Rede stehenden Gebiete nur der Branntwein-Aus schank zuerkennen; der Gesetzentwurf dagegen will mit seiner Schanksteuer gleichmäßig alle Gießen, 19. Novbr. *) In der Sitzung des Comitäs, welche unter dem Vorsitze des Grafen von Solms-Laubach am 11. d in Betreff der Erbauung einer Secrmdar- Eisenbahn von der Station Mücke über Laubach nuch Friedberg oder Nieder-Wollstadt in Hungen stattfand, wurde nach Ihrem Blatte von her Majorität der Versammlung das Bedauern über die Seitens der Majorität der II. Kammer erfolgte Ablehnung des Verkaufes des hessischen Antheiles an der Main-Weser-Bahn ausgedrückt, wett dieselbe der Meinung war, daß mit der Verkaufssumme dem Lande die Mittel geboten gewesen wären, die Ausführung des namentlich für Oberhessen nothwendigen Secundärbahn- Netzes zu unterstützen. — t . r Diese Meinung ist eine irrige, und damit fallt auch daszenige zusammen, was damit begründet weiden soll: das Tadelsvotum über den Beschluß der II. Kammer. 9llr »eit der Erbauung der Hessischen Eisenbahnen mußten die erforderlichen Capi- talien, — 0|t unter schweren Bedingungen wegen der zeitweise ungünstigen politischen Constellation, durch Anlehen aufgebracht werden, für welche die Verpflichtung übernommen wurde, den Erlös aus den Bahnen über den zur Verzinsung erforderlichen Betrag zur Amortisirung der Schuld zu verwenden. Das ist seither geschehen, und ein kleiner Theil der Anlehen getilgt. Es liegt auf der Hand, daß, wenn man die Bahn verkauft, die darauf lastende Schuld getilgt werden muß. Die Großh. Staatsregierung hatte das auch vollständig richtig in der Proposition wegen Verkaufes der Main-Weser- Bahn Hessischen Antheiles, an Preußen vorgesehen, mit der Ausdehnung, daß der Betrag des Erlöses zur Tilgung der Eisenbahnschuld des Landes überhaupt verwendet werden sollte. — Darüber, daß dieser Grundsatz richtig sei, bestand in der 11. Kammer keine Verschiedenheit der Anschauung, — hätte der Verkauf die Majorität der Kammer gefunden ' so wäre bas selbstverständlich nur unter der Voraussetzung geschehen, daß der Erlös aus dem Verkaufe zur Tilgung der Eisenbahnschuld des Landes, soweit er dazu ausreichte, — verwendet worden wäre. Wir sagen: soweit er dazu ausreichte, — und ergänzen, baß er noch lange nicht ausgereicht hätte, um bie für Erbauung ber Main-Weser- unb Main-Neckar-Bahn aufgenommenen Kapitalien zurückzubezahlen, — die nahezu 40,000 000 JL betragenbe Capitalschulb für bie Oberhessischen Bahnen würbe von der Rückzahlung voraussichtlich gar nicht berührt worden, und in ihrem ganzen Betrage bestehen geblieben fein. - Und unter solchen Verhältnissen glaubt man, daß durch den Verkauf der Main - Weser - Bahn die Mittel für Secundärbahnen geboten werben!? — Mit bem Sachverhältniß Bekannte können das nicht erwarten, refp. den beiden anderen Provinzen nicht zumuthen, — die eigne Provinz würde em derartiges Ansinnen wahrscheinlich selbst zurückweisen, — daß das Land wettere Schulden machen soll um eine Secundärbahn von Laubach nach Friedberg k. finanziell zu subventto- niren — bas wird voraussichtlich nicht geschehen. Dem Vorsitzenden des Comics, Herrn Grasen zu Solms-Laubach, müssen diese Verhältnisse bekannt sein oder a s Referenten des Ausschusses der I. Kammer über den Verkauf des Hessischen Antheiles der Main-Weser-Bahn bekannt werden. Er wird dann dem Comttä die Uebezeugung beibringen können, daß auf diesem Wege eine finanzielle Verhülfe nicht zu erwarten steht Soll das hiernach auf vollständig unhaltbarer Unterlage ausgesprochene Bebauern ber Majorität ber Versammlung in Hunnen wegen des durch die Majorität der II. Kammer abgelehnten Verkaufes des £effifd)en ^nt^elle§ ber anberen Zwecken bienen, so wirb man voraussichtlich m nicht langer Zeit Gelegenheit haben, sich zu überzeugen, baß man sich irrt, - unserer Meinung nach wurde selbst ein je mögliches, — wir wollen nicht sagen wahrscheinliches, Votum der I. Kammer für ben Verkauf ber Main-Weser-Bahn an ber Sachlage gar nichts andern, da die II. Kammer wohl au ihrem Votum festhalten dürfte. Die finanzielle Unterstützung von Secundärbahnen durch den Staat wurde am 13. b. M. auch im Preußischen Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht. Da erklärte Minister Maybach: „So lange unsere Finanzen noch für wichtigere Dinge Verwendung finden müffen, Ist eine finanzielle Unterstützung der Secundärbahnen burch ben Staat nicht möglich." — Gerade so hegt bie Sache bet um? in Hessen, barüber mögen die betreffenden Comite's sich keinen Illusionen hingeben, sonst schaden sie ihrer Sache, und das wäre zu bedauern. — fasere Ansicht, wie der Gegenstand zweckmäßig zu behandeln, werden wir vielleicht nächstens in besonderem Artikel 19. Novbr. Das beute ausgeg-bene Großh. Regierungs- blatt l Beilage Nr. 24) enthält die Recknungsablage über dle Verwendung der sür das Jahr 1876 in dem Großherzogthum Hessen ausgeschriebenen Brandenischädiaungs-Betträae. _ Berlin, 17. Novbr. Die bekannte Elbinger Petition, betr. die Er- balturg der dortigen Simultanschulen, ist in der Unterrichtscommission mit 11 fleqen 10 Stimmen abgelehnt worden. Dagegen stimmten Centrum und Cons-rvative, wie das nicht anders erwartet worden war. Berlin, 17. Novbr. Die Eisenbahn-Commissivn des Abgeordneten- Wirthschasten treffen, indem zur Begründung theils der steuerpolitische Zweck herbe,- gezogen wird, theils ausgeführt wird, eine Unterscheidung der Schankstellen sei schwierig ober unmöglich unb — boch biefen Sah muß man wörtlich citiren: „Ueberdies aber würbe einem auf bie Besteuerung des Branntweinvertriebs beschränkten Vorschläge mit Recht der Vorwurf gemacht werden können, daß deffen Verwirklichung allein das Getränk des armen Mannes vertheuern und diesen gegenüber den wohlhabenden unb reichen Clsssen ber Bevölkerung, deren gewöhnliche Getränke von der Mehrbelastung frei bleiben sollten, benachteiligen würde." Wenn im Reichstage von dem Brod ober von der Petroleumlampe des armen Mannes die Rede war, da »ar er ber „sogenannte arme Mann"; und hier, wo von bem Schnaps die Rede ist, der die Menschen zu Grunde richtet, da wird die Rücksicht auf ben „armen Mann" plötzlich eine berechtigte! Ohne Zweifel trägt auch aus Wein- unb Bierhäusern Mancher einen Rausch nach Hause unb — in seltenen Fällen - auch in biefen Schankstätten ruimren sich Leute physisch unb sittlich. Aber bort sinb bas Ausnahmen, während es in den Branntweinschänken die Regel ist: und darum könnte man ohne alle Gewissensbisse bas „Getränk bes armen Mannes", worunter bie Motive ben Schnaps verstehen, immerhin bebeutenb vertheuern, ohne burch Freilassung bes Wein- unb Bier-Ausschanks eine Ungerechtigkeit zu begehen." Dieser Bemerkung können wir uns nur einfach und vollstänbig anschließen. Kaufes beschloß in ihrer heutigen ersten Sitzung, vor Erörterung der Garantie- frage auf die materielle Prüfung der Vortage einzugehen. Von Seiten der fortschrittlichen und Centrumsmttglieder der Commission waren hiergegen Bedenken erhoben worden, welche von Seiten der übrigen Mitglieder als richtig anerkannt wurden- Gleichwohl glaubte die Majorität, den praktischen Erwägungen das größere Gewicht einräumeu zu sollen, welche sich namentlich darauf stützten, daß die einzelnen Fractionen selbst über die Garanttefragen sich noch nicht hinreichend klar gemacht haben- Von Conservativen war für heute bereits ein Garantie-Entwurf in Aussicht gestellt worden, doch ist derselbe nicht elngebracht worden. Letzteres ist um so mehr bedauerlich, als der con- feivattoe Garantie-Entwurf wohl das Minimum der vom Äbgeordnetenhause zu erhebenden Forderungen dargestelll hätte und damit ein Fingerzeig für das schließliche Ergebniß vorhanden gewesen wäre. Man vermuthet übrigens, daß der conservative Garantie-Entwurf mit der Regierung zuvor vereinbart sein wird — „bestellte Arbeit", wie der Kunstausdruck lautet. — Das Präsidium des deutschen Handelstages hat auf die Tagesordnung der nächsten Ausschußsitzung die Frage gestellt, ob der Handelstag Schritte thun wolle, um zu bewirken, daß die siebente europäische Weltausstellung im Jahre 1886 in Berlin abgehalten werde. Neben dem Gedanken einer Weltausstellung ist in der letzten Zeit auch der einer deutsch-österreichischen Ausstellung in den Vordergrund getreten. — Die „Nation.-Liber. Corresp." erhebt am 10. ds. ihre Stimme für die Stellung der Universitäten und für die Freiheit der Wissenschaft, „die beide durch Beschlüsse der preußischen Generalsynode mit Vergewaltigung bedroht find." An dem Geburtstage Luther's und Schillerns thue sie dies mit erhöhter Zuversicht, trotz der Ungunst des Augenblicks. „Soll man es in Deutschland je vergessen können, daß eine Universität die Wiege der Reformation war, daß zwei ausgezeichnete und gelehrte Professoren, Luther und Melanchthon, im tapferen Gebrauch der Freiheit der Wissenschaft an der Spitze dieser Weltbewegung stehen?"' Auf die Synodalbeschlüfle übergehend, sagt das Blatt: „Was würde denn die Welt dazu sagen, wenn nach genauer Analogie dieses Vorgangs künftig auch die Besetzung der juristischen, historischen und philosophischen Lehrstühle nach dem Votum der jeweiligen Landtags- Majorität sich richten müßte? Sie würde, so vermuthen wir, die so besetzten Lehrstühle nicht mehr als wirklich akademisch gelten lassen, sondern sie würde darin nur noch staatliche Fachschulen (Seminarien) erblicken, nach der Art jener französischen Fachschulen, die mir der Akademie ganz und gar nichts gemein habe», da es sich in ihnen nicht um Pflege der Wissenschaft, sondern um technische Einübung eines staatlich vorgeschriebenen Lehrstoffes handelt. Den unschätzbaren Vorzug der deutschen Universttätsbildung will die kirchliche Gesetzgebung den jungen Theologen thatsächltch verkümmern. Denn darf man sich feiner Täuschung hingeben: wenn die theologischen Fakultäten unter die Botmäßigkeit der wechselnden kirchlichen Majoritäten gestellt werden, so wird man auf preußischen Universitäten die wissenschaftlichen Theologen aussterben sehen; jüngere Talente, die zugleich Charakter haben, werden sich bald gar nicht mehr zu einer Laufbahn entschließen, die ihnen nur die Wahl läßt zwischen Zurücksetzung oder Verleugnung der Ueberzeugungen. Dazu kommt das demüthigende Gefühl, daß sie von den Collegen anderer Fakultäten kaum oder gar nicht mehr für gleichstehende unabhängige Pfleger der Wissenschaft angesehen werden werden. Ebenso werden die Theologie Studirenden vor ihren Commilitonen und am Ende auch vor sich selbst als die Unfreien erscheinen, welche allein unter den Musensöhnen des goldenen Rechtes der Hochschule entbehren müssen, unbeirrt von den Absichten und Rücksichten des praktischen Lebens, dem Ideale des freien Forschens, selbständigen Prüfens und eigenen E' kennens nachzustrebeu. . . . Von dem uferlosen Meer der Humanität hat der Cultnsminister in der Generalsynode gesprochen, der Conststorial-Prästdent für Brandenburg defiuirte dort die Wissenschaft als eine Sammlung von subjektiven Meinungen, für welche das Strafgesetzbuch die Grenze bilde. Das Urtheil über solche Anschauungen aber hat der Dichter gefällt, wenn er dem Princtp des Bösen die höhnischen Worte in den Mund legt: Verachte nur Vernunft und Wissenschaft, Des Menschen allerhöchste Kraft." Arankreich. Paris, 16. Noobr. Gestern Abend fanden hier zwei deutsche Feste statt. Der deutsche Turnverein feierte den 120. Jahrestag der Geburt Schiller's und der deutsche Quartett-Verein seinen ersten Stiftungstag. Das letztere Fest sand statt in demselben großen Hotel, in welchem bis 1870 die Bälle des deutschen Wohlthätigkeitsoereins gegeben wurden. Seit 1870 war das Fest des Quarteit-Ver-eins das erste in Paris, bet welchem die Mitglieder der deutschen und österreichischen Colonie vereint auftraten. Fürst Hohenlohe mit der ganzen deutichen Botschaft und Graf Beust mit mehreren Mitgliedern der österreichischen Bor schäft und desgleichen Kern, der schweizerische Gesandte, nahmen an dem Feste Theil. Das Fest bestand aus Concert, Ball und Abendessen ; eS nahm einen glänzenden Verlauf und endete erst um 6 Uhr Morgens. Man darf in chm ein vollgültiges Zeugniß sehen, daß, soweit von dem die diesige Color ie beselenden Geiste die Rede, das deutsch-österreichische Bündniß kein leeres Wort ist. Das Fest des Turnvereins war nicht mmder glänzend; es wurden fast ausschließlich Schiller'sche Dichtungen zum Vortrag gebracht. (Köln. Ztg.) England. London, 18. Novbr. Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Konstantinopel von heute telegraphirt: Der Sultan ernannte General Baker zu seinem Vertreter bei Überwachung der Einführung der Reformen in ganz Kleinasien. Baker reist binnen einer Woche auf seinen Posten ab. Telegraphische Depeschen. Wagnrr'S telegr. Correspondenr»Bureau. Berlin, 19. Novbr. Der „Reichs-Anz." schreibt: Bet Besprechung unseres gestrigen Artikels über die von dem Aeltesten-Collegium der Berliner Kaufmannschaft abgegebene Erklärung äußert die heutige „Berl. Börsen-Ztg.", daß jener Artikel als Antwort des Ministers Maybach zu betrachten sei. Diese Annahme ist unrichtig. Der Artikel stammt zwar aus amtlicher Quelle; diese ist jedoch nicht im Ministerium der öffentlichen Arbeiten zu suchen. Ebenso hinfällig wie jene Vermuthung selbst sind die Folgerungen, welche die „Börsen-Ztg." daran knüpft. München 19. November. Abgeordnetenkammer. Der Präsident verliest eine Botschaft des Königs in Betreff der Verlängerung der Session bis zum 3t. December. Die Interpellation L-wels rangen Mißhandlung von Soldaten beantwortet der Kriegs- Minister dahin, daß ihm gegen den Wahrspeuch der Geschworenen und gegen Freisprechung feine Maßregeln zustehen. Er bedauert die Vorkommnisse und betont, daß solchen Ueberschi eitungen des Gesetzes möglichst oorgedeugt werde, aber deren Verhinderung sei unmöglich. L-chels' Bemerkung, daß solche Überschreitungen der bayerischen Armee eigenartig seien, müsse er zurückweisen. In Folge verschiedener Nachweisungen bei dem Etat der Oeconomien und G'werbe motivirt L>chels in längerer Rede den Antrag, der Position „Miethertrag aus Gebäuden" die Anerkennung zu versagen. Der Minister des Innern erklärt, hierfür die vollste Verantwortlichkeit zu übernehmen. Die Frage sei eine sachliche und principieUe. Die Behandlung der Minister in der Wohnungsfrage sei ungleich und unbillig und deßhalb dem König vorgetragen worden, welcher befohlen habe, daß für die Wohnung eines Ministers keine Entschädigung zu zahlen sei. Dieselben Vorgänge seien seit 60 Jahren vor den Augen der Landesvertretung anstandlos vorgekommen. Die Regierung sei laut Verordnung vom Jahre 1854 berechtigt, einzelnen Kategorien von Staatsdienern Freiwohnungen zu gewähren. Diese Verordnung sei nie beanstandet worden. Der Minister habe den König, zufolge der letzten Vorgänge, gebeten, ihn unter Wahrung seines principieüen Rechtes von der Vergünstigung der Freiwohnung zu entheben. Der Bescheid habe gelautet, daß die getroffene Aenderung verbleibe. Nach längerer Debatte zieht Schels seinen Antrag zurück, worauf die verschiedenen Etatspositionen genehmigt werden. Morgen gelangt der Antrag, die Classen-Lotterie betreffend, zur Berathung. Paris, 19. Novbr. Finanz.ni.uster S iy hat dem Staatsrathe einen Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Decrets von 1855 über die Zulassung ausländischer Werthe zur Börsennotirung. vorgelegt; danach würde künftig nicht die Regierung diese Zulassung aussprechen, sondern den Wechselmaklern würde die Bcfugniß zu derselben übertragen. Rom, 19. Novbr. Deputirtenkammer. Mehrere Interpellationen sind angemeldet. Cairoli zeigt an, daß das Ministerium seine Entlassung eingereicht und der König Cairoli mit der Neubildung des Cabinets beauftragt habe. Letzterer ersucht die Kammer, ihre Sitzungen bis zum 37. November zu vertagen. London, 19. November. Die „Tim's" meldet aus Konstantinopel von gestern: Es ist Grund vorhanden zu glauben, daß die russische R gie- rung dem Sultan empfohlen hahe, die Reformen unverzüglich auszuführen, zum Zwecke der Vermeidung ernster europäischer Verwickelungen. Brüssel, 19. Nwbr. Unter der der Kammer vorgelegten Carrelpon- denz befindet sich eine Depesche des belgischen Geschäftsträgers bei der Curie vom 17. März 1879, woraus heroorgeht, daß der Cardinal-Staatssecretär Nina anfangs erklärte, die Bischöfe seien unabhängig, der Papst könne d.«selbe» nur in Ausnahmefällen Bemerkungen machen. Es könne keine Intervention des Papstes stattfinden, wo es sich um Colleetioschritte des Episcopats gegen das Gesetz handele, dessen Folgen der Kirche höhst nichtheilig sein könnten. Später sei Nna, Dank den Rathschlägen des Papstes, von seiner ersten Auffassung zurückgekommen und hibe die Nothwendigkeil des Vorgehens des heiligen Stuhles anerkannt, um die Geister zu beruhigen und denselben Mäßigung einzuflößen; nur über den Modus des Vorgehens sei Nma noch unentidneben gewesen. Berlin, 19. November. Die von Wiener Blättern aus Rom gebrachte Meldung, wonach der Nuntius Jacobini dem Papste die glückliche Beendigung der mit Deutschland geführten Verhandlungen angezeigt hätte, wird von der „Germania" als auf Sensation berechnet und unrichtig bezeichnet. — Der „Reichsanzeiger" pnblicirt die Ernennung des Geh. Oberjustizraths Oehlsckläger zum General-Auditeur der Armee und des Unter-Staats- secretärs v. Schelling zum Staatssecretär im Reichsjustizamte. Lokales. Gießen, 20. November. Eine Frau von Garbenteich, welche gestern in einem Laden in der Neustadt ein Shawltuch annectiren wollte, dies jedoch ungeschickt anfing, wurde dabei vom Ladeninhaber ertappt und der Polizei Übergeben, welche sie nach der Bachgasse verbrachte. — Vor einem Laden in der Bismarckstraße ist gestern Abend ein Fäßchen Bier gestohlen worden. — Gestern Mittag wurde in einer Wirtschaft der Wallthorstraße eine luftige Keilerei ausgefochten. Vermischtes. Frankfurt, 16. November. Das Comite des fünften allgemeinen deutschen Turnfestes hat bereits einen Aufruf an die Bewohner unserer Stabt erlassen und aufgeforoert, sich durch namhafte Zeichnungen an dem zu bildenden Garantiefonds beteiligen zu wollen. Bis heute beziffert sich die Höhe desselben bereits auf 60,000 X, so daß es nicht schwer fallen durfte, ihn auf Die Höhe von über luu 000 zu bringen. Verschiedene Commissionen, z B. die Turn-Commission, die Platz Commission, die Bau-Commission, die Finanz-Commission u. f. w. haben ihre Tbätigkeit schon begonnen. Als Festplatz ist jetzt ziemlich bestimmt das große Ge^ lande des Herrn v. Rothschild am Affensteiner Felsenkeller in einiger Entfernung vom Eichen Heimer Thor in Aussicht genommen, das dem Comite wohl unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden dürfte. Es ist höchst erfreulich, daß die Bürgerschaft, worunter die ersten Männer, Alles aufbieten wird, damit das Fest ein wohlgelungenes werde. — Eine heitere Soldatengeschichte wird in der Leipziger „V-Ztg." erzählt: Seit einigen Jahren ist bei einigen Waffengattungen des deutschen Heeres die Anordnung getroffen, daß jeder Rekrut eine kurze Lebensbeschreibung eigenhändig und ohne fremde Hülfe unfertigen und bei seinem Hauptmann ober Rittmeister einzureichen hat. In den Lebensabussen Der wenig mit schriftlichen Arbeiten vertrauten Leute kommen natürlich manche beiteten Stellen vor, welche theils wirklich Erlebtes in eigener Art schildern, theils durch merkwürdige Stylfehler auffallen. Unter Anderem schrieb ein junger Rekrut ungefähr Folgendes: „Nachdem meine Lehre alle war, gink ich nach Amerika, wos for mich Arbeet genunk gab, bis se mich bei die Suldaten holden." Der Compagnie-Chef fragt den Mann: „Sie sind in Amerika gewesen?" Soldat: „Zu Befehl, Herr Hauptmann." Hauptmann: „Hatten Sie denn behördliche Genehmigung?" Soldat: „In Amerika han se mer nischt darüber gesaht." Hauptmann: „Ach, ich meine, ob sie Urlaub von hier hatten?" Soldat: „Nee, Herr Hauptmann, abber —" Hauptmann: „Mit welchem Schiff sind Sie denn dann hinübergekommen?" Soldat: „Nee, mel Herr Haupt« mann, mit gar Fernen, von Wortzen bis Penig bin ich geloofcn, un von Penig kusts mit der Eisenbahn een Neigroschen." — Der Rekrut meinte das Fabrikoorf Amerika bei Penig._______ Under und Derkedr. Gießen, 20. November. Auf dem am 18. und 19. d. M. abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 595 Stück Rindvieh und 464 Stück Schweine, die Preise stellten sich höher als auf dem letzten Markte, gutes und schönes Vieh sehr gesucht, und war am ersten Tage bis Mittag 12 Uhr alles Vieh schon abgetrieben. Nächster Markt Dienstag den 2. und Mittwoch den 3. December d. I., am letzteren Tage Krämermarkt (letzter in 1879). Frankfurt, 19. November. (Marktbericht i Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befaßten. Heu kostete je nach Qualität der Centner X 2.50 -4, Stroh j( 2.50—3.00. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. X 0.90, 2. Qual. X 0.80, im Detail 1. Qual. X 1.20—00, 2. Qual. «X I W—00. Eier das Hundert deutsche X 6.80 bis 8.40, ital X > 00. Ganze Erbsen das Pfd. 28—32 geschälte Erbsen 30—36 Bohnen 24—2* Linsen 34—50 H Weißkraut das Stück — 100 Stück 5—7 X, Rothkraut, 1 Stück 10—25H Kohlrabi — Kohlkraut 3 4 Blumenkohl 1 Stück 20—70 Wirsing 4—12.9), Kartoffeln 100 Kilo X 7 8, Zwiebeln 25 Bund - X. Merrettige 100Stuck 14 X, 1 Smck — H. Ochsenstency per Pfund 65 — 70 Rindfleisch 60—00 H, Kuh- fleisch 60—00 H, Kalbfleisch 50 — 55 Stier- und Farrenfleisch — Hammelfleisch 45-65 H, Schweinefleisch 60—70 H, ein Hahn X 1 — 1.70, ein Huhn X 0.70-1.50, eine Ente X 1.30—1 50, eine Gans X 4.50—9, eine Taube, 35—45 H, Aepfel 100 St. X —- :en tetipon-- bei der Sune Staatssekretär könne b-.N|eli eine Jnteiven- es EpiscoprtS uhthrilig sein eS, von seiner keil des Vor- )igen und den« ehens sei W'.na Rom gebrachte che Beendigung wird von bet t h. ObeijM- Konstantinopel usßsche R'gie. i auszuführen, gestern in einem ungeschickt anfing, eiche sie nach der ein Fäßchen Bier kraße eine lustige Nationen sind Fassung ringens beauftragt November KM L ", wft r. ^ren Ner ^''iungen b(T ,?^schiebener K i« «en \e,t zu über: /cr Minister ??°/g-tr°gen 6 keine En.. "uge..L dnung öom ungen zu ge- ltr habe den /'"gießen * habe fle: J ruht Schils W werden lug. ^uthr einen du Zulassung Mde künftig Lechselmaklern ltn deutschen iurn- lö °ufg-s°rttr^ en iu wollen- M Ml SommilN”'j ■“6 St ®ei* o,Cnu«J 9rf ’ HÄ- «btt»'" °"2 -EAch ftauP,D,ann; Jec' ,°"A"mit der g£s- * 0-81 Md « Bohne" . l'^^liothkaut. 5^7 >2o J?0 4 । jfj'. ioogtuelz ist billig abzugcben bei JL Becher, Asterweg 125. Versteigerung. Dienstag den 25. d. Mts., Vormittags 9 Uhr,. sollen im früheren HofgerichtSge- bäude eine Sitzungstafel, ein Schrank, einige Rouleaux und Lambrequins, daran anschließend im Dachstock des neuen GerichtSgebäudeS ca. 60 noch brauchbare Stühle, 6 Tische rc., ferner im Hose des Gerichtsgebäudes «ine Partbie Diehlen und 2 Tische versteigert werden. Gießm, den 20. November 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. I. A.: 7570) von Rief fei. Samstag den 20. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgerichts-Bureau die Hosraithe des Emil Sauer, als: sollen auf dem Wege der öffentllchen (Duvmtfsion vergeoen wervem. Voranschlag und Submissionsbedingungen liegen in den Geschäftsstunden auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebote in Procenten der Voranschlagssumme versiegelt und ftankirt und mit der Aufschrift: Submission zur Uebernahme der Arbeit für die Halle am Kurhaus zu Bad Nauheim" , längstens bis zum Eröffnungstermin Freitag den 28. November l. I., Vormittags 11 Uhr, einKreichen sind. Friedberg, den 17. November 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reust. .1. II. Mir. Sonnenstrsßk 104 Feinste Frankl. Würstchen empfiehlt (7389 I Gg. Wilh» Weidig. I Die zur Erbauung einer bedeckten Halle und Musiktempels auf der ~ * r-a l Bad Nauheim erforderlichen Arbeiten, nämlich: 4783 Jl. 13 Flur. Mir. 75 Hosraithe am Seltersweg, 25 Hofraum Miststäkte daselbst 756 Grabgarten daselbst, V537/1 11 Hofraum daselbst, Meistbietend versteigert werden, mit dem Bemerken, daß wenn die Taxation erreicht wird, die Genehmigung sofort ertheilt wird. Gießen, den 7. November 1879. Großherzogliches Ortsgencht Gießen. 7303) Müller._________ Bolksbildungsvcrein. Die I-eseabende für Schuler der Fortbildungsschule und andere funae Leute sollen auch in diesem Winter wieder in der früheren Weise im Saale des alten Rathhauses eingerichtet werden und nächsten Samstag den 22. November, Abends 8 Uhr. ihren Anfang nehmen. Anmeldungen werden noch an den betreffenden Abenden (Mittwoch und Samstag) in genanntem Lokale entgegengenvmmen. 75g2) Der Vorstand. 7584)___________________ Gerösteter und gemahlener Hafer, vorzügliche Zuthat zur Fleischbrühe, empfiehlt billigst Gg. Wilh. Weidig. ' "N.mn garten hiesi^7^uswärtisten halte ein amgejeichnries Glas Ster, , sowie kalte und warme Speisen jeder TagesM bestens empfohlen. Abonnenten zum MittagStifch werden jederstli Wermielfiungen. 7564) Möblirte Zimmer auf sofort billig zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d- Bl- —7465) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Lit- C. 104. 6591) Em Logis zu vermiethcm Adolf Hoß, Schießgärren. ' 7545) Der 2. Stock und 1 Mansarde zu verm. b. Carl Herzet, NahiUÄgÄ». 6006i Ein' gut möblirtes ZimMek mit Cabinet zu vermiethen bei C Stückrath, Gartfeld. 6744) Ein Logis zu vermiethen und den 1. December beziehbar. Reiber, Gartfeld. 7169) Ludwigsstraße 17O4/io ist im Hinterg bände ein kleines möblirtes Zim- mer billig zu vermiethen. 7312) Die erste Etage meines neuen Hauses ist auf sofort zu vermiethen. Adolf Möhl, Bahnhofstraße. 7483) Der zweite Stock meines Hauses mit 3 Zimmern, Küche und Zubehör ist sofort zu vermiethen Etnhcuscr bei der Actienbranerei. 7515) Ein unmöblirtes Zimmer zu vermiethen im D ofl ein'schen Hause, Wall- thorstratze Nr. 99. . 7529) Eine möblirte Stube für einen oder zwei Herren zu vermiethen. Flügelsgasse Nr. 95, 3. Stock _ 7477) Mansarde zu vermiethen I Fabrikant Iughardt, Kanzleiberg. angenommen. Restauration E. Lotz, 7412) Kirchenplatz. Julius Buch. empfiehlt in großer Auswahl r Wachspuppen in allen Größen von 20 an' Puppengestelle in Stoff und Leder, Puppenköpfe in Porzellan u. Wachs, mit und ohne Frisuren, Arme, Beine, Schuhe, Strümpfe rc., zu äußerst billigen Preisen. Schellfisch, täglich 3mat ein und vers. in Kisten 8 Pfd. netto für 3 Mark incl. u. hx.; ferner Schollen, Butt ca. pro Psd.< 35 Pfss.; Dachsforellen 1 JL 30 l^l Pommer'sche Fisch- u. Henngshaiidlg. in Frankfurt a. Main. Pelz - Garnituren 9 in schöner Waare empfiehlt äußerst billig (7572 Julius Buch. ~Zu verkaufen mehrere Kanarienvögel, sowie ein guter Acker auf dem Sand. Näheres bet 7543) MalkomefwS, Flurschutz. s Hausmacher-Mnen empft-hlt sehr billig ». Haubach. 7576) Die so sehU- lieöt gewordenen Althee- Bonbons sind wieder ein- gerroffen. Gg. Wilh. Weidig. Holzschuhe Sardinen in Gel im Abbruch billigst, empfiehlt (7578 Gg. Wilh. Weidig. Ein zu jedem Fabrik-Eta- blistement geeignetes großes HauS, in Mitte der Stadt, worin sich auch mehrere große Läden einrichteu lassen, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen durch 6361)_________J. BlltZ. Gänzlicher Ausverkauf zu äußerst billigen Preisen bei (7583 Fr!. C. Sack, Selrersweg C. 134. Sauerkraut, Salzgurken empfiehl! Carl Hoffmann. 17 von 80 4 an H 21 IUWil emp.'ebl-(7531 Zu Öen 6eoor|M)enÖen Weihnachten erlaube mir mein Lager in: goldenen und filbernen Herren- und Damenuhren, sowie in Reaulateur, Pendules, Wecker, Ketten- unv Schwarzwälder Uhren, zu den billigsten Preisen in gefällige Erinnerung zu bringen. Louis Scharmann, Uhrmacher, 7577)Schloßgaffe. Feinen holländischen Tabak der Firma Henricus Oldenkott = H. Zoon & Cie. | te Amsterdam 6981) empfehlen J? Carl Schwaab, H <■. C. Spruch, alleinige Depots In GIESSEN. S, 2 » Pfd. pro 90 110 110 110 120 130 Bahia Krüll Varinas O Halfkanaater . . . TZoort..... HZoort..... MZoort..... Fyne Shag .... Varinas en Portorico Canaster I. .... . Superfyne Varinas . Varinas I..... Maracaibo Kanaster Cuba Kanaster . . Curacao Kanaster . pro Pfd. 80 . 135 . 170 „ . 185 » . 210 , . 260 , . 260 „ - 310 „ Die Tabaksteuer wurde erhöht von ifc^auf LT Pfg. per Pfd. Obige Preise enthalten eine vorläufige Erhöhung von nur IO Pfg. per Pfd. 6587) am Seltersweg. 7348) Mein Lager in Polstermöbeln, Gardinenleisten, Rosetten, Haltern u. s. w. bringe in empfehlende Ermnenma. In Möbelstoffen off.-rtre ich d^s Neueste und Eleganteste. Bettstellen, Rohrstühle, Rohrseffel, Klappseffel, Spiegel, Ovaltische zu außerordentlich billigen Preisen. — Bister Möbelplüsch wird auch für Schuhmacher ausgeschnitten. P boUmaNtt, Möbelt,audlung. __Reuenbäuen 1OO. A. Schultheis Junior, KUrschnermeister, Seltersweg Lit. C. Nr. 10, empfiehlt sein Lager in allen Arten selbstgefertigter Pelzwaaren. Diese Waare hat großen Vorzug vor leichtgefertigter Fabrikwaare. Durch birecte Einkäufe der ausländischen Felle in der Leipziger Meffe bin ich in den Stand gesetzt, billige und gute Waare zu liefern. (7062 Das Neueste in Damen-, Hüntel» iVIädchen- Ä । wr ■ •• Kinder- II haben wir erhalten, welche wir durch einen besonders vorteilhaften Einkauf in grossartiger Auswahl zu aussergewöhnlich billigen Preisen verkaufen. Hoc ter 4* Kats,, OOOOOOOOOOOOOIO Q Prima ß/4 Bettzeuge. Barchente. Zwillich und Q E'ederleiiaeu, ächt französischen Shlrtlng Q und Chiffon, I.einen in % und «/4 Breite, Pclzpique Q ^ür Nachtjacken, Kattune, Kleiderstoffe« Lamas, X rothe und farbige Kolter, Reisedecken etc. empfiehlt zu den billigsten Pre en (4695 8 Helberg, Kirchenplatz. - QOOOOOOOOOOOOI OOöaJOQDaOÖ^ A. Eulensleiii, Frankfurt a. M. Kaiserstrasse 9, EntresoL Pionrnos — Flügel — Harmoniums Großes Lager in Instrumenten von: Steinway (echte Newyorker) — Schiedmayer, — Blüthner, — Beoh- stein, — Biese, Rosenkranz, — Clemens Müller, — Nagel, _ Berdux, — Heyl, — Selinke & Sponnagel, — Dörner, — Liedcke, _ Harmonie-Genossenschaft etc. etc. Thei zahlungen gestattet! — 5jährige Garantie! Gebrauchte Pianinos, rotri,en ,u bia(C i— Bekanntmachung. 7561) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Seine Durchlaucht Fürst Ernst zu SolmS-Braunfels als Besitzer des Fürstlich Solms - Braunfels'schen Familien -Fidet-Commtffes unterm heutigen Tage mit dem Eisenerzbergwerke „Flora" in der Gemarkung Müschen- heim, Kreises Gießen, mit einem Felde von 15,144 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes fcinnefi drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist iß die Einsicht des Sttuationsriffes bei der Bergmeisteret Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 10. November 1879. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenburg. Die :------ Frankfurter Bank übernimmt Werthpapiere in offenem Zustande jur Verwahrung und Vermattung unter den im Reglement festgesetzten Bedingungen; sie besorgt hiernach: die Abtrennung und Einziehung der Zins- und Dividenden-Coupons, die Entgegennahme von Hypotheken-Zinsen, die Controlle über Verloosungen und den Jncasso verlooster resv. zurück- zahlbarer Papiere, den Bezug neuer Coupons-Bogen oder definitiver Stücke, die Besorgung weiterer Einzahlungen und Ausübung von Bezugsrechten nach vorher eingeholtem Auftrage und Einzahlung der erforderliche, Geldbeträge, überhaupt alle mit der Anlage und Verwerthung von Capitalien verbundenen Manipulationen. Das Reglement, sowie die zur Deponirung erforderlichen Formulare sind von der Bank unentgeldlich zu beziehen. Auch übernimmt die Frankfurter Bank auf Grund ihres Reglements verzinsliche Gelder in laufender Rechnung, zur Zeit mit 2 Procent oder auf feste Termine für 1 Monat und länger nut 3 Procent Zinsvergütung per anno. Frankfurt a. M., November 1879. (7566 Direktion der Frankfurter Bank. Herren - Wäsche t Hemden, Kragen und Manschetten empfiehlt Zu den billigsten Preisen J. Bärmailll, ___________________________________Hotel Einhorn.___________ iMWWWMDWMWWWWWWMj^WWzWM Todes - Anzeige. 7581) Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unsere unvergeßliche Gattin und Mutter Maria Scherer, geb. Alban, gestern Vormittag 11 Uhr sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Thcilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 20. November 1879. NB. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause aus statt. Vermischte Anzeiger!. 7574) English and French (acquired abroad) are successfully taught by a Student. Private pupils attended. Terms moderate. K. G. bei Frau Dekan Dingcldein, im Brück'schen Hause, Brand._____________ 7568) Wirihen oder sonstigen soliden Personen ist der Verkauf eines überall leicht verkäuflichen guten Artikels bei hoher Provision zu übertragen. Franko Offert, sind innerhalb 8 Tagen sub G. M. 600 postlagernd Karlsruhe (Baden) zu senden.___________________________________ 7524) Eine frequente Wirthfchaft oder ein paffendes Lokal in Mitten der Stadt wird zu pachten gesucht. Gefl. Off sub X. X. b. d. Exp. d. Bl. nieder zulegen/_______ 7538) Ein im Kochen und häuslichen Arbeiten erfahrenes Mädchen vom Lande wird auf Weihnachten in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. 7494) Em anständiges feineres Mädchen, welches selbstständig kochen, bügeln und dem Gemüsegarten vorstehen kann, wird auf Weihnachten gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. - Bäckerei zum 1. April ru verpachten. Offerten wolle man sub II. an Rudolf Mo»ne, Frankfurt a. M. einsenden. Zum Ganibrinus. Heute Donnerstag de» 20. N»v. und folgende Tager (7586 Musikalische Soiree der Familie C. Gärtner aus Hamburg. — Anfang V/2 Nhr. ß Verloren ein rotheS Portemonnaie, enthaltend 9 JL in Markstücken und 2 goldene Ringe. Der redliche Finder erhält 3 Jt. als lohnung. Abzugeben bei der Exped. d. Bl. Schachclub. Spielsitzungen Dienstag uml Freitag^ von Ab nds 8 Uhr ab, in Wenzels Garten, kleiner Sanl. 7565)Der Vorstand. — 21/11 8 M. Conf. III. «r. (7511 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.